Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertvierundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Iran knüpft Irak-Gespräche mit USA an Truppenabzug. Sieben
Tote bei Anschlag in Kerbela
So.10.12.06 - Der Iran hat Bedingungen an direkte Gespräche mit den USA
über eine Lösung der Irak-Krise gestellt.
Voraussetzung sei, dass die USA einen Zeitrahmen für einen
Truppenabzug aus dem Golfstaat vorlegten, sagte Außenminister
Manuchehr Mottaki am Samstag am Rande einer Konferenz im Emirat Bahrain.
Dann sei auch der Iran bereit, den USA dabei zu helfen. Derzeit
könne er aber in den USA den politischen Willen dazu nicht
erkennen. Mottaki reagierte damit auf Empfehlungen des Baker-Berichts.
Eine unabhängige Experten-Kommission unter Leitung des ehemaligen
Außenministers James Baker hatte US-Präsident George W. Bush
zu einem radikalen Kurswechsel in der Irak-Politik aufgefordert.
Nötig seien ein baldiger Truppenabzug und Gespräche mit den
irakischen Nachbarn Iran und Syrien. Die US-Regierung lehnt aber bislang
Gespräche mit Iran ab, solange das Land nicht wie von den
Vereinten Nationen gefordert seine Urananreicherung aussetzt. Sie
verdächtigt den Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten.
In der irakischen Pilgerstadt Kerbela sind bei einem Autobombenanschlag
sieben Menschen getötet und rund ein Dutzend weitere verletzt
worden. Nach Polizeiangaben war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in
der Nähe einer schiitischen Gedenkstätte in die Luft gesprengt
worden. Bei einer Razzia in einem Haus in Doluija, 80 Kilometer
nördlich von Bagdad, erschossen US-Soldaten nach Angaben
irakischer Behörden unterdessen drei irakische Soldaten, die sie
versehentlich für Aufständische gehalten hatten.
(Quellen: rtr, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 10.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.10.12.05 - Amerika zog offenbar Zwangsaussage für Irak-Krieg heran +++ USA
verschieben Entsendung von Armeeeinheiten nach Irak +++ Weißes Haus
kann Tötung von US-Geisel nicht bestätigen +++ Sunnitische
Gläubige fordern Freilassung westlicher Helfer. Weiter
Ungewissheit im Fall Osthoff...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0512100.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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US-Armee baut umstrittenes Gefangenenlager Guantánamo aus
So.10.12.06 - Die US-Armee hat das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo auf
Kuba ausgebaut. Zusätzlich zu den bisherigen Trakten sei das neue
"Camp 6" mit 168 Einzelzellen errichtet worden, teilte die Armee in
Washington mit. Es handelt sich um einen Hochsicherheitstrakt, durch den
die Kontakte zwischen den Gefangenen auf ein Minimum reduziert werden
sollen. Hintergrund ist eine Meueterei im Monat Mai, bei der nach
Angaben der Justizverwaltung zehn Häftlinge Selbstmorde
vorgetäuscht hatten, um anschließend die zur Hilfe eilenden
Wärter zu attackieren. Dabei waren sechs Gefangene mit
Gummigeschossen verletzt worden.
In Guantánamo werden derzeit 430 Häftlinge festgehalten,
die meisten bereits seit mehreren Jahren und ohne Gerichtsverfahren. In
Guantánamo ist für die kommenden Monate auch der Bau eines
neuen Gerichtskomplexes geplant. Die Gerichtsgebäude sollen ab
Mitte des kommenden Jahres für Militärverfahren gegen 60 bis
80 mutmaßliche Terroristen genutzt werden, die dort inhaftiert
sind.
US-Präsident George W. Bush hatte im Oktober ein Gesetz in Kraft
gesetzt, das ihm breite Vollmachten im Umgang mit
Terrorverdächtigen einräumt, und damit den Weg freigemacht
für spezielle Militärtribunale. Menschenrechtler kritisieren
das Gesetz, das ihrer Ansicht nach Misshandlungen billigt. Im Juni hatte
der Oberste Gerichtshof den Plan zur Aburteilung der Verdächtigen
vor Sondertribunalen als rechtswidrig eingestuft.
