Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertundzehnten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Bagdad soll durch Gräben abgeriegelt werden
So.17.09.06 - Angesichts ständiger blutiger Anschläge soll die irakische
Hauptstadt durch Gräben und Kontrollpunkte an den
Hauptstraßen für Attentäter unzugänglich gemacht
werden. Nach amerikanischen Zeitungsberichten vom Samstag wollen die US-
Streitkräfte und irakische Sicherheitskräfte die
Millionenstadt mit einem Ring von Gräben, Barrieren und Zäunen
abriegeln.
Wie die «New York Times» (Samstag) schreibt, soll der
Verkehr durch insgesamt 28 Kontrollpunkte geleitet werden. Kleinere
Straßen würden geschlossen. Die Hindernisse wie Gräben
sollten potenziellen Attentätern den Zugang zur Stadt mit Autos
über landwirtschaftliche Flächen und offenes Gelände
unmöglich machen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den
Sprecher des Innenministeriums, Brigadegeneral Abdul Karim Chalaf. Die
Absperrung für die Millionenstadt habe eine Gesamtlänge von
etwa 100 Kilometern, schrieb die «New York Times».
US-Militärsprecher Oberstleutnant Barry Johnson sagte nach Angaben
der «Washington Post» (Samstag), das US-Militär wisse,
dass die für die Gewalt Verantwortlichen immer wieder zwischen
Bagdad und dem Umland pendelten. Die Absicht, die hinter der
Abriegelungsmaßnahme stehe, sei es, die Sicherheitslage in Bagdad
in den Griff zu bekommen. Die Straßensperren sollten wie auch das
übrige Gelände von irakischen Sicherheitskräften
kontrolliert werden. US-Truppen sollten die Iraker bei ihrer Aufgabe
unterstützen, betonte Johnson.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 17.09.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertsechsundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.17.09.05 - Bagdad kommt weiterhin nicht zur Ruhe: Zehn Tote bei
Autobombenanschlag. Aufständische töten Tagelöhner.
Bürgermeister und vier Leibwächter erschossen. Neun Rebellen
bei Luftangriff getötet. Amerikanischer Marineinfanterist kommt
bei Bombenexplosion in der Provinz Anbar ums Leben +++ Zahl der seit
Beginn des Krieges im März 2003 getöten US-Soldaten ist auf
1.899 gestiegen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0509170.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Gewalt greift von Südafghanistan auf Westen über
So.17.09.06 - Der Aufstand von Taliban-Rebellen im Süden Afghanistans greift
nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden zunehmend auf den
bislang stabilen Westen des Landes über. Angesichts des massiven
Vorgehens der NATO-geführten Schutztruppe gegen die
Aufständischen in Südafghanistan wichen diese verstärkt
in den Westen aus, sagten örtliche Verantwortliche.
Die Provinz Farah forderte nach Angaben von Polizeichef Sajed Agha
Sakeb Truppenverstärkung bei der Regierung in Kabul an. "Sie sind
hier, wir müssen eine große Operation starten", sagte Sakeb.
In den vergangenen Wochen sei es wiederholt zu Kämpfen zwischen
Rebellen und Soldaten gekommen. Am Mittwoch hatten Rebellen in Farah
einen Polizeikonvoi überfallen. Dabei starben vier Polizisten und
vier Rebellen.
Auch der Gouverneur der Provinz Nimros forderte einen "massiven
Einsatz" der Armee gegen die Rebellen, bevor sich diese in der Region
festsetzten. "Die Taliban, die in der Region Kandahar geschlagen
wurden, weichen nun in unsere Region aus", sagte Gouverneur Ghulam
Dastgir Asad. In kleinen Dörfern von Nimros und Farah fänden
die Taliban Unterschlupf. Sie hätten sich mit den einflussreichen
Opiumschmugglern verbündet.
Anders als der Süden Afghanistans, wo praktisch täglich
Anschläge und Kämpfe stattfinden, war der Westen bislang
vergleichsweise ruhig. Anfang September hatten die ISAF-Soldaten im
Süden einen groß angelegten Einsatz gestartet, um den
Widerstand der Taliban zu brechen.
(Quelle: afp)
USA starten in Afghanistan neue Offensive gegen die Taliban
So.17.09.06 - Die von den USA geführten Koalitionsstreitkräfte in
Afghanistan haben in fünf Provinzen eine weitere Offensive gegen
die radikalislamischen Taliban gestartet. Ziel der Operation
«Mountain Fury» sei es nicht nur, die Taliban zu besiegen,
sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden in diesen
Provinzen zu fördern, hieß es am Samstag in einer
Erklärung. 7.000 Soldaten seien an der Offensive in der Mitte und
im Osten in Paktika, Chost, Ghansi, Paktia und Logar beteiligt.
Die Offensive «Mountain Fury» sei schon seit einiger Zeit
allmählich vorbereitet worden, hieß es. Am Samstagmorgen habe
das «Manöverstadium» begonnen. Die Sicherheit der
Menschen in der Region solle dabei verbessert und die extremistischen
Taliban sollten von der Bevölkerung getrennt werden.
