Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertfünfunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Heer plant mit Beibehaltung der Truppenstärke im Irak bis 2010.
655.000 Iraker laut Studie seit Kriegsbeginn getötet. Täglich
fallen rund 100 Menschen im Irak einem Gewaltverbrechen zum Opfer.
Aufständische im Irak schießen US-Munitionsdepot in Brand
Do.12.10.06 - Die Heeresstreitkräfte der USA bereiten sich darauf vor, die
gegenwärtige Truppenstärke im Irak bis 2010 beizubehalten.
Der Stabschef des Heeres, General Peter Schoomaker, mahnte aber am
Mittwoch, in diese Planung solle nicht zu viel hinein interpretiert
werden. Es sei aber einfacher, Truppen abzuziehen, als in letzter
Minute Einheiten zur Entsendung vorzubereiten. «Das ist keine
Vorhersage, dass sich die Dinge besser oder schlechter
entwickeln», sagte Schoomaker. «Es geht nur darum, dass ich
genug Munition im Magazin haben will, damit ich schießen kann, so
lange sie wollen, dass ich schieße.»
Im Irak sind einer US-Studie zufolge seit Kriegsbeginn fast 655.000
Menschen getötet worden. Diese Zahl wurde aber am Mittwoch sowohl
von der irakischen Regierung als auch von den USA als
«völlig überzogen» und «weit von der
Wahrheit entfernt» zurückgewiesen. Nach Angaben des
irakischen Gesundheitsministeriums wurden aber allein in Bagdad im
September fast 2.700 Menschen Opfer der Gewalt. Das waren 400 mehr als
im August, als irakische Sicherheitskräfte und US-Truppen eine
Offensive starteten, um die Gewalt einzudämmen. Die Angriffe gehen
sowohl von extremistischen Sunniten oder Schiiten als auch von
Aufständischen und Terroristen aus.
Die Zahl von fast 655.000 Opfern für die Zeit seit der
amerikanischen Invasion im März 2003 wurde in einer Untersuchung
von US-Forschern genannt, die auf der Website der medizinischen
Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurde. Das
sind mehr als zehn Mal so viele wie bislang geschätzt. Die Zahlen
beruhen auf einer Umfrage in irakischen Haushalten.
US-Präsident George W. Bush wies die Angaben wenige Stunden nach
Bekanntwerden zurück. Die Studie sei nicht glaubwürdig,
erklärte er. Die irakische Regierung, die selbst keine Zahlen zu
den Opfern nennt, erklärte, in der Studie seien alle Regeln der
Genauigkeit in der Forschung missachtet worden. Die Zahlen seien
«völlig überzogen» und «weit von der
Wahrheit entfernt».
Die unabhängige Gruppe Iraqi Body Count schätzt die Zahl der
getöteten Iraker auf 44.000 bis 49.000. Sie räumt aber auch
ein, dass diese Zahlen nur auf Medienberichten beruhen, weshalb
«viele, wenn nicht die meisten zivilen Opfer»
übersehen wurden.
Bush gestand ein, der Irak mache schwere Zeiten durch. «Es ist in
unserem Interesse, dass der Irak Erfolg hat», fügte er
hinzu. Der Präsident verteidigte erneut seine Irak-Politik und
erklärte, er habe die Taktik den veränderten Umständen
vor Ort angepasst.
Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland,
erklärte in Genf, Morde aus Rache seien im Irak an der
Tagesordnung. Er verwies darauf, dass nach den Statistiken täglich
rund 100 Menschen einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen. Die Gewalt
richte sich gegen Polizisten, Soldaten, Richter und Anwälte.
Frauen würden immer häufiger Opfer so genannter Ehrenmorde.
Deshalb seien in den vergangenen acht Monaten mehr als 300.000 Menschen
aus ihren Häusern geflüchtet.
Aufständische haben in Bagdad ein Munitionslager der
US-Streitkräfte beschossen und einen Großbrand
ausgelöst. Eine Serie von Explosionen erschütterte die
Umgebung im Umkreis von mehreren Kilometern, die Druckwelle
beschädigte mehrere Gebäude. Menschen kamen nach ersten
Erkenntnissen aber nicht zu Schaden. Ein Sprecher des Stützpunktes
Falcon erklärte am Mittwoch, von einem nahe gelegenen Wohngebiet
aus seien Granaten abgefeuert worden.
Es gebe Hinweise darauf, dass Zivilpersonen mit Kontakten zu einer
Miliz für den Angriff vom Dienstagabend verantwortlich seien, sagte
Stützpunkt-Sprecher Jonathan Withington. Einzelheiten nannte er
nicht. Im Internet bekannte sich die Gruppe Islamisches Heer im Irak zu
dem Anschlag und erklärte, sie habe den Stützpunkt mit zwei
Raketen und drei Granaten angegriffen. Withington sagte, der Angriff
habe keine strategischen Auswirkungen und werde die Arbeit in Bagdad
nicht behindern. Die meterhohen Flammen waren auch am Mittwoch noch
nicht gelöscht. Der irakische Innenminister Dschawad al Bolani
betonte im Fernsehen, die Lage sei unter Kontrolle.
Der anhaltenden Gewalt im Irak fielen fünf weitere amerikanische
Soldaten zum Opfer. Drei Marineinfanteristen seien bereits am Montag bei
Kämpfen mit Aufständischen in der Provinz Anbar westlich von
Bagdad ums Leben gekommen, teilten die US-Streitkräfte am Mittwoch
mit. Die beiden anderen Soldaten seien in Bagdad und in Tikrit
getötet worden. Anschläge und Überfälle kosteten am
Mittwoch landesweit mindestens sechs Iraker das Leben.
Der angeklagte frühere Staatschef Saddam Hussein beschwerte sich
am Mittwoch, ihm werde nicht erlaubt, sich angemessen zu verteidigen.
«Wenn der Staatsanwalt spricht, hört die Welt zu. Wenn der
Mann, der Angeklagter genannt wird, spricht, stellen Sie das Mikrofon
ab. Ist das gerecht?», fragte Saddam Hussein den Vorsitzenden
Richter Oreibi al Chalifa. Der Expräsident bezog sich auf die
Verhandlung am Dienstag, als er Verse aus dem Koran schrie. Der Richter
schaltete ihm daraufhin das Mikrofon ab und verwies ihn des Saales.