(Quelle: afp)
US-Abgeordnete beantragt Amtsenthebungsverfahren gegen Bush
So.10.12.06 - Eine Abgeordnete aus dem US-Staat Georgia hat ein
Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident George W. Bush beantragt.
Die Demokratin Cynthia McKinney reichte am Freitag eine entsprechende
Gesetzesvorlage im Kongress in Washington ein. Der Entwurf hat jedoch
keine Chancen, verabschiedet zu werden, und lediglich symbolische
Aussagekraft als vermutlich letzte Amtshandlung der scheidenden
Abgeordneten im Parlament.
McKinney hat in der Vergangenheit bereits mehrfach landesweit Aufsehen
erregt, zuletzt als sie im März auf einen Polizisten im
Washingtoner Capitol einschlug, der ihr den Zutritt verweigerte. Sie hat
immer wieder erklärt, dass Bush niemals rechtmäßig
gewählt worden sei. In ihrer Vorlage hieß es, der
Präsident habe den Kongress in Zusammenhang mit dem Irak-Krieg in
die Irre geführt und mit seinem Abhörprogramm Gesetze zum
Schutz der Privatsphäre verletzt. McKinney verlor ihr
Abgeordnetenmandat bei den Vorwahlen der Demokraten vor drei Monaten.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Saudischer König warnt vor Pulverfass im Nahen und Mittleren
Osten. Libanesischer Präsident lehnt Kabinettsentwurf für
Hariri-Tribunal ab. Amnesty will Stationierung von internationalen
Beobachtern in Israel und den palästinensischen Gebieten. Israels
Ministerpräsident: Kein Rückzug auf Grenzen von 1967.
Palästinensischer Präsident Abbas kündigt Neuwahlen an.
Gewaltsame Proteste gegen zahlungsunfähige Hamas-Regierung
So.10.12.06 - Der saudische König Abdullah hat die Lage im Nahen und Mittleren
Osten als gefährlich explosiv bezeichnet. Es sei, als ob die
Region auf einem Pulverfass sitze, das schon von einem kleinen Funken
zur Detonation gebracht werden könne, sagte der Monarch zum
Auftakt eines Gipfeltreffens des Golf-Kooperationsrats (GCC) in Riad.
Er verwies insbesondere auf die internen Konflikte der
Palästinenser und die Lage im Irak, der «in die Dunkelheit
von Zwietracht und wahnsinnigem Kampf» zu fallen drohe.
Nach der Eröffnungsrede Abdullahs zogen sich die Teilnehmer zu
Beratungen hinter verschlossenen Türen zurück. Bei dem
zweitägigen Gipfeltreffen in der saudiarabischen Hauptstadt geht
es Beobachtern zufolge vor allem um darum, wie sich die Länder der
Golfregion vor den Konflikten in ihrem Umfeld schützen und zu
einer Lösung beitragen können. Auf der Tagesordnung stand
ferner der internationale Atomstreit mit dem Iran. Dem
Golf-Kooperationsrat gehören neben Saudi-Arabien noch Kuwait, die
Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und Oman an.
Der libanesische Präsident Emile Lahoud hat einem internationalen
Tribunal zum Mord am früheren Regierungschef Rafik Hariri formell
seine Zustimmung verweigert. Das Kabinett unter Ministerpräsident
Fuad Siniora habe seine verfassungsgemäße Legitimität
verloren, sagte das pro-syrische Staatsoberhaupt am Samstag zur
Begründung. Beobachter erwarteten eine Verschärfung der
politischen Spannungen im Libanon.
Siniora hat die Zustimmung zu dem Tribunal, das von den Vereinten
Nationen geschaffen werden soll, stets verteidigt. Es werde dazu
beitragen, die Wahrheit über den Mordanschlag auf Hariri im
Februar 2005 ans Licht zu bringen, betonte der Regierungschef. Eine von
den UN eingesetzte Ermittlungskommission macht den syrischen und den
libanesischen Geheimdienst für den damaligen Bombenanschlag
verantwortlich.
