Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertvierundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Neue Welle von Anschlägen - Fast 60 Tote. Sunnitischer
Wissenschaftler in Bagdad ermordet. Britische Organisation fordert
Maßnahmen gegen Irak-Söldner
Di.31.10.06 - Bei einer neuen Welle von Anschlägen auf Polizeikräfte und
Zivilisten sind im Irak am Montag fast 60 Menschen ums Leben gekommen.
Der folgenschwerste Terroranschlag ereignete sich in der vorwiegend von
Schiiten bewohnten Bagdader Vorstadt Sadr-City, wo eine Bombe 32
Tagelöhner tötete.
Ein Selbstmordanschlag nahe der syrischen Grenze kostete am Montag
sechs Polizisten das Leben. Wie der TV-Sender Al-Irakija außerdem
berichtete, erschossen Unbekannte ein prominentes Mitglied des
sunnitischen Rates der Religionsgelehrten, Essam al-Raui. Nach Angaben
von Augenzeugen starben bei einem Autobombenanschlag im Bagdader
Stadtteil Al-Beija fünf Menschen. In Bakuba fand die Polizei vier
Leichen von Mordopfern. Zwei Arbeiter starben, als ihr Bus bei Chalis
von Extremisten beschossen wurde.
Ein irakischer Wissenschaftler ist am Montag einem Mordanschlag zum
Opfer gefallen. Drei Männer erschossen Essam el Rawi vor seinem
Haus in Bagdad, wie ein Polizeisprecher mitteilte. El Rawi war Mitglied
der Vereinigung Muslimischer Gelehrter im Irak, einer einflussreichen
sunnitischen Organisation, die Kontakte zu Aufständischen haben
soll. Der Geologieprofessor war auf dem Weg zur Universität, als
die Attentäter auf ihn schossen. Dabei kam auch ein
Leibwächter ums Leben, ein zweiter wurde verletzt.
Das US-Militär teilte mit, Aufständische hätten am
Sonntag in der westlichen Anbar-Provinz einen amerikanischen Soldaten
getötet. Im Irak sind im Oktober bereits mehr als 100 US-Soldaten
getötet worden. Derweil traf sich erstmals die Arbeitsgruppe
für Sicherheitsfragen, die US-Präsident Bush und Iraks
Regierungschef Nuri al-Maliki am Wochenende ins Leben gerufen hatten.
Mit der Anhörung weiterer Zeugen wurde derweil der Prozess gegen
den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein wegen Völkermordes an
den Kurden fortgesetzt. Die Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat»
berichtete, Saddam habe in einem Brief an das Sondertribunal darum
gebeten, die für den kommenden Sonntag angekündigte
Urteilsverkündung im ersten Prozess gegen ihn wegen der
Hinrichtung von 148 Schiiten zu verschieben. Die Urteilsverkündung
könnte den Republikanern in den USA bei den Kongresswahlen mehr
Stimmen verschaffen, schrieb Saddam nach Angaben der Zeitung. Er wolle
aber nicht indirekt als Wahlhelfer für die Partei von
Präsident George W. Bush fungieren.
Prozessbeobachter erwarten ohnehin nicht, dass am Sonntag wirklich das
Urteil in dem Prozess gefällt wird. Denn da Saddam in diesem
Verfahren die Todesstrafe droht, die innerhalb eines Monats vollstreckt
werden müsste, könnte der zweite Prozess wegen der Angriffe
auf kurdische Dörfer in den Jahren 1987 und 1988 nicht zu Ende
gebracht werden.
Die britische Organisation War on Want hat die Regierung von Tony Blair
zu Maßnahmen gegen im Irak tätige private Sicherheitsfirmen
und Söldner aufgefordert. John Hilary, zuständig für
Kampagnen bei der linksgerichteten Organisation, erklärte am
Montag, die Regierung müsse gegen die
Menschenrechtsverstöße der "vollständig außerhalb
des Gesetzes" operierenden Söldnerarmeen vorgehen. Dazu gehöre
auch das Schießen auf irakische Zivilisten. Außerdem
müsse untersagt werden, dass sich Söldner an Kampfhandlungen
der regulären Truppen beteiligen oder diese unterstützen. In
einem Konflikt wie dem im Irak habe die Unterscheidung zwischen
Kampfbeteiligung oder Kampfunterstützung keinen Sinn, heißt
es in einem von War on Want am Montag vorgelegten Bericht. Vor allem in
Kampfsituationen gebe es häufig keinen "erkennbaren Unterschied"
zwischen Soldaten und Söldnern.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.10.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am vierhundertneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.31.10.05 - Pentagon schätzt Zahl irakischer Opfer auf 26.000 +++ Massengrab im
Norden des Iraks gefunden +++ Body Count: Erstmals hat das Pentagon Zahlen über
die Opfer der Gewalt im Irak vorgelegt, allerdings nur die von Aufständischen getöteten
Iraker – Die Zahlen zeigen dennoch die prekäre Sicherheitslage +++
Rund zweieinhalb Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs steht die britsche
Armee vor einer ihrer schlimmsten Rekrutierungskrisen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0510310.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Mi.25.07.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.801
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Nahost-Konflikt
Israelisches Militär will enger mit UNIFIL zusammenarbeiten. Hamas
will in Kairo über Freilassung von Gilad Schalit verhandeln.
Israel plant Ausweitung der Offensive im Gazastreifen
Di.31.10.06 - Mit der Einrichtung einer Verbindungsstelle zwischen dem israelischen
Militär und der UN-Truppe im Libanon (UNIFIL) sollen weitere
Zwischenfälle vor der libanesischen Küste verhindert werden.
«Die Verbindungsstelle wird die Kommunikation garantieren»,
zeigte sich der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des
deutschen Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), am Montag im Bayerischen
Rundfunk überzeugt. Auch der israelische Botschafter in
Deutschland, Shimon Stein, versicherte, die Probleme zwischen
israelischer Luftwaffe und der deutschen Marine vor der libanesischen
Küste würden sich nicht mehr wiederholen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntag mit
dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert telefoniert und
sich dabei besorgt über die Vorfälle geäußert.
Olmert sagte nach Angaben des Bundespresseamtes zu, die israelische
Luftwaffe werde sich künftig besser mit UNIFIL abstimmen, um solche
Vorfälle in Zukunft auszuschließen.
Stein sagte, es sei aufgrund von «Missverständnissen»
zu den Zwischenfällen gekommen. Doch sollte man die Lage nicht
dramatisieren: «Es ist nicht geschossen worden. Das steht
definitiv fest.»
