Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertneunundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Irakische Regierung soll am Samstag vorgestellt werden. Suche nach
verschlepptem Diplomaten. Prozess gegen Saddam Hussein vertagt
Do.18.05.06 - Das Ringen von schiitischen und sunnitischen Parteien um die Macht im
Irak ist offenbar beendet: Beide Seiten kündigten am Mittwoch an,
dass der designierte Ministerpräsident Nuri al-Maliki am kommenden
Samstag sein Kabinett vorstellen werde. Die Verfassung forderte eine
Regierungsbildung bis spätestens Montag.
Im Mittelpunkt des Streits der vergangenen Wochen stand die Kontrolle
über die Sicherheitskräfte. Die beiden Fraktionen der
arabischen Sunniten verlangten das Verteidigungsministerium für
sich. Im Gegenzug sollte die Vereinigte Irakische Allianz schiitischer
Parteien erneut das Innenministerium erhalten, das die Aufsicht
über die Polizei hat.
Polizei und Streitkräfte nahmen am Mittwoch die Suche nach einem
arabischen Diplomaten auf, der am Vorabend von bewaffneten Männern
in Bagdad verschleppt wurde. Bei dem Überfall im Stadtteil Mansur
wurde ein Wachmann getötet. Der Diplomat der Vereinigten
Arabischen Emirate, der 28-jährige Nadschi Raschid al Nuaimi,
wurde von den Tätern an einen unbekannten Ort gebracht.
«Unsere Suche nach den Kidnappern ist im Gange», sagte der
Polizeioffizier Ali Raschid. «Wir haben einige Spuren wie
Beschreibungen der Täter und ihrer Autos.» Die Behörden
gingen von einem politischen Motiv der Entführung aus und
führten die Ermittlungen mit hoher Priorität, sagte Raschid.
Der Bruder des Diplomaten erklärte sich in Dubai zur Zahlung von
Lösegeld bereit.
Seit dem Sturz von Saddam Hussein im April 2003 wurden bisher sieben
Mitarbeiter von arabischen Botschaften entführt. In mehreren
Fällen wollte die Terrororganisation Al Kaida im Irak auf diese
Weise die Unterstützung arabischer Staaten für die Regierung
in Bagdad untergraben. Im Juli vergangenen Jahres wurden zwei
algerische und ein ägyptischer Diplomat nach ihrer Entführung
getötet.
In Bagdad wurde der Prozess gegen Saddam Hussein auf Montag vertagt.
Der gestürzte Staatschef nahm am Mittwoch seinen Platz im
Gerichtssaal wieder ein, nachdem er am Vortag von der Verhandlung
ausgeschlossen worden war. Das Gericht hörte mehrere von der
Verteidigung benannte Zeugen. Der Vorsitzende Richter Rauf Abedl Rahman
nahm einen Antrag der Verteidigung an, Saddam Hussein und seinen
ehemaligen Geheimdienstchef Barsan Ibrahim als Zeugen zugunsten von
Mitangeklagten aussagen zu lassen. Die insgesamt acht Angeklagten
müssen sich wegen des Massakers von Dudschail verantworten, bei
dem 1982 148 Menschen getötet wurden. Beobachter erwarten ein
Urteil im August. Bei einem Schuldspruch droht den Angeklagten der Tod
durch Erhängen.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 18.05.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am dreihundertvierundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.18.05.05 - Furcht vor Religionskrieg - Ein schiitischer und zwei sunnitische
Geistliche umgebracht +++ Gefechte zwischen US-Truppen und
Aufständischen in Mossul +++ Studie aus den USA geht von
Zunahme des Widerstandes im Zweistromland
aus...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0505180.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Selbstmordanschlag auf Anti-Minen-Behörde der UN in Afghanistan
Do.18.05.06 - In Afghanistan ist ein Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoff
beladenen Auto in ein Fahrzeug der Anti-Minen-Behörde der Vereinten
Nationen (UN) gerast.
Bei dem Anschlag in der Nähe von Kandahar sei der Fahrer des
UN-Fahrzeugs leicht verletzt worden, sagte der örtliche Polizeichef
am Mittwoch. Der Attentäter starb. Die Polizei machte radikale
Taliban-Kämpfer für den Anschlag verantwortlich.
