Aktuelle Nachrichten
Irak am achthundertachtundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Mindestens 57 Tote bei Anschlägen und Attentaten. Jordanien und
Irak wollen im Kampf gegen Terror zusammenarbeiten
Do.14.12.06 - Einen Tag nach dem Anschlag auf Bauarbeiter in Bagdad sind bei neuen
Gewalttaten mindestens 57 Menschen ums Leben gekommen. Allein in einem
vorwiegend von Palästinensern bewohnten Viertel starben bei einem
Angriff mit Mörsergranaten 20 Menschen. Bei weiteren Gewalttaten
wurden mindesten 37 Menschen getötet.
In der Nähe von Kirkuk sprengten sich zwei
Selbstmordattentäter vor dem Quartier einer Polizeitruppe in die
Luft, die zur Bewachung der nordirakischen Ölindustrie abgestellt
ist. Die Attentäter rissen neun Polizisten mit in den Tod. 13
weitere Beamte wurden nach Angaben der Polizei in Kirkuk verletzt, als
sich die Attentäter gleichzeitig die in ihren Lastwagen versteckten
Sprengsätze zündeten.
Die Wachtruppen der Polizei sollen die Ölindustrie vor Sabotage
schützen. In den vergangenen Monaten waren einige ihrer Einheiten
in den Verdacht geraten, mit Milizen zu kooperieren. Geld aus der
Ölindustrie soll teilweise für die Finanzierung von
Anschlägen missbraucht worden sein.
Jordanien und der Irak haben am Mittwoch ein Sicherheitsabkommen
unterzeichnet, das eine engere Zusammenarbeit der beiden
Nachbarländer im Kampf gegen den Terrorismus vorsieht. So sollen
etwa Geheimdienstinformationen über Terrorgruppen untereinander
ausgetauscht werden. Das Abkommen wurde während eines Besuchs des
irakischen Innenministers Dschawad al Bolani in Amman unterschrieben.
Im Streit um die künftige Irak-Politik setzt das
US-Verteidigungsministerium offenbar auf militärische Stärke:
Die «Los Angeles Times» schreibt, ranghohe Vertreter
wollten die Truppen im Irak aufstocken.
(Quellen: dpa, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 14.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertvierunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.14.12.05 - Im Ausland lebende Iraker gehen zur Wahl. Sunnitischer Kandidat
für Parlamentswahl im Irak erschossen +++ Vier US-Soldaten bei
Anschlag getötet +++ Angeblich US-britischer Plan für
schrittweisen Abzug aus dem Irak...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0512140.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Afghanistan: Präsident Karsai kritisiert NATO-Einsätze
Do.14.12.06 - Nach dem Tod eines 13-jährigen Mädchens im Osten Afghanistans
hat Präsident Hamid Karsai am Dienstag Kritik an den Operationen
der NATO-geführten Truppen in dem Land geübt. "Die Menschen
sind sehr wütend über die getöteten Zivilisten", sagte
Karsai nach einem Sicherheitstreffen mit dem Kommandanten der
Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF), David Richards, und
den Botschaftern der USA, Kanadas, Großbritanniens und der
Niederlande. Auf der Konferenz, die erstmalig in Kandahar stattfand, sei
über die zivilen Opfer gesprochen worden. Die Opfer schmerzten die
afghanische Bevölkerung. "Wir sind zu Recht wütend und
beunruhigt", sagte Karsai.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
Vermittler meldet Fortschritte bei Gesprächen im Libanon.
Hamas-Kommandeur vor Gerichtsgebäude im Gazastreifen erschossen.
Hamas macht 'Todesschwadron' der Al Fatah für die Tat
verantwortlich. Israelische Soldaten töten
Palästinenser an Grenze zum Gazastreifen
Do.14.12.06 - Bei seinen Bemühungen zur Beilegung der Regierungskrise im Libanon
hat der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, nach
eigenen Angaben Fortschritte erzielt. Mussa erklärte nach einem
Treffen mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora am
Mittwoch, in einigen Fragen sei man einer Einigung näher gekommen.