Vor diesem Hintergrund wandte sich der Deutsche Bundeswehrverband gegen
einen Rückzug der deutschen Truppen. Wenn Israel für einen
Verbleib der Deutschen in dem UN-Einsatz plädiere, dann sei eine
Fortführung der Mission richtig, sagte Verbandschef Bernhard Gertz
im ARD-«Morgenmagazin».
Der multinationale Marineverband unter deutschem Kommando hat die
Aufgabe, den Waffenschmuggel für die radikal-islamische Hisbollah
von Seeseite her zu verhindern und damit die Gefahr für Israel zu
reduzieren. Deutschland beteiligt sich mit acht Schiffen und rund 1000
Soldaten an diesem Einsatz.
Vertreter der palästinensischen Hamas sind am Montagabend zu
Verhandlungen über eine Freilassung des entführten
israelischen Soldaten Gilad Schalit in Kairo eingetroffen. Die
Gespräche mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman
sollten sich auf die Freilassung von 1.400 in Israel inhaftierten
Palästinensern im Austausch für Schalit konzentrieren, sagte
Hamas-Sprecher Mussa Abu Marsuk. Unter den Häftlingen seien 400
Frauen und Kinder.
Schalit wurde am 25. Juni verschleppt und wird vermutlich im
Gazastreifen festgehalten. Israel reagierte auf seine Entführung
mit einer Militäroffensive in dem Autonomiegebiet, die bislang
mehr als 200 Palästinenser das Leben gekostet hat. Der israelische
Ministerpräsident Ehud Olmert hat Abgeordneten zufolge am Montag
die Entlassung palästinensischer Gefangener ausgeschlossen, bis
Schalit wieder zuhause ist.
Israel will seinen Militäreinsatz im Gazastreifen ausweiten. In
den kommenden Tagen solle über das weitere Vorgehen entschieden
werden, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert nach Angaben eines
Abgeordneten. Der Parlamentarier Limor Livnat zitierte am Montag
Äußerungen Olmerts vor dem Verteidigungsausschuss. Die
israelische Offensive im Gazastreifen begann Ende Juni, nachdem
palästinensische Extremisten einen israelischen Soldaten
entführt hatten.
(Quellen: ddp, ap)
Ausschreitungen nach Stichwahl im Kongo - 43 Wahllokale in
nordöstlicher Stadt verwüstet - Soldat erschießt zwei
Wahlhelfer - Ergebnis Mitte November erwartet
Di.31.10.06 - Nach der weitgehend friedlichen Präsidentenstichwahl in Kongo hat
es am Montag schwere Ausschreitungen in einer nordöstlichen Stadt
gegeben. Ein Soldat erschoss zwei Wahlhelfer in Fataki nahe der
ugandischen Grenze, teilte UN-Sprecher Leocadio Salmeron mit. Daraufhin
habe eine aufgebrachte Menge 43 Wahllokale in dem Ort verwüstet.
Der Soldat sei festgenommen worden. Er habe die tödlichen
Schüsse offenbar in betrunkenem Zustand abgegeben, sagte Salmeron.
Unterdessen begann die Stimmenauszählung unter Mithilfe der
Vereinten Nationen. Hunderte UN-Fahrzeuge waren im Einsatz, um allein
die Stimmzettel aus den Wahllokalen in der Hauptstadt Kinshasa
einzusammeln. Erste landesweite Trends werden erst in einigen Tagen
erwartet, die Wahlkommission hat vorläufige amtliche Ergebnisse
für den 19. November angekündigt.
Sowohl Amtsinhaber Joseph Kabila als auch sein Herausforderer,
Vizepräsident Jean-Pierre Bemba, haben angekündigt, das
Ergebnis der ersten freien Wahl seit mehr als 40 Jahren zu akzeptieren.
Jedes Anzeichen von Wahlbetrug könnte den Demokratisierungsprozess
in dem kriegszerstörten zentralafrikanischen Land von der
Größe Westeuropas jedoch aus der Bahn werfen.
Bereits nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 30. Juli
war es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern
des Präsidenten und des ehemaligen Rebellenführers Bemba
gekommen. Den Kämpfen fielen nach amtlichen Angaben mindestens 23
Menschen zum Opfer. Bei der Stichwahl am Sonntag wurden gewaltsame
Proteste mit mindestens einem Toten aus dem Norden des Landes gemeldet.
Bis zum Nachmittag entspannte sich die Lage in Bumba aber wieder.
Kabila ging als Favorit in die Stichwahl. Er erhielt in der ersten
Runde 45 Prozent der Stimmen. Bemba kam auf 20 Prozent. Zur Wahl
aufgerufen waren etwa 25 Millionen registrierte Wähler, die in
rund 50.000 Wahllokalen ihre Stimme abgeben konnten.
(Quelle: ap)
Weltbank-Entwicklungsbericht mit Lob und Mahnung für Afrika
Di.31.10.06 - In ihrem jüngsten Entwicklungsbericht für Afrika hat die
Weltbank Fortschritte im Kampf gegen die Armut gewürdigt und
zugleich zu weiteren Anstrengungen aufgerufen. Bei den Bemühungen,
die Millenniumsziele zu erreichen, gebe es große Unterschiede
zwischen einzelnen Ländern, heißt es in dem am Montag
vorgestellten Bericht, der Entwicklungsindikatoren von 1980 bis 2004
erfasst. Die Weltgemeinschaft hat sich in ihren Millenniumszielen vor
allem die Halbierung der Armut bis 2015 zur Aufgabe gemacht.
Im Vergleich zur vergangenen Dekade seien die Konflikte in Afrika
zurückgegangen. Die wirtschaftliche Leistung habe sich gesteigert,
und es zeichneten sich einige besonders leistungsstarke Länder ab,
lobt die Weltbank. Eine Reihe von Staaten, darunter Kamerun, Ghana, der
Senegal oder Uganda, hätten es geschafft, einen bedeutenden Teil
der Bevölkerung über die Armutsschwelle zu heben.
«Trotz dieses Fortschritts bleibt aber noch viel zu tun»,
betont die Studie. Afrika sei die einzige Region der Erde, in der die
Zahl der Armen insgesamt noch immer steige.
Das Wirtschaftswachstum müsse nachhaltig und widerstandsfähig
sein, mahnt die Weltbank. Die Aids-Pandemie, Malaria und Tuberkulose
sowie Korruption, steigende Zölle, sinkende Auslandshilfen oder
Auslandsinvestitionen nennt der Bericht als konkrete Bedrohungen
für Fortschritte im Kampf gegen die Armut.