Das Attentat war das zweite innerhalb einer Woche auf ein Fahrzeug der
UN. Bei einem Anschlag im westlichen Herat starben am Freitag ein Fahrer
vom Kinderhilfswerk Unicef sowie ein afghanischer Arzt des deutschen
Malteser-Hilfsdienstes. Ein weiterer Unicef-Mitarbeiter wurde bei dem
Raketenangriff schwer verletzt.
Seit ihrem Sturz Ende 2001 kämpfen die Taliban gegen die von
westlichen Ländern gestützte Regierung in Kabul sowie die
ausländischen Soldaten der USA sowie weiterer Nato-Staaten,
darunter Deutschland. Immer wieder werden dabei auch internationale
Hilfsorganisationen angegriffen.
(Quelle: rtr)
Nahost-Konflikt
Hamas-Regierung stellt neue bewaffnete Einheit auf - Abbas beordert
Sicherheitskräfte in Städte des Gazastreifens
Do.18.05.06 - Gegen den Widerstand des palästinensischen Präsidenten Mahmud
Abbas hat die Hamas-Regierung am Mittwoch eine neue bewaffnete Einheit
aufgestellt. Die Truppe steht unter der Führung von Dschamal Abu
Samhadana, der von Israel mit Raketenangriffen der jüngsten
Vergangenheit in Verbindung gebracht wird. Die neue Einheit solle die
Sicherheit der Bürger schützen, sagte Innenminister Said Sijam.
Abbas hat unterdessen am Mittwochabend hunderte Sicherheitskräfte
in die größeren Orten des Gazastreifens beordert. Das
berichtete der israelische Rundfunk. Mit der Entscheidung des
Präsidenten dürften nach Einschätzungen von Beobachtern
die Spannungen zwischen Abbas und der Regierung noch größer
werden.
Iim Gazastreifen wurde am Mittwoch ein Hamas-Kämpfer aus einem
fahrenden Auto heraus erschossen. Einen ähnlichen Mordanschlag
hatte es am Vortag gegeben. Ein Sprecher des militärischen
Flügels der Hamas machte dafür Kräfte verantwortlich,
die einen Bürgerkrieg anzetteln wollten. In den vergangenen Wochen
kam es wiederholt zu Schießereien zwischen Hamas-Kämpfern
und militanten Mitgliedern der Fatah-Bewegung von Abbas.
Israel öffnete am Mittwoch den wichtigsten Frachtübergang zum
Gazastreifen. Der Übergang Karni war seit dem 4. April geschlossen
gewesen. Die Versorgung der Palästinenser im Gazastreifen
läuft zu einem großen Teil über Karni. Weil der
Übergang auch für die Exporte von zentraler Bedeutung ist,
bedeutet jeder Tag der Schließung für die
palästinensische Wirtschaft nach Schätzungen der Organisation
PalTrade einen Verlust von mindestens 1,5 Millionen Dollar.
In Nablus im Westjordanland wurden am Mittwoch bei einer israelischen
Razzia zwei Palästinenser erschossen, die der militanten
Organisation Islamischer Dschihad angehörten. Israelische Soldaten
umzingelten am Morgen das Gebäude mit den Kämpfern, was eine
mehrstündige Schießerei auslöste. Nach dem Abzug
schrieben Anwohner mit dem Blut der Getöteten die Parole
«Gott ist groß» auf die Hauswand. Der
palästinensische Unterhändler Sajeb Erekat verurteilte das
Vorgehen der israelischen Truppen. Ein Sprecher des Islamischen
Dschihads kündigte an, dass seine Organisation den Kampf gegen
Israel fortsetzen werde.
(Quellen: ap, dpa)
China fordert Hamas zur Anerkennung Israels auf
Do.18.05.06 - China hat die in den Palästinensergebieten regierende Hamas zu
einer Anerkennung Israels aufgefordert.
