Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertvierundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Präsident Bush berät über möglichen
Strategiewechsel im Irak. Mahdi-Miliz erobert irakische Stadt Amara.
Laut UN mehr als 750.000 Flüchtlinge im Irak. Irakische Regierung
hielt laut UN-Memo Statistik über zivile Gewaltopfer zurück.
Islamgelehrte: Selbstmordanschläge im Irak sind Sünde
Sa.21.10.06 - US-Präsident George W. Bush will am (heutigen) Samstag mit
führenden Generälen über einen möglichen
Strategiewechsel im Irak beraten, um die anhaltende Gewalt in den Griff
zu bekommen. Geplant seien Gespräche mit dem Befehlshaber des
US-Oberkommandos Mitte, General John Abizaid, und dem Oberbefehlshaber
der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, sagte Bush am
Freitag der Nachrichtenagentur AP in einem kurzen Interview. Der
Präsident räumte ein, dass die Lage im Irak derzeit
angespannt sei.
Später erklärte Bush: «Wir befinden uns in einem
gigantischen Kampf zwischen Extremisten und Radikalen, die die
amerikanische Lebensart nicht ausstehen können. Ihnen gefällt
der Gedanke nicht, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in
einem Land zusammen leben und arbeiten und Großartiges erreichen
können.» Der Präsident sprach bei einer Dinnershow der
Nationalen Italienisch-Amerikanischen Stiftung in Washington, die er am
Abend überraschend besuchte.
Bushs Sprecher Tony Snow erklärte, der Präsident werde nicht
generell seine Irak-Politik ändern. Bush steht angesichts der
steigenden Zahl getöteter US-Soldaten zunehmend unter Druck.
Allein seit Anfang Oktober kamen im Irak 75 Amerikaner ums Leben.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verlangte unterdessen von der
irakischen Regierung, mehr Verantwortung für die Sicherheit des
Landes zu übernehmen. Die Regierung müsse mit der Zeit selbst
für die Sicherheit sorgen, und zwar «eher früher als
später», sagte Rumsfeld am Freitag. Der größte
Fehler wäre es, nicht damit fortzufahren, die Verantwortung
für die Regionen des Landes in die Hände der Iraker zu legen.
Im offenen Widerstand gegen die Regierung in Bagdad hat die schiitische
Mahdi-Miliz am Freitag die Herrschaft in der südirakischen Stadt
Amara übernommen. Anhänger des radikalen Predigers Muktada al
Sadr stürmten am Morgen nach Augenzeugenberichten drei
Polizeistationen und zündeten Sprengsätze, die die
Gebäude in Schutt und Asche legten.
Ministerpräsident Nuri al-Maliki entsandte eine Delegation aus
ranghohen Beamten des Innenministeriums nach Amara. Diese traf einem
Sprecher zufolge am Nachmittag am Stadtrand ein.
Irakische Soldaten und Polizisten bezogen nach britischen
Militärangaben rund um Amara Stellung, um die Stadt mit 750.000
Einwohnern zurückzuerobern. Die gut 300 Kilometer
südöstlich von Bagdad gelegenen Stadt am Tigris stand bis
August unter der Aufsicht britischer Verbände, bevor die Kontrolle
an die irakischen Sicherheitskräfte abgegeben wurde.
In den Straßen von Amara patrouillierten am Freitag rund 800
schwarz gekleidete Milizionäre mit Kalaschnikow-Gewehren in
Polizeifahrzeugen, wie Augenzeugen berichteten. Straßensperren
wurden errichtet, die Einwohner wurden über Lautsprecher
aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Später zogen sich
die Milizionäre wieder von den Straßen zurück. Ein
Sprecher des Verteidigungsministeriums sprach von einer einstweiligen
Feuerpause, doch bleibe die Lage gespannt.
Bei den Kämpfen um Amara kamen am Freitagmorgen mindestens 25
Milizionäre und Polizisten ums Leben, wie die britischen
Streitkräfte mitteilten.