Beim Wachstum der Wirtschaft registrierte der Bericht eine starke
Differenz zwischen den einzelnen Ländern. Während
Äquatorial-Guinea dank seiner Ölproduktion 2004 eine Quote
von 20,9 Prozent verzeichnete, war Simbabwe mit minus 2,4 Prozent das
Schlusslicht.
(Quelle: ap)
UNO zieht negative Bilanz beim Kampf gegen den Hunger
Di.31.10.06 - Die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO)
hat ihr Ziel im Kampf gegen den Hunger nicht erreicht. 854 Millionen
Menschen sind weltweit unterernährt, davon rund 820 Millionen in
den Entwicklungsländern. Auf dem Welternährungsgipfel 1996
hatten sich die Mitgliedstaaten zum Ziel gesetzt, die Zahl der
Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren. "Zehn Jahre später sind
wir mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass auf unser Ziel
bezogen praktisch kein Fortschritt gemacht wurde", sagte FAO-Chef
Jacques Diouf.
Es sei "praktisch kein Fortschritt" erreicht worden, zog die FAO
Zwischenbilanz. Die Abnahme der Zahl der Hungernden in
Entwicklungsländern von 823 Millionen auf 820 Millionen sei so
gering, dass sie im Rahmen der statistischen Fehlerquote liege,
heißt es in einem UN-Bericht. Die aktuellen Trends gäben
Anlass zur Sorge, besonders vor dem Hintergrund, dass die Welt reicher
als vor zehn Jahren sei. "Es gibt mehr Nahrungsmittel", sagte Diouf.
Doch es fehle ein ausreichender politischer Wille, die Ressourcen gegen
den Hunger einzusetzen. Bei der FAO-Sondersitzung in Rom beraten noch
bis zum 4. November Vertreter von rund 120 Ländern über
Fortschritte und Fehlentwicklungen beim Kampf gegen Hunger und Armut.
Die Abnahme der unterernährten Menschen sei vor allem auf ein
Agrarwachstum in China und Vietnam zurückzuführen. Im Afrika
südlich der Sahara behinderten jedoch Kriege, Aids und
Naturkatastrophen den Kampf gegen den Hunger, besonders in Burundi,
Eritrea, Liberia, Sierra Leone und der Demokratischen Republik Kongo.
Es gebe eine "Hunger-Armut-Falle", beklagte die FAO. Hunger sei nicht
nur eine Konsequenz von Armut, sondern auch eine ihrer Ursachen, weil
er die Gesundheit und Produktivität der Menschen
beeinträchtige.
Deutsche Entwicklungshilfeorganisationen stellten der
Staatengemeinschaft anlässlich des FAO-Berichts ein schlechtes
Zeugnis für ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger aus. "Es
hat keine Fortschritte gegeben", sagte Bernhard Walter,
Ernährungsexperte bei "Brot-für-die-Welt". Stattdessen sei
die Zahl der Hungernden auf über 850 Millionen gestiegen. Die
Organisationen forderten die deutsche Regierung auf, ihre
Entwicklungshilfepolitik zu ändern. Die Entwicklungszusammenarbeit
müssen klar auf ländliche Armutsgruppen und
kleinbäuerliche Landwirtschaft ausgerichtet sein.
(Quelle: afp)
China will Freihandelszone mit Südostasien voranbringen
Di.31.10.06 - China will das Projekt einer gemeinsamen Freihandelszone mit
Südostasien beschleunigt vorantreiben. Das kündigte der
chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Montag bei einem
eintägigen Gipfeltreffen mit Spitzenpolitikern aus den zehn Staaten
der so genannten ASEAN-Gruppe im südchinesischen Nanning an. China
und die ASEAN-Staaten hatten bereits vor vier Jahren beschlossen, bis
2010 eine gemeinsame Freihandelszone zu schaffen. Sie würde rund
zwei Milliarden Menschen und damit ein Drittel der gesamten
Weltbevölkerung umfassen und es zusammen auf ein
Bruttoinlandsprodukt von drei Billionen Dollar (knapp 2,4 Billionen
Euro) bringen.
(Quelle: afp)
Mexiko:Hunderte Demonstranten erneut auf den Straßen von Oaxaca
Di.31.10.06 - Trotz des massiven Einsatzes der mexikanischen Bundespolizei sind am
Montag abermals hunderte Demonstranten durch die Straßen von
Oaxaca gezogen. Wütend schworen sie, die Provinzhauptstadt
zurückzuerobern. Andere Einwohner zeigten sich indessen deutlich
erleichtert darüber, dass die Polizei die Stadt am Sonntagabend
wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Die Aufständischen
kündigten an, ihren Protest gegen Gouverneur Ulises Ruiz trotz des
Großaufgebots der Sicherheitskräfte fortzusetzen. Den
Auseinandersetzungen, die mit einem Streik der Lehrer im Mai begannen,
sind schon mindestens acht Menschen zum Opfer gefallen. Die Lehrer
hatten sich bereit erklärt, am Montag die Arbeit wieder
aufzunehmen: Ein Gewerkschaftsführer erklärte allerdings, der
Unterricht sei in keiner Schule der Stadt Oaxaca wieder aufgenommen
worden und auch nur in wenigen Schulen der umliegenden Orte.
(Quelle: ap)
Obdachlose besetzen Baustellen für soziale Projekte in Brasilien
Di.31.10.06 - Aus Protest gegen Verzögerungen bei den Bauarbeiten haben mehrere
hundert Obdachlose im brasilianischen Sao Paolo zwei Projekte für
sozialen Wohnungsbau besetzt. Die rund 170 Appartements hätten
bereits vor drei Jahren fertig gestellt sein sollen, kritisierte eine
Sprecherin der Demonstranten, Felicia Mendes Dias. Augenzeugen zufolge
waren an der Aktion am Montag mehr als 300 Familien beteiligt, die
Polizei sprach von 170. Die Obdachlosen wurden nach mehreren Stunden
von der Polizei vertrieben.
(Quelle: ap)
Oberster islamischer Geistlicher Australiens lässt sich beurlauben
Di.31.10.06 - Der oberste islamische Geistliche Australiens, der mit umstrittenen
Äußerungen über Frauen in der vergangenen Woche einen
Proteststurm auslöste, hat sich auf unbestimmte Zeit beurlauben
lassen. Sheik Taj Aldin al Hilali hatte in einer Predigt nahegelegt,
leicht bekleidete Frauen forderten eine Vergewaltigung heraus. Der Druck
der vergangenen Tage habe seine Gesundheit beeinträchtigt,
erklärte Al Hilali am Montag.