Weitere Einzelheiten nannte er nicht.
Mussa war am Dienstag in Beirut eingetroffen, um dabei zu helfen, die
Spannungen zwischen Schiiten und anderen Bevölkerungsgruppen zu
entschärfen, die den Libanon zu zerreißen drohen. Der
Generalsekretär traf sich auch mit dem Führer der
schiitischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, und Vertretern
der Maronitischen Glaubensgemeinschaft. Er forderte die Libanesen auf,
die Hoffnung nicht aufzugeben.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekräftigte seine
Unterstützung für die demokratisch gewählte libanesische
Regierung und verurteilte alle Versuche, das Land zu destabilisieren.
«Der Sicherheitsrat appelliert an alle libanesischen politischen
Parteien, im Dialog Verantwortung zu zeigen zwecks Verhinderung einer
weiteren Verschlechterung der Lage im Libanon», hieß es in
der Erklärung.
Auslöser der innenpolitischen Zerreißprobe ist die Forderung
der Hisbollah-Bewegung, eine Regierung der nationalen Einheit zu
bilden, in der sie ein Vetorecht haben würde.
Ministerpräsident Siniora hat das abgelehnt. Zweiter Streitpunkt
ist die Einrichtung eines internationalen Tribunals zur Klärung
des Mordes am früheren libanesischen Ministerpräsidenten
Rafik Hariri und 22 weiteren Personen im Februar 2005.
Die Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen der Palästinenser
im Gazastreifen nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Am Mittwoch
wurde ein bekannter Hamas-Kommandeur auf offener Straße und vor
Dutzenden Zeugen vor einem Gerichtsgebäude in Chan Junis
erschossen. Die Hamas machte umgehend eine «Todesschwadron»
der Al Fatah von Präsident Mahmud Abbas für die Tat
verantwortlich. Zwei Tage zuvor waren im Gazastreifen die drei Kinder
eines Geheimdienstoffiziers der Fatah ermordet worden.
Der 30-jährige Bassam al Fara war Richter. Er gehörte dem
größten Familienclan in Chan Junis an. Hamas-Sprecher Fausi
Barhum erklärte, al Fara sei einer der Kommandeure des
militärischen Flügels der Hamas gewesen. Die Hamas werde diese
Tat nicht vergessen und die Täter finden. Fatah-Sprecher Taufik
Abu Chussa wies die Anschuldigungen zurück. «Wir
verurteilten alle Akte der Anarchie, wer immer auch dahinter
steckt.»
Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija, der der
Hamas angehört, kündigte an, er werde seine Auslandsreise
vorzeitig beenden und angesichts der Lage am Donnerstag
zurückkehren. Befürchtungen, dass die Gewalt im Gazastreifen
in einen Bürgerkrieg münden könne, wies er zurück.
«Solche Wörter wie Bürgerkrieg existieren bei uns nicht,
es gibt sie nicht in unserer Kultur», sagte Hanija in Khartum im
Sudan. «Wir haben keine Zeit für interne
Streitigkeiten.»
Nach Angaben von Augenzeugen agierten die vier Täter sehr
kaltblütig. So warteten sie in aller Ruhe vor dem Gericht, wo sie
an einem Stand noch frühstückten, auf Al Fara. Als er mit
einem Taxi ankam, packen ihn drei der Männer, zwangen ihn in die
Knie, während ihn der vierte von hinten erschoss.
Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte in seiner
letzten Rede im Sicherheitsrat vor einer Explosion der Gewalt im Nahen
Osten. Die Spannungen seien «nahe der Zerreißgrenze»,
und dafür seien Israelis und Palästinenser gleichermaßen
verantwortlich. Annan kritisierte die fünfmonatige israelische
Offensive im Gazastreifen nach der Entführung eines Soldaten durch
militante Palästinenser im Sommer.
