Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertundneunten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Erneut Dutzende Leichen in Bagdads Straßen aufgefunden - Viele
von ihnen waren offenbar vor ihrem Tod gefoltert worden. US-Armee
vermutet Zusammenhang mit den Spannungen zwischen Sunniten und
Schiiten. UN-Sondergesandter für den Irak warnt vor Zusammenbruch
des Landes und Bürgerkrieg
Sa.16.09.06 - In den Straßen von Bagdad werden immer mehr Opfer brutaler Morde
gefunden. Innerhalb von 24 Stunden seien in der irakischen Hauptstadt
die Leichen von 51 Menschen aufgefunden worden, von denen viele vor
ihrem Tod gefoltert worden seien, sagte ein Sprecher des
Innenministeriums. Damit stieg die Zahl der seit Dienstag gefundenen
Leichen auf über hundert. Politiker der sunnitischen Minderheit
beschuldigten schiitische Milizen, hinter den Ttaten zu stecken. Die
US-Armee vermutet einen Zusammenhang mit den Spannungen zwischen
Sunniten und Schiiten.
US-Armeesprecher William Caldwell sagte, die meisten der Opfer seien
"exekutionsartig" getötet worden. Nach Angaben aus
Sicherheitskreisen wiesen die Leichen Kopfschüsse auf, manche
waren gefesselt. Zur Identität der Opfer lagen keine Informationen
vor. Die Taten stünden "in Verbindung mit konfessioneller Gewalt",
sagte Caldwell. Die im Juni gestartete Sicherheitsoffensive in Baghdad
mit 30.000 irakischen und US-Soldaten konnte der Gewalt bislang keinen
Einhalt gebieten.
Der führende Sunnitenpolitiker Adnan el Dulaimi beschuldigte
"wohlbekannte Milizen" wie die des radikalen Schiitenpredigers Moktada
el Sadr, hinter der Mordserie zu stehen. "Wenn nicht bald entschlossene
Maßnahmen getroffen werden, läuft das Land einer Katastrophe
entgegen, und für niemanden wird es Rettung geben", sagte der
Abgeordnete.
Vizeministerpräsident Barham Saleh sagte in Washington, Milizen
wie diejenige von Sadr stellten eine "sehr, sehr ernste
Herausforderung" dar. Er räumte ein, dass es für
Ministerpräsident Nuri el Maliki schwierig sei, gegen die Milizen
vorzugehen, weil sie wie er selbst der schiitischen
Bevölkerungsgruppe angehörten.
Der UN-Sondergesandte für den Irak, Ashraf Qazi, warnte
unterdessen vor einem Zusammenbruch des Landes. "Wenn die
gegenwärtige Gesetzmäßigkeit von Uneinigkeit und Gewalt
weiter anhält, besteht eine erhebliche Gefahr, dass der irakische
Staat zusammenbricht und in den Bürgerkrieg stürzt", sagte
Qazi vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Die schlechte
Sicherheitslage im Irak stelle die Arbeit der Vereinten Nationen vor
erhebliche Probleme. Dennoch halte die UNO an ihrer Mission im Irak
fest.
(Quelle: afp)
Politische Zerreißprobe im Irak
Sunniten und Schiiten streiten über eine mögliche
föderale Struktur des Irak, auch die Schiiten sind uneins. Die
US-Truppen werden in den Bürgerkrieg hineingezogen... Mehr in der
taz vom 15.09.06:
http://www.taz.de/pt/2006/09/15/a0178.1/text
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 16.09.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertfünfundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Niederländischer Offizier beklagt Taliban-Zustrom aus Pakistan
Sa.16.09.06 - Ein Zustrom von Taliban-Kämpfern aus dem pakistanischen
Grenzgebiet behindert nach niederländischen Angaben den
NATO-Einsatz in Südafghanistan. Die internationalen Truppen, die
den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes sichern sollen,
hätten zwar Erfolge im Kampf gegen die Aufständischen
vorzuweisen, erklärte Oberst Arie Vermeij in einem am Freitag
veröffentlichten Interview in der Hauszeitschrift des
niederländischen Vereidigungsministeriums. Es kämen jedoch
immer neue Kämpfer nach. Viele davon würden in Pakistan
ausgebildet, schreibt Vermeij. Die Taliban würden zudem von
Pakistan aus mit Waffen und Ausrüstung versorgt.
Die pakistanische Regierung wies die Aussagen Vermeijs als Unsinn
zurück. Natürlich überquerten Menschen die Grenze in
beide Richtungen, sagte Sprecherin Tasnim Aslam. Sie hätten aber
nicht auf ihrer Stirn stehen, ob sie Taliban seien. Die
Niederländer hätten offenbar die Gefährlichkeit der Lage
nicht richtig eingeschätzt und suchten nun nach einem
Sündenbock, warf Aslam den ausländischen Soldaten vor.
Die Niederländer stellen rund 1.400 Soldaten für die 8.000
Mann starke NATO-Truppe in Südafghanistan. Wegen der anhaltenden
Kämpfe hat die NATO von den Bündnispartnern bis zu 2.500
weitere Soldaten angefordert. Botschafter des Bündnisses sollten am
Freitag in Brüssel zu Beratungen zusammenkommen, ein Treffen der
NATO-Außenminister ist für kommenden Donnerstag in New York
angesetzt.
(Quelle: ap)
Gegenwind für Bushs Anti-Terror-Pläne im US-Senat
Sa.16.09.06 - Mit seinen Plänen zur Verschärfung der Verhörmethoden
bei Terrorverdacht stößt US-Präsident George W. Bush auf
wachsenden Widerstand im US-Kongress. Zuletzt setzte sich der
Streitkräfteausschuss des Senats am Donnerstag über den Willen
des Präsidenten hinweg und stimmte einem weniger scharfen
Gesetzentwurf zu. Die Abstimmung im kompletten, von Bushs Republikanern
beherrschten Senat steht noch aus. Auch hier ist eine Mehrheit für
den Präsidenten aber noch nicht sicher.
Im Ausschuss stimmten der Vorsitzende John Warner sowie drei weitere
Republikaner mit den demokratischen Senatoren, so dass die Vorlage mit
15 zu 9 Stimmen angenommen wurde. Die Unterstützung für den
Entwurf auch seitens gemäßigter Republikaner könnte nach
Ansicht von Beobachtern darauf hindeuten, dass Bush im kompletten Senat
ebenfalls der Gegenwind ins Gesicht wehen könnte.