Auslöser der Kämpfe war ein Mordanschlag vom Mittwoch auf den
Chef des polizeilichen Geheimdienstes der Provinz Maisan, deren
Hauptstadt Amara ist. Kassim al Tamimi gehörte zur schiitischen
Badr-Brigade, die mit den Anhängern Al Sadrs verfeindet ist.
Angehörige des Getöteten entführten zur Vergeltung den
Bruder des örtlichen Kommandeurs der Mahdi-Miliz, die sie für
die Tat verantwortlich machten. Am Donnerstag griffen deren
Kämpfer deswegen die Polizeizentrale in Amara an.
In vier Städten in der Provinz Anbar marschierten bewaffnete
sunnitische Aufständische zu Paraden auf. Augenzeugen zufolge gab
es keine Zwischenfälle.
Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die anhaltende Gewalt im Irak
seit Beginn des Krieges im März 2003 fast 915.000 Iraker in die
Flucht getrieben. Etwa 755.000 seien aus ihren Wohnorten in andere
Landesteile geflohen, die übrigen hätten den Irak ganz
verlassen. Weit über 300.000 Menschen seien allein seit Beginn der
neuen Gewaltwelle Anfang des Jahres zu Flüchtlingen geworden,
erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in
Genf. Mindestens 40.000 Iraker strömten derzeit jeden Monat nach
Syrien. Die meisten Menschen haben laut dem UNHCR die Gebiete um die
Hauptstadt Bagdad verlassen.
Die irakische Regierung hat einem UN-Memo zufolge eine Statistik
über die Zahl der Gewaltopfer in der Zivilbevölkerung
zurückgehalten. Das Büro von Ministerpräsident Nuri
al-Maliki habe dem Gesundheitsministerium untersagt, die Daten zu
veröffentlichen, hieß es in dem am Freitag bekannt
gewordenen internen Schreiben. Der Statistik zufolge würden im
Irak jeden Tag 100 Zivilpersonen bei Anschlägen und anderen
Gewalttaten getötet.
Al-Maliki haben dem Ministerium zwei Mal angewiesen, die Zahlen nicht
an die Vereinten Nationen weiterzugeben, schrieb der Irak-Gesandte der
UN, Ashraf Qazi, in dem Memo. Ein Sprecher des Regierungschefs habe
gegenüber der UN-Mission im Irak erklärt, die Statistik sei
übertrieben. Zuvor habe Al-Maliki allerdings während eines
Besuchs in London die Zahlen bestätigt.
In der saudiarabischen Pilgerstadt Mekka haben sunnitische und
schiitische Religionsgelehrte aus dem Irak in der Nacht zum Freitag
über eine Erklärung diskutiert, in der Selbstmordattentate und
Anschläge auf Muslime im Irak zur Sünde erklärt werden.
Er gehe davon aus, dass die Religionsführer den vorbereiteten Text
akzeptieren würden, sagte der Generalsekretär der Organisation
der Islamischen Konferenz (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, dem
Fernsehsender Al-Arabija.
Die Erklärung war von der OIC vorbereitet worden, die das Treffen
der Religionsführer auch organisiert hatte. «Die Botschaft
der Erklärung von Mekka soll auch von den Predigern im Irak
weitergetragen werden», fügte der Generalsekretär hinzu.
In der Erklärung heißt es auch, die Iraker sollten daran
arbeiten, ihr Land politisch, militärisch und wirtschaftlich
selbst zu kontrollieren «und somit die Besatzung beenden».
(Quellen: ap, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 21.10.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fr.21.10.05 - Generalsekretär der Arabischen Liga wirbt in Bagdad für
Versöhnungskonferenz +++ Bei Anschlägen und Überfällen
verlieren mindestens vierzehn Menschen ihr Leben +++ Anschlag auf
wichtigste Erdölleitung im nördlichen Irak +++ Im Irak
entführter 'Guardian'-Reporter wieder frei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0510210.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Taliban erschießen acht afghanische Angestellte der US-Armee
Sa.21.10.06 - Acht afghanische Zivilbeschäftigte eines US-Stützpunkts im
Osten des Landes sind auf dem Heimweg überfallen und erschossen
worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilten, stoppten Bewaffnete am
Donnerstag ihren Wagen in der Provinz Kunar, ließen die
Männer aussteigen und richteten sie regelrecht hin.