"Wir sind nicht unbedingt einverstanden mit den politischen Zielen der
Hamas, aber wir respektieren die demokratische Entscheidung des Volkes",
sagte ein hochrangiger Diplomat des chinesischen
Außenministeriums am Mittwoch in Peking. Auf dieser Grundlage
müsse man die Hamas-Regierung dazu bewegen, den Staat Israel
anzuerkennen, geschlossene Verträge einzuhalten und wieder
Friedensgespräche aufzunehmen, sagte Zhai Jun, Abteilungsleiter
für Westasien und Nordafrika im chinesischen Außenministerium.
Die Hamas hat sich der Zerstörung Israels verschrieben und wird
von den USA und der Europäischen Union (EU) als Terror-Organisation
eingestuft. Ende Januar gewann sie überraschend die
Parlamentswahl. Im März übernahm sie dann die
Regierungsgeschäfte von der bis dahin regierenden Fatah-Bewegung
des moderaten Präsidenten Mahmud Abbas. Westliche Regierungen
haben seitdem ihre Beziehungen und direkten Hilfszahlungen an die
Palästinenser heruntergefahren, weil sich die Hamas weiter
weigert, Israel anzuerkennen und der Gewalt abzuschwören.
(Quelle: rtr)
Deutsche Regierung beschließt umstrittenen Kongo-Einsatz
Do.18.05.06 - Das Regierung in Berlin hat mit der Beteiligung der Bundeswehr an der
Kongo-Mission der EU einen der wohl bisher gefährlichsten
Auslandseinsätze für deutsche Soldaten beschlossen. Die
Regierung stockte dafür in ihrem Beschluss vom Mittwoch die Zahl
der Soldaten von den bisher geplanten 500 auf 780 auf.
Damit stellt Deutschland fast die Hälfte der rund 1700 EU-Soldaten
aus 18 Ländern, die unter deutscher Militärführung die
seit langem ersten freien Wahlen im Kongo am 30. Juli absichern sollen.
Das deutsche Parlament soll am 1. Juni über den auf vier Monate
begrenzten Einsatz entscheiden, der aber laut Verteidigungsministerium
mit Vor- und Nachbereitung auch sieben Monate dauern kann. Der Einsatz
ist umstritten.
Für die Bundeswehr sei dies zwar kein Kampfeinsatz, aber auch
keinesfalls ein Routine-Einsatz, sagte ein Offizier der
Nachrichtenagentur dpa. Die Soldaten stellten sich auf erhebliche
Risiken ein. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte in
Berlin: «Wir haben ein Interesse daran, dass sich der Kongo in
eine stabile, friedliche, demokratische Entwicklung begibt.»
Afrika sei der Nachbarkontinent Europas. Vier Millionen Menschen seien
im Bürgerkrieg im Kongo ums Leben gekommen. Die Europäische
Union setzt darauf, dass es durch die Präsenz der EU-Truppen nicht
zur Gewalt unter rivalisierenden Gruppen während der Wahlen kommt.
Neben Deutschland trägt Frankreich die Hauptlast für die
Mission.
Neben den bisher geplanten 500 deutschen Kräften für die
mögliche Rettung etwa von Wahlbeobachtern im Großraum der
Hauptstadt Kinshasa will die Regierung weitere 280
Unterstützungskräfte im Bereich Sanität und Logistik zur
Verfügung stellen. Die Sicherheit und medizinische Versorgung der
deutschen Soldaten gebiete es, dass ausreichend Unterstützung
geleistet werde, sagte Jung. Am 29. Mai soll der Operationsplan für
den genauen Einsatz der deutschen Soldaten verabschiedet werden. Mitte
Juni wird der EU-Ministerrat endgültig über die Mission
entscheiden, die allein den deutschen Verteidigungsetat mit 56
Millionen Euro belasten wird. Entgegen ersten Überlegungen wird
kein deutsches Versorgungsschiff eingesetzt.
Der FDP-Politiker Wolfgang Gerhardt sagte der ARD: «Wir halten
das für eine der am schlechtesten, auch politisch, vorbereiteten
Missionen, die wir jemals erlebt haben.» Die Linksfraktion hat
bereit ein Nein angekündigt. Die Grünen plädieren dagegen
für eine Ausweitung des Mandats. Der Bundestag befasst sich an
diesem Freitag in erster Lesung mit dem Einsatz. Es ist der ersten
Auslandseinsatz unter der Amtsführung von Jung.