Der Präsident hat sich für deutlich stärkere
Änderungen ausgesprochen, als dies der Ausschussentwurf vorsieht.
Er setzt sich dafür ein, die Verhörmöglichkeiten
auszuweiten. Zu diesem Zweck will Bush im Kongress die Regeln
hinsichtlich der juristischen Auslegung der Genfer Konventionen zum
Schutz von Kriegsgefangenen lockern. Außerdem will er unter Zwang
zu Stande gekommene Aussagen vor Gericht zulassen und Angeklagten als
geheim eingestufte Beweismittel vorenthalten.
Gegen die Pläne sprach sich in einem am Donnerstag
veröffentlichten Brief auch der frühere amerikanische
Außenminister Colin Powell aus. Er sieht nach eigenen Angaben die
moralische Glaubwürdigkeit der USA im Kampf gegen den Terror in
Gefahr. Bush hat indes erklärt, er werde keinem Gesetz zustimmen,
in dem diese Punkte nicht in seinem Sinn geregelt seien.
(Quelle: ap)
Bush verteidigt geheime CIA-Programme
Sa.16.09.06 - US-Präsident George W. Bush hat erneut die geheimen CIA-Programme
im Kampf gegen den internationalen Terrorismus verteidigt. Mit den
Informationen von festgenommenen Terroristen seien die Leben
unschuldiger Menschen gerettet worden, sagte Bush am Freitag in
Washington.
Die «lebenswichtigen» Programme müssten deshalb
weitergeführt werden, damit die Personen an der
«Frontlinie» die notwendigen Mittel hätten, um den
Kampf gegen den Terror zu gewinnen.
Zugleich verteidigte Bush seine Absicht, vom US-Kongress eine
Präzisierung des gemeinsamen Artikels 3 der Genfer Konventionen zu
erreichen. Dieser Artikel verbietet unter anderem inhumane Behandlung
und Folter. «Was bedeutet das, Verstöße gegen die
persönliche Würde?», fragte Bush. «Das ist sehr
vage (...) Diese Erklärung lässt viel Spielraum für
Interpretationen.»
Mitarbeiter der CIA und der Armee müssen nach den Worten von Bush
Gewissheit haben, dass alles legal ist, was sie tun. «Es ist
unmöglich, jemanden zu fragen, ob er an dem Programm teilnehmen
möchte, wenn er vor einer Strafverfolgung Angst haben muss»,
sagte Bush.
Im Atomstreit mit Iran lehnt Bush ein persönliches Gespräch
mit Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ab. Auf die Frage, ob
er sich mit Ahmadinedschad am Rande der UN-Vollversammlung in New York
treffen wolle, antwortete Bush: «Nein». Er habe klar
gemacht, dass die US-Regierung sich erst mit dem iranischen Regime
zusammensetzen werde, wenn die Uran-Anreicherung auf
überprüfbare Weise beendet worden sei.
Bush äußerte sich vor Beginn der UN-Generaldebatte in der
kommenden Woche unzufrieden über die Vereinten Nationen. Er sei
beispielsweise frustriert, wie sich die Weltgemeinschaft in der
Darfur-Krise im Sudan verhalte. Anstatt auf die Erlaubnis der Regierung
in Khartum zu warten, solle man eine UN-Resolution verabschieden und
UN-Soldaten zur Rettung von Menschenleben in die Region schicken.
Bush wünschte sich auch an anderer Stelle mehr entschlossenes
Handeln der Vereinten Nationen. Die UN müssten auch besser mit dem
Geld der Steuerzahler umgehen. Er hoffe auch, dass sich die Vereinten
Nationen weiterhin stark für Freiheit einsetzten.
Auf sein Verhältnis zu UN-Generalsekretär Kofi Annan
angesprochen, sagte Bush: «Ich mag ihn. Unser persönliches
Verhältnis ist gut.»
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Syrien bittet EU um Hilfe bei Kontrolle der Grenze zum Libanon. EU
setzt Hoffnungen auf neue Palästinenser-Regierung
Sa.16.09.06 - Syrien hat nach Angaben des deutschen Außenminister Frank-Walter
Steinmeier Deutschland und weitere EU-Staaten um Unterstützung bei
der Kontrolle der Grenze zum Libanon gebeten. Steinmeier berichtete am
Freitag nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel,
Damaskus habe den Wunsch geäußert, «die Europäer
mögen doch helfen bei Beratung und Assistenz der Grenzkontrollen
auf der syrischen Seite».
Die EU-Außenminister hätten diesen Wunsch zur Kenntnis
genommen und die finnische Ratspräsidentschaft beauftragt zu
untersuchen, auf welche Weise die EU bei dieser Aufgabe helfen
könnte. Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi hatte
bereits am vergangenen Wochenende vorgeschlagen, die syrischen
Grenzschützer durch die Entsendung unbewaffneter EU-Beobachter zu
unterstützen.
Die EU-Außenminister hoffen unterdessen mit der Einheitsregierung
der Palästinenser auf einen Neuanfang im Nahost-Friedensprozess.
Die Chance für ein Wiederbeleben des Friedensprozesses müsse
genutzt werden, sagte Steinmeier am Rande der Sitzung mit seinen
Kollegen am Freitag in Brüssel. Mehrere andere Minister betonten,
ein Ende der EU-Kontaktsperre zur Palästinenser-Regierung
hänge davon ab, dass die Einheitsregierung aus der
radikal-islamischen Hamas und der gemäßigten Fatah Israel
anerkenne, auf Gewalt verzichte und frühere Abmachungen
respektiere. Der finnische EU-Ratspräsident Erkki Tuomioja
erklärte, es gebe neue Chancen: "Wir haben eine neue
Palästinenser-Regierung. Wir haben eine neue Situation und wir
sollten diese nutzen, um zum Friedensprozess zurückzukehren."
Wie die Europäische Union (EU) hatten auch die USA mit der
Machtübernahme der Hamas ihre offiziellen Kontakte zur
Palästinenser-Regierung eingestellt. Ein US-Regierungssprecher
sagte in Washington, derzeit gebe es keinen Grund, die Haltung
gegenüber den Palästinensern zu ändern.