Auf der Suche nach einer Bombenwerkstatt durchsuchten amerikanische und
afghanische Soldaten am Freitagmorgen in der Provinz Chost ein
Gebäude. Ein mutmaßlicher Extremist wurde getötet, weil
er seine Waffe auf die Soldaten richtete, wie die Streitkräfte
erklärten. In dem Dorf Bodakhel seien Sprengstoff und
Zündschnüre gefunden wurden.
(Quelle: ap)
KSK-Einsatz in Afghanistan in Frage gestellt
Sa.21.10.06 - Nach den Misshandlungsvorwürfen gegen das in Afghanistan
stationierte Kommando Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr
haben in Deutschland Vertreter von SPD und Grünen eine
Verlängerung des Einsatzes in Frage gestellt. "Ich denke, dass wir
den KSK-Einsatz in Afghanistan auslaufen lassen", sagte der
SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels. Die Grünen-Vorsitzende
Claudia Roth sagte, die Zustimmung ihrer Partei zur Verlängerung
der Mission sei fraglich.
Fünf Jahre nach Beginn des Antiterroreinsatzes müsse
überprüft werden, "ob die KSK-Komponente in Afghanistan
überhaupt noch gebraucht wird", sagte Bartels, der Mitglied im
Verteidigungsausschuss des Bundestages ist, der "Stuttgarter Zeitung".
Roth sagte in der "Neuen Presse", als Parlamentarierin hätte sie
keinem Einsatz des Kommandos zugestimmt, wenn sie geahnt hätte,
dass dieser sich so verselbständigen könnte. Sie forderte eine
"lückenlose öffentliche Aufklärung" zu den
Misshandlungsvorwürfen des Bremers Murat Kurnaz. Bei einem geheim
tagenden Ausschuss dürfe es nicht bleiben, sagte Roth.
Der ehemalige Guantánamo-Häftling Kurnaz wirft KSK-Soldaten
vor, ihn 2002 in einem US-Gefangenenlager im afghanischen Kandahar
misshandelt zu haben. Das Bundeskabinett will kommende Woche über
die Verlängerung des Mandats für die Beteiligung der
Bundeswehr an der Operation "Enduring Freedom" entscheiden. Dazu
gehören neben dem KSK-Einsatz in Afghanistan auch die Operation der
Marine zur Sicherung der Seewege am Horn von Afrika.
Frankreichs Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie sagte
unterdessen bei einem Besuch in Washington, Paris erwäge den Abzug
der Truppe, nachdem die NATO nun in ganz Afghanistan das Kommando
übernommen habe. "Man muss die Folgen dieser neuen Organisation auf
die Präsenz aller Spezialtruppen betrachten und insbesondere auf
die französischen", sagte Alliot-Marie nach einem Treffen mit ihrem
US-Amtskollegen Donald Rumsfeld. Seit dem Beginn des Einsatzes in
Afghanistan im Dezember 2001 sind sieben französische Soldaten ums
Leben gekommen.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
UN-Generalsekretär ruft Libanon zur Annäherung an Syrien auf.
Annan fordert Umwandlung von Hisbollah in reine politische Partei.
Streit um israelische Flüge über dem Libanon. Militante
Palästinenser beschießen israelische Stadt mit Raketen.
Hamas und Fatah vereinbaren Ende der gewaltsamen Übergriffe
Sa.21.10.06 - Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den Libanon
aufgerufen, diplomatische Beziehungen zu Syrien aufzunehmen. Die
Gelegenheit sei nach dem Ende des Kriegs zwischen Israel und der
Hisbollah-Miliz günstig, erklärte Annan in einem am Donnerstag
in New York veröffentlichten Bericht. «Es ist meine tiefe
Hoffnung, dass die aus diesem Konflikt entstandenen Gelegenheiten
genutzt werden und dass Libanon noch einmal aus der Asche der
Zerstörung und des Kriegs auferstehen wird», schrieb der
UN-Generalsekretär. Auch der Streit um das Gebiet der
Tschebaa-Höfe müsse beigelegt werden. Israel betrachtet die
Tschebaa-Höfe bislang als Teil des 1967 besetzten syrischen
Territoriums. Der Libanon erhebt jedoch auch Anspruch auf das Gebiet.