Die Vereinten Nationen sollen auch bei der Aufklärung des Mordes
an Industrieminister Pierre Gemayel helfen. Lahoud verurteilte den
Kabinettsbeschluss jedoch als Ausverkauf der Souveränität des
Libanons. Er werde den Gesetzentwurf aber zur Prüfung
weiterleiten, sobald es wieder ein verfassungsgemäßes und
legitimiertes Kabinett gebe. Der Präsident spricht der Regierung
Siniora ihr Mandat ab, weil sechs Minister der schiitischen Hisbollah
ausgeschieden sind. Der Beschluss für das Hariri-Tribunal wurde
erst danach gefasst.
Die von Syrien unterstützte schiitische Hisbollah organisierte am
Samstag den neuen Tag in Folge Massendemonstrationen, um den
Rücktritt der Regierung zu erzwingen. Wiederholt kam es in der
letzten Zeit zu blutigen Zusammenstößen mit Sunniten, die
die Regierung unterstützen. Der christliche Politiker Michel Aoun
stellte sich abermals auf die Seite der Hisbollah. Im Fernsehen warf er
Siniora Starrköpfigkeit vor, weil er nicht zurücktreten wolle.
Amnesty International hat sich für die Stationierung von
internationalen Menschenrechtsbeobachtern in Israel und den
palästinensischen Gebieten ausgesprochen. Diese sollten
sämtliche Verstöße dokumentieren, sagte die Vorsitzende
der Gefangenenhilfsorganisation, Irene Khan, am Samstag nach einer
einwöchigen Reise durch die Region. Es gebe dort eine Krise der
Menschenrechte, die sich weiter zu verschlimmern drohe, wenn nicht
Einhalt geboten werde.
Sie werde sich am (heutigen) Sonntag, dem Internationalen Tag der
Menschenrechte, mit einem Schreiben an die Europäische Union
wenden, kündigte Khan an. Darin werde sie mit Blick auf den
bevorstehenden EU-Gipfel zum Handeln aufrufen. Während ihres
Aufenthalts im Nahen Osten sei sie Zeugin einer ganzen Reihe von
Menschenrechtsverletzungen geworden. Besonders erschüttert habe
sie in diesem Zusammenhang die Verzweiflung und der Pessimismus der
Bevölkerung auf beiden Seiten.
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat
begrüßte den Vorschlag. Die israelische Regierung
äußerte sich zunächst nicht dazu. Sie hat sich jedoch
schon häufig gegen internationale Präsenz im Nahen Osten
gewandt.
Für eine Lösung des Konflikts mit den Palästinensern ist
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert zu einem weiteren Abzug aus
dem Westjordanland bereit, schließt eine Rückkehr zu den
Grenzen von 1967 aber aus.
Konkrete Zusagen über den Umfang des Abzugs machte Olmert nicht.
"Das ist eine sehr heikle Frage", sagte er in einem Interview des
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", das am Montag erscheint. Ein
Regierungschef dürfe keine Versprechungen machen, die er nicht
erfüllen könne. Israel werde jedoch "mindestens so viele
Gebiete aufgeben, wie die Palästinenser für ein
zusammenhängendes Staatsgebiet brauchen". Politik seiner Regierung
sei es aber, "dass wir uns nicht auf die Grenze von 1967
zurückziehen sollten".
Eben dies wird allerdings seit Jahrzehnten von den Vereinten Nationen
(UN) gefordert. Israel hatte unter anderem das Westjordanland und den
Gazastreifen 1967 im Sechs-Tage-Krieg erobert.
Olmert zeigte sich optimistisch, dass die von der internationalen
Gemeinschaft vertretene Forderung nicht länger Bestand haben wird.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die er kommende Woche in
Berlin trifft, stehe den israelischen Argumenten offen gegenüber.
"Daher glaube ich, dass der Schluss, Europa sei in seiner Forderung nach
der Grenze von 1967 geeint, voreilig ist." Zur Beilegung des Konflikts
mit den Palästinensern ist Olmert auch offen für ein Treffen
ohne Vorbedingungen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas.
