Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertvierundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Soldaten nehmen mutmaßliches Mitglied von Al Kaida im Irak fest
So.01.10.06 - Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ein
mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation Al Kaida im Irak
festgenommen. Der Mann habe als Wachmann im Haus eines führenden
sunnitischen Scheichs gearbeitet und sei an der Planung eines
größeren Selbstmordanschlags in der Grünen Zone in
Bagdad beteiligt gewesen, hieß es am Samstag unter Berufung auf
Erkenntnisse der Geheimdienste. Der Verdächtige wurde am Freitag im
Haus von Scheich Adnan al Dulaimi festgenommen, dem Führer des
größten sunnitischen Blocks im irakischen Parlament.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 01.10.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.01.10.05 - Vor Verfassungsreferendum eskaliert Gewalt: Binnen 24 Stunden bei
Anschlägen mehr als hundert Menschen getötet +++ Direktor des
Deutschen Orient-Instituts in Hamburg: Irakischer Verfassungsentwurf
'trägt Keim des Bürgerkriegs'...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0510010.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Stellvertreter von bin Laden erklärt US-Kampf gegen Terrorismus
für gescheitert
So.01.10.06 - Die Nummer zwei des Terrornetzwerks El Kaida, Aiman el Sawahiri, hat
den von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen Kampf gegen den
internationalen Terrorismus für gescheitert erklärt. In einer
neuen Videobotschaft bezeichnete der Stellvertreter von Osama bin Laden
Bush als "Lügner" und erklärte den Kampf der US-Regierung
gegen El Kaida für fehlgeschlagen, wie der katarische
Nachrichtensender El Dschasira berichtete. Papst Benedikt XVI. schimpfte
Sawahiri wegen "seiner Haltung zum Islam und zur arabischen Welt" einen
"Hochstapler".
Nach Angaben des TV-Senders wurde das Video im Internet
veröffentlicht. Sawahiri kritisierte das katholische
Kirchenoberhaupt darin offenbar mit Blick auf dessen umstrittene
Äußerungen zum Islam während seines Deutschland-Besuchs
in Regensburg am 12. September. Unter Verwendung eines umstrittenen
Zitats hatte Benedikt XVI. in einer Rede die Gewaltbereitschaft bei
einigen islamischen Gruppen kritisiert.
In seinem neuen Video rief Sawahiri darüber hinaus alle Muslime
zum Heiligen Krieg gegen die "Kreuzritter der UNO" in der sudanesischen
Konfliktregion Darfur auf. Der UN-Sicherheitsrat hatte im August die
Entsendung einer UN-Friedenstruppe nach Darfur beschlossen. Die
sudanesische Regierung sperrt sich aber dagegen.
Sawahiri hatte sich zuletzt zum fünften Jahrestag der
Terroranschläge vom 11. September 2001 per Video zu Wort gemeldet
und Israel und den Golfstaaten mit Anschlägen gedroht. Der in
Ägypten geborene El-Kaida-Vize wird als ideologischer Vordenker der
Terrorgruppe El Kaida gesehen. Auf Hinweise, die zu seiner Verhaftung
oder seinem Tod führen, haben die USA ein Kopfgeld von 25
Millionen US-Dollar (knapp 20 Millionen Euro) ausgesetzt.
(Quelle: afp)
Mindestens zwölf Tote bei Taliban-Anschlag in Kabul
So.01.10.06 - Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind
mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Weitere rund 50
Menschen wurden verletzt, als sich der Attentäter am Morgen vor dem
Innenministerium in die Luft sprengte, wie ein Sprecher des
Ministeriums sagte. Der Täter habe den Sprengsatz inmitten einer
Menschenmenge vor dem Eingang gezündet. Nach Angaben des
Gesundheitsministeriums befanden sich unter den Todesopfern zwei Frauen
und ein Kind. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen
Taliban.
Nach Angaben des Sprechers des Innenministeriums sind unter den
Todesopfern zehn Zivilisten und zwei Polizisten. Der Attentäter
habe den Sprengsatz an seinem Körper getragen und ihn
gezündet, als Polizisten ihn aufhalten wollten. Der Mann habe sich
unter eine vor dem Ministerium wartende Menschenmenge mischen wollen.
Die Polizei habe ihn angehalten, weil er sich "verdächtig" benommen
habe. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte, er habe die Leichen
von drei Geschäftsinhabern aus ihren von der Explosion völlig
zerstörten Läden geborgen.
Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban. Ein Sprecher der radikalen
Islamisten sagte der AFP entgegen den Angaben der Polizei, die Taliban
hätten den Sprengsatz ferngezündet. Präsident Hamid
Karsai, der gerade von einem Besuch in den USA und in Kanada
zurückgekehrt war, will im Laufe des Tages vor die Presse treten.
Im September erschütterten fünf Anschläge die afghanische
Hauptstadt. Dabei starben dutzende Afghanen, zwei US-Soldaten und ein
britischer Soldat.
(Quelle: afp)
Deutsche Bundeswehr engagiert sich logistisch in Südafghanistan
So.01.10.06 - Die deutsche Bundeswehr ist einem «Spiegel»-Bericht zufolge
insgeheim auch im umkämpften Süden Afghanistans engagiert. Bei
einer NATO-Ministertagung in Slowenien sei bekannt geworden, dass
deutsche Hubschrauber und Transall-Transporter bereits zahlreiche
Unterstützungsmissionen für die Alliierten im umkämpften
Süden geflogen hätten.
(Quelle: dpa)
US-Senat billigt einseitige Iran-Sanktionen
So.01.10.06 - Der US-Senat hat am Samstag ohne Debatte einem Gesetz zugestimmt, das
Sanktionen gegen Unterstützer des Irans bei der Beschaffung von
Massenvernichtungswaffen vorsieht. Dies betrifft chemische, biologische
und nukleare Waffen. Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Senat,
Bill Frist, erklärte, die Sanktionen seien das wichtigste Mittel,
um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen komme. Die
Regierung müsse nun daran arbeiten, dass Russland auch
internationalen Sanktionen gegen den Iran zustimme.
Ganz unumstritten sind die einseitigen Sanktionen durch die USA aber
auch im Kongress nicht. Im Repräsentantenhaus warf der Abgeordnete
Jim Leach die Frage auf, wie sinnvoll ein solcher Schritt sei, wenn die
USA gleichzeitig noch mit anderen Partnern an einer internationalen
Lösung arbeiteten. Die anderen beteiligten Länder hätten
bislang nicht erkennen lassen, dass sie sich den Schritten der USA
anschließen wollten. In dem jetzt beschlossenen Gesetz werden auch
die seit der iranischen Revolution 1979 geltenden Wirtschaftssanktionen
gegen den Iran weiter festgeschrieben.
(Quelle: ap)
Bush und der kasachische Präsident Nasarbajew finden lobende Worte
füreinander
So.01.10.06 - US-Präsident George W. Bush hat dem kasachischen Präsidenten
Nursultan Nasarbajew am Freitag in Washington für dessen
Unterstützung im Irakkrieg und im Kampf gegen den Terror gedankt.
