Aktuelle Nachrichten
Irak am siebenhundertundelften Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Hochrangiger Mitarbeiter des irakischen Ölministeriums
entführt. Nach Sarkawi-Tod Fahrverbot im Raum Bagdad. Weiterhin
keine deutschen Soldaten im Irak
Sa.10.06.06 - In Bagdad ist ein hochrangiger Mitarbeiter des irakischen
Ölministeriums auf offener Straße verschleppt worden.
Wie die Polizei am Freitag in der irakischen Hauptstadt mitteilte,
wurde der für Ölprojekte zuständige Generaldirektor am
Vortag auf dem Weg zur Arbeit entführt. Er war in seinem Wagen in
dem sunnitischen Bezirk Adhamiya unterwegs, als die Bewaffneten das Auto
stoppten. Sie zerrten ihr Opfer aus dem Wagen, ließen aber den
Fahrer laufen. Die Entführung ereignete sich am selben Tag, an dem
die USA und die mit ihr verbündete irakische Regierung die
Tötung des Al-Kaida-Chefs im Irak, Abu Mussab al-Sarkaui, bekannt
gaben. Zugleich verhängten die Behörden am Freitag ein
mehrstündiges Fahrverbot über Bagdad, um Racheakte der
Al-Kaida während der Zeit der traditionellen Gebete an diesem
Wochentag zu verhindern.
Selbstmordattentäter hatten in der Vergangenheit mehrfach
schiitische Moscheen angegriffen und den Irak damit an den Rand eines
Bürgerkriegs gebracht. Neben Bagdad wurde auch über Bakuba ein
Fahrverbot verhängt. In der Nähe der Stadt in der
Großregion um Bagdad war Sarkaui bei einem US-Luftangriff am
Mittwoch getötet worden. Der irakische Ölminister Hussain
al-Schahristani hatte nach dem Tod des irakischen Staatsfeinds die
Hoffnung geäußert, dass sich die von zahlreichen
Sabotageakten beeinträchtigte Ölförderung nun wieder
stabilisieren werde.
Im Irak haben Aufständische und kriminelle Banden in den
vergangenen Jahren immer wieder Menschen verschleppt, um damit das Land
zu destabilisieren oder Lösegeld zu erpressen.
Neben Ausländern gerieten dabei auch immer wieder Verwaltungs- und
Regierungsbeamte in das Visier von Entführern, die mit Gewaltakten
die mit den USA verbündete Regierung treffen wollen. Das
Ölministerium gilt als eines der Schlüsselressorts für
den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Infolge des Irak-Krieges
von 2003 und zahlreicher Sabotageakte ist der Ölexport - einst eine
sprudelnde Einnahmequelle des Golfstaates - stark beeinträchtigt.
Der Aufstand im Irak wird hauptsächlich von Sunniten getragen, die
sich zusehends von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an den
Rand gedrängt fühlen. Unter dem gestürzten Machthaber
Saddam Hussein stellten Sunniten die Führungsschicht in Staat und
Gesellschaft, während Schiiten unterdrückt wurden.
Die deutsche Regierung hat einen Medienbericht zurückgewiesen,
wonach die USA unverändert auf ein militärisches Engagement
Deutschlands im Irak dringen. Es würden keine deutschen Soldaten
und Ausbilder im Irak eingesetzt, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas
Steg am Freitag in Berlin. Er fügte hinzu: «Daran wird sich
nichts ändern."
Die «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe) hatte berichtet,
der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe seinen
deutschen Amtskollegen Franz Josef Jung (CDU) gebeten, die Bundeswehr
möge sich in Bagdad an der Ausbildung irakischer Streitkräfte
beteiligen. Ein Sprecher des Verteidigungsministers bezeichnete den
Bericht als «falsch».
Die NATO hatte vor zwei Jahren Ausbildungshilfe für die irakischen
Streitkräfte beschlossen. Seither wurden 1000 Offiziere in Bagdad
geschult und weitere 500 in Europa, auch an der Hamburger
Führungsakademie der Bundeswehr. In den Vereinigten Arabischen
Emiraten trainieren deutsche Soldaten zudem irakische Pioniere.