Al Chalifa erklärte, Saddam Hussein dürfe sprechen, wenn er
sich verteidigen wolle. Er dürfe jedoch keine politischen Reden
halten. Als Saddam Hussein ihn unterbrach, schaltete der Richter das
Mikrofon erneut ab. Der Expräsident setzte sich daraufhin, und das
Gericht rief den ersten Zeugen auf. Der Zeuge der Anklage berichtete,
wie seine Schwester Ende der 80er in den kurdischen Gebieten verschwand.
Ihr Name sei kurz darauf auf einer Liste mit Menschen aufgetaucht, die
vom irakischen Geheimdienst an Ägypten verkauft worden seien.
Saddam Hussein und seinen Mitangeklagten droht bei einer Verurteilung
die Todesstrafe.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 12.10.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhunderteinundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.12.10.05 - Sunnitische Partei will Verfassung unterstützen - Neuerliche
Abstimmung gefordert +++ 30 Tote bei Autobombenanschlag +++ Irakische
Regierung erläßt Haftbefehle gegen 27 Mitarbeiter der
Übergangsregierung von Ministerpräsident Ijad Allawi...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0510120.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Nahost-Konflikt
EU unterstützt Palästinenser mit mehr als 650 Millionen Euro
Do.12.10.06 - Trotz des Amtsantritts der vom Westen isolierten Hamas-Regierung im
April hat sich die EU-Hilfe für die Palästinensergebiete in
diesem Jahr erhöht. Nach neuen Zusagen der EU-Mitgliedstaaten
belaufe sich die Gesamtsumme seit Jahresbeginn auf 651 Millionen Euro,
rund ein Drittel mehr als in den Vorjahren, teilte eine Sprecherin der
EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Bei einem Treffen von
Nahost-Experten der EU sei zudem beschlossen worden, 60.000 weitere
bedürftige Familien im Gazastreifen und im Westjordanland mit
Direktzahlungen zu unterstützen.
100.000 palästinensische Familien erhalten schon seit dem Sommer
eine monatliche Unterstützung in Höhe von 270 Euro. Die
Direktzahlungen, die nun auf 160.000 Familien ausgeweitet werden
sollen, sind Teil eines von der EU-Kommission als Reaktion auf den
Regierungsantritt der Hamas aufgestellten Hilfsprogramms. Der so
genannte «Temporäre internationale Mechanismus» (TIM)
dient dazu, die Hilfen an die Palästinensergebiete an der
Hamas-Regierung vorbeizuleiten. Neben den monatlichen
Unterstützungszahlungen an bedürftige Familien umfasst TIM
auch Treibstofflieferungen für Einrichtungen der Infrastruktur
sowie die Finanzierung von Krankenhäusern.
(Quelle: ap)
UN-Sicherheitsrat uneins über Sanktionen gegen Nordkorea - Neue
Drohungen aus Pjöngjang
Do.12.10.06 - Nach dem Atomwaffentest Nordkoreas ist der UN-Sicherheitsrat weiter
uneins über das Ausmaß der Sanktionen gegen das
kommunistische Land. Die Botschafter der fünf Vetomächte und
Japans konnten sich bei einem Treffen vorerst nicht einigen. Die
Beratungen sollen heute fortgesetzt werden. China sprach sich erstmals
für Sanktionen gegen sein Nachbarland aus. Die nordkoreanische
Führung erklärte, sie werde scharfe Sanktionen wegen der
Atomwaffentests als "Kriegserklärung" auffassen und eine
entsprechende Antwort geben. Ein Bericht über einen zweiten
Atomwaffentest wurde dementiert.
Es müsse Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang geben, sagte
Chinas UN-Botschafter Wang Guangya in New York. Allerdings müssten
diese "angemessen" sein. Wang sagte, einige Elemente von Kapitel VII der
UN-Charta sollten in der Resolution enthalten sein. Kapitel VII der
UN-Charta enthält unter anderem die Möglichkeit eines
militärischen Eingreifens. China pflegt neben Russland enge
Beziehungen zu Nordkorea und lehnte daher bislang Sanktionen ab. Den
Atomwaffentest vom Montag hatte Peking jedoch in ungewöhnlich
scharfer Form verurteilt.
US-Botschafter John Bolton nannte Wangs Äußerung
"bedeutend", wenngleich die USA damit "nicht voll einverstanden" seien.
Bei den Beratungen habe es aber "Fortschritte" gegeben. Die USA hatten
vorgeschlagen, Nordkorea den Handel mit "Waffen und verwandten
Materialien", mit Atomtechnik sowie mit Luxusgütern zu untersagen.
Außerdem sollten alle Im- und Exporte inspiziert und
Finanztransaktionen eingeschränkt werden. Japan will
darüberhinaus nordkoreanischen Schiffen die Einfahrt in
ausländische Häfen verweigern. Auch nordkoreanische Flugzeuge
sollen das Land nicht mehr verlassen dürfen.
"Jede weitreichende Strafe würde als Kriegserklärung
betrachtet", zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap
einen ranghohen nordkoreanischen Diplomaten. Zu solchen Sanktionen
könne etwa eine Seeblockade gehören. "Je härter der Druck
sein wird, desto schärfer wird unsere Reaktion sein," zitierte die
Agentur den nicht näher identifizierten Diplomaten weiter.
Die französische Verteidigungsministerin Michèle
Alliot-Marie hält es für nicht erwiesen, dass Nordkorea am
Montag tatsächlich eine Atombombe gezündet hat. Die Explosion
sei so schwach gewesen, dass man dies derzeit noch nicht sagen
könne, erklärte Alliot-Marie im Radio Europe-1. «Wenn es
sich um eine nukleare Explosion gehandelt hat, dann um eine
fehlgeschlagene», fügte sie hinzu.
Die US-Streitkräfte in Südkorea unterstrichen am Mittwoch,
der Bombentest ändere nichts an ihrer Fähigkeit, einen
möglichen Angriff des kommunistischen Staates zu verhindern oder
zurückzuschlagen. In Südkorea sind knapp 30.000 US-Soldaten
stationiert.