«Die Anwendung militärischer Gewalt in dicht
bevölkerten zivilen Gebieten ist ein stumpfes Instrument, das nur
mehr Tod, Zerstörung, Schuldzuweisungen und Rache
produziert», sagte der UN-Generalsekretär, der am 31.
Dezember nach zehn Jahren an der Spitze der Weltorganisation
ausscheidet. «Und wie wir gesehen haben, trägt es nicht viel
dazu bei, das ersehnte Ziel zu erreichen, terroristische Angriffe zu
stoppen.» Den Palästinensern hielt Annan vor, sie würden
ohne einen Gewaltverzicht nicht ihr Ziel eines souveränen Staats
erreichen. «Kein Widerstand gegen Besatzung kann Terrorismus
rechtfertigen», erklärte er.
Israelische Soldaten haben am Mittwochabend an der Grenze zum
Gazastreifen einen Palästinenser erschossen. Der Mann habe sich
mit einer Schusswaffe und Handgranaten bewaffnet dem Grenzzaun
genähert, erklärten die israelischen Streitkräfte. Aus
palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, der
24-jährige Palästinenser habe sich im Niemandsland entlang
des Grenzzauns befunden. Israelis und Palästinenser haben sich vor
zweieinhalb Wochen auf eine Waffenruhe für den Gazastreifen
geeinigt.
An einem Grenzkontrollpunkt zwischen dem Westjordanland und Jerusalem
stachen zwei Palästinenser am Mittwochabend einen israelischen
Wachmann nieder, als dieser sich ihrem Auto näherte. Der
Zivilbedienstete sei schwer verletzt worden, teilte Polizeisprecher
Micky Rosenfeld mit.
(Quellen: ap, afp)
Sudan entgeht erneut Verurteilung im UN-Menschenrechtsrat
Do.14.12.06 - Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat sich am Mittwoch
abermals nicht zu einer Verurteilung der sudanesischen Regierung wegen
Gräueltaten in der Region Darfur durchringen können. Die 47
Mitgliedsländer verabschiedeten eine Resolution, in der sie
lediglich ihre Besorgnis über Menschenrechtsverletzungen und das
Schicksal der Zivilbevölkerung dort zum Ausdruck brachten. Sie
forderten die Entsendung von Ermittlern, die vor Ort Informationen
sammeln sollen.
Die Rolle der sudanesischen Regierung und der von ihr
unterstützten Milizen wurde in der Resolution nicht erwähnt.
Die europäischen Mitglieder des Rates hatten eine Mission
unabhängiger Experten in Darfur gefordert, während die
afrikanischen Länder nur Diplomaten in der Region sehen wollten.
Man einigte sich schließlich auf die Formulierung, dass
«hoch qualifizierte Personen» nach Darfur reisen sollten.
Der finnische UN-Botschafter in Genf, Vesa Himanen, erklärte, man
dürfe keine Mühe scheuen, um das Leiden der Menschen in
Darfur zu lindern und weitere Gewalt zu verhindern.
UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Menschenrechtsrat am
Dienstag zum sofortigen Handeln aufgerufen. Das Gremium müsse
umgehend eine Ermittlungsdelegation in die sudanesische Krisenregion
entsenden, sagte Annan am Dienstag in einer Videobotschaft an die
Ratsmitglieder. Weitere Menschenrechtsverletzungen müssten
verhindert und die Verantwortlichen für bisherige Verbrechen zur
Rechenschaft gezogen werden.
