Aktuelle Nachrichten
Irak am siebenhundertsechsundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Zehn Tote und 35 Verletzte bei Anschlägen. Saddam-Prozess wieder
ohne Saddam
Di.25.07.06 - Bei Anschlägen im Irak sind zehn Menschen getötet und 35
weitere verletzt worden. In Mossul 370 Kilometer nördlich von
Bagdad wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei einer
Autobombenexplosion fünf irakische Soldaten getötet und vier
weitere verletzt. Sie seien hinter einer US-Patrouille gefahren, die
von der Explosion nicht getroffen wurde.
In der sunnitischen Stadt Samarra nördlich von Bagdad sprengte
sich ein Selbstmordattentäter in seinem Wagen an einem
Kontrollpunkt der Polizei in die Luft. Der Mann riss einen Zivilisten
mit in den Tod; 17 Menschen, darunter sechs Kinder, wurden verletzt.
Weitere Tote wurden aus Bagdad und der Unruhestadt Baakuba gemeldet.
Der Prozess gegen den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein hat
erneut ohne den Hauptangeklagten stattgefunden. Saddam war ins
Krankenhaus gebracht worden, nachdem sich der Gesundheitszustand des
69-Jährigen wegen eines Hungerstreiks verschlechtert hatte. Nach
Angaben der US-Regierung ist die Gesundheit Saddams nicht in Gefahr.
Iraks Ministerpräsident Nuri al- Maliki reiste derweil zu
Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush nach Washington.
Zuvor traf er sich in London mit Premier Tony Blair.
(Quellen: afp, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 25.07.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am dreihundertzweiundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.25.07.05 - Verfassung soll auch ohne Beteiligung der Sunniten erarbeitet werden +++
Mindestens 22 Tote bei Bombenanschlag in Bagdad +++ US-Soldat bei
Mörserbeschuss im Irak getötet. Seit Kriegsbeginn sind im
Irak mindestens 1.775 US-Soldaten umgekommen +++ US-Regierung beklagt
Probleme bei Polizei-Aufbau im Irak
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0507250.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Nahost-Konflikt: Israelische Armee weitet Bodenoffensive im Libanon aus
Hisbollah
feuert erneut Raketen auf Nord-Israel ab.
US-Außenministerin Rice hält Waffenruhe im Libanon für
dringend nötig. Israels Vizepremier Peres: Internationale
Nahost-Truppe braucht robustes Mandat
Di.25.07.06 - Die israelische Armee hat sich bei einer Ausweitung ihrer
Bodenoffensive auf die südlibanesische Hisbollah-Hochburg Bint
Dschbeil heftige Gefechte mit der schiitischen Miliz geliefert.
Hisbollah-Kämpfer versuchten am Montag, einen israelischen
Panzervorstoß auf die Grenzstadt abzuwehren.
Dabei wurden mindestens zehn israelischen Soldaten verwundet, wie das
israelische Militär mitteilte. Nach libanesischen Angaben sollen
dagegen zwei israelische Soldaten getötet und 18 verletzt worden
sein. Die Hisbollah feuerte erneut Raketen auf nordisraelische
Ortschaften und Städte ab, die mehrere Israelis verletzten.
Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah erklärte, die
israelischen Militärvorstöße hielten seine Organisation
nicht davon ab, weiter Raketen auf Nordisrael abzuschießen.
«Wohin auch immer Israel vorrückt, es wird keinen
politischen Gewinn daraus ziehen», sagte Nasrallah der in Beirut
erscheinenden Tageszeitung «As-Safir». Nasrallah hatte in
Bint Dschbeil seine erste Kundgebung nach dem israelischen Abzug aus
dem Süden Libanons im Mai 2000 gehalten.
Ein Sprecher der Hisbollah in Beirut bestätigte «schwere
Kämpfe mit Schnellfeuergewehren und panzerbrechenden Waffen»
um Bint Dschbeil. Libanesische Fernsehkanäle zeigten Bilder, auf
denen große Rauchwolken zu sehen waren, während israelische
Panzer, Panzerfahrzeuge und Bulldozer auf den Ort vorstießen. Ein
Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete, die
israelische Artillerie belege das Kampfgebiet mit pausenlosem Feuer.
Die israelische Armee vermutete in Bint Dschbeil mehrere hundert
Kämpfer der radikalen Hisbollah-Miliz. Generalstabschef Dan Haluz
sagte bei einem Besuch in einem Rekrutierungszentrum bei Tel Aviv
ferner, es hielten sich noch etwa 500 Zivilisten in dem Ort auf.
«Bint Dschbeil ist ein Symbol der Hisbollah», erklärte
der Generalstabschef.
Die israelische Armee nahm nach eigenen Angaben in dem
südlibanesischen Grenzdorf Marun al Ras erstmal seit dem Beginn
der Kämpfe zwei Hisbollah-Kämpfer gefangen. Den Angaben
zufolge gelang es der Armee, neun Raketenstellungen der Hisbollah zu
zerstören. Eine davon sei in Richtung der israelischen Stadt Haifa
ausgerichtet gewesen. Israelische Medien berichteten, die Armee rechne
damit, dass die Kämpfe im Libanon noch sieben bis zehn Tage
andauern könnten.
