Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertsechsundachtzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Mehr als 30 Tote bei neuer Welle der Gewalt. Zwei britische Soldaten
bei Anschlag in der Nähe von Basra getötet. Ringen um
Regierungsbildung geht weiter
Mo.15.05.06 - Der Irak ist von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert worden.
Mehr als 30 Menschen wurden getötet und Dutzende verletzt. Bei
zwei Selbstmordanschlägen in der Nähe des US-Lagers Camp
Victory in der Nähe des Flughafens von Bagdad kamen mindestens 14
Iraker ums Leben, wie die US-Armee mitteilte. Bei einem Attentat auf
einen Konvoi von Außenminister Hoscher Sebari nördlich von
Bagdad wurden drei seiner Leibwächter getötet. Am Samstag
tötete eine Bombe zwei britische Soldaten im südlichen Basra.
"Terroristen haben im Westen Bagdads unweit vom Kontrollposten am Camp
Victory 14 Iraker getötet und 14 weitere verletzt", teilte die
US-Armee mit. Die ersten Ermittlungen deuteten darauf hin, dass sich
die Täter auf einem Parkplatz mit ihren Wagen in die Luft
sprengten. Der Anschlag auf den Kurden Sebari ereignete sich in Tal
Amrin 160 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt. Drei
Leibwächter wurden getötet und drei verletzt, als eine Bombe
explodierte.
Zuvor waren bei der Explosion einer Bombe im Osten Bagdads nach Angaben
des Verteidigungsministeriums fünf Zivilisten getötet und
vier weitere Menschen verletzt worden. Der Anschlag habe einer
Polizeipatrouille gegolten. Durch die Explosion eines weiteren
Sprengsatzes im Zentrum Bagdads wurden fünf Polizisten verletzt.
Anschläge mit insgesamt sechs Toten und 28 Verletzten wurden auch
in Adhamijah, nördlich von Bagdad, und auf einem Markt in
Safaranijah im Süden der Hauptstadt verübt. Weitere blutige
Attentate wurden unter anderem aus den nördlichen Städten
Kirkuk und Mossul gemeldet.
Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, kamen am Samstag
zwei britische Soldaten bei der Explosion einer Bombe in Basra ums
Leben. Ein Soldat wurde verletzt, als der Sprengsatz beim Vorbeifahren
einer Patrouille in die Luft ging. Seit der Invasion im Irak im
März 2003 wurden dami 111 britische Soldaten getötet.
Der Gouverneur von Basra suspendierte derweil den Polizeichef der
Stadt, dem er Untätigkeit gegenüber in- und
ausländischen "Terroristen" vorwarf. Nach einer Woche der Gewalt
in der zweitgrößten Stadt des Irak habe die Polizei
keinerlei Ermittlungen eingeleitet. Zudem hätten bestimmte
Grenzwächter und Militärvertreter "zweifelhafte Verbindungen"
zu von der Justiz gesuchten Personen.
Bei Angriffen auf die schiitischen Schreine im Ort Wadschihija kamen
zwar keine Menschen zu Schaden. Die Einwohner äußerten sich
jedoch besorgt, dass die religiös motivierten Gewalttaten die
Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen in der Gegend
erhöhen könnten, wo Sunniten und Schiiten seit langem
miteinander leben. "Das ist ein friedlicher Ort. Wir leben in Harmonie
miteinander", sagte der 26-jährige Faes Abbas. Auch Sunniten
hätten die Schreine in der 5000 Einwohner zählenden Ortschaft
geschätzt und für ihre Gebete genutzt.
Seit dem Bombenanschlag auf die Goldene Moschee in Samarra Ende Februar
hat die Gewalt zwischen den moslemischen Gruppen im Land stark
zugenommen. Die dominierenden Schiiten vermuteten radikale Anhänger
der sunnitischen Minderheit hinter dem Angriff auf das Heiligtum und
reagierten mit Racheakten. Spätestens seitdem befindet sich der
Irak an der Schwelle zum Bürgerkrieg. Die anhaltende Gewalt
erschwert auch die Bemühungen der politischen Vertreter, sich auf
eine möglichst breit aufgestellte Regierung der nationalen Einheit
zu einigen.