Auch die EU-Außenminister werden Diplomaten zufolge am Freitag
noch nicht ausdrücklich ein Ende der Blockade in Aussicht stellen.
Allerdings wollten sie Fatah und Hamas auffordern, als neue Regierung
die internationalen Bedingungen zu erfüllen. Dies ist das Ziel von
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Frankreichs
Außenminister Philippe Douste-Blazy hatte nach einem Treffen mit
Abbas am Donnerstag in Ramallah ein Ende der Blockade in Aussicht
gestellt, falls die neue Palästinenser-Regierung die Bedingungen
"in Erwägung zieht".
EU-Zahlungen für einen internationalen Hilfsfonds für die
palästinensische Bevölkerung wollten die Minister bis zum
Jahresende verlängern. Das Geld wird an der Regierung vorbei direkt
an Bedürftige sowie für die Wasser- und Gesundheitsversorgung
ausgegeben.
Nach dem Beschluss der deutschen Regierung, die deutsche Marine zum
Schutz der libanesischen Küste in ihren ersten Nahost-Einsatz zu
schicken rief Steinmeier zu weiterer Unterstützung für den
Libanon auf. Die Europäer müssten die Zentralregierung des
Libanon beim Wiederaufbau unterstützen. "Nur wo die
Zentralregierung stark ist, besteht weniger Platz für
Organisationen, die sich in den vergangenen Jahren als Staat im Staate
erwiesen haben", sagte er in offensichtlicher Anspielung auf die
radikal-islamische Hisbollah im Südlibanon.
Weitere Themen der Außenminister sind der Atomstreit mit dem Iran
und die Lage in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur. EU-Chefdiplomat
Javier Solana soll den Ministern über seine Gespräche mit dem
Iran berichten.
(Quellen: rtr, ap)
Giftmüllskandal in Elfenbeinküste weitet sich aus
Sa.16.09.06 - Das Ausmaß des Giftmüllskandals in der westafrikanischen
Republik Elfenbeinküste ist offenbar größer als bislang
angenommen. 14 Deponien in der Hafenstadt Abidjan sind nach UN-Angaben
vom Freitag von anscheinend illegal entsorgtem Giftmüll verseucht.
Bislang war lediglich von elf Lagerstätten berichtet worden. Sechs
Menschen starben nach Angaben des ivorischen Gesundheitsministeriums an
den Folgen der Verseuchung. 9.000 Menschen mussten wegen
Vergiftungserscheinungen ärztlich behandelt werden.
Der Giftmüll war kürzlich vom örtlichen Vertragspartner
eines niederländischen Unternehmens unsachgemäß auf
Deponien in Abidjan entsorgt worden. Der Skandal führte in der
vorigen Woche zum Rücktritt der Regierung der Elfenbeinküste.
Der amtierende Ministerpräsident Charles Konan Banny hat am
Donnerstag eine Untersuchung angekündigt und die Suspendierung
dreier hoher Beamter verfügt.
Mehrere hundert aufgebrachte Bewohner von Abidjan errichteten am
Freitag aus Protest Straßensperren an der ebenfalls betroffenen
zentralen Mülldeponie der Stadt. Der zufällig dort
vorbeifahrende frühere Transportminister Innocent Kobenan Anaky
wurde offiziellen Angaben zufolge von Demonstranten aus dem Auto
gezerrt und verprügelt. Die Angreifer hätten mit allem, was
sie gefunden hätten, auf Anaky eingeschlagen, sagte ein Sprecher.
Anschließend hätten sie sein Auto in Brand gesteckt. Anaky
habe bei dem Übergriff Verletzungen im Gesicht erlitten.
«Die Menschen wollen atmen können», sagte einer der
Demonstranten. «Sie haben den Eindruck, dass niemand etwas gegen
diese nationale Katastrophe unternimmt.»
Das ganze Ausmaß des Problems sei noch unklar, hieß es in
einem Bericht eines UN-Expertenteams, den das UN-Büro für die
Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Freitag in
Genf vorlegte. In dem petrochemischen Abfall seien Schwefelwasserstoff
und Kohlenwasserstoff festgestellt worden. Beide Substanzen
könnten Mensch und Umwelt gefährden. Ein dreiköpfiges
Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll nach deren
Angaben Krankenhäuser in Abidjan aufsuchen, um festzustellen, wie
viele Menschen bereits wegen der Verseuchung der Mülldeponien
geschädigt seien. Das Trinkwasser werde drei Mal täglich
untersucht, sagte OCHA-Sprecherin Elisabeth Byrs. Bislang sei es noch
in Ordnung.
(Quelle: ap)
Volkswagen-Arbeiter in Brasilien billigen Abbau von 3600 Stellen
Sa.16.09.06 - Der Volkswagen-Konzern kann in Brasilien mit dem Abbau von 3600 Stellen
beginnen: Die Arbeiter des Hauptwerks Anchietta bei São Paulo
stimmten am Donnerstag (Ortszeit) mehrheitlich Unternehmensplänen
zu, die gestaffelte Abfindungen vorsehen. Damit ist ein Arbeitskampf bei
VW do Brasil endgültig abgewendet. Das Werk in Anchietta ist das
älteste und größte der fünf VW-Standorte in
Brasilien. Insgesamt will VW in Brasilien rund 5800 Stellen streichen.
Dies war bei dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio "Lula" da
Silva auf scharfe Kritik gestoßen. Lula war früher
Metall-Gewerkschaftsführer.
(Quelle: afp)
Rückschlag für Verstaatlichungspläne der bolivianischen
Ölindustrie
Sa.16.09.06 - Der für die geplante Verstaatlichung der bolivianischen Gas- und
Ölindustrie zuständige Minister Andres Soliz ist am Freitag
zurückgetreten. Zuvor war die Regierung von Präsident Evo
Morales im Streit mit dem größten ausländischen
Investor, der brasilianischen Petrobras, zurückgewichen.
Nachfolger von Soliz, der persönliche Grunde für seinen
Schritt anführte, soll der bisherige Planungsminister Carlos
Villegas werden. Der Rücktritt ist ein weiterer Rückschlag
für die Verstaatlichungspläne von Morales. Bolivien hatte die
bislang an der Erdgasförderung beteiligten ausländischen
Konzerne im Mai vor die Wahl gestellt, entweder neue Verträge mit
der staatlichen Gesellschaft YPFB zu unterzeichnen oder das Land
innerhalb von sechs Monaten zu verlassen.