Außerdem würdigte Bush Nasarbajews Bereitschaft, dem
Nachbarland Afghanistan auf dem Weg zu einer stabilen Demokratie zu
helfen. Bush bot seine Unterstützung für Kasachstans Streben
nach einem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) an.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz nach einem knapp einstündigen
Gespräch mit Bush im Oval Office äußerte sich Nasarbajew
dankbar für die US-Unterstützung bei der Unabhängigkeit
seines Landes vor 15 Jahren. Beide Länder seien enge Partner in den
Bereichen Wirtschaft, Energie und dem Kampf gegen den Terror, sagte er.
Kritik am autokratischen Führungsstil Nasarbajews
äußerte Bush nicht. «Ich schätze Ihre
Führung, Herr Präsident», sagte Bush seinem Gast. Das
ölreiche Land in Zentralasien nördlich von Afghanistan und dem
Iran ist ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region.
Präsident Nasarbajew, der die frühere Sowjetrepublik seit 16
Jahren führt, gewann bei der Wahl im Dezember 2005 nach offiziellen
Angaben 91 Prozent der Stimmen. Westliche Beobachter hatten den Verlauf
der Abstimmung kritisiert. Im Parlament, das 2004 zuletzt neu
gewählt wurde, ist kein einziger Oppositionspolitiker vertreten.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israel schließt Libanon-Abzug ab. Deutschlands
Verteidigungsminister Jung rechnet mit längerem Einsatz der
deutschen Marine im Libanon. Tausende Regierungsmitarbeiter in Gaza
fordern Gehaltszahlungen
So.01.10.06 - Israel hat den Abzug seiner Truppen aus dem Südlibanon
abgeschlossen. Wie israelische Medien berichteten, verließ der
letzte Soldat den Südlibanon am frühen Morgen. In den
vergangenen Tagen waren nur noch wenige dutzend Soldaten dort
stationiert gewesen. Israel erfüllt mit dem Abzug einen
wesentlichen Teil des UN- Waffenstillstandabkommens, das die
Kämpfe mit der radikalislamischen Hisbollah-Miliz beendete. Nach
und nach sollen libanesische Armee und UN-Friedenstruppe die Kontrolle
über das Grenzgebiet übernehmen.
Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) rechnet mit
einem deutlich längeren Einsatz der deutschen Marine vor der
Küste des Libanon als geplant. In der ARD-Sendung «Bericht
aus Berlin», die am (heutigen) Sonntag ausgestrahlt werden soll,
sagte Jung zur Beteiligung deutscher Schiffe an der UN-Mission:
«Man kann nicht davon ausgehen, dass am 31. August des
nächsten Jahres dieser Auftrag bereits erfüllt ist, und
deshalb muss man auch hier gegebenenfalls einen längeren Zeitraum
in Anspruch nehmen.»
Der Bundestag hatte dem UNIFIL-Einsatz vergangene Woche mit
großer Mehrheit zugestimmt. Er ist zunächst bis 31. August
2007 befristet. Insgesamt sollen bis zu 2.400 Bundeswehrsoldaten in die
Region entsandt werden. Anfang der kommenden Woche werden die ersten
deutschen Fregatten vor der Küste des Libanon erwartet.
Tausende palästinensische Regierungsmitarbeiter haben am Samstag
auf den Straßen Gazas die Auszahlung ihrer ausstehenden
Gehälter gefordert. Die Demonstranten zündeten Reifen an,
blockierten Straßen und schossen in die Luft. Die
palästinensische Regierung hatte am Donnerstag damit begonnen,
einen Teil der ausstehenden Entlohnung an 165.000 Mitarbeiter zu zahlen,
die wegen des Wirtschaftsembargos seit Monaten keine vollen Bezüge
erhalten haben.
Bei Rafah bewarfen Demonstranten das Auto des Kulturministers Attalah
Abu Sabh mit Steinen. Nach Angaben der regierenden Hamas gingen dabei
die Fenster des Wagens zu Bruch, der Minister blieb jedoch unverletzt.
(Quellen: ap, dpa)
UN-Vizegeneralsekretär kritisiert US-britische Haltung zu Sudan
So.01.10.06 - Der stellvertretende UN-Generalsekretär Mark Malloch Brown hat die
USA und Großbritannien für ihre von Drohungen geprägte
Diplomatie gegenüber dem Sudan kritisiert. Die "Megafon-Diplomatie"
im Darfur-Konflikt sei "geradezu kontraproduktiv" und führe
lediglich dazu, dass der Sudan sich nach dem US-Einmarsch im Irak und
in Afghanistan als weiteres Opfer des "Kreuzzuges" darstelle, sagte
Malloch Brown in einem Interview mit der britischen Zeitung "The
Independent" vom Freitag. Die Aufforderung an Khartum, die
Stationierung von UN-Friedenstruppen zu akzeptieren, sei "nicht
plausibel". Drohungen seien "nicht glaubwürdig". Der Sudan wisse,
dass der Westen keine Truppen habe, um dort einzumarschieren, sagte der
UN-Diplomat.
(Quelle: afp)
Islamisten in Somalia melden Einnahme von Ort an Grenze zu
Äthiopien
So.01.10.06 - Die islamischen Milizen in Somalia haben nach eigenen Angaben einen
strategisch wichtigen Ort in der Nähe der äthiopischen Grenze
eingenommen. Rund 200 Kämpfer hätten die
regierungsfreundlichen Milizen, die bislang Dschawill kontrollierten,
nach Äthiopien in die Flucht geschlagen, erklärte ein Sprecher
der Islamisten am Samstag.
Ein Anwohner berichtete der Nachrichtenagentur AP am Telefon von
heftigen Kämpfen, bei denen am Freitag einer der Angreifer und drei
Milizionäre der bisherigen Machthaber getötet worden seien.
Durch Dschawill führt die Verbindungsstraße aus
Äthiopien ins Innere von Somalia.
Das Land am Horn von Afrika versank nach dem Sturz des
langjährigen Machthabers Mohammed Siad Barre 1991 in Anarchie. Die
mit Hilfe der Vereinten Nationen installierte Übergangsregierung
kontrolliert lediglich noch die Stadt Baidoa und wird von dem
Bündnis islamischer Milizen zunehmend unter Druck gesetzt. Dieses
hat in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile
Südsomalias übernommen. Es wirft Äthiopien vor, die
Regierung in Baidoa mit Soldaten zu unterstützen.
(Quelle: ap)
Spanien will im Senegal gegen illegale Auswanderung werben
So.01.10.06 - Im Kampf gegen den Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika will
Spanien im Senegal eine Kampagne gegen illegale Auswanderung starten.