Der designierte Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemühte sich
am Wochenende, den Streit zwischen den verschiedenen Parteien seiner
Schiiten-Allianz um die Besetzung des Ölministeriums beizulegen.
Die kleine, aber einflussreiche Fadhila-Partei beansprucht den Posten
für sich. Andere Mitglieder der Allianz wollen das Amt aber lieber
dem prominenten Atomphysiker Hussain al-Schahristani zuschanzen, der
unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein verfolgt und
gefoltert wurde.
Um die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen zu mindern,
soll in Bagdad Mitte Juni die zweite nationale Versöhnungskonferenz
stattfinden. Ziel des Treffens sei es, die Gewalt im Land
einzudämmen, teilte das Außenministerium am Samstag mit. Zu
der Konferenz sollten auch UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie
Vertreter der fünf Ständigen Sicherheitsratsmitglieder, der
Europäischen Union, der Islamischen Konferenz und des Iran
eingeladen werden. Das erste Treffen hatte im November in Kairo
stattgefunden, ohne jedoch wesentliche Ergebnisse zu bringen.
(Quellen: afp, rtr, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 15.05.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am dreihunderteinundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
So.15.05.05 - US-Streitkräfte beenden Offensive an syrischer Grenze. Bei der
'Operation Matador' sollen 125 Auftsändische und neun US-Soldaten
getötet worden sein +++ Anschlagsserie im Irak dauerte trotz
US-Offensive an - Erneut zahlreiche Tote und Verletzte +++ Offenbar kaum
noch Hoffnung für im Irak entführte japanische Geisel...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0505150.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Mütter demonstrieren vor Weißem Haus für Frieden
Mo.15.05.06 - Mütter und ihre Familien haben am Sonntag vor dem Weißen
Haus in Washington für Frieden im Irak und im Iran demonstriert.
Aus Anlass des Muttertages wollten sie ihren Protest auch die Nacht
über bis zum Abend fortsetzen. Unter den Teilnehmerinnen der
Kundgebung war auch die Friedensaktivistin Cindy Sheehan. "Wir fordern
an diesem Muttertag, dass unsere Kinder aus dem Irak zurückkehren
und nicht in einen weiteren absurden Krieg in den Iran geschickt
werden", erklärte sie.
Die Demonstranten folgten einem Aufruf der Organisation Frauen für
Frieden. "Unzählige Mütter im Irak haben an diesem Muttertag
wenig zu feiern; ihre Familien sind durch die gewaltsame Besatzung
zerrissen", hieß es weiter in der Erklärung. In der
irakischen Presse wurde eine ganzseitige Anzeige der "Women for peace"
mit einem Aufruf an die Bevölkerung im Irak und in den USA
geschaltet, "gemeinsam auf das Ende des Gemetzels und die Rückkehr
der US-Truppen in die USA hinzuwirken". Die beiden Zeitungen "Assaman"
und "As-Sabah" lehnten die Veröffentlichung der Anzeige der
Erklärung zufolge ab.
Die Friedensaktivistin Sheehan, deren Sohn 2004 in Bagdad bei einem
Rebellenangriff getötet worden war, hatte aus Protest gegen den
Irakkrieg im Sommer vergangenen Jahres vor der Ranch von Präsident
George W. Bush in Texas campiert. Durch diese Aktion war sie
international bekannt geworden.
(Quelle: afp)
Rebellen im Iran töten bei Überfall zwölf Menschen
Mo.15.05.06 - Im Südosten des Iran haben Rebellen bei einem Überfall auf
einen Autokonvoi zwölf Menschen getötet. 15 bis 20
uniformierte Bewaffnete hätten am Samstag auf der Straße von
Bam nach Kerman einen Kontrollposten errichtet und vier Fahrzeuge
angehalten, sagte der Vizegourneur von Kerman laut der
Nachrichtenagentur Fars. Die Insassen seien mit verbundenen Augen und
gefesselten Händen in einem Straßengraben erschossen worden.
