Aktuelle Nachrichten
Irak am siebenhundertzweiundsiebzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Zahlreiche Tote bei Gewalt im Irak. Sicherheitsplan für Bagdad
tritt in nächste Phase ein. Leichenhalle in Bagdad registriert
mehr als 1800 Tote im Juli. US-Senator Lieberman für Ja zum
Irakkrieg abgestraft
Do.10.08.06 - Trotz seit Monaten verstärkter Sicherheitsmaßnahmen in
Bagdad sind zahlreiche Menschen in der irakischen Hauptstadt
getötet und verletzt worden. Drei Zivilisten wurden von
Bewaffneten erschossen, verlautete aus irakischen Sicherheitskreisen.
In Bagdad und der Hauptstadregion wurden mehrere teils entstellte
Leichen gefunden. In Baakuba wurden in der Nacht zum Mittwoch vier
Menschen getötet, als eine Granate in eine Moschee einschlug. Die
US-Armee suchte nach dem Absturz eines Hubschraubers in der Region El
Anbar nach zwei vermissten Soldaten.
Bewaffnete hätten aus einem Auto heraus drei Menschen im
Sunnitenviertel Mansur im Westen von Bagdad erschossen, verlautete aus
Sicherheitskreisen. Ebenfalls in der irakischen Hauptstadt wurden an
verschiedenen Orten die Leichen von zwei Erschossenen gefunden. In der
etwa 50 Kilometer entfernten Stadt Suwaira trieben laut Polizei drei
Leichen im Tigris. Zwei der Opfer seien mit Schüssen getötet
worden; das dritte Opfer sei gefoltert worden, ihm seien zudem beide
Beine abgetrennt worden. In Basra wurde ein irakischer Offizier
getötet.
Bei dem Granatenanschlag am späten Dienstagabend auf die
Husseinija-Moschee in Baakuba wurden ein Mädchen und zwei Frauen
sowie ein Mann getötet. Etwa zwanzig weitere Menschen wurden laut
Polizei verletzt. Das Gotteshaus und umliegende Häuser seien durch
die Detonation zerstört beziehungsweise schwer beschädigt
worden. Baakuba ist die Hauptstadt der Provinz Dijala.
Nach dem Absturz des US-Transporthubschraubers über der Region El
Anbar suche die US-Armee "mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln" nach den beiden vermissten Soldaten, sagte ein Armeesprecher.
Vier weitere bei dem Absturz am Dienstag verletzte Soldaten seien in
Sicherheit und in stabilem Zustand.
In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist unterdessen die zweite Phase
des Sicherheitsplans angelaufen. Die US-Armee im Irak gab am Mittwoch
bekannt, dass die im Juni gestartete Operation "Gemeinsam vorwärts"
die nächste Stufe erreicht habe. Ziel ist die Verbesserung der
Sicherheitslage in Bagdad und die Eindämmung der Gewalt. Dazu
wurden bereits rund 3700 zusätzliche US-Soldaten in der Hauptstadt
stationiert, die mit der irakischen Polizei und Armee zusammenarbeiten.
"Die Operation führt die Bemühungen der Polizei und der
irakischen Armee sowie der multinationalen Division zusammen, mit dem
Ziel, die Zahl der Morde, Entführungen, terroristischen
Anschläge und religiös motivierten Gewaltakte in Bagdad zu
verringern und die Kontrolle der irakischen Regierung über die
Stadt zu stärken", teilte die US-Armee in einer Erklärung mit.
In die Leichenhalle der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden allein im
vergangenen Monat mehr als 1800 Tote gebracht.
Etwa 90 Prozent davon seien gewaltsam ums Leben gekommen, sagte der
stellvertretende Leiter der Leichenhalle, Abdul Rassak al-Obaidi, der
Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Zahl der Toten sei von 1595
im Juni auf 1815 im Juli gestiegen. Der sprunghafte Anstieg zeigt, wie
stark die Gewalt in Bagdad zuletzt zugenommen hat. Die Zahlen der
Leichenhalle liegen über den offiziellen Angaben der irakischen
Ministerien.