Raketen der Hisbollah bedrohen nach den Worten Haluz' weiter die Stadt
Tel Aviv. Haluz sagte, Israel wisse nicht, wann oder wie solche Raketen
mit größerer Reichweite abgefeuert werden könnten. Die
Zerstörung einer iranischen Rakete des Typs Silsal (mit einer
Reichweite von 210 Kilometern) vergangene Woche in Beirut beweise
jedoch, dass Hisbollah über entsprechende Fähigkeiten
verfüge.
Unterdessen stürzte an der Grenze ein israelischer
Kampfhubschrauber ab. Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich
um einen Unfall. Es habe Opfer gegeben. Aus libanesischen
Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, der Helikopter habe
verwundete Soldaten transportierte.
Die UN-Beobachtertruppe im Südlibanon (UNIFIL) hat trotz der
heftigen Gefechte keine Pläne für einen Abzug oder eine
Verlagerung ihrer Soldaten. «Wir halten alle unsere Positionen,
auch nachdem ein Angehöriger unserer Truppe verletzt wurde»,
sagte UNIFIL-Sprecher Milos Strugar. UNIFIL-Soldaten seien auch in dem
inzwischen von der israelischen Armee kontrollierten Grenzort Marun
al-Ras noch präsent.
Die jüngste Eskalation der Gewalt in Nahost hatte die Hisbollah
mit der Entführung von zwei israelischen Soldaten am 12. Juli
ausgelöst. Seitdem starben bei israelischen Luftangriffen auf Ziele
im Libanon 369 Menschen, fast alle Zivilisten. Durch Raketenbeschuss
der Hisbollah starben in Israel 37 Menschen, ungefähr die
Hälfte davon waren Zivilisten. Das massive Bombardement vor allem
der südlichen Stadtteile in der Hauptstadt Beirut löste
internationale Kritik an Israel aus. UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland
warf der israelischen Regierung vor, gegen Menschenrechte zu
verstoßen.
US-Außenministerin Condoleezza Rice hält eine Waffenruhe im
Südlibanon für dringend nötig.
Die Bedingungen für ein solches Abkommen müssten jedoch
stimmen, sagte Rice vor ihrem Abflug in den Nahen Osten, wo sie gestern
erwartet wurde. Schwerpunkt ihrer Reise sei es, die humanitäre
Krise im Libanon zu entschärfen.
"Wir glauben, dass ein Waffenstillstand dringend ist. Es ist wichtig,
dass wir Bedingungen haben, die zu einer nachhaltigen Waffenruhe
führen", sagte Rice kurz vor einem Zwischenstopp im irischen
Shannon. Mit ihren Worten schien die US-Außenministerin eine etwas
offenere Linie in Bezug auf eine Waffenruhe zu vertreten. Noch am
Freitag hatte Rice einen sofortigen Waffenstillstand als ein "falsches
Versprechen" bezeichnet, das die libanesische Hisbollah-Miliz zu neuen
Angriffen auf Israel verleiten könnte. Auch US-Präsident
George W. Bush hatte wiederholt Forderungen nach einer sofortigen
Waffenruhe abgelehnt und auf Israels Selbstverteidigungsrecht verwiesen.
Als Bedingungen für eine Waffenruhe nannte Rice auf ihrem Flug
nach Israel, dass die libanesische Regierung die volle Kontrolle
über ihr Territorium gewinnen müsse und der Hisbollah nicht
gestatten dürfe, von ihrem Territorium aus den "Libanon und die
Region in einen Krieg zu stürzen". Rice fügte hinzu, dass
Aspekte eines Waffenstillstandsabkommens bereits mit Vertretern der
Vereinten Nationen (UN), Israels und des Libanons besprochen sein
worden. Sie nannte aber keine Details.
Auf dem Programm von Rice standen am Montag unter anderem Treffen mit
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und mit
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Am Mittwoch wird sie in
Rom erwartet, wo sie mit Vertretern europäischer und arabischer
Staaten zusammen kommen soll. Dabei werden voraussichtlich die
Rahmenbedingungen für eine Waffenruhe und die Stationierung einer
internationalen Friedenstruppe im Südlibanon oben auf der
Tagesordnung stehen.
Die ins Gespräch gebrachte internationale Friedenstruppe für
den Nahen Osten braucht nach Ansicht des israelischen Vizepremiers
Schimon Peres ein robustes Mandat.
Dabei sei es gleichgültig, wer den Einsatz führe, sagte Peres
in einem am Montag veröffentlichten Interview der italienischen
Zeitung "Corriere della Sera". Entscheidend sei, dass sie die
libanesische Hisbollah-Miliz, die immer wieder Raketen auf Israel
abfeuert, entwaffne und von der Grenze vertreibe. "Es ist egal, wer den
Einsatz führt, entscheidend ist, dass der Auftrag erledigt wird",
sagte Peres. Die Führung könne bei der libanesischen Armee,
den Vereinten Nationen oder der Nato liegen. Er wolle aber keine
Blauhelmsoldaten wie die Unifil, da sie die Hisbollah nicht entwaffneten.