Auch im Süden des Landes setzten tausende Soldaten der USA und der
NATO ihre Offensive gegen die Taliban fort. Dabei sollen in den
vergangenen Wochen hunderte Taliban-Kämpfer getötet worden
sein. Am Samstag griffen rund 60 mutmaßliche Taliban-Kämpfer
einen Polizeiposten im Süden des Landes an. Bei dem Gefecht wurden
nach afghanischen Angaben vier Taliban getötet. Bei einem
Bombenanschlag südlich der Hauptstadt Kabul wurden am Samstag drei
Menschen getötet.
Kanada entsendet rund 200 weitere Soldaten und 15 Leopardpanzer nach
Afghanistan. Die Regierung folgt damit einer Bitte von Brigadegeneral
David Fraser, dem Kommandeur der kanadischen Truppen in Afghanistan, wie
die Streitkräfte am Freitag mitteilten. Der NATO-Oberbefehlshaber
für Europa, General James Jones, hatte erst am Freitag eine
dringende Aufforderung an die Bündnispartner wiederholt, zur
Bekämpfung der Taliban im Süden Afghanistans bis zu 2.500
weitere Soldaten zur Verfügung zu stellen. Die Schutztruppe ISAF
hat etwa 20.000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Vor allem im
Süden des Landes stoßen sie seit Monaten auf heftigen
Widerstand der Taliban.
(Quelle: ap)
China fordert von Iran mehr Bewegung im Atomstreit
So.17.09.06 - China hat den Iran aufgefordert im Streit über sein Atomprogramm
mehr Flexibilität zu zeigen.
Dies sei hilfreich für eine baldige Wiederaufnahme von
Verhandlungen und damit letztlich für eine Lösung des
Konflikts, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao bei einem Treffen mit
dem iranischen Vizepräsidenten Ali Saidlu am Freitag, wie die
amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag berichtete.
Zwar sei der Konflikt an einem kritischen Punkt angelangt, dennoch gebe
es Raum für eine Verhandlungslösung.
Wen traf den iranischen Vizepräsidenten am Rande einer Konferenz
der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in tadschikischen Hauptstadt
Duschanbe, an der der Iran als Beobachter teilnimmt. Zu den
SCO-Ländern zählen neben China und Tadschikistan, Russland
Kasachstan, Kirgisien und Usbekistan.
Der Iran bestreitet Vorwürfe, heimlich an Atombomben zu arbeiten,
ließ Ende August aber eine Frist des Sicherheitsrats der Vereinten
Nationen (UN) verstreichen, seine Anreicherung von Uran auszusetzen.
Während sich die USA für Sanktionen gegen die Islamische
Republik einsetzen, sind vor allem China und Russland bislang dagegen.
(Quelle: rtr)
Indien und Pakistan wollen Friedensgespräche wieder aufnehmen
So.17.09.06 - Indien und Pakistan wollen ihre nach den Bombenanschlägen von
Bombay im Juli unterbrochenen Friedensgespräche wieder aufnehmen.
Das vereinbarten der pakistanische Präsident Pervez Musharraf und
der indische Ministerpräsident Manmohan Singh am Samstag bei einer
Unterredung am Rande des Gipfels der Blockfreien in Havanna. Die
Verhandlungen sollen von den Außenministern geführt werden.
Singh nahm außerdem eine Einladung zu einem Besuch Pakistans an.
In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten Singh und Musharraf
alle Formen des Terrorismus. Beide bezeichneten ihr Treffen in der
kubanischen Hauptstadt als einen Durchbruch zum Frieden. Indien hatte
nach den Anschlägen auf Züge in Bombay, die mehr als 200
Menschen das Leben kosteten, eine geplante neue Runde der
Friedensgespräche mit Pakistan abgesagt. Die
Sicherheitskräfte machen Rebellen aus dem Kaschmir für die
Anschläge verantwortlich. Indien wirft Pakistan Unterstützung
der Rebellen vor. In der umstrittenen Kaschmir-Region kämpfen
zahlreiche Gruppen für die Unabhängigkeit von Indien oder
einen Anschluss an Pakistan.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israels Außenministerin Livni ruft zu Durchsetzung des
Waffenembargos gegen Hisbollah auf. Libanons Ministerpräsident
Siniora bekräftigt Willen zur Entwaffnung der Hisbollah. Treffen
zwischen Abbas und Livni in New York geplant
So.17.09.06 - Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat die libanesische
Regierung dazu aufgerufen, das Waffenembargo gegen die Hisbollah-Miliz
durchzusetzen. Dies sei ein Test für die Regierung in Beirut und
die internationale Gemeinschaft sagte Livni am Freitag kurz vor ihrem
Rückflug aus den USA der Nachrichtenagentur AP. «Der Libanon
muss seine Souveränität geltend machen und die Hisbollah
entwaffnen», verlangte sie. Die schiitische Miliz verfüge
nicht mehr über viele Waffen. Schätzungen dazu wollte Livni
nicht nennen. Während des Konflikts hatte Israel erklärt,
zwischen 70 und 80 Prozent der Raketen mit großer und mittlerer
Reichweite seien zerstört worden. Dagegen verfügt die
Hisbollah weiter über Geschosse mit geringerer Reichweite.
Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora hat seinen Willen
bekräftigt, die Schiitenmiliz Hisbollah zu entwaffnen. "Die Waffen
werden konfisziert", sagte Siniora in einem am Freitagabend von Radio
Canada gesendeten Interview. Der Regierungschef warnte aber vor
voreiligen Schritten: "Wenn man zu brüsk handelt, wenn man zu
schnell reagiert, ist das nicht gut, also gehen wir langsam, aber
entschlossen vor", sagte er. "Wir wollen, dass der Staat sich
durchsetzt." Die Entwaffung der Hisbollah ist in der UN-Resolution 1701
von Mitte August vorgesehen.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und die
israelische Außenministerin Zipi Livni wollen sich nächste
Woche am Rande der UN-Vollversammlung New York treffen, wie der
palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat am Samstag
mitteilte. Einen genauen Termin nannte er nicht. Das israelische
Außenministerium wollte sich nicht zu der Mitteilung Erakats
äußern. Es wäre die zweite Begegnung zwischen Abbas und
Livni seit dem Sieg der radikalen Organisation Hamas bei der
palästinensischen Parlamentswahl im Januar. Die beiden trafen sich
das erste Mal im Mai im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich.
Abbas gehört der gemäßigteren Fatah an. Fatah und Hamas
wollen jetzt eine gemeinsame Regierung bilden, die die bisherige
Alleinregierung der Hamas ablösen soll. Damit soll die
internationale Isolation der Autonomiebehörde seit der
Regierungsübernahme der Hamas beendet werden.
(Quellen: ap, afp)
Sudanesischer Präsident bekräftigt Nein zu UN-Truppen in
Darfur
So.17.09.06 - Der sudanesische Präsident Omar al Baschir hat in einem
Gespräch mit UN-Generalsekretär Kofi Annan erneut die
Stationierung einer UN-Truppe in der Krisenregion Darfur abgelehnt.
Baschir beharrte darauf, dass die Befriedung Darfurs
ausschließlich in den Händen der sudanesischen Regierung
liege. «Gerechtigkeit ist und bleibt unser Ziel, aber mit unseren
diplomatischen, politischen und anderen Mitteln», sagte der
Präsident während einer Pressekonferenz in Havanna. Dort traf
er sich am Rande des Gipfels der Blockfreien mit Annan.
Der Erste Vizepräsident Salva Kiir Majardit befürwortet
dagegen eine Stationierung von Blauhelmsoldaten. Die sudanesische
Regierung sei nicht in der Lage, die Zivilbevölkerung in Darfur zu
schützen, sagte er laut der unabhängigen Zeitung «Al
Sudani» vom Samstag. Die ernste humanitäre und
Sicherheitslage in Darfur mache eine Intervention internationaler
Truppen notwendig, um die Bevölkerung vor den Grausamkeiten der
Dschandschawid-Milizen zu schützen», erklärte er zum
Abschluss einer Sitzung des Politbüros der Sudanesischen
Volksbefreiungsfront (SPLM). Die ehemalige Rebellenorganisation ist
inzwischen an der Regierung in Khartum beteiligt.
Die Kämpfe in Darfur haben seit 2003 nach neuen Schätzungen
zwischen 170.000 und 255.000 Menschen das Leben gekostet. Das geht aus
einer Studie hervor, die am Freitag in der Zeitschrift
«Science» veröffentlicht wurde. Ein Koautor der
Untersuchung, der US-Professor John Hagan, sagte, die Zahl könnte
auch bei 400.000 liegen. Es sei schwer, die Opferzahlen
abzuschätzen.
Die Vereinten Nationen haben die Zahl der Opfer bislang auf 180.000 bis
200.000 geschätzt, die US-Regierung gab im Frühjahr
vergangenen Jahres eine Zahl von 63.000 bis 146.000 Toten an. Die
Nachrichtenagentur AP hat unter Berufung auf die Vereinten Nationen und
Hilfsorganisationen in den vergangenen Monaten von mehr als 200.000
Todesopfern geschrieben.
Der Bürgerkrieg in der westsudanesischen Region begann mit einem
Aufstand von Rebellen, die der islamisch-arabischen Regierung eine
fortgesetzte Vernachlässigung der afrikanischen Bevölkerung
vorwerfen. Danach begannen arabische Milizen, die Dschandschawid, mit
einer Vertreibungskampagne.
(Quelle: ap)
Inflation in Simbabwe steigt auf 1.204 Prozent im Jahr
So.17.09.06 - Die Inflation in Simbabwe lag im zurückliegenden Jahr beim
Rekordwert von 1.204 Prozent, wie das Statistische Amt des Landes am
Samstag mitteilte. Die Zahl bezog sich auf das Ende August zu Ende
gegangene Jahr. Ende Juli lag die Inflation bei 993 Prozent. Simbabwe
hat die größte Inflationsrate der Welt. Das Land steckt nach
der Zwangsenteignung vieler weißer Landbesitzer in der
größten Wirtschaftskrise seit seiner Unabhängigkeit. Die
Mehrheit der 12,5 Millionen Simbabwer lebt in Armut.
(Quelle: ap)
Kapitalschwemme in Entwicklungsländer
Bank konstatiert zunehmende Geldanlagen in Drittweltländern.