(Quellen: rtr, ddp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 10.06.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am dreihundertsiebenundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fr.10.06.05 - EU-Gesandtschaft reist überraschend in den Irak +++ Autonomes
Kurdenparlament im Nordirak einigt sich auf Kurdenpolitiker Barsani als
Präsidenten +++ 'Auch Bush und Cheney stehen nicht über dem Gesetz':
Weil die US-Regierung mit falschen Begründungen in den Irak-Krieg
gezogen ist, fordert der ehemalige Präsidentschaftskandidat Ralph
Nader die Amtsenthebung +++ US-Heer kämpft mit Rekrutierungsproblemen:
Zahl der neuen Soldaten bleibt weit hinter Erwartungen zurück.
Skepsis wegen möglicher Einsätze in Irak und Afghanistan...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0506100.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Fast 30 Tote bei neuer Gewalt in Afghanistan
Sa.10.06.06 - Bei einer Reihe von blutigen Überfällen sind in Afghanistan
innerhalb von 24 Stunden fast 30 Menschen getötet worden. Unter
den Opfern sind auch zwei einheimische Mitarbeiter einer
Hilfsorganisation. Sie wurden in der nördlichen Provinz Balch von
mutmaßlichen Taliban-Kämpfern angegriffen, wie ein
Polizeisprecher am Freitag mitteilte. Ein dritter Mitarbeiter der
Organisation, die Bauern unterstützt, sei am Donnerstag verletzt
worden.
In der südlichen Provinz Urusgan griffen mutmaßliche Taliban
nach Militärangaben ebenfalls am Donnerstag einen Konvoi der
afghanischen Streitkräfte an. Bei dem anschließenden
dreistündigen Feuergefecht seien 13 Angreifer getötet worden.
In der Provinz Farah im Westen des Landes erschossen Bewaffnete aus
einem fahrenden Auto heraus den örtlichen Sicherheitschef. In der
Provinz Herat wurden ein ranghoher Polizist und seine drei
Leibwächter getötet, in der Provinz Paktia starben drei
afghanische Soldaten bei der Explosion einer Mine oder einer am
Straßenrand versteckten Bombe. Bei einem Feuergefecht in der
Provinz Kapisa nördlich der Hauptstadt Kabul wurden nach Angaben
des Verteidigungsministeriums drei mutmaßliche Extremisten
erschossen.
Die US-Streitkräfte ließen unterdessen 33 Afghanen frei, die
zum Teil 22 Monate lang auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram
festgehalten worden waren. Die Männer seien am Donnerstag
freigekommen, sagte ein Sprecher der Nationalen
Versöhnungskommission. Mehrere ehemalige Häftlinge
erklärten, die Streitkräfte hätten bei Protesten der
Gefängnisinsassen ein Gas eingesetzt, das Müdigkeit und
Atembeschwerden verursacht habe. Drei Gefangene hätten einmal
sogar medizinisch betreut werden müssen, sagte der Freigelassene
Abdul Rahman. Während seiner Haft sei er mit rund 20 weiteren
Männern in einem Käfig festgehalten worden. Die
US-Streitkräfte teilten im Februar mit, in Bagram seien rund 500
Verdächtige inhaftiert.
(Quelle: ap)
Atomkonflikt: Iran zu Gesprächen über Verhandlungsangebot
bereit
Sa.10.06.06 - Iran ist grundsätzlich zu Gesprächen über das
Verhandlungsangebot der Vetomächte und Deutschlands zur Lösung
des Atomstreits bereit. Der einflussreiche Ayatollah Ahmad Dschanati
bekräftige jedoch während des Freitagsgebets, dass sein Land
die Urananreicherung nicht stoppen werde. Die Suspendierung ist aber
Voraussetzung für Verhandlungen mit dem Iran. Bereits am
Donnerstag hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad einen Stopp
der Urananreicherung indirekt abgelehnt, sich aber gesprächsbereit
gezeigt.