Peres äußerte zugleich Zweifel, dass die internationale
Truppe unter dem Kommando der Nato stehen könnte. Das Bündnis
brauche einstimmige Beschlüsse, und er sehe mehrere
Nato-Länder, die sich nicht im Nahen Osten engagieren wollten,
sagte Peres, ohne in Einzelheiten zu gehen. Verteidigungsminister Amir
Perez hatte sich dafür ausgesprochen, den Einsatz der
Friedenstruppe von der Nato führen zu lassen. Israel hatte sich am
Wochenende für einen vorübergehenden Einsatz einer
Friedenstruppe ausgesprochen.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sprach unterdessen von der
Möglichkeit, dass die deutsche Regierung einen Austausch der zwei
entführten israelischen Soldaten gegen inhaftierte
Hisbollah-Kämpfer vermitteln könne. Allerdings gebe es noch
keine Kontakte zur deutschen Regierung.
Nasrallah sagte der libanesischen Zeitung "Es Safir", in der Frage
eines Austausch der entführten israelischen Soldaten gegen
inhaftierte Hisbollah-Kämpfer bleibe "der deutsche Kanal
gültig". Entsprechende Kontakte gebe es aber noch nicht. Nasrallah
erklärte sich einverstanden damit, dass die libanesische Regierung
bei einer Herausgabe der Gefangenen die Verantwortung übernehme.
Zugleich kündigte er weitere Raketenangriffe auf Israel an.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am
Sonntag gesagt, er sehe nach seinen Gesprächen im Nahen Osten erste
Erfolge der internationalen diplomatischen Bemühungen. Die
deutsche Regierung hatte betont, sie nutze jede Möglichkeit, um auf
eine schnellstmögliche Waffenruhe zwischen Israel und der
Hisbollah-Miliz hinzuwirken.
Am heutigen Dienstag trifft Steinmeier in seinem Urlaubsort auf Malta
die vom Auswärtigen Amt (AA) nach Damaskus, Beirut und New
York entsandten Sondierungsteams zu einem
«Strategietreffen». Dabei sollen mögliche Ansätze
einer diplomatischen Lösung erörtert werden. Der
Außenamtssprecher betonte erneut das Selbstverteidigungsrecht
Israels. Allein während des Gesprächs zwischen Steinmeier und
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert seien am Sonntag 28 Raketen
vom Libanon aus auf Israel abgefeuert worden. Nach AA-Angaben wurden
bislang 5500 Deutsche aus dem Libanon gebracht.
(Quellen: rtr, afp, dpa)
Deutschland könnte sich laut Jung Nahost-Mission nicht verweigern
Di.25.07.06 - Deutschland wird sich nach Worten von Verteidigungsminister Franz Josef
Jung (CDU) einer möglichen UN- Mission im Nahen Osten letztlich
nicht entziehen können. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt
seien und alle Bitten sich auch an Deutschland richteten,
«können wir uns auch einer solchen Friedensmission nicht
verweigern», sagte er dem Sender N24 am Montag.
Unklar blieb allerdings, in welcher Form sich Deutschland nach Jungs
Vorstellung beteiligen könnte. SPD-Politiker kritisierten die
Äußerungen als «verfrüht».
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm äußerte sich
zurückhaltend über eine deutsche Beteiligung.
Für eine Friedensmission müssen nach Jungs Worten
zunächst mehrere Voraussetzungen erfüllt werden: «Erst
einmal müssen die entführten israelischen Soldaten frei sein.
Zweitens muss ein Waffenstillstand eingetreten sein. Und drittens
müssen alle Beteiligten vor Ort übereinstimmend eine
derartige Friedensmission wollen.» Diese Mission müsse
gewährleisten, dass ein Waffenstillstand halte und das
Existenzrecht Israels gewahrt werde. Entwicklungsministerin Heidemarie
Wieczorek-Zeul (SPD) betonte, eine Friedenstruppe mit deutscher
Beteiligung sei ein «Abwägungsprozess». Es dürfe
nicht der «fünfte vor dem zweiten Schritt» getan
werden.
Wilhelm erklärte, in die Frage einer UN-Mission müsse eine
Entscheidung der Vereinten Nationen (UN) abgewartet werden. Dann gehe
es darum, welchen Beitrag Europa leisten könne oder müsse.
Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des
Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten (SPD). Die Frage einer
deutschen Beteiligung werde «erst dann relevant, wenn beide
Konfliktparteien eine Schutztruppe wünschen und es einen
entsprechenden Beschluss des UN-Sicherheitsrates gibt», sagte sie
dem «Tagesspiegel» (Dienstag). Der SPD-Verteidigungsexperte
Johannes Kahrs äußerte im selben Blatt «schwere
Bedenken» gegenüber einem Einsatz deutscher Soldaten. Die
Bundeswehr sei mit Einsätzen auf dem Balkan, in Afghanistan und
jetzt im Kongo stark belastet.