Zu dem Angriff bekannte sich die radikale Gruppe Dschundallah (Soldaten
Allahs). Sie hatte in den vergangenen Wochen mehrere blutige
Überfälle verübt.
Der Überfall ereignete sich rund 35 Kilometer von Bam entfernt,
sagte der Vizegourneur von Kerman, Abdolghassem Nasrollahi. Das
Staatsfernsehen zeigte Bilder von den zwölf Leichen im
Straßengraben. Einen zehnjährigen Jungen verschonten die
Täter laut Augenzeugen. Wie das Staatsfernsehen berichtete,
tötete die Polizei sechs Rebellen.
Die "terroristische Gruppe" Dschundallah, geführt von Abdolmalek
Righi, habe sich in einem Telefonanruf zu dem Überfall bekannt,
sagte der stellvertretende Polizeichef Eskandar Momeni laut der
Nachrichtenagentur Isna. Mitte März hatte die Gruppe 22 Menschen
in der Provinz Sistan-Balutschistan getötet.
Der Südosten Irans gilt vor allem wegen des blühenden
Drogenhandels als Krisenregion. Aus Afghanistan und Pakistan stammendes
Rauschgift wird durch die Region nach Europa geschmuggelt.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
Sieben Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet
Mo.15.05.06 - Bei israelischen Angriffen im Westjordanland sind mindestens sieben
Palästinenser getötet worden. Nach Angaben von Zeugen und
Ärzten waren israelische Einheiten auf der Suche nach Extremisten
in mehrere Orte eingedrungen. Unterdessen stoppte die israelische
Marine vor der Südküste des Gazastreifens ein mit Waffen und
Sprengstoff beladenes Schiff. An Bord seien mehrere hundert Kilogramm
Sprengstoff entdeckt worden, sagte ein Militärsprecher.
(Quelle: dpa)
Israels höchstes Gericht billigt umstrittenes
Palästinenser-Gesetz
Mo.15.05.06 - Die meisten israelisch-palästinensischen Ehepaare dürfen auch
künftig nicht gemeinsam in Israel leben. Das oberste Gericht in
Jerusalem bestätigte am Sonntag ein umstrittenes Gesetz, wonach
palästinensische Ehepartner von Israelis weder ein dauerhaftes
Aufenthaltsrecht noch die israelische Staatsbürgerschaft erhalten.
Die elf Richter wiesen mit sechs zu fünf Stimmen eine Klage gegen
die Regelung aus dem Jahr 2002 zurück. Menschenrechtsorganisationen
kritisieren das Gesetz als rassistisch und unmenschlich.
«Das ist ein schwarzer Tag für den Staat Israel und ein
schwarzer Tag für meine Familie und die anderen Familien, die wie
wir leiden», sagte der Anwalt Muad el Sana, ein israelischer
Araber, der mit einer Palästinenserin aus Bethlehem verheiratet
ist. «Die Regierung hält die Menschen nur wegen deren
Nationalität davon ab, ein normales Familienleben zu
führen.» Laut Schätzungen verhindert das Gesetz die
Zusammenführung hunderter, womöglich tausender
israelisch-palästinensischer Familien.
Dem Gesetz zufolge dürfen nur palästinensische Frauen
über 25 und Männer über 35 Jahre zu ihren Familien nach
Israel ziehen. Israel begründete die Änderung des
Staatsbürgerschaftsrechts 2002 damit, dass immer mehr
Palästinenser, die durch Heirat die israelische
Staatsbürgerschaft erhielten, an Terroranschlägen beteiligt
seien.
(Quelle: ap)
Mehr als 50 Milizionäre bei Kämpfen im Kongo getötet
Mo.15.05.06 - Bei einem Überfall hunderter bewaffneter Milizionäre auf ein
Lager der kongolesischen Streitkräfte sind nach
Militärangaben 52 Angreifer und ein Soldat getötet worden.
Die Angreifer, denen Kämpfer der neuen Rebellenbewegung MRC
angehörten, hätten den Armeestützpunkt in der Provinz
Ituri am Samstagabend überfallen, berichtete ein
Militärsprecher. Es sei zu schweren Gefechten gekommen.
