Aktuelle Nachrichten
Irak am siebenhundertfünfundzwanzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Fünf US-Soldaten bei Anschlägen und Kämpfen
getötet. Australische Soldaten erschiessen einen Leibwächter
des irakischen Handelsministers
Fr.23.06.06 - Bei Anschlägen und Gefechten sind im Irak in den vergangenen zwei
Tagen fünf US-Soldaten getötet worden.
Wie das US-Militär am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der
schwerste Anschlag bereits am Dienstag in der westlichen Provinz Anbar,
einer Hochburg der sunnitischen Aufständischen. Drei US-Soldaten
kamen ums Leben, als eine Bombe neben ihrem Fahrzeug detonierte. In der
selben Region wurde ebenfalls am Dienstag bei einem Gefecht ein weiterer
US-Soldat getötet. Ein fünfter US-Soldat starb am Mittwoch bei
einem Anschlag südlich von Bagdad.
Unterdessen berichtigte das Ministerium für Industrie und
Rohstoffe frühere Angaben der Polizei über die angebliche
Entführung von 80 Mitarbeitern der Behörde. "Nur 30
Angestellte wurden verschleppt, von denen 25 noch am selben Tag wieder
freigelassen wurden", sagte ein Vertreter des Ministeriums der
Nachrichtenagentur Reuters. Die übrigen fünf seien noch in der
Gewalt der Geiselnehmer.
Seit dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten in den Irak
greifen Aufständische die ausländischen Truppen immer wieder
an, um die Moral innerhalb der Streitkräfte und die
Unterstützung für den Irak-Einsatz in der US-Bevölkerung
zu schwächen. Daneben sind auch Mitarbeiter der neuen irakischen
Regierung im Visier der Rebellen, die damit den Wiederaufbau des Landes
erschweren wollen.
Der Mudschahedin-Schura-Rat bekräftigte derweil in einer
Videobotschaft seinen Beschluss, vier entführte russische
Botschaftsmitarbeiter zu töten. Russland habe nicht wie gefordert
seine Truppen aus Tschetschenien abgezogen, hieß es in der
Erklärung des Bündnisses aus sieben
Aufständischen-Gruppen, darunter Al Kaida im Irak. Die russische
Regierung trat nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit den
Entführern, um das Leben der am 3. Juni Verschleppten zu retten.
Australische Soldaten töteten bei einer Schießerei in Bagdad
einen Leibwächter des irakischen Handelsministers. Insgesamt wurden
zwei Menschen erschossen und drei weitere verletzt, wie ein Beamter
mitteilte. Die Schießerei habe sich auf dem Parkplatz des
Ministeriums ereignet, die Opfer seien von Sicherheitskräften
getroffen worden, die den australischen Botschafter schützten.
Handelsminister Abdul Falah al Sudani forderte die Aussetzung aller
Handelsbeziehungen mit Australien, bis die Familien der Opfer eine
Entschädigungszahlung erhalten hätten.
(Quellen: rtr, ap)
Leben als Zielscheibe
Dokument: Memorandum der US-Botschaft in Bagdad an die
US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington. Ein brisantes
Schriftstück gibt Auskunft über den Alltag im besetzten
Irak... Mehr in der Tageszeitung 'junge Welt' vom 23.06.06:
http://www.jungewelt.de/2006/06-23/005.php
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 23.06.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am dreihundertundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.23.06.05 - Internationale Gemeinschaft sagt Irak Hilfen zu +++ Im Juni mehr
Amerikaner Opfer von Anschlägen im Irak als je zuvor. Zahl der im
Irak getöteten US-Soldaten steigt auf 1.727 +++ Neunzehn Tote bei
Anschlägen in Bagdad +++ Hilfsorganisationen: Tausende in Karabilah ohne Wasser, Strom und
Lebensmittel. Verletzte ohne Versorgung +++ Deutscher Major nach Befehlsverweigerung wegen Irak-Kriegs
freigesprochen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0506230.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Afghanistan: Karsai fordert andere Strategie im Kampf gegen Terror
Fr.23.06.06 - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die internationale
Gemeinschaft am Donnerstag eindringlich gemahnt, die Strategie im Kampf
gegen den Terror zu ändern. Hunderte Tote bei den Kämpfen in
Südafghanistan seien «nicht akzeptabel», erklärte
Karsai. Der Kampf gegen die militanten Islamisten ziele nicht auf die
Wurzeln des Terrorismus. Den Terroristen müsse die finanzielle
Unterstützung, ihre Ausbildung, Ausrüstung und ihre Motivation
genommen werden, forderte Karsai.