Grundsätzlich gibt die Bundesregierung einer dauerhaften und
tragfähigen Stabilisierung im Nahen Osten den Vorrang vor einer
sofortigen Waffenruhe im Libanon. Es bringe nur wenig, wenn kurze Zeit
nach einer Waffenruhe die Gewalt wieder aufflackere, sagte Wilhelm.
«Der Konflikt muss insgesamt gelöst werden.» Die
Beteiligten könnten dies aber noch nicht aus eigener Kraft. Die
internationale Staatengemeinschaft müsse einen «großen
Beitrag» leisten.
Die Bundesregierung setze sich für eine Waffenruhe ein, die halte
und nicht «trügerisch» sei, sagte Wilhelm. Die SPD
pochte dagegen auf eine rasche Waffenruhe ohne Vorbedingungen:
«Wir sind für eine sofortige Beendigung der
Kampfhandlungen», sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil.
Auch SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow forderte einen
«bedingungslosen Waffenstillstand». Im Sender N24 warnte er
zudem: «Israel droht die Solidarität der
Völkergemeinschaft zu verlieren durch das mögliche
Übermaß der Angriffe.»
Außenamtssprecher Martin Jäger betonte, eine Waffenruhe
müsse in ein «politisches Rahmenwerk» eingearbeitet
werden. Bei der Libanon- Konferenz am Mittwoch in Rom müsse sich
zeigen, inwieweit einzelne Elemente zusammengefügt und Umrisse
einer Lösung skizziert werden könnten. Auch
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird in Rom erwartet.
Zugleich lenkte Jäger den Blick auf den Gaza-Streifen, in dem
Israel seit der Entführung eines Soldaten vor rund vier Wochen
massiv militärisch vorgeht. Der Gazastreifen sei Teil des
Problems, auch hier müsse eine Lösung gefunden werden. Er
würdigte die «konstruktive Rolle» und das
verantwortungsvolle Bemühen von Ägypten und
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas um eine Lösung.
(Quelle: dpa)
UN-Nothilfekoordinator kritisiert Israel und Hisbollah
Di.25.07.06 - Der UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland hat Israel und die
radikal-islamische Hisbollah-Organisation am Montag wegen ihrer
fehlenden Rücksichtname auf die Zivilisten im Libanon kritisiert.
Bei einem Besuch in Beirut verlangte er die unverzügliche
Einstellung der Feindseligkeiten.
Die Europäische Union befürchtet einen noch stärkeren
Ansturm von Libanon-Flüchtlingen auf Zypern, der die kleine
Mittelmeerinsel überfordern könnte. Das betonte der
EU-Ministerrat in Brüssel in einem Lagebericht.
Nach zyprischen Behördenangaben sind bislang mehr als 35 000
Ausländer auf der Insel eingetroffen. Insgesamt rechnen die
zyprischen Behörden mit mehr als 70 000 Flüchtlingen - und
dies zur Hauptferienzeit auf der Insel. Allein am frühen
Montagmorgen habe ein Dutzend Schiffe mehr als 1000 Kanadier gebracht.
Weitere 14 Schiffe mit Kanadiern, Franzosen und Amerikanern, die vor
den Bombenangriffen fliehen, wurden am Abend erwartet.
«Es ist falsch, die Zivilbevölkerung zu bombardieren»,
sagte Egeland bei der Besichtigung von Lagern für Libanesen in
Beirut, die vor den israelischen Luftangriffen auf südlibanesische
Dörfer und auf die südlichen Vorstädte von Beirut
geflohen waren. «Es ist auch falsch, wenn die Hisbollah weiter
Raketen auf Gebiete in Israel abschießt.» Am Vortag hatte
Egeland 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro) als Soforthilfe
für den Libanon gefordert.
Auch im Brüsseler Bericht heißt es, die humanitäre Lage
im Libanon habe sich «ernsthaft verschlechtert».
Gleichzeitig warnte der EU-Ministerrat, für zehntausende Asiaten
und Afrikaner im Libanon führe die Hauptroute aus dem Krisengebiet
derzeit über Syrien. Diese Route berge ein «politisches
Risiko», obwohl Syrien die Evakuierung bisher aktiv erleichtert
habe. Bei einer Blockade des Weges nach Syrien könnte der
Fluchtweg nach Zypern aktuell werden, heißt es in dem
vertraulichen Papier, über das die Botschafter der 25 EU-Staaten
berieten.
«Die Verwendung des Seekorridors für eine systematische
Evakuierung für Nicht-EU-Bürger über Zypern wird derzeit
wegen der europäischen Einwanderungsbestimmungen und aus
logistischen Gründen nicht als machbar angesehen»,
hieß es. Im Libanon leben laut Ministerrat derzeit 40 000
Arbeitnehmer aus Sri Lanka, 10 000 aus Bangladesch, bis zu 40 000 von
den Philippinen und bis zu 80 000 aus Äthiopien.