Experten warnen vor Parallelen zur Asienkrise... Mehr in der taz vom
23.08.06:
http://www.taz.de/pt/2006/08/23/a0068.1/text
Weltbank fordert bessere Bildung der Jugend in armen Ländern
So.17.09.06 - Die Weltbank hat die ärmeren Länder der Welt aufgefordert,
mehr in die Ausbildung und Gesundheitsversorgung junger Menschen zu
investieren. Die große Zahl von 1,3 Milliarden Menschen zwischen
zwölf und 24 Jahren bedeute für die Entwicklungsländer
eine große Chance, berge aber auch große Risiken, sagte der
der Chefökonom der Weltbank, François Bourguignon, bei der
Vorstellung des jährlichen Entwicklungsberichts am Samstag in
Singapur. Noch nie hätten der Wirtschaft so viele gesunde junge
Menschen zur Verfügung gestanden. Allerdings drohten zunehmend
soziale Spannungen, falls diese keine ausreichende Bildung erhalten und
Arbeitsplätze vorfinden würden.
Die meisten Entwicklungsländer hätten nur ein kleines
Zeitfenster, um die gegenwärtigen Chancen zu nutzen, sagte der
Autor des Entwicklungsberichts, Emmanuel Jimenez. Wenn diese große
Zahl junger Menschen älter werde, verlören die Länder
die Vorteile, die sich daraus ergeben. Derzeit allerdings stellten die
jungen Menschen in armen Ländern die Hälfte aller
Arbeitslosen weltweit. Im Nahen Osten und in Nordafrika müssten
bis 2020 rund 100 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Etwa
130 Millionen junge Menschen könnten weder lesen noch schreiben.
Ein erfolgreicher Abschluss der Grundschule aber sei Voraussetzug
für einen höheren Abschluss.
Zudem muss nach dem Bericht der Weltbank gewährleistet werden,
dass die Menschen ihre Bürgerrechte wahrnehmen könnten.
Enttäuschte Erwartungen könnten schnell in wirtschaftliche
oder soziale Spannungen münden. Die Konflikte in Sri Lanka zwischen
Singhalesen und Tamilen etwa rührten von sozialer Frustration,
weil tamilischen Studenten der Zugang zu Universitäten
verwährt werde.
(Quelle: afp)
Deutschland geht beim IWF auf Kollissionskurs
So.17.09.06 - Deutschland ist kurz vor Beginn der Herbstkonferenz des Internationalem
Währungsfonds (IWF) und der sieben führenden
Industrieländer (G-7) in Singapur auf Kollisionskurs in Sachen
IWF-Reform gegangen.
Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück und der Chef der
deutschen Bundesbank, Axel Weber, machten am Samstag deutlich, dass
Deutschland seine Einflussposition innerhalb des Fonds im Zuge der
Reform nicht aufweichen lassen will. Die US-Vorstellung, die neue Formel
zur Aufteilung der Quoten im Fonds vornehmlich am Bruttoinlandsprodukt
zu orientieren, lehnten Steinbrück und Weber explizit ab. Die
Quoten entscheiden über den Einfluss der Mitgliedsländer in
der Organisation. Zugleich kündigte Weber an, er werde vom
IWF-Chef Rodrigo Rato ein Anpassung der Fonds- an neue
Aufgabenstrukturen fordern, etwa beim Personal der Finanzinstitution. Es
müsse zunächst um ein schlüssiges Mittelfristkonzept des
Fonds und neue Prioritäten gehen. Jetzt schon zusätzliches
Kapital für den Fonds zu fordern, sei nicht die Zeit. Der Fonds
müsse erst einmal seine Ausgaben überprüfen, wie er es
selbst anderen immer wieder empfehle.
Währungsfragen werden nach Steinbrücks Worten in den internen
Gesprächen im Rahmen von IWF und G-7 eine wichtige Rolle spielen.
Ob Deutschland dabei das Problem des derzeit schwachen japanischen Yen
ansprechen wird, ließ er offen. Die Weltwirtschaft sei ansonsten
in einer so günstigen Situation wie seit Jahren nicht mehr,
erklärte der Minister. Das sollte aber nicht den Blick darauf
verstellen, das erhebliche Risiken beständen, die angegangen werden
müssten. Das gelte vor allem für die zunehmenden weltweiten
Ungleichgewichte. Skeptisch äußerte sich Steinbrück,
dass die in der Sackgasse steckenden Freihandelsgespräche im
Rahmen der Welthandelsorganisation wieder belebt werden können.
Gelinge das nicht, müsse auch Europa mehr auf bilaterale
Handelsabkommen "als zweitbeste Lösung" gegenüber einem
multilateralen Ansatz setzen.
Im Zentrum der Diskussionen in Singapur soll die Reform des Fonds und
seiner internen Einflussstrukturen stehen, die sich an den so genannten
IWF-Quoten eines Landes ausrichten. Hintergrund ist, dass die aktuelle
Quotenverteilung nicht mehr den aktuellen Gewichten in der
Weltwirtschaft entspricht. Daher sollen die Quoten für stark
aufstrebende und benachteiligte Länder - China, Südkorea,
Mexiko und die Türkei - kurzfristig angehoben und dann später
in einem zweiten Schritt das gesamte System mit einer neuen Quotenformel
reformiert werden.