Mit Unterstützung der Vereinten Nationen sollen den Bewohnern des
westafrikanischen Landes Alternativen aufgezeigt werden, erklärte
die Vize-Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega am
Freitag in Madrid. Dort berieten die Außen- und Innenminister der
acht im Mittelmeerraum gelegenen EU-Staaten über Auswege aus dem
Flüchtlingsproblem.
Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos betonte, die
illegale Einwanderung von Afrikanern betreffe die gesamte
Europäische Union. Es gehe hier nicht darum, die spanischen Grenzen
zu verteidigen, sondern die Außengrenzen der EU. Der
französische Innenminister Nicolas Sarkozy erklärte, es sei
ein großer Fehler gewesen, dass Spanien im vergangenen Jahr rund
600.000 illegal Eingereisten eine Amnestie erteilt habe. Dies habe
Nachahmer ermutigt und damit der gemeinsamen Sache geschadet.
Fernandez de la Vega unterstich die Bedeutung eines Dialogs mit Afrika,
um Menschenhändlern das Handwerk zu legen. Dazu werde sie in
Kürze gemeinsam mit Moratinos auch nach Algerien reisen. Sarkozy
plädierte vor den Konferenzteilnehmern für gemeinsame
europäische Richtlinien zur Aufnahme von Einwanderern um
sicherzustellen, dass Neuankömmlinge überall in der EU nach
den gleichen Regeln behandelt würden.
Allein vor den Kanarischen Inseln sind in diesem Jahr bereits mehr als
24.000 Einwanderungswillige aufgegriffen worden - fast fünf Mal so
viele wie im gesamten Jahr 2005. Italien hat vor Sizilien die Ankunft
von gut 12.000 Flüchtlingen registriert. Die betroffenen
Länder haben der EU-Kommission wiederholt vorgeworfen, nicht
genügend Mittel für den Kampf gegen den Flüchtlingsstrom
bereitzustellen.
(Quelle: ap)
Indien wirft Pakistan Verwicklung in Anschläge vor
So.01.10.06 - Zwischen Indien und Pakistan ist es zu neuen Spannungen gekommen: Die
indische Polizei hat Pakistan eine Beteiligung an der Anschlagsserie in
Bombay im Juli mit 186 Toten vorgeworfen. Die Anschläge seien vom
pakistanischen Geheimdienst ISI gemeinsam mit der militanten
Muslimorganisation Lashkar-e-Taiba mit Hilfe von Agenten vor Ort
vorbereitet worden, sagte der Polizeichef von Bombay, A.N. Roy. Er
sprach von einer "professionellen, präzisen und wohl vorbereiteten
Operation". Die pakistanische Regierung wies die Vorwürfe
zurück.
Im Zuge der Ermittlungen nahm die indische Polizei bisher 15 Menschen
fest. Drei sollten demnächst wieder freikommen. Bei zwölf
Verdächtigen sei eine direkte Beteiligung sicher, sagte Roy. Viele
von ihnen hätten in Pakistan eine Ausbildung erhalten. 15 bis 20
Kilogramm des bei den Anschlägen verwendeten Sprengstoffs seien
von einem Pakistaner nach Indien gebracht worden. Für eine
Beteiligung des Terrornetzwerks El Kaida fand die indische Polizei
demnach keine Hinweise.
Die pakistanische Regierung wies die Vorwürfe zurück. "Das
ist eine vollkommen haltlose Anschuldigung", sagte der pakistanische
Innenminister Aftab Sherpao. Die Unterstellungen würden dem
Friedensprozess zwischen Pakistan und Indien nicht weiterhelfen.
Am 11. Juli waren in mehreren Vorortzügen und einem Bahnhof von
Bombay insgesamt sieben Bomben explodiert. 186 Menschen kamen ums
Leben, mehr als 800 wurden verletzt. Die indischen
Sicherheitskräfte machten kurz darauf die pro-pakistanische
Organisation Lashkar-e-Taiba verantwortlich, die für die
Abtrennung des Bundesstaates Kaschmirs von Indien kämpft. Die
Himalaya-Provinz ist seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Indien und
Pakistan. Drei Mal führten die Atommächte deswegen
gegeneinander Krieg.
(Quelle: afp)
14 Tote bei Gefecht und Bombenanschlag in Sri Lanka
So.01.10.06 - Bei einem Feuergefecht und einem Bombenanschlag sind am Samstag in Sri
Lanka 14 Menschen getötet worden. Eine Sondereinheit der Polizei
griff nach amtlichen Angaben eine Rebellengruppe an, die offenbar einen
Angriff auf einen Kontrollpunkt im östlichen Bezirk Ampara geplant
hatte. Wie ein Polizeisprecher mitteilte wurden elf Kämpfer der
Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) getötet. Im Bezirk Mannar
im Nordwesten wurden nach Regierungsangaben bei einem Bombenanschlag
drei Polizisten in den Tod gerissen.
Der Gewalt in Sri Lanka sind in den vergangenen Monaten trotz eines
2002 geschlossenen Waffenstillstands mehr als 1.000 Menschen zum Opfer
gefallen. Der norwegische Vermittler Jon Hanssen-Bauer will sich am
Montag um neue Friedensgespräche zwischen der Regierung und den
tamilischen Rebellen bemühen.
(Quelle: ap)
Russland setzt Truppenabzug aus Georgien aus
So.01.10.06 - Russland hat am Samstag als Reaktion auf die Festnahme von vier
russischen Offizieren den Truppenabzug aus Georgien ausgesetzt. Dies
teilte der Befehlshaber für den Nordkaukasus, General Alexander
Baranow, in Rostow am Don mit. Die russischen Stützpunkte in
Georgien sollten bis Ende 2008 komplett geräumt sein. Der Fall hat
die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden früheren
Sowjetrepubliken noch weiter belastet.
Georgien hatte am Freitag Anklage wegen Spionage gegen vier russische
Offiziere erhoben, der fünfte am Mittwoch festgenommene Russe wurde
freigelassen. Georgien wirft ihnen vor, Mitglieder eines Spionagerings
zu sein, der von einem russischen Agenten geleitet worden sei. Ziel sei
es unter anderem gewesen, die Integration der georgischen
Streitkräfte in die NATO zu verhindern. Die Regierung in Moskau
rief wegen des Vorfalls ihren Botschafter zurück und beantragte
eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.
Hinter dem Spionagefall steht der Konflikt zwischen Georgien und den
beiden abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien, die
beide von Russland unterstützt werden. Der georgische
Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili erklärte, die ganze Welt
könne nun sehen, dass es bei den Konflikten um Abchasien und
Südossetien nicht um ethnische Konflikte gehe, sondern dass es sich
um Konflikte zwischen Georgien und Russland handele.
(Quelle: ap)
Serbisches Parlament billigt neue Verfassung einstimmig - Kosovo wird
zum untrennbaren Teil des Landes erklärt
So.01.10.06 - Das serbische Parlament hat am Samstag einstimmig eine neue Verfassung
gebilligt, in der die Provinz Kosovo zum untrennbaren Teil des Landes
erklärt wird. Für ein In-Kraft-Treten ist außerdem die
Annahme in einer Volksabstimmung erforderlich. Als Termin für das
zweitägige Referendum wurden der 28. und 29. Oktober festgelegt.