In der südlibanesischen Hafenstadt Tyrus haben sich insgesamt 200
Deutsche und andere EU-Ausländer versammelt, um sich mit einem von
der Bundesregierung geschickten Schiff in Sicherheit zu bringen. Seit
Beginn der Kampfhandlungen haben rund 5500 Deutsche und ihre
libanesischen Angehörigen das Land per Schiff oder auf dem Landweg
über Syrien verlassen.
(Quelle: dpa)
UNICEF braucht 24 Millionen Dollar für Kinder im Libanon
Di.25.07.06 - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) braucht knapp 24
Millionen Dollar (19 Millionen Euro) Soforthilfe für die Kinder im
Libanon. "Die meisten Menschen, die durch die Gewalt vertrieben wurden,
sind Kinder", sagte UNICEF-Leiterin Ann Veneman am Montag der
Nachrichtenagentur AFP. "Diese Kinder haben zugesehen, wie
Angehörige getötet oder verletzt wurden, und viele von ihnen
leiden an schweren Traumata." Zudem würden sich Kinder am ehesten
Krankheiten einfangen und seien deshalb am schlimmsten von den
zerstörten Kliniken und Krankenhäusern betroffen.
(Quelle: afp)
UNICEF ruft zu langfristiger Hilfe für Kinder im Kongo auf
Di.25.07.06 - Sechs Tage vor den ersten demokratischen Wahlen im Kongo seit 40 Jahren
hat das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) zu langfristiger Hilfe für
Kinder und Frauen im größten Land Afrikas aufgerufen. "Eine
neue Regierung kann nur Erfolg haben, wenn die internationale
Gemeinschaft weitere Hilfe bereitstellt und das Land wachsam begleitet",
heißt es in einer am Montag in London vorgestellten Analyse von
UNICEF. Das Engagement der internationalen Gemeinschaft dürfe
nicht bei der Sicherung der Wahlen durch europäische Soldaten
stehen bleiben.
(Quelle: afp)
Mehr als 250.000 Kinder als Soldaten in Konflikten ausgebeutet
Di.25.07.06 - In Gewaltkonflikten werden nach Angaben der UNO derzeit über
250.000 Kinder als Soldaten missbraucht. Wie die UN-Sonderbeauftragte
für Kinder in Gewaltkonflikten, Radhika Coomaraswamy, am Montag
vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sagte, würden weltweit trotz
spürbarer Verbesserungen in mehreren afrikanischen
Krisenländern nach wie vor Minderjährige von Armeen und
bewaffneten Gruppen ausgebeutet. Dieser Missstand könne nur
beendet werden, wenn die Staatengemeinschaft "langfristige
Entwicklungsprojekte zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung dieser
Kinder" unterstütze. Verbessert habe sich die Lage für Kinder
in letzter Zeit in Liberia, Sierra Leone, Burundi und im Kongo,
berichtete Coomaraswamy.
(Quelle: afp)
Mercosur-Staatschefs für südamerikanische Freihandelszone
Di.25.07.06 - Die Staatschefs der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft
Mercosur haben sich bei ihrem Gipfeltreffen am Wochenende für eine
Freihandelszone ausgesprochen, die den gesamten Subkontinent umfassen
soll. In der Schlusserklärung des zweitägigen Treffens im
argentinischen Córdoba begrüßten die fünf
Vollmitglieder das Projekt einer Südamerikanischen Gemeinschaft,
das im Dezember 2004 auf einem Südamerika-Gipfel beschlossen worden
war und nach dem Modell der Europäischen Union funktionieren soll.
Die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und
Venezuela würden in der Freihandelszone mit der Anden-Gemeinschaft
aus Ecuador, Bolivien, Kolumbien und Peru sowie mit Chile, Guyana und
Surinam zusammengeschlossen.
(Quelle: afp)
Gespräche zum Welthandel geplatzt- Doha vor dem Aus?
Di.25.07.06 - Die als "letzte Chance" zur Rettung der Doha-Runde über die
Liberalisierung des Welthandels bezeichneten Gespräche der
großen Handelsnationen sind geplatzt.