Deutschland sei zwar bereit, seine eigene Quote - rund sechs Prozent -
zu Gunsten der kurzfristigen Quotenerhöhung für die genannten
vier Länder etwas ermäßigen zu lassen. Für den
zweiten Reformschritt wolle man aber keine Vorleistungen mehr bringen,
sagte Steinbrück. Deutschland wolle als drittgrößte
Handelsnation seinen Einfluss im Fonds erhalten, machten Steinbrück
und Weber deutlich. Wenn die USA forderten, eine neue Quotenformel vor
allem am Bruttoinlandsprodukt auszurichten, entspreche das nicht
Deutschlands Position. Vielmehr müsse der Offenheitsgrad einer
Volkswirtschaft und deren Integration in die Weltwirtschaft angemessen
mitberücksichtigt werden. Europa oder die Euro-Zone im IWF nur
noch als gemeinsamen Block mit einheitlicher Stimme zu behandeln,
lehnte Steinbrück ab.
Weber bejahte die Reformnotwendigkeit des Fonds. Er forderte den IWF
und dessen Chef Rato aber auf, die Neustrukturierung der Fonds-Aufgaben
mit einer Neustrukturierung und mit Anpassungen in der Organisation zu
begleiten. Der Fonds müsse Prioritäten neu setzten, und zwar
in der Überwachung und Prävention von Krisen zu Lasten seiner
Kreditgeberfunktion. Das müssten auch die IWF-Strukturen, etwa beim
Personal, widerspiegeln. Dabei müsse man die Ausgabenseite des
Fonds überprüfen. Dies werde er bei Rato anmahnen.
Die Androhung des Iran, seine Devisenreserven bei ökonomischen
Sanktionen gegen sein Land durch die USA zu Lasten des Dollars
umzuschichten, versetzte Weber nicht in Unruhe. "Ich denke, dem sollte
man relativ gelassen entgegensehen", sagte er auf eine entsprechende
Frage, ohne den Iran selbst zu erwähnen.
(Quelle: rtr)
G-7 rechnet mit starker Weltkonjunktur trotz schwächeren
US-Wachstums
So.17.09.06 - Die sieben größten Industrieländer der Welt haben China
zu einer größeren Flexibilität bei der Bewertung seiner
Währung aufgefordert. Auf diese Weise könnten die notwendigen
Anpassungen erreicht werden, hieß es in einer gemeinsamen
Erklärung, die am Samstag nach Beratungen in Singapur
veröffentlicht wurde. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-7
erklärten darüber hinaus, sie rechneten auch bei einem etwas
nachlassenden US-Wachstum mit einer weiterhin starken Weltkonjunktur.
Allerdings bestehe zugleich durch unbeständige Energiepreise und
wachsende Inflationserwartungen die Gefahr eines Abschwungs, hieß
es in dem Papier weiter.
Themen bei den Gesprächen der sieben führenden
Industriestaaten waren seinen Angaben zufolge unter anderem das
US-Handelsdefizit, die steigenden chinesischen Exporte und die Frage,
wie die Europäer ihr Wachstum ankurbeln könnten.
Der japanische Finanzminister Sadakazu Tanigaki erklärte, die
Unterbewertung des chinesischen Yuan sei nicht direkt diskutiert worden.
Man habe jedoch darüber gesprochen, dass größere
Flexibilität notwendig sei. Die USA und andere wichtige
Handelspartner haben China bereits mehrfach aufgefordert, den Yuan
aufzuwerten. Die USA hoffen, so ihr gewaltiges Handelsbilanzdefizit
gegenüber China verringern zu können. Der chinesische
Zentralbankchef Zhou Xiaochuan sagte, Peking sei bereit,
Vorschläge in Bezug auf seine Währung in Erwägung zu
ziehen. Es seien auf Möglichkeiten denkbar, den Wechselkurs des
Yuan flexibler zu gestalten.
(Quelle: ap)
Papst drückt Bedauern für Islam-Äußerungen aus
So.17.09.06 - Papst Benedikt XVI. hat am Samstag sein Bedauern dafür
ausgedrückt, dass seine umstrittenen Äußerungen zum
Islam von Moslems als Beleidigung aufgenommen worden sind.
Der Papst respektiere alle Islamgläubigen und hoffe, sie
würden den wahren Sinn seiner Rede verstehen, hieß es in
einer Stellungnahme des Vatikans. "Der Heilige Vater bedauert sehr, dass
einige Passagen seiner Rede für Moslems beleidigend geklungen
haben könnten", teilte der Kardinal-Staatssekretär Tarcisio
Bertone in einer Erklärung mit.
Nach ersten massiven Protesten in der muslimischen Welt folgten am
Samstag auch Aufrufe zur Mäßigung. In der Türkei wurde
Kritik an voreiligen Reaktionen laut.
Der oberste Chef der türkischen Religionsbehörde, Ali
Bardakoglu, habe den Wortlaut des Vortrags in Regensburg nicht gekannt,
als er den Papst aufgefordert hatte, sich zu entschuldigen, berichtete
die türkische Zeitung «Hürriyet» am Samstag. Er
habe allein auf Presseberichte reagiert, nach denen der Papst den Islam
als eine Religion der Gewalt dargestellt habe.