Spekulationen über einen möglichen zweiten Atomwaffentest
Nordkoreas sorgten am Mittwochmorgen in Asien für Verwirrung. Der
japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte aber, ihm
lägen keine Informationen vor, die dies bestätigen würden.
Die australische Regierung äußerte sich besorgt über
neue Informationen, die auf einen bevorstehenden weiteren
nordkoreanischen Atomwaffentest hindeuteten. Einzelheiten teilte
Außenminister Alexander Downer nicht mit.
(Quellen: afp, ap)
Bush kann Kims Bombe entschärfen
Der Vorschlagskatalog für UNO-Sanktionen gegen Nordkorea - von
Washington formuliert und von Tokio noch verschärft - hat wenig
Kraft. Höchst unwahrscheinlich ist, dass die Aktivitäten
überhaupt noch stattfinden, die jetzt durch Sanktionen und
Überwachungsmaßnahmen unterbunden werden sollen.
Pjöngjang dürfte kaum mehr auf ausländische Zulieferungen
angewiesen sein, um atomare Massenvernichtungswaffen
herzustellen.... Mehr in einem taz-Kommentar vom 11.10.06
http://www.taz.de/pt/2006/10/11/a0037.1/text
Deutscher Rüstungsexperte warnt vor Wettrüsten in Ostasien
Do.12.10.06 - Der deutsche Rüstungsexperte Götz Neuneck hat wegen des
nordkoreanischen Atomwaffentests vor einem Wettrüsten in Ostasien
gewarnt. «Die Hauptgefahr in der Region ist jetzt, dass
Nachbarländer wie Japan oder Taiwan mit eigener
Nuklearrüstung reagieren und dass der regionale
Rüstungswettlauf angeheizt wird», sagte Neuneck der
«Netzeitung». Diplomatie und klare Lösungswege seien
jetzt nötiger denn je.
Der Hamburger Friedensforscher schloss nicht aus, dass Nordkorea die
Atombombe einsetzt: «Eine frustrierte und in die Ecke
gedrängte Regierung könnte sogar mit einem Nukleareinsatz
spielen, wenn die Lage für sie hoffnungslos wird», sagte
Neuneck. Zwar erscheine das nordkoreanische Raketenprogramm derzeit
leistungsfähiger, als es in Wirklichkeit sei. Dennoch müsse
die Weltgemeinschaft einen generellen Verzicht auf die
Weiterentwicklung von Trägersystemen und Nuklearfähigkeiten
anstreben.
Götz Neuneck leitet das Hamburger Institut für
Friedensforschung und Sicherheitspolitik und steht der Arbeitsgruppe
«Physik und Abrüstung» der Deutschen Physikalischen
Gesellschaft vor.
(Quelle: ap)
EU-Kommission will humanitäre Hilfe in Nordkorea fortsetzen
Do.12.10.06 - Trotz des Atomwaffentests in Nordkorea will die EU-Kommission die
humanitäre Hilfe für die Bevölkerung fortsetzen. Die
Nordkoreaner «sollten nicht noch stärker durch ihr
terroristisches Regime in Mitleidenschaft gezogen werden», sagte
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch vor dem
EU-Parlament in Brüssel. Gleichzeitig sprach sie sich für
Sanktionen gegen Pjöngjang aus: «Die internationale
Gemeinschaft wird handeln müssen», sagte Ferrero-Waldner.
Die Außenkommissarin brachte aber auch die Hoffnung zum Ausdruck,
dass eine Rückkehr an den Verhandlungstisch möglich sei.
Möglicherweise könne der designierte Nachfolger von
UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Südkoreaner Ban Ki Moon,
eine Vermittlerrolle einnehmen: «Irgendjemand wird mit dem Regime
reden müssen, um es von einer sehr paranoiden und aggressiven
Haltung wegzubringen», sagte Ferrero-Waldner. Ban
«könnte eine der richtigen Personen dafür sein».
Vertreter der beiden größten Fraktionen im EU-Parlament
äußerten Zustimmung zum Kurs der Kommissarin. «Wir
dürfen nicht das Volk bestrafen für den Irrsinn dieses
Diktators», sagte der Fraktionschef der Sozialdemokraten im
EU-Parlament, Martin Schulz, mit Blick auf den nordkoreanischen
Staatschef Kim Jong Il. Der CDU-Poltiker und Vorsitzende des
Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Elmar Brok,
forderte Sanktionen, «die ihm (Kim) persönlich weh
tun».
Dagegen erklärte der PDS-Politiker Tobias Pflüger für
die Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken,
Sanktionen würden die Fronten nur verhärten. «Die
US-Administration muss hier über ihren Schatten springen und
direkt mit Nordkorea verhandeln», sagte Pflüger.
(Quelle: ap)
Bergarbeiter in Bolivien protestieren gegen Staatschef
Do.12.10.06 - Im Streit um die Arbeitsplätze in einer bolivianischen Zinnmine
haben tausende Bergarbeiter in La Paz gegen Staatschef Evo Morales
protestiert. Die Demonstranten warfen Morales vor, sich nicht für
den Erhalt der Stellen oder für Entschädigung für die
Familien der Todesopfer der jüngsten Proteste einzusetzen: "Wir
forden die Regierung auf zu kommen, sich an den Tisch zu setzen und
Lösungen anzubieten", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft COB,
Pedro Montes. Die Regierung habe die Gewerkschaft nie eingeladen, um
sich die Belange der Arbeiter anzuhören.
Die meisten der Demonstranten waren Angestellte der staatlichen
Bergbaugesellschaft, der die Zinnmine in Huanuni in den Anden
gehört. Aber auch Bergarbeiter privater Firmen schlossen sich dem
Protestzug an. Letzte Woche waren die rivalisierenden Gruppen noch mit
Waffen und Dynamitstangen aufeinander losgegangen. Dabei starben 16
Menschen, 61 weitere wurden verletzt.
Die Huanuni-Mine rund 300 Kilometer südlich von La Paz ist die
größte Zinnmine in Südamerika. Rund fünf Prozent
des weltweiten Zinns wird hier abgebaut. Da vor allem Arbeiter der
staatlichen Bergbaugesellschaft eingesetzt werden, bleiben deren
örtliche Kollegen oft arbeitslos. Der Konflikt habe sich seit
Monaten angebahnt, sagte Pedro Montes von der bolivianischen
Arbeitervereinigung. Er forderte einen besseren Schutz des Bergwerks
durch die Armee.