Die Lübecker CDU-Bundestagsabgeordnete Anke Eymer hat laut
«Lübecker Nachrichten» (Mittwoch) ihre Funktion als
Berichterstatterin im Auswärtigen Ausschuss für das
südlichen Afrika wegen des Kongo-Einsatzes niedergelegt. Die
Informationslage sei diffus, das deutsche Interesse an dem Einsatz
unklar.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, Ulrike
Merten (SPD), hält die Risiken des Einsatzes für
«beherrschbar». Die Soldaten der EU würden
zusätzlich zu den schon im Kongo stationierten 17 000 Soldaten der
UN-Friedenstruppe Monuc entsandt, sagte sie im RBB-Inforadio. Die
Bundeswehrsoldaten seien gut ausgebildet und ausgerüstet.
«Sie wissen, dass Einsätze, die außerhalb Deutschlands
stattfinden, nicht ungefährlich sind, sondern sie stellen sich auf
ein mögliches Risiko ein. Aber wir gehen davon aus, dass die
Risiken beherrschbar sind.»
(Quelle: dpa)
Stichwort: Kongo
Die Demokratische Republik Kongo ist eines der rohstoffreichsten
Länder Afrikas. Wegen Misswirtschaft, Korruption und
Bürgerkriegswirren seit der Unabhängigkeit von Belgien 1960
gehört das zentralafrikanische Land dennoch zu den ärmsten
Staaten der Welt. Der Osten des Landes wird nicht von der Regierung in
Kinshasa, sondern von verfeindeten Milizen kontrolliert.
1998 kam es zum Krieg, an dem sich mehrere Nachbarländer
beteiligten. Trotz eines Friedensabkommens von 2002 sterben weiterhin
bis zu 1200 Menschen täglich. Rund 18.000 Soldaten der UN-Mission
Monuc konnten die Gewalt in dem 2,3 Millionen Quadratkilometer
großen Land nicht stoppen.
Bei den Unruhen geht es um Konflikte zwischen den mehr als 200
rivalisierenden Stämmen, aber auch um die Rohstoffvorkommen an
Gold, Diamanten, Kupfer und Kobalt. Den 60 Millionen Kongolesen selbst
geht es wirtschaftlich schlecht, das Jahreseinkommen beträgt
weniger als 120 Dollar im Jahr.
Diktator Mobutu Sese Seko führte das Land bis zu seinem Sturz 1997
in den politischen und sozialen Bankrott. Nach dem Tod des
Präsidenten Laurent Kabila unternahm dessen Sohn und Nachfolger
Joseph Reformanstrengungen. Er setzte eine neue Verfassung in Kraft und
machte damit den Weg für demokratische Wahlen frei.
Quelle: dpa, 17.05.06
|
UN: Kongolesische Armee begeht schwere Menschenrechtsverletzungen
Do.18.05.06 - Die Sicherheitskräfte im Kongo haben sich nach UN-Angaben schwerer
Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht. Armee und Polizei
hätten im vergangenen Jahr vor allem im Osten des afrikanischen
Landes systematisch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung angewandt,
heißt es in einer Untersuchung der UN-Mission im Kongo (MONUC).
Wo die Armee militärisch gegen Milizen vorgegangen sei,
hätten die Bewohner der Region besonders gelitten. Es sei zu
Hinrichtungen und Folter gekommen. Außerdem sei sexuelle Gewalt
gegen Frauen und Mädchen noch immer weit verbreitet.
Der Kongo bereitet sich zur Zeit auf die ersten freien Wahlen seit gut
40 Jahren vor. Die UN-Mission, die über eine der größten
Luftflotten auf dem Kontinent verfügt, hat damit begonnen,
Wahlmaterialien auf dem Luftweg im Land zu verteilen. Kongo ist etwa so
groß wie Westeuropa, hat aber außerhalb der Hauptstadt
Kinshasa so gut wie keine geteerten Straßen.