Seit Anfang Juli gehen die irakischen Sicherheitskräfte
verstärkt gegen Aufständische und Anhänger der
Extremistenorganisation Al-Kaida vor. Gleichzeitig verging in den
vergangenen Wochen aber auch kaum ein Tag ohne Anschläge oder
Überfälle. Die anhaltende Gewalt richtet sich dabei nicht nur
gegen ausländische Soldaten, sondern auch gegen Mitglieder der
jeweilig anderen Bevölkerungs- und Religionsgruppen. Nach Ansicht
führender US-Generäle droht der Irak immer mehr in einen
Bürgerkrieg abzugleiten.
Der prominente demokratische US-Senator und entschiedene
Irakkriegs-Befürworter Joe Lieberman hat in der eigenen Partei
eine schwere Niederlage erlitten.
Er verlor am Dienstag bei der Kandidatenkür (Vorwahl) für die
Senatswahl am 7. November in seinem Heimatstaat Connecticut mit 48 zu
52 Prozent gegen den zuvor politisch weitgehend unbekannten
Multimillionär Ned Lamont, der für einen Truppenabzug aus dem
Irak kämpft. Das bedeutet, dass Lieberman (64) nach 18 Jahren
nicht mehr für die Demokraten in den Senat zurückkehren wird.
Der ehemalige Vizepräsidentschafts-Kandidat hat allerdings
angekündigt, dass er als unabhängiger Kandidat antreten wolle.
Der Zweikampf zwischen Lamont und Lieberman, der lange Zeit zu den
meistgeschätzten demokratischen Politikern zählte, galt als
«Referendum» über den Irak-Kurs von Präsident
George W. Bush. Der Ausgang war wegen der möglichen Signalwirkung
für die Kongress- und die Präsidentschaftswahl 2008 mit
größter Spannung erwartet worden.
Experten werteten am Mittwoch den «Sturz» als Strafe der
Parteibasis für Liebermans Befürwortung des Irak-Kurses von
Bush und als eine Warnung an andere demokratische
Kriegsunterstützer wie Senatorin Hillary Clinton, die als
mögliche Präsidentschaftsbewerberin gilt. Im Vorwahlkampf
hatten Kritiker wiederholt die Videoaufzeichnung einer Szene im
Kongress nach Bushs Bericht zur Lage der Nation 2005 vorgespielt, als
der Präsident Lieberman beim Herausgehen aus dem Saal auf die
Wange küsste.
(Quellen: rtr, afp, dpa)
Straßenkämpfe zwischen Schiiten und Sunniten in Bagdad
Am 1. Juli wurden bei einem Anschlag in Bagdad 60 Passanten
getötet. Seitdem herrscht im Stadtteil Dschihad Krieg zwischen
einer Schiiten-Miliz und sunnitischen Bewohnern. Weder Polizei noch
Armee greifen ein. Doch bei den Kämpfen geht es auch um Geld und
die Rolle der US-Armee... Mehr in der taz vom 09.08.06:
http://www.taz.de/pt/2006/08/09/a0146.1/text
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 10.08.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertundachten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Mehrere Tote bei Kämpfen im Nordwesten Afghanistans
Do.10.08.06 - Gefechte zwischen den Anhängern verfeindeter Kriegsherren haben im
Nordwesten Afghanistans mindestens vier Menschen das Leben gekostet.
Hunderte Dorfbewohner in der Region wurden in die Flucht getrieben, wie
die afghanischen Militärbehörden am Mittwoch mitteilten.
Demnach lieferten sich rund 400 Kämpfer der rivalisierenden
usbekischen Kommandeure Abdul Raschid Dostum und Abdul Malik tagelang
heftige Gefechte.
Die Streitkräfte entsandten hunderte Soldaten in die Region, um
die Ruhe wieder herzustellen. Sie nahmen einen Verdächtigen fest,
Chalem Salem, einen Anhänger Maliks. Es war nicht klar, was die
Gefechte in der Provinz Farjab auslöste. «Sie wollen einfach
Macht», sagte Gouverneur Hamer Latif. «Ich bin
enttäuscht, und die Menschen sind sehr verärgert.» Zu
ersten Gefechten zwischen den Anhängern der beiden Kriegsherren war
es schon vor zehn Tagen gekommen. Malik hatte damals einem Kommandeur
Dostums vorgeworfen, wegen eines politischen Konflikts Salems Bruder
und zwei Schwager getötet zu haben.