Nach mehrjährigem Bürgerkrieg bereitet die
Übergangsregierung der Demokratischen Republik Kongo derzeit
Wahlen für Ende Juli vor, zu deren Sicherung auch die Bundeswehr
beitragen soll. Vor allem im Osten des zentralafrikanischen Landes
kommt es trotz Friedensschluss immer wieder zu Kämpfen und
Angriffen auf Dörfer. Die MRC in der Provinz Ituri ist eine Gruppe
von Kämpfern, die sich aus ehemaligen Mitgliedern verschiedener
Bürgerkriegsarmeen rekrutiert, die eine Entwaffnung ablehnen.
(Quelle: ap)
USA laden China als Beobachter zu Militärübung ein
Mo.15.05.06 - Die USA haben China als Beobachter zu einer amerikanischen
Militärübung im kommenden Monat in Guam eingeladen. Admiral
William Fallon sagte am Montag bei einem einwöchigen China-Besuch,
er hoffe, solche Besuche würden Teil eines regulären
Austausches zwischen den beiden Streitkräften. Seit der Kollision
eines amerikanischen und eines chinesischen Militärflugzeuges im
Jahr 2001 waren solche Kontakte nahezu völlig ausgesetzt worden.
Fallon erklärte, auch andere asiatische Streitkräfte seien zu
der Übung Valiant Shield im Meer vor Guam eingeladen worden. Die
chinesische Seite habe positiv auf die Einladung reagiert, aber ihre
Teilnahme bislang noch nicht zugesagt.
(Quelle: ap)
Préval als Präsident von Haiti vereidig
Mo.15.05.06 - Mit der Vereidigung René Prevals zum neuen Präsidenten ist
Haiti gut zwei Jahre nach dem Sturz von Jean-Bertrand Aristide zur
Demokratie zurückgekehrt. In seiner Antrittsrede vor dem
Nationalpalast in Port-au-Prince rief der 63-Jährige seine
Landsleute zur Geschlossenheit und Versöhnung auf. Tausende
Menschen, die vor der Umzäunung des Palastes standen, jubelten dem
neuen Staatschef zu.
Nur über den Dialog lasse sich Frieden schaffen, sagte Preval, der
bereits von 1996 bis 2001 an der Spitze des Karibikstaates stand. Als
eine wichtige Aufgaben nannte er die Wiederherstellung der Sicherheit.
Dies werde dazu beitragen, Arbeitsplätze zu schaffen und
Straßen und Krankenhäuser zu bauen. Preval, der im Februar
zum Präsidenten gewählt worden war, hat versprochen, dem
immer wieder von Gewalt erschütterten und völlig verarmten
Land mehr Stabilität zu bringen.
Vor seiner Antrittsrede wurde der neue Präsident in Anwesenheit
vieler ausländischer Politiker im Parlament vereidigt. Das
Parlament war am Dienstag zu seiner konstituierenden Sitzung
zusammengetreten. Haiti wurde seit dem Sturz Aristides von einer
Interimsregierung geführt.
(Quelle: ap)
Hunderte Flüchtlinge vor Kanarischen Inseln abgefangen
Mo.15.05.06 - Die spanische Küstenwache hat vor den Kanarischen Inseln am
Wochenende wieder zwölf Boote mit mehr als 700 Flüchtlingen
gestoppt. Sechs der Boote mit mehr als 280 Insassen wurden nach Angaben
der Behörden am Sonntag abgefangen und sechs mit 456 Menschen an
Bord am Samstag.
Die aus Afrika stammenden Flüchtlinge, die auf diese Weise illegal
nach Europa gelangen wollen, wurden in die von Behörden
eingerichteten Notunterkünfte gebracht. Binnen 40 Tagen
entscheiden die Behörden über die Rückführung der
Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer.
Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben des Innenministeriums schon
mehr als 6.100 Flüchtlinge auf den Kanaren eingetroffen. Im ganzen
vergangenen Jahr waren es 4.751. Nach Schätzungen der
Behörden sind rund 1.000 Menschen bei dem Versuch, von Afrika die
zu Spanien gehörenden Inseln zu erreichen, ums Leben gekommen.