Es dauerte sechs Monate, bis sich der Rat überhaupt mit der Lage
in Darfur befasste. Annan hat daran wiederholt scharfe Kritik
geübt. Der erst im März gegründete Menschenrechtsrat
beschäftigte sich in den vorangegangenen sechs Sitzungen mit der
Lage in den palästinensischen Gebieten und verabschiedete acht
Resolutionen gegen Israel. Anderen Regierungen wurden keine
Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
Die sudanesische Regierung wird beschuldigt, die arabischen
Reitermilizen Dschandschawid zu unterstützen. Diesen werden
zahlreiche Übergriffe auf die schwarzafrikanische
Zivilbevölkerung zur Last gelegt. Die Kämpfe in Darfur haben
schon mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet, etwa 2,5 Millionen
wurden in die Flucht getrieben. Menschenrechtler befürchten eine
massive Ausweitung des Konflikts auf das Nachbarland Tschad.
(Quelle: ap)
Weltbank: Mittelstand sorgt für nächste
Globalisierungswelle Wirtschaftsleistung mehr als je zuvor von den
Entwicklungsländern getragen
Do.14.12.06 - In ihrem aktuellen Ausblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft sagt
die Weltbank für die kommenden Jahre eine neue Globalisierungswelle
voraus. Die Globalisierung soll bis 2030 kräftig an Fahrt
gewinnen. Die weltweite Wirtschaftsleistung könnte sich den
Prognosen zufolge von 35 Billionen. Dollar im Jahr 2005 auf 72
Billionen. Dollar im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Als
Globalisierungsmotor haben die Studienautoren eine neu entstehende in
Wachstumsmärkten wie China und Indien ausgemacht, dessen Einkommen
sich zwischen 4.000 und 17.000 Dollar jährlich bewegen soll.
"Während die Wirtschaftsleistung sich im Vergleich zu den
vergangenen 25 Jahren bis 2030 nur leicht beschleunigen wird, ist das
Wachstum mehr als je zuvor von der starken Performance der
Entwicklungsländer getragen", betont Studienautor Richard
Newfarmer. Laut den Weltbank-Prognosen soll das Wachstum in den
Märkten wie China und Indien im laufenden Jahr ein Rekordniveau von
beinahe sieben Prozent erreichen. In den kommenden Jahren rechnen die
Experten mit einer leichten Abschwächung auf etwas über sechs
Prozent. Damit ist Wachstum in den Entwicklungsmärkten aber immer
noch doppelt so hoch wie in den Industrienationen, denen ein Plus von
2,6 Prozent vorhergesagt wird.
Die so genannte neue Mittelklasse wird in den kommenden Jahren
zahlenmäßig sprunghaft zunehmen. Bis 2030 könnten den
Weltbank-Experten zufolge etwa 1,2 Mrd. Menschen rund um den Globus
dieser finanzkräftigen Mittelschicht angehören. Das bedeutet
eine Verdreifachung gegenüber dem heutigen Stand. Die Weltbank
erwartet, dass der neue Mittelstand nicht nur das globale
Wirtschaftswachstum weiter anheizt, sondern in den eigenen Ländern
auch zu einer politischen Kraft heranwächst, die etwa für eine
weitere Öffnung der Märkte sorgen könnte. Gewarnt wird
allerdings ebenfalls vor der zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich
in den Wachstumsmärkten.
(Quelle: pte)
Mehr unter:
http://www.worldbank.org/gep2007
EU will bei Erweiterung das Tempo drosseln
Do.14.12.06 - Die EU will bei künftigen Erweiterungsrunden die
Beitrittskandidaten schärfer kontrollieren und mehr Rücksicht
auf die Folgen für die Union selbst nehmen. Das geht aus einem
Entwurf der Abschlusserklärung für den am (morgigen)
Donnerstag beginnenden EU-Gipfel hervor, der der Nachrichtenagentur AP
vorliegt.
In dem Dokument heißt es: «Die Beitrittsländer
müssen bereit und vollständig dazu in der Lage sein, die
Verpflichtungen der EU-Mitgliedschaft zu übernehmen, und die EU
muss in der Lage sein, effektiv zu funktionieren und sich weiter zu
entwickeln.» Nicht aufgegriffen wird allerdings eine Forderung der
EU-Kommission, das nächste Beitrittsland sollte erst aufgenommen
werden, wenn die EU ihre Institutionen reformiert habe.