Die neue Verfassung definiert Serbien erstmals seit der Auflösung
des früheren Jugoslawiens als unabhängigen Staat. Sie soll
die 1990 unter dem damaligen Machthaber Slobodan Milosevic
verabschiedete Verfassung ersetzen.
«Das ist ein großartiger Neuanfang», sagte
Ministerpräsident Vojislav Kostunica noch vor der Abstimmung. Das
Kosovo sei «ein Teil Serbiens», betonte der Regierungschef.
Auch Verhandlungen über den Status der seit 1999 unter
UN-Verwaltung stehenden Provinz könnten daran nichts ändern:
«Diese Verfassung wird nicht geändert.» Die albanische
Bevölkerungsmehrheit im Kosovo fordert die Unabhängigkeit,
Serbien hat dies aber ausgeschlossen. Mit einer endgültigen
Annahme der Verfassung wäre einer serbische Zustimmung zu einem
unabhängigen Kosovo dann auch juristisch der Riegel vorgeschoben.
Internationale Vermittler wollen die Statusgespräche bis zum
Jahresende abschließen.
(Quelle: ap)
PKK will vom 1. Oktober an Waffenstillstand einhalten
So.01.10.06 - Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) will von heute an einen
Waffenstillstand einhalten. Eine Entwaffnung der Organisation komme
jedoch nur in Frage, «wenn die Türkei eine demokratische
Lösung hat», sagte der militärische Führer der
PKK, Murat Karayilan, am Samstag in den Kandil-Bergen im Nordosten des
Iraks. Der Kampf der kurdischen Rebellen für mehr Autonomie im
Südosten der Türkei hat seit 1984 rund 37.000 Menschen das
Leben gekostet.
Die PKK-Kämpfer würden nur noch zu den Waffen greifen, wenn
sie angegriffen würden, erklärte Karayilan. Militärische
Einsätze werde es nicht mehr geben. Die PKK folgt damit einem
Aufruf des inhaftierten Rebellenführers Abdullah Öcalan, der
die Aufständischen am Mittwoch aufgefordert hatte, sich um eine
friedliche und demokratische Lösung zu bemühen.
Die türkische Regierung hat die bisherigen
Waffenstillstandserklärungen der PKK ignoriert und erklärt,
sie verhandle nicht mit Terroristen. Ministerpräsident Recep
Tayyip Erdogan sagte am Donnerstag, eine Terrororganisation müsse
die Waffen niederlegen. «Waffenstillstand ist der falsche
Begriff», sagte Erdogan dem Fernsehsender Samanyolu. Die PKK wird
von der Türkei und den USA als terroristische Gruppe eingestuft.
Ihre bislang längste einseitige Waffenruhe hielt nach der
Festnahme Öcalans 1999 fünf Jahre. Die letzte
Ankündigung im vergangenen Jahr wurde nach gut einem Monat
gebrochen. Anschläge und Angriffe der kurdischen Rebellen haben in
den vergangenen Wochen mehr als ein Dutzend Polizisten und Soldaten das
Leben gekostet. Am Samstag wurde bei einer Minenexplosion im
Südosten der Türkei ein Soldat getötet, ein weiterer
wurde verletzt, wie die private Nachrichtenagentur Dogan berichtete.
Bei Anschlägen von Extremisten mit angeblichen Verbindungen zur
PKK auf türkische Urlaubsorte wurden Ende August drei Touristen
getötet und zahlreiche verletzt.
(Quelle: ap)
Zypern bekräftigt Veto-Drohung gegen EU-Aufnahme der Türkei
So.01.10.06 - Zypern hat seine Drohung bekräftigt, sein Veto gegen die
Fortsetzung der Verhandlungen mit der Türkei zu Aufnahme in die
Europäische Union einzulegen. Außenminister Yiorgos Lillikas
sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»,
solange die Türkei die Inselrepublik Zypern nicht
völkerrechtlich anerkenne und ihre Häfen nicht für
zyprische Schiffe freigebe, werde das EU-Mitglied Zypern sich gegen
eine EU-Mitgliedschaft der Türkei stellen.
Man wolle für die EU sicherstellen, dass sie kein Land aufnehme,
welches sich weigere, europäisches Recht zu akzeptieren, sagte
Lillikas der Zeitung. «Ankara muss alle Signale auf dem Weg in
die EU beachten, wenn es keinen Unfall geben soll.» Würde
Zypern einer EU-Mitgliedschaft der Türkei bedingungslos zustimmen,
würde es als erstes vom türkischen Zug überrollt.
«Der raste dann ungebremst weiter in die EU und es käme zum
Zusammenprall mit 25 Staaten», wurde der Minister zitiert.
Lillikas argumentierte, die türkische Regierung lehne die
Bedingungen ab, die Voraussetzung für eine EU-Mitgliedschaft seien
und erkenne die Republik Zypern völkerrechtlich nicht an. Die
Anerkennung aller EU-Mitglieder müsse aber Voraussetzung sein.
«In dieser Frage ist nichts verhandelbar», betonte er.
Würden die 25 EU-Staaten hier eine Ausnahme für die
Türkei machen, verlören sie ihre Glaubwürdigkeit.
Der Außenminister sagte, die Türkei sei zwar in Teilen
undemokratisch, könne aber EU-Mitglied werden, wenn sie es
wirklich wolle und mit Reformen ernst meine. Für Zypern wäre
es sogar beruhigend, den großen Nachbarn als Teil der Union zu
wissen, der das europäische Recht akzeptiere.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Nordzypern wird als Staat aber nur von
der Türkei anerkannt. Die Republik Zypern trat der EU am 1. Mai
2004 bei.
Die deutsche Regierung rechnet nach den Worten von Staatsminister
Gernot Erler damit, dass Zypern die Verhandlungen blockiert, wenn sich
Ankara im Streit um Handelserleichterungen nicht bald bewege. Der
SPD-Politiker sagte der «Stuttgarter Zeitung», Zypern sei
wie jeder andere EU-Staat dazu in der Lage, weil die Entscheidung
über den Fortgang der Verhandlungen einstimmig fallen müsse.
Erler forderte aber auch von Zypern Kompromissbereitschaft.
(Quelle: ap)
Kein Abkommen zwischen EU und USA über Passagierdaten
So.01.10.06 - Neuverhandlungen über ein umstrittenes Abkommen zur Weitergabe von
Flugpassagierdaten an die USA sind nach Angaben der EU-Kommission
gescheitert. «Es gibt keine Vereinbarung. Ab Mitternacht gibt es
ein rechtliches Vakuum», sagte der Sprecher der EU-Kommission,
Jonathan Todd, am Samstagabend in Brüssel. «Wir müssen
besprechen, was wir jetzt tun.» Die bisherige Regelung lief am
Samstag aus.
