Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertsechsundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Irakischer Ministerpräsident Dschaafari lehnt Rücktritt
strikt ab. Elf Mitarbeiter einer Baufirma in Basra getötet. Bei
Kämpfen in der Provinz Anbar kommen zwei US-Soldaten ums Leben.
Japans Justiz weist Klage gegen Militäreinsatz im Irak ab.
Deutsche Geiseln möglicherweise an Kriminelle 'weiterverkauft'
Sa.15.04.06 - Trotz erbitterten Widerstandes von Sunniten und Kurden lehnt der
amtierende irakische Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari einen
Rücktritt weiterhin strikt ab. «Ich bin die legitime und
demokratische Wahl», sagte er am Freitagabend dem britischen
Fernsehsender Channel 4 News. «Ich hätte die Verantwortung
nicht übernommen, wenn es gegen den Willen der Bevölkerung
wäre.» Die Besetzung des Ministerpräsidentenamtes ist
das größte Hindernis bei der Bildung einer neuen Regierung.
Sunniten und Kurden werfen Dschaafari vor, den Aufstand und die Gewalt
unter den Religionsgruppen nicht entschlossen genug zu bekämpfen.
Die schiitische Allianz kündigte am Freitag an, am Wochenende
erneut über die Nominierung Dschaafaris zu beraten. Die Schiiten
stellen nach der Parlamentswahl vom Dezember die größte
Fraktion im Parlament, sind aber auf sunnitische und kurdische Parteien
als Koalitionspartner angewiesen.
Extremisten haben in der südirakischen Hafenstadt Basra elf
Mitarbeiter einer Baufirma getötet. Das berichtete der
Nachrichtensender Al-Arabija. Über den Hintergrund der Tat wurde
zunächst nichts bekannt. Ende März waren in Bagdad acht
Angestellte einer Handelsfirma getötet worden. Dieser Angriff wurde
nie aufgeklärt.
Bei Kämpfen im Irak sind zwei US-Soldaten getötet und 22
weitere verletzt worden, wie die Streitkräfte am Samstag bekannt
gaben. Zwei der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand,
hieß es. Die Kämpfe ereigneten sich am Donnerstag in der
Provinz Anbar, nähere Angaben zum Ort wurden nicht gemacht.
Die japanische Justiz hat eine Sammelklage gegen den Einsatz
japanischer Soldaten im Irak abgewiesen. Das Bezirksgericht von Nagoya
erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji am Freitag, die
Klage von rund 3200 Anwälten und Bürgern habe keine
Rechtsgrundlage. Die Kläger hatten den Einsatz der etwa 600
japanischen Soldaten im irakischen Samawa als Verletzung der
pazifistischen Verfassung bezeichnet. Im Oktober war bereits in der
zentraljapanischen Stadt Kofu eine ähnliche Klage abgewiesen
worden. Japan unterstützt die internationalen Truppen im Irak seit
Januar 2004 durch einen humanitären Einsatz. Es ist der erste
Auslandseinsatz des japanischen Militärs seit dem Ende des Zweiten
Weltkriegs. Presseberichten zufolge soll er Ende dieses Jahres beendet
werden.
Die deutsche Regierung schließt nach einem Bericht des
Münchner Magazins «Focus» nicht aus, dass die beiden im
Irak entführten Deutschen inzwischen an eine schwerkriminelle
Gruppe «weiterverkauft» worden sind. Dem Bericht zufolge
schwebt den Entführern von René Bräunlich und Thomas
Nitzschke ein Lösegeld von 12 Millionen Dollar vor. Davon gehe der
Krisenstab des Auswärtigen Amtes auf Grund bisheriger Kontakte zu
Vermittlerkreisen im Irak aus, berichtet das Magazin unter Berufung auf
Berliner Sicherheitskreise.
Das Auswärtige Amt in Berlin nahm zu dem Bericht auf Anfrage keine
Stellung. Ein Sprecher erklärte lediglich, die Bemühungen des
Krisenstabes zur Freilassung der beiden Ingenieure würden auch
über die Osterfeiertage unvermindert fortgesetzt.
Die Schlussfolgerung, dass die Entführten mittlerweile an
Kriminelle weiterverkauft worden sein könnten, wurde laut
«Focus» aus einer gründlichen Analyse des jüngsten
Geiselvideos gezogen. Die seit der Entführung vor mehr als
zweieinhalb Monaten mehrfach abgeänderten politischen Forderungen
der Kidnapper sollten den eigentlichen kriminellen Hintergrund
kaschieren.