(Quelle: dpa)
US-Senat billigt Grenzzaun zu Mexiko
Do.18.05.06 - Der US-Senat hat sich für den Bau eines rund 600 Kilometer langen,
dreifach befestigten Zauns an der Grenze zu Mexiko ausgesprochen. Auf
rund 800 weiteren Kilometern sollen Straßensperren errichtet
werden, wie die Senatoren mit 83 gegen 16 Stimmen am Mittwoch
beschlossen.
Mit 66 zu 33 Stimmen lehnte der Senat aber eine Vorlage ab, die
Millionen illegal Eingewanderten die Möglichkeit einer
Einbürgerung verwehrt hätte. Während der Debatte
forderten tausende Demonstranten in der Nähe des Capitols mehr
Rechte für Immigranten.
US-Präsident George W. Bush hat angekündigt, dem
Einwanderungsdruck aus Lateinamerika sogar mit militärischen
Mitteln begegnen zu wollen. Demnach sollen mehr als 6.000
Nationalgardisten die Grenzen im Süden der Vereinigten Staaten
sichern sollen. «Wir haben nicht mehr die volle Kontrolle
über die Grenze, und ich bin entschlossen, das zu
ändern», sagte Bush am Montagabend in einer Fernsehansprache.
(Quelle: ap)
Brasilien: Zahl der Toten bei Unruhen in Sao Paulo auf mehr als 130
gestiegen
Do.18.05.06 - Die schweren Unruhen in Sao Paulo haben mittlerweile mehr als 130
Menschen das Leben gekostet. Allein am Dienstag tötete die Polizei
mindestens 33 mutmaßliche Mitglieder der Gang PCC. Präsident
Luiz Inacio Lula da Silva bot die Entsendung von 4.000 Elitesoldaten in
die größte Stadt Südamerikas an. Gouverneur Claudio
Lembo lehnte das Angebot jedoch mit der Begründung ab, die Lage sei
unter Kontrolle. Alle 73 Häftlingsaufstände seien
niedergeschlagen.
Seit Freitag sind in der 18-Millionen-Stadt 133 Menschen getötet
worden - 40 Polizisten, 71 mutmaßliche Gangmitglieder, 18
Häftlinge sowie vier Zivilisten. Mindestens 115 Personen wurden
festgenommen. Auslöser der Gewalt war die Verlegung von mehreren
Häftlingen in ein Hochsicherheitsgefängnis, woraufhin es zu
Gefängnisrevolten kam und kriminelle Banden auf den Straßen
vor allem Polizisten angriffen. Die Angriffe sollen von
Bandenführern per Mobiltelefon angeordnet worden sein.
Die PCC wurde 1993 in einem Gefängnis von Sao Paulo gegründet
und ist in Drogen- und Waffenhandel, Entführungen und Erpressungen
verwickelt.
(Quelle: ap)
Europaparlament verabschiedet EU-Haushalt 2007-2013
Do.18.05.06 - Das Europaparlament hat am Mittwoch den neuen EU-Haushalt für 2007
bis 2013 verabschiedet. Die Abgeordneten sprachen sich mit 418 zu 187
Stimmen für den Budgetplan im Umfang von 864,4 Milliarden Euro aus.
Damit sei die Finanzierung der EU-Erweiterung gesichert, sagte der
österreichische Bundeskanzler und derzeitige EU-Ratsvorsitzende
Wolfgang Schüssel in Straßburg.
Der neue Haushaltsplan sieht für das kommende Jahr Ausgaben in
Gesamthöhe von 116,4 Milliarden Euro vor. Für das laufende
Jahr sind Ausgaben von rund 112 Milliarden Euro geplant. 2007 ist das
erste Jahr, in dem die neue Finanzplanung greift, auf die sich die
EU-Staats- und Regierungschefs nach langen Verhandlungen im Dezember
geeinigt hatten. Der Löwenanteil des Haushalts wird nach wie vor
für die Landwirtschaft ausgegeben. 2009 wollen die Mitgliedstaaten
aber überprüfen, inwieweit die Struktur des Budgets reformiert
werden könnte.