Die deutsche Regierung hofft nach den Worten des Sprechers im
Auswärtigen Amt, Martin Jäger, auf eine positive Reaktion aus
Teheran. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana habe im Iran
deutlich gemacht, dass eine umfassende Kooperation angeboten werde, der
Eintritt in Verhandlungen aber an entsprechende Voraussetzungen gebunden
bleibe. Dazu gehöre, alle Anreicherungsaktivitäten zu
suspendieren. "Diese Erwartung bleibt selbstverständlich
bestehen", sagte Jäger.
Das Verhandlungspaket der Veto-Mächte und Deutschlands
ermöglicht dem Iran laut Solana die zivile Nutzung der Atomenergie
und den Zugang zu entsprechender Technologie. Es bietet zudem
wirtschaftliche Anreize, insbesondere im Energiesektor. Als
Gegenleistung muss der Iran die Urananreicherung aussetzen.
(Quelle: afp)
Im Nahen Osten droht wieder eine neue Welle der Gewalt
Sieben palästinensische Zivilisten bei israelischem Angriff
getötet. Militärischer Flügel der Hamas kündigt
Waffenruhe auf. Hamas-Sicherheitschef kommt bei israelischem
Luftangriff ums Leben
Sa.10.06.06 - Der militante Flügel der Hamas kündigte am Freitag die seit
Februar 2005 geltende Waffenruhe auf, nachdem israelische
Artilleriegranaten in eine palästinensische Familienfeier am
Strand eingeschlagen waren. Dabei wurden sieben Mitglieder einer
Familie getötet, darunter drei Kinder, von denen zwei jünger
als zwei Jahre waren. Mehr als 30 Personen wurden nach
palästinensischen Angaben verletzt.
«Das Beben in den zionistischen Städten wird wieder
beginnen», hieß es in einem Flugblatt, das die militante
Gruppe am Freitag auf einer Kundgebung in Gaza verteilte. «Die
Widerstandsgruppen werden den richtigen Ort und Zeitpunkt für die
harte, starke und beispiellose Antwort wählen.»
Der israelische Angriff war Teil eines umfassenderen
Artilleriebeschusses von möglichen palästinensischen
Stellungen, aus denen heraus Raketen auf Israel abgefeuert werden. Der
palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprach von einem
«blutigen Massaker». Er forderte die internationale
Staatengemeinschaft auf, der israelischen Offensive Einhalt zu
gebieten. Abbas rief eine dreitägige Trauerphase aus. Der
palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija sprach von
einem Kriegsverbrechen und forderte ein Ende der Auseinandersetzungen
zwischen seiner Hamas und der Fatah von Abbas.
Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev,
äußerte sein Bedauern. Der Tod Unschuldiger sei völlig
inakzeptabel, erklärte er. Der israelische Kommandeur Generalmajor
Joav Galant kündigte eine Untersuchung an.
Zur Beisetzung des am Donnerstagabend bei einem israelischen
Luftangriff getöteten Sicherheitschef der Hamas-Regierung,
Dschamal Abu Samhadana, kamen am Freitag zehntausende Menschen. Der
43-Jährige war Führer des Volkswiderstandskomitees und
zuletzt auch Sicherheitschef der Hamas-Regierung. Er stand auf Platz
zwei der von Israel gesuchten palästinensischen Extremisten und
galt als Drahtzieher zahlreicher Raketenangriffe. Die in dem Lager
versammelten Extremisten hätten einen groß angelegten
Angriff auf Israel geplant, erklärten die israelischen
Sicherheitskräfte.
Der Sprecher des von der Hamas geführten palästinensischen
Innenministeriums, Chaled Abu Hilal, sprach von einer «kriminellen
Ermordung». Alle Palästinenser hätten das Recht,
«mit allen Mitteln auf dieses hässliche Verbrechen zu
reagieren». Auch PRC-Sprecher Abu Abir kündigte Vergeltung
an: «Die Zionisten und Israelis haben mit der Ermordung von Abu
Samhadana die Tore der Hölle geöffnet.»
Wegen der innenpolitischen Entwicklungen sagte Abbas einen geplante
Besuch nach Indonesien ab, wie das Außenministerium in Jakarta am
Freitag mitteilte. Abbas sollte in zwei Wochen zu Gesprächen
über den Nahost-Friedensprozess in Indonesien eintreffen.