Der 65-Jährige brach während eines Gesprächs mit
Mitgliedern der muslimischen Gemeinschaft in Sydney zusammen und wurde
in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei dem Gespräch ging es um die
künftige Rolle des Geistlichen angesichts der Kontroverse um seine
Äußerungen. Zu gegebener Zeit werde er die nötige
Entscheidung treffen, die den Druck von der muslimischen Gemeinde
Australiens nehmen werde, ließ der Mufti aus dem Krankenhaus
erklären. In Medien wurden daraufhin Spekulationen laut, dass er
zurücktreten werde. Der gebürtige Ägypter ist seit 1989
Mufti von Australien.
Einem Bericht der Zeitung «The Australian» vom Donnerstag
zufolge hatte Al Hilali während einer Predigt im Fastenmonat
Ramadan spärlich bekleidete Frauen mit rohem Fleisch verglichen.
«Wenn man unbedecktes Fleisch nimmt und legt es ohne Abdeckung auf
die Straße oder in den Garten oder in den Park oder in den Hof,
und die Katzen kommen und fressen es, ... wessen Fehler ist das, der
der Katzen oder der des unbedeckten Fleisches?» Die
Äußerungen stießen bei Politikern und Frauenrechtlern,
aber auch in der muslimischen Gemeinde Australiens auf scharfen Protest.
Am Montag räumte Al Hilali ein, dass der Vergleich ein Fehler
gewesen sei. «Ich gestehe, dass diese Analogie für die
australische Gesellschaft und die westliche Gesellschaft generell
unangemessen und inakzeptabel ist», sagte er. Bereits in der
vergangenen Woche hatte er sich für die Äußerungen
entschuldigt und zugestimmt, drei Monate lang nicht zu predigen.
Die Zeitung «The Australian» schrieb am Montag, Al Hilali
habe in einem Radiointerview vor zwei Wochen Extremisten im Irak,
Afghanistan und den palästinensischen Gebieten verbal
unterstützt. Ministerpräsident John Howard sagte daraufhin,
möglicherweise habe Al Hilali damit gegen Antiterrorgesetze
verstoßen. «Wenn man Menschen dazu anstachelt, unseren
Soldaten zu schaden, könnte das ein Verstoß sein»,
sagte Howard im Rundfunksender SCB. Die 300.000 Muslime im Land sollten
prüfen, ob Al Hilali der Richtige sei, um sie zu vertreten. Er
befürchte, dass die Äußerungen dem Verhältnis
zwischen den Muslimen und dem Rest der australischen Gesellschaft
schaden könnten.
(Quelle: ap)
EU stellt Türkei schlechtes Zeugnis aus
Di.31.10.06 - Die EU stellt der Türkei in dem kommende Woche erwarteten
Fortschrittsbericht ein schlechtes Zeugnis aus. Nach Angaben der
«Financial Times Deutschland» listet die EU- Kommission in
dem Bericht Mängel bei der Abschaffung der Folter, dem Versuch,
Kontrolle über die Armee zu gewinnen, und der Chance auf freie
Meinungsäußerung auf. Zudem kritisiert der Report, dass
Ankara seine Häfen und Flughäfen nicht für zyprische
Schiffe öffnet. Dazu ist es nach Ansicht der EU verpflichtet.
(Quelle: dpa)
Deutscher Verteidigungsminister kündigt Teilabzug der Bundeswehr
aus Bosnien an
Di.31.10.06 - Angesichts der zahlreichen Auslandseinsätze der Bundeswehr hat der
deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) einen
schrittweisen Abzug aus Bosnien-Herzegowina angekündigt. Schon im
Dezember diesen Jahres soll mit einem stufenweisen Rückzug begonnen
werden, sagte Jung im ZDF. "In Bosnien-Herzegowina sieht es so aus,
dass wir nach den Wahlen, die jetzt stattgefunden haben, die sehr gut
verlaufen sind, dort in einer weiteren Stabilisierung sind", sagte Jung
zur Begründung.
In Bosnien-Herzegowina sind derzeit rund 850 Bundeswehrsoldaten im
Einsatz. Insgesamt sind rund 9000 deutsche Soldaten im Ausland. Anfang
Oktober fanden in Bosnien Wahlen für eine Zentralregierung statt.
Demnach kam die national-muslimische Partei der Demokratischen Aktion
(SDA) auf neun Sitze und erhielt die meisten der 42 Mandate des
Zentralparlaments. Da keine der angetretenen Parteien die absolute
Mehrheit erreichte, muss nun eine Koalitionsregierung gebildet werden.
(Quelle: afp)
EU fordert Zugang zu russischen Erdgasleitungen
Di.31.10.06 - Die Europäische Union dringt weiter auf verlässliche
Investitionsbedingungen im russischen Energiesektor. EU-Energiekommissar
Andris Piebalgs wiederholte am Montag in Moskau die seit langem
bestehende Forderung, privaten Investoren die russischen
Erdgasleitungen zu öffnen. Bislang stehen diese völlig unter
der Kontrolle des staatlichen Konzerns OAO Gazprom, der so
sämtliche unabhängige Gasprojekte blockieren kann.
Russland liefert derzeit ein Viertel des Öl- und Gasbedarfs der
EU. Präsident Wladimir Putin lehnt es ab, eine internationale
Energie-Charta von 1994 ratifizieren zu lassen, die
marktwirtschaftlichen Wettbewerb zwischen in- und ausländischen
Firmen ermöglichen würde. Stattdessen wurde unter seiner
Regierung die staatliche Kontrolle im Energiesektor ausgeweitet.
Jüngstes Beispiel sind die Pläne der Gazprom, das riesige
Schtokman-Gasfeld ohne ausländische Partner erschließen zu
wollen.
Piebalgs warb für vertrauensbildende Maßnahmen auch durch
einen regelmäßigen Informationsfluss über die russische
Energiepolitik. «Russland muss ein sicheres Investitionsklima
ermöglichen, das so weit wie möglich den Grad wirtschaftlicher
und nicht-wirtschaftlicher Risiken reduziert», sagte er.
(Quelle: ap)
Deutschland und Polen in zentralen Fragen weiter uneins
Di.31.10.06 - Deutschland und Polen sind auch nach dem Antrittsbesuch von
Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski in zentralen Fragen uneins.
Vor allem beim deutsch-russischen Pipeline-Projekt durch die Ostsee und
bei den Entschädigungsforderungen von Vertriebenen sehen Kaczynski
und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aber auch Chancen für eine
Verständigung.