Am Donnerstagabend hatten die Firma und Familienangehörige der
Ingenieure die deutsche Regierung beschuldigt, beim Umgang mit
Entführungen zweierlei Maß anzulegen. «Ich habe den
Eindruck, dass bei den Fällen Susanne Osthoff und der Familie des
Ex-Staatssekretärs Jürgen Chrobog andere Maßstäbe
galten», sagte Karin Berndt, Prokuristin beim Anlagenbauer
Cryotec, bei einer Mahnwache vor der Leipziger Nikolaikirche.
Es sei unverständlich, dass nach elf Wochen der Arbeit im
Krisenstab noch immer keine Ergebnisse vorlägen. In den Fällen
Osthoff und Chrobog sei es schneller gegangen. «Diese Fälle
dürfen aber von der Wertigkeit her nicht anders eingeschätzt
werden als der Fall unserer Mitarbeiter», erklärte Berndt.
Sie forderte die Bundesregierung auf, «alle, aber auch alle
Register zu ziehen, um den Krisenstab zu unterstützen».
Der Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer, schloss sich mit
der Mahnung an, alle Möglichkeiten auszuloten, wie den beiden
Ingenieuren geholfen werden könne. «Dabei darf sich die
Bundesregierung auch nicht zu fein sein, die Hilfe anderer, zum Beispiel
arabischer Staaten, in Anspruch zu nehmen», sagte der Geistliche.
Erstmals seit Beginn der Mahnwachen wandte sich die Mutter von
Bräunlich an die Teilnehmer. «Ich möchte mich bei allen
bedanken, die immer wieder hierher kommen und uns
unterstützen», sagte Ingeborg Bräunlich. Sie versuche
selbst, stets stark zu sein. «Ich stehe hier auch für Frau
Nitzschke, für Renés Lebensgefährtin Cindy und meinen
kleinen Enkel», erklärte sie.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 15.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihunderteinundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fr.15.03.05 - Mindestens 26 Tote bei Anschlägen +++ Verhandlungen zur
Regierungsbildung im Irak abgeschlossen +++ Großbritanniens
Außenminister Straw: Truppenabzug aus dem Irak könnte im
kommenden Jahr beginnen +++ Tod des Agenten Calipari belastet
amerikanisch-italienische Beziehung...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0504150.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Rice notfalls für militärisches Vorgehen gegen Iran
Sa.15.04.06 - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die Vereinten Nationen
(UN) aufgefordert, im Atomstreit mit dem Iran notfalls mit
Militärgewalt gegen das islamische Land vorzugehen.
Auf die Frage, welche Maßnahmen der UN-Sicherheitsrat in
Erwägung ziehen sollte, verwies Rice am Donnerstag auf Kapitel
sieben der UN-Charta. Es schließt letztendlich ein
militärisches Vorgehen im Fall einer Bedrohung nicht aus. Die USA
werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms
nach Atomwaffen zu streben. Der Chef der Internationalen
Atomenergiebehörde IAEA, Mohamed ElBaradei, sagte nach einem Besuch
in Teheran, der Iran habe Bemühungen bei der Beantwortung offener
Fragen zu seinem umstrittenem Programm zugesichert. Beweise, dass der
Iran wie selbst angekündigt inzwischen erfolgreich Uran anreichern
kann, habe die IAEA bislang nicht. Der Iran pocht auf sein Recht der
friedlichen Nutzung von Atomenergie.
"Ich bin davon überzeugt, dass wir Maßnahmen ins Auge
fassen, die sicherstellen, dass der Iran eine Zusammenarbeit als seine
einzige Chance begreift", sagte Rice. Der UN-Sicherheitsrat werde bei
seinem anstehenden Treffen eine ganze Bandbreite möglicher Schritte
diskutieren. Kapitel sieben der UN-Charta sieht Resolutionen vor, die
für alle UN-Mitglieder verbindlich sind und zu Sanktionen
führen können. Auch können sie den Einsatz "aller
notwendigen Mittel" zur Durchsetzung der Ziele androhen. Eine Resolution
nach Kapitel sieben wurde von den USA als Argument für eine
Invasion und Bombardierung des Irak vor drei Jahren interpretiert.