(Quelle: ap)
Schiff mit 216 asiatischen Flüchtlingen vor Teneriffa
Sa.16.09.06 - Vor der Kanaren-Insel Teneriffa ist ein Schiff mit 216 illegalen
asiatischen Einwanderern angekommen. Nach Behördenangaben vom
frühen Freitagmorgen wurden 18 gesundheitlich angeschlagene
Migranten in den Hafen von Los Cristianos gebracht.
Das Boot mit den übrigen 198 Menschen wurde von der spanischen
Küstenwache und der Guardia Civil in der Nacht nach Santa Cruz de
Tenerife geschleppt. Das Schiff sollte am Freitagmorgen in den Hafen der
Inselhauptstadt einlaufen. Nach ersten Informationen sollen die
Flüchtlinge aus Pakistan stammen.
Unterdessen brachte ein Flugzeug eine erste Gruppe von 60 illegalen
senegalesischen Einwandern von Fuerteventura nach Saint- Louis in das
westafrikanische Land zurück. Nach spanischen Medienberichten
wurden sie von einer etwa gleichgroßen Zahl von spanischen
Polizisten begleitet. Insgesamt sollen in den nächsten Tagen mehr
als 600 Illegale deportiert werden.
Auf den Kanarischen Inseln sind in diesem Jahr bereits 24 000
Bootsflüchtlinge gelandet. Sie stammen jedoch ganz überwiegend
aus afrikanischen Ländern.
(Quelle: dpa)
UN-Gesandter skeptisch über Fortschritte bei Kosovo-Gesprächen
Sa.16.09.06 - Die Gespräche über die Zukunft des Kosovos sind nach Angaben
des stellvertretenden UN-Gesandten Albert Rohan festgefahren. Die
Aussicht auf Fortschritte schwinde zusehends, sagte Rohan am Freitag in
Wien. «Wir nähern uns dem Punkt, an dem wir mit
Gesprächen alleine das Ziel nicht erreichen», erklärte
er. Vertreter der Kosovo-Albaner und der Serben hatten ihre unter
UN-Vermittlung geführten Verhandlungen zuvor in Wien wieder
aufgenommen. Überschattet wurden die Gespräche von einem
Anschlag auf den Innenminister des Kosovos, Fatmir Rexhepi. Er blieb
unverletzt. Unklar war, ob der Anschlag in der Ortschaft Gnjilane am
Morgen auf sein Leben zielte oder als Drohung an die Unterhändler
gedacht war.
Kosovo-Albaner und Serben verhandeln seit Februar über den
künftigen Status der Provinz. Das Kosovo ist zu mehr als 90
Prozent von Albanern bewohnt. Sie streben die Unabhängigkeit an,
was Serbien bislang strikt ablehnt.
(Quelle: ap)
Neuer Anlauf zur Wiederbelebung der Nordirlandgespräche
Sa.16.09.06 - Großbritannien und Irland haben einen neuen Versuch zur
Wiederbelebung des Friedensprozesses in Nordirland gestartet. Zu diesem
Zweck besuchte der irische Ministerpräsident Bertie Ahern am
Freitag den britischen Premierminister Tony Blair auf dessen Landsitz
Chequers westlich von London. Zur Debatte standen die gegenwärtige
politische Lage in Nordirland sowie neue mögliche Strategien zur
vollständigen Umsetzung des Karfreitagsabkommens von 1998, wie aus
dem Büro von Ahern verlautete.
Großbritannien und Irland haben den nordirischen Parteien eine
Frist zur Einigung bis zum 24. November gesetzt. Sollte dieser Termin
ohne Ergebnis verstreichen, wären die Pläne für eine neue
All-Parteien-Regierung in Belfast zunächst vom Tisch, wie der
irische Außenminister Dermot Ahern erklärte.
Großbritannien und Nordirland würden dann aber ihre
Zusammenarbeit bei er Verwaltung der britischen Provinz intensivieren.
Das Karfreitagsabkommen sieht für Nordirland eine
Vier-Parteien-Koalition unter proportionaler Beteilung der probritischen
Protestanten und der irisch-nationalistischen Katholiken vor. Im Oktober
2002 brach diese Regionalregierung jedoch auseinander, so dass
Nordirland seitdem wieder von London aus verwaltet wird. Ständiger
Streitpunkt war und ist die Entwaffnung und letztendliche Auflösung
der Untergrundorganisation Irisch-Republikanischen Armee (IRA).
Die größte Partei der Protestanten, die Democratic Unionist
Party des radikalen Pfarrers Ian Paisly, verweigert die Zusammenarbeit
mit der IRA-nahen Sinn Fein, solange dieser Punkt des
Karfreitagsabkommens nicht erfüllt ist. Paisly erklärte am
Mittwochabend, er rechne nicht mit einer Einigung bis zum 24. November.
(Quelle: ap)
Muslime protestieren gegen Papst-Äußerungen zu Islam und
Gewalt
Sa.16.09.06 - Die Äußerungen des Papstes zu Islam und Gewalt haben in der
muslimischen Welt scharfe Proteste ausgelöst. Die größte
Organisation islamischer Staaten OIC warf Benedikt XVI. vor, er habe
eine «Verleumdungskampagne» gegen den Islam und den
Propheten Mohammed begonnen.
Das Parlament in Pakistan forderte das katholische Kirchenoberhaupt am
Freitag auf, seine Äußerungen zurückzunehmen.
Der Papst hatte am vergangenen Dienstag in Regensburg in einem Vortrag
aus einem mittelalterlichen Dialog zwischen dem byzantinischen Kaiser
Manuel II. mit einem Perser zitiert und den Kaiser sagen lassen:
«Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du
nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben
hat, den Glauben, den der predigte, durch das Schwert zu
verbreiten.»
Der Papst habe Mohammed in seiner Vorlesung in Regensburg als
«böse und unmenschlich» dargestellt, kritisierte die
OIC (Organisation der Islamischen Konferenz), der 57 Staaten
angehören. In einer Erklärung vom Donnerstagabend heißt
es: «Die OIC hofft, dass diese Kampagne nicht der Prolog für
eine neue Politik des Vatikans gegenüber dem Islam ist, besonders
nach den vielen Jahrzehnten des Dialoges, der die Kleriker des Vatikans
und die führenden Denker und Religionsgelehrten der Muslime
einander näher gebracht hat.» Die OIC habe sich ihrerseits
immer zurückgehalten und sich nie auf eine Polemik über die
Kreuzzüge und Religionskriege der katholischen Kirche und die
Verfolgung von Muslimen während der Inquisition eingelassen,
betonten die Vertreter der Mitgliedstaaten.