Merkel bekräftigte am Montag beim Besuch des polnischen
Ministerpräsidenten in Berlin die bisherige deutsche Position, dass
die Bundesregierung weiterhin keine Entschädigungsansprüche
deutscher Vertriebener in Polen unterstützen werde. Kaczynski gab
sich damit nicht zufrieden. «Aus polnischer Sicht ist diese
Angelegenheit noch nicht abgeschlossen.» Auch bei der polnischen
Ablehnung des deutsch-russischen Pipeline-Projekts durch die Ostsee gab
es kaum Bewegung. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll technische
Einzelheiten klären.
Merkel und Kaczynski bekräftigten ihr Ziel, zu freundschaftlichen
Beziehungen zu kommen. Das Gespräch mit ihrem Gast sei «sehr
konstruktiv, sehr offen und sehr ehrlich» gewesen. Das deutsch-
polnische Verhältnis gilt seit der Übernahme der höchsten
Staats- und Regierungsämter durch die Zwillingsbrüder
Kaczynski als angespannt.
Begleitet wird der erste Deutschland-Besuch des polnischen
Ministerpräsidenten von scharfer Kritik deutscher Politiker an der
Warschauer Außenpolitik. So sprach Bundestagsvize-Präsident
Wolfgang Thierse (SPD) am Montag davon, dass von polnischer Seite
«Zwiste geradezu organisiert worden sind oder sie aufgebauscht
worden sind»». Er habe den Eindruck, dass sich in den
vergangenen zwei bis drei Jahren der Ton auf polnischer Seite
verändert habe, fügte Thierse im Deutschlandfunk hinzu.
Auch der stellvertretende Vorsitzende der deutsch-polnischen
Parlamentariergruppe, Georg Schirmbeck (CDU), ging mit der Regierung in
Warschau hart ins Gericht. Die Aussagen von Jaroslaw Kaczynski und
seines Bruders Lech, des polnischen Staatspräsidenten, nährten
Zweifel an der Zuverlässigkeit des Nachbarlandes, sagte Schirmbeck
im Radio Eins des RBB. «Wenn die Kaczynski-Brüder politisch
überleben wollen, können sie das nicht nur mit
inländischem Populismus, sondern sie müssen irgendwann in
Europa Erfolge erreichen und die zu Hause ihren Bürgern
präsentieren.»
Merkel hatte am Mpntagvormittag in Berlin Polens
Ministerpräsidenten Kaczynski mit militärischen Ehren
empfangen. Bei den anschließenden Unterredungen wollten beide
Regierungschefs versuchen, die jüngsten Irritationen abzubauen.
Merkel hatte vor der Begegnung den Wunsch nach einem guten
Verhältnis zu Polen unterstrichen.
Kaczynski bestritt in einem Interview der «Bild»-Zeitung,
dass sich die polnisch-deutschen Beziehungen seit seinem Amtsantritt
verschlechtert hätten. Andererseits verlangte er von der
Bundesregierung mit deutlichen Worten ein Abkommen, das Klagen Deutscher
auf Grundstücksrückgaben in Polen ausschließt.
Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) warb
für mehr gegenseitiges Verständnis in den deutsch-polnischen
Beziehungen. Die polnische Regierung habe in der jüngsten
Vergangenheit «Töne angeschlagen, die uns sehr zu schaffen
machen» und die zu negativen Reaktionen in Deutschland führen
könnten, sagte Süssmuth im RBB- Inforadio. Beide Seiten
müssten aber nun wieder aufeinander zu gehen.
(Quelle: dpa)
Klimawandel könnte zu Weltwirtschafts-Krise führen -
Flammender Appell der britischen Regierung für den Klimaschutz -
UN-Klimasekretariat warnt vor neuer Tendenz zu mehr Treibhausgasen
Di.31.10.06 - Wenn ein dramatisches Schrumpfen der Weltwirtschaft mit verheerenden
sozialen Folgen noch verhindert werden soll, muss der Kampf gegen die
Erderwärmung nach einer neuen Studie international höchste
Priorität bekommen. Durch den Klimawandel droht der
internationalen Wirtschaft ein Rückgang um rund 20 Prozent.
Diese Aussagen macht die am Montag in London vorgelegten Studie. Die
Welt könne in eine Depression schwerer als jene Anfang der 30er
Jahre abgleiten. Mehr als 200 Millionen Menschen könnten auf der
Flucht vor Überschwemmungen oder Dürren Aufnahme in fremden
Ländern suchen.
Der britische Premierminister Tony Blair und Schatzkanzler Gordon Brown
appellierten an die internationale Gemeinschaft, gemeinsame
Abwehrmaßnahmen gegen die drohende Gefahr nicht mehr länger
hinauszuzögern. Die Folge weiterer Inaktivität wäre
«im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal», sagte Blair.
«Und dieses Desaster droht nicht in einer fernen
Science-Fiction-Zukunft, sondern in unserer Lebenszeit.»
«Wir haben aber noch die Zeit und wir haben das Wissen zu
reagieren», erklärte der Leiter der von der britischen
Regierung im Sommer 2005 in Auftrag gegebenen Untersuchung, der
Wirtschaftswissenschaftler Sir Nicholas Stern. «Aber nur, wenn
wir weltweit entschlossen und rasch handeln.»
In den Industrieländern hat der Ausstoß von Treibhausgasen
ungeachtet der Klimaschutzziele von Kyoto erneut zugenommen. In den
Jahren 2000 bis 2004 stiegen die Emissionen in den ost- und
mitteleuropäischen Ländern um 4,1 Prozent, in den westlichen
Industrieländern um 2 Prozent, wie das UN-Klimasekretariat am
Montag in Bonn mitteilte. Exekutivsekretär Yvo de Boer forderte
die Staaten auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung wirksamer
Klimaschutzmaßnahmen zu verstärken.
Besonders im Transportwesen seien Verringerungen der Treibhausgase
dringend notwendig, sagte de Boer. In diesem Sektor hätten die
Emissionen zwischen 1990 und 2004 um 23,9 Prozent zugenommen. Die
Gesamtemissionen der Industrieländer sind den Zahlen zufolge
zwischen 1990 und 2004 zwar um 3,3 Prozent gesunken. Das sei aber in
erster Linie auf eine Absenkung der Emissionen um 36,8 Prozent in den
mittel- und osteuropäischen Staaten durch den Zusammenbruch vieler
Industrien zurückzuführen.
Seit Beginn dieses Jahrhunderts habe sich der Trend in diesen
Ländern jedoch umgekehrt. In den übrigen Industriestaaten
seien die Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2004 um insgesamt 11,0
Prozent gestiegen. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet gegenwärtig 35
Industriestaaten und die Europäische Gemeinschaft, die
Treibhausgasemissionen im ersten Verpflichtungszeitraum zwischen 2008
und 2012 um durchschnittlich 12 Prozent unter das Niveau von 1990 zu
senken.
Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht die in London
vorgelegte Studie als Bestätigung für die heraufziehende
Bedrohung. «Wir müssen jetzt handeln - auf nationaler und
internationaler Ebene. Die nächsten 10 bis 15 Jahre entscheiden
darüber, ob wir die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch
verhindern können oder sie unseren Kindern und Enkeln einfach
zumuten.»
Blair vermied es in seinem Appell an die internationale Gemeinschaft,
direkt die USA und deren Weigerung anzusprechen, sich wieder dem
Kyoto-Umweltschutzabkommen anzuschließen. Jedoch macht der der
700 Seiten umfassende Stern-Bericht deutlich, dass nach Auffassung
seiner Autoren entschlossene internationale Maßnahmen zur
Reduzierung der Treibhausgase im Gegensatz zur Argumentation der US-
Regierung am Ende mehr Geld einbringen als kosten würden. Zu den
dringend erforderlichen Aktionen zur Gefahrenabwehr muss laut Stern
gehören, dass die Ziele der Schadstoffreduzierung deutlich
erhöht werden und dass sich Länder wie die USA, China und
Indien an deren Einhaltung beteiligen.
(Quelle: dpa)
Deutschland
Gabriel will Umweltschutz zum Geschäft der Zukunft machen
Di.31.10.06 - Neue Techniken im Kampf gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung
sollen nach dem Willen von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zum
zentralen Standbein der deutschen Wirtschaft werden. "Es geht hier um
viele tausend Milliarden Euro und um die ökonomischen
Leitmärkte, die das 21. Jahrhundert bestimmen", sagte Gabriel bei
der Vorstellung eines Strategiepapiers. Spritsparende Autos, saubere
Kraftwerke oder Recycling-Technik müssten als boomende
Zukunftsmärkte erkannt und von deutschen Firmen besetzt werden,
forderte Gabriel. Der Minister schlug ein "grünes
Industriekabinett" vor.
"Die Probleme der Industriegesellschaft werden wir nur mit den
Instrumenten der Industriegesellschaft begrenzen können", sagte
Gabriel bei der Vorstellung des Papiers. So könne eine "doppelte
Dividende" erreicht werden: Zum einen werde die Umwelt geschützt,
zum anderen könne die deutsche Wirtschaft auf den
milliardenschweren Märkten verdienen. Laut Ministerium beträgt
der Anteil der Umwelttechnik bisher vier Prozent am Gesamtumsatz der
deutschen Wirtschaft. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil nach dem Willen
Gabriels auf 16 Prozent steigen.
Eine wichtige Branche der Zukunft könne für Deutschland etwa
der Bau neuartiger Kraftwerke werden, die wenig oder gar kein
klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen, heißt es in
dem Papier. Auch die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien wie Sonne,
Wasser und Wind, die Isolierung von Häusern zum Energiesparen
sowie die Herstellung von energiesparenden Haushaltsgeräten werden
als zentrale Wachstumsmärkte der Zukunft genannt.
In einem "grünen Industriekabinett" sollten die Ministerien ihre
Initiativen zur Förderung der betroffenen Technologien abstimmen,
sagte Gabriel. Die Runde solle auch die Förderung des Exports von
Umwelttechnik koordinieren. Bei einem solchen Kabinett wären laut
Umweltministerium in erster Linie die Ressorts Wirtschaft, Finanzen und
Bildung und Forschung angesprochen.
Gabriel sagte weiter, "statt Märkte und ihr Wachstum zu behindern,
müssen wir die Märkte ökologisch und nachhaltig
ausgestalten". Es gehe nicht darum, "dass nur noch das umweltpolitisch
wertvoll ist, was sich vermarkten lässt". Artenschutz oder
Biotopschutz dürften sich auch weiter nicht gegenüber
marktwirtschaftlichen Interessen rechtfertigen müssen.
(Quelle: afp)
Wärmegesetz auf unbestimmte Zeit verschoben
Di.31.10.06 - Die Bundesregierung hat das im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesetz zur
Förderung von erneuerbaren Energien zum Heizen auf unbestimmte Zeit
verschoben. Es sei derzeit nicht vertretbar, weil es Heizenergie weiter
verteuern würde, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel am Montag in
Berlin. Die Regierung könne nach Erhöhung der Mehrwertsteuer
und dem Aufpreis auf Benzin zur Förderung von Biokraftstoffen zum
01. Januar nicht auch noch die Wärme verteuern.
Er wolle keinen Anlass zur «Diffamierung» von erneuerbaren
Energien liefern, weil man ihnen die nächste
Energiepreiserhöhung «in die Schuhe schieben»
könne, sagte der SPD-Politiker. Stattdessen solle das bereits
bestehende Marktanreizprogramm für erneuerbare Heizenergie
gezielter genutzt und verstetigt werden, erklärte Gabriel. Durch
Ausgliederung einzelner Förderfelder stünden seit diesem Jahr
rund 30 Millionen Euro mehr für das Programm zur Verfügung.
Die Nutzung des Programms «explodiert».
Erneuerbare Energien zum Heizen sind zum Beispiel Erdwärmepumpen,
aber auch Heizungen mit Holzpellets oder anderen nachwachsenden
Brennstoffen. Das Wärmenutzungsgesetz sollte die schnellere
Einführung dieser Technologien per Umlage auf alle Arten
Heizenergie fördern, ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
für Strom. Dieses hat unter anderem zum rasanten Ausbau der
Windenergie geführt.
(Quelle: ap)
DGB wirft Arbeitsagentur Statistik-Trickserei vor
Di.31.10.06 - Der DGB hat der Bundesagentur für Arbeit vorgeworfen, die Zahl der
Lehrstellenbewerber zu niedrig auszuweisen. Stattdessen würden
Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten, aber derzeit eine
Weiterbildungsmaßnahme machen, als vermittelt gezählt, wie
die «Financial Times Deutschland» (Dienstagausgabe)
berichtet. In einem Brief an den BA-Chef Frank-Jürgen Weise
verlange der DGB jetzt mehr Transparenz.
Offiziell suchen noch 50.000 Jugendliche eine Lehrstelle. Der DGB geht
aber von rund 150.000 Bewerbern aus. Die stellvertretende
Gewerkschaftsvorsitzende Ingrid Sehrbrock forderte eine
«vollständige Erfassung und Dokumentation» der
Lehrstellenbewerber. Die bisherige Statistik gebe das unzureichend
wieder. Das neue IT-System «verbis» sei hier näher an
der Realität, heißt es in dem Schreiben an Weise. Der DGB
sei besorgt über Bestrebungen, diese neuen Möglichkeiten des
neuen Datensystems nicht zu nutzen.