(Quelle: afp)
UN beklagen 'Explosion des Elends' wegen Naturkatastrophen
Do.12.10.06 - Immer mehr Naturkatastrophen haben nach Darstellung der Vereinten
Nationen eine «Explosion des Elends» verursacht. Die Zahl
der betroffenen Menschen habe sich in den vergangenen drei Jahrzehnten
verfünffacht, erklärte UN-Koordinator Jan Egeland zum
Internationalen Tag der Katastrophenprävention am Mittwoch. Zum
einen ändere sich das Klima, zum anderen lebten immer mehr Menschen
in gefährdeten Gebieten, sagte Egeland zur Begründung.
Zwischen Januar und August dieses Jahres gab es 267 Naturkatastrophen,
von denen 91 Millionen Menschen betroffen waren. 168 davon waren
Überschwemmungen - 80 Prozent mehr als die durchschnittlich 93
Überflutungen, die im Vergleichsraum der vergangenen zehn Jahre
registriert wurden.
Es sei ein Irrtum zu glauben, dass 2006 ein besseres Jahr sei als 2005
mit seinen stark mediatisierten Katastrophen wie dem Hurrikan
«Katrina» und dem schweren Erdbeben in Südasien,
erklärte Egeland. Die wirtschaftlichen Schäden durch
Naturkatastrophen in den vergangenen zwölf Monaten bezifferte er
auf 173 Milliarden Dollar (140 Milliarden Euro).
(Quelle: ap)
Spannungen zwischen Frankreich und Türkei wegen Massakers an
Armeniern
Do.12.10.06 - Die Verfolgung von Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts belastet
die Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich. Das
französische Parlament berät am (heutigen) Donnerstag
über ein Gesetz, das die Leugnung des als Völkermord
eingestuften Massakers unter Strafe stellt. Im Gegenzug planen
türkische Abgeordnete ein Gesetz, das Frankreich Genozid in seiner
ehemaligen Kolonie Algerien vorwirft.
Das französische Parlament hat den Tod von annähernd 1,5
Millionen Armeniern im Osmanischen Reich von 1915 bis 1923 bereits 2001
offiziell als Völkermord anerkannt. Nunmehr soll dessen Leugnung
mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden können. Der
Gesetzesentwurf ist umstritten, viele Parlamentarier der konservativen
Regierungspartei UMP wollen nicht an der Abstimmung teilnehmen. In
Frankreich leben etwa 400.000 armenischstämmige Menschen, einer
der bekanntesten ist der Sänger Charles Aznavour.
In der Türkei gibt es heftigen Widerstand gegen das
französische Gesetz. Dort beriet der Justizausschuss des
Parlaments am Mittwoch über ein Gesetz, in dem von einem
französischen Völkermord in Algerien die Rede ist.
«Frankreich hat 1,5 Millionen Menschen in Algerien
abgeschlachtet», sagte der Abgeordnete Ibrahim Ozden dem Sender
NTV zufolge. Der Gesetzentwurf, der jedoch nur auf geringe Zustimmung
stieß, sieht die Einrichtung eines Gedenktages an die Opfer des
8. Mai 1945 in Städten Sétif, Guelma und Kherrata vor, wo
die französische Kolonialmacht die Unabhängigkeitsbewegung
gewaltsam niederschlug. Dabei kamen am Tag der deutschen Kapitulation
im Zweiten Weltkrieg nach Schätzungen bis zu 45.000 Menschen ums
Leben.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan lehnte die Pläne der
türkischen Abgeordneten ab. «Man kann nicht Schmutz mit
Schmutz reinwaschen», sagte er.
Die grünen Europa-Abgeordneten Cem Özdemir, Joost Lagendijk
und Daniel Cohn-Bendit forderten unterdessen die französischen
Parlamentarier auf, den Gesetzesentwurf zum Massaker an den Armeniern
nicht anzunehmen. «Das Gesetz ist weder im Interesse der Armenier
in der Türkei, noch im Interesse Armeniens. Es ist ein
durchsichtiges Wahlkampfgeschenk an die radikalen Kräfte in der
armenischen Diaspora», erklärte Özdemir am Mittwoch in
einer Pressemitteilung. Den Kräften in der Türkei, die sich
für eine kritische Erinnerungskultur einsetzten, werde damit
«ein Bärendienst erwiesen».
(Quelle: ap)
Putin fordert mehr Offenheit gegenüber Russland
Do.12.10.06 - Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehr Offenheit für
russische Investitionen in Deutschland gefordert und Ängste vor
der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen kritisiert.
«Das ständige Gerede über übermäßige
Abhängigkeit zwingt uns, nach anderen Märkten Ausschau zu
halten», warnte Putin am Mittwoch vor der Industrie- und
Handelskammer in München. Das könne zu einem Energiemangel in
Europa führen.
Mit der Erschließung neuer Vorkommen könne Russland seine
Gaslieferungen nach Deutschland für die nächsten 70 Jahre
verdoppeln. Russland werde Deutschland niemals im Stich lassen, beide
Länder seien «natürliche Partner», sagte Putin.
In der Luft- und Raumfahrt könne eine Vereinigung der Kräfte
große Perspektiven eröffnen, warb Putin. Russland ist mit
fünf Prozent am Airbus-Mutterkonzern EADS beteiligt und
möchte die Verbindung ausbauen. Ohne EADS zu nennen, kritisierte
Putin Vorbehalte gegen Investitionen aus Russland: «Ich
weiß nicht, warum es Hysterie gibt.» Russische
Investitionen könnten Arbeitsplätze in deutschen Firmen
sichern. Deutsche Firmen investierten drei Mal so viel in Russland wie
umgekehrt. «Russland kommt nicht mit Kalaschnikows und Panzern,
sondern Russland bringt das Geld mit», sagte Putin den
Wirtschaftsvertretern. Die russischen Investoren seien genauso
Kapitalisten wie deutsche Unternehmer.
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte, im
Wettbewerb mit Asien brauche Deutschland eine enge Partnerschaft mit
Russland. Sie sei auf einem guten Weg.