Annan hat die Umwandlung der libanesischen Hisbollah in eine
ausschließlich politische Partei als "Schlüsselelement"
für den Friedensprozess in der Region bezeichnet. Die Entwaffnung
der Hisbollah sei auch erforderlich, damit der Libanon seine
vollständige Souveränität, territoriale Integrität
und politische Unabhängigkeit wiedererlangen könne, schreibt
Annan in einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht an
den UN-Sicherheitsrat in New York.
Der Streit um die Verletzung des libanesischen Luftraumes durch
israelische Kampfflugzeuge verschärft sich. Die israelische
Regierung wies Forderungen der UN-Truppe im Libanon (UNIFIL) nach einem
Ende der Militärflüge zurück.
Zuvor hatte der französische UNIFIL-Befehlshaber Alain Pellegrini
die Vereinten Nationen um Flugabwehr zur Vorbeugung gegen israelische
Luftangriffe gebeten. Israel habe die UN-Resolution 1701 weitgehend
erfüllt, während der Libanon Kernbedingungen nicht
erfüllt habe, sagte der israelische Regierungssprecher Mark Regev.
Das geistliche Oberhaupt der libanesischen Schiiten, Mohammed Hussein
Fadhlallah, kritisierte in seiner Freitagspredigt die UNIFIL und
speziell den Auftrag der Deutschen Marine vor der libanesischen
Küste. «Der Libanon ist auf dem besten Wege zu einem
internationalen Protektorat zu werden», sagte er nach Angaben der
libanesischen Nachrichtenagentur ANI. Das Land sei nun von der Seeseite
her blockiert.
Die Deutsche Marine hat in ihrem Operationsgebiet 50 Seemeilen vor der
Küste den Auftrag, die Souveränität der libanesischen
Regierung zu schützen und den Schmuggel von Waffen für die
schiitische Hisbollah zu verhindern. An der Grenze des Libanon zu
Israel demonstrierten am Freitag etwa 1000 Hisbollah-Anhängerinnen.
Pellegrini beschwerte sich am Donnerstag bei den Vereinten Nationen in
New York über die Verletzung des libanesischen Luftraums durch
israelische Kampfflugzeuge. Er erklärte, die UN-Truppe würde
sich notfalls verteidigen, sollte Israel die Blauhelmsoldaten noch
einmal angreifen. Während ihres Libanon-Feldzuges hatten
israelische Soldaten im Juli ein UNIFIL-Camp in Südlibanon
attackiert und dabei vier Blauhelmsoldaten getötet.
«Für internationale Repräsentanten ist es manchmal
leichter, mit dem Finger auf Israel zu zeigen», sagte Regev.
Libanon müsse die zwei verschleppten israelischen Soldaten
freilassen, dürfe im Gebiet südlich den Flusses Litani keine
bewaffneten Hisbollah-Kämpfer zulassen und habe ein Waffenembargo
sicherzustellen.
Militante Palästinenser haben am Freitagabend vom Gazastreifen aus
zwei Raketen auf die israelische Grenzstadt Sderot abgefeuert. Dabei
wurden nach Angaben von Ärzten zwei Menschen leicht verletzt. Eine
Rakete habe ein Wohnhaus getroffen, teilten die israelischen
Streitkräfte mit. Sderot ist häufig Ziel von Raketenangriffen
aus dem Gazastreifen. Die meisten der Geschosse landeten auf offenem
Gelände. Bei direkten Treffern gab es aber auch schon Tote.
Nach monatelangen Auseinandersetzungen haben die Fatah-Organisation von
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die regierende Hamas
ein Ende der gegenseitigen gewaltsamen Übergriffe vereinbart. "Wir
haben uns darauf geeinigt, dass wir alle bewaffneten Gewalttaten,
Spannungen, Provokationen und Anschuldigungen sowohl in den Medien als
auch in der Politik beenden wollen", sagte der Fatah-Sprecher Maher
Makdad am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Zur Umsetzung dieses
Abkommens werde ein gemeinsames Koordinierungsbüro gegründet.