Besonders Russland fürchtet, die USA könnten eine solche
Resolution gegen den Iran in gleicher Weise auslegen. Russland und China
lehnen Sanktionen oder die Ausübung militärischer Gewalt im
Atomstreit mit dem Iran entschieden ab. Beide Staaten sind im
UN-Sicherheitsrat Veto-Mächte. Diplomaten zufolge beraten die
fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und
Deutschland in der kommenden Woche in Moskau über ihr weiteres
Vorgehen.
ElBaradei soll bis Ende April dem Sicherheitsrat einen weiteren Bericht
vorlegen, auf dessen Basis der Rat über nächste Schritte
berät. Dazu habe die islamische Republik versprochen, dass sie in
den kommenden Wochen Anstrengungen beschleunigen werde, um für
Klarheit bei einzelnen Punkten des Berichts zu sorgen. Eine Sprecherin
der IAEA sagte, in der kommenden Woche würden erneut Inspektoren
der Atomenergiebehörde in das Land reisen. Ein hoher IAEA-Vertreter
sagte in Wien, es gebe Anzeichen dafür, dass der Iran bereit sein
könnte, einige der noch fehlenden Informationen preiszugeben.
ElBaradei selbst sagte in Teheran, die IAEA-Inspektoren hätten
Proben genommen und würden die Ergebnisse an das Direktorium der
Behörde weiterleiten. Iranische Angaben, wonach das Land Uran bis
auf 3,5 Prozent angereichert habe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt
nicht bestätigen. Solches Uran kann als Brennstoff für
Atomkraftwerke genutzt werden. Für Atomwaffen müsste es auf 90
Prozent angereichert werden.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Dienstag
erklärt, sein Land gehöre nun zu den Ländern, die
über nukleare Technologie verfügten. Er hat stets
erklärt, ihm gehe es um die zivile Nutzung der Atomkraft. Gegnern
des Atomprogramms wünschte er den Tod: Auf die internationale,
scharfe Kritik an seiner Rede sagte Ahmadinedschad: "Seid wütend
und erstickt an eurer Wut."
(Quelle: rtr)
Russland lädt zu neuer Verhandlungsrunde über iranisches
Atomprogramm
Sa.15.04.06 - Russland hat die EU, die USA und China zu einer neuen Verhandlungsrunde
über das iranische Atomprogramm eingeladen. Die Gespräche
sollten am Dienstag in Moskau stattfinden, meldete die
Nachrichtenagentur Interfax am Freitag unter Berufung auf einen
Sprechers des russischen Außenministeriums. Für die USA wird
voraussichtlich Außenstaatssekretär Nicholas Burns an den
Gesprächen teilnehmen, der nach Angaben der amerikanischen
Botschaft in Moskau am Montag zu einem Treffen der politischen
Direktoren der G-8-Gruppe in Russland erwartet wird.
(Quelle: ap)
Selbstmordanschlag auf britische Soldaten in Afghanistan
Sa.15.04.06 - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen britischen Militärkonvoi
sind in Afghanistan drei Soldaten und ein Einheimischer verletzt worden.
Der Selbstmordattentäter habe den Konvoi mit einem mit Sprengstoff
beladenen Kombi gerammt, teilte der Polizeichef der Provinz Helmand,
General Abdul Rahman Saber, am Freitag mit. Der Anschlag wurde in der
Nähe des Stützpunkts des britischen Wiederaufbauteams (PRT)
in der Provinzhauptstadt Laschkar Gar verübt.
Ein Sprecher der NATO-Schutztruppe ISAF in Kandahar machte die
radikalislamischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. Er
sprach von drei verletzten Soldaten. Das Verteidigungsministerium in
London erklärte, bei einem Zwischenfall in Laschkar Gar seien zwei
britische Soldaten verletzt worden.
(Quelle: ap)
Über 150 Tote bei Rebellenoffensive im Tschad
Sa.15.04.06 - Bei einer Rebellen-Offensive im Tschad sind nach offiziellen Angaben
mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Die von der sudanesischen
Bürgerkriegsregion Darfur aus operierenden Kämpfer waren
gestern in die Hauptstadt N'Djamena vorgedrungen. Der Weltsicherheitsrat
und UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigten sich «tief
besorgt» über die verschärfte Lage in dieser
afrikanischen Krisenregion. In N'Djamena herrscht zur Zeit gespannte
Ruhe.