(Quelle: ap)
Deutschland will die EU-Verfassung bis 2009
Do.12.10.06 - Deutschland will die EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr
2007 zu einem neuen Anlauf für die EU-Verfassung nutzen. Ziel sei
es, bis 2009 einen Vertragstext in Kraft setzen zu können, sagte
die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einem
Treffen des Bundeskabinetts mit EU-Kommissionspräsident Jose
Manuel Barroso in Berlin. Es war das erste Mal, dass ein
EU-Kommissionspräsident bei einer Kabinettssitzung im Vorfeld der
EU-Ratspräsidentschaft teilnahm.
Deutschland übernimmt am 1. Januar 2007 und damit zum Zeitpunkt
der Erweiterungsrunde um Bulgarien und Rumänien die
Präsidentschaft in der Europäischen Union, die dann 27
Mitglieder haben wird. «Wir brauchen eine Verfassung vor der
nächsten Europawahl», betonte Merkel. Diese müsse den
Namen «Verfassungsvertrag» rechtfertigen und daher mehr
sein als eine reine Reform der europäischen Institutionen.
Merkel will am 25. März 2007 mit einer «Berliner
Erklärung» die Grundlage für eine Fortsetzung des
Verfassungsprozesses legen. Dies soll bei einem außerordentlichen
Treffen der Staats- und Regierungschefs der dann 27 Mitgliedsstaaten
passieren. Laut Merkel soll mit der «Berliner
Erklärung» der 50. Jahrestag der Römischen
Verträge gewürdigt werden, die als Gründungsurkunde der
EU gelten.
Laut Merkel will Deutschland angesichts der Herausforderungen in Europa
kein auf sechs Monate beschränktes Programm der
Ratspräsidentschaft auflegen, sondern die zwei kommenden
Ratspräsidentschaften - Portugal und Slowenien - einbeziehen.
Barroso nannte dies eine «sinnvolle Konstruktion». Bislang
wird die EU nur in außenpolitischen Fragen von einer Troika
vertreten, der Ratspräsidentschaft, einem EU-Kommissar und dem
Außenbeauftragten der Europäischen Union.
Barroso lobte ferner, die «Berliner Erklärung»
könne ein «Symbol für ein neues, vereintes
Europa» werden. Der Erfolg des europäischen Modells
hänge aber auch davon ab, wie es gelinge, ein «Europa der
Bürger» auch im Bereich Energie, Justiz und Inneres, Arbeit
und Soziales umzusetzen. Dazu sei es notwendig, dass Europa seinen
«Zynismus überwindet».
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Liberalen im
Europaparlament, Sylvana Koch-Mehrin, nannte die Ankündigungen
hingegen «enttäuschend». Bedauerlich sei, dass sich
Merkel bei der EU-Verfassung nur zu einer Roadmap entschlossen habe.
Für die Links-Fraktion im Bundestag beklagte deren
Außenexperte Alexander Ulrich, eine Lösung, wie man mit dem
«Nein» der Franzosen und Niederländer umgeht, scheine
nicht in Sicht. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten im
Europaparlament, Martin Schulz, verwies darauf, dass dem zweifachen
Nein eine Annahme der EU-Verfassung in 17 Staaten gegenüberstehe.
(Quelle: ddp)
2006 bislang 8,7 Prozent mehr Steuereinnahmen
Do.12.10.06 - Der Bund hat zwischen Januar und September 8,7 Prozent mehr an Steuern
eingenommen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie das
Finanzministerium in Berlin mitteilte, bestehen bis Jahresende
allerdings noch erhebliche Einnahmerisiken, so dass die Zahlen keinen
Schluss auf das Jahresergebnis für 2006 zulassen. Verantwortlich
für die aktuellen Einnahmeverbesserungen seien vor allem die
gewinnabhängigen Steuern wie Körperschaftssteuer und
veranlagte Einkommensteuer.
Im Dezember 2005 seien die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer
allerdings bereits "extrem hoch" gewesen, so dass für das laufende
Jahr keine weiteren Aufkommenszuwächse zu erwarten seien,
hieß es. Zudem müssten noch vergleichsweise hohe
EU-Abführungen bestritten werden, und es seien aufgrund eines
"kassentechnischen Sondereffekts" Mindereinnahmen bei der
Mineralölsteuer zu erwarten.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer forderte, Medikamente von
der Mehrwertsteuer zu befreien, um die geplante Beitragserhöhung
für die Krankenkassen zu verhindern. Dies würde zu mehr
Akzeptanz der Gesundheitsreform führen, erklärte Schummer.
2007 könnten so rund vier Milliarden Euro bei den
Beitragssätzen eingespart werden.
(Quelle: afp)
Wegen Gesundheitsreform bangen 2.000 Beschäftigte um ihren Job
Do.12.10.06 - Wegen der Gesundheitsreform bangen rund 2.000 Beschäftigte der
Krankenkassen-Spitzenverbände um ihren Job. Da die
Spitzenverbände in jetziger Form aufgelöst und durch einen
neuen Dachverband ersetzt werden sollten, hingen die Menschen in der
Luft, erklärten die Betriebs- und Personalräte der
Verbände am Mittwoch in Berlin. Zwar könnten sich wohl einige
von ihnen bei dem neuen Verband bewerben, doch würden dort bestimmt
nicht alle unterkommen.
Der neue Dachverband sei überflüssig, sagte Uwe Groeneveld
vom Personalrat des Ersatzkassenverbands VdAK. Die jetzigen
Spitzenverbände erledigten die ihnen vom Gesetzgeber
übertragenen Aufgaben kompetent. Diese gesetzlichen Aufgaben - etwa
die Abwicklung der ärztlichen, Krankenhaus- oder
Arzneimittelversorgung - machten 70 bis 80 Prozent der Arbeit der
Spitzenverbände aus.
Das Ziel von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, mit der neuen
Verwaltungsstruktur 350 Millionen Euro pro Jahr zu sparen, sei nicht
realistisch. «Wir wollen nicht die Bauernopfer für diese
populistische Aussage der Ministerin sein», sagte Groeneveld.
«Wir kämpfen für den Erhalt dieser
Arbeitsplätze.»