(Quelle: ap)
Energiepreise heizen Inflation in Euro-Zone im April an
Do.18.05.06 - Wegen gestiegener Energiepreise hat die Jahresteuerung in der Euro-Zone
im April wie von Volkswirten erwartet auf 2,4 Prozent zugelegt.
Auch die Inflation im Monatsvergleich fiel höher aus. Dies ergab
sich aus endgültigen Berechnungen des Europäischen
Statistikamts (Eurostat) vom Mittwoch. Für März hatte das Amt
eine Jahresteuerung von 2,2 Prozent errechnet. Die Europäische
Zentralbank (EZB) sieht bei einer Teuerung von knapp unter 2,0 Prozent
mittelfristig Preisstabilität gewährleistet.
Im Vormonatsvergleich lag die Entwicklung der Verbraucherpreise im
April mit einem Plus von 0,7 Prozent leicht über den
Expertenprognosen von 0,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der stark
schwankenden Kosten für Energie und Nahrungsmittel stiegen die
Preise zum Vormonat um 0,4 Prozent. Zum Vorjahr ergab sich ein Plus von
1,6 Prozent.
(Quelle: rtr)
Parlament in Paris billigt verschärftes Einwanderungsrecht
Do.18.05.06 - Die französische Nationalversammlung hat am Mittwoch eine
Verschärfung des Einwandererrechts gebilligt. Eine entsprechende
Vorlage von Innenminister Nicolas Sarkozy wurde mit 367 gegen 164
Stimmen angenommen. Ehe das Gesetz in Kraft tritt, muss es noch vom
Senat verabschiedet werden, der im Juni darüber entscheidet.
Künftig soll die Einwanderung nur noch für Personen mit
besonderen beruflichen Qualifikationen möglich sein. Bewerber mit
einem niedrigen Schulabschluss werden abgelehnt. Die zweite Reform des
Einwandererrechts innerhalb von drei Jahren ist vor allem bei Kirchen
und Menschenrechtsorganisationen auf Kritik gestoßen. Sarkozy
sagte dazu am Dienstagabend im Fernsehprogramm von France-2:
«Warum soll Frankreich das einzige Land in der Welt sein, das
nicht frei entscheiden kann, wer das Recht hat, zu uns zu kommen?»
(Quelle: ap)
Romano Prodi als neuer Regierungschef vereidigt
Do.18.05.06 - Mehr als fünf Wochen nach der Parlamentswahl in Italien ist Romano
Prodi am Mittwoch als neuer Minsterpräsident vereidigt worden. Vor
der Eidesleistung im Quirinalspalast in Rom stellte der linksgerichtete
Politiker und ehemalige EU-Kommissionspräsident sein Kabinett vor.
Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte Prodi erst am
Dienstagabend den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt.
Der 61. Nachkriegsregierung gehören zwei ehemalige Regierungschefs
an: Zum Außenminister ernannte Prodi den Exkommunisten Massimo
D'Alema. Der Sozialist Giuliano Amato ist neuer Innenminister. Das Amt
des Wirtschaftsministers übernimmt der renommierte Ökonom
Tommaso Padoa Schioppa, ein früheres Vorstandsmitglied der
Europäischen Zentralbank. Prodis enger Berater Arturo Parisi wurde
zum Verteidigungsminister ernannt.
«Das ist ein Team, das die gesamte Legislaturperiode
überstehen wird», sagte Prodi. «Es ist sehr
homogen.» Er habe den starken Wunsch nach Zusammenhalt und
Einigkeit im Land, fügte der 66-Jährige hinzu. Er wolle am
(morgigen) Donnerstag den Senat um seine Unterstützung bitten. Die
neue Regierung muss nun Vertrauensabstimmungen in beiden Kammern des
Parlaments gewinnen.
Prodis Mitte-links-Bündnis hatte die Parlamentswahl Anfang April
knapp gegen das Mitte-rechts-Bündnis des scheidenden
Regierungschefs Silvio Berlusconi gewonnen. Prodi stellte sein Kabinett
exakt zehn Jahre nach der Bildung seiner ersten Regierung am 17. Mai
1996 vor. Sie hielt bis zum Rückzug eines kommunistischen
Verbündeten 1998.