Sie sah vor, dass Fluggesellschaften bis 15 Minuten vor Abflug
insgesamt 34 Datensätze über alle in die USA reisenden
Passagiere übermitteln müssen - darunter Namen, Adressen,
Telefon- und Kreditkartennummern sowie besondere Essenswünsche. Da
nun keine Neuregelung vorliegt, könnten die USA aus der EU
kommenden Flugzeugen Landeverbot erteilen. Die USA haben den
Fluggesellschaften bereits Geldstrafen angedroht, falls sie die
geforderten Daten ihrer Passagiere nicht übermitteln.
Das EU-Parlament hatte gegen das 2004 ausgehandelte Abkommen vor dem
Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt mit der Begründung,
die nach dem Vertrag zulässige Erhebung personenbezogener Daten
zur Terrorismusbekämpfung sei unverhältnismäßig.
Der EuGH erklärte das Abkommen Ende Mai für nichtig.
Allerdings bezog sich das Urteil lediglich auf die Rechtsgrundlage der
Vereinbarung, zu den datenschutzrechtlichen Bedenken des Parlaments
äußerten sich die Richter nicht. Mit den Neuverhandlungen
wollte die EU-Kommission daher auch nur die rechtliche Grundlage, nicht
aber den Inhalt des Vertrags ändern.
Das Parlament hatte als Kompromiss eine Art Übergangsregelung
empfohlen, die nur bis November 2007 Bestand haben sollte. Danach
sollte auf der Ebene der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation
(ICAO) ein neues Abkommen ausgehandelt werden, das sowohl der
Sicherheit des Luftverkehrs als auch dem Datenschutz Rechnung trage.
(Quelle: ap)
Meinungsfreiheit: Dänen stehen mehrheitlich hinter Abdruck von
Mohammed-Karikaturen
So.01.10.06 - Ein Jahr nach dem ersten Erscheinen der umstrittenen
Mohammed-Karikaturen stehen die Dänen weiter mehrheitlich hinter
der Entscheidung zur Veröffentlichung. In einer am Samstag
veröffentlichten Umfrage von Ramböll-Management
erklärten 53 Prozent, der Abdruck der Karikaturen sei mit Blick
auf die Meinungsfreiheit richtig gewesen. 38 Prozent befanden dagegen,
die Zeichnungen hätten nie veröffentlicht werden sollen.
Die Umfrage erschien in der Zeitung «Jyllands Posten», die
die Karikaturen am 30. September vergangenen Jahres abgedruckt hatte.
Der Nachdruck in einer Reihe weiterer westlicher Medien hatte einige
Monate später massive Proteste in der muslimischen Welt
ausgelöst. In einer Umfrage noch vor der Protestwelle hatten im
November 54 Prozent der Dänen die Veröffentlichung der
Karikaturen unterstützt, nur 25 Prozent waren dagegen.
(Quelle: ap)
Gentechnik-Gegner in Frankreich verweigert Gen-Fingerabdruck
So.01.10.06 - Ein radikaler Gentechnik-Gegner stemmt sich mit allen Mitteln dagegen,
einen genetischen Fingerabdruck für Frankreichs Verbrecherdatei
abgeben zu müssen. Der 26-jährige Benjamin Deceuninck
kündigte im südfranzösischen Alès an, er werde bis
zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen, um
die Datei zu Fall zu bringen. Das Strafgericht Alès verurteilte
Deceuninck am Freitag zu 500 Euro Strafe, weil er die Abgabe seines
Gen-Profils verweigert. Der Bio-Bauer soll in die Datei aufgenommen
werden, weil er 2001 an der Verwüstung eines Ackers mit genetisch
veränderten Rüben teilgenommen hatte.
Dafür hatte er im September 2005 einen Monat Haft auf
Bewährung erhalten. Staatsanwalt Christian Pasta drohte diese Woche
in einem Interview, Deceuninck könne als Wiederholungstäter
ins Gefängnis kommen, wenn er seinen genetischen Fingerabdruck
nicht abgebe. Unterstützung bekam er dagegen von der linken
Richtergewerkschaft Syndicat de la magistrature (SM) und dem linken
Bauernverband Confédération paysanne.
In Frankreichs seit 1998 aufgebaute Gen-Datei sollten ursprünglich
nur Sexual-Straftäter aufgenommen werden; durch
Strafrechtsänderungen wurde die Datenbank seitdem deutlich
ausgeweitet. Ende 2005 waren dort 152.135 Gen-Proben enthalten
gegenüber 31.894 im Jahr zuvor.
(Quelle: afp)
Deutschland
Vor 60 Jahren Urteile von Nürnberg
Mo.02.10.06 - Mit zwölf Todesurteilen, drei lebenslangen und vier
langjährigen Haftstrafen wurden vor 60 Jahren Weggefährten
und enge Vertraute Adolf Hitlers in Nürnberg für die
Verbrechen des Nazi-Regimes zur Rechenschaft gezogen. Vor allem mit der
Vernichtung von Millionen Juden hatten die meisten Angeklagten nach
Feststellung des Militär-Tribunals schwere Verbrechen gegen die
Menschlichkeit begangen. Mit einem Museum unmittelbar neben dem
Schwurgerichtssaal 600 will die Stadt Nürnberg künftig an den
Hauptkriegsverbrecher-Prozess erinnern.
(Quelle: dpa)
60 Jahre nach den Urteilen von Nürnberg
Nur wenige standen zu ihren Taten oder zeigten gar Reue - die meisten
hielten sich bis zuletzt für unschuldig und sprachen von
«Befehlsnotstand». Mit zwölf Todesurteilen, drei
lebenslangen und vier langjährigen Haftstrafen wurden vor 60
Jahren (1. Oktober 1946) Weggefährten und enge Vertraute des
«Führers» Adolf Hitlers in Nürnberg für die
Verbrechen des Nazi-Regimes zur Rechenschaft gezogen. Drei wurden
freigesprochen.
Vor allem mit der Vernichtung von Millionen Juden hatten die meisten
Angeklagten nach Feststellung des Militär-Tribunals schwere
Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Zudem betrieben sie eine
«Verschwörung gegen den Weltfrieden» und organisierten
einen Angriffskrieg.
Die Urteile bildeten nach 218 Verhandlungstagen den Schlusspunkt eines
Strafverfahrens, das nicht nur wegen der verhandelten Gräueltaten
weltweit für Aufsehen sorgte, sondern auch wegen der dabei
angewandten Rechtsprinzipien: Statt Staaten und Völker wurden
erstmals Staatsführer individuell für die von ihnen
befohlenen Verbrechen zur Verantwortung gezogen. Die vier
Siegermächte, die sich erst nach langem Tauziehen auf ein solches
rechtstaatliches Verfahren einigen konnten, machten damit weltweit
Schule.