Mutmaßliche Mitglieder der Taliban töteten unterdessen im
Süden des Landes eine alte Frau und ihren Sohn. Die 70-Jährige
und ihr 30-jähriger Sohn wurden in einem Dorf der Provinz Helmand
gehängt, wie der stellvertretende Gouverneur Amir Mohammad
Achunsada erklärte. Die Taliban hatten ihren Opfern vorgeworfen,
für die Regierung zu spionieren. Sie drohten, jeden zu töten,
der für die Regierung arbeite.
Ebenfalls in Helmand erschossen britische Soldaten der
NATO-Schutztruppe versehentlich einen afghanischen Polizisten in Zivil.
Das britische Verteidigungsministerium in London erklärte, die
Soldaten hätten das Opfer vor einem Stützpunkt für einen
Aufständischen gehalten.
Australien sagte die Entsendung weiterer 150 Soldaten nach Afghanistan
zu, die den Wiederaufbau unterstützen sollen. Der australische
Ministerpräsident John Howard sagte am Mittwoch vor dem Parlament,
die Soldaten würden zusätzlich zu den bereits im Mai
angekündigten 240 Spezialkräften entsandt. Die Gewalt in
Afghanistan habe in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, sagte
Howard zur Begründung der Entscheidung. Bislang sind 300
australische Soldaten in Afghanistan im Einsatz.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Verhandlungen über Libanon-Resolution festgefahren. Israel
kündigt massive Ausweitung der Bodenoffensive an -
Militärführung der Libanon-Offensive ausgetauscht. Hisbollah
feuert rund 100 Raketen auf Israel ab. US-Regierung ruft zu Ende der
Eskalation in Nahost auf. IKRK will Hilfskonvoi von Israel nach
Südlibanon schicken
Do.10.08.06 - Die Verhandlungen über eine Libanon-Resolution des
Weltsicherheitsrates sind festgefahren. Aus UN-Kreisen verlautete, es
sei klar, dass der bisherige Text in wesentlichen Punkten
überarbeitet werden müsse, aber man komme zurzeit nicht voran.
Der französische UN-Botschafter Jean Marc de la Sabliere sagte:
«Es ist wahr, dass die libanesischen Behörden mit dem Text
nicht ganz zufrieden waren. Deshalb wird es einen neuen Text
geben.» Für Mittwoch war in New York eine neue
Verhandlungsrunde angesetzt.
Sabliere will vor allem das libanesische Angebot zur Entsendung von 15
000 Soldaten in den Süden des Landes in den Entwurf einarbeiten.
«Wie genau, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen»,
räumte er ein. Es sei aber immer noch sein Ziel, dass der
Sicherheitsrat die Resolution in dieser Woche verabschiede. Andere
Diplomaten äußerten sich skeptisch, ob dies gelingen werde.
Wie aus UN-Kreisen verlautete, war die Stimmung bei den Verhandlungen
am Dienstagabend schlecht. Pessimismus überwiege zurzeit. Auf der
einen Seite stehe die libanesische Regierung, die einen sofortigen Abzug
aller israelischen Soldaten aus dem Libanon verlange. Auf der anderen
Seite lehnten die Israelis einen solchen Rückzug kategorisch ab,
bevor nicht eine schlagkräftige internationale Sicherheitstruppe
in den Südlibanon eingerückt sei. Ein Kompromiss in dieser
Sache sei zurzeit schwer vorstellbar, hieß es bei den UN.
Französische Diplomaten dementierten aber mit Nachdruck Berichte,
wonach sie die Ausarbeitung eines gemeinsamen Resolutionsentwurfs mit
den Amerikanern aufgegeben hätten.
Israel bot am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat den Abzug seiner
Soldaten aus dem Libanon an, sobald dort eine starke internationale
Sicherheitstruppe stationiert sei. Diese Truppe müsse künftig
dafür sorgen, dass Israel nie mehr vom Libanon aus von der radikal-
islamischen Hisbollah angegriffen werde. Auf keinen Fall dürfe ein
Machtvakuum entstehen, «das von Hisbollah gefüllt werden
würde», sagte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman
in einer Anhörung vor dem Sicherheitsrat.