Die Verhandlungen seien nun ausgesetzt und bis zu einer Wiederaufnahme
könne es Jahre dauern, sagte Indiens Handelsminister Kamal Nath am
Montag in Genf. Zuvor hatte sich die Gruppe der wichtigsten
Handelsnationen (G-6) nicht auf einen Kompromiss verständigen
können. In der Doha-Runde wurde seit fast einem halben Jahrzehnt
über den Abbau von Handelsschranken verhandelt, was Deutschland als
Export-Weltmeister besonders entgegen gekommen wäre. Ziel sollte
eine Steigerung des weltweiten Wirtschaftswachstums und die Befreiung
von Millionen Menschen aus der Armut sein. Hauptstreitpunkte waren
zuletzt Agrar-Beihilfen in der EU und den USA sowie Einfuhrzölle
auf Industriegüter in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Das Aus für die Doha-Runde war bereits nach früheren
erfolglosen Verhandlungen ins Gespräch gebracht worden. Allerdings
wurde immer wieder ein neuer Einigungsversuch unternommen. Zuletzt wurde
aber die Zeit für eine Einigung immer knapper - auch, weil das
Verhandlungsmandat von US-Präsident George W. Bush ausläuft
und eine Erneuerung nach den Wahlen im November unklar ist. Zudem
bliebe den 149 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) kaum
noch Luft, bis Ende 2006 alle komplexen Details einer Liberalisierung
auf den Weg zu bringen. Die Gespräche wurden 2001 in Katars
Hauptstadt Doha vereinbart und sollten ursprünglich schon 2004
abgeschlossen sein.
"Die G-6-Gespräche sind geplatzt. Es ist im Moment noch nicht
klar, welche andere Möglichkeiten als ein Scheitern der Doha-Runde
es noch geben könnte", sagte ein Diplomat am Montag in Genf. Zuvor
hatte es geheißen, WTO-Chef Pascal Lamy wolle ein Aussetzen der
Doha-Runde beantragen, falls es am Montag nicht zu einem Durchbruch
komme. Der G-6 gehören die Europäischen Union (EU), die USA,
Australien, Brasilien, Indien und Japan an. Sie stehen für etwa 75
Prozent der weltweiten Handels.
Bei den Gesprächen ging es zuletzt darum, dass die
Industrieländer ihre Beihilfen für Landwirte reduzieren, damit
die Entwicklungsländer ihre Agrar-Exporte steigern können.
Dafür sollen dort Importschranken für Produkte und
Dienstleistungen der Industrieländer fallen. Grundsätzlich
sollte eine Einigung beiden Ländergruppen zu Gute kommen und dazu
beitragen, die Armut zu bekämpfen. Globalisierungskritiker
bezweifelten aber, dass viele Menschen in den Entwicklungsländern
von dem erwarteten Impuls für die Weltwirtschaft profitieren.
Deutschlands Wirtschaftsminister Michael Glos hatte bereits im Juni
für den Fall eines Scheiterns schnelle bilaterale
Handelsvereinbarungen der EU mit ihren Handelspartnern gefordert.
Zuletzt hatten sich die EU und die USA gegenseitig für den
Stillstand bei den Verhandlungen verantwortlich gemacht. "Was die USA im
Moment verlangen, ist für die meisten WTO-Mitglieder - die
tatsächlich die Hälfte der Menschheit repräsentieren -
nicht akzeptabel und in Europa nicht umsetzbar", hatte
EU-Handelskommissar Peter Mandelson kritisiert. Die USA hätten
bislang keinen einzigen Dollar ihrer Agrarsubventionen gekürzt. Von
der EU waren deutlichere Einschnitte bei Einfuhrzöllen gefordert
worden. Vor allem Frankreich hat sich gegen weitere
EU-Zugeständnisse gewehrt.
(Quelle: rtr)
Kein Durchbruch bei Gesprächen über Zukunft des Kosovo
Di.25.07.06 - Erstmals seit den NATO-Luftangriffen von 1999 haben die Staats- und
Regierungschefs Serbiens und des Kosovo direkt über die Zukunft
der serbischen Unruheprovinz verhandelt. Es habe keinen Durchbruch
gegeben, sagte der UN-Sonderbeauftragte Martti Ahtisaari am Montagabend
nach dem Ende der Gespräche in Wien. Der serbische Präsident
Boris Tadic bezeichnete die Gespräche als "gut". Das Kosovo
gehört völkerrechtlich bis heute zu Serbien, steht aber seit
1999 unter UN-Verwaltung. Die mehrheitlich albanischstämmige
Bevölkerung will die Unabhängigkeit.
Die Positionen seien so weit auseinander, wie sie nur sein
könnten, sagte Ahtisaari. "Belgrad will alles außer der
Unabhängigkeit akzeptieren, während die Kosovo-Albaner nichts
als die Unabhängigkeit akzeptieren wollen." Dennoch sei die
Atmosphäre bei den Gesprächen besser als erwartet gewesen.
Einen Händedruck hatten beide Seiten am Morgen bei der
Eröffnung der eintägigen Verhandlungen demonstrativ vermieden.
Nach Ansicht des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica
konnte die andere Seite bei den Gesprächen keine zwingenden
Argumente für eine Unabhängigkeit liefern. Zuvor hatte er die
Haltung Serbiens bekräftigt, einen autonomen Status der Provinz zu
akzeptieren, jedoch keinen eigenen Staat. Das Kosovo war bei dem
Treffen durch Präsident Fatmir Sejdiu und Regierungschef Agim Ceku
vertreten.
Die Verhandlungen über technische Details sollen laut Ahtisaari
Anfang August fortgesetzt werden. Im Februar hatten die Verhandlungen
unter UN-Vermittlung zwischen Pristina und Belgrad über den
zukünftigen Status der serbischen Provinz begonnen.