(Quelle: ap)
OLG lehnt Verfahren gegen Betreiber muslimischer Internetseite ab
Di.31.10.06 - Der Mitbetreiber eines muslimischen Internetforums aus Delmenhorst muss
sich wegen angeblicher Morddrohungen gegen den Islamwissenschaftler
Hans-Peter Raddatz nicht vor Gericht verantworten. Das Oberlandesgericht
(OLG) Oldenburg bestätigte jetzt eine Entscheidung des
Landgerichts Oldenburg, das zuvor die Eröffnung eines
strafrechtlichen Hauptverfahrens gegen einen der Betreiber des
Internetforums muslim-markt wegen öffentlicher Aufforderung zu
Straftaten abgelehnt hatte.
Der Strafsenat habe sich wie schon das Landgericht auf eine von
Islamwissenschaftlern verfasste Stellungnahme des Bundeskriminalamtes
gestützt, teilte das OLG am Montag mit. Danach handelte es sich bei
den umstrittenen Äußerungen des 47-Jährigen aus
Delmenhorst nicht um eine Morddrohung oder Anstiftung zum Mord, sondern
lediglich um eine im arabischen Kulturkreis verbreitete
Verwünschungsformel in Form einer so genannten Mubahala.
Raddatz hatte Anzeige erstattet, nachdem ihn der Forums-Betreiber, der
sich selbst als fundamentalistischen Islamisten bezeichnete, scharf
angegriffen hatte. Der Mitbetreiber der Internetseite soll versucht
haben, Raddatz massiv einzuschüchtern und für alle
Islamgläubigen als «Verfluchten» und als «Feind
des Islam» zu stigmatisieren. Dabei soll er auch billigend in Kauf
genommen haben, dass Raddatz zum Objekt von Bestrafungsaktionen durch
«Rechtgläubige» werden könnte.
(Quelle: ddp)
Greenpeace entdeckt Genreis im Hamburger Hafen
Di.31.10.06 - Im Hamburger Hafen wird nach Angaben von Greenpeace gentechnisch
veränderter Reis gelagert. Das Reishandelsunternehmen Euryza habe
dies bestätigt und angegeben, dass der Genreis LL601 des Pharma-
und Agrarkonzerns Bayer womöglich zur weiteren Verwendung als
Nahrungsmittel exportiert werden solle, teilte die Umweltorganisation am
Montag mit. Die Umweltschützer forderten, die betroffenen
Lagerbestände umgehend zu vernichten.
In den vergangenen Wochen waren bundesweit aus Supermärkten
Euryza-Reisprodukte entfernt worden, nachdem Spuren der zum Handel nicht
zugelassenen Genreis-Sorte festgestellt worden waren. Nach einem
anonymen Hinweis auf eine Lagerhalle im Hamburger Hafen hatte Greenpeace
nach eigenen Angaben auf dem Parkplatz des Geländes
Reiskörner gefunden. Eine Laboranalyse habe bestätigt, dass es
sich um Genreis handelt. "Es droht eine globale illegale
Kreislaufwirtschaft mit Genreis", erklärte der Greenpeace-Experte
Christoph Then. Exportierter Genreis könne erneut mit
konventionellem Reis vermischt und mit neuer Verpackung wieder auf den
Markt gebracht werden. Die Umwelschutzorganisation forderte, die Firma
Bayer für die entstandenen Schäden in Haftung zu nehmen.
Schon jetzt habe Genreis erhebliche wirtschaftliche Schäden allein
auf dem deutschen Markt verursacht, teilte Greenpeace mit. Aus einer
Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen gehe
hervor, dass der Bundesverband der Hersteller von Nährmitteln aus
Getreide und Reis den durch Rückrufaktionen und Lagerungen
entstandenen Schaden für die Lebensmittelbranche auf rund zehn
Millionen Euro schätzt. Rund 10.000 Tonnen Reis seien den
Schätzungen zufolge in Rückrufaktionen vom deutschen Markt
genommen worden.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
Rückgang der Insekten gefährdet Ernährung der Menschen
Di.31.10.06 - Der Rückgang der Insekten gefährdet nach Ansicht von
Forschern die Ernährung der Menschen. Ohne die Bestäubung der
Pflanzen gäbe es weniger und eintönigere Nahrung, sagte die
Göttinger Agrarökologin Alexandra-Maria Klein am Sonntag zum
Abschluss einer internationalen Studie.
87 der 115 wichtigsten Obst-, Gemüse-, Gewürz- und
Ölpflanzen bräuchten Bienen, Hummeln und andere Insekten zum
Bestäuben. Durch die weltweite Intensivierung der Landwirtschaft
werde den Tieren aber ihre Lebensgrundlage immer weiter entzogen. Klein
hatte zusammen mit Forschern aus Frankreich, Australien und den USA den
Zusammenhang zwischen Bestäuben und Erträgen von
Kulturpflanzen aus über 200 Ländern analysiert.
«Bei den meisten Nutzpflanzen führt die Tierbestäubung
zu Produktionssteigerungen von bis zu 50 Prozent, berichtete Klein. In
Brasilien müssten beispielsweise Tagelöhner und
Familienmitglieder inzwischen wichtige Nahrungspflanzen mit der Hand
bestäuben, weil die Insekten fehlten. Grundnahrungsmittel wie
Weizen, Reis und Mais seien von der Insekten-Bestäubung aber nicht
abhängig, sagte sie. Diese Pflanzen werden durch Wind bestäubt.
Nach Auffassung der Forscher ist der einzige Ausweg aus dieser Misere
die Rückkehr zu naturnaher Gestaltung von Kultur- und
Agrarlandschaften. Der Leiter der Abteilung Agrarökologie an der
Universität Göttingen, Prof. Teja Tscharntke, sagte:
«Nur auf diese Weise lassen sich die für den Menschen
wichtigen Dienstleistungen des Ökosystems, zu der auch die
biologische Schädlingskontrolle gehört, nachhaltig
sichern.»
(Quelle: dpa)
Menschen reagieren gereizt auf virtuelle Wesen
Di.31.10.06 - Mit teilweise heftigen Emotionen reagieren PC-Nutzer auf das Verhalten
virtueller Wesen am PC. Sie regen sich auf, wenn die am Computer
generierten, sogenannten Avatare nicht das tun, was sie tun sollen. Wenn
die "echten" Menschen vor dem PC im Laufe der Kommunikation jedoch
merken, dass es ihrer Sache dient, fangen sie an, mit den
künstlichen Menschen im PC zu reden und diplomatisch zu werden. Und
im Laufe der Zeit gewöhnen sie sich gar an die Kommunikation mit
dem Avatar und empfinden sie als positiv. Das ist das Fazit eines
Experiments, das Wissenschaftler an der Universität Duisburg/Essen
jetzt durchgeführt haben.