Die von den USA geführten Koalitionstruppen in Afghanistan haben
mit einer Offensive in vier südlichen Provinzen begonnen, um die
dort in jüngster Zeit wieder sehr aktiven Taliban
zurückzudrängen. Seit Mai wurden bei Gefechten schon mehr als
600 Menschen getötet, darunter viele Kämpfer der Taliban.
Diese Kämpfe an sich seien inakzeptabel, erklärte Karsai.
«Selbst wenn sie Taliban sind, so sind sie doch Söhne dieses
Landes.» Karsai betonte, die internationale Gemeinschaft habe dem
Land in vielen Bereichen geholfen. In vielen leider aber auch nicht. Das
sei der Grund für die Unzufriedenheit in Afghanistan.
Als «Feind des Volkes» bezeichnete Karsai den Vizechef des
Terrornetzwerks Al Kaida, Ajman al Sawahri, der die afghanische
Bevölkerung in einer neuen Videobotschaft zum Widerstand gegen die
US-geführten Koalitionstruppen aufgerufen hat. Das auf einer
islamistischen Web-Site verbreitete Video ist bereits das sechste von Al
Sawahri in diesem Jahr.
Der Stellvertreter von Osama bin Laden erklärt darin, seine
Botschaft richte sich vor allem an die Einwohner von Kabul. Alle
Afghanen sollten sich den «ungläubigen Truppen, die in
islamische Länder eindringen», entgegenstellen. Die Menschen
in Kabul seien Zeuge eines neuen Verbrechens der US-Streitkräfte
gegen das afghanische Volk geworden. Der Sprecher bezieht sich dabei
augenscheinlich auf die Unruhen Ende Mai in Kabul, die durch einen von
den US-Truppen verursachten Verkehrsunfall ausgelöst worden waren.
Bei Kämpfen im Osten Afghanistans wurden wieder vier US-Soldaten
getötet, wie die US-Streitkräfte mitteilten.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israel will Luftangriffe auf Extremisten nicht einstellen
Fr.23.06.06 - Ungeachtet aller internationalen Kritik will Israel seine gezielten
Luftangriffe auf mutmaßliche palästinensische Extremisten
fortsetzen. Man gebe sich größte Mühe zu verhindern,
dass Zivilpersonen in Mitleidenschaft gezogen würden, sagte
Luftwaffenchef Elieser Schakedi am Donnerstag im israelischen
Armeerundfunk. Aber «wir müssen den Terrorismus
bekämpfen, und genau das tun wir.» Am Dienstag und Mittwoch
waren den Angriffen im Gazastreifen fünf Zivilpersonen zum Opfer
gefallen, darunter drei Kinder.
Die gezielten Attacken aus der Luft seien die beste Alternative zu
einer groß angelegten Bodenoffensive, sagte Schakedi. Auch seien
sie im Großen und Ganzen sehr akkurat. Bei den letzten beiden
Angriffen verfehlten die Geschosse allerdings ihr Ziel. Am Mittwoch
detonierte eine Rakete in einem Wohnhaus und tötete einen Mann
sowie eine schwangere Frau. 13 weitere Menschen, darunter fünf
Kinder wurden verletzt. Die Opfer eines Luftangriffs am Dienstag waren
zwei fünfjährige Kinder und ein 16 Jahre alter Jugendlicher.
UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte Israel auf, die gezielten
Attacken gegen Palästinenser einzustellen. Die Regierung in
Jerusalem müsse sicherstellen, dass ihre Aktionen
«angemessen» seien und dadurch keine Zivilpersonen
gefährdet würden. Zugleich müssten aber auch die
Raketenangriffe von Palästinensern auf israelisches Territorium
aufhören.