(Quelle: ap)
EU-Kommissionspräsident Barroso: Bulgarien und Rumänien
schnell in die EU
Mo.15.05.06 - In der Debatte um die EU-Mitgliedschaft von Bulgarien und Rumänien
hat sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso
für einen baldigen Beitritt ausgesprochen. Er hoffe "so bald wie
möglich" auf einen Beitritt der südosteuropäischen
Länder, sagte Barroso dem britischen BBC-Fernsehen. Wenn Bulgarien
und Rumänien die von der EU gestellten Anforderungen in Bezug auf
die Reform der Justiz und die Bekämpfung der Korruption
erfüllten, werde der EU-Beitritt für alle Seiten von Vorteil
sein, sagte Barroso weiter.
Beiden Ländern hatte die EU den Beitritt vertraglich zum 1. Januar
2007 zugesagt. Für den Fall, dass die Vorbereitungen darauf nicht
ausreichen sollten, war allerdings festgehalten worden, dass das
Beitrittsdatum um ein Jahr verschoben werden kann.
Medienberichten zufolge hat sich die EU-Kommission bereits dafür
entschieden, die Beitritte zum Anfang nächsten Jahres
vorzuschlagen. Sie will beiden Ländern aber offenbar neue
Bedingungen stellen, die sie bis zum Oktober dieses Jahres erfüllen
müssten. Dazu gehöre unter anderem die Bekämpfung der
organisierten Kriminalität, des Betrugs, der Korruption und der
Geldwäsche.
(Quelle: afp)
Deutschland
Unionspolitiker wollen Kündigungsschutz ändern
Mo.15.05.06 - Politiker der Union unternehmen einen neuen Anlauf zu Änderungen
beim Kündigungsschutz. «Wir müssen die Blockade der SPD
beim Kündigungsschutz aufbrechen», sagte der Sprecher der
Jungen Gruppe der Unions-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz (CDU),
der «Berliner Zeitung». Wenn es keine Änderungen im
Arbeitsrecht gebe, werde sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt bis
zum Ende der Legislaturperiode nicht verbessern. Es sei
«abenteuerlich», dass Arbeitsminister Franz
Müntefering (SPD) die Arbeit an der im Koalitionsvertrag
vereinbarten Reform ausgesetzt habe.
Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Hans
Michelbach (CSU), plädierte dafür, die
Kündigungsschutz-Reform neu zu verhandeln und eine
Paketlösung zu finden. Denkbar sei etwa eine Kombination mit den
geplanten Vereinbarungen zu Kombi- und Mindestlohn. Die von SPD und
Union vereinbarte Ausweitung der Probezeit auf 24 Monate bezeichnete
Michelbach als problematisch, da damit die Situation aus der Sicht der
Arbeitgeber verschlechtert werde. Mit der neuen Regelung würde die
bisherige Möglichkeit entfallen, Arbeitsverhältnisse ohne
Angabe von Gründen zu befristen.
(Quelle: ap)
Uni-Ärzte streiken in 39 Städten
Mo.15.05.06 - Im eskalierenden Tarifkonflikt der 22 000 Ärzte an
Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern wollen Mediziner
vom heutigen Montag an in 39 Städten für eine ganze Woche die
Arbeit niederlegen. Betroffen seien 25 Unikliniken und 14
Landeskrankenhäuser.
Das teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) am Sonntag in
Berlin mit. In der Nacht zum Freitag war eine neuerliche
Verhandlungsrunde der Ärzte und der Tarifgemeinschaft deutscher
Länder (TdL) gescheitert. Die Mediziner wiesen ein TdL- Angebot
für höhere Gehälter als unzureichend zurück.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte die
Ärztegewerkschaft und die Bundesländer zur raschen Beendigung
ihres Tarifkonflikts auf. «Im Interesse der Patienten appelliere
ich an die Tarifpartner, möglichst rasch an den Verhandlungstisch
zurückzukehren, damit endlich eine Lösung gefunden
wird», sagte sie der «Berliner Zeitung».