Der libanesische Sondergesandte Tarek Mitri kritisierte den
französisch-amerikanischen Entwurf. Es sei inakzeptabel, dass darin
keine sofortige Waffenruhe gefordert werde, sagte er. Israel werde nur
zur Einstellung seiner Offensivoperationen aufgerufen: «Wir
wissen alle, dass Israel bisher behauptet, dass all seine Handlungen
Selbstverteidigung sind», sagte er. Israel habe demnach also
weiter das Recht, im Libanon zuzuschlagen.
Knapp einen Monat nach Beginn des Kriegs im Libanon hat Israel eine
massive Ausweitung seiner Bodenoffensive gegen die Hisbollah
beschlossen. Truppen dürfen demnach bis zum Fluss Litani rund 30
Kilometer nördlich der israelischen Grenze vorstoßen, wobei
die Streitkräfte mit 100 bis 200 Toten in den eigenen Reihen
rechnen.
Israel werde vor Beginn der neuen Militäraktion aber zwei oder
drei Tage abwarten, um den UN-Sicherheitsrat mehr Zeit für seine
Debatte über eine Libanon-Resolution zu geben, wie einer der an
der Sitzung des Sicherheitskabinetts beteiligten Minister am Mittwoch
in Jerusalem erklärte. Aus Militärkreisen hieß es
dagegen, die Offensive werde rascher beginnen. Kabinettsminister Eli
Jischai erklärte, die Aktion sei auf 30 Tage veranschlagt. Derzeit
kämpfen bereits mehr als 10.000 israelische Soldaten gegen die
schiitische Miliz in Südlibanon.
In ungewöhnlich deutlicher Form haben die USA die
angekündigte Ausweitung der israelischen Bodenoffensive im Libanon
kritisiert. Die US-Regierung stehe dem entsprechenden Beschluss Israels
ablehnend gegenüber und fordere ein Ende der Eskalation, sagte der
Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, vor Journalisten nahe der
Ranch von Präsident George W. Bush im texanischen Crawford. Er
betonte am Mittwoch jedoch zugleich, dass sich die Forderung nach einem
Ende der Gewalt auch an die Hisbollah richte.
Der finnische Außenminister und amtierende EU-Ratspräsident
Erkki Tuomioja hat Israels anhaltende Offensive in Südlibanon als
«inakzeptabel» kritisiert. Er sagte dem
«Tagesspiegel» (Donnerstagausgabe), die Idee,dass eine
internationale Stabilisierungstruppe in die Krisenregion gehe, solange
dort noch gekämpft werde, sei «weder realistisch noch
akzeptabel».
Aufgabe einer internationalen Truppe werde sein, dem Libanon zu helfen,
seine volle Souveränität zu erlangen. Notfalls müsse die
Friedenstruppe auch bei der Entwaffnung der Hisbollah helfen.
Der EU kommt nach Meinung des Ratspräsidenten bei der Lösung
des Konflikts eine entscheidende Rolle zu. Für viele arabische
Staaten sei die EU der am meisten vertrauenswürdige Partner. Er
warnte auch vor einem «unverhältnismäßigen»
Vorgehen im Kampf gegen den Terrorismus. Der Kampf gegen den
Terrorismus nehme oft Formen an, die mehr potenziellen Terrorismus
hervorbrächten als beseitigten.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier warb auf
seiner Nahost-Reise in Jerusalem für eine diplomatische
Lösung. Verteidigungsminister Amir Perez unterstrich bei einem
Treffen mit dem SPD-Politiker nach Angaben von Teilnehmern jedoch,
Israel werde keiner Lösung zustimmen, «die uns nicht
für viele Jahre Stabilität und Ruhe verspricht». Nach
einer Unterredung mit seiner Kollegin Zipi Livni wandte sich Steinmeier
gegen eine Präsenz der Hisbollah an der Grenze zu Israel. Eine
Friedenslösung sei durch eine Rückkehr zum alten Zustand vor
Ausbruch der Feindseligkeiten nicht möglich.
Der israelische Generalstab hat unterdessen die
Militärführung für den Einsatz im Norden ausgetauscht.