(Quelle: dpa)
Sri Lanka-Vermittler rufen Rebellen und Regierung zur Ruhe auf
Sa.15.04.06 - Angesichts der jüngsten Gewaltwelle in Sri Lanka haben die
Vermittler Norwegen, Japan, USA und die EU die Konfliktparteien zur
Einhaltung der Waffenruhe und des Verhandlungszeitplans aufgerufen. Die
Organisatoren der Friedenskonferenz von 2003 seien "zutiefst besorgt"
über die derzeitige Entwicklung in dem Land, hieß es am
Freitag in einer in Brüssel verbreiteten gemeinsamen
Erklärung. Sowohl die Regierung als auch die Rebellen seien
dringend aufgerufen, das geplante Treffen vom 19. bis zum 21. April in
Genf einzuhalten. Dieses Treffen sei eine "wichtige Gelegenheit", die
vereinbarte Waffenruhe umzusetzen, hieß es.
(Quelle: afp)
Entlassungen nach Einwanderer-Protesten in den USA
Sa.15.04.06 - Die Proteste gegen eine Verschärfung des Ausländerrechts in
den USA haben mehrere Teilnehmer den Arbeitsplatz gekostet: In Houston
wurden diese Woche sechs Angestellte eines Restaurants entlassen, weil
sie wegen einer Demonstration nicht zur Arbeit erschienen waren. In
Detroit feuerte ein Schlachter gleich 21 Einwanderer, in Chicago
landeten zehn Mitarbeiter eines Autozulieferers auf der Straße. In
den beiden letzteren Fällen willigten die Unternehmen nach
Intervention von Bürgerrechtsgruppen allerdings ein, die
entlassenen Arbeiter wieder einzustellen. Die Organisatoren der
Demonstrationen erwägen nun, nur noch abends und am Wochenende zu
Kundgebungen aufzurufen.
(Quelle: ap)
IWF warnt vor Inflationsrisiko in Industrieländern
Sa.15.04.06 - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Inflationsrisiken
in hoch entwickelten Industrieländern gewarnt.
"Angesichts des weiter zu erwartenden starken Wachstums besteht das
Hauptrisiko darin, dass sich ein Anstieg der Importpreise in zunehmendem
Inflationsdruck niederschlägt", erklärte die Organisation in
einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Kapitel ihres
halbjährlichen Weltwirtschaftsausblicks. Dies gelte vor allem
für Länder mit einer boomenden Wirtschaft. Der
Währungsfonds erklärte zudem, der Ölpreis werde auf
absehbare Zeit hoch bleiben. Den kompletten World Economic Outlook legt
der IWF am Mittwoch vor.
In dem Bericht hieß es, in den vergangenen Jahren habe die
Globalisierung unter anderem mittels sinkender Kosten für die
Einfuhr von Waren dazu beigetragen, die Preise insgesamt im Zaum zu
halten. So habe die Inflationsrate in den 80er Jahren in
Industrieländern noch bei bis zu neun Prozent gelegen, während
sie seit den 90er Jahren im Schnitt zwischen zwei und drei Prozent
liege. Darauf könnten sich Zentralbanken aber nicht mehr
verlassen, da wegen des starken globalen Wachstums dieser
Globalisierungs-Effekt allmählich nachlasse, hieß es. Zudem
seien die starken internationalen Handelsverflechtungen zumindest zum
Teil eine Ursache für höhere Rohstoffpreise.
In jüngster Zeit haben sich viele Forscher mit der Frage
beschäftigt, ob nationale Zentralbanken bereits bei einer sich
abzeichnenden Überhitzung der nationalen Volkswirtschaft mit
höheren Zinsen reagieren sollten. Einige argumentieren, dass in
einer Welt mit globalisierten Arbeits- und Warenmärkten nationale
Gegebenheiten nur noch eine untergeordnete Rolle für die
Preisentwicklung und damit für die Zinspolitik spielten.