Der Leiter der politischen UN-Abteilung, Untergeneralsekretär
Ibrahim Gambari, erklärte, im vergangenen Monat seien dem
israelisch-palästinensischen Konflikt 49 Palästinenser zum
Opfer gefallen, 259 weitere seien verletzt worden. Im selben Zeitraum
sei ein Israeli getötet worden, 18 weitere hätten Verletzungen
erlitten. Die Vereinten Nationen hätten 176 Raketenangriffe
militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen registriert.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und der
palästinensische Präsident Mahmud Abbas kamen unterdessen am
Donnerstag kurz am Rande einer internationalen Konferenz in der
historischen jordanischen Stadt Petra zusammen. Ein ausführliches
Treffen sei in den kommenden Wochen möglich, erklärte Olmert
anschließend. «Ich glaube, Abu Masen ist eine aufrichtige
Person mit guten Absichten», sagte Olmert, wobei er den Namen
benutzte, unter dem Abbas vor allem bekannt ist. «Aber so weit ich
weiß, ist er nicht der Ministerpräsident der
palästinensischen Autonomiebehörde.» Die
palästinensische Regierung werde «von einer Gruppe von
Terroristen kontrolliert», die von «der ganzen Welt
boykottiert wird», sagte Olmert.
(Quelle: ap)
Olmert und Abbas wollen Friedensprozess wiederbeleben
Fr.23.06.06 - Im Bemühen um eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses hat
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert zum ersten Mal seit seinem
Amtsantritt Gespräche mit Palästinenserpräsident Mahmud
Abbas geführt. Auf Einladung von Jordaniens König Abdullah
II. trafen sich die beiden Politiker zu einem Frühstück in
der Felsenstadt Petra. Olmert kündigte nach dem Treffen an, er
werde "alles für den Frieden tun". Nach Angaben von Abbas'
Sprecher Nabil Abu Rudeina wollen beide Politiker in den nächsten
beiden Wochen zu einem formellen Gipfel zusammentreffen.
Abbas sagte nach dem Treffen, er habe mit Olmert über
"verschiedene allgemeine Angelegenheiten" gesprochen. Olmert
erklärte, seine Regierung sei zur Verwirklichung des Friedens zu
"Kompromissen" und zum "Abzug aus bestimmten Gebieten" bereit. Um
künftigen Gesprächen zum Erfolg verhelfen zu können,
müsse die Palästinenserregierung allerdings terroristische
Gruppen entwaffen, bestehende Verträge erfüllen und Israel
formal anerkennen. Beide Politiker kündigten weitere Treffen an.
Abbas und Olmert hatten sich in der Vergangenheit mehrfach getroffen;
seit ihrem Amtsantritt fand jeodch keine Begegnung mehr statt. Abbas
kam im Januar 2005 ins Amt, Olmert ein Jahr später. In Petra
findet derzeit ein hochrangig besetztes Treffen von
Nobelpreisträgern statt, bei dem über Möglichkeiten der
Lösung internationaler Konflikte diskutiert wird. Israel hat seit
dem Amtsantritt der Hamas-Regierung seine direkten Regierungskontakte
mit den Palästinensern auf Abbas beschränkt.
Abbas will am Freitag an Gesprächen wichtiger
Palästinensergruppen in Gaza teilnehmen. Gruppierungen seiner
Fatah-Organisation und der Hamas beraten dort über die angespannte
Lage in den Autonomiegebieten. Fatah und Hamas streiten vor allem auch
über ein von Abbas geplantes Referendum über eine
Zwei-Staaten-Lösung mit Israel.
(Quelle: afp)
NATO-Manöver auf den Kapverdischen Inseln
Test für neue Eingreiftruppe der Allianz
Fr.23.06.06 - Mit einem Scheinangriff auf die Kapverden-Insel Sao Vicente will die
NATO die Einsatzfähigkeit ihrer neuen Eingreiftruppe testen. 7.800
Soldaten der Nato Response Force (NRF) sind seit Ende Mai auf den
Kapverdischen Inseln im Einsatz, um die Übung «Standhafter
Jaguar» vorzubereiten. Mit der Landung von Amphibien-Fahrzeugen
auf Sao Vicente erreichte das Manöver am Donnerstag seinen
Höhepunkt. Es handelt sich um das erste des
Verteidigungsbündnisses auf afrikanischem Boden.