"Ich bin bereit, nach vorne zu gehen. Wir suchen nicht mehr nach
Ausreden", sagte er. "Ich bin bereit, mich jederzeit und an jedem Ort
mit dem Vorsitzenden der palästinensischen Autonomiebehörde,
Mahmud Abbas, zu treffen, ohne Vorbedingungen."
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat am Samstag
Neuwahlen angekündigt. Abbas habe seine Entscheidung nach einem
Treffen des Exekutivkomitees der Palästinensischen
Befreiungsorganisation (PLO) in Ramallah bekannt gegeben, sagte ein
PLO-Mitglied. Offiziell werde er die Neuwahlen in einer Rede in den
kommenden Tagen ankündigen. Die Gespräche zur Bildung einer
Koalitionsregierung aus Fatah und Hamas sind festgefahren.
Tausende Palästinenser haben am Samstag gewaltsam gegen die
zahlungsunfähige Hamas-Regierung protestiert. Rund 2.500 Polizisten
stürmten das Parlamentsgebäude in Gaza und feuerten in die
Luft. Im Westjordanland drangen mehrere Dutzend Eltern mit
Säuglingen aus Protest gegen einen Streik von
Krankenhausmitarbeitern in eine Klinik ein.
Die Sicherheitskräfte, darunter zahlreiche Anhänger der
Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas, forderten die Hamas zur
Zahlung ihrer ausstehenden Gehälter auf. Wachleute des Parlaments
versuchten, die Menge aufzuhalten, wurden jedoch
zurückgedrängt, als einige der Polizisten Warnschüsse
abgaben. Kurzzeitig kam es zu einem Schusswechsel, als ein
Hamas-Wachmann aus einem Fenster heraus das Feuer erwiderte. Verletzt
wurde dabei jedoch niemand.
Auch in Dschenin im Westjordanland gingen etwa 4.000 Polizisten auf die
Straße. Der 37-jährige Muntassar Abul Wafa sagte, er habe in
den vergangenen zehn Monaten nur fünf Mal sein Gehalt bekommen und
sei nun mittellos. «Ich gehe jeden Morgen früh aus dem Haus,
bevor meine Kinder aufstehen, um in die Schule zu gehen, damit ich sie
nicht anschauen und die Not in ihren Augen sehen muss»,
erklärte der achtfache Vater.
In Hebron drangen Dutzende Eltern mit ihren Babys auf dem Arm in eine
Mutter-Kind-Klinik ein, die wegen eines Streiks geschlossen ist. Sie
forderten Impfungen für ihre Kinder. Mehrere Demonstranten setzten
vor dem Krankenhaus Autoreifen und Müllsäcke in Brand.
In den staatlichen palästinensischen Kliniken sind seit September
rund 13.000 Ärzte und Pflegekräfte im Ausstand und bieten nur
noch einen Notdienst an. Am Samstag kündigten sie laut
Gewerkschaftsangaben an, den Streik am (morgigen) Sonntag zu beenden,
nachdem die Hamas zügige Gehaltszahlungen versprochen habe. Falls
die Regierung diese Zusage jedoch nicht einhalte, werde der Streik in
einer Woche fortgesetzt.
(Quellen: rtr, ap)
Pakistan testet weitere atomwaffenfähige Rakete
So.10.12.06 - Zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen hat Pakistan eine
atomwaffenfähige Rakete getestet. Der Test der Rakete Hatf-3
(Ghaznavi) mit einer Reichweite von 290 Kilometern sei erfolgreich
verlaufen, teilte die pakistanische Armee mit. Der Test bilde den
Abschluss einer seit einigen Wochen laufenden Übung der Armee.
Zuvor hatte Pakistan eine Rakete vom Typ Hatf-5 (Ghauri) mit einer
Reichweite von 1300 Kilometern und eine 700 Kilometer weit reichende
Hatf-4 (Shaheen I) getestet.