Generalstabschef Dan Halutz betraute am Dienstagabend seinen
Stellvertreter, Generalmajor Mosche Kaplinski, mit der Leitung der
Militäroperationen. Abgelöst wurde der bisherige Kommandeur
des Militärbereichs Nord, Generalmajor Udi Adam.
In der israelischen Öffentlichkeit wurde die Entscheidung als
Konsequenz der wachsenden Kritik am Verlauf der Offensive gewertet und
mit der erwarteten Ausweitung der Militäraktionen am Boden in
Verbindung gebracht.
Die Streitkräfte wiesen dies zwar offiziell zurück. Der
israelische Militärexperte Amir Oren sagte jedoch, Adam sei zu
langsam und zu vorsichtig gewesen. Deswegen habe Generalstabschef Halutz
keine andere Wahl gehabt, als ihn in dieser kritischen Phase der
Offensive abzulösen. Diese Entscheidung werde der Hisbollah-Miliz
moralischen Auftrieb geben, sagte Oren im israelischen Rundfunk.
Auch der Militärfachmann Siv Schiff erklärte in einem Beitrag
für die Zeitung «Haaretz», die Entscheidung mache
deutlich, dass es in der Militärführung ernsthafte
Schwierigkeiten gebe. «Der Kommandowechsel ist natürlich
nicht gut für Adam persönlich, bedeutet aber auch ein
negatives Signal für die Armee und die Öffentlichkeit.»
Zuletzt gab es im Nahostkrieg von 1973 einen ähnlichen Wechsel, als
der spätere Ministerpräsident Ariel Scharon und andere
Generäle im Krieg gegen Ägypten an die Südfront geschickt
wurden, um das Kommando von Schmuel Gorodisch zu übernehmen.
Seit Beginn der Kämpfe am 12. Juli hat Israel 67 Soldaten
verloren, bei Raketenangriffen der Hisbollah kamen zudem 36 Menschen ums
Leben. Trotz der schweren Luftangriffe, des Artilleriebeschusses an der
Grenze und des Vorstoßes israelischer Truppen im Südlibanon
konnte die Hisbollah bislang nicht daran gehindert werden, Raketen auf
israelisches Territorium abzufeuern.
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat allein am Mittwoch rund 100
Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Größere
Schäden seien jedoch nicht angerichtet worden, sagte ein
Polizeisprecher. Mehrere Raketen mittlerer Reichweite schlugen im
Westjordanland in der Nähe von Dschenin sowie südlich der
israelischen Stadt Afula ein.
Die Kritik in Israel am bisherigen Kriegsverlauf richtet sich auch
gegen die politische Führung. Dem von Ministerpräsident Ehud
Olmert und Verteidigungsminister Amir Perez geführten
Sicherheitskabinett wird vorgeworfen, die Pläne der
Militärführung für ein entschlosseneres Vorgehen nicht
schnell genug gebilligt zu haben.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat Israel am
Mittwoch gebeten, einen Hilfskonvoi zur Versorgung von Opfern der
Luftangriffe in den Libanon passieren zu lassen. Fünf oder sechs
Lastwagen des Roten Kreuzes stünden dafür am
Grenzübergang Rosch Hanikra am Mittelmeer bereit, erklärte
IKRK-Präsident Jakob Kellenberger nach Angaben des Direktors der
israelischen Rettungsdienste, Noam Jifrach.
Israel hat den Südlibanon für Fahrzeuge zur gefährlichen
Zone erklärt. Alle Fahrzeuge stünden im Verdacht, Kämpfer
oder Waffen der Hisbollah-Miliz zu transportieren und gälten als
potenzielle Ziele. Für humanitäre Hilfe könnten jedoch
Ausnahmen gemacht werden. Die meisten Brücken und Straßen
von Beirut in den Südlibanon hat Israel zerstört, wodurch
Hilfslieferungen aus dem Libanon selbst praktisch unmöglich
wurden. Jifrach erklärte, der Rote Schild Davids - die israelische
Partnerorganisation Magen David Adom des Roten Kreuzes - werde beim
Außen- und Verteidigungsministerium um die Genehmigung bitten,
die IKRK-Transporte zu begleiten.
(Quellen: dpa, ap)
Krieg im Nahen Osten: Was will die Hisbollah?