Die NRF soll bis zum NATO-Gipfel Ende November volle
Einsatzfähigkeit erreichen. Die Truppe mit rund 25.000 Soldaten
soll binnen fünf Tagen marschbereit sein und weltweit tätig
werden können. Mit der Übung auf den kargen Kapverdischen
Inseln soll die NRF nach Angaben aus Militärkreisen auf Aktionen in
einem entsagungsreichen Umfeld außerhalb Europas vorbereitet
werden.
Das Szenario ist ein Konflikt zwischen vier verschiedenen
Bevölkerungsgruppen, die sich Gefechte um Bodenschätze und
andere Ressourcen liefern. Die NATO-Soldaten, darunter 2.000 Deutsche,
sollen diese Kämpfe stoppen. Geplant ist außerdem eine
Übung zur Evakuierung von Zivilisten nach einem fiktiven
Vulkanausbruch.
NATO-Vertreter sprachen von einem reinen Planspiel. Ein Zusammenhang
mit Überlegungen, die NATO zum Schutz von Rohstoffreserven in
Westafrika einzusetzen, bestehe nicht. Der NATO-Oberbefehlshaber
für Europa, General James Jones, hatte Ende April gefordert, die
Allianz müsse verstärkt die Transportwege von Öl und Gas
sichern. Als Beispiel nannte er das nigerianische Niger-Delta, wo
bewaffnete Gruppen wiederholt Produktionsanlagen und Tanker der
Ölindustrie überfallen haben.
Die Übung sollte ursprünglich in Mauretanien stattfinden, was
das NATO-Mitglied Frankreich jedoch ablehnte. Die Regierung der
Kapverden erhofft sich von ihrer Gastgeber-Rolle eine Annäherung an
das Verteidigungsbündnis.
(Quelle: ap)
Nato übt weltweite Intervention
Sicherung von Energiequellen steht im Mittelpunkt der Nato-Diskussionen
um schnelles Eingreifen in Afrika. Großmanöver auf den
Kapverden übt unter anderem Verhalten bei Ressourcenkonflikten.
Ende 2006 ist die Nato-Truppe NRF voll einsatzbereit... Mehr in der taz
vom 22.06.06:
http://www.taz.de/pt/2006/06/22/a0092.1/text
Nukleardoktrin für Europa
Die EU tritt weltpolitisch zunehmend in Konkurrenz zu den USA und
rüstet ideologisch wie militärisch auf. In den Think-tanks
und Planungszentren werden bereits Einsatzpläne für
Atomwaffen ausgeheckt... Mehr in der Tageszeitung 'junge Welt' vom
24.06.06:
http://www.jungewelt.de/2006/06-24/043.php
Deutschland
SPD erwartet bei Föderalismus noch Änderungen
Fr.23.06.06 - Die SPD geht davon aus, dass es bei der Föderalismusreform vor
allem in drei Punkten noch Korrekturen am ursprünglichen Entwurf
geben wird. Neben erweiterten Kooperationsrechten für den Bund im
Hochschulbereich nannte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Olaf
Scholz in Berlin den Umweltbereich und die Neufassung des Artikel 104a,
der zusätzliche Zustimmungsrechte des Bundesrats schafft. "Es
zeichnet sich ab, dass es substanzielle Fortschritte gibt", sagte
Scholz. Die Länderchefs beraten heute in Berlin mit Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) über Änderungen an der geplanten Reform.
Zum umstrittenen Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im
Bildungsbereich sagte Scholz, dieses werde sich im Bereich Wissenschaft
und Forschung "nicht so entwickeln, wie dies einmal geplant war". Auch
im Umweltbereich würden Bund-Länder-Kompetenzen noch einmal
neu austariert. Damit würde es dort leichter möglich sein, in
den nächsten Jahren das geplante Umweltgesetzbuch
zustandezubringen. "Das Ergebnis wird besser sein", sagte der
SPD-Politiker.