Der staatliche Rundfunk in Pakistan berichtete, im Parlament des Landes
sei einstimmig eine Resolution angenommen worden, in der es heißt,
die Äußerungen Benedikts verletzten die Gefühle der
Muslime, erzeugten eine Kluft zwischen den Religionen und stellten einen
Verstoß gegen die UN-Menschenrechtskonvention dar. Ähnlich
wollten sich Vorbeter bei den Freitagsgebeten äußern.
Der oberste schiitische Geistliche im Libanon, Großayatollah
Mohammed Hussein Fadlallah, erklärte, er erwarte eine
persönliche Entschuldigung des Papstes. Eine allgemeine
Erklärung des Vatikans sei nicht ausreichend. Vatikansprecher
Federico Lombardi hatte betont, es sei nicht die Absicht des Papstes
gewesen, die Gefühle gläubiger Muslime zu verletzen.
Auch in der Türkei löste der Vortrag von Papst Benedikt XVI.
scharfe Kritik aus. Die Ansichten des Papstes zu Gewalt und Vernunft in
Bezug auf den Islam seien «einseitig, voreingenommen, feindselig
und provozierend», sagte der Präsident des Religionsamtes,
Ali Bardakoglu, dem türkischen Nachrichtensender NTV. Er erwarte,
dass Benedikt XVI. seine Worte in aller Kürze zurücknehme und
sich entschuldige.
Mit Blick auf den für Ende November geplanten Türkei-Besuch
Benedikts sagte Bardakoglu, er erwarte «keinen Nutzen» vom
Besuch eines Papstes, «der in dieser Weise über den heiligen
Propheten des Islams denkt.» Die Ausführungen des Papstes zur
Vernunft konterte Bardakoglu mit den Worten: «Zunächst einmal
sollen sie die Dreifaltigkeit Gottes erklären. Sie sagen, dass
Jesus Gottes Sohn sei. Wie ist das mit der Vernunft in Einklang zu
bringen?»
Der Vizechef der türkischen Regierungspartei AKP, Salih Kapusuz,
sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, der Papst werde wegen seiner
Äußerung als negative Figur in die Geschichte eingehen wie
Hitler und Mussolini. Der oberste islamische Geistliche in der
Türkei, Ali Bardakoglu, erklärte, nicht der Islam, sondern
das Christentum habe das Schwert zur Bekehrung genutzt. Davon zeugten
die Kreuzzüge.
Deutsche Politiker wiesen die Kritik am Papst als ungerechtfertigt
zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der
«Bild»-Zeitung, wer den Papst kritisiere, verkenne die
Intention seiner Rede. Sie sei eine Einladung zum Dialog der
Religionen. «Was Benedikt XVI. deutlich macht, ist eine
entschiedene und kompromisslose Absage an jegliche Anwendung von Gewalt
im Namen der Religion», wurde die CDU-Chefin zitiert. Auch der
CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber bewertete
die Rede positiv.
Scharfe Kritik kam dagegen vom Zentralrat der Muslime in Deutschland.
«Wir sind empört über diese Äußerungen -
insbesondere nach dem intensiven Dialog, den wir geführt
haben», sagte der Vorsitzende Ayyub Axel Köhler der
«Mitteldeutschen Zeitung».
Der algerische Islamwissenschaftler Mustapha Cherif erklärte, die
zitierten Äußerungen des Papstes zeigten, «dass der
Islam verkannt» werde. «Viele schockierte Muslime haben mich
angesprochen, um mich zu fragen, ob man jetzt eine verstärkte
Allianz konservativer Katholiken mit evangelikalen Protestanten in einem
muslimfeindlichen Kreuzzug erwarten muss», sagte der
Mitgründer der Gruppe für islamisch-christliche Freundschaft
GAIC. Benedikt XVI. habe aber auch signalisiert, dass er «die
Debatte mit den Muslimen» suche. «Auch die Muslime
müssen beitragen, ihre Religion zu erklären und die
Deformationen zu kritisieren, die Wasser auf die Mühlen unserer
Feinde geben», sagte Cherif.
(Quelle: ap)
Die Äußerungen des Papstes über den Islam im Wortlaut
Muslime haben Äußerungen des Papstes über den Islam
scharf kritisiert, die er am Dienstagabend in einer einstündigen
Vorlesung an der Universität Regensburg gemacht hatte. Sie wurde
von der katholischen Kirche im Internet unter benedikt-in-bayern.de
veröffentlicht. Die umstrittenen Passagen zitiert die
Nachrichtenagentur AP hier im Wortlaut.
Benedikt XVI. hatte nach dem Verhältnis von Vernunft und Religion
gefragt und sich an Gespräche katholischer und evangelischer
Theologen mit anderen Wissenschaftlern 1959 an der Universität Bonn
erinnert. Gemeinsames Band der Universität sei die Vernunft. Der
Papst fuhr fort:
«Dieser innere Zusammenhalt im Kosmos der Vernunft wurde auch
nicht gestört, als einmal verlautete, einer der Kollegen habe
geäußert, an unserer Universität gebe es etwas
Merkwürdiges: zwei Fakultäten, die sich mit etwas befassten,
was es gar nicht gebe - mit Gott. Dass es auch solch radikaler Skepsis
gegenüber notwendig und vernünftig bleibt, mit der Vernunft
nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung des
christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität
unbestritten.
All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den
von Professor Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des
Dialogs las, den der gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II.
Palaeologos wohl 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten
Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit führte.
(...) In dieser Vorlesung möchte ich nur einen im Aufbau des
Dialogs eher marginalen Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des
Themas Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt
für meine Überlegungen zu diesem Thema dient.
