B.O.A.-NACHRICHTEN
 last update: boa München, Sa.26.08.2006 - 14:00 
  [ Übersicht] [ Ticker ] [ Medien-Termine] [ Medien-Nachrichten]

 

.
 
a8-k0608260      

Kurznachrichten                    [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ]

[ vorherige] [ nächste ]         

+++ Sa.26.08.06, 07:20        zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

Irak am siebenhundertachtundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

US-Soldaten beschießen nach Angriff Moschee in Ramadi

Sa.26.08.06 - US-Truppen haben am Freitag nach amerikanischen Militärangaben eine Moschee in der irakischen Stadt Ramadi mit Panzern beschossen, nachdem sie zuvor aus dem Gebäude heraus angegriffen worden sind. Bei dem Feuergefecht wurden laut Polizei drei Menschen getötet und 23 verletzt. Die US-Streitkräfte berichteten, einer ihrer Soldaten sei leicht verletzt worden. Die Kuppel und das Minarett der Moschee seien bei dem Panzerbeschuss stark beschädigt worden, hieß es weiter.

(Quelle: ap)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Chronologie des Irak-Kriegs:

Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05. 2005 bis 26.08.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
 
 

Vor einem Jahr:
 
Irak am vierhundertvierundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Fr.26.08.05 - Frist für irakische Verfassung abermals verlängert. Notfalls Referendum ohne Parlamentsbeschluss - USA demonstrieren Gelassenheit +++ Konfrontation zwischen Schiiten verschärft Lage im Irak +++ Sadr ruft rivalisierende Schiiten zur Ruhe auf +++ Wegen der zunehmend umstrittenen Irak-Politik ist der Rückhalt für US-Präsident George W. Bush in der amerikanischen Bevölkerung auf einen historischen Tiefstand gesunken... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0508260.htm#news

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
 

Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.

Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine verlässlichen Angaben. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 

 


 


 

Afghanistan: Karsai lässt nach Militäreinsatz Tod von acht Menschen untersuchen

Sa.26.08.06 - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat am Freitag eine Untersuchung des gewaltsamen Todes von acht Menschen angeordnet, die am Donnerstag Opfer eines Einsatzes afghanischer und US-Truppen wurden. Die US-Streitkräfte hatten erklärt, Ziel des Einsatzes in der Provinz Kunar seien Al-Kaida-Kämpfer gewesen. Nach Angaben der örtlichen Polizei waren die Opfer aber Zivilpersonen, darunter ein zehnjähriges Kind. Karsai hat wiederholt bei den internationalen Truppen in Afghanistan ein sorgfältigeres Vorgehen angemahnt, um zivile Todesopfer zu vermeiden.

Bei einem Feuergefecht der Polizei mit mutmaßlichen Taliban-Kämpfern wurden nach Angaben der Bezirksregierung von Argandab in der südlichen Provinz Sabul am Freitag sechs Aufständische getötet und zwölf verletzt. Auch einer der Polizisten sei verletzt worden.

(Quelle: ap)
 


 

Nahost-Konflikt

USA untersuchen Einsatz von Streubomben im Libanon. EU will Hälfte der geplanten Libanon-Truppe stellen. Italienischer Außenminister fordert UN-Truppe für den Gazastreifen. 63 Prozent der Israelis für Olmerts Rücktritt. Abbas soll mit Hamas Regierung der nationalen Einheit bilden

Sa.26.08.06 - Das US-Außenministerium untersucht den Einsatz amerikanischer Streubomben im Libanonkrieg. Dabei geht es vor allem um Berichte über israelische Angriffe auf zivile Ziele. «Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden sehen, wohin das führt», sagte Ministeriumssprecher Gonzalo Gallegos am Freitag in Washington. In Geheimvereinbarungen mit Israel haben die USA festgelegt, unter welchen Bedingungen die von ihnen gelieferten Waffen verwendet werden dürfen.

Nach Informationen der «New York Times» vom Freitag hat Washington bereits eine Lieferung von Artillerieraketen des Typs M-26 verschoben. Diese gehören ebenfalls zu den Waffen, die bei ihrer Explosion zahlreiche weitere Sprengsätze freisetzen und so über eine größere Fläche hinweg tödliche Wirkung haben.

Bislang wurden nach Angaben der Vereinten Nationen Streubomben an 285 verschiedenen Orten im Südlibanon gefunden. In vielen Fällen sind die Sprengsätze noch nicht explodiert und stellen eine große Gefahr für heimkehrende Kriegsflüchtlinge dar. Der Einsatz von Streubomben gegen Sodaten sei nicht illegal, sagte Dalya Farran vom UN-Koordinierungszentrum gegen Landminen (U.N. Mine Action Coordination Center). «Aber die Genfer Konventionen untersagen ihren Einsatz in zivilen Gebieten.»

Die Europäische Union will knapp die Hälfte der geplanten 15.000 Soldaten für die erweiterte UN-Truppe im Libanon stellen. Mindestens 6500 bis 7000 Europäer würden sich beteiligen, sagte der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy bei einem Treffen der EU-Außenminister mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in Brüssel. Größte EU-Truppensteller werden Italien, Frankreich und Spanien sein. Annan kündigte an, die Truppe solle zunächst von Frankreich und ab Februar kommenden Jahres von Italien geführt werden.