Dafür enthält der Entwurf für die Gipfel-Erklärung
die Vorgabe, den Beitrittskandidaten erst dann ein Datum für ihre
Aufnahme in die Europäische Union zu nennen, wenn «die
Beitrittsverhandlungen kurz vor der Vollendung stehen». Das Papier
muss von den EU-Staats- und Regierungschefs noch gebilligt werden.
Die neue Erweiterungsstrategie ist eine Reaktion auf Kritik, die
insbesondere im Zusammenhang mit dem bevorstehenden EU-Beitritt
Rumäniens und Bulgariens am 1. Januar laut geworden war. Das Datum
1. Januar 2007 war den beiden Staaten bereits im Dezember 2002 in
Aussicht gestellt worden. Noch in ihrem letzten Fortschrittsbericht zu
Rumänien und Bulgarien von Ende September stellte die EU-Kommission
allerdings Defizite vor allem im Justizbereich fest.
(Quelle: ap)
Kritik an neuer EU-Chemikalienrichtlinie
Do.14.12.06 - Verbraucherschützer und Umweltorganisationen haben die vom
EU-Parlament verabschiedete Chemikalienrichtlinie (REACH) als
Enttäuschung für Konsumenten und Umwelt bezeichnet. «In
Zukunft werden gefährliche Chemikalien, auch wenn es sichere
Alternativen gibt, in Verbraucherprodukten erlaubt sein», sagte
die Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen in
Deutschland, Edda Müller, am Mittwoch in Berlin. Die Industrie sei
nach dem jetzt verabschiedeten Text nur dazu angehalten, die Gesundheit
des Menschen und die Umwelt nicht nachteilig zu beeinflussen.
Unter dem Strich könnten Chemikalien, für die keine
Risikostudien vorliegen, weiterhin in Alltagsprodukten zu finden sein.
Der vzvb kritisiert insbesondere, dass der Verbraucher den Produkten
auch künftig nicht ansehen werde, ob sie gefährliche
Chemikalien enthalten oder nicht. «Ein Ansporn für sichere
Produkte und die Entwicklung sicherer Ersatzstoffe sieht anders
aus», sagte Müller.
Immerhin sehe REACH eine Auskunftspflicht für Hersteller und
Händler über den Einsatz besonders gefährlicher
Substanzen vor. Müller rief die Verbraucher auf, von diesem Recht
Gebrauch zu machen: «Wer nachfragt, welche Substanzen in den
Produkten stecken, fördert Unternehmen, die sich um
ungefährliche Alternativen bemühen.»
Auch anderen Organisationen geht die Richtlinie nicht weit genug: So
dürften Krebs erregende, die Fruchtbarkeit schädigende und
hormonell wirksame Chemikalien weiter vermarktet werden, selbst wenn
sichere Ersatzstoffe vorhanden seien. Allerdings ist es positiv, dass
solche Stoffe ersetzt werden müssen, die im menschlichen
Körper nicht abbaubar sind, wie Greenpeace, der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Frauenverband Women in
Europe for a Common Future (WECF) gemeinsam mitteilten.
Die vom EU-Parlament am Mittwoch mit breiter Mehrheit verabschiedete
Chemikalienrichtlinie REACH sieht die Registrierung, Evaluierung und
Autorisierung von Chemikalien vor. Danach sollen bis zu 30.000 bisher
nicht getestete Substanzen auf ihre Unbedenklichkeit überprüft
werden.
(Quelle: ap)
Großbritannien erwägt Einrichtung von Antiterrorministerium
Do.14.12.06 - Die britische Regierung erwägt angeblich die Einrichtung eines
Antiterrorministeriums. Wie die britische Zeitung "The Times" berichtet,
unterbreitete Innenminister John Reid Premierminister Tony Blair einen
Vorschlag, wonach im Rahmen einer Neustrukturierung der Behörden
für Terrorbekämpfung ein Kabinettsposten