Wenn es zum neuen Dachverband kommen sollte, sei eine
«sozialverträgliche Überleitung» gefordert. Der
Bund könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen, indem er die
jetzigen Körperschaften öffentlichen Rechts in Gesellschaften
bürgerlichen Rechts überführe. Solche GbR könnten
nach einem Jahr aufgelöst werden und wären somit nichts
anderes als eine Beschäftigungsgesellschaft, sagte Groeneveld. Das
Liebste wäre den Personalräten, wenn die «Mitarbeiter
den Aufgaben folgen» würden, also beim künftigen
Dachverband unterkämen, sagte Gerthilt Dietrich, Personalrätin
beim IKK-Bundesverband.
Der künftige Dachverband soll nach den Entwürfen der
Gesundheitsreform im Wesentlichen die Aufgaben der bisherigen sieben
Spitzenverbände übernehmen. Dies sind der AOK-, der BKK- und
der IKK-Bundesverband, die See-Krankenkasse, die Knappschaft, der
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, der Verband der
Angestellten-Krankenkassen und der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband. Sie
werden von den Mitgliedskassen finanziert.
Derzeit kosten sie nach Groenevelds Worten rund drei Euro je
Versicherten pro Jahr. Zu ihren Aufgaben gehören das Aushandeln von
Rahmen- und Gesamtverträgen mit Ärzten oder
Krankenhäusern. Jeder Verband kümmert sich um ein
Spezialgebiet.
Ziel der Politik ist es, die Verwaltungskosten zu beschränken. Von
einem Gesamtumsatz der gesetzlichen Krankenversicherung von 143,8
Milliarden Euro entfielen 2005 rund 8,2 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent
auf Verwaltungskosten inklusive Spitzenverbände. Schmidt will
nicht nur die Verbandsstruktur umgestalten, sondern auch mittelfristig
die Zahl der Krankenkassen von heute 250 auf etwa 50 bis 60 eindampfen.
(Quelle: ap)
Sorge um Zukunft von fünf deutschen Airbus-Werken
Do.12.10.06 - Angesichts der Krise beim Airbus-Konzern wächst die Sorge um die
Zukunft der Werke in Deutschland. Das Unternehmen wolle sich von
fünf Standorten mit insgesamt 6600 Beschäftigten trennen.
Betroffen seien die niedersächsischen Werke in Nordenham (2200
Mitarbeiter), Stade (1600 Mitarbeiter), Varel (1300 Mitarbeiter),
Buxtehude (400 Mitarbeiter) sowie Laupheim in Baden-Württemberg
(1100 Mitarbeiter), berichtet die "Bild"-Zeitung. Airbus wies den
Bericht zurück.
Die deutschen Betriebe sollen laut "Bild" schnell an Investoren
verkauft und kostengünstiger als Zulieferer für Airbus
weiterbetrieben werden. Die Beschäftigten sollten Insidern zufolge
zwar ihre Arbeitsplätze behalten, müssten sich aber auf
schlechtere Tarifbedingungen einstellen. Airbus wies den Bericht
zurück. "Das ist definitiv falsch", sagte ein Sprecher von Airbus
Deutschland in Hamburg. Es gebe keine Entscheidungen zu
Werksverkäufen.
In der großen Koalition bahnt sich derweil ein Streit um einen
Einstieg des Staates beim deutsch-französischen
Airbus-Mutterkonzern EADS an. Aus ordnungspolitischen Gründen solle
nicht der Staat eingreifen, die Anteile sollten in privater Hand
bleiben, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion,
Laurenz Meyer (CDU), der "Berliner Zeitung". Der stellvertretende
SPD-Fraktionschef Ludwig Stiegler befürwortete dagegen den Einstieg
der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei EADS.
Damit könne der "Einfluss Deutschlands in diesem
industriepolitisch zentral wichtigen Unternehmen" gewahrt werden, sagte
Stiegler dem Blatt.
Meyer und Stiegler warnten angesichts des drohenden Stellenabbaus bei
Airbus vor einer Benachteiligung der deutschen Standorte. Es müsse
sichergestellt werden, dass das französische Management "nicht
alles an sich reißt", sagte Stiegler. Auch Meyer warnte:
"Arbeitsplätze dürfen nicht einseitig in Deutschland abgebaut
werden."
Die französische Regierung erklärte, sie wolle die
Arbeitsteilung zwischen Deutschland und Frankreich nicht grundlegend in
Frage stellen. Es werde "keine brutale Änderung der Orientierung"
bei der Verteilung der Aufgaben geben, sagte Industrieminister
François Loos dem Pariser Radiosender BFM. Auf die Frage, ob
Airbus nur ein Konzernproblem oder ein deutsch-französisches sei,
sagte der Minister: "Beides". Im Gegensatz zu Deutschland ist der
französische Staat selbst mit 15 Prozent an der Airbus-Mutter EADS
beteiligt.
(Quelle: afp)
Bei BenQ Mobile steht massiver Stellenabbau kurz bevor
Do.12.10.06 - Beim insolventen Handyhersteller BenQ Mobile steht ein massiver
Stellenabbau kurz bevor. Eine Größenordnung von 1000
bedrohten Arbeitsplätzen sei «nicht ganz
unrealistisch», sagte die Sprecherin des vorläufigen
Insolvenzverwalters Martin Prager am Mittwoch in München.
Damit bestätigte sie grundsätzlich einen Bericht der
«Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch). Die Stellen
werden voraussichtlich noch in diesem Monat gestrichen. Besonders
gefährdet sind die Arbeitsplätze in der Verwaltung in
München. An diesem Donnerstag (12. Oktober) will der
Insolvenzverwalter gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft
nach einer Auffanglösung für die Betroffenen suchen.
BenQ Mobile hatte vor zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. Das
Unternehmen hat in der Produktion in Nordrhein-Westfalen 1600
Beschäftigte. Üblicherweise seien Produktion und Entwicklung
vom Stellenabbau in der Insolvenz weniger stark betroffen als die
Verwaltung, sagte die Sprecherin. In München beschäftigt BenQ
Mobile 1400 Mitarbeiter.