Mit der umfangreichen Beteiligung der Europäischen Union werde "das Rückgrat der UNIFIL europäisch sein", sagte Douste-Blazy. Annan sprach von der einzigartigen Möglichkeit, die Beendigung der Feindseligkeiten mit Israel in eine dauerhafte Waffenruhe umzuwandeln.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass die UNIFIL-Truppe ein robustes Mandat für den Libanon erhalten wird. "Ich rechne damit, dass wir uns in der nächsten Woche auch über die Einsatzregeln verständigen werden", sagte er im ZDF. Für Deutschland gehe es vorrangig darum, die immer noch bestehende Seeblockade zu Lasten des Libanon zu beenden. Deshalb werde Deutschland "ein starkes maritimes Angebot" machen.

Italien hatte eine gemeinsame Führung der UN-Truppe vorgeschlagen und einen Beitrag von bis zu 3000 Soldaten in Aussicht gestellt. Ein Teil des italienischen Kontingents der UNIFIL-Truppe könnte bereits ab der kommenden Woche im Libanon sein. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte Regierungschef Romano Prodi mit den Worten, am Montag wolle das Kabinett den Einsatz beschließen. Am Dienstag könnten dann 800 Soldaten in den Libanon aufbrechen.

Am Donnerstagabend hatte der französische Präsident Jacques Chirac die Entsendung von 2000 Soldaten angekündigt und zugleich die Bereitschaft seines Landes bekräftigt, die Führung der UN-Truppen zu übernehmen. Spanien will 1000 bis 1200 Soldaten für die erweiterte UN-Truppe entsenden. Belgien will zunächst 302 Soldaten stellen. Polen will zu den bereits 214 im Libanon stationierten UNIFIL-Soldaten rund 250 weitere stellen. Finnland will 250 Soldaten beisteuern.

Großbritannien will keine Bodentruppen, aber möglicherweise Spezialeinheiten schicken. Bangladesch, Malaysia und Indonesien hatten bereits früher Kontingente für die UN-Truppe angeboten.

Im Fall einer erfolgreichen Stationierung von Blauhelmen im Libanon hat Italien eine UN-Truppe für den Gazastreifen vorgeschlagen. Der italienische Außenminister Massimo D'Alema sagte der israelischen Zeitung «Haaretz» vom Freitag, eine solche Möglichkeit werde derzeit erörtert. Sie komme in Betracht, falls die Hamas und die Fatah eine Regierung der nationalen Einheit bildeten und die Hamas den entführten israelischen Soldaten freilasse. Die Palästinenser fordern seit langem die Stationierung von Blauhelmen im Gazastreifen. Israel hat dies stets abgelehnt.

Anderthalb Wochen nach Beendigung des Libanon- Kriegs durch eine Waffenruhe wächst in Israel die Unzufriedenheit über die Regierung von Premierminister Ehud Olmert. Nach einer am Freitag veröffentlichten Meinungsumfrage sprechen sich 63 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Olmerts aus.

74 Prozent bewerten die Leistung des Regierungschefs während der 33-tägigen Kampfhandlungen als «schlecht». Auch die Arbeit von Verteidigungsminister Amir Perez (79 Prozent) und Generalstabschef Dan Haluz (63 Prozent) erhielt die selbe Bewertung.

In Israel überwiegt der Eindruck, dass die Armee in ihrem Kampf gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon über keine klare Strategie verfügte und dass die Feindseligkeiten endeten, ohne dass Israel der pro-iranischen Guerilla im nördlichen Nachbarland eine entscheidende Niederlage zufügen konnte.

Wären jetzt Wahlen, würde nach dieser Umfrage außerdem die von Olmert geführte Regierungspartei Kadima ihre Mehrheit verlieren und zwölf ihrer 29 Parlamentssitze einbüßen. Stärkste Kraft würde die rechte Likud-Partei unter Oppositionsführer Benjamin Netanjahu werden, deren Fraktion von zwölf auf 20 Parlamentarier anwachsen würde.

Die Umfrage war von der größten Tageszeitung des Landes, «Jediot Achronoth», in Auftrag gegeben worden. Sie stützte sich auf die Befragung eines repräsentativen Querschnitts von 499 wahlberechtigten Bürgern. Die Fehlerquote wurde mit 4,5 Prozent angegeben.

Das Zentralkomitee der Fatah hat den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas am Freitag zu Gesprächen mit der Hamas über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit ermächtigt. Das teilte der Fatah-Funktionär Hani al Hassan mit. Mit der Initiative soll versucht werden, den innerpalästinensischen Konflikt beizulegen und die internationale Isolation der Autonomiebehörde seit der Regierungsübernahme durch die radikalislamische Hamas zu beenden. Die Sitzung des Fatah-Zentralkomitees, die erste seit der überraschenden Wahlniederlage der Partei von Präsident Abbas im Januar, fand in der jordanischen Hauptstadt Amman statt, weil einige der 17 Mitglieder von Israel mit einem Einreiseverbot für das Westjordanland belegt worden sind.