Der Arbeitskampf dauert schon acht Wochen. Bislang hatten die
Ärzte der einzelnen Kliniken jeweils tageweise gestreikt.
Bisheriger Streikrekord war nach MB-Angaben der 11. April, an dem rund
12 000 Ärzte an 26 Standorten die Arbeit niederlegten. Von Montag
an sollen in den beteiligten Kliniken in zwölf Bundesländern
nur noch Notfälle behandelt werden. Nicht betroffen sind Berlin,
Brandenburg, Bremen und Hessen.
Für Dienstag ist eine bundesweite Demonstration in Münster
geplant. Ende der Woche will der Marburger Bund über die etwaige
Fortsetzung des Streiks beraten.
Das «Minimalangebot» der Arbeitgeber und ihre Behauptung,
die Hochschulmediziner könnten den Ausstand nicht lange
durchhalten, hätten die Streikwilligkeit noch einmal deutlich
verstärkt, sagte MB- Chef Frank Ulrich Montgomery. «Ich mache
mir ernsthafte Sorgen, ob mit dieser TdL eine Einigung überhaupt
möglich ist.»
Der Verband der Universitätskliniken bot Vermittlung an. Der
stellvertretende Vorsitzende Jörg-Rüdiger Siewert sagte dem
Berliner «Tagesspiegel», die Kliniken seien «bereit,
ihren Sachverstand anzubieten und zur Lösung des Konflikts
beizutragen». Er nannte die TdL «nicht mehr
funktionstüchtig». Die Verhandlungen müssten nun auf die
einzelnen Länder heruntergebrochen werden.
Die baden-württembergische Landesregierung will in einem
Meinungsaustausch mit dem Marburger Bund Anfang der Woche einen eigenen
Lösungsweg sondieren. «Ziel des Gesprächs ist es, die
Möglichkeiten auszuloten, unter welchen Bedingungen eine Aussetzung
der Streiks in Baden-Württemberg möglich ist»,
hieß es in Stuttgart.
Für das Scheitern der jüngsten Runde machten sich MB und TdL
gegenseitig verantwortlich. Ein neuer Gesprächstermin wurde nicht
vereinbart.
Ihr jüngstes Angebot für die Mediziner hatte die TdL auf 16
Prozent mehr Gehalt vor allem für die jüngeren Ärzte
beziffert. Der Marburger Bund rechnete dagegen vor, für das
Gesamtpaket bedeute dies eine Erhöhung um lediglich 1 Prozent. Der
TdL-Vorsitzende, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring
(CDU), sagte, es gebe keinen Spielraum für Nachbesserungen. Er
fügte hinzu: «Der Marburger Bund muss sich rühren. Ich
halte die Streiks noch einige Zeit aus.»
Der Verhandlungsführer der TdL, Ulrich Rieger» bezweifelte,
dass die Ärzte die Ausweitung ihres Streiks durchhalten. «Bis
jetzt nahmen die meisten protestierenden Ärzte Freizeitausgleich.
Das geht bald nicht mehr. Und eine Streikkasse hat der Marburger Bund
nicht», sagte Rieger dem Nachrichtenmagazin «Focus».
(Quelle: dpa)
Kurt Beck ist neuer Parteivorsitzender der SPD
Mo.15.05.06 - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck ist
neuer Parteivorsitzender der SPD: Der Sonderparteitag in Berlin
wählte den 57-Jährigen mit 95,1 Prozent der Stimmen an die
Spitze der Sozialdemokraten. Beck tritt die Nachfolge von Matthias
Platzeck an, der sein Amt aus Gesundheitsgründen nach weniger als
einem halben Jahr aufgegeben hatte. Beck hatte zuvor ein klares
Bekenntnis zu Arbeitnehmerrechten und starken Gewerkschaften abgelegt.
Beck ist nach Platzeck und Franz Müntefering bereits der dritte
SPD-Chef seit dem Verzicht von Altbundeskanzler Gerhard Schröder
auf sein Parteiamt vor gut zwei Jahren. Die Nachfolge Becks als
Parteivize tritt Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn an, der
mit 84,8 Prozent der Stimmen in das neue Amt gewählt wurde.