Am 11. Dezember 1946 erklärten die Vereinten Nationen das bei dem
Prozess angewandte Recht zum Völkerrecht; Juristen sprechen heute
von den «Nuremberg Principles». Vor allem der Wunsch der
Amerikaner nach einer differenzierten Feststellung der Schuld der
Angeklagten bedeutete für das international besetzte Tribunal
nervenaufreibende Fleißarbeit. Die Richter hörten
während des elfmonatigen Prozesses 236 Zeugen, sichteten rund 300
000 eidesstattliche Erklärungen und nahmen 5330 Dokumente zu den
Akten.
Selbst 7300 Meter Film, die etwa die Nazi-Gräueltaten in den
Konzentrationslagern (KZ) in bedrückender Weise dokumentierten,
weckten bei nur wenigen Nazi-Führer ein Unrechtsbewusstsein. Bis
zuletzt uneinsichtig gab sich beispielsweise der frühere
Reichsmarschall Hermann Göring. So bekannte er sich in dem
umgebauten Gerichtssaal des Nürnberger Justizpalastes offen zur
Einrichtung von KZ und dem Einsatz von Sklavenarbeitern.
Die für den 16. Oktober 1946 in einer Nürnberger Turnhalle
angesetzte Vollstreckung des Todesurteils erlebte Göring nicht
mehr: Er hatte sich am Vorabend mit einer Zyankali-Kapsel umgebracht.
Damit sich die Weltöffentlichkeit von Görings Tod
überzeugen konnte, wurde sein Leichnam in die Exekutionshalle
getragen. Der ebenfalls zum Tode verurteilte Leiter der Deutschen
Arbeitsfront, Robert Ley, hatte bereits vor Prozessbeginn Selbstmord
begangen, so dass es trotz zwölf verhängter Todesstrafen nur
zu zehn Exekutionen kam. Die Särge mit den Gehenkten wurde noch am
selben Tag verbrannt, ihre Asche in den Conwentzbach, einen Nebenfluss
der Isar, gestreut.
Während des Nürnberger Prozesses glich der bis heute
existierende Justizpalast einer Festung. Aus Angst vor Racheaktionen
der Nazi- Widerstandsgruppe «Werwolf» war die Umgebung
abgeriegelt. Zum Schutz des Prozesses bot jeder der vier Alliierten
eine kleine Streitmacht auf. An vielen Stellen des Stadtviertels waren
Panzer postiert. Die Straßenbahn durfte auf dem Weg von der
Nürnberger Innenstadt nach Fürth vor dem Justizpalast nicht
halten, die Fahrgäste nicht einmal aus dem Fenster schauen. Den
Prozess verfolgten die Nürnberger nach Augenzeugenberichten mit
geringem Interesse. Viele hielten das Tribunal für eine Sache der
Amerikaner.
Dabei hatten die Alliierten Nürnberg keinesfalls zufällig
ausgewählt. Für die fränkische Metropole hatte nicht
zuletzt der in den Bombennächten unversehrt gebliebene
Justizpalast an der Fürther Straße gesprochen. Mit seinen
530 Büros und rund 80 Sälen bot er ausreichend Platz für
die rund 1000 Prozess-Mitarbeiter. Zudem gab es eine direkte
unterirdische Verbindung zum benachbarten Gefängnistrakt.
Aber auch der Umstand, dass Nürnberg als Ort der NSDAP-
Reichsparteitage eine große Bedeutung im «Dritten
Reich» hatte, spielte nach Einschätzung von Historikern eine
Rolle bei der Wahl des Prozessortes. Auf Drängen der Russen musste
der Prozess jedoch formal in der früheren Reichshauptstadt Berlin
eröffnet werden.
Quelle: dpa, 01.10.06
Hintergrund: Die Verurteilten - Von Hitlers Vize bis zum
U-Boot-Flottenchef
Bei den am Sonntag vor 60 Jahren (1. Oktober 1946) verurteilten
Männern handelt es sich im wesentlichen um die
Nazi-Führungsriege. Ursprünglich sollten sich 24
führende Mitglieder des Nazi-Regimes vor dem Internationalen
Militärtribunal verantworten. Einer davon war jedoch
untergetaucht, ein anderer beging vor Prozessbeginn Selbstmord. Hier
eine Liste der Beschuldigten und der gegen sie verhängten Strafen:
- Martin Bormann, engster Mitarbeiter Hitlers im
Führerhauptquartier. Bei Kriegsende verschwunden. In Abwesenheit
TODESURTEIL.
- Karl Dönitz, Chef der U-Boot-Flotte,
Anzeige
von 1943 an Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. ZEHN JAHRE HAFT.
Entlassen 1956, gestorben 1980.
- Hans Frank, Generalgouverneur in Polen. TODESURTEIL.
- Wilhelm Frick, Reichsinnenminister und Reichsprotektor in Böhmen
und Mähren. TODESURTEIL.
- Hans Fritzsche, Chef des Nachrichtenwesens im Propagandaministerium.
FREISPRUCH. Später zu neun Jahren Arbeitslager verurteilt, 1950
entlassen, 1953 gestorben.
- Walter Funk, Reichswirtschaftsminister ab 1937. LEBENSLANGE HAFT.
1957 wegen Krankheit entlassen, 1960 gestorben.
- Hermann Göring, Reichsmarschall, Oberbefehlshaber der Luftwaffe.
TODESURTEIL. Selbstmord am Vorabend der Hinrichtung.
- Rudolf Heß, Stellvertreter Hitlers. LEBENSLANGE HAFT. 1987
Selbstmord im Gefängnis Berlin-Spandau.
- Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsamtes. TODESURTEIL.
- Ernst Kaltenbrunner, Chef der Sicherheitspolizei und des
Reichssicherheitshauptamtes. TODESURTEIL.
- Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. TODESURTEIL.
- Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, angeklagt als Repräsentant
der Rüstungsindustrie. VERFAHREN EINGESTELLT wegen
Verhandlungsunfähigkeit. 1950 gestorben.
- Robert Ley, Führer der Deutschen Arbeitsfront. SELBSTMORD vor
Prozessbeginn im Gefängnis.
- Konstantin von Neurath, 1938 Außenminister, 1939 bis 1943
Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. 15 JAHRE HAFT. 1954
wegen Krankheit entlassen, 1956 gestorben.
- Franz von Papen, Vizekanzler im ersten Kabinett Hitlers 1933,
später Botschafter in Wien und Ankara. FREISPRUCH. Später zu
acht Jahren Arbeitslager verurteilt. 1949 entlassen, 1969 gestorben.
- Erich Raeder, bis 1943 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. LEBENSLANGE
HAFT. 1955 wegen Krankheit entlassen, 1960 gestorben.
- Joachim von Ribbentrop, ab 1938 Außenminister. TODESURTEIL.
- Alfred Rosenberg, führender Partei-Ideologe und Minister
für die besetzten Ostgebiete. TODESURTEIL.
- Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für Arbeitseinsatz
und die fünf Millionen Zwangsarbeiter. TODESURTEIL.