Die Forscher um die Kognitionspsychologin Heike Ollesch wollte
herausfinden, wie sich Mitarbeiter einer Firma in schwierigen
Situationen des Arbeitsalltags verhalten. Dabei mussten die Probanden am
PC-Bildschirm ein Unternehmen aufbauen und leiten - mit den Avataren als
ihren Abteilungsleitern. Sie mussten also mit ihren künstlichen
Mitarbeitern geschickt umgehen, damit das Unternehmen reibungslos
funktioniert.
Die virtuellen Wesen waren dabei optisch ziemlich schlicht sowie mit
wenigen, jedoch zentralen menschlichen Charaktereigenschaften
programmiert worden. Damit sollten die Avatare auf die Verhaltensweisen
der "echten" Akteure reagieren - und umgekehrt. Frei nach dem Motto: Wie
man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch wieder heraus. Und so
gaben die Avatare mal patzige, mal freundliche, mal impulsive, aber auch
mal jammernde Antworten - und lösten bei den Menschen vor dem PC
große Emotionen wie etwa Wut, Ärger, Gereiztheit oder auch
Freude und Zufriedenheit aus.
Für Forschungsleiterin Heike Ollesch eine durchaus
überraschende Erkenntnis: "Man glaubt gar nicht, wie wenig
Modellierung und Programmierung für einen Avatar nötig ist, um
bei den Menschen vor dem PC derart heftige Emotionen auszulösen."
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
Kultur
Frankfurter Schirn Kunsthalle gibt sich 'Anonym'
Di.31.10.06 - Zeitgenössische Kunst, die im Anonymen bleibt, ist das Thema einer
neuen Ausstellung in der Frankfurter Schirn. Zu sehen sind in der
Kunsthalle bis 14. Januar kommenden Jahres eigens für die Schau
entwickelte Werke von elf internationalen Künstlern, deren Namen
ebenso die wie die der zuständigen Kuratorin oder des
zuständigen Kurators nicht genannt werden.
Besucher der Ausstellung «Anonym - In the Future No One Will Be
Famous» - der Titel ist eine Anspielung auf den berühmten
Andy-Warhol-Slogan von 1968 «In the future everyone will be
world-famous for 15 minutes» - sind dadurch weitgehend auf sich
allein gestellt. Nicht nur die Namen der Künstler bleiben im
Verborgenen, die Betrachter der labyrinthisch angelegten Schau erhalten
zu den gezeigten Installationen und Performances auch keine
zusätzlichen Hinweise.
Die Ausstellung sei »ein Experiment«, sagte Schirn-Direktor
Max Hollein am Montag bei einer Vorbesichtigung. Man wolle die Frage
aufwerfen, was geschieht, »wenn Kunstwerke die Autorschaft
verweigern oder sich davon befreien«. Die Schau sei vor dem
Hintergrund von zunehmender Kritik daran zu sehen, dass Künstler
zur Marke werden und ihr Werk in den Hintergrund tritt.
Ohne zusätzliche Hinweise müssten in «Anonym» die
Arbeiten nach werkimmanenten Kriterien beurteilt werden. Eine Einordnung
innerhalb eines bekannten künstlerischen Oeuvres oder mit den
Informationen des Künstlernamens und seiner Vita sei für den
Betrachter nicht möglich. Mit der Ausstellung habe sich die Schirn
auch einen »Virus« ins Haus geholt, schließlich zeige
die Kunsthalle derzeit parallel eine Ausstellung mit Arbeiten des
«großen Markennamens» Picasso.
(Quelle: ddp)
Internet
Schnelle DSL-Anschlüsse halten ihr Versprechen nicht - Bezahlte
Leistung wird von Anbietern nicht erbracht
Di.31.10.06 - Laut einem Test der Zeitschrift Computerbild, sind schnelle
DSL-Internetanschlüsse in Wirklichkeit viel langsamer als
versprochen. DSL-Anbieter liefern sich einen Kampf, um ihre Top-Produkte
DSL-6.000 und DSL-16.000 an den Mann zu bringen, doch gerade diese
Anschlüsse sind oft um einiges langsamer als der Name vermuten
lässt. Internetuser mit einer DSL-16.000 Verbindung surfen in
Wirklichkeit oft nur mit der Geschwindigkeit einer 6.000-Kilobit
Verbindung. Jene Benutzer mit einer DSL-6.000 Verbindung haben hingegen
oft nur die Geschwindigkeit einer 4.000-Kilobit Verbindung zur
Verfügung.
Der Geschwindigkeitstest, der innerhalb Deutschland durchgeführt
wurde, zeigte zudem große regionale Unterschiede. Mit DSL-6.000
Verbindungen sollte im Idealfall die Übertragung von 6.000 Kilobit
pro Sekunde möglich sein. In keinem einzigen Gebiet wurde jedoch
eine durchschnittliche Geschwindigkeit von mehr als 4.400 Kilobit pro
Sekunde erreicht. In einigen Postleitzahlgebieten lag die
Geschwindigkeit sogar unter 3.000 Kilobit pro Sekunde. Internetnutzer,
die die Geschäftsbedingungen ihrer Provider aufmerksam gelesen
haben, werden durch diese Zahlen nicht überrascht sein. Die
Anbieter sind sich der Problematik bewusst und geben deshalb auch keine
Garantie auf die bestellte Geschwindigkeit. Diese Tatsache sprechen sie
jedoch nur in den Geschäftsbedingungen an.
Für die Durchführung des Geschwindigkeitstests mietete die
Zeitschrift sogar spezielle Server an, um sicherzustellen, dass die
Testergebnisse verlässlich sind. Durch die ausreichenden
Serverkapazitäten konnten die Test-Daten so schnell verschickt
werden, wie der Anschluss des Benutzers sie theoretisch empfangen
könnte. Um zu erfahren, wie schnell die Internetverbindung, mit der
man durchs Netz surft, wirklich ist, muss man nur alle Anwendungen wie
Outlook-Express oder MSN-Messenger schließen und eine Minute
warten. Nach einem Aufruf an die Leser wurden über 370.000
Messungen durchgeführt, allerdings wurden davon nur 210.000 auch
bei der Auswertung berücksichtigt, denn Messfehler und Daten von
Nutzern drahtloser Netzwerke wurden aussortiert.
(Quelle: pte)