(Quellen: ap, dpa, afp)
 


 

Steinmeier nennt iranische Bedingungen für Atomgespräche inakzeptabel

Sa.26.08.06 - Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat vom Iran genannte Bedingungen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das Atomprogramm des Landes am Freitag als inakzeptabel bezeichnet. Der Iran fordere vor dem Beginn der Gespräche Garantien, dass es keine Sanktionen geben werde, sagte Steinmeier in Brüssel.

Der außenpolitische Gesandte der EU, Javier Solana, kündigte an, er werde das Gespräch mit dem Iran suchen, um Klarheit über die Antwort auf das internationale Verhandlungsangebot zu bekommen. Die USA, Deutschland und Frankreich haben schon angedeutet, dass sie die iranische Antwort für unzureichend halten. Wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac in Paris erklärte, fehlt ein Bezug auf die geforderte Aussetzung der Urananreicherung. «Aber die Tür ist offen» für den Iran.

In dem Kompromissvorschlag der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats und Deutschlands wurden dem Iran wirtschaftliche und politische Anreize in Aussicht gestellt, wenn er im Gegenzug sein Atomprogramm beendet. Teheran hatte am Dienstag offiziell geantwortet und sich zu «ernsthaften Verhandlungen» bereit erklärt. Der Sicherheitsrat hat der iranischen Regierung eine Frist bis zum 31. August gesetzt, um die Urananreicherung auszusetzen. UN-Generalsekretär Kofi Annan will in den nächsten Tagen nach Teheran reisen.

Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» enthält die iranische Antwort aber nur iranische «Maximalpositionen» und keine Signale zum Kompromiss enthalten. So sei der Iran nicht bereit, die Uran-Anreicherung - wie von der internationalen Gemeinschaft gefordert - als Vorbedingung vor Verhandlungen auszusetzen. Solche Fragen sollten im Laufe der Verhandlungen erörtert werden, heiße es in der am Dienstag übermittelten Antwort.

Der frühere iranische Präsident Mohammad Chatami warnte aber, sein Land in dem Konflikt um das Atomprogramm zu sehr unter Druck zu setzen. Dadurch würde nur eine weitere Krise in der ohnehin schon explosiven Region geschaffen, sagte Chatami am Freitag auf einer Veranstaltung der UN-Universität in Tokio. Chatami sagte, der Iran habe ein legitimes Recht zur Entwicklung der Atomenergie. Das Programm verfolge ausschließlich friedliche Zwecke und stelle keine Bedrohung dar. Die Haltung der USA zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen kritisierte Chatami als heuchlerisch und sagte: «Wenn Atomwaffen so schlecht sind, warum haben sie dann hunderte von Atomsprengköpfen?»

Russland machte sich unterdessen erneut für eine diplomatische Lösung des Streits stark. Der russische Vizeministerpräsident Sergej Iwanow sagte, für Strafmaßnahmen gegen den Iran sei es noch zu früh. «Die Diskussion über Sanktionen ist verfrüht und nicht zweckmäßig», erklärte er laut einer Meldung der Nachrichtenagentur ITAR-Tass. «Russland wird sich in jedem Fall weiter für eine politische und diplomatische Einigung einsetzen.»

(Quelle: ap)
 


 

Kongressbericht: USA können Lage im Iran nicht beurteilen

Sa.26.08.06 - Die USA wissen einem Bericht des US-Kongresses zufolge viel zu wenig über die tatsächlichen Fähigkeiten des Irans zum Ausbau seiner Nukleartechnologie. Die CIA und die anderen US-Geheimdienste seien nicht in der Lage gewesen, "wesentliche Informationen zu liefern, die ein Urteil erlauben", heißt es in dem 29-seitigen Bericht des Geheimdienstausschusses. Ausdrücklich warnt der Bericht des republikanisch dominierten Ausschusses vor einer Informationslage wie vor dem Krieg gegen den Irak. Damals erwiesen sich die Indizien für die Existenz von Massenvernichtungswaffen des Iraks unter Saddam Hussein als substanzlos.

(Quelle: dpa)
 


 

UN wollen am Montag über Friedenstruppe für Sudan beraten

Sa.26.08.06 - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will am Montag ungeachtet des Widerstands der sudanesischen Regierung über die Stationierung von Friedenstruppen in der Region Darfur beraten, da sich die Situation dort immer weiter verschlechtert. Dies teilte am Donnerstag der ghanaische UN-Botschafter Nana Effah-Apenteng mit.

Sudan lehnt die Stationierung von UN-Truppen ab, da dies die staatliche Souveränität verletzen würde. Die Regierung bat um mehr Zeit, um die Lage in Darfur selbst beruhigen zu können. In Darfur sind bereits Soldaten der Afrikanischen Union stationiert, die die Lage seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens im Mai jedoch nicht verbessern konnten.

Die USA hatten sich am Dienstag für eine sofortige Stationierung einer UN-Friedenstruppe in Darfur ausgesprochen. Nur eine starke und robuste UN-Truppe könne die Lage in der sudanesischen Krisenregion unter Kontrolle bringen, sagte Außenamtssprecher Curtis Cooper in Washington. Die mehr als zwei Millionen Flüchtlinge im Land müssten geschützt werden, und die sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen müsse beendet werden.