Es werde bereits am Samstag seine Arbeit aufnehmen. Seine Aufgabe sei
es, sämtlichen Vorfällen zwischen Mitgliedern von Hamas und
Fatah nachzugehen.
(Quellen: afp, dpa, ap)
USA und China für neuen Anlauf zu Verhandlungen mit Nordkorea
Sa.21.10.06 - Die USA und China dringen nach dem dem ersten Atomtest Nordkoreas auf
einen neuen Anlauf zu den seit einem Jahr unterbrochenen
Sechsergesprächen. Nach einem Treffen mit US-Außenministerin
Condoleezza Rice sagte der chinesische Außenminister Li Zhaoxing
am Freitag in Peking, der am Vortag nach Pjöngjang entsandte
Diplomat sei bei der Führung Nordkoreas bereits in diesem Sinne
vorstellig geworden.
Rice sagte, es sei wichtig, die Tür für Verhandlungen offen
zu lassen. An den Sechsergesprächen sind neben den beiden
koreanischen Staaten sowie den USA und China auch Japan und Russland
beteiligt. Auch Nordkorea hat sich einem Zeitungsbericht zufolge unter
bestimmten Bedingungen zu einer Wiederaufnahme der internationalen
Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt. Das habe
der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il am Donnerstag in
Gesprächen mit der chinesischen Delegation erklärt, berichtete
die südkoreanische Tageszeitung «Chosun Ilbo» am
Freitag unter Berufung auf chinesische Diplomatenkreise. Kim habe sich
im Gespräch mit dem chinesischen Gesandten Tang Jiaxuan auch
für den Atomtest vom 9. Oktober entschuldigt, hieß es in dem
Zeitungsbericht.
Bei dem chinesisch-amerikanischen Außenministertreffen ging es
außerdem um die Umsetzung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea. Rice
sagte, sie habe mit Li darüber gesprochen, wie wichtig es sei, den
Handel Nordkoreas mit gefährlichen Rüstungsgütern zu
unterbinden. Li erklärte, es gebe eine übereinstimmende
Haltung zur Umsetzung der vor einer Woche beschlossenen Sanktionen.
Zugleich wandte er sich aber gegen eine weitere Verschärfung im
Konflikt zwischen der internationalen Staatengemeinschaft und Nordkorea:
«Wir hoffen, dass alle beteiligten Parteien einen kühlen
Kopf bewahren, eine verantwortungsvolle Politik verfolgen und den
friedlichen Dialog als wichtigstes Mittel betrachten.»
(Quelle: ap)
Flussmündungen in China von UNO zu 'toten Zonen' erklärt
Sa.21.10.06 - Die Mündungen der beiden größten Flüsse Chinas
sind von den Vereinten Nationen wegen ihres hohen Verschmutzungsgrades
zu "toten Zonen" erklärt worden. Experten warnten davor, dass die
Verschmutzungen in den Mündungen des Jangtse und des Gelben Flusses
zu einer starken Bedrohung für den Fischbestand und die von der
Fischerei lebenden Menschen werden könnten, berichtete die
staatliche Zeitung "China Daily" am Freitag unter Berufung auf eine
Studie des UN-Umweltprogramms. "Tote Zonen" sind Wassergebiete, deren
Sauerstoffgehalt durch eine verstärkte Algenblüte besonders
gering ist. Der Algenbefall wird durch ungeklärte Abwasser und
Schadstoffe wie Dünger verursacht und bedroht das Meeresleben.
(Quelle: afp)
Greenpeace fordert Umsteuern in der EU-Energiepolitik
Sa.21.10.06 - Anlässlich des EU-Gipfels in Finnland hat die
Umweltschutzorganisation Greenpeace ein Umsteuern in der Energiepolitik
gefordert. Aktivisten projizierten am Freitagmorgen den Slogan
«Energiesicherheit = erneuerbare Energien, es gibt keine
Alternative» auf die Kongresshalle in Lahti, in der ab Mittag die
Staats- und Regierungschefs der EU tagen werden. Die Aktion wurde von
der Polizei abgebrochen, weil das Greenpeace-Fahrzeug in die Sperrzone
um die Konferenzhalle eingedrungen war, wie ein Polizeisprecher
mitteilte.