Einen Einfluss auf den für Ende November geplanten offiziellen
Papst-Besuch in der Türkei werde die Empörung über die
Worte Benedikts in der islamischen Welt nicht haben, zitierte die
Zeitung Kreise des türkischen Außenministeriums in Ankara.
Die radikale Moro Islamische Befreiungsfront auf den Philippinen rief
dazu auf, nicht noch weiter Öl aufs Feuer zu gießen. Davon
könne nichts gewonnen werden, erklärte ein Sprecher der
Organisation.
Dagegen forderte Teheran den Papst auf, Missverständnisse
ausräumen und seinen Standpunkt schnellstens zu revidieren. Der
Sprecher des iranischen Außenministeriums Mohammed-Ali Hosseini
sagte, damit könne die Solidarität innerhalb der Religionen
wieder hergestellt werden. Die jordanische Regierung bezeichnete die
Äußerungen des Papstes am Samstag als
«äußerst beleidigend».
Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte während seines
Deutschlandbesuchs bei einem Vortrag zum Thema Islam und Gewalt ein
umstrittenes Zitat verwendet, das den Propheten Mohammed kritisiert.
(Quellen: rtr, dpa)
Dokumentation: Stellungnahme des Vatikan
In der Erklärung des Vatikans zu den umstrittenen
Äußerungen des Papstes zum Islam heißt es in
Wortlautauszügen (dpa- Übersetzung):
«Der Heilige Vater hat in keiner Weise beabsichtigt, sich das von
ihm in seiner Rede in Regensburg wiedergegebene Urteil des
byzantinischen Kaisers Manuel II. Paläologos zu eigen zu machen,
und er hat es auch nicht vor. Er hat es lediglich als Gelegenheit
benutzt, um in einem akademischen Zusammenhang und, wie aus einer
vollständigen und aufmerksamen Lektüre des Textes hervorgeht,
um einige Gedanken zum Thema der Beziehung von Religion und Gewalt im
Allgemeinen zu entwickeln und um zu einer klaren und radikalen
Ablehnung der religiösen Begründung von Gewalt zu gelangen,
von welcher Seite sie auch immer kommen mag....
Der Heilige Vater bedauert zutiefst, dass einige Stellen seiner Rede
beleidigend für die Gefühle der muslimischen Gläubigen
geklungen haben könnten und in einer Weise aufgefasst worden
seien, die in keiner Weise mit seinen Absichten übereinstimmten.
Andererseits hat er angesichts der tiefen Religiosität der
muslimischen Gläubigen die westliche säkularisierte Kultur
ermahnt, dass sie "die Verachtung Gottes und den Zynismus, der die
Verhöhnung des Heiligen als ein Freiheitsrecht betrachtet",
vermeiden. Indem er gegenüber denjenigen, die sich zum Islam
bekennen, seinen Respekt und seine Hochachtung unterstreicht,
wünscht er, dass ihnen geholfen wird, den wirklichen Sinn seiner
Worte zu begreifen, damit sie diesen schwierigen Moment überwinden
und ihr Bekenntnis zum einzigen Gott verstärken.»
Quelle: dpa, 16.09.2006
Die Äußerungen des Papstes über den Islam im Wortlaut::
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0609150.htm#060915_f
|
Griechenland will EU für den ganzen Balkan öffnen
So.17.09.06 - Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias hat sich für
eine EU-Erweiterung um alle Balkanländer ausgesprochen. «Wenn
wir wirklich dauerhaft Frieden in ganz Europa wollen, dann müssen
früher oder später alle Staaten des Balkans EU-Mitglieder
werden», sagte Papoulias der «Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung» kurz vor seinem Deutschlandbesuch. «Der
Beitritt von Rumänien und Bulgarien ab 2007 darf nicht Abschluss
der EU-Erweiterung sein, sondern muss als Anfang für die
nächste Erweiterungsrunde gelten», sagte der
Staatspräsident. Er betonte, Europa werde niemals auf sicheren
Füßen stehen, wenn Länder wie Albanien oder auch Serbien
von der EU ausgeschlossen blieben.
Papoulias kommt am Montag auf Einladung von Bundespräsident Horst
Köhler zu einem fünftägigen Besuch nach Deutschland. Am
Dienstag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Gast.
Von Mittwoch bis Freitag besucht Papoulias die Bundesländer
Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
(Quelle: ddp)
Deutschland
Koalitionsstreit über Arbeitsmarktreform wird schärfer -
CSU-Forderungen nach mehr Sanktionen
So.17.09.06 - In der Koalition verschärft sich der Streit über die
Arbeitsmarktreformen. CSU-Generalsekretär Markus Söder
forderte am Wochenende einschneidende Maßnahmen, die weit
über den Koalitionsvertrag hinausgehen. Der
SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner wies den Vorstoß
zurück und verlangte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU).
Söder forderte in der «Welt am Sonntag» die
Einführung von Kombilöhnen, mehr betriebliche Bündnisse
für Arbeit und schärfere Sanktionen im Rahmen von
«Hartz IV». «Da müssen wir breit diskutieren,
auch über den Koalitionsvertrag hinaus», sagte Söder.