Der IWF machte den Verbrauchern zudem keine Hoffnungen, dass die
Ölpreise wieder nachhaltig sinken. Da die Ölproduktion kaum
noch gesteigert werden könne, würden Angebot und Nachfrage
wohl weiter eng beieinander und die Ölpreise auf dem derzeitigen
Stand blieben, hieß es. Die Terminmärkte würden
kurzfristig auf einen leichten Preis-Anstieg und auf längere Sicht
auf eine leichte Verbilligung hinweisen, aber alles in allem bleibe er
in etwa auf dem derzeitigen Niveau, hieß es. Der IWF wies darauf
hin, dass der Ölpreis zwischen 2002 und 2005 um etwa 30 Dollar je
Barrel gestiegen ist und sich damit annähernd verdoppelt hat. Das
komme vor allem den Ölkonzernen zugute, während es im
weltweiten Handel verstärkt Ungleichgewichte gebe. Dies gehe vor
allem zu Lasten der Länder, die Öl einführen müssten.
Der Währungsfonds erwartet darüber hinaus, dass die
großen Firmen in den wichtigsten Industrieländern
künftig wieder mehr Geld für Investitionen ausgeben werden.
Dies werde zu steigenden Langfrist-Zinsen führen, es sei denn, es
gebe steigende Spar-Anstrengungen bei Privathaushalten oder der
öffentlichen Hand.
(Quelle: rtr)
Zehntausende Stimmzettel in Italien überprüft
Sa.15.04.06 - Mit der Überprüfung zehntausender Stimmzettel ist der Streit
nach der Parlamentswahl in Italien in eine weitere Runde gegangen. Auch
nach der Neuauszählung sei aber nicht mit einer Änderung des
Ergebnisses zu Gunsten von Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu
rechnen, schrieben italienische Zeitungen am Freitag. Die Zahl der
betroffenen Stimmzettel sei wesentlich niedriger als vom
Innenministerium angegeben, hieß es. Das Bündnis von
Oppositionsführer Romano Prodi hatte die Mehrheit im
Abgeordnetenhaus mit einem Vorsprung von nur 25.000 Stimmen gewonnen.
Berlusconi hatte zunächst von Wahlbetrug gesprochen und gefordert,
die Ergebnisse aus 60.000 Wahllokalen - das sind fast alle - sowie mehr
als eine Million für ungültig erklärte Stimmzettel
müssten überprüft werden. Er sei zuversichtlich, dass
sich das Gesamtergebnis dann ändern werde, sagte Berlusconi nach
einem Treffen mit Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi am
Mittwochabend. Den Vorwurf des Wahlbetrugs relativierte er wenig
später allerdings.
Anders als von Berlusconi gefordert überprüften die Gerichte
zunächst nur 43.000 Stimmzettel für die Abgeordnetenkammer. Es
handelte sich um Stimmen, die wegen Unklarheiten zunächst gar
nicht mitgezählt, aber auch nicht eindeutig für ungültig
erklärt wurden. Außerdem werden 39.000 Stimmzettel für
den Senat neu ausgezählt. In einigen Regionen ist das Ergebnis
denkbar knapp ausgefallen, in Campania siegte Prodis Bündnis mit
49,6 Prozent vor Berlusconis Allianz mit 49,1 Prozent.
Experten erklärten, es sei unwahrscheinlich, dass die Nacherhebung
das Ergebnis wesentlich ändern werde. Die Zeitung «Corriere
de la Sera» kritisierte am Donnerstag, die Spaltung des Landes in
zwei politische Lager werde sich durch den Streit über das
Wahlergebnis noch vertiefen. «Es ist schwierig, nicht eine Art
italienisches Florida zu fürchten», schrieb das Blatt in
Anspielung auf die wochenlangen Auseinandersetzungen über das
Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2000.
Prodi erklärte, er sehe den nach dem vorläufigen amtlichen
Endergebnis erklärten Sieg seines Mitte-links-Bündnisses nicht
gefährdet. «Wir müssen uns über nichts Sorgen
machen, wir sind gelassen», sagte Prodi laut Berichten
italienischer Nachrichtenagenturen. Die Opposition forderte Berlusconi
am Freitag auf, das Wahlergebnis anzuerkennen, statt weitere Spannungen
zu provozieren. Selbst Politiker des unterlegenen Regierungslagers
äußerten Zweifel daran, dass sich die Ergebnisse substanziell
ändern würden.
Prodi erhielt unterdessen telefonische Glückwünsche zum
Wahlsieg von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem britischen
Premierminister Tony Blair und dem brasilianischen Präsidenten Luiz
Inacio Lula da Silva. Merkel freue sich auf eine Zusammenarbeit mit
Prodi, teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Berlin mit.