Greenpeace erklärte in einer Pressemitteilung, bis 2050
könnte der Energiebedarf der EU zur Hälfte mit erneuerbaren
Energiequellen bestritten werden. Dies könne die
Kohlendioxid-Emissionen erheblich reduzieren.
Auch EU-Energiekommissar Andris Piebalgs hatte sich am Donnerstag
dafür ausgesprochen, die Abhängigkeit vom Import fossiler
Brennstoffe durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und
durch Stromsparen zu verringern. Piebalgs gab das Ziel aus, bis 2020 den
Energieverbrauch in der EU um 14 Prozent gegenüber dem jetzigen
Stand senken.
In einer Tischvorlage für die Staats- und Regierungschefs fordert
die Kommission zudem eine Diversifizierung der Rohstoff-Importe, um eine
Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu vermeiden. In dem Papier
wird darauf hingewiesen, dass die EU derzeit 25 Prozent ihres Bedarfs
an Öl und Gas aus Russland bezieht und dieser Anteil in Zukunft
weiter steigen dürfte. Das Verhältnis zu Russland sei aber
eines gegenseitiger Abhängigkeit, da die EU für Moskau der
wichtigste Energiekunde sei, betont die Kommission. Dieses Thema
dürfte im Mittelpunkt der Beratungen der EU-Staats- und
Regierungschefs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am
Freitagabend stehen.
(Quelle: ap)
Russland zu Energie-Partnerschaft mit Europa bereit
Sa.21.10.06 - Russland ist bereit, die strategische Partnerschaft im Energiesektor
mit der Europäischen Union auszubauen. Das bekräftigte
Präsident Wladimir Putin am Freitagabend nach einem Treffen mit
den 25 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im
finnischen Lahti. Zugleich bot er an, auf die EU-Forderungen nach einem
verbesserten Investitionsschutz einzugehen. Das hatte zuvor der
EU-Sondergipfel als Vorbedingung für eine neue Partnerschaft mit
Moskau benannt.
Putin sagte nach dem Treffen, Russland, das 25 Prozent der Erdöl-
und Gaslieferungen der EU bedient, wolle «die strategische
Partnerschaft stärken». Seinem Land sei an «soliden
und gegenseitigen Beziehungen» gelegen, die ausgebaut werden
sollten. Zugleich lehnte er das Verlangen der EU ab, jetzt schon die
internationale Energiecharta zu ratifizieren. Dafür sei es
«zu früh», sagte er.
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zeigte sich
aufgeschlossen für die russische Position. «Wir sollten der
Energiepolitik nicht erlauben, Russland und Europa zu trennen wie einst
der Kommunismus», sagte er. Allerdings müsse in den
Beziehungen zwischen der EU und Russland die Gegenseitigkeit im
Vordergrund stehen, fügte er hinzu.
(Quelle: ddp)
Deutschland
Regierung erwartet 2,3 Prozent Wachstum im laufenden Jahr
Sa.21.10.06 - Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr ein kräftige Wachstum
von 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr werde sich das Wachstum auf 1,4
Prozent abschwächen, teilte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos
(CSU) mit. Damit korrigiert die Bundesregierung ihre Erwartungen
für das laufende Jahr deutlich nach oben. Im Frühjahr hatte
die Prognose für 2006 noch bei 1,6 Prozent Wachstum gelegen. Mit
den Zahlen schließt sich Glos den sechs führenden
Wirtschaftsforschungsinstituten an, die am Donnerstag identische
Wachstumszahlen für 2006 und 2007 vorausgesagt hatten.
Die Bundesregierung räumt laut Glos ein, dass der Rückgang
des Wachstums im kommenden Jahr vor allem auf die geplante Erhöhung
der Mehrwertsteuer zurückzuführen sein wird. Der
Wirtschaftsminister betonte aber, die Auswirkungen der höheren
Mehrwertsteuer seien nach Einschätzung der Bundesregierung nur
vorübergehend.