So solle nach zweimaliger und nicht erst wie jetzt nach dreimaliger
Ablehnung eines Arbeitsangebotes die Zahlung des Arbeitslosengeldes II
eingestellt werden.
Söder forderte ferner Kürzungen beim Übergangszuschuss
vom Arbeitslosengeld I auf das Arbeitslosengeld II und eine
Übertragung der Zuständigkeit für Langzeitarbeitslose
auf die Kommunen. Derzeit kooperieren in den Job-Centern Kommunen und
lokale Arbeitsagenturen.
Eine weitere Ausweitung von Mindestlöhnen will die CSU nicht
mitmachen. «Ein Mindestlohn garantiert nur die Höhe des
Lohnes, aber nicht den Arbeitsplatz», sagte Söder. Eine
Ausnahme wie bei den Gebäudereinigern werde es nicht noch einmal
geben.
Der SPD-Arbeitsmarktexperte Brandner kritisierte in der «Welt am
Sonntag» die CSU-Forderungen nach mehr Sanktionen: «Das ist
Politik aus dem 19. Jahrhundert. Da wird kalkuliert
gezündelt.» Jetzt müsse die Kanzlerin zeigen, dass sie
die Stärke besitze, zu den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages
zu stehen. Die Forderung nach flächendeckenden Kombilöhnen
wies Brandner zurück. Wer Arbeitgebern flächendeckend
Lohnzuschüsse zahle, subventioniere Unternehmen, schaffe aber
keine neuen Jobs.
(Quelle: ddp)
DGB-Chef Sommer bekräftigt Ablehnung des Gesundheitsfonds
So.17.09.06 - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat seine Kritik an der
Gesundheitsreform erneuert. DGB-Chef Michael Sommer wandte sich in der
«Bild am Sonntag» insbesondere gegen den geplanten
Gesundheitsfonds, der den einzelnen Kassen nur noch sehr wenig eigenen
Spielraum zur Festsetzung der Beitragssätze erlauben würde und
die Beiträge der Versicherten zunächst erhöhen
würde. Statt solch ein «bürokratisches Monster» zu
schaffen, müsse das Gesundheitssystem solidarisch mit Hilfe von
Steuergeldern finanziert werden, sagte Sommer.
Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, sprach sich gegen den
Gesundheitsfonds aus. Er sei «teuer für alle, sehr
bürokratisch und löst kein Problem», sagte Braun der
«Bild am Sonntag». Die große Koalition solle vielmehr
die Kostenseite anpacken, «zum Beispiel mehr Qualität durch
mehr Wettbewerb und mehr Transparenz durch Rechnungen für
Arztbesuche bei kleiner Selbstbeteiligung».
(Quelle: ap)
Laut 'Spiegel' erhöht Siemens Vorstandsgehälter um 30 Prozent
So.17.09.06 - Die Gehälter der Vorstände des Münchner Siemens-Konzerns
sollen im kommenden Geschäftsjahr nach einem Bericht des
Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» im Schnitt um 30 Prozent
erhöht werden. Um solche Einkommenssprünge künftig zu
vermeiden, wolle Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer die Bezüge
der Topmanager des Konzerns nicht mehr alle drei Jahre, sondern in
kürzeren Abständen überprüfen, berichtete das
Magazin am Samstag vorab. Laut Pierer liegen die Bezüge der
Siemens-Vorstände nach drei Jahren ohne Gehaltserhöhung
inzwischen am unteren Ende vergleichbarer Unternehmen.
(Quelle: ddp)
Gabriel will Marktmacht der Stromkonzerne eindämmen
So.17.09.06 - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will einem Zeitungsbericht
zufolge die Energiepolitik der SPD auf Wettbewerbskurs bringen. In einer
Grundsatzrede, die Gabriel am Montag vor dem Parteipräsidium
halten werde, wolle er für einen schärferen Konkurrenzkampf
beim Strom werben, um die Preise in den Griff zu bekommen, berichtet die
«Süddeutsche Zeitung» (Samstagausgabe). Gabriel sei
vom Parteivorstand beauftragt, die SPD-Energiepolitik zu koordinieren.
Es sei «erklärungsbedürftig«, warum »die
von den Energieversorgungsunternehmen zu verantwortenden Posten»
der Stromrechnung seit 2001 um mehr als 30 Prozent gestiegen seien,
heißt es laut Zeitung in Gabriels Redemanuskript. Höhere
Brennstoffpreise könnten dies nicht rechtfertigen. Die Ursache
liege vielmehr in der starken Marktmacht der vier großen
Stromerzeuger.
«Wenn einzelne Konzerne ihren jeweiligen nationalen Regierungen
drohen, bei stärkerer Regulierung nicht mehr zu investieren, dann
muss die Politik auf europäischer Ebene entschlossen dagegen
reagieren», zitiert die Zeitung Gabriel. Es gelte, die
«Erpressbarkeit nationaler Regierungen» zu verhindern.
Zuletzt hatte der RWE-Konzern angedeutet, eine schärfere Kontrolle
von Preisen könnte dazu führen, dass Investitionen in
Kraftwerke überdacht würden.
(Quelle: ddp)
Innenminister Schäuble: In Moscheen sollte auf Deutsch gepredigt
werden
So.17.09.06 - In den Moscheen in Deutschland sollte nach Worten von
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble auf Deutsch gepredigt werden.