«Sie erwartet in Italien neue Impulse für das bilaterale
Verhältnis und für die Lösung der wichtigen
Zukunftsaufgaben in der Europäischen Union», sagte der
Sprecher.
(Quelle: ap)
Französische Sozialisten im Aufwind
Sa.15.04.06 - Die oppositionellen Sozialisten in Frankreich können zufrieden
sein: Ein Jahr vor der Präsidentenwahl profitiert die Partei von
dem Massenprotest gegen die inzwischen zurückgezogene Lockerung des
Kündigungsschutzes, während ihr Aushängeschild
Ségolène Royal in Umfragen mit den Konkurrenten aus dem
Regierungslager gut mithalten kann. Die Frage ist nun, ob die
Sozialisten den Schwung bis zur Wahl im kommenden Frühjahr erhalten
können.
Der Protest gegen den Ersteinstellungsvertrag (CPE) verlieh der Partei
den dringend benötigten neuen Schwung nach dem schmachvollen
dritten Platz ihres Kandidaten Lionel Jospin bei der
Präsidentenwahl 2002. Royal, früher Familienministerin und
derzeit Präsidentin der Region Poitou-Charentes, war in der
vergangenen Woche auf den Titeln von vier Zeitschriften zu sehen.
In den Interviews spekulierte die 52-Jährige über den Grund
ihrer Popularität. «Es ist ein Hunger nach Veränderung
und ein Eingeständnis von Fehlern», sagte sie «Paris
Match». «Die Leute sagen: 'Vielleicht werden wir mit einer
Frau zu den grundlegenden Themen in der Politik
zurückkehren'.»
Mit ihrer Kampagne für traditionelle Werte spricht Royal auch
konservative Wähler an. So schlug sie einen sechsmonatigen
Zivildienst für junge Franzosen vor, um Disziplin und Nationalstolz
zu lehren. Und obwohl sie wie die meisten französischen Politiker
die Elite-Verwaltungshochschule ENA absolvierte, hat sie nach Ansicht
ihrer Anhänger ein gutes Gespür für die Sorgen der
Bürger.
In einer Umfrage für «Le Parisien» erklärten 41
Prozent der Befragten, sie wünschten sich Royal als Kandidatin der
Sozialisten bei der Präsidentenwahl. Der frühere
Premierminister Jospin kam mit 21 Prozent deutlich abgeschlagen auf
Platz zwei. Doch die Nominierung ist bei weitem noch keine beschlossene
Sache, unter anderem, weil auch PS-Parteichef François Hollande,
der Royals Lebensgefährte und Vater ihrer vier Kinder ist,
Ambitionen auf das Amt hegt.
Royal versicherte, es gebe deshalb keinen Familienkrach. «Wenn
ich die besten Chancen habe, die Linke zum Sieg zu führen, wird er
mich unterstützen», sagte sie «Paris Match». Auf
die Frage, ob sie zur Wahl antreten werde, antwortete Royal: «Wenn
alles so bleibt, wahrscheinlich ja.» Diese Aussage im
Fernsehsender Canal Plus war ihre bisher deutlichste zu ihren Absichten
für 2007.
Seit Monaten liefern sich Royal und der aussichtsreichste Kandidat der
Konservativen, Innenminister Nicolas Sarkozy, ein Kopf-an-Kopf-Rennen in
den Umfragen. Royal hat viele Zweifler überrascht, die damit
gerechnet hatten, dass die 52-Jährige bald aufgeben würde.
Aber die schwerste Strecke des Weges liegt noch vor ihr, wie ihr Biograf
Daniel Bernard erklärte. «Sie ist gut darin, die
Herausforderin zu sein», sagte er. «Aber die Favoritin zu
sein ist etwas Neues und deutlich schwerer.»
Im Streit um die Lockerung des Kündigungsschutzes kritisierte
Royal die Regierung als arrogant, weil sie das Gesetz ohne Abstimmung
mit den Gewerkschaften durchsetzen wollte. Royal versucht nun, alle
Seiten zufrieden zu stellen: So sollen international tätige
Unternehmen größere Flexibilität bei der Einstellung und
Entlassung von Mitarbeitern erhalten. Gleichzeitig sollen diese aber
größtmögliche Sicherheit erhalten. In ihrem
Internet-Blog stellt die Sozialistin Schritt für Schritt ihr
Programm vor, für das sie im kommenden Jahr gewählt werden
will.