Beim Artikel 104 geht es um einen neu formulierten Passus, wonach
Gesetze grundsätzlich der Zustimmung der Länder im Bundesrat
bedürfen sollen, "wenn sie Pflichten der Länder zur Erbringung
von Geldleistungen oder geldwerten Sachleistungen gegenüber Dritten
begründen". Bislang gilt dies nur für Gesetze, bei denen die
Länder mindestens ein Viertel der Ausgaben tragen. Kritiker
befürchten durch die Neuregelung ausufernde neue
Zustimmungsansprüche des Bundesrats. In diesem Punkt soll laut
Scholz nun mehr Klarheit geschaffen werden, um "Missverständnisse"
zu vermeiden. Neben den genannten drei Bereichen, gebe es noch einige
kleinere Punkte, bei denen ebenfalls noch Beratungsbedarf bestehe.
Scholz äußerte sich optimistisch, dass noch offene Fragen in
den kommenden Tagen geklärt würden. Durch die nun geplanten
Änderungen sei "die Reform aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion
substanziell besser geworden". Als entscheidend für die Ebene der
Parteien gilt die Koalitionsrunde am kommenden Sonntag. Daneben solle es
auch noch Gespräche mit der FDP geben, deren Unterstützung die
große Koalition im Bundesrat benötigen könnte. Scholz
bekräftigte, der Bundestag solle die Reform am 30. Juni
verabschieden, der Bundesrat dann am 7. Juli.
(Quelle: afp)
In Ostdeutschland sinkt Erwerbstätigenzahl noch immer stärker
Fr.23.06.06 - In Ostdeutschland geht die Zahl der Arbeitsplätze noch immer
stärker zurück als im Westen.
In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres lag die
Erwerbstätigenzahl in den fünf Ost-Ländern ohne Berlin
mit fast 5,5 Millionen um 0,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr, wie
das statistische Landesamt Hessen am Donnerstag zu den Ergebnissen des
Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der
Länder mitteilte. "Im Vergleich zu den Vorquartalen hat sich der
Stellenabbau in Ostdeutschland allerdings deutlich abgeschwächt",
erklärte das Amt. Zudem entwickelten sich die Ost-Länder
unterschiedlich: Während in Thüringen die
Erwerbstätigenzahl um ein Prozent sowie in Sachsen und Brandenburg
jeweils um 0,6 Prozent sank, stieg die Beschäftigtenzahl in
Sachsen-Anhalt um 0,5 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern um 0,2
Prozent.
In den westdeutschen Bundesländern ohne Berlin sank die
Erwerbstätigenzahl insgesamt um 0,1 Prozent. Die Hauptstadt
verbuchte einen Stellenzuwachs von 0,4 Prozent; auch die Stadtstaaten
Hamburg und Bremen verzeichneten Zuwächse bei der
Beschäftigung. Den größten Rückgang bei der
Erwerbstätigenzahl im Westen meldeten die Statistiker für das
Saarland, wo 0,9 Prozent weniger Beschäftigte gezählt wurden.
Insgesamt ging die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um 0,1
Prozent auf rund 38,3 Millionen zurück.
(Quelle: rtr)
Allianz streicht insgesamt fast 7500 Stellen
Fr.23.06.06 - Der größte deutsche Versicherungskonzern Allianz streicht in
Deutschland insgesamt fast 7500 Stellen. Rund 5000 Arbeitsplätze
sollen bei der Allianz selbst wegfallen, weitere 2480 bei der Tochter
Dresdner Bank, wie das Unternehmen in München bekannt gab. Der
Stellenabbau soll bis 2008 umgesetzt sein. Die
Dienstleitungsgewerkschaft Verdi hatte mit einem Arbeitskampf gedroht,
falls der Konzern nicht betriebsbedingte Kündigungen bis 2012
ausschließt. Die Allianz will aber nur bis "mindestens Ende 2007"
auf dieses Mittel verzichten.
"Wer notwendige Maßnahmen auf die lange Bank schiebt, kommt
später um so stärker unter Druck", erklärte der
Allianz-Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann. Die Arbeitnehmervertreter
kritisieren dagegen, der Milliardengewinn des vergangenen Jahres
vertrage sich nicht mit einem Arbeitsplatzabbau.