Der Siemens-Konzern richtete als früherer Besitzer für die
BenQ-Beschäftigten eine Jobbörse ein. «Wir haben alle
technischen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen
geschaffen, um diesen Mitarbeitern möglichst unbürokratisch
und schnell zu helfen», sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am
Mittwoch. Über die neue Koordinationsstelle könnten die
derzeit 2000 freien Stellen bei Siemens schnell an entsprechend
qualifizierte Bewerber vergeben werden.
Heute Nachmittag trifft sich Prager mit Vertretern der
Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern, von Siemens, der
Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall. Hauptthema ist eine
mögliche Auffanggesellschaft. Siemens hatte die Gründung einer
Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für
entlassene Mitarbeiter angeregt. Der Konzern wäre dabei
grundsätzlich bereit, das Geld aus seinem
35-Millionen-Euro-Härtefonds dafür zur Verfügung zu
stellen. Eine solche Auffanggesellschaft müsste unter dem Dach der
insolventen BenQ Mobile GmbH & Co. OHG eingerichtet werden.
(Quelle: dpa)
Lehrstellen-Lücke erreicht Rekordwert
Do.12.10.06 - Trotz eines größeren Ausbildungsplatzangebots der Betriebe
ist die Lage am Lehrstellenmarkt in diesem Jahr so schlecht wie seit der
Wiedervereinigung nicht mehr. Wie die Bundesagentur für Arbeit am
Mittwoch in Nürnberg mitteilte, waren zum 30. September noch
49.500 Bewerber ohne Ausbildungsvertrag, ein Plus von mehr als einem
Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Die so genannte Lehrstellen-Lücke
zwischen Bewerbern und offenen Ausbildungsplatzangeboten liegt mit
34.100 um 22 Prozent über dem Vorjahreswert und erreichte damit
den höchsten seit 1990 gemessenen Wert.
Als Grund für die Verschlechterung nannte Bundesagentur-Vizechef
Heinrich Alt einen deutlichen Anstieg der Bewerberzahlen. Insgesamt
hätten sich 763.100 Jugendliche bei der Berufsberatung der
Arbeitsagenturen auf der Suche nach einer Lehrstelle gemeldet, 22.100
mehr als im Vorjahr. Zum 30. September seien 447.100
Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, über drei Prozent
mehr als 2005. Zugleich hätten sich zudem zehntausende Bewerber
für Alternativen zu einer Lehrstelle entschieden, meist dem Wehr-
oder Zivildienst, einem weiteren Schulbesuch, Studium sowie
Berufsvorbereitungsmaßnahmen.
Die Daten «signalisieren zum Ende des Berufsberatungsjahres
2005/2006 keine Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt», betonte
Alt. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass den jetzt noch
unversorgten Jugendlichen in den kommenden Monaten im Rahmen der
Nachvermittlungsaktion gemeinsam mit den Partnern am Ausbildungsmarkt
«in ausreichendem Umfang» Angebote gemacht werden
könnten.
(Quelle: ap)
Zuverdienst für Hartz-IV-Empfänger soll neu geregelt werden
Do.12.10.06 - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will die
Zuverdienstmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose neu regeln.
Darüber bestehe in der Koalition Einigkeit, sagte der SPD-Minister
am Mittwoch nach einer Expertenanhörung in Berlin. Die jetzige
Regelung wirke nicht ausreichend als Brücke in den ersten
Arbeitsmarkt und verleite zu Missbrauch.
Aktuell sind 100 Euro Zusatzeinkommen anrechnungsfrei. Bei 400 Euro
Verdienst bleiben dem Hartz-IV-Empfänger davon 160 Euro, bei 600
Euro Einkommen darf er 200 Euro behalten. Diese Zuverdienstregelung war
im Oktober vergangenen Jahres vereinbart worden.
Mit einer Neuregelung sollen die Zuverdienstmöglichkeiten
vereinfacht und Schwarzarbeit besser bekämpft werden, wie
Müntefering sagte. Nach den Vorstellungen von Experten sollen
beispielsweise die ersten 200 Euro bis auf einen kleinen Betrag voll
auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. Über der Grenze
von 200 Euro sollen 40 bis 60 Prozent des Einkommens anrechnungsfrei
bleiben. Mit dieser Umkehrung der bisherigen Regelung versprechen sich
die Experten verstärkte Anreize zur Aufnahme einer
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Auch verliere die
Ausübung von mehreren Mini-Jobs an Attraktivität.
Müntefering sagte, Einigkeit bestehe, dass die Mini-Jobs erhalten
blieben, nur über die Höhe des Zuverdienstes für
Langzeitarbeitslose müsse noch ein Konsens gefunden werden.
(Quelle: ap)
Geringe Erfolgschancen laut Soziologe Ursache für Motivationsmangel
Do.12.10.06 - Der Kasseler Soziologe Heinz Bude hat die vom SPD-Vorsitzenden Kurt
Beck diagnostizierte Perspektivlosigkeit und Lethargie in Teilen der
Gesellschaft bestätigt. «Es ist unklar, welche Leistung
eigentlich zu welchem Erfolg führt», sagte Bude am Mittwoch
im Deutschlandradio Kultur. «Wenn man eine Ausbildung macht, ist
es noch nicht sicher, dass man übernommen wird.» Daraus
entstehe eine Motivationsproblem, erklärte der Soziologe.
Viele sehen nicht mehr ein, sich anzustrengen, wenn unsicher sei, zu
welchem Ergebnis dies führen werde, sagte Bude. Die Idee einer
«gerechten Anstrengung» sei in Deutschland nicht klar
definiert: «Was kann man allgemein von Leuten erwarten, und
wofür muss die Allgemeinheit aufkommen - dieses Verhältnis
von Selbstverantwortung und gleichzeitig Allgemeinheitsverpflichtung,
das ist noch nicht neu balanciert.» Es sei jedoch
revolutionär, dass Beck dieses Thema angeschnitten habe:
«Hier eröffnet sich der Sozialdemokratie ein ganz anderes
Stück sozialer Aufmerksamkeit.»
Beck hatte sich am Wochenende besorgt über eine größer
werdende Unterschicht ohne Aufstiegswillen geäußert. In
weiten Teilen der Bevölkerung lasse das Streben nach sozialem
Aufstieg nach.