Im April dieses Jahres und im März vergangenen Jahres war die mit
2000 Kilometern am weitesten reichende atomwaffenfähige
pakistanische Rakete Hatf-6 (Shaheen II) getestet worden. Die
benachbarten Atommächte Indien und Pakistan testen seit ihren
ersten Atomwaffenversuchen 1998 regelmäßig Raketen. Mitte
November hatten Vertreter der Außenministerien beider Länder
eine Vereinbarung getroffen, wonach das Risiko von "Unfällen im
Zusammenhang mit Atomwaffen" verringert werden soll.
(Quelle: afp)
US-Kongress billigt umstrittenes Atomabkommen mit Indien
So.10.12.06 - Der US-Kongress hat ein umstrittenes Abkommen gebilligt, das erstmals
seit drei Jahrzehnten den Export ziviler Atomtechnologie nach Indien
ermöglicht. Repräsentantenhaus und Senat stimmten für
eine Gesetzesvorlage, die die bereits vor über einem Jahr von
US-Präsident George W. Bush und dem indischen Premierminister
Manmohan Singh vereinbarte Zusammenarbeit bei der zivilen Kernenergie
regeln soll. Das Abkommen sieht den Handel mit nuklearen Brennstoffen
und Nukleartechnologie zwischen den beiden Atommächten vor. Es ist
im Kongress umstritten, weil Indien bis heute nicht den
Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat.
Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses billigten mit 330 gegen
59 Stimmen das Gesetzesvorhaben. Der Senat nahm das Gesetz in einer
Abstimmung per Handzeichen an. Es wird erwartet, dass Bush den Text am
Montag unterzeichnet.
Die US-Regierung will Indien künftig dabei helfen, sein
Atomprogramm für zivile Zwecke weiterzuentwickeln; im Gegenzug soll
Indien seine Atomkraftwerke unter internationale Aufsicht stellen.
Bislang ist es verboten, Kerntechnik an Nicht-Unterzeichner des Vertrags
zu liefern. Für das Abkommen mit Indien musste das entsprechende
US-Gesetz geändert werden. Die USA hatten ihre atomare
Zusammenarbeit mit Indien beendet, nachdem das Land 1974 seinen ersten
Atomwaffentest vorgenommen hatte.
Der scheidende republikanische Vorsitzende des Ausschusses für
internationale Beziehungen im Repräsentantenhaus, Henry Hyde, sagte
nach der Verabschiedung des Gesetzes, diese "parteiübergreifende
Anstrengung" sei "ein Schritt nach vorne". Der neue demokratische
Vorsitzende des Ausschusses, Tom Lantos, sprach von einem "historischen
Tag für die Vereinigten Staaten". Der demokratische Abgeordnete Ed
Markey, einer der Wortführer der Kritiker, sprach dagegen von
einem "historischen Fehler".
In Indien wurde das Votum des Kongresses positiv aufgenommen. Bis zur
endgültigen Umsetzung des Abkommens müssen allerdings noch
weitere Hürden genommen werden. Indien und die USA müssen
zunächst ein Zusatzabkommen mit technischen Details ausarbeiten,
das wiederum vom US-Kongress gebilligt werden muss. In das Abkommen
müssen internationale Sicherheitsrichtlinien einfließen,
denen die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zustimmen muss.
Außerdem muss die Vereinbarung von den 45 Staaten der Nuclear
Suppliers Group (NSG) gebilligt werden. Dieser Zusammenschluss aus
Lieferstaaten von Atomtechnologie, dem auch Deutschland angehört,
hat sich die Nichtverbreitung von Atomwaffen zum Ziel gesetzt.
(Quelle: afp)
Iran weitet Urananreicherung aus
So.10.12.06 - Der Iran hat seine umstrittene Urananreicherung offenbar auf eine
weitere Anlage in der Mitte des Landes ausgeweitet. Die halbamtliche
Nachrichtenagentur Fars zitierte Staatspräsident Mahmud
Ahmadinedschad am Samstag mit den Worten, dort sei mit dem Bau von 3.000
Zentrifugen begonnen worden. «Das ist der erste Schritte hin zur
industriellen Produktion. Wenn wir 60.000 Zentrifugen installiert
haben, dann werden wir unseren Atombrennstoff selbst herstellen»,
sagte der Präsident vor Studenten in Teheran.