Der EU-Sonderkoordinator für den Stabilitätspakt
Südosteuropa, Erhard Busek, rechnet langfristig mit der
Unabhängigkeit des Kosovo. Der Weg zur Unabhängigkeit sei
sehr schwierig, Kompromisslinien seien derzeit nicht erkennbar, sagte
Busek im Bayerischen Rundfunk. Bis es soweit sei, müsse die
Europäische Union in der Provinz schrittweise mehr Verantwortung
übernehmen, weil die Vereinten Nationen dort an ihre Grenzen
stießen.
Mehrere hundert Kosovo-Albaner demonstrierten in Pristina gegen die
Verhandlungen. Sie forderten die Unabhängigkeit für das
Kosovo ohne jegliche Form von Verhandlungen.
(Quelle: afp)
Kein EU-Geld für Forschung an embryonalen Stammzellen
Di.25.07.06 - Unterstützt von Italien und einer Reihe kleinerer Mitgliedstaaten
hat sich Deutschland im Streit um die EU-Förderung der
Embryonenforschung weitgehend durchgesetzt. Die EU-Kommission sagte in
Brüssel im Rat der EU-Forschungsminister verbindlich zu, dass sie
auch in Zukunft keine EU-Zuschüsse für die "verbrauchende
Embryonenforschung" vorschlagen wird. Deutschland und Italien zogen
damit ihren Vorbehalt gegen das neue Forschungsrahmenprogramm
zurück. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Rat und
EU-Parlament bis Jahresende die Gesetzgebung abschließen
können.
Die Bundesregierung habe in dem Programm verankern wollen, dass es
seitens der EU keine finanziellen Anreize für die Tötung von
Embryonen zum Zweck der Forschung geben dürfe, sagte
Bildungsministerin Anette Schavan (CDU). Dafür habe es bei den
Kollegen keine ausreichende Unterstützung gegeben. Mit der
stattdessen erreichten Kommissionserklärung sei aber
gewährleistet, dass die bisherige Förderpraxis nun auch
schriftlich festgelegt sei, wonach die EU keine Zuschüsse für
die Tötung von Embryos zahle.
Schavan räumte zugleich ein, "dass nicht alles erreicht" worden
sei. So wurde in der Erklärung der Kommission ausdrücklich
festgehalten, dass die Zusage der Behörde nicht auch für die
EU-Förderung von Projekten gilt, bei der bereits isolierte
Stammzellen eingesetzt werden.
Das neue, siebte EU-Forschungsrahmenprogramm sieht für die Jahre
2007 bis 2013 gut 50 Milliarden Euro an Zuschüssen vor. Das
mitentscheidende EU-Parlament hatte vergangenen Monat mit knapper
Mehrheit dafür gestimmt, dass aus diesem Budget auch die
Embryonenforschung gefördert werden soll.
Die Forderungen der Regierungen für das Rahmenprogramm gehen nach
der Sommer zur zweiten Lesung wieder an das Parlament. Wird die
Gesetzgebung bis Ende des Jahres abgeschlossen, können die
europäischen Forschungsinstitute Anfang kommenden Jahres die
ersten Anträge auf Förderung stellen.
(Quelle: afp)
Deutschland weiter Weltspitze in der Windenergie
Di.25.07.06 - Die deutsche Windindustrie steht weiter an der Weltspitze: Die
deutschen Hersteller konnten nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie
(BWE) ihren Wertanteil an den weltweit hergestellten Windanlagen und
deren Komponenten im vergangenen Jahr nochmals um 28 Prozent im
Vergleich mit 2004 steigern. Er stieg von 3,1 Milliarden auf vier
Milliarden Euro. Deutschland behauptete damit seine Stellung als
globaler Marktführer. Der deutsche Anteil am weltweiten Umsatz an
der Windenergie-Branche lag bei rund 38 Prozent. Die Exportquote stieg
den Angaben zufolge gegenüber 2004 um zwölf Prozentpunkte auf
71 Prozent.
Die Zahlen beruhen auf einer Herstellerbefragung des Deutschen
Windenergie-Instituts (DEWI), die vom BWE und dem Verband Deutscher
Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Auftrag gegeben wurde. Wie die
Befragung weiter ergab, konnte auch der Inlandsmarkt für die
Windenergie weiter deutlich expandieren. Im ersten Halbjahr 2006 wurden
in Deutschland Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 883
Megawatt (MW) errichtet; dies waren 73 Prozent mehr als im
entsprechenden Vorjahreszeitraum.
(Quelle: afp)
VW- und Audi-Mitarbeiter nahmen offenbar Schmiergeld
Di.25.07.06 - Der Autobauer Volkswagen ist offenbar in eine weitere
Korruptionsaffäre verstrickt.