Der Berliner Islamwissenschaftler Stefan Rosiny hat sich mit der
Geschichte und Ideologie der libanesischen Hisbollah beschäftigt.
Er meint: Die Hisbollah rede zwar von der Vernichtung Israels. Doch sie
sei vor allem eine Widerstandsbewegung mit einem nationalistischen
Programm... Mehr in der taz vom 09.08.06:
http://www.taz.de/pt/2006/08/09/a0141.1/text
http://www.taz.de/pt/2006/08/09/a0139.1/text
UN beklagen Scheitern von Friedensvertrag in Darfur
Do.10.08.06 - Die Gewalt in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur findet auch drei
Monate nach der Vereinbarung eines Friedensvertrages kein Ende. Das
Anfang Mai von der sudanesischen Regierung und der größten
Rebellengruppe SLA unterzeichnete Dokument habe den Übergriffen
keinen Einhalt bieten können, erklärte das
Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) am Mittwoch
in Genf.
Zwar seien die Kämpfe zwischen sudanesischen Truppen und der SLA
zurückgegangen. Noch immer seien aber Angriffe von Milizen und
Rebellengruppen, Vergewaltigungen und Vertreibung zu beklagen,
erklärte das UNHCR.
Sowohl die Regierung als auch Rebellenbewegungen setzten sich über
den vereinbarten Waffenstillstand hinweg. Dadurch habe sich die
Situation in Darfur weiter verschlechtert. So seien Ende Juni
mindestens 250.000 Menschen auf Hilfe angewiesen gewesen, wegen der
schlechten Sicherheitslage hätten Hilfsorganisationen sie aber
nicht erreichen können.
Der Friedensplan sieht unter anderem vor, dass 4.000 Kämpfer der
Rebellen in die nationalen Streitkräfte integriert werden, weitere
1.000 in die Polizeikräfte. Außerdem sollen die Rebellen 70
Prozent aller Parlamentsmandate in den drei Darfur-Provinzen erhalten.
Zwei kleinere Rebellengruppen lehnten das von der Europäischen
Union, den USA und der Afrikanischen Union unterstützte Abkommen
ab. Die Gewalt im Westen des Sudans hat bislang mindestens 180.000
Menschen das Leben gekostet und zwei Millionen weitere in die Flucht
getrieben.
(Quelle: ap)
Frauen in Südafrika feiern 50. Jahrestag von Anti-Apartheidmarsch
Do.10.08.06 - Im Gedenken an einen Protestmarsch von Frauen gegen die Apartheid vor
50 Jahren sind am Mittwoch in Pretoria tausende Menschen vor den
Regierungssitz gezogen. Rednerinnen erinnerten daran, dass im heutigen
demokratischen Südafrika noch immer Frauen diejenigen seien, die am
härtesten von Armut, Aids und häuslicher Gewalt betroffen
seien. «Die Früchte unserer Befreiung haben viele unserer
Frauen nicht erreicht», sagte Präsident Thabo Mbeki, der die
Kundgebungsteilnehmer vor dem Regierungsgebäude begrüßte.
1956 hatten rund 20.000 Frauen mit einer Demonstration vor den Union
Buildings der Staatsgewalt getrotzt und gegen eine geplante Ausweitung
der Passgesetze von Männern auf Frauen protestiert. Die Gesetze
schränkten die Bewegungsfreiheit von Menschen nicht weißer
Hautfarbe ein. Eines der damaligen Protestlieder wurde zur Hymne der
südafrikanischen Frauenbewegung, der Jahrestag des Marschs wird in
dem Land seither als Frauentag begangen.
(Quelle: ap)
Mexiko: Anhänger von López Obrador wollen Blockade ausweiten
Do.10.08.06 - Ungeachtet der teilweisen Neuauszählung der
Präsidentschaftswahl in Mexiko haben die Anhänger des
Linkspolitikers Andrés Manuel López Obrador eine
Ausweitung ihrer Blockadeaktionen auf das ganze Land angekündigt.
Aktivisten versperrten im Mexiko-Stadt den Zugang zu drei
internationalen Banken. Die Aktion sei Teil des friedlichen
Widerstands, sagte ein Vertreter von López Obradors Partei der
Demokratischen Revolution (PRD), die eine vollständige
Neuauszählung der 41,7 Millionen Stimmzettel fordert. In den
kommenden Tagen sollen dagegen nur etwa neun Prozent der Stimmen
überprüft werden.