Ahmadinedschad hatte erst im vergangenen Monat verkündet, dass der
Iran wohl schon bald, vielleicht im Februar, die komplette
Brennstoffproduktion aus eigener Kraft werde leisten können - vom
Uranabbau bis zur Anreicherung des Urans für die Nutzung in
Kernreaktoren. Das einzige iranische AKW in Buschehr steht kurz vor der
Vollendung. Es soll vermutlich im nächsten Jahr in Betrieb gehen.
Nach iranischen Angaben sind 54.000 Zentrifugen erforderlich, um einen
1.000-Megawatt-Reaktor wie in Buschehr mit Brennstoff zu versorgen.
Der Westen hat den Iran wiederholt aufgefordert, auf die
Urananreicherung zu verzichten, da diese nicht nur zur Herstellung von
Brennstoff für Kernkraftwerke, sondern auch zur Gewinnung von
Material für Atombomben genutzt werden könnte. Mehrere
europäische Staaten verbreiteten am Freitag im Sicherheitsrat eine
überarbeitete Version des Entwurfs für eine Resolution zum
iranischen Atomprogramm. Ziel ist es, auch die Vetomächte China und
Russland für Sanktionen zu gewinnen, wenn sich Iran weiter
weigert, die Urananreicherung auszusetzen.
Laut Ahmadinedschad ist der Widerstand gegen das iranische Atomprogramm
international aber geschwunden. Der Westen sei immer weiter
zurückgewichen, weil Iran so beharrlich auf seinem Recht bestehe,
erklärte Ahmadinedschad der Nachrichtenagentur Fars zufolge, die
den radikalen Revolutionswächtern nahe steht. Der Iran hat immer
wieder erklärt, dass es auf sein Recht als Unterzeichnerstaat des
Atomwaffensperrvertrags, die Atomkraft friedlich zu nutzen, nicht
verzichten werde. Dazu gehört auch die Urananreicherung.
In dem neuen Entwurf für die UN-Resolution wird nun wesentlich
konkreter gesagt, für welche Dinge und Materialien, die der Iran
für sein Atomprogramm oder seine Raketen nutzen könnte, ein
Handelsverbot verhängt werden soll. Weiter vorgesehen sind auch
Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Guthaben von Firmen oder
Personen, die am iranischen Atomprogramm beteiligt sind.
Deutschland, Großbritannien und Frankreich, die für Europa
mit dem Iran über sein Atomprogramm verhandeln, streiten seit
Wochen mit Russland und China, wie Sanktionen gegen den Iran aussehen
könnten. Die USA unterstützen die europäische Haltung
grundsätzlich, wären aber für noch schärfere
Sanktionen. Die Beratungen über den neuen Entwurf sollen vielleicht
schon am Montag beginnen. Ob er den Bedenken vor allem Russlands
entgegenkommt, ist noch unklar.
(Quelle: ap)
Mexiko: Aktivist für Rechte der Indios in Oaxaca erschossen
So.10.12.06 - Ein Aktivist für die Rechte der indianischen Bevölkerung im
mexikanischen Staat Oaxaca ist von bewaffneten Angreifern erschossen
worden. Der von Kugeln durchsiebte Leichnam von Raul Marcial Perez
wurde am Freitagabend an einer Straße gefunden, wie die Polizei
am Samstag mitteilte. Vorerst war unklar, ob die Bluttat mit dem
wochenlangen Aufstand in der Region im Zusammenhang stand. Marcial
Perez hatte sich zuletzt darum bemüht, in einem Streit zwischen
zwei indianischen Gruppen zu vermitteln.