Bullerjahn war bei der Landtagswahl am 26. März in Sachsen-Anhalt
Spitzenkandidat der SPD, die 21,4 Prozent erzielte und als
Juniorpartner mit der CDU die Regierung bildet.
Beck dankte seinem Vorgänger Matthias Platzeck für dessen
Arbeit. Er sicherte den Delegierten zu, er werde die offene
Diskussionskultur, die ein Kennzeichen des Führungsstils Platzecks
war, beibehalten. Becks Rede wurde von den Delegierten mit stehenden
Ovationen gefeiert.
"Deutschland ist kein Billiglohnland und darf und will kein
Billiglohnland werden", sagte Beck. "Arbeitnehmer haben Anspruch auf
Anerkennung für ihre Leistung und sie haben Anspruch auf einen
gerechten Lohn." Dies gelte auch für die aktuelle
Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst der Länder.
"Wir werden nicht zulassen, dass alles, was uns in dieser Gesellschaft
wichtig ist, der Ökonomie untergeordnet wird", sagte Beck und
bekannte sich damit grundsätzlich zu einer Politik der sozialen
Gerechtigkeit. Dazu gehöre das Eintreten "nicht für einen
üppigen, alles beherrschenden Staat, aber für ein
handlungsfähiges Gemeinwesen".
Ebenso gehöre dazu allerdings das Ziel, die öffentlichen
Haushalte in Ordnung zu bringen, sagte Beck zur Verteidigung der
Steuererhöhungspläne der großen Koalition. Die
Reichensteuer solle aber dafür sorgen, dass auch Spitzenverdiener
"ihren Beitrag leisten". Für die Unternehmensteuerreform sicherte
Beck "weitgehende Aufkommensneutralität" und "eine nachhaltige
Sicherung der deutschen Steuerbasis" zu. Studiengebühren erteilte
er eine Absage.
Beck betonte vor den rund 500 Delegierten, Anspruch der SPD müsse
es sein, "die bestimmende Kraft in Deutschland zu sein".
(Quelle: afp)
DGB-Vorsitzender Sommer mahnt SPD zu Politik für 'die kleinen
Leute'
Mo.15.05.06 - Die Gewerkschaften haben die SPD gemahnt, auch in der großen
Koalition mit der Union "die kleinen Leute" im Blick zu behalten. Der
Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer,
kritisierte auf dem SPD-Sonderparteitag in Berlin die auf Vorschlag von
Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) beschlossene Anhebung des
gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre sowie Mängel beim
Kündigungsschutz.
"Was in Frankreich Unrecht ist, kann in Deutschland nicht Recht sein",
sagte Sommer mit Blick auf die erfolgreichen Proteste im Nachbarland
gegen einen weitgehenden Verzicht auf den Kündigungsschutz für
junge Arbeitnehmer.
Weiter kritisierte Sommer in seinem Grußwort den Ausbildungspakt
mit der Wirtschaft, "der zu weniger Ausbildungsplätzen geführt
hat" und die Verdrängung regulärer
Beschäftigungsverhältnisse durch immer mehr Minijobs.
Nachdrücklich bekräftigte der DGB-Chef die Forderung nach
einem Mindestlohn: "Dass Menschen von ihrer Arbeit nicht würdig
leben können, damit können wir uns nicht abfinden." Zur
Steuerdiskussion sagte er, die Unternehmensteuer dürfe nicht dazu
führen, "dass die Unternehmen schon wieder weniger Steuern zahlen
statt endlich ihren Beitrag zu leisten zur sozialen Gerechtigkeit in
diesem Land".
Mit Blick auf den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der
Länder forderte Sommer die SPD-Ministerpräsidenten und
Finanzminister in den Bundesländern auf, ihren Beitrag für
eine gerechte Lösung zu leisten. Der Konflikt müsse endlich zu
einem Ende gebracht werden.