(Quelle: ap)
 


 

Islamisten in Somalia drohen Äthiopien mit Krieg

Sa.26.08.06 - Die in Teilen von Somalia herrschenden Islamisten haben dem Nachbarland Äthiopien mit Krieg gedroht. Sollte Äthiopien seine nach Somalia entsandten Truppen nicht zurückziehen, werde es einen "groß angelegten Krieg" geben, sagte Islamistenführer Scheich Hassan Dahir Aweis am Donnerstag in Mogadischu. "Wir sagen noch einmal, dass wir eine Intervention Äthiopiens niemals akzeptieren." Kein Land werde Somalia "vom Weg der Scharia abbringen", sagte Aweis.

(Quelle: afp)
 


 

Westafrikas Staaten planen Zusammenarbeit nach EU-Vorbild

Sa.26.08.06 - Die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS planen einen Umbau ihrer politischen Struktur nach dem Vorbild der EU-Kommission. Wie die nigerianische Nachrichtenagentur NAN am Donnerstag unter Berufung auf den stellvertretenden ECOWAS-Chef Gilles Hounkpati meldete, soll die neue ECOWAS ab Januar kommenden Jahres über einen Präsidenten und einen Stellvertreter sowie über sieben Kommissare verfügen.

(Quelle: afp)
 


 

Brasiliens Regierung droht VW mit Aussetzung staatlicher Kredite

Sa.26.08.06 - Die brasilianische Regierung hat Volkswagen wegen der angedrohten Schließung einer Fabrik bei São Paolo mit der Aussetzung staatlicher Kredite gedroht. Die Kredite der Nationalbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) gingen nicht an Unternehmen, die die Schließung ihrer Fabriken ankündigten, sagte Arbeitsminister Luiz Marinho am Donnerstag (Ortszeit) laut der brasilianischen Nachrichtenagentur Brasil. Volkswagen hatte am Dienstag gedroht, seine Fabrik in Anchieta bei São Paolo, die älteste des deutschen Autokonzerns in Brasilien zu schließen, sollten die Gewerkschaft weiter einen Restrukturierungsplan für die Produktion im Land ablehnen. In dem Werk war es in den vergangenen Wochen zu Streiks gegen die VW-Pläne gekommen.

(Quelle: afp)
 


 

Mehr als 240 Flüchtlinge auf Lampedusa eingetroffen

Sa.26.08.06 - Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind binnen zwölf Stunden mehr als 240 Flüchtlinge eingetroffen. Insgesamt sieben Boote mit illegalen Einwanderern hätten seit Donnerstagabend die Insel erreicht, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. In den vergangenen Tagen riss die Flüchtlingsbewegung von Afrika nach Italien nicht ab.

Am Wochenende waren nach dem Untergang von zwei Booten die Leichen von elf Flüchtlingen vor Lampedusa geborgen worden. Augenzeugen zufolge ertranken jedoch dutzende weitere Menschen bei der gefährlichen Überfahrt.

(Quelle: afp)
 


 

Deutschland

Zypries wehrt sich gegen Aufweichung rechtsstaatlicher Sicherungen

Sa.26.08.06 - Zehn Tage vor der Sonderkonferenz der Innenminister über zusätzliche Anti-Terror-Maßnahmen hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ihre Bedenken gegen einen ungehemmten Datenaustausch zwischen Polizeien und Nachrichtendiensten erneuert. In einem Interview des Deutschlandfunks sagte die SPD-Politikerin am Freitag, vor allem hinsichtlich der geplanten Anti-Terror-Datei gelte es, die rechtsstaatlichen Sicherungen beizubehalten.

Nachdrücklich erinnerte die Justizministerin an das Gebot des Grundgesetzes, die Erkenntnisse von Polizei und Geheimdiensten voneinander zu trennen. So dürften nicht ausnahmslos alle Daten für alle Behörden unverschlüsselt zugänglich sein. Zypries erinnerte daran, dass die Nachrichtendienste bereits im Vorfeld eines Verdachts Daten sammeln könnten, die Polizei Daten aber nur dann erheben dürfe, wenn sie auch zur Gefahrenabwehr erforderlich seien. Dies seien völlig andere Zweckbestimmungen, die aus verfassungsrechtlichen Gründen beachtet werden müssten.

Den Bedenken, der damit verbundene Zwang zur Erkundigung im Einzelfall könnte den Datenabgleich unangemessen verzögern, widersprach Zypries. So könne man heutzutage die «Segnungen der Technik nutzen» und mit Hilfe von E-Mails viel schneller arbeiten als früher. Die Justizministerin zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Innenminister bei der Anti-Terror-Datei den Anforderungen des Grundgesetzes Rechnung tragen.

(Quelle: ap)


 

Staatsgewalt mit Tarnkappe
Wie die neuen und neuesten Sicherheitsgesetze aus dem Geheimdienst eine geheime Polizei machen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0607070.htm#060707_ge
 


 

Weitere Festnahme wegen versuchten Bombenanschlägen

Sa.26.08.06 - Nach der Festnahme der beiden mutmaßlichen Bombenleger von Köln sind zwei weitere Verdächtige gefasst worden. Ein Mann wurde in Konstanz vorläufig festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Im Libanon wurde nach Angaben der dortigen Behörden ein weiterer möglicher Mittäter inhaftiert. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden mutmaßlichen Bombenleger Youssef Mohamad E.H. und Jihad H. Unterstützer hatten und damit Mitglieder einer terroristischen Vereinigung waren. Jihad H. soll nach libanesischen Angaben ein Teilgeständnisabgelegt haben.