(Quelle: ap)
Hamas lehnt Referendum über Einigungsplan weiter ab
Sa.10.06.06 - Auch nach der Festlegung eines Termins bleibt die radikalislamische
Hamas bei ihrem Widerstand gegen das Referendum über den Plan zur
nationalen Einigung. "Wir brauchen kein Referendum", sagte
Ministerpräsident Ismail Hanija der israelischen Zeitung "Jediot
Ahronot. "Wir werden uns verständigen", fügte er hinzu. Die
Hamas tue alles, um den nationalen Dialog zwischen den rivalisierenden
Palästinenserorganisationen zum Erfolg zu führen.
Die Hamas und die Fatah von von Palästinenserpräsident Mahmud
Abbas ringen seit Wochen um die Macht in den Autonomiegebieten. Abbas
legte am Donnerstag den 31. Juli als Termin für den von ihm
vorgeschlagenen Volksentscheid fest.
Die Hamas lehnt den Plan ab, weil Israel damit implizit anerkannt
würde. Der Plan hat zum Ziel, einen unabhängigen
palästinensischen Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten
zu gründen. Zugleich wirft die Hamas Abbas vor, mit der Ausrufung
eines Referendums seine Kompetenzen zu überschreiten. Mit einem
Volksentscheid werde die gewählte Regierung umgangen. Umfragen
zufolge sind 80 Prozent der Palästinenser für den Plan zur
nationalen Einheit. Es wäre der erste Volksentscheid in der
Geschichte der Palästinenser.
(Quelle: afp)
Weltweit niedrigste Flüchtlingszahl seit 26 Jahren
Sa.10.06.06 - Die Zahl der Flüchtlinge hat weltweit den niedrigsten Stand seit
26 Jahren erreicht. Dies geht aus der am Freitag in Berlin
veröffentlichten Jahresstatistik des
UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) hervor. Danach stieg allerdings
die Gesamtzahl der schutzbedürftigen Menschen, für die UNHCR
zuständig ist, im vergangenen Jahr auf knapp 21 Millionen.
Diese Zunahme sei auf die wachsende Rolle des Kommissariats bei der
Unterstützung von Binnenvertriebenen zurückzuführen,
heißt es weiter. Binnenvertriebene sind Menschen, die innerhalb
ihres Heimatlandes fliehen mussten.
Der UNHCR-Bericht «2005 Global Refugee Trends» konstatiert:
Trotz Rückgangs der Zahl grenzüberschreitender
Flüchtlinge von 9,5 Millionen (2004) auf 8,4 Millionen im
vergangenen Jahr ist die Gesamtzahl der von UNHCR geschützten und
unterstützten Personen um 1,3 Millionen auf 20,8 Millionen
gestiegen. Der Anstieg liegt hauptsächlich an der
größeren Zahl von Menschen, die im eigenen Land in einer
flüchtlingsähnlichen Situation leben: 6,6 Millionen
Binnenvertriebene gegenüber 5,4 Millionen Ende 2004.
UN-Flüchtlingskommissar António Guterres erklärte:
«Im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni ist die gute
Nachricht: Die weltweiten Flüchtlingszahlen sind auf den
niedrigsten Stand seit 1980 zurückgegangen. Zudem weist das
vergangene Jahr die wenigsten neuen Massenfluchtbewegungen in
Nachbarländer seit 29 Jahren auf. Und seit 2002 konnten sechs
Millionen Flüchtlinge heimkehren.»
«Die schlechte Nachricht ist jedoch: Die internationale
Staatengemeinschaft ist noch weit davon entfernt, Millionen von
Binnenvertriebenen aus Notlagen wie in Darfur, in Uganda und in der
Demokratischen Republik Kongo zu befreien», fügte Guterres
hinzu. «Während wir in Liberia, der Russischen
Föderation, dem Balkan und anderorts Hunderttausende
Binnenvertriebene bei der Heimkehr unterstützt haben, leben noch
immer Millionen wie Flüchtlinge in den Grenzen ihres eigenen
Landes.»
Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge und Vertriebenen
bleibt in Entwicklungsländern, darunter Afghanen (2,9 Millionen),
Kolumbianer (2,5 Millionen), Iraker (1,8 Millionen), Sudanesen (1,6
Millionen) und Somalier (839.000). Afghanistan ist weiterhin
Hauptherkunftsland von Flüchtlingen (1,9 Millionen in 72
Asylländern). Allerdings fiel deren Gesamtzahl gegenüber 2004
um 21 Prozent.
UNHCR zählte 2005 weltweit insgesamt 668.000 Asylbewerber in 149
Staaten, zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten
Asylsuchenden wurden in Europa registriert (374.000). Es folgen Afrika
(125.000), die Asien-/Pazifik-Region (75.000) und Amerika (72.000).
(Quelle: ap)
Mehr unter:
http://www.unhcr.org/
EU stellt 18 Millionen Euro Finanzhilfe für Osttimor bereit
Sa.10.06.06 - Die EU-Kommission hat der von Unruhen erschütterten Republik
Osttimor 18 Millionen Euro für die wirtschaftliche und
demokratische Entwicklung des jungen Staates zugesichert. Ein
entsprechendes Abkommen wurde am Freitag im Beisein des osttimorischen
Ministerpräsidenten Mari Alkatiri unterzeichnet.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte in
Brüssel, Osttimor habe die «volle Unterstützung und
Solidarität» der EU.
In dem erst seit vier Jahren unabhängigen südostasiatischen
Land ist es in den vergangenen Wochen zu schweren Unruhen gekommen.
Auslöser war die Entlassung von 600 Soldaten, einem Drittel des
gesamten Heeres. Ende Mai eskalierte die Gewalt, binnen weniger Tage
kamen mindestens 30 Menschen ums Leben.
Die jetzt von der EU-Kommission für zwei Jahre bewilligten Mittel
sind für Entwicklungsprojekte auf dem Land und zur Stabilisierung
der staatlichen Institutionen vorgesehen. Für die Jahre 2008 bis
2013 hat die EU bereits 63 Millionen Euro Finanzhilfe für Osttimor
eingeplant.
(Quelle: ap)
Frankreich will EU-Erweiterung begrenzen
Sa.10.06.06 - Vor dem EU-Gipfel kommende Woche hat Frankreich eine klare Aussage zu
den Grenzen der Erweiterungsfähigkeit der Europäischen Union
gefordert. Der Gipfel in Brüssel müsse "die Kriterien der
Aufnahmekapazität der Union klar und deutlich darstellen", sagte
Chirac laut einem Sprecher in einem Telefonat mit dem
österreichischen Bundeskanzler und derzeitigen
EU-Ratspräsidenten Wolfgang Schüssel. Im Bemühen um einen
Beitritt zur EU im kommenden Jahr verabschiedete Bulgariens Regierung
einen Plan zum Kampf gegen Korruption und Kriminalität.
Paris will den Angaben zufolge finanzielle, institutionelle und
demokratische Bedingungen zur Aufnahme neuer Länder festlegen.
Großbritannien sieht den französischen Vorstoß kritisch
und will die Einführung neuer Bedingungen für die
Erweiterungskandidaten verhindern.
Nach der jüngsten Erweiterungsrunde auf 25 Staaten wurde Bulgarien
und Rumänien der EU-Beitritt für spätestens 2008
zugesagt. Verhandlungen gibt es zudem mit Kroatien und der Türkei.
Besonders für die künftigen Kandidaten will Paris erreichen,
dass zunächst der Reformprozess der europäischen Institutionen
abgeschlossen und die Frage der von den Franzosen und den Niederlanden
abgelehnten EU-Verfassung gelöst wird. Die EU-Staats- und
Regierungschefs treffen sich am kommenden Donnerstag und Freitag in
Brüssel.
In Bulgarien müssen Politiker dem Reformplan zufolge unter anderem
ihren Besitz im Internet offen legen, Parteien müssen dem Parlament
Rechenschaft über ihre Einnahmen geben und Grenzbeamte sollen
besser kontrolliert werden, wie Europaministerin Meglena Kuneva
mitteilte. Außerdem müssen Banken, Immobilienmakler, Notare
und Spielcasinos jeden Verdacht auf Geldwäche anzeigen.