Der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland, Gerhard Rupprecht,
begründete die Einschnitte vor allem mit dem Verlust an
Marktanteilen. Die größten Kürzungen muss dabei der
Versicherungsdienst hinnehmen: hier werden allein rund 3300 Stellen
gestrichen. Zudem will die Allianz die Zahl ihrer Verwaltungsstandorte
um mehr als die Hälfte reduzieren - von heute 21 auf zehn.
Geschlossen werden sollen unter anderem die Standorte Köln, die
Niederlassung der Lebensversicherung in Frankfurt am Main und die
Krankenversicherung in Dortmund. An den verbleibenden Standorten sollen
im Innen- und Außendienst mehr als 25.000 Vollzeitstellen erhalten
bleiben.
Die Dresdner Bank setzt mit den Stellenstreichungen ihren radikalen
Umbau fort. Bereits in den vergangenen vier Jahren hatte die
Geschäftsbank 11.000 Arbeitsplätze abgebaut. Von der
neuerlichen Streichung von 2480 Stellen ist mit 1980 Stellen
maßgeblich die Dresdner Bank selbst betroffen, weitere 500 Stellen
sollen bei in- und ausländischen Töchtern wegfallen.
Mit dem Umbau will die Bank, die sich als "Beraterbank" sieht, ihren
Vertrieb stärken und damit zur Nummer eins im deutschen
Privatkundengeschäft aufsteigen. Allein in diesem Jahr sollen
weitere 300.000 Neukunden gewonnen werden. Mittelständische
Geschäfts- und Firmenkunden will die Bank künftig an rund 400
statt bisher 120 Standorten beraten. Das Investmentbanking soll unter
dem Namen Dresdner Kleinwort in die Dresdner Bank integriert werden. Die
Umbaukosten beziffert die Bank auf bis zu 400 Millionen Euro. 2008
erwartet sie dann Einsparungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro.
(Quelle: afp)
Billigproduktion soll Bauklötze retten
Das dänische Spielwarenunternehmen Lego verlagert fast seine
gesamte Produktion an einen Auftragshersteller aus Singapur. Lego selbst
baut künftig nur die Hightech-Elemente Technic und Bionicle. Von
zuletzt 8.300 Arbeitsplätzen bleiben nur 3.000... Mehr in der taz
vom 22.06.06:
http://www.taz.de/pt/2006/06/22/a0113.1/text
Wissenschaft
AIDS-Pandemie als fatale Folge der viralen Evolution
Fr.23.06.06 - AIDS, eine der schlimmsten Infektionskrankheiten unserer Zeit, ist das
Ergebnis der Übertragung von Affenimmundefizienzviren auf den
Menschen. Der Haupterreger HIV-1 stammt ursprünglich von
Schimpansen und führt beim Menschen unbehandelt praktisch immer zu
einem Versagen des Immunsystems und somit zum Tod. Bei Affen hingegen
vermehrt sich das Virus zwar im Blut, macht sie jedoch nicht krank. Ein
internationales Forscherteam unter der Leitung von Frank Kirchhoff der
Universität Ulm hat hierfür nun eine Erklärung gefunden:
Die AIDS-Pandemie ist die Folge eines Unfalls in der viralen Evolution.
Dass es zwischen Affenimmundefizienzviren (SIV) und dem humanen
Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1) einen wesentlichen Unterschied gibt,
war bereits bekannt. "Beim Menschen löst die HIV-1-Infektion eine
starke Aktivierung des Immunsystems aus", erklärt Kirchhoff im
Gespräch mit pressetext. Das führe zu einer Erschöpfung
der Regenerationsfähigkeit des Immunsystems und folglich zum
AIDS-Ausbruch. "Bei Affen wird das Virus jedoch toleriert, ohne dass ihr
Immunsystem zerstört wird", so Kirchhoff. Die Ursachen hierfür
waren bisher allerdings unklar.
Die Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass ein Protein namens "Nef"
der Schlüssel für diesen Unterschied ist. Bisher wusste man
lediglich, dass das HIV-1-Nef-Protein die Aktivierung von infizierten
T-Zellen verstärkt und so zur schädlichen Überaktivierung
des Immunsystems beiträgt. "Auf der Grundlage dieser Erkenntnis
haben wir das humane Nef-Protein mit dem Nef-Protein vieler infizierten
Affenarten verglichen", erzählt Kirchhoff im pressetext-Interview.