Der in Konstanz Festgenommene soll laut Bundesanwaltschaft zum Umfeld des am vergangenen Samstag in Kiel verhafteten Tatverdächtigen Youssef Mohamad E.H. gehören. Sein Zimmer in einem Studentenwohnheim wurde am Freitag durchsucht. Es werde nun ermittelt, ob und inwieweit der Mann in die Vorbereitung für die gescheiterten Anschläge auf die beiden Regionalzüge eingebunden gewesen sei. Ob er dem Haftrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt wird, soll sich erst am Samstag entscheiden.

Wie der libanesische Innenminister Ahmad Fatfat der AFP in Beirut sagte, gab Jihad H. bei den Vernehmungen im Libanon zu, "eine Tasche in einem der Züge abgestellt zu haben, ohne zu wissen, was sich darin befindet". Die neue Festnahme im Libanon wurde nach Justizangaben durch die Aussage von Jihad H. möglich, der sich am Vortag den Behörden in Tripoli gestellt hatte.

Die deutschen Ermittler waren schon vor den Festnahmen davon ausgegangen, dass die beiden mutmaßlichen Haupttäter Youssef Mohamad E.H. und Jihad H. Helfer hatten. Die Polizei sei sicher, dass die beiden weitere Unterstützer hätten, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke dem Fernsehsender n-tv. Es sei aber noch unklar, ob es sich um ein internationales Netzwerk oder um eine autonome Gruppe handele. Ziercke zeigte sich aber überzeugt, dass mit der Festnahme der beiden Männer "der Gefahr die Spitze genommen" worden sei.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zeigte sich überzeugt, bis zur Sonderkonferenz der Innenminister am 4. September eine grundlegende Einigung über die Form der geplanten Anti-Terror-Datei erreichen zu können. "Ich hoffe, dass wir uns bis dahin halbwegs einig sind", sagte Zypries im ZDF.

(Quelle: afp)
 


 

Moslem-Verbände verurteilen Anschlagsversuche in Deutschland

Sa.26.08.06 - Die größten moslemischen Verbände in Deutschland haben die versuchten Kofferbomben-Anschläge auf zwei Regionalzüge scharf verurteilt und gleichzeitig vor einem Generalverdacht gegen Moslime gewarnt.

Die versuchten Anschläge ließen sich nicht mit dem Islam begründen, teilten die 16 Verbände in einer am Freitag in Köln vorgelegten gemeinsamen Erklärung mit: "Die mutmaßlichen Täter finden im Islam keine Rechtfertigung für solche Taten." Terror sei eine Bedrohung für die gesamte Menschheit. Die in Deutschland lebenden Muslime forderten sie auf, jetzt noch intensiver den Dialog zu suchen. Gleichzeitig appellierten die Verbände an die Politik, Freiheitsrechte nicht zu beschneiden. Die Muslime erwarteten eine "sachliche Auseinandersetzung in der öffentlichen Diskussion, damit sich der Eindruck eines Generalverdachts nicht verfestigt".

Die Muslime in Deutschland seien von den versuchten Anschlägen "doppelt betroffen". Sie seien ebenso wie andere Gruppen der Bevölkerung ein potenzielles Ziel von Anschlägen und würden gleichzeitig von vielen Bürgern als Mitschuldige betrachtet.

Am 31. Juli waren Anschläge mit Kofferbomben auf zwei Regionalzüge versucht worden. Die Sprengsätze waren aber nicht detoniert. Die beiden mutmaßlichen Bombenleger, zwei aus dem Libanon stammende Männer, sind gefasst worden.

(Quelle: rtr)
 


 

Verteidigungsminister Jung plant Rüstungsprojekte für sechs Milliarden Euro

Sa.26.08.06 - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will nach einem Pressebericht noch in diesem Jahr neue Rüstungsprojekte mit einem Volumen von knapp sechs Milliarden Euro auf den Weg bringen. Dies will die Zeitung «Die Welt» aus dem Ministerium erfahren haben.

Für die Bundeswehr werde es in den nächsten Jahren neue Fregatten, U-Boote und für die Auslandseinsätze eine neue Generation geschützter Transportfahrzeuge geben.

Danach will Jung für das Heer 272 Fahrzeuge vom Typ Boxer beschaffen. Das «gepanzerte Transportkraftfahrzeug» könne bis zu zehn Soldaten aufnehmen und biete optimalen Schutz gegen Minen und Beschuss. Die Kosten würden auf 891 Millionen Euro veranschlagt.

Weitere große Projekte sind nach Informationen der «Welt» vier Fregatten vom Typ 125 für 2,2 Milliarden Euro sowie zwei U-Boote vom Typ 212 für 864 Millionen Euro. In die Modernisierung des seit 30 Jahren betriebenen Transporthubschraubers CH 53 wolle Jung rund 500 Millionen Euro stecken.