"Meine Idealvorstellung wäre, dass auch Imame in Deutschland
ausgebildet sind und dass sie unsere Sprache sprechen", sagte der
CDU-Politiker nach einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der
Spiegel" vom Samstag. Auch in der römisch-katholischen Kirche werde
die Messe längst auf Deutsch und nicht mehr auf Latein gehalten.
Schäuble verteidigte wie zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel Papst
Benedikt XVI. vor der Kritik aus moslemischen Ländern wegen seiner
Äußerungen zum Heiligen Krieg im Islam. "Es muss noch
möglich sein, dass man einen jahrhundertealten Text zitiert, wenn
man sich doch erkennbar nicht damit identifiziert", sagte er. Die
Oberhäupter anderer Religionen wären gelegentlich gut beraten,
wenn sie sich selbst ermahnen würden und nicht immer nur die
anderen.
Benedikt XVI. hatte während seines Deutschland-Besuchs einen
byzantinischen Kaiser aus dem 14. Jahrhundert mit einer scharfen Kritik
an der Aufforderung des Islams zitiert, der Glaube solle mit dem Schwert
verbreitet werden. Dies hatte weltweit bei Moslems Proteste
ausgelöst. Merkel hatte daraufhin erklärt, wer den Papst
kritisiere, verkenne die Absicht seiner Rede. "Was Benedikt XVI.
deutlich macht, ist die entschiedene und kompromisslose Absage an
jegliche Anwendung von Gewalt im Namen der Religion." Die Rede des
Papstes sei eine Einladung zum Dialog der Religionen.
(Quelle: rtr)
Wissenschaft
Schweigen über Ergebnisse von Medikamententests an Kindern
So.17.09.06 - Studienergebnisse über die Eignung von Medikamenten für
Kinder gelangen nur selten in Fachmagazine. Dabei werden vor allem jene
Tests nicht veröffentlicht, in denen den Medikamente eine
schlechtere oder fehlende Wirksamkeit attestiert oder
Sicherheitsbedenken geäußert werden, berichten
Wissenschaftler der Duke Universität im US-Bundesstaat North
Carolina.
Von 1996 bis 2004 haben pharmazeutische Firmen in den USA 253 Studien
durchgeführt, um Medikamente unter anderem gegen Schmerzen,
Diabetes, Sodbrennen und psychische Störungen bei Kindern zu
testen. In dem nordamerikanischen Land erhalten die Firmen einen
längeren Patentschutz auf ihre Medikamente, wenn sie die Anwendung
bei Kindern extra untersucht haben. Bei hundert Medikamenten mussten die
überprüfenden Forscher Angaben zur Dosierung, Wirksamkeit
oder Sicherheit für Kinder nachbessern. Nur 37 davon wurden nach
Angaben der Duke-Wissenschaftler in Fachzeitschriften publiziert.
Bislang werden auch in Deutschland Medikamente für Kinder
häufig außerhalb der Zulassung angewendet: Aus bisherigen
Erfahrungen an anderen Kindern und Erwachsenen wird die Dosis für
den aktuellen kleinen Patienten errechnet. Der Körper von
insbesondere sehr jungen Kindern entspricht jedoch in vielem nicht dem
erwachsenen Organismus, so dass beispielsweise die Organe bei Kindern
noch nicht wie bei Erwachsenen die Medikamente abbauen können. Die
Europäische Union hat daher im Juni eine Verordnung gebilligt, nach
der Pharmafirmen alle neuen Arzneimittel auch an Kindern klinisch
testen müssen. Prüft ein Konzern nachträglich ein bereits
zugelassenes Medikament, bekommt er ähnlich wie in den USA eine
Verlängerung des Patentschutzes um ein halbes Jahr.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufigste Todesursache
So.17.09.06 - Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben in Deutschland die Todesursache
Nummer 1.
Von den insgesamt im Jahr 2005 über 830 000 verstorbenen Menschen
ist fast die Hälfte einer solchen Erkrankung erlegen. Bei 152 274
Männern und 215 087
Frauen war das die Todesursache. Betroffen sind überwiegend
ältere Menschen. Fast 91 Prozent der Verstorbenen waren nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes über 65 Jahre alt. Frauen
starben entsprechend häufiger an einer Kreislauferkrankung, weil
sie im Durchschnitt älter werden als Männer. Am Herzinfarkt,
der zur Gruppe der Kreislauferkrankungen gehört, verstarben 66 179
Personen.
Ein Viertel aller Verstobenen ist einem Krebsleiden erlegen. Bei den
Männern kamen bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane und
der Atmungsorgane am häufigsten vor. Bei den verstorbenen Frauen
dominiert ebenfalls der Krebs, der Verdauungsorgane befällt,
gefolgt von Brustkrebs.
An unnatürlichen Todesursachen wie Verletzungen und Vergiftungen
sind über 33 000 Menschen gestorben. Mehr als 10 200 Personen sind
freiwillig aus dem Leben geschieden, 73 Prozent davon waren Männer.
Im Vergleich zum Jahr 2004 ist die Zahl der Sterbefälle um 1,5
Prozent gesunken.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)