Wenn der Wahlkampf erst einmal begonnen hat, müssen die Kandidaten
Lösungsvorschläge für viele Probleme bereit haben. Dabei
geht es um das Nein der Franzosen zu EU-Verfassung, um die Reform des
Arbeitsmarktes und um die Integration von Einwanderern, die nach den
Unruhen im Herbst wieder auf die politische Tagesordnung kamen.
Dominique Moïsi vom Französischen Institut für
Internationale Beziehungen glaubt, dass das Land eigentlich bereit
für Reformen ist. Der nächste Präsident «muss den
Franzosen ein Gefühl des Vertrauens in die Zukunft geben»,
sagte er. «Es ist der Mann oder die Frau, der Frankreich sagt
'Glaubt an euch selbst, weil ich an euch glaube'.»
(Quelle: ap)
Deutschland
Lafontaine fordert die SPD zu grundlegendem Kurswechsel auf
Sa.15.04.06 - Der Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, hat
die Sozialdemokraten aufgefordert, sich wieder auf eine Politik der
sozialen Gerechtigkeit und des Friedens zu besinnen. «Wenn die SPD
Wähler zurückgewinnen will, muss sie einen grundlegenden
Kurswechsel vornehmen», sagte der ehemalige SPD-Chef in einem am
Freitag veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Super
Illu».
Lafontaine betonte, es wäre «auch für die neue Linke
ein Gewinn, wenn die SPD wieder zu sozialdemokratischer Politik
zurückfinden würde». Zu der Entscheidung, Kurt Beck als
Nachfolger des erkrankten Matthias Platzeck an die Spitze der SPD zu
berufen, sagte Lafontaine nur: «Jeder hat seine Chance.»
Der ehemalige Bundesfinanzminister kritisierte, Gerhard Schröder
habe aus der SPD eine Partei gemacht, «die für Sozialabbau
und völkerrechtswidrige Kriege eintrat». Von diesem
fundamentalen Kurswechsel gegenüber der Zeit Willy Brandts habe
sich die Partei nie erholt. In der großen Koalition setze die SPD
nun die verfehlte Politik der Regierung Schröder fort, sagte der
Fraktionschef der Linkspartei.
(Quelle: ddp)
Bundesagentur befürchtet Abwärtsspirale im Osten
Sa.15.04.06 - Der Osten Deutschlands steht nach Ansicht der Bundesagentur für
Arbeit (BA) vor einer Abwärtsspirale. "Den neuen
Bundesländern steht in den kommenden Jahren am Arbeitsmarkt eine
dramatische Entwicklung bevor", sagte die Direktorin des Instituts
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Nürnberger
Arbeitsmarktbehörde, Jutta Allmendinger, der Zeitung "Die Welt".
"Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird weiter sinken, die Zahl
der Erwerbstätigen im Osten wird darum in den nächsten 15
Jahren noch einmal um eine Million zurückgehen", erläuterte
sie. Zudem sinke die Zahl der Ostdeutschen im erwerbsfähigen Alter
in den kommenden Jahrzehnten um über 50 Prozent auf rund 4,5
Millionen. "Beide Entwicklungen werden die ohnehin kriselnde Wirtschaft
in den neuen Bundesländern spürbar schwächen. Wenn
nämlich nicht genügend Produzenten und Verbraucher vorhanden
sind, kann keine wirtschaftliche Dynamik entstehen", sagte
Allmendinger. Nur Zuwanderung könne das Problem mildern.
(Quelle: ard-tagesschau)
Laut Studie große Mängel in Polizeigewahrsam
Sa.15.04.06 - In deutschen Polizeizellen gibt es beim Umgang mit den Festgenommenen
einer Studie zufolge große Mängel mit teilweise
tödlichen Folgen. Zwischen 1993 und 2003 seien bundesweit 128
Menschen in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen, berichtete das
Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf eine
Untersuchung der Universität Halle-Wittenberg. «Jeder zweite
Todesfall wäre vermeidbar gewesen», wurde Studienleiter
Steffen Heide zitiert.