(Quelle: dpa)
 


 

CSU-Generalsekretär Söder will 'Hartz IV'-Empfängern Urlaub streichen

Sa.26.08.06 - CSU-Generalsekretär Markus Söder fordert weitere Verschärfungen der Arbeitsmarktreform «Hartz IV», um auf diese Weise den Druck auf Langzeitarbeitslose zur Arbeitsaufnahme zu erhöhen. Dazu sollte auch die Streichung von Urlaub gehören, sagte Söder am Freitag dem Nachrichtensender N24. Söder betonte: «Es gibt für die ´Hartz IV´-Empfänger einen Urlaubsanspruch. Das geht nicht.»

Dies wurde vom Arbeitsministerium zurückgewiesen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte in Berlin, Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) werde den Söder-Vorschlag «ganz gewiss nicht» aufgreifen. Er versicherte: «Wir werden uns damit nicht befassen.»

Söder hatte seine Forderung damit begründet, dass generell der Grundsatz gelten müsse, «wer arbeitet, muss mehr haben als der, der nicht arbeitet». Deshalb sollten auch die Zuschläge beim Übergang von Arbeitslosengeld I (ALG) auf ALG II gekürzt werden, sagte der CSU-Politiker weiter. Es müsse schließlich klar sein, «dass sich jemand nicht ausruhen kann in ´Hartz IV´».

(Quelle: ddp)
 


 

Mehrheit der Beschäfigten identifiziert sich nicht mit ihrer Firma

Sa.26.08.06 - Trotz steigender Unternehmensgewinne hat sich die Stimmung unter den Beschäftigten in Deutschland offenbar nicht verbessert. Dies geht aus einer Gallup-Umfrage hervor, über die das Magazin "Harvard Businessmanager" in seiner Septemberausgabe berichtet. Vielmehr ist demnach der Anteil derer, die keinerlei emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber verspüren, sogar noch gestiegen: Er liegt bei 19 Prozent, vor fünf Jahren waren es noch 15 Prozent. Der Anteil von Arbeitnehmern, die sich stark mit ihrem Unternehmen identifizieren, sank im selben Zeitraum von 16 auf 13 Prozent.

Der Anteil von Beschäftigten mit geringer Bindung an ihre Firma blieb der Umfrage zufolge ungefähr konstant: Derzeit sind es 68 Prozent, 2001 waren es 69 Prozent. Gegenstand der Studie waren auch die Folgen für die Unternehmen. Emotional eingebundene Mitarbeiter fehlen demnach 2,4 Tage weniger im Jahr. Zudem empfahlen 75 Prozent dieser Gruppe die Produkte ihrer Firma weiter, dagegen betrieb nur ein Viertel der Frustrierten diese Art von Mundpropaganda.

(Quelle: afp)
 


 

Wissenschaft

Affen sind doch nicht so klug wie bisher angenommen

Sa.26.08.06 - Was für den Homo sapiens zum täglichen Geschäft gehört - nämlich Experten beim Hantieren mit Geräten zu beobachten, um selbst daraus zu lernen, scheint bei unseren nächsten Artverwandten - den Menschenaffen - offensichtlich nicht selbstverständlich zu sein. In Gefangenschaft haben Forscher immer wieder beobachtet, dass die Tiere von einander nützliche Fähigkeiten wie etwa das Aufschlagen von Nüssen mit Steinen lernen. Sogar von menschlichem Handeln konnten die Tiere abschauen. Wie sich die Menschenaffen allerdings in freier Wildbahn verhalten, konnten nun Forscher der Zoological Society von San Diego feststellen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist Online.

Bei Untersuchungen von Menschenaffen in Kamerun hat sich nämlich herausgestellt, dass diese Fähigkeiten bei weitem nicht so häufig in der Wildnis zu finden sind, wie ursprünglich angenommen. Solche nützlichen "Survival-Tricks" werden in freier Wildbahn nur selten entwickelt. Wenn sie dann weiter verbreitet werden, dann durch so genannte "kulturelle Dissemination der Fähigkeit" durch die Familie, Sippe und Nachfahren der 'erfinderischen Vorfahren'.

Ein gutes Beispiel dafür haben Forscher in Westafrika, im Westen der N'Zo-Sassandra-River Region in der Elfenbeinküste (Cote D'Ivoire) gefunden. Die Wissenschaftler hatten eine Schimpansen-Kolonie entdeckt, in der die Tiere Nüsse mit Steinen geschickt öffnen konnten. Dadurch, dass das Gebiet durch einen reißenden und für die Tiere unpassierbaren Fluss begrenzt war, konnte dieses Wissen unmöglich weitergegeben worden sein. Demnach musste die Fähigkeit auf Schimpansen dieser Region beschränkt sein. Alle Indizien sprachen dafür. Nun haben allerdings die beiden Wissenschaftler Bethan Morgan und Ekwoge Abwe von der San Diego Conservation for Endangered Species das gleiche Phänomen in Kamerun rund 1.700 Kilometer weiter östlich ebenfalls beobachtet. Zwei unterschiedliche Theorien sollen eine Erklärung dafür sein: Eine davon lautet, dass sich dieses Wissen doch Richtung Osten ausbreiten konnte, aber dazwischen als "Fähigkeit" verloren ging bzw. ausstarb.