Am Arbeitsmarkt erwarte die Koalition eine anhaltende Erholung, sagte
Glos. Im Jahr 2006 werde sich die Zahl der Arbeitslosen voraussichtlich
um 325.000 auf 4,54 Millionen Menschen verringern. Auch im kommenden
Jahr werde nach Einschätzung der Bundesregierung die Zahl der
Menschen ohne Job nochmals um 200.000 auf dann 4,34 Millionen sinken.
(Quelle: afp)
Kräftiges Steuerplus drückt Neuverschuldung des Bundes
Sa.21.10.06 - Die kräftig sprudelnden Steuereinnahmen entlasten den Bund
deutlich bei der Neuverschuldung. In den ersten neun Monaten betrug die
Nettokreditaufnahme 17,8 Milliarden Euro und damit deutlich weniger als
die im Bundeshaushalt für das Gesamtjahr veranschlagte Summe von
38,2 Milliarden Euro.
Das geht aus dem am Freitag in Berlin vorgelegten Monatsbericht des
Finanzministeriums hervor. Auch zum Jahresende wird eine geringere
Neuverschuldung als geplant erwartet. «Die im Haushaltsplan 2006
vorgesehene Ermächtigung zur Nettokreditaufnahme (...) wird daher
nach derzeitiger Einschätzung deutlich unterschritten
werden», heißt es in dem Bericht.
Die positive Steuerentwicklung könnte das gesamtstaatliche Defizit
in diesem Jahr noch unter die Quote von 2,6 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts drücken, die an die EU-Kommission gemeldet
wurde. Es wird nicht mehr ausgeschlossen, dass die Defizitquote von
Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen sogar bis auf zwei Prozent
sinken könnte. Deutschland unterschreitet damit erstmals seit 2001
wieder die laut Euro-Stabilitätspakt zulässige Obergrenze von
3,0 Prozent. Bei 2,0 Prozent müsste das Defizit dann im
nächsten Jahr nach den Vorgaben des Stabilitätspaktes
allerdings auf mindestens 1,5 Prozent sinken.
Bereits Mitte vergangener Woche war bekannt geworden, dass die
Steuereinnahmen von Bund und Ländern dank höherer
Firmengewinne und guter Konjunkturzahlen im September um 7,9 Prozent
gestiegen sind. Für den Bund ergab sich zwischen Januar und
September ein Plus von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Das Finanzministerium warnte allerdings bereits, dass daraus nicht auf
das Jahresergebnis geschlossen werden könne. Es bestünden noch
erhebliche Einnahmerisiken.
Verantwortlich für die Einnahmeverbesserungen im September waren
erneut vor allem die gewinnabhängigen Steuern. Die
Körperschaftsteuer übertraf das Vorjahresergebnis um etwa 1
Milliarde Euro, die veranlagte Einkommenssteuer um rund 800 Millionen
Euro. Der konjunkturelle Aufschwung greift aber auch zunehmend auf die
Binnenkonjunktur über und macht sich auch bei der Lohnsteuer (plus
3,9 Prozent) und den Steuern vom Umsatz (plus 4,4 Prozent) bemerkbar.
Die Einnahmen des Bundes insgesamt beliefen sich bis
einschließlich September auf 164 Milliarden Euro. Sie lagen somit
um 4,0 Milliarden über dem Vorjahresergebnis. Die Ausgaben sanken
um 4,9 Milliarden unter das Vorjahresniveau auf 199 Milliarden Euro. Die
Ausgaben für das Arbeitslosengeld II aber lagen mit 25 Milliarden
Euro bereits jetzt über den für das Gesamtjahr geplanten
Kosten von 24,4 Milliarden Euro. Allerdings wird bereits seit
längerem mit Hartz-IV-Kosten von rund 27 Milliarden Euro gerechnet.