Staatsanwaltschaft und Polizei sollen sich darauf konzentrieren, die
vielen Morde aufzuklären, die in den vergangenen Jahren im
kriminellen Milieu begangen wurden.
Außerdem sollen die Vertreiber von Sprengstoff und Wachfirmen,
die Waffen tragen dürfen, künftig besser überwacht
werden. Die Justizreform soll außerdem durch die Verabschiedung
eines neuen Strafgesetzbuches vorangebracht werden. Zudem sollen die
Zustände in Krankenhäusern, Waisenhäusern und
psychiatrischen Anstalten verbessert werden. Die EU will Ende September
darüber befinden, ob Bulgarien wie geplant zum 1. Januar 2007
aufgenommen wird oder ob die Entscheidung zunächst für ein
Jahr aufgeschoben wird.
(Quelle: afp)
Deutschland
Koalition über Afghanistan-Einsatz uneins
Sa.10.06.06 - In der großen Koalition bahnt sich ein Streit um den Einsatz der
Bundeswehr in Afghanistan an. Außen- und Verteidigungsexperten
der Union befürworten eine Zusammenlegung der Nato-Mission Isaf,
an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, mit dem von den USA
geführten Anti-Terror-Einsatz «Enduring Freedom».
«Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage spricht
viel dafür, die Mandate von Isaf und Enduring Freedom
zusammenzuführen», sagt der Vorsitzende des Auswärtigen
Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), der «Welt am
Sonntag».
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) lehnt dies
jedoch ab. Sie befürchtet, eine Annäherung könnte das
Leben deutscher Soldaten gefährden. «Wir sollten auch in
Zukunft Isaf und Enduring Freedom klar auseinander halten», sagte
sie der Zeitung. «Wer den Auftrag und die Zielsetzung dieser auch
in der Wahrnehmung der afghanischen Bevölkerung grundverschiedenen
Einsätze vermengt, riskiert, dass unsere Soldaten und zivilen
Helfer als Konfliktparteien wahrgenommen werden. Das erhöht die
Bedrohung für sie und erschwert ihren Auftrag»,
begründete sie ihre Haltung.
Beide Missionen arbeiten nach Informationen der «Welt am
Sonntag» schon jetzt stärker zusammen als bislang bekannt.
So werden bereits Verbindungsoffiziere in den beiden Hauptquartieren
ausgetauscht. Sie sollen verhindern, dass sich die Soldaten beider
Missionen in die Quere kommen, wenn der Nato-Einsatz nun in den
Süden des Landes ausgedehnt wird, wo bislang nur US-Soldaten
operieren.
(Quelle: ddp)
Noch kein Durchbruch bei Gesundheitsreform
Sa.10.06.06 - Bei der Gesundheitsreform hat die Koalition in den kommenden vier
Wochen noch eine harte Nuss zu knacken. Die Unterhändler meldeten
am Freitag zwar Fortschritte. Noch offen ist aber das Kernproblem, wie
die Finanzierung des Systems in Zukunft gesichert werden soll.
Diskutiert wird unter anderem ein Fondsmodell, dass Kritiker allerdings
für bürokratisch und unsozial halten. Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt bekräftigte, dass bis zur Sommerpause im Juli
Ergebnisse vorliegen sollen.
Dies sei die «einhellige Auffassung», sagte Schmidt nach
einem mehrstündigen Zwischenbericht der Arbeitsgruppe an die
Koalitionsspitzen am Vorabend. Bei den Beratungen über
Strukturfragen seien sich die Unterhändler «in vielen
Punkten sehr nahe» gekommen. Ziel sei, die medizinische
Versorgung zu sichern und dabei «die Taschen der Versicherten
nicht allzu sehr zu belasten». Einzelheiten wollte sie noch nicht
preisgeben.
Einigkeit herrsche aber beispielsweise darüber, dass alle im
Gesundheitswesen Beschäftigten eine angemessene Bezahlung bekommen
müssten. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang
Zöller kündigte «wichtige Veränderungen in der
Verbandslandschaft in Richtung mehr Effizienz» an, sowohl bei den
Kassenärzten als auch bei den Krankenkassen.