Dem Bericht zufolge sperrten Beamte mehrfach offenkundig verletzte oder
über innere Schmerzen klagende Verdächtige ein, ohne einen
Arzt zu konsultieren. Zudem hätten sie den Zustand der
Festgehaltenen nicht regelmäßig überprüft. Als
ungenügend kritisieren die Rechtsmediziner laut «Focus»
die Durchsuchung von Verdächtigen. In einem Fall habe ein
Festgenommener in der Zelle eine tödliche Methadondosis zu sich
genommen. Viele Ärzte hätten auch fehlerhafte Diagnosen
gestellt und die Einweisung in Krankenhäuser verhindert.
(Quelle: ap)
Hochbegabte sollen stärker gefördert werden
Sa.15.04.06 - Hochbegabte Studenten sollen in Deutschland stärker gefördert
werden als bisher. "Wir wollen künftig ein Prozent aller Studenten
mit Stipendien gezielt unterstützen", kündigte
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) an. Derzeit profitieren
laut Schavan rund 0,7 Prozent aller Studenten von der
Hochbegabtenförderung. Das Ziel von einem Prozent sei bis zum Ende
der Legislaturperiode im Jahr 2009 zu erreichen.
Bereits für dieses Jahr plant das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF), die Mittel für die Förderung von
Hochbegabten deutlich zu erhöhen, und zwar um 7,2 Millionen auf
87,7 Millionen Euro. In den kommenden Jahren werde es weitere
Aufstockungen dieses Haushaltspostens geben.
"Wir müssen alles tun, damit hoch qualifizierte junge Leute bei
uns ihre Chance sehen", betonte die Ministerin. "Die Zukunft unseres
Landes hängt in starkem Maße davon ab, wie gut es uns
gelingt, eine Leistungselite aufzubauen." Der Begabtenförderung
komme eine zentrale Rolle zu. "Es geht nicht darum, einzelne Studenten
für gute Noten zu belohnen", sagte Schavan. "Vielmehr möchten
wir erreichen, dass junge Menschen eine Karriere machen, die ihren
Fähigkeiten entspricht."
In Deutschland gibt es nach Angaben des Ministeriums elf staatlich
geförderte Begabtenförderungswerke. Ihre Arbeit umfasst neben
der finanziellen Unterstützung der Studenten auch die gezielte
Förderung der Sozialkompetenz und weiterer "soft skills", die auf
dem Arbeitsmarkt Wettbewerbsvorteile versprechen.
(Quelle: afp)
Wissenschaft und Technik
'Venus Express' funkt erstmals Bilder zur Erde
Sa.15.04.06 - Zwei Tage nach ihrem Einschwenken in die Umlaufbahn des
erdnächsten Planeten hat die europäische Raumsonde
«Venus Express» erste Bilder zur Erde gefunkt. Wie die
Max-Planck-Gesellschaft am Donnerstag in München mitteilte, sind
darauf erstmals Wolkenformationen über dem Südpol der Venus zu
sehen. Bisher habe es überhaupt keine Aufnahmen dieser Region
gegeben, erklärte Dimitri Titov, der die Mission koordiniert. In
der kommenden Woche soll die Sonde auf eine niedrigere Umlaufbahn
manövriert werden. Dann seien detailliertere Ergebnisse zu
erwarten, fügte er hinzu.
«Venus Express» ist die erste Mission zur 400 Millionen
Kilometer entfernten Nachbarin der Erde seit dem Abschluss der
US-Mission Magellan 1994. Die Sonde soll Anfang Mai ihre endgültige
24-Stunden-Bahn um den «Morgenstern» erreichen. Von dort
soll sie mindestens 486 Tage lang, das entspricht zwei Venus-Tagen,
Beobachtungen durchführen. Eventuell könnte die Mission um
den gleichen Zeitraum verlängert werden. Eine Landung auf der
Venus ist nicht vorgesehen.
Hauptziel der 220 Millionen Euro teuren Mission ist die Erforschung der
Atmosphäre. Dabei geht es vor allem um deren wechselnde
Zusammensetzung je nach Höhe, ihre Zirkulation um den Planeten
sowie die Wechselwirkung der Atmosphäre mit dem Sonnenwind.
Die Sonde war im November 2005 mit einer Sojus-Rakete von der
russischen Bodenstation Baikonur in Kasachstan ins All geschossen
worden. Überwacht wird die Mission im Europäischen
Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt.
(Quelle: ap)
Mehr Information:
http://www.esa.int/esaCP/Germany.html