Drei Mitarbeiter von VW und deren Ingolstädter Tochter Audi stehen
unter Verdacht, vom französischen Autozulieferer Faurecia
Bestechungsgelder erhalten zu haben, wie die Staatsanwaltschaft
Frankfurt am Montag mitteilte. Im Gegenzug hätten sie Faurecia
bevorzugt Aufträge zugeschanzt. Faurecia soll seit mindestens acht
Jahren Schmiergelder von bis zu 800.000 Euro im Jahr an Mitarbeiter der
Einkaufsabteilungen beider Autokonzerne bezahlt haben. Ein
Audi-Mitarbeiter sitze in Untersuchungshaft, bei VW würden zwei
Einkaufsleiter verdächtigt. Ob noch gegen andere Firmen ermittelt
werde, wollte der Staatsanwalt nicht sagen. Insgesamt seien etwa 20
Personen verdächtigt.
Audi bestätigte, dass ein Einkäufer in den Fall verwickelt
ist. "Der Sachbearbeiter ist nicht an seinen Arbeitsplatz
zurückgekehrt", sagte ein Firmensprecher. Audi unterstütze die
Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen. Bei VW hieß es: "Wir
wissen von dem Fall. Bis zur vollständigen Klärung sind
Mitarbeiter sofort freigestellt worden, sofern sie noch bei VW
tätig waren." Zum möglicherweise entstandenen Schaden
äußerte sich der VW-Sprecher nicht.
Faurecia-Vorstandschef Pierre Levi sagte: "Wir kooperieren und wir
hoffen, dass es bald Klarheit gibt. Aber so lange die Untersuchungen
nicht abgeschlossen sind, kann ich nicht mehr sagen." Faurecia
gehört mehrheitlich zum französischen Autobauer PSA Peugeot
Citroen.
Die verdächtigen Einkaufsleiter bei VW und Audi wurden nach
Angaben der Staatsanwaltschaft vor allem mit Bargeld geschmiert. Aber
auch Möbel und Urlaubsreisen sollen von Faurecia spendiert worden
sein. Ein bis 2002 bei VW beschäftigter Manager soll bis zu seinem
Ausscheiden fast 550.000 Euro entgegengenommen haben. Dem in
Untersuchungshaft sitzenden Audi-Einkäufer wird die Annahme von
mindestens 160.000 Euro in bar vorgeworfen. Nach Angaben der
Staatsanwaltschaft sitzt auch ein Faurecia-Mitarbeiter in
Untersuchungshaft, ein anderer wurde zwischenzeitlich nach einem
Geständnis auf freien Fuß gesetzt.
Korruptionsfälle häufen sich zuletzt in der Autoindustrie:
Seit vergangenen Herbst ermittelt die Staatsanwaltschaft München
gegen drei ehemalige BMW-Mitarbeiter, die ebenfalls im Verdacht stehen,
von Zulieferern bestochen worden zu seien. Nach früheren Angaben
der Behörden sind dabei mindestens 500.000 Euro Schmiergeld
geflossen. Der Fall bei VW stehe nicht in Verbindung mit den
Ermittlungen bei BMW, sagte der Münchener Oberstaatsanwalt Anton
Winkler.
Vor gut einem Jahr war bei VW die Affäre um Korruption, Lustreisen
und Bordellbesuche ans Licht gekommen, in der mehrere Betriebsräte
und VW-Personalvorstand Peter Hartz das Unternehmen verlassen mussten.
(Quelle: rtr)
Die meisten 'Spam-Mails' kommen aus den USA und China
Di.25.07.06 - Die meisten unerwünschten Massen-E-Mails - Spam-Mails genannt -
kommen nach einer Studie des britischen Virensoftware-Herstellers Sophos
nach wie vor aus den USA und aus China. Im zweiten Quartal dieses
Jahres seien 23,2 Prozent der unseriösen elektronischen Werbepost
aus den USA verschickt worden, aus China 20 Prozent.
Das teilte die deutsche Sophos GmbH am Montag in Nieder-Olm in
Rheinland-Pfalz mit. Aus Deutschland seien nur 2,5 Prozent der
Massen-Mails gekommen.
Wie Untersuchungen gezeigt hätten, stammten mittlerweile die
meisten Spam-Mails von so genannten Zombie-PCs. Dies sind Rechner, die
von Virenschreibern gezielt mit Schadcodes infiziert und danach für
den Versand unseriöser Werbe-Mails missbraucht werden. Immer
beliebter werden laut Sophos «Pump-and-Dump»-Kampagnen, mit
denen Aktienkurse bestimmter Firmen mit falschen Informationen bewusst
in die Höhe getrieben werden sollen.
Auf dem Vormarsch sind laut Sophos auch unseriöse Werbe-Mails, bei
denen die Versender anstelle von Textnachrichten Bilder verwenden, um
auf diese Weise Filter zu umgehen, die auf die Analyse der Text- Inhalte
ausgerichtet sind. Lag der Anteil an Bild-Spams im Januar dieses Jahres
laut Sophos noch bei 18,2 Prozent, stieg dieser bis Juni 2006 deutlich
auf 35,9 Prozent.
(Quelle: dpa)