Die Arbeitsgruppe sei «nach wie vor voll im Zeitplan»,
sagte Zöller. Qualität gehe aber vor Schnelligkeit. Zur
Finanzierung sagte der CSU-Politiker, man sei «offen für
alle Lösungen», alle Modelle würden diskutiert. Kritik
am Fondsmodell auch aus der eigenen Partei hielt er entgegen, es komme
auf die Ausgestaltung an. Wenn die sinnvoll sei, werde sich auch eine
Mehrheit finden. Die CSU hat laut «Münchner Merkur»
inzwischen eine «gewisse Offenheit» für einen Fonds,
stellt aber Bedingungen: So dürfe keine neue große
Bundesbürokratie entstehen, die privaten Krankenversicherungen
dürften nicht einbezogen werden, und es dürfe keine weiteren
Steuererhöhungen in Gestalt eines «Gesundheitssoli»
geben.
«Wir reden über alles», betonte Schmidt. Es komme
darauf an, eine Mehrheitsentscheidung zu erreichen. Einig sei man sich
aber darüber, eine nachhaltige Lösung zu finden und
«nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner». Notfalls werde es
Übergangslösungen geben müssen. Die stellvertretende
SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Ferner sagte, es würden alle
denkbaren Modelle und Stellschrauben erörtert.
Ein Fondsmodell wäre ein Mix aus SPD-Bürgerversicherung und
Unions-Kopfpauschale: Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
sowie Steuergelder fließen in einen Topf, aus dem die Kassen eine
Pauschale pro Versichertem erhalten. Kritiker wie Krankenkassen,
Verbände und Gewerkschaften wenden ein, das Modell löse die
Probleme nicht und schaffe nur mehr Bürokratie.
Der DGB fürchtet «faule Kompromisse»:
Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte die Koalition auf,
«das Fondsmodell grundlegend zu überdenken», auf ein
Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge und auf pauschale Zuweisungen
an die Krankenkassen zu verzichten. Mit einem solchen Modell
würden künftige Belastungen einseitig auf die Versicherten
abgewälzt. Auch der Sozialverband Deutschland nannte eine
Fondslösung «völlig untauglich und unsozial».
Scharfe Kritik kam auch von den Oppositionsparteien.
Die Spitzenverbände der Krankenkassen rügten, die aktuellen
Reformvorschläge verbesserten weder die Qualität noch die
Wirtschaftlichkeit der Versorgung und führten auch nicht zu
höheren Einnahmen.
(Quelle: ap)
Sozialverband lehnt Gesundheitsfonds entschieden ab
Sa.10.06.06 - Der Sozialverband Deutschland hat sich vehement gegen die
Einführung einer Fondslösung im Gesundheitswesen
ausgesprochen. Diese sei «völlig untauglich und
unsozial», erklärte der Verband am Freitag in Berlin.
Künftige Kostenrisiken würden einseitig auf die Arbeitnehmer
abgewälzt, strukturelle Probleme nicht gelöst und ein hoher
bürokratische Aufwand betrieben. Mit einem Gesundheitsfonds
rücke die Koalition von dem Grundsatz ab, dass jeder seinem
Einkommen entsprechend zur Krankenversicherung betrage.
«Diese Abkehr von einer solidarischen Krankenversicherung halten
wir für grundfalsch», erklärte der Sozialverband.
Ähnliche Bedenken gegen den Gesundheitsfonds hat auch der Deutsche
Gewerkschaftsbund geäußert.
Heftige Kritik an den Verhandlungen der großen Koalition
über eine Gesundheitsreform äußerten die
Oppositionsparteien. Für die Grünen erklärte die
Abgeordnete Biggi Bender, die Unterhändler seien noch keinen
Schritt weiter gekommen. Für die Versicherten verheiße das
nichts Gutes. Bender äußerte die Sorge, die Koalition werde
in einer «Verzweiflungsoperation» den Versicherten tief in
die Tasche greifen, weil sie sich nicht auf ein Reformkonzept einigen
könne.
Der FDP-Abgeordnete Daniel Bahr warf der Koalition vor,
Kassensozialismus zu betreiben. Wettbewerb sehe anders aus. Der
Koalition fehle Kraft für eine wirkliche Reform. «Dieser
Kompromiss wird teuer für die Bürger».