"Bisher konnte allerdings noch nie beobachtet werden, dass kulturelle Wesenszüge bei Schimpansen einfach verschwanden", erklärte Morgan. Die Forscherin meint, dass dies höchst unwahrscheinlich sei. Die zweite Theorie geht davon aus, dass auch in der Sippe in Kamerun einige der Tiere über spezielle Fähigkeiten verfügten und es unabhängig von der Kolonie in der Cote d'Ivoire weiter gegeben und entwickelt wurde.

Wie immer die Antwort auf diese Frage auch laute, sie werfe neue Fragen in der Entwicklung der Fähigkeiten unsere nächsten Artverwandten auf, meinen die Experten. Möglicherweise liege darin auch die Antwort auf die erlernten Fähigkeiten beim frühen Menschen.

(Quelle: pte)
 


 

Pluto verliert seinen Planetenstatus

Sa.26.08.06 - Pluto hat seinen Status als Planet unseres Sonnensystems verloren. Angesichts der Entdeckung vieler ähnlicher Objekte entzog die Internationale Astronomische Union (IAU) dem Eiszwerg am Rande unseres Systems den Status eines vollwertigen Planeten und degradierte ihn zum Zwergplaneten.

Damit hat das Sonnensystem nur noch acht statt bisher neun Planeten, Lehrbücher und Lexika weltweit müssen geändert werden. Die Entscheidung gegen Pluto fiel auf Grundlage der ersten wissenschaftlichen Definition des Begriffs Planet, die von den Delegierten zum Abschluss der 26. IAU-Generalversammlung in Prag verabschiedet wurde.

Die acht Planeten der Sonne sind demnach Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Pluto begründet die neue Kategorie der Zwergplaneten. Zwergplaneten sind nach der IAU-Definition trotz ihres Namens keine Planeten. Weitere Mitglieder dieser künftig voraussichtlich rasch wachsenden Kategorie sind der bisherige Planetoid Ceres aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sowie das erst kürzlich jenseits von Pluto aufgespürte Objekt 2003 UB313, das von seinen Entdeckern nach der Heldin einer Fantasy-Fernsehserie inoffiziell Xena getauft worden war.

Plutos Begleiter Charon, für den ursprünglich ebenfalls der Planetenstatus diskutiert worden war, bleibt dagegen ein Mond des Zwergplaneten. Die IAU erwartet nach eigenen Angaben schon in den nächsten Monaten weiteren Zuwachs in der Familie der Zwergplaneten. Derzeit würden bereits rund ein Dutzend Kandidaten geführt, teilte die Union nach der Verabschiedung der Definition mit.

Die exakte Planeten-Definition, die bislang nicht existierte, war notwendig geworden, weil durch die immer bessere Beobachtungstechnik die Zahl von Entdeckungen in den Außenbezirken des Sonnensystems ständig steigt. In der jüngeren Vergangenheit hatten bereits mehrere Forschergruppen die Entdeckung eines - damals noch - zehnten Planeten für sich reklamiert. Die offizielle Benennung und Einteilung der Himmelsobjekte behält sich jedoch die 1919 gegründete IAU als Weltverband der Astronomen vor.

Die Delegierten der Generalversammlung hatten bis zuletzt zum Teil heftig über den genauen Text der Planetendefinition debattiert und immer wieder Details verändert. Schließlich stimmte die Mehrheit der Anwesenden für den zentralen Text. Ein Zusatz, die acht Planeten künftig als «klassische Planeten» zu bezeichnen, fand keine Mehrheit.

Nach der nun beschlossenen Definition sind Planeten unseres Sonnensystems Himmelskörper, die die Sonne umkreisen, genug Masse haben, damit ihre eigene Schwerkraft sie zu annähernd kugelförmiger Gestalt zusammenpresst, und die ihre kosmische Nachbarschaft von anderen Objekten freigeräumt haben. Letzteres trifft auf Pluto und Xena, die sich beide im so genannten Kuiper-Gürtel mit zahlreichen anderen Himmelskörpern bewegen, ebenso wenig zu wie auf Ceres im Asteroidengürtel.

Außer Planeten und Zwergplaneten gibt es künftig nur noch eine Kategorie von Objekten, die die Sonne umkreisen. Unter diesen Kleinkörpern des Sonnensystems («Small Solar-System Bodies») werden Kometen, Asteroiden und andere kleine Objekte zusammengefasst. Monde, die per Definition einen Planeten umkreisen, bleiben von der Festlegung unberührt.

(Quelle: dpa)
 


 

Kosmische Strings

Sa.26.08.06 - Das Weltall hat möglicherweise Risse. Zwar sind sie extrem dünn, dafür aber teilweise unendlich lang. Entstanden sind sie vermutlich bereits kurz nach dem Urknall: Etwa so, wie beim Gefrieren von Wasser dort Risse im Eis entstehen, wo die Bildung von Eiskristallen ungleichmäßig verläuft, bekam demnach auch der Weltraum Risse, als Bereiche mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften aufeinander trafen. Allerdings haben die Risse - offiziell «Kosmische Strings» genannt - ein großes Imageproblem: Zumindest bisher weiß niemand, ob sie wirklich existieren.