- Hjalmar Schacht, bis 1937 Wirtschaftsminister,
Reichsbankpräsident bis 1939. Amtsenthoben und 1944/45 im KZ
Flossenbürg. FREISPRUCH. Gestorben 1970.
- Baldur von Schirach, Reichsjugendführer und Gauleiter von Wien.
20 JAHRE HAFT. 1966 entlassen, 1974 gestorben.
- Arthur Seyß-Inquart, Statthalter in den besetzten Niederlanden.
TODESURTEIL.
- Albert Speer, Reichsminister für Rüstung und
Kriegsproduktion. 20 JAHRE HAFT. 1966 entlassen, 1981 gestorben.
- Julius Streicher, Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes
«Der Stürmer», Gauleiter von Franken. TODESURTEIL.
Quelle: dpa, 01.10.06
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Reformkurs entzweit große Koalition immer mehr
So.01.10.06 - Der Streit über den Reformkurs entzweit die große Koalition
immer mehr. Nach dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund
Stoiber malte auch dessen baden-württembergischer Kollege
Günther Oettinger das vorzeitige Ende des
Regierungsbündnisses wegen enttäuschter Erwartungen an die
Wand. SPD-Chef Kurt Beck forderte von der Union am Samstag ein
«klares Signal der Verlässlichkeit», dass die im
Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele eingehalten würden.
Oettinger bescheinigte der großen Koalition nach einem Bericht
des Nachrichtenmagazins «Spiegel» in vertraulicher Runde
mangelnde Funktionsfähigkeit. Die große Unzufriedenheit der
Menschen mit der großen Koalition sei «berechtigt».
Die umfassende Gesundheitsreform werde es nicht geben.
Der «Spiegel» zitierte Oettinger mit den Worten: «Das
nächste Jahr wird die Koalition noch halten, da ist die
EU-Ratspräsidentschaft und der G8-Gipfel, da werden viele Bilder
produziert.» Das werde der Union aber nicht helfen. In vielen
zentralen Bereichen ließen sich keine gemeinsamen Lösungen
zwischen Union und SPD finden. Man könne die Arbeit an der
Gesundheitsreform jedoch nicht einfach einstellen, denn «das ist
längst auch zur Machtfrage geworden».
Ähnlich wie Oettinger argumentierte auch Oppositionsführer
Guido Westerwelle. Der FDP-Vorsitzende sagte der
«Wirtschaftswoche», im Jahr 2008 würden sich die
Unions-Ministerpräsidenten in Hessen, Niedersachsen und Bayern
kaum bieten lassen, dass ihnen «eine schlechte Bundesregierung
mit falscher Politik ihre Wahlchancen ruiniert». Sollte die
Koalition bereits über die Gesundheitsreform auseinander brechen,
wären Neuwahlen die beste Lösung. Die Frage einer Neuauflage
einer sozial-liberalen Koalition hielt er sich offen.
Beck monierte auf einer Parteiveranstaltung in Berlin, dass es
Kräfte in der Union gebe, die die Festlegungen im
Koalitionsvertrag «jetzt teilweise nicht mehr wahrhaben»
wollten. Beck nannte keine Details, er sagte aber, dass die SPD dies
nicht zulassen werde.
Koalitionsvereinbarungen seien «immer vom Kompromiss
getragen». Auch die SPD müsse Kompromisse hinnehmen. Dies
sei «ein klares Signal der Verlässlichkeit an den
Koalitionspartner, wir erwarten das gleiche», erklärte Beck.
Schon Ende September hatte Stoiber bei einem Scheitern der
Gesundheitsreform, «die Regierung zu Ende» sei.
SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Struck forderte Merkel im
«Spiegel» zur Klarstellung auf, ob sie die
Gesundheitsreform «zur Not gegen den Widerstand einiger
Ministerpräsidenten durchsetzen» wolle. Eine Kanzlerin
müsse «an irgendeiner Stelle sagen: So will ich das haben.
So wird das gemacht.»
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte in der Zeitschrift
«Super-Illu», die Äußerung Stoibers sei
vorgezogener Wahlkampf. Man könne aber mit Blick auf weit in der
Zukunft liegenden Landtagswahlen nicht «das unterlassen, was
heute dringend notwendig» sei.
Merkel hatte ihre Kritiker davor gewarnt, immer nur zu sagen, was alles
nicht gehe. Das könnten die Bürger nicht leiden. Sie wollten
eher wissen, welche Lösungswege die Politik aufzeige, weil dann
Belastungen durch Reformen eher akzeptiert würden.
Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte in der «Welt»,
Spekulationen über einen Wechsel der SPD zu FDP und Grünen
machten ihn «nicht ein bisschen nervös». Er
erklärte: «Wer so öffentlich flirtet, geht nicht
fremd.»
(Quelle: ap)
Wegen sprudelnder Steuereinnahmen sinkt staatliches Defizit
So.01.10.06 - Wegen der kräftig sprudelnden Steuereinnahmen haben Bund,
Länder und Gemeinden in Deutschland im ersten Halbjahr höhere
Einnahmen erwirtschaftet, während sie gleichzeitig weniger ausgaben.
Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte sank im ersten
Halbjahr 2006 auf 29,1 von 64,0 Milliarden Euro im Vorjahreshalbjahr,
teilte das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis der
vorläufigen Ergebnisse der Kassenstatistik mit. Die Einnahmen
stiegen um 6,5 Prozent auf rund 470 Milliarden Euro, während die
Ausgaben um 1,3 Prozent auf knapp 500 Milliarden Euro sanken. Mit einem
Plus von 7,8 Prozent legten die Einnahmen des Bundes am kräftigsten
zu. Ursachen dafür sind vor allem die stark gestiegene
Steuereinnahmen, die um rund neun Prozent zulegten, sowie die
Mehreinnahmen aus der Lkw-Maut.
Die gesetzliche Sozialversicherung fuhr in den ersten sechs Monaten
einen Finanzierungsüberschuss von 8,6 Milliarden Euro ein, nachdem
sie im Vorjahreshalbjahr noch ein Defizit von rund sieben Milliarden
Euro aufwies.
Die öffentlichen Kassen deckten ihr Defizit im ersten Halbjahr
durch die Aufnahme von Kredite in Höhe von netto 15,2 Milliarden
Euro und sonstige Finanzierungen - darunter vor allem Kassenkredite -
von rund 14 Milliarden Euro.
(Quelle: rtr)
Ostdeutsche auch 16 Jahre nach Einheit unzufriedener als Westdeutsche
So.01.10.06 - Auch 16 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Ostdeutschen
unzufriedener als die Westdeutschen. Während jeder zweite
Westdeutsche mit dem Funktionieren der Demokratie im vereinten
Deutschland zufrieden ist, sind es in Ostdeutschland nur 27 Prozent, wie
eine vom "Spiegel" veröffentlichte repräsentative Umfrage der
Universität Leipzig ergab. Auch das Vertrauen in die
Verfassungsorgane, vor allem in die Bundesregierung und die politischen
Parteien, ist im Osten noch immer wesentlich geringer als im Westen.