Der Aufstand in Oaxaca dauert schon seit über einem halben Jahr
an. Die in der Volksversammlung von Oaxaca (APPO) zusammengeschlossenen
Anhänger linksgerichteter und anarchistischer Gruppen sowie
indianische Aktivisten fordern den Rücktritt von Gouverneur Ulises
Ruiz. Sie werfen ihm Wahlbetrug und Unterdrückung von Dissidenten
vor. Ende Oktober griff die mexikanische Bundespolizei ein und vertrieb
die Rebellen vom zentralen Platz der Stadt Oaxaca. Mindestens neun
Menschen kamen bei den Unruhen bereits ums Leben.
Die Symbolfigur des Aufstands, Flavio Sosa, wurde vor knapp einer Woche
verhaftet und wegen Entführung, Raub, Körperverletzung und
Sachbeschädigung angeklagt. Sosa gehört zu den
Mitbegründern von APPO.
(Quelle: ap)
Lebenskrisen treiben immer mehr Menschen in Deutschland in die Pleite
So.10.12.06 - Arbeitslosigkeit und Scheidung stürzen immer mehr Menschen in
Deutschland in die Pleite.
Für dieses Jahr erwartet das Statistische Bundesamt 90.000
Konkurse von Privatleuten, wie das Amt am Freitag mitteilte. Das
wären sechs Mal so viele wie noch vor fünf Jahren und rund 30
Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Insolvenzverwalter geben den
Banken eine Mitschuld an der wachsenden Zahl von Privatpleiten.
Allein im September stieg die Zahl der privaten Konkurse um gut ein
Fünftel zum Vorjahr. Damit meldeten in den ersten neun Monaten des
Jahres 67.000 Menschen Insolvenz an. Der Berliner Insolvenzverwalter
Rolf Rattunde sagte der Nachrichtenagentur Reuters, neben Jobverlust und
Familienkrisen trage eine leichtfertige Kreditvergabe zur hohen Zahl
der Pleiten bei. Hinzu komme die mangelnde Kenntnis im Umgang mit Geld.
"In der Bevölkerung hat sich nach einer längeren
Wohlstandsperiode die Armut vergrößert", sagte Rattunde:
"Viele Menschen haben über ihre Verhältnisse gelebt." Mit
verantwortlich für den Pleitenrekord sei auch die geplante
Insolvenzrechtsreform. Danach sollen mittellose Personen künftig
einen Teil der Verfahrenskosten wieder selbst bezahlen. Deshalb
zögen viele Verbraucher zurzeit ihre Insolvenz vor. Derzeit
übernimmt Rattunde zufolge meist der Staat die Insolvenzkosten von
etwa 3000 Euro, wenn die Betroffenen dafür nicht selbst aufkommen
können.
(Quelle: rtr)
Umweltministerium besorgt über steigendes Tempo des Klimawandels
So.10.12.06 - Angesichts des ungewöhnlich milden Herbstes hat sich das
Bundesumweltministerium tief besorgt über das steigende Tempo des
Klimawandels gezeigt. «Wie nie zuvor wird klar, dass der
Klimawandel eine reale Bedrohung ist, und das wird sich weiter
verschärfen», erklärte der parlamentarische
Staatssekretär Michael Müller (SPD) am Samstag in Berlin.
«Das Tempo der Veränderungen nimmt zu», meinte
Müller. Während Ende des 20. Jahrhunderts die Temperatur um
0,1 Grad pro Jahrzehnt gestiegen sei, werde der Anstieg in den ersten
zehn Jahren des 21. Jahrhunderts bereits bei 0,18 Grad liegen. Im Lauf
des Jahrhunderts werde der Wert auf 0,3 Grad klettern. In arktischen
Breiten werde sogar ein Temperaturanstieg um zehn Grad wahrscheinlich.
«Alles das zeigt, dass die Interessenvertreter, die im
Klimaschutz keine ehrgeizigen Ziele zur Reduktion der Treibhausgase
setzen, verantwortungslos handeln», betonte der SPD-Politiker. Er
griff in dem Zusammenhang auch EU-Kommissar Günter Verheugen
(ebenfalls SPD) an. Dieser fordere in einem Brief Zurückhaltung
beim Klimaschutz und kritisiere die deutschen Ziele, beklagte
Müller. Dies «zeugt von Kurzsichtigkeit - so nicht.»