(Quelle: ap)
Kritik an Becks Äußerungen zu Leistungsmissbrauch
Sa.10.06.06 - Die Kritik von SPD-Chef Kurt Beck am Missbrauch sozialer Leistungen ist
auch in den eigenen Reihen auf Widerspruch gestoßen. «Die
pauschale Verunglimpfung von Arbeitslosen ist unangemessen», sagte
der Vorsitzende der Jungsozialisten, Björn Böhning, der
«Berliner Zeitung».
Man dürfe die handwerklichen Fehler, die die Politik zu
verantworten habe, nicht den Sozialleistungsempfängern in die
Schuhe schieben. Auch könne keine Rede davon sein, dass es heute
mehr Leistungsmissbrauch gebe als vor fünfzig Jahren.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen
Rüttgers (CDU) sagte der «Welt» (Freitag), nicht die
Höhe des Regelsatzes sozialer Leistungen sei problematisch, sondern
die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten. «Dann kommt am
Schluss raus, dass auch diejenigen, die nun wahrlich nicht viel Geld
haben, die auch nicht durch Hartz IV viel Geld haben, sich immer des
Vorwurfs erwehren müssen, sie seien Abzocker, was nicht
stimmt», sagte Rüttgers in der «Welt.»
Beck hatte von Sozialleistungsempfängern mehr Anstand angemahnt.
«Man muss nicht alles rausholen, was geht», hatte der
SPD-Vorsitzende in einem Interview gesagt.
(Quelle: dpa)
Pleitewelle bei Unternehmen ebbt ab - Zahl der Verbraucherinsolvenzen
dramatisch gestiegen
Sa.10.06.06 - Die Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal
2006 weiter abgeflacht. Die Zahl Verbraucherinsolvenzen stieg dagegen
dramatisch an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch
wurden 8.410 Firmenzusammenbrüche gemeldet, 8,4 Prozent weniger als
im Vorjahreszeitraum. Damit habe sich der seit Anfang 2005 zu
beobachtende Trend rückläufiger Unternehmensinsolvenzen
fortgesetzt. Die Zahl der Verbraucherpleiten stieg dagegen deutlich um
50,2 Prozent auf 21.729 Fälle.
Einschließlich der Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern
und Nachlässen stieg die Gesamtzahl der Insolvenzen von Januar bis
März um 23,2 Prozent auf 38.128. Die offenen Forderungen wurden mit
8,1 Milliarden Euro beziffert, nach 8,8 Milliarden im Vorjahr. Rund 60
Prozent aller Forderungen betrafen Unternehmen.
Im März verringerte sich die Zahl der Firmenzusammenbrüche
den Angaben zufolge um 9,7 Prozent auf 3.067 Fälle, die
Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um 24,3 Prozent auf 14.016.
Diese Entwicklung wird nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform auch im Gesamtjahr anhalten. Die Zahl der
Unternehmenszusammenbrüche könne auf bis zu 36.000 sinken,
prognostizierten die Experten in der Vergangenheit. Die Zahl der
Bundesbürger, die ihren persönlichen Offenbarungseid leisten,
könnte dagegen auf bis zu 110.000 steigen.
(Quelle: ap)
Wissenschaft / Medizin
Weltweit erster Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs
Sa.10.06.06 - Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die weltweit erste Zulassung
für einen Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs erteilt. Das
Präparat Gardasil des US-Pharmakonzerns Merck soll Infektionen mit
so genannten Papillomviren verhindern, die als wichtigste Auslöser
des Zervixkarzinoms gelten.
Die weit verbreiteten Viren werden beim Sex übertragen. Weltweit
ist Gebärmutterhalskrebs mit rund einer halben Million Fälle
das zweithäufigste Karzinom bei Frauen, wie die FDA in Rockville
(US-Staat Maryland) mitteilte.
In der EU ist die Zulassung des Impfstoffs nach Auskunft des
europäischen Merck-Partners Sanofi Pasteur MSD (Leimen) beantragt.
Außerdem befindet sich der Konkurrenzimpfstoff Cervarix des
Herstellers GlaxoSmithKline im europäischen und US-
Zulassungsverfahren.
(Quelle: dpa)