So fanden die Forscher heraus, dass viele SIV-Nef-Proteine genau das
Gegenteil bewirken.
"Um aktiviert werden zu können, benötigen T-Zellen den so
genannten T-Zellrezeptor", erläutert Kirchhoff. "Die Nef-Proteine
der meisten SI-Viren entfernen einen wesentlichen Bestandteil dieses
Rezeptors, das CD3-Molekül, von der Zelloberfläche und
blockieren dadurch die Aktivierung und das vorzeitige Absterben der
Virus-infizierten T-Zellen." Das Forscherteam glaubt nun, dass das
SIV-Nef-Protein als eine Art Ventil wirkt. Es reguliert die
Aktivität der T-Zellen so, dass sich das Virus vermehren kann,
während es die schädliche "Hyperaktivierung" des Immunsystems
verhindert.
"Die Erkenntnisse zeigen, dass Immundefizienzviren in Affen besser an
ihren Wirten angepasst sind. Auch die Tatsache, dass etwa 80 Prozent der
Affen Viruspositiv sind ohne krank zu sein, weist darauf hin", so
Kirchhoff gegenüber pressetext (pte). Den Forschern zufolge ist die
Schutzfunktion des SIV-Nef-Proteins im Laufe der Evolution der
Immundefizienzviren bei einem der direkten Vorläufer von HIV
verloren gegangen.
Kirchhoff hofft, dass sich die neuen Erkenntnisse positiv auf die
AIDS-Forschung auswirken werden. "Bisher zielt die Therapie gegen AIDS
darauf ab, die Virusvermehrung zu blockieren." Dies sei jedoch mit
vielen Nebenwirkungen verbunden. "Als alternative Therapie wäre
denkbar, das Virus nicht komplett zu eliminieren, sondern die
Immunreaktion so zu dosieren, dass es nicht zum AIDS-Ausbruch
führt", so Kirchhoff abschließend gegenüber pressetext.
(Quelle: pte)
Wissenschaftler fordern Evolutionsunterricht
Interakademisches Panel fordert 'evidenzbasierte Forschungslehre' ein
Fr.23.06.06 - Internationale Spitzenforscher haben einmal mehr gefordert, in den
wissenschaftlichen Fächern in den Schulen nur
"evidenz-basierte-Forschung" zu unterrichten. In einem Statement von 67
nationalen wissenschaftlichen Akademien wird kritisiert, dass der
Ursprungs des Lebens in einigen Schulen "verschleiert", "geleugnet" oder
zumindest "konfus" dargestellt werde, berichtet BBC-Online. Die Forscher
haben dazu wissenschaftlich bewiesene Tatsachen aufgelistet.
Dazu gehört etwa die Entstehung des Planeten Erde vor 4,5 Mrd.
Jahren und der Beginn des ersten Lebens vor etwa 2,5 Mrd. Jahren. "Wir
kennen Schulen in verschiedenen Teilen der Welt, in denen Kindern
erzählt wird, dass die Erde 8.000 Jahre alt ist", so Yves Quere,
Co-Vorsitzender des Inter Academy Panel on International Issues IAP [http://www.interacademies.net]
, dem globalen Netzwerk von Wissenschaftlichen Akademien. "Wir
schreiben in unserem Statement, dass solche Fehlinformationen Kindern
nicht gelehrt werden sollte." Die Forscher sprechen sich auch dafür
aus, dass Meinungsbildner, Lehrer und Eltern Kinder über die
Methoden und Entdeckungen der Wissenschaft aufklären sollten, um
ihnen das Verständnis für Naturwissenschaften zu geben.
"Das Wissen um die natürliche Welt in der wir leben, kann Kinder
dazu bringen humane Notwendigkeiten zu erkennen und den Planeten zu
schützen", so Quere. Der wissenschaftliche Beirat hatte sich
aufgrund der heftigen Debatten in den USA, aber auch in anderen Teilen
der Welt zum Thema "Evolution" und "intelligentes Design" zu Wort
gemeldet. Grund der heftigen Kontroverse war der richterliche Entscheid
an einer Schule in Dover/Pennsylvania im Wissenschaftsunterricht die
"Theorie des intelligent design" nicht mehr zu lehren. Eltern hatten die
Klage vor einem Bezirksgericht eingebracht.