Da Prodis Bündnis im Senat nur über eine Mehrheit von zwei
Sitzen verfügt und sich aus einem breiten Spektrum zusammensetzt,
sind Beobachter skeptisch über die Erfolgsaussichten. Berlusconi
war fünf Jahre an der Macht - die längste Amtszeit einer
Regierung in Italien seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
(Quelle: ap)
50.000 Dänen protestieren gegen Anhebung des Rentenalters
Do.18.05.06 - Rund 50.000 Menschen haben in Kopenhagen gegen die Regierungspläne
zur Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre protestiert. Die
Demonstranten wandten sich auch gegen andere geplante Sozialreformen
wie die Kürzung von Stipendien. Die Protestaktion endete mit einer
Kundgebung vor dem dänischen Parlament. Dieses muss letztlich
über die Pläne der Mitte-rechts-Regierung von
Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen abstimmen. Auch in anderen
dänischen Städten fanden am Mittwoch Demonstrationen statt.
Die Regierung hält die Reform für notwendig, um angesichts
einer überalterten Bevölkerung die Renten zu sichern.
Kritiker sprechen von einem Ausverkauf des Sozialstaats.
(Quelle: ap)
Deutschland
Patientenverband stellt sich hinter Ärztestreik
Do.18.05.06 - Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten hat sich
hinter den andauernden Ärztestreik an den Universitätskliniken
gestellt. Der Verbandsvorsitzende Wolfram Candidus sagte am Mittwoch im
Westdeutschen Rundfunk: «Der Streik ist richtig.»
Katastrophal sei allerdings die Vorgehensweise, mit der die Patienten
in die Mühlsteine zwischen Politik und Ärzteschaft gerieten.
Candidus plädierte für ein Schlichtungsverfahren zur
Beilegung des Tarifkonflikts.
Dennoch dürfe der Geduldsfaden nicht reißen. Es habe in
diesem System leider zu dem Konflikt kommen müssen, dass Ärzte
sich intensiv gegen das seit 20 Jahren herrschende
ausschließliche Kostenmanagement wehrten. Dieses habe letztlich zu
Leistungskürzungen und auch Risiken für die Patienten und
Versicherten geführt, fügte der Verbandsvorsitzende hinzu. Und
außerdem hätten Patienten auch schon vor dem Streik leiden
müssen, weil Leistungen abgebaut und Kliniken geschlossen
würden.
Eine bessere Entlohnung der Ärzteschaft dürfe aber nicht
einfach über höhere Krankenkassenbeiträge zu Lasten der
Versicherten gehen. Sie müsse vor allem in den unteren
Einkommensgruppen der Klinikärzte an eine strukturelle
Veränderung gekoppelt werden. Dazu zähle eine bessere Nutzung
der vielfältigen Ressourcen wie Menschen, Einrichtungen und
Technik. Damit könnten Finanzmittel freigesetzt werden, die einer
besseren Entlohnung zugute kommen könnten.
(Quelle: ap)
Regelsatz für Sozialhilfe und ALG II künftig einheitlich 345
Euro
Do.18.05.06 - Der Regelsatz in der Sozialhilfe und beim Arbeitslosengeld II soll ab
kommendem Jahr im gesamten Bundesgebiet 345 Euro betragen. Dies ergebe
sich aus der Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)
2003, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im
Bundesarbeitsministerium, Franz Thönnes (SPD), am Mittwoch in
Berlin.
Bis zur nächsten Erhebung 2008 wird der Regelsatz dann
entsprechend der Rentenentwicklung angepasst. Bei der Sozialhilfe, von
der knapp 580 000 Menschen betroffen sind, können die Länder
wie bisher vom Regelsatz abweichen. So zahlte Bayern in einigen
Landkreisen 341 Euro.