Einig sind sich Ost und West, was den Wert der Demokratie betrifft:
Mehr als 90 Prozent aller Deutschen halten sie anderen Staatsideen
für eindeutig überlegen. Ein deutliches Ost-West-Gefälle
sowie unterschiedliche Sichtweisen zwischen Frauen und Männern in
Ost und West ergab die Frage nach der Rolle der Frau in der
Gesellschaft. Rund ein Drittel der Männer im Westen und 59 Prozent
der Frauen betrachten Diskriminierung von Frauen immer noch als Problem.
In den neuen Ländern sind dies mehr als 50 Prozent der Männer
und 72 Prozent der Frauen. Befragt wurden insgesamt über 3800
west- und rund 950 ostdeutsche Bürger ab 14 Jahren.
(Quelle: afp)
Gefahrenzone
Im Fußballsommer entbrannte eine Debatte über No-go-Areas
für afrikanische Gäste. Können sich Menschen mit dunkler
Haut in Ostdeutschland tatsächlich nicht mehr frei bewegen? Ist
der Hass auf alles Fremde ein Teil der dortigen Alltagskultur geworden?
Gehört der Osten noch zum Westen? Fünf Mitarbeiter des
SZ-Magazins haben mehrere Monate recherchiert. Herausgekommen ist ein
bestürzender Erfahrungsbericht, zusammengesetzt aus 22 Stimmen.
Und die Erkenntnis, dass 16 Jahre nach der Wiedervereinigung Teile des
Ostens zu einem anderen Land geworden sind... Mehr im
Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 39 | 28.09.2006:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/index.php?
id=109&user_szmagdata_pi1[showUid]=237
Bisky sieht noch große Unterschiede zwischen PDS und WASG
So.01.10.06 - Mitglieder von Linkspartei.PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale
Gerechtigkeit (WASG) haben am Samstag in Hannover über das
Programm einer gemeinsamen Partei kontrovers diskutiert. «Wir
brauchen eine Klarheit, wofür die künftige Partei stehen
soll», sagte WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst nach dem
Programmkonvent. «Es gibt große Unterschiede zwischen der
PDS und der WASG», sagte der Linkspartei-Vorsitzende Lothar Bisky
laut Redemanuskript. Künftig müsse man diese Unterschiede
produktiv nutzen.
«Wir müssen uns so aufstellen, dass wir auch im Westen als
gesamtdeutsche Partei wahrgenommen werden», betonte das
WASG-Vorstandsmitglied Ernst. Eine Fusion dürfe aber «auch
keine Übernahme der WASG durch die PDS» bedeuten.
«Dann wäre das Projekt tot.» Ernst und Bisky
bedauerten, dass die rot-rote Koalition in Mecklenburg-Vorpommern
wahrscheinlich vor dem Ende steht.
Der Programmkonvent mit rund 300 angemeldeten Teilnehmern fand im
Vorfeld der ersten gemeinsamen Vorstandssitzung von WASG und
Linkspartei am 22. Oktober in Erfurt statt. Danach soll der Entwurf des
Gründungsprogramms der neuen Linkspartei in sechs
Regionalkonferenzen erörtert werden. Nach der bisherigen Planung
wollen Linkspartei und WASG im Juni 2007 fusionieren.
(Quelle: ap)
Bischof Marx rügt 'Kapitalismus ohne soziale Verantwortung'
So.01.10.06 - Die Insolvenz des Handyherstellers BenQ mobile sorgt auch in der
Katholischen Kirche für Empörung. Triers Bischof Reinhard
Marx, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission
für gesellschaftliche Fragen leitet, kritisiert in diesem
Zusammenhang «Fehlentwicklungen» in der Wirtschaft.
«Wir entwickeln uns immer mehr von einer sozialen Marktwirtschaft
zu einem Kapitalismus, bei dem nur noch die Rendite zählt»,
sagte Marx am Samstag in einem Zeitungsinterview.
(Quelle: ddp)
Zentralrat der Muslime kritisiert Aussagen über Islam von
CDU-Generalsekretär
So.01.10.06 - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat verärgert auf
Äußerungen von CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zum
Islam reagiert. «Ich habe den Eindruck, dass manche in der Union
einen Schritt vor und zwei zurück machen wollen», sagte der
Generalsekretär des Verbandes, Aiman Mazyek, dem
«Tagesspiegel am Sonntag». Pofalla schreibt in seinem
Beitrag für die «Bild am Sonntag», das Problem
religiös motivierter Gewalt sei fast ausschließlich das
Problem des Islams.
Wer so allgemein wie Pofalla von dem Islam und den Muslimen spreche,
bediene Stereotypen und Vorurteile, sagte Mazyek. «Und genau das
steht der demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft schlecht zu
Gesicht, auf die sich der CDU-Generalsekretär ja bezieht.»
Möglicherweise wolle Pofalla von eigenen Problemen in der
Regierung ablenken.
(Quelle: ap)
Berliner Justiz will durchgestrichene Hakenkreuze nicht verfolgen
So.01.10.06 - Das Stuttgarter Hakenkreuz-Urteil ist auch innerhalb der Justiz
umstritten. Die Staatsanwaltschaft Berlin will ausdrücklich als
Anti-Nazi-Symbole genutzte Hakenkreuze nicht verfolgen, wie der
zuständige Oberstaatsanwalt Jörg Raupach dem
«Tagesspiegel am Sonntag» sagte. Der Zeitung zufolge hatten
die Ermittler geprüft, ob eine von den Grünen aus Protest
gegen das Urteil an ihrer Berliner Parteizentrale gehängte
Hakenkreuz-Flagge strafrechtlich relevant sei. Das Ergebnis sei negativ
gewesen.
Das Landgericht Stuttgart hatte am Freitag einen einen
Versandhändler zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er
Anti-Nazi-Symbole wie durchgestrichene Hakenkreuze vertrieben hatte.
Das Urteil war bei den Grünen aber auch bei der SPD auf heftige
Kritik gestoßen.
(Quelle: ap)
Knapp zwei Drittel wollen Rauchverbot
So.01.10.06 - Knapp zwei Drittel der Deutschen wünschen sich rauchfreie
Gaststätten. Das hat nun eine Umfragen des Deutschen
Krebsforschungszentrums ergeben. Bereits im Februar 2005 hatten sich bei
einer ähnlichen Umfrage 53 Prozent für das Rauchverbot in
Restaurants ausgesprochen.
Erstmals wurde nun auch nach dem politischen Wahlverhalten gefragt:
Für ein Rauchverbot sind demnach 67 Prozent der CDU/CSU-Wähler
und 63 Prozent der SPD-Wähler. Knapp 70 Prozent Zustimmung findet
das Rauchverbot bei Wählern der Grünen und der PDS. Auch 64
Prozent der FDP-Wähler wollen rauchfreie Gaststätten.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)