(Quelle: dpa)
Bundestag für einheitliche Sozialhilfe von 345 Euro
Sa.21.10.06 - Die Sozialhilfe für Bedürftige soll in Deutschland
künftig einheitlich 345 Euro im Monat betragen. Der Bundestag
beschloss am Donnerstagabend eine entsprechende Regelsatzänderung,
die den Bundesländern die Anpassung für die rund 500.000
Sozialhilfeempfänger empfiehlt. Derzeit werden im Osten 331 Euro an
Grundsicherung gezahlt. Als bedürftig gelten Menschen, die nicht
erwerbsfähig sind oder über keine ausreichende Rente
verfügen.
Die Neubemessung der Sozialhilfe soll zu Beginn kommenden Jahres in
Kraft treten und damit den gleichen Satz wie das Arbeitslosengeld II
betragen. Einen Beschluss darüber müssen aber die
Länderparlamente fassen. Als nicht erwerbsfähig gelten
Menschen, die weniger als drei Stunden arbeiten können. Auf
Leistungen der Sozialhilfe besteht ein Rechtsanspruch.
(Quelle: ap)
Sparen bei Deutschen weiter im Trend
Sa.21.10.06 - Sparen liegt bei vielen Deutschen weiterhin im Trend. Im vergangenen
Jahr legten die Bundesbürger rund 159 Milliarden Euro auf die hohe
Kante und damit nochmals 3 Prozent mehr als 2004. Das geht aus einer am
Freitag in Berlin veröffentlichten Studie des Bundesverbandes der
Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) hervor. Die Sparquote habe
sich damit leicht um 0,2 Prozentpunkt auf 10,5 Prozent erhöht.
Inklusive vom Staat empfangener so genannter
Vermögensübertragungen wie im Rahmen der Eigenheimzulage waren
es den Angaben zufolge sogar über 174 Milliarden Euro. 2
Milliarden Euro davon seien zur Tilgung von Krediten verwendet worden.
37 Milliarden seien für den Wohnungsbau und für andere
Sachinvestitionen genutzt worden. 135 Milliarden Euro flossen laut BVR
in die Geldvermögensbildung.
Gefragt waren dabei vor allem Anlagen in Versicherungen. 52 Milliarden
Euro seien in dieser Kategorie angelegt worden, nahezu 38 Cent von jedem
angelegten Euro. Ebenfalls im Trend lagen der Studie zufolge
Bankprodukte mit einem Anteil von 33 Prozent. Insgesamt seien rund 44
Milliarden Euro bei Kreditinstituten angelegt worden. Während die
Nachfrage nach Termingeld, Spareinlagen und Sparbriefen angesichts der
niedrigen Kapitalmarktzinsen zurückgegangen sei, habe die Anlage in
Tagesgeld zugenommen.
Mit rund 30 Milliarden Euro sei etwa ein Fünftel des in die
Vermögensbildung investierten Geldes in Wertpapiere geflossen.
Größter Gewinner waren dabei die Investmentfonds. Nachdem im
Jahr 2004 erstmals seit der Wiedervereinigung per Saldo Fondsanteile
verkauft worden waren, wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr
mit 19 Milliarden Euro wieder in größerem Umfang Mittel neu
angelegt.
(Quelle: ddp)
Bund stockt Mittel für Kampf gegen Rechtsextremismus auf
Sa.21.10.06 - Der Bund stockt seine Mittel zur Bekämpfung des Rechtsextremismus
auf. Statt wie geplant 19 Millionen Euro sollen im Haushalt 2007 nun 24
Millionen Euro dafür zur Verfügung stehen. Darauf hat sich die
Koalition verständigt, wie die SPD-Fraktion am Freitag mitteilte.
Die SPD hatte auf die Aufstockung der Summe gedrängt.
Für die im Kampf gegen Rechts engagierten Vereine, Initiativen und
Bündnisse sei dies eine gute Nachricht, erklärten die
Vorsitzende des Jugendausschusses, Kerstin Griese (SPD) und der
SPD-Haushälter Frank Schmidt. Das Geld sei notwendig, um die Arbeit
der mobilen Beratungsteams und Opferberatungsstellen, bis bisher aus
dem Programm Civitas gefördert wurden, auszubauen. Dabei solle die
bisher auf Ostdeutschland konzentrierte Arbeit ab 2007 auf das ganze
Bundesgebiet ausgedehnt werden.
(Quelle: ddp)