In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde
(...) kommt der Kaiser auf das Thema des Dschihad (heiliger Krieg) zu
sprechen. Der Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein
Zwang in Glaubenssachen. Es ist eine der frühen Suren aus der Zeit,
in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser
kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten später
entstandenen Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf
Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von 'Schriftbesitzern'
und 'Ungläubigen' einzulassen, wendet er sich in erstaunlich
schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem
Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen
Gesprächspartner. Er sagt: 'Zeig mir doch, was Mohammed Neues
gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie
dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch
das Schwert zu verbreiten.' Der Kaiser begründet dann eingehend,
warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im
Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. 'Gott hat kein
Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (...) zu handeln,
ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des
Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht
die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber
Gewalt und Drohung. Um eine vernünftige Seele zu überzeugen,
braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der
Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.'
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch
Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen
Gottes zuwider. Der Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu:
Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen
Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre
hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer
Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury
zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R.
Arnaldez, der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu
erklären, dass Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei
und dass nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren.
(...)
Hier tut sich ein Scheideweg im Verständnis Gottes und so in der
konkreten Verwirklichung von Religion auf, der uns heute ganz
unmittelbar herausfordert. Ist es nur griechisch zu glauben, dass
vernunftwidrig zu handeln dem Wesen Gottes zuwider ist, oder gilt das
immer und in sich selbst? Ich denke, dass an dieser Stelle der tiefe
Einklang zwischen dem, was im besten Sinn griechisch ist und dem auf der
Bibel gründenden Gottesglauben sichtbar wird. Den ersten Vers der
Genesis abwandelnd, hat Johannes den Prolog seines Evangeliums mit dem
Wort eröffnet: Im Anfang war der Logos. Dies ist genau das Wort,
das der Kaiser gebraucht: Gott handelt mit Logos. Logos ist Vernunft und
Wort zugleich. Eine Vernunft, die schöpferisch ist und sich
mitteilen kann, aber eben als Vernunft. Johannes hat uns damit das
abschließende Wort des biblischen Gottesbegriffs geschenkt, in dem
alle die oft mühsamen und verschlungenen Wege des biblischen
Glaubens an ihr Ziel kommen und ihre Synthese finden.»
Zum Schluss der Vorlesung sagte der Papst:
«Die eben in ganz groben Zügen versuchte Selbstkritik der
modernen Vernunft schließt ganz und gar nicht die Auffassung ein,
man müsse nun wieder hinter die Aufklärung zurückgehen
und die Einsichten der Moderne verabschieden. Das Große der
modernen Geistesentwicklung wird ungeschmälert anerkannt: Wir alle
sind dankbar für die großen Möglichkeiten, die sie dem
Menschen erschlossen hat und für die Fortschritte an
Menschlichkeit, die uns geschenkt wurden. Das Ethos der
Wissenschaftlichkeit ist im übrigen Wille zum Gehorsam
gegenüber der Wahrheit und insofern Ausdruck einer Grundhaltung,
die zu den Grundentscheiden des Christlichen gehört. Nicht
Rücknahme, nicht negative Kritik ist gemeint, sondern um Ausweitung
unseres Vernunftbegriffs und -gebrauchs geht es. Denn bei aller Freude
über die neuen Möglichkeiten des Menschen sehen wir auch die
Bedrohungen, die aus diesen Möglichkeiten aufsteigen und
müssen uns fragen, wie wir ihrer Herr werden können. Wir
können es nur, wenn Vernunft und Glaube auf neue Weise
zueinanderfinden; wenn wir die selbstverfügte Beschränkung der
Vernunft auf das im Experiment Falsifizierbare überwinden und der
Vernunft ihre ganze Weite wieder eröffnen. In diesem Sinn
gehört Theologie nicht nur als historische und
humanwissenschaftliche Disziplin, sondern als eigentliche Theologie, als
Frage nach der Vernunft des Glaubens an die Universität und in
ihren weiten Dialog der Wissenschaften hinein.
Nur so werden wir auch zum wirklichen Dialog der Kulturen und
Religionen fähig, dessen wir so dringend bedürfen. In der
westlichen Welt herrscht weithin die Meinung, allein die positivistische
Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien
universal. Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird
gerade dieser Ausschluss des Göttlichen aus der Universalität
der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen
angesehen. Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub
ist und Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist
unfähig zum Dialog der Kulturen. (...) Der Westen ist seit langem
von dieser Abneigung gegen die grundlegenden Fragen seiner Vernunft
bedroht und kann damit nur einen großen Schaden erleiden. Mut zur
Weite der Vernunft, nicht Absage an ihre Größe das ist das
Programm, mit dem eine dem biblischen Glauben verpflichtete Theologie in
den Disput der Gegenwart eintritt. 'Nicht vernunftgemäß (mit
dem Logos) handeln ist dem Wesen Gottes zuwider', hat Manuel II. von
seinem christlichen Gottesbild her zu seinem persischen
Gesprächspartner gesagt. In diesen großen Logos, in diese
Weite der Vernunft laden wir beim Dialog der Kulturen unsere
Gesprächspartner ein.»
Quelle: ap, 15.09.06
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Deutschland
Grünen-Fraktionschefs empfehlen Zustimmung zum Bundeswehreinsatz
in Nahost
Sa.16.09.06 - Die Führung der Grünen-Fraktion hat ihren Abgeordneten die
Zustimmung zum Nahost-Einsatz der Bundeswehr empfohlen, die Entscheidung
aber frei gegeben.
Nach sorgfältiger Prüfung des anstehenden Einsatzes sei "der
Weg der Verantwortung" gewählt worden, teilten die
Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn am Freitag in
Berlin mit. Es gehe darum, den fragilen Waffenstillstand und damit eine
Friedensperspektive für die Region zu sichern. Kuhn erwartet bei
dem Bundestagsvotum kommenden Mittwoch maximal zehn Gegenstimmen aus den
Reihen der Grünen. Da mit einer sehr klaren Mehrheit aus dem
Koalitionslager gerechnet wird, gilt die Zustimmung des Parlaments als
sicher. Von Linkspartei und FDP wird ein Nein erwartet.
Der Fraktionszwang werde aufgehoben, da es sich um eine
Gewissensentscheidung handele, sagte Kuhn. Für die Zählung der
Grünen-Abgeordneten, die den Bundeswehreinsatz ablehnen
dürften, werde man "keine drei Hände brauchen". Die
Grünen-Führung verband ihr Votum mit einem Appell an die
Regierung, für humanitäre Zwecke und den Wiederaufbau Libanons
mehr Geld zur Verfügung zu stellen als bisher geplant. Deutschland
hatte fünf Millionen Euro Soforthilfe und auf der Stockholmer
Nahost-Konferenz weitere 22 Millionen Euro zugesagt.