In der Theorie gibt es Kosmische Strings schon seit etwa 30 Jahren. Natürlich handelt es sich dabei nicht um die Art von Rissen oder Spalten, die man von der Erde kennt. Man kann sie nicht direkt sehen, und sie bewegen sich rasant durchs All. Zudem sind sie extrem dünn: Wäre ein einzelnes Wasserstoffatom so groß wie die Sonne, wäre ein Kosmischer String im Vergleich immer noch nicht dicker als ein menschliches Haar, berichtet das Magazin «bild der wissenschaft» in seiner Septemberausgabe.

Trotzdem sind die Risse echte Schwergewichte. So würde ein einziger Zentimeter eines solchen Kosmischen Strings zehn Billiarden Tonnen wiegen, und ein sechs Kilometer langer Abschnitt hätte die Masse der gesamten Erde. Die Kosmologen glauben, dass ursprünglich etwa 80 Prozent der Risse unendlich lang waren und die übrigen riesige Schleifen, groß wie ganze Galaxien, bildeten. Mittlerweile hat sich jedoch das Universum stark ausgedehnt, und der größte Teil der unendlich langen Fäden wäre von der Erde aus nicht mehr beobachtbar. Die verzwirbelten Schleifen der restlichen Weltraumfäden könnten jedoch durchaus noch im beobachtbaren Teil des Alls existieren.

Sollte es die Kosmischen Strings tatsächlich geben, wären sie eine wahre Goldgrube an Informationen für die Forschung. Da sie aus der Geburtsstunde des Universums stammen, könnten sie dazu beitragen, beispielsweise die Eigenschaften der Urmaterie besser zu verstehen. Sie könnten bei der Erklärung helfen, wie Galaxien entstanden sind und woher die energiereichsten Teilchen der kosmischen Strahlung stammen. Doch um den Strings diese Geheimnisse zu entlocken, müsste man sie erst einmal aufspüren - und daran sind bisher Forscher aller Sparten gescheitert.

Hoffnung macht den Wissenschaftlern jedoch eine Methode, die schon Albert Einstein beschrieben hat: der so genannte Gravitationslinseneffekt. Dabei machen es sich Astronomen zunutze, dass ein Objekt mit einem starken Schwerefeld wie etwa eine Galaxie oder ein Galaxienhaufen das Licht eines dahinterliegenden Objektes ablenkt. Von der Erde aus betrachtet erscheint das hintere Objekt dann nicht als ein einzelnes Bild, sondern es wird in bis zu fünf Einzelbilder zerlegt.

Einen ähnlichen Effekt hätten auch Kosmische Strings, glauben die Astrophysiker. Aufgrund ihrer extrem großen Masse besitzen sie ein immenses Schwerefeld, das den Raum rund um den dünnen String krümmt. Das hat eine ganz charakteristische Wirkung: Das Licht dahinterliegender Quellen spaltet sich in zwei ganz genau symmetrische, scharf voneinander abgegrenzte Bilder auf. Die Astronomen müssen also einfach nach einem symmetrischen Doppelstern oder einer Doppelgalaxie mit einer Lücke dazwischen suchen.

Tatsächlich stieß bereits im Jahr 2003 ein russisch-italienisches Forscherteam im Sternbild Rabe auf ein solches Objekt - zwei elliptische Galaxien mit extrem ähnlichen Spektren, getrennt durch eine schmale Lücke. Doch als das Hubble-Weltraumteleskop die verdächtigen Galaxien im Januar dieses Jahres in höherer Auflösung fotografierte, erlebten die Wissenschaftler eine Enttäuschung: Die beiden Hälften waren nicht gleich, und auch die scharfe Kante zwischen ihnen fehlte, berichteten die Forscher im Interview mit «bild der wissenschaft».

Einen weiteren viel versprechenden Kandidaten haben Astronomen im Sternbild Großer Bär aufgespürt. Hier ist die Lage allerdings komplizierter: Es handelt sich nicht um einen direkten Effekt, sondern um einen indirekten - sozusagen einen Gravitationslinseneffekt bei einem Gravitationslinseneffekt, der ungewöhnliche Helligkeitsschwankungen beim Abbild eines Quasars, dem Zentrum einer fernen Urgalaxie, auslöst. Für das Muster dieser Schwankungen kommen nur zwei Ursachen infrage - entweder ein Doppelstern nur vier Lichtjahre von der Erde entfernt oder ein Kosmischer String in der Umgebung der Milchstraße. Und da ein solcher Doppelstern, der sogar mit bloßem Auge sichtbar sein müsste, nicht existiert, sind die Astronomen zuversichtlich, tatsächlich einem Kosmischen String auf der Spur zu sein.

(Quelle: ddp)
 
 
 
 

mehr Kurznachrichten...


[ vorherige ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   



 

PicoSearch

| Nachrichtenticker | Nachrichten der vergangen Tage |

 | kunst&kult | philosophie | wissenschaft | gesellschaft | diverses | öko | medien | links

| home | home(no frame) |

B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax : 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de