Der durch die Stichprobe ermittelte Regelsatz ist auch
Referenzgröße für den Regelsatz des Arbeitslosengeldes
II. Die Bundesregierung hatte politisch bereits entschieden, die
bisherigen Regelsätze von 345 Euro im Westen und 331 Euro im Osten
einheitlich auf 345 Euro anzuheben. Kritiker hatten hingegen geraten,
zunächst die Stichprobe abzuwarten, da abweichende Ergebnisse
möglich seien. Die durch die statistische Probe ermittelte
Regelsatz habe 344,52 Euro ergeben, was aufgerundet exakt dem
beschlossenen Regelsatz entspreche, sagte Thönnes.
Für die Stichprobe waren bundesweit 53 400 Haushalte
ausgewählt worden, die beim Haushaltseinkommen zu den unteren 20
Prozent zählen. Bei dieser Gruppe mit einem Nettoeinkommen von
durchschnittlich 900 Euro wurde das Verbrauchsverhalten ermittelt. Jene
Ausgaben, die durch die Sozialhilfe übernommen werden, wurden
anteilig berechnet, so dass sich der Regelsatz von 345 Euro ergab.
(Quelle: ddp)
Föderalismusreform: Bedenken gegen Übertragung des
Strafvollzugs an Länder
Do.18.05.06 - Gegen die im Zuge der Föderalismusreform geplante Übertragung
des Strafvollzugs an die Länder haben Experten erhebliche Bedenken
vorgebracht. Der Leipziger Juraprofessor Manfred Seebode sagte bei der
gemeinsamen Anhörung von Bundestag und Bundessrat, Strafgesetz und
Strafvollzug gehörten zusammen.
Er warnte vor einer Zerstückelung des Strafrechts. Auch der Leiter
der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin, Klaus Lange-Lehngut, sprach
sich dezidiert gegen eine Verlagerung aus. «Die
Gesetzgebungskompetenz muss beim Bund bleiben.»
Die Gegner dieser Pläne wiesen darauf hin, dass eine
Übertragung des Strafvollzugs bislang nie ein Thema gewesen sei und
erst mit der Föderalismusdebatte aufgekommen sei. Für eine
Änderung gebe es keine sachliche Begründung. Das jetzige
Recht habe sich bewährt. Der Präsident des Landgerichts
Darmstadt, Thomas Aumüller, sprach sich für eine Verlagerung
aus. Im Vollzug der Länder säßen die Praktiker.
Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) will den Strafvollzug im
Rahmen der Föderalismusreform komplett in die Verantwortung der
Länder geben. «Die Ausführung, den Vollzug selbst, den
haben die Länder schon seit langem inne und sie finanzieren ihn
auch zur Gänze», sagte Merk am Mittwoch im Deutschlandfunk.
Es sei nur logisch, wenn die Länder auch die Gesetzgebungskompetenz
bekämen.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel
Höhn, hat die bei der Föderalismusreform vorgesehene
Zuständigkeit der Länder in Fragen des Umweltschutzes
kritisiert. «Jedes Bundesland hat eine andere Gesetzgebung»,
sagte Höhn am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Das sei sowohl
für den Umweltbereich als auch die Wirtschaft fatal. Unter den
Ländern werde es einen Wettlauf um den Abbau von Umweltstandards
geben.
(Quelle: dpa)
Friedensbewegung bereitet sich auf Bush-Besuch vor
Do.18.05.06 - Friedensinitiativen machen gegen den geplanten Besuch von
US-Präsident George W. Bush mobil. Vertreter verschiedener
Organisationen aus ganz Deutschland wollen sich am Samstag in Berlin
treffen, um über Aktionen im Zusammenhang mit dem für den 14.
Juli angekündigten Besuch des US-Präsidenten in Stralsund zu
beraten, wie ein Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag am
Mittwoch in Kassel sagte.
Für die Friedensinitiativen sei es immer eine besondere
Herausforderung, wenn Bush nach Deutschland komme, hieß es. Der
dritte Besuch des US-Präsidenten in Deutschland fällt aus
Sicht der Organisationen in eine Zeit «intensiver politischer und
militärischer Vorbereitung» eines Krieges gegen den Iran.
Daher müsse Bush, der auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) nach Stralsund kommen will, «die rote Karte
gezeigt» werden.
(Quelle: ddp)