Die Aktivisten hielten die Niederlassungen der britischen HSBC-Bank,
der spanischen BBVA-Bancomer sowie der zur amerikanischen Citi Group
gehörigen Banamex blockiert. Zuvor besetzten die Protestierer
für mehrere Stunden drei Mautstationen an wichtigen
Zugangsstraßen nach Mexiko-Stadt und ließen Autofahrer ohne
Entgelt passieren. Die Aktion bezeichnete PRD-Generalsekretär
Guadalupe Acosta als Auftakt zur Ausweitung "des zivilen und
friedlichen Widerstands" auf den Rest des Landes.
Seit 30. Juli versperren tausende Anhänger der PRD mit Zelten
mehrere Hauptverkehrsadern der Metropole. Insgesamt sind acht Kilometer
Straße besetzt. Der historische Stadtkern und das Finanzzentrum
sind damit praktisch nicht mehr mit Autos zu erreichen.
Der Hotel- und Gaststättenverband erklärte, in der
mexikanischen Hauptstadt hätten Hotels und Einzelhandel seit
Beginn der Blockade umgerechnet rund 105 Millionen Euro Verlust
gemacht. Rund 4000 Übernachtungen seien storniert worden, sagte
der Präsident des Verbands, Jesús Nader Marcos.
Inzwischen begann die Neuauszählung von rund vier Millionen
Stimmen in 159 Wahllokalen im ganzen Land, in denen während der
Präsidentschaftswahl Unregelmäßigkeiten aufgetreten
waren. Laut Wahlkommission hatte der Linkspolitiker 35,31 Prozent der
Stimmen bekommen und war damit nur knapp dem Konservativen Felipe
Calderón mit 35,89 Prozent der Stimmen unterlegen. Der
Unterschied betrug rund 250.000 Stimmen.
(Quelle: afp)
Weltbevölkerung wächst weiterhin dramatisch
Do.10.08.06 - Die Weltbevölkerung wächst weiterhin mit dramatischem Tempo:
Jedes Jahr gebe es etwa 80 Millionen mehr Menschen auf der Erde, stellt
die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in ihrem aktuellen
Datenreport "Weltbevölkerung 2006" fest. "Das sind ungefähr so
viele Menschen wie derzeit in Deutschland leben", sagte die
stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Heute
leben etwa 6,6 Milliarden Menschen auf der Welt, in sechs Jahren werden
es vorraussichtlich sieben Milliarden sein.
98 Prozent des Wachstums findet in den Entwicklungsländern statt.
Die armen Staaten stünden vor zunehmenden Problemen, die Bewohner
zu versorgen, heißt es in dem Bericht. Von allen Weltregionen
wachse Afrika südlich der Sahara am schnellsten. Bis 2050 werde
sich die Bevölkerung dort von heute 767 Millionen auf 1,75
Milliarden mehr als verdoppeln.
Ein Problem der armen Länder sei die mangelhafte Versorgung mit
Verhütungsmitteln, heißt es in dem Bericht. "Im Durchschnitt
steht heute weltweit für jeden Mann in einem Entwicklungsland
gerade einmal ein Kondom aus Hilfsprogrammen zur Verfügung", sagte
Bähr. Sie forderte mehr Investitionen in die Geburtenkontrolle.
"Nur durch bessere Familienplanungsdienste kann das
Bevölkerungswachstum verlangsamt und der Kampf gegen die Armut
gewonnen werden", sagte Bähr.
Während die Bevölkerung in den armen Ländern stark
wächst, schrumpft sie in den Industrieländern. In Europa gehe
sie jedes Jahr um etwa 900.000 Menschen zurück, schreiben die
Experten. In Deutschland bekomme jede Frau durchschnittlich nur 1,3
Kinder. Das hat zur Folge, dass die deutsche Bevölkerung bis zum
Jahr 2050 von 82,4 auf 74,8 Millionen Einwohner zurückgehen werde.