Kanzlerin Angela Merkel hatte dem Bundeswehreinsatz in Nahost
historische Bedeutung zugewiesen. Deutsche Soldaten werden erstmals
einer UN-Friedenstruppe in der Krisenregion angehören. Die
Bundeswehr soll die Führung europäischer Marineverbände
vor der libanesischen Küste übernehmen und dort den Schmuggel
von Waffen für die radikal-islamische Hisbollah unterbinden.
Insgesamt sollen bis zu 2400 Soldaten von Marine und Luftwaffe
abgestellt werden. Das Mandat gilt zunächst bis Ende August 2007.
(Quelle: rtr)
Steuereinnahmen im August erneut gestiegen
Sa.16.09.06 - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im August erneut
gestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat hätten die Steuereinnahmen um 5,6
Prozent zugelegt, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf
Regierungskreise. Für die ersten acht Monate hätten die
Experten insgesamt einen Zuwachs von 7,8 Prozent errechnet. Ein Sprecher
des Finanzministeriums wollte die Zahlen am Freitag nicht
bestätigen, sprach aber von einer anhaltend erfreulichen
Entwicklung. Dazu trügen die Einnahmen aus den Gewinnsteuern ebenso
bei wie die Lohnsteuerzuflüsse, die auf Grund der Entspannung am
Arbeitsmarkt zulegten. Auch bei den verbrauchsabhängigen Steuern
sei eine leichte Besserung zu verzeichnen.
Finanzminister Peer Steinbrück hatte gesagt, über das ganze
Jahr betrachtet werde der Bund rund vier Milliarden Euro mehr einnehmen
als erwartet. Dabei liegen aber schon Werte zu Grunde, die über die
der Steuerschätzung im Mai hinaus gehen.
(Quelle: rtr)
Bewegung im Koalitionsstrteit um Gesundheitsreform erkennbar
Sa.16.09.06 - Im Koalitionsstreit um die Gesundheitsreform ist wieder Bewegung in den
festgefahrenen Verhandlungen erkennbar. In ihrer jüngsten
Gesprächsrunde erzielten die schwarz-roten Fachpolitiker nach
eigenen Angaben Fortschritte.
Aus dem CSU-regierten Bayern kam am Freitag allerdings erneut Kritik.
Sozialministerin Christa Stewens wiederholte im Deutschlandfunk ihren
Vorwurf an Bundesgesundheitsministerin, in ihren Reformentwurf
Bestandteile aufgenommen zu haben, die die große Koalition gar
nicht vereinbart habe. CSU-Generalsekretär Markus Söder warnte
die SPD, "durch Tricksereien den Geist des Gesundheitskompromisses
auszuhölen". Erhoffte Wettbewerbseffekte dürften nicht durch
Bürokratie erdrückt werden, sagte er der "Berliner Zeitung".
Die Experten der Koalition hatten am Donnerstag bis in die Abendstunden
beraten. "Wir sind einen weiteren Schritt nach vorne gekommen",
berichtete der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Wolfgang
Zöller im Anschluss. Beim gewünschten Sanierungsbeitrag
für die Krankenhäuser sei Einigung erzielt worden. Wegen
Streits um entscheidende Details hatte die Koalition die Reform um drei
Monate auf April 2007 verschoben. Inzwischen wird die Bundesregierung
mit zahlreichen Änderungswünschen aus den unionsregierten
Ländern konfrontiert.
(Quelle: rtr)
Schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt für niedrig Qualifizierte
Sa.16.09.06 - In Deutschland sind die Berufschancen für niedrig Qualifizierte
schlechter als in den meisten anderen europäischen Ländern.
Jede sechste der Erwerbspersonen mit höchstens einem
Realschulabschluss war im vergangenen Jahr ohne Arbeit, wie das
Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Nur in der
Slowakischen Republik, Polen und Tschechien lag demnach die
Erwerbslosenquote für diesen Personenkreis höher. Wer einen
Hochschul- oder Fachhochschulabschluss vorweisen kann, hat dagegen
weitaus bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Die Erwerbslosenquote
für diese Gruppe lag in Deutschland bei nur 5,3 Prozent. Für
Erwerbspersonen mit einem mittleren Bildungsniveau, zu dem Abitur oder
eine Berufsausbildung gezählt werden, erhöht sich die Quote
auf 9,2 Prozent.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
Arktiseis schmilzt weiter im Rekordtempo
Sa.16.09.06 - Das Dauereis des Arktischen Ozeans rings um den Nordpol ist zwischen
2004 und 2005 plötzlich und rapide um 14 Prozent geschrumpft. In
dieser Zeit sei das Ganzjahreseis um 730 000 Quadratkilometer
geschrumpft - das ist mehr als die doppelte Fläche Deutschlands.
Das teilten die US-Raumfahrtbehörde NASA und der US-Verband
für Geophysik mit. Langfristig könnte sich diese Entwicklung
dramatisch auf die Umwelt und die Schifffahrt auswirken, hieß es.
Für eine genaue Abschätzung bedürfe es jedoch weiterer
Untersuchungen.
Auf den Rückgang stießen Wissenschaftler bei der Auswertung
von Daten eines NASA-Satelliten. Ergebnis: Im Winter blieb das Eis im
Arktischen Meer insgesamt stabil. Allerdings habe sich die Verteilung
von saisonalen und ganzjährigen Eismassen deutlich verschoben. Im
Arktischen Ozean nördlich von Europa und Asien sei das Dauereis gar
bis zur Hälfte verschwunden, weil es sich westwärts gen
Nordamerika bewegt hätte. Ursache für die Riesenlöcher in
der Eisdecke könnten Winde sein, die das Eis von Osten nach Westen
schoben, ergänzten Wissenschaftler des US-Zentrums für
Umweltvorhersagen in Boulder, Colorado.
«Die jüngsten Veränderungen in der Arktischen See sind
rapide und dramatisch», sagte Son Nghiem, der Leiter der
Arbeitsgruppe bei der NASA im kalifornischen Pasadena. «Sollte
auch das saisonale Eis durch die Sommerschmelze verschwinden,
entstünde eine riesige Eis-freie Zone.»