(Quelle: ap)
'Stern' legt neue Belege für Misshandlungen von Kurnaz vor
Do.12.10.06 - Der «Stern» legt neue Belege für angebliche
Misshandlungen des Bremer Guantánamo-Gefangenen Murat Kurnaz in
einem Internierungslager in Afghanistan vor. Das Hamburger Magazin
zitiert einen hochrangigen Offizier des Kommandos Spezialkräfte
(KSK) mit den Worten: «Wir haben schon gesehen, wie die Amerikaner
die Gefangenen da im Lager getreten und geschlagen haben. Das war
einfach schäbig.» Mit seiner Aussage habe der Offizier auch
Meldungen widerlegt, das KSK sei Ende 2001 noch nicht in Afghanistan
stationiert gewesen. «Ich war ab dem 10. Dezember 2001 in
Kandahar», sagte der KSK-Mann dem Vorabbericht zufolge.
Dem «Stern» liegen überdies nach eigenen Angaben
Privatfotos von KSK-Angehörigen vor, die in Kandahar aufgenommen
wurden. Die Fotos tragen danach das Datum des 5. und des 10. Januar
2002. Auf den Bildern habe Kurnaz den Ort wiedererkannt, an dem ihn zwei
deutsche Soldaten verhört und dabei seinen Kopf auf den Boden
geschlagen hätten: «Das ist in diesem Lager passiert»,
sagte der Deutsch-Türke. An den massiven Vorwürfen, die Kurnaz
vergangene Woche im «Stern» erhoben hatte, waren Zweifel
aufgetaucht.
(Quelle: ddp)
Sicherheitsbehörden bekommen mehr Geld zur Terrorbekämpfung
Do.12.10.06 - Den Sicherheitsbehörden des Bundes stehen in den kommenden Jahren
deutlich mehr Mittel zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
zur Verfügung. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums
bestätigte am Mittwoch in Berlin einen Bericht des
«Handelsblatts», wonach der Innen-Etat binnen der
nächsten drei Jahre um 132 Millionen Euro aufgestockt werden soll.
Allerdings bedürfe die Mehrausgabe noch der Zustimmung der
Haushaltspolitiker.
Wie die Zeitung schreibt, hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
(SPD) seinem Kollegen Wolfgang Schäuble (CDU) die Aufstockung
zugesagt. Jeweils 44 Millionen Euro zusätzlich sollten dem
Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), dem Bundeskriminalamt (BKA)
und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
zukommen. Mit den Mitteln würden neue Stellen und Computer zur
Internetüberwachung angeschafft. Schäubles Sprecher sagte, es
gehe vor allem um eine Erhöhung der Schlagkraft gegen islamistische
Aktivitäten im Internet.
Kritik an den zusätzlichen Mitteln kam dem Bericht zufolge von der
Opposition. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP),
sagte der Zeitung: «Es ist schon verwunderlich, wie schnell der
Bundesfinanzminister das Sparen vergisst.» Erst einmal müsse
der Einzeletat des Innenministeriums von über vier Milliarden Euro
auf Sparmöglichkeiten durchforstet werden, bevor Schäuble die
sprudelnden Steuerquellen schon wieder anzapfen dürfe, sagte
Fricke. Wer sich unter anderem zwei Polizeiorchester leiste, habe
durchaus noch Einsparpotenzial, erklärte der FDP-Politiker.
(Quelle: ap)
Kinderleiche im Kühlschrank entdeckt: Bremer Senatorin tritt
zurück
Fr.13.10.06 - Einen Tag nach dem Fund der Leiche des zweijährigen Kevin im
Kühlschrank seines drogensüchtigen Vaters hat Bremens
Sozialsenatorin Karin Röpke am Mittwoch ihren Rücktritt
erklärt. Sie trage die politische Verantwortung für den Fall,
erklärte die SPD-Politikerin. Gegen ihre Behörde waren zuvor
schwere Vorwürfe in dem Fall erhoben worden. Laut
Staatsanwaltschaft wurden an Kevins Leiche Anzeichen
äußerlicher Gewalteinwirkung gefunden. Gegen den
41-jährigen Vater des Jungen erging Haftbefehl wegen des Verdachts
des Totschlags und der Misshandlung von Schutzbefohlenen.
Kevin stand seit dem Tod der ebenfalls drogenabhängigen Mutter
2005 unter Vormundschaft des Jugendamtes. Er lebte aber beim Vater,
obwohl gegen diesen seit dem Tod der Mutter wegen Körperverletzung
mit Todesfolge ermittelt wird. Röpke erklärte, das Jugendamt
sei als Vormund für Kevin eingesetzt gewesen. Dies bedeute, dass
der Staat das Kind schützen müsse. "Das ist in diesem Fall auf
tragische Weise misslungen." Der Tod des Jungen belaste sie auch
persönlich, weil ihr die Vorgeschichte des Kleinen bekannt gewesen
sei.
Die Leiche des zwei Jahre und zehn Monate alten Kevin war am
Dienstagmorgen in der Wohnung seines Vaters in einem Kühlschrank
entdeckt worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, war der Junge in
eine Decke und drei Müllbeutel eingewickelt gewesen. Jugendamt und
Polizei hatten den Jungen auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses holen
wollen, weil der Vater Auflagen nicht erfüllt hatte, Kevin
beispielsweise nicht zu einer Tagesmutter gebracht hatte.
Die Staatsanwaltschaft berichtete von Anzeichen einer Gewalteinwirkung
bei der Leiche. So seien ein Oberschenkelknochen, das rechte Schienbein
und der linke Unterarm des Jungen gebrochen gewesen. Auf dem
Schädel hätten Rechtsmediziner eine Einblutung festgestellt.
Ungeklärt ist, warum Kevin bei seinem Vater lebte, obwohl gegen
diesen das Ermittlungsverfahren lief. Eine Sprecherin Röpkes sagte,
die Behörde habe davon nichts gewusst. Die Staatsanwaltschaft
weitete unterdessen Ermittlungen gegen unbekannte Mitarbeiter des Amtes
für Soziale Dienste wegen Verletzung der Fürsorgepflicht aus.
Der Junge war den Behörden schon als Säugling bekannt, da
seine Mutter gewalttätig geworden war.
(Quelle: afp)