Ein weiteres Problem für die Entwicklungsländer sei die
Verbreitung von Aids, warnte die DSW. "Besonders stark von der Seuche
betroffen sind die Länder des südlichen Afrika: Dort sind fast
20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit dem HI-Virus
infiziert", sagte Bähr. Dadurch, dass die Menschen in der
produktiven Lebensphase stürben und Alte und Kinder
zurückblieben, würden den betroffenen Ländern die
Arbeitskräfte geraubt.
(Quelle: afp)
Türkei will Wahlrecht ändern
Do.10.08.06 - In der Türkei wird über eine Senkung der
Zehn-Prozent-Hürde für den Parlamentseintritt diskutiert, mit
der die Parteien der Kurden bisher aus der Volksvertretung ferngehalten
wurden. Zur Debatte stehe eine Senkung auf sieben oder sogar drei
Prozent, berichtete die englischsprachige "Turkish Daily News" am
Mittwoch. Die Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep
Tayyip Erdogan strebt demnach zunächst eine innerparteiliche
Einigung und dann einen parteiübergreifenden Konsens für eine
Reform des Wahlrechts an. Zur Verabschiedung der Reform wird das
Parlament dem Bericht zufolge möglicherweise zwei Wochen
früher aus der Sommerpause zurückgerufen. Offiziell endet die
Sommerpause am 1. Oktober.
(Quelle: afp)
Deutschland
Umweltminister Gabriel für weitere Sicherheitsprüfungen in
Atomkraftwerken
Do.10.08.06 - Der Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark lässt
sich nach Einschätzung der Behörden nicht eins zu eins auf die
Verhältnisse in deutschen AKW übertragen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte die Länder und
die Kraftwerksbetreiber aber nach einer Kabinettsitzung in Berlin
gleichwohl zu weiteren Sicherheitsüberprüfungen auf. Der
Vorfall in Forsmark habe zudem erneut gezeigt, dass in der Atomtechnik
immer noch vielfach das Prinzip eines "Learning-by-doing" herrsche.
Angesichts des Gefährdungspotenzials der Atomenergie sei dies nicht
vertretbar.
Gabriel hatte im Kabinett über den Vorfall in Forsmark und
mögliche Folgen für die Nutzung der Atomenergie in Deutschland
berichtet. Dabei spielten Berichte der Bundesländer eine
wesentliche Rolle, die diese auf Aufforderung Gabriels bis Dienstag dem
Bund übermittelt hatten. Ein Ergebnis ist demnach, dass der in
Forsmark als besonders gefährlich eingestufte Ausfall der
Wechselrichter von zwei Notstromaggregaten in Deutschland nicht
hätte erfolgen können, da die deutschen Anlagen mit
Gleichstrom versorgt werden und keine Wechselrichter benötigen. Ein
Wechselrichter ist ein elektrisches Gerät, das Gleichstrom in
Wechselstrom umwandelt oder umgekehrt.
Kritik übte Gabriel an der niedersächsischen Landesregierung,
die sich in ihrem Bericht entgegen der Vorgaben des Bundes
ausschließlich auf Angaben der Betreiber verlassen habe. In den
anderen betroffenen Ländern seien diese Angaben dagegen vom
TÜV oder anderen Experten geprüft worden.
(Quelle: afp)
DIHK fordert von Merkel Ende des Atomausstiegs
Do.10.08.06 - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat Bundeskanzlerin
Angela Merkel aufgefordert, sich im Zuge der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr für einen Stopp des
Atomausstiegs einzusetzen. Laut «Bild»-Zeitung heißt
es in einem Brief von DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun an Merkel
zur Begründung, die deutsche Ausstiegspolitik sei ein
«Risiko für die Position Europas im globalen
Standortwettbewerb».
Weiter heißt es demnach: «Der Ausstieg wird zu weiter
steigenden Kosten des Klimaschutzes führen und so dazu beitragen,
Investitionen in Standorte außerhalb Deutschlands, wenn nicht
sogar Europas zu lenken.»
(Quelle: ap)
Kernkraft ist kein Klimaretter
Atomreaktoren seien kein geeignetes Mittel, um dem steigenden
Ausstoß des klimarelevanten Treibhausgases Kohlendioxid CO2 zu
begegnen, sagt ein britisches Expertengremium... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0604170.htm#060417_ae