Bereits zuvor hatten Forscher beobachtet, dass das Arktis-Eis im
Rekordtempo schmilzt: Von 2002 bis 2005 hatte das Eis nach Angaben des
Nationalen Schnee- und Eis-Datenzentrums der USA jedes Jahr eine um 20
Prozent geringere Ausdehnung als im Schnitt der Jahre 1978 bis 2000. Vor
einem Jahr bedeckte das Eis eine Fläche von 5,32 Millionen
Quadratkilometern, das sei die geringste Ausdehnung seit Beginn der
Satellitenmessungen 1978. Angesichts der neuen Satellitendaten
könne es in diesem Jahr einen neuen Tiefstand geben, erklärte
Nghiem.
Dauerhaft könnte dies in einen Teufelskreis münden:
Umliegende Ozeane könnten sich erwärmen. Dies könnte zur
Folge haben, dass im Sommer mehr Eis schmilzt und sich das Zufrieren im
Herbst verzögert. Das schmelzende Eis der Arktis trägt
unterdessen nicht zur Erhöhung des Meeresspiegels bei, weil
schwimmendes Eis genau das Volumen verdrängt, das es in
geschmolzenem Zustand einnimmt. Die Eisschmelze heizt aber den
Treibhauseffekt zusätzlich an, denn Eis reflektiert Sonnenstrahlen
stärker als die dunklere Meeresoberfläche.
(Quelle: dpa)
Internet
Firefox und Opera
Sa.16.09.06 - Obwohl er immer wieder teils erhebliche Sicherheitslücken
aufweist, ist der Internet Explorer der meist genutzte Browser der Welt.
Dabei gibt es längst Alternativen, die nicht nur in wenigen Minuten
installiert sind, sondern meist noch viele zusätzliche Funktionen
bieten. Zudem zeigen Hacker und Entwickler von
Internet-Schädlingen eher geringes Interesse an diesen Browsern, so
dass sie in puncto Sicherheit der Microsoft-Konkurrenz überlegen
sind.
Zu den beliebtesten alternativen Browsern zählt Firefox (http://mozilla.com/firefox).
Anders als beim Internet Explorer sind hier ein Popup-Blocker und ein
Mini-Fenster für die Schnellsuche schon standardmäßig
enthalten. Platz sparend ist das so genannte Tabbed Browsing: Alle
aufgerufenen Homepages öffnen sich in einem Fenster; gewechselt
wird über eine Tab-Leiste. Tastaturkürzel ermöglichen ein
schnelleres Arbeiten am PC. Praktisch ist auch ein kleines Tool, das
mit einem Klick alle persönlichen Daten von den besuchten
Homepages bis zum Cookie aus dem Browser-Gedächtnis löscht.
Firefox lässt sich ganz einfach an individuelle Bedürfnisse
anpassen. Zahlreiche Erweiterungen sorgen dafür, dass der Browser
Seiten schneller anzeigt, dass Textpassagen automatisch in die
Zwischenablage kopiert werden oder Bilder je nach Belieben
vergrößert und verkleinert werden. Auch Minispielchen oder
die Wettervorhersage sind so ganz fix integriert.
Firefox ist auch als Portable Software erhältlich: Diese Version
muss nicht extra installiert werden und passt auf jeden USB-Stick. Das
spart Platz auf der Festplatte und schont Ressourcen, da das Programm
nicht ständig im Hintergrund mitläuft.
Eine ernst zu nehmende Konkurrenz kommt aus dem Norden: Der norwegische
Browser Opera (http://opera.com)
erobert in rasantem Tempo Marktanteile, seit er nicht mehr
kostenpflichtig ist. Auch Opera setzt auf Tabbed Browsing und ist als
Portable Software erhältlich. Der Funktionsumfang ist groß:
Popup-Blocker, ein E-Mail-Programm, ein Download-Manager und ein
Suchfenster sind standardmäßig mit eingebaut. Zudem
überzeugt Opera durch seine Schnelligkeit und Sicherheit.
Eine echte Arbeitserleichterung sind die Mausgesten: Zieht der User mit
der Maus eine Linie nach unten, poppt ein neues Fenster auf. Mit einem
leichten Schwenk nach rechts und links lassen sich die Internet-Seiten
umblättern. Praktisch ist auch der Passwort-Manager, der sich auf
Wunsch User-Name und Passwort merkt. Zum Eintragen reicht künftig
eine simple Tastenkombination.
Die Benutzeroberfläche von Opera kann mit ein paar Klicks ganz
individuell angepasst werden - unzählige Skins und fertige Vorlagen
stehen dafür zum Download zur Verfügung. Von der
Opera-Homepage können zudem kleine zusätzliche Programme -
Widgets genannt - heruntergeladen werden. Die Palette reicht hier von
praktischen Notizzetteln und Kalendern über News-Feeds bis hin zu
Mini-Spielchen.
Das Problem bei den beiden Browsern ist: Sie zeigen einige
Internetseiten nicht richtig an. Der Hauptgrund ist, dass sie - anders
als der Internet Explorer - ActiveX-Elemente aus Sicherheitsgründen
nicht unterstützen. Sowohl für Opera als auch für Firefox
gibt es daher mittlerweile entsprechende Erweiterungen, die jedoch erst
installiert werden müssen.
Das Problem mit ActiveX kennt der Netscape Browser (http://netscape.de) nicht. Er basiert
auf Firefox, enthält jedoch auch Elemente des Internet Explorers
und schaltet automatisch zwischen beiden Engines hin und her. Sicherheit
wird dabei groß geschrieben. So blockiert der Browser
standardmäßig Seiten, von denen erfahrungsgemäß
eine Gefahr ausgeht. Zudem scannt er automatisch alle Downloads auf
Spyware.
Netscape setzt ebenfalls auf Tabbed Browsing und enthält einen
Download-Manager sowie eine automatische Formularergänzung.
Standardmäßig mit dabei sind ein Nachrichten-Ticker und eine
Wettervorhersage für den Wohnort des Users. Auch der
AOL-Instant-Messenger ist im Paket enthalten.
Auch Microsoft ist inzwischen aufgewacht und hat seinen Internet
Explorer generalüberholt. Die neue Version 7 (http://microsoft.com) enthält
vieles, was sich auch bei der Konkurrenz bewährt hat, etwa Tabbed
Browsing und ein integriertes Suchfenster. Sie ist derzeit zwar nur als
Beta-Version erhältlich, soll den alten Browser aber bald
vollständig ablösen.
(Quelle: ddp)