Nötig sei vielmehr eine gemeinsame Kraftanstrengung Europas.
(Quelle: ap)
Weiter Streit über Details des Bleiberechts für geduldete
Ausländer
So.10.12.06 - Union und SPD sind offenbar weiter tief zerstritten über Details
der neuen Bleiberechtsregelung für geduldete Ausländer.
Unterhändler von Union und SPD hätten ein Spitzengespräch
mit Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Arbeitsminister
Franz Müntefering (SPD) vergangenen Donnerstag ohne neue
Terminabsprache verlassen, meldete «Der Spiegel» am Samstag.
Alternative zur Vertagung auf unbestimmte Zeit wäre nur gewesen,
das Scheitern der Verhandlungen über eine bundeseinheitliche
Regelung zu erklären, zitiert das Hamburger Magazin einen nicht
genannten Teilnehmer. Das Bundesinnenministerium erklärte auf
Anfrage lediglich, die Gespräche würden fortgeführt.
Wasserstandsmeldungen dazu gebe man nicht ab. Man hoffe auf eine baldige
Einigung, sagte ein Sprecher am Samstag.
Laut «Spiegel» will die SPD zumindest Familien schon dann
ein Dauerbleiberecht gewähren, wenn sie sich um Arbeit bemüht
haben. Dagegen bestehe die Union darauf, dass alle Bewerber im Jahr 2008
mindestens sechs Monate überwiegend von eigener Arbeit gelebt
haben müssen.
Sollten die Gespräche scheitern, könnten auch bereits
ausverhandelte Regelungen kippen, die als Teil eines Gesamtpakets
gelten, mutmaßte das Magazin. Dazu zählen ein höheres
Nachzugsalter für ausländische Ehegatten, Deutschkenntnisse
beim Familiennachzug, ein härteres Asylbewerberleistungsgesetz
sowie die verschärfte Überprüfung der Bürgen von
Gaststudenten.
Die Innenminister von Bund und Ländern hatten sich Mitte November
auf eine Bleiberechtsregelung geeinigt. Ein erster Teil davon -
nämlich, dass bisher nur geduldete Ausländer mit einer
Arbeits- oder Ausbildungsstelle sofort ein Bleiberecht für zwei
Jahre beantragen können - war bereits am 20. November in Kraft
getreten.
(Quelle: ap)
SPD und FDP wollen an Parlamentsvorbehalt für Bundeswehr festhalten
So.10.12.06 - SPD und FDP wollen auch künftig den Bundestag über
Einsätze der Bundeswehr entscheiden lassen - und zwar
einschließlich der multinationaler Missionen. Damit wiesen
Vertreter beider Parteien am Samstag einen Vorstoß von
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zurück, den
Parlamentsvorbehalt zumindest bei diesen Einsätzen zu
überprüfen.
Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Kolbow sagte der
«Berliner Zeitung»: «Die Forderung nach einer
Lockerung ist nicht nachvollziehbar. Wir halten den Status quo für
befriedigend.» Das Parlament habe gezeigt, dass es im Notfall auch
schnelle Entschlüsse fassen könne. Die Einsatzfähigkeit
internationaler Truppen stehe damit nicht in Gefahr.
FDP-Chef Guido Westerwelle sagte derselben Zeitung: «Herr
Schäuble will eine Regierungsarmee, wir halten an der
Parlamentsarmee fest.» Die stellvertretende
FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger betonte in der «Welt am
Sonntag», der Bundestag habe noch keinen Einsatz der Bundeswehr
verhindert, sondern nur die Mandate verbessert. Das Parlament sei auch
in der Lage, mit Sondersitzungen schnell auf Anfragen zu reagieren.
Schäuble hatte am Freitag gesagt, zumindest beim Einsatz deutscher
Soldaten in multinationalen Verbänden werde man «die
Parlamentsbeteiligung diskutieren müssen». Solche nationalen
Vorbehalte stünden der Einsatzfähigkeit integrierter
Verbände im Wege. Dazu zählen zum Beispiel die NATO Response
Force oder die EU-Battlegroups.
(Quelle: ap)