Auch vor dem Tagungsgebäude demonstrierten Gewerkschafter zur
Unterstützung der streikenden Mitarbeiter des öffentlichen
Dienstes. Sommer begrüßte, dass der rheinland-pfälzische
Ministerpräsident Kurt Beck, der auf dem Parteitag zum neuen
SPD-Chef gewählt werden sollte, bei seiner Ankunft zu den
Demonstranten ging, wo er in solidarischer Weise mit ihnen gesprochen
habe.
(Quelle: afp)
ASG-Bundesvorstand entmachtet rebellische Landesverbände
Mo.15.05.06 - Wegen des Streits über die Fusion mit der Linkspartei entmachtet
die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) ihre beiden
rebellischen Landesverbände Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Einen entsprechenden Beschluss habe der Bundesvorstand getroffen, sagte
der WASG-Vorsitzende Klaus Ernst am Sonntag der Nachrichtenagentur AP.
Demnach werden die Landesvorstände sofort abgesetzt. Zwei
Landesbeauftragte sollen die Geschäfte weiterführen und die
Wahlanzeigen zurückziehen. «Damit ist ein Wahlantritt der
WASG in den jeweiligen Ländern nicht möglich», sagte
Ernst. Der Berliner Landesvorstand kündigte juristische Schritte
gegen seine Absetzung an.
Parteichef Ernst betonte, dass der Vorstand lediglich den Beschluss des
Parteitages umgesetzt habe. «Das ist die sanfteste Maßnahme,
die es gibt.» Der Vorstand ernannte demnach die
Bundestagsabgeordneten Hüseyin Aydin zum Beauftragten für
Berlin beziehungsweise Volker Schneider für Mecklenburg-Vorpommern.
Eine Spaltung der Landesverbände befürchtet Ernst nach
eigener Aussage nicht. Allerdings könnten sich einzelne Mitglieder
von der WASG abwenden. Rechtliche Probleme sehe der Bundesvorstand bei
seinem Vorgehen nicht.
Die Berliner Spitzenkandidatin Lucy Redler sagte, mit seinem
«rücksichtlosen Verhalten» bringe der Bundesvorstand
die Partei an den Rand der Spaltung. Nicht der Landesvorstand, sondern
der Bundesvorstand verstoße gegen das Grundsatzprogramm, in dem es
heiße, dass die WASG sich an keiner Regierung beteilige, die
Sozialkürzungen zulasse. «Wir werden diesen Beschluss nicht
akzeptieren und politisch und juristisch dagegen vorgehen», sagte
Redler der AP. Sie gehe davon aus, dass der Sonderlandesparteitag am
Dienstag den Kurs des Landesvorstands bestätige und ihm das
Vertrauen ausspreche. Darüber hinaus sei sicher, dass die
Maßnahmen vor Gericht keinen Bestand haben würden.
Laut Redler gibt es in der Satzung einen Passus, nach dem der
Bundesvorstand einen Landesvorstand absetzen und einen Kommissar
einsetzen kann, wenn der Landesvorstand erheblich gegen Grundsätze
der Partei verstößt. «Das ist aber nicht
gegeben.» Sie gehe weiter von einem eigenständigen
Wahlantritt zur Abgeordnetenhauswahl im September aus.
Unterdessen warb der Vorsitzende der Linkspartei von Sachsen-Anhalt,
Matthias Höhn, für die geplante Fusion mit der WASG. Dieses
Projekt berge die Chance, die politischen Kräfteverhältnisse
in Deutschland nachhaltig zu verändern und die kulturelle Kluft der
demokratischen Linken in Ost und West zu schließen, sagte
Höhn auf dem Landesparteitag der Linken am Samstag in Magdeburg.
Allerdings stünden die größten Schwierigkeiten auf dem
Weg zur gemeinsamen Linken noch bevor.
Erneut rief Höhn die Mitglieder seiner Partei zum
«unwiderruflichen Bruch mit dem Stalinismus und dem
Poststalinismus, mit den diktatorischen Zügen unserer gemeinsamen
Geschichte» auf. «Wer eine Kritik daran als unzulässig
erachtet, der hat bis heute nicht verstanden, warum die DDR
untergegangen ist», fügte er hinzu.
(Quelle: ap)