(Quelle: pte)
Ein Universum, das keinen Schöpfer braucht
Christliche Fundamentalisten beider Konfessionen haben den
"Kreationismus" als Welterklärungs-Modell erfunden. Sie verweisen
auf die Bibel und sehen Analogieschlüsse als Beweise an. Ihre Idee
hat mit einer wissenschaftlichen Theorie nichts zu tun. Denn dem
entscheidenden Kriterium, dass es dann zu verifizieren oder zu
falsifizieren sein müsste, genügt das Modell nicht.
Während die meisten Naturwissenschaftler pikiert schweigen, wenn
etwa der Wiener Kardinal Christoph Schönborn von der
"überwältigenden Evidenz für Zweck und Design in der
modernen Wissenschaft" schreibt, nimmt Henning Genz, ein theoretischer
Teilchenphysiker der Universität Karlsruhe, die militanten Frommen
ernst. Er beschreibt, was die Physik heute über die Welt zu sagen
weiß, die uns die Existenz als Beobachter eben dieser Welt
ermöglicht. Dabei hängt er selbst, wie er schreibt, dem
"übel beleumundeten Reduktionismus" an, wonach alle Phänomene
auf einen endlichen Satz fundamentaler Naturgesetze
zurückgeführt werden können.
Die Welt hat sich nicht sozusagen geradlinig entwickelt, sondern immer
wieder spielt neben den von den Naturgesetzen bestimmten
Notwendigkeiten der Zufall eine entscheidende Rolle. Weil es uns gibt,
sind selbstverständlich die Grundgesetze der Natur so, dass sie
unsere Existenz ermöglichen. Jedoch: "Daran, dass es so ist, damit
es uns geben könne, glaubt die Physik nicht", so Genz.
Beginnend mit dem Urknall habe das Universum niemals aufgehört,
kreativ zu sein. Kreative Zufälle aber könne es nur geben,
weil die Parameter des Universums sie erlauben. Aus der
Quantenmechanik, so Genz, folge bereits, was "weder logisch notwendig
noch so einfach wie denkbar" ist, das es "überhaupt Etwas statt
Nichts gibt".
Die These von Henning Genz: Im Universum herrscht so etwas wie "diffuse
Kausalität". Hinter allen Beobachtungsgrößen stehe ein
endgültiges Gesetz, "das diese Größen aber nicht
festlegt, sondern sie einer zufälligen Entwicklung
überlässt" Genz setzt sich mit der "vielleicht radikalsten
Idee der gegenwärtigen fundamentalen Physik" auseinander. Sie
besagt, dass die Naturgesetze mit ihren Konstanten nicht überall
und immerdieselben sind, sondern dass es "ein in Raum und/oder in Zeit
ausgebreitetes Multiversum gibt, das aus zahlreichen Universen
besteht", in denen andere Gesetze mit anderen Naturkonstanten bestehen
als in unserem Universum. Man könnte auch sagen: In unendlich
langer Zeit wird alles, was möglich ist, irgendwann auch einmal
wirklich.
War es ein Gott? fragt (Genz) und denkt so: Das Universum bedarf nicht
des Eingreifens eines Designers. Das von den Kreationisten postulierte
gelegentliche Eingreifen Gottes in seine Schöpfung weist Genz,
indem er Leibniz zitiert, "als für eben ihn beleidigend"
zurück. (...)
Aus der Süddeutschen Zeitung vom 19.06.2006
HENNING GENZ: War es ein Gott? Zufall, Notwendigkeit und
Kreativität in der Entwicklung des Universums. Hanser Verlag,
München 2006. 216 Seiten, 19,90 Euro.
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US-Studie belegt Evolutionstheorie auf molekularem Niveau
US-Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben erstmals auf molekularem
Niveau die Evolutionstheorie belegen können. In einer Studie unter
der Leitung von Joe Thornton von der Universität Oregon sei die
Funktionsweise eines Rezeptor-Gens für das Hormon Aldosteron
entschlüsselt worden, das bereits vor 450 Millionen Jahren
existiert habe, berichtete das Wissenschaftsmagazin "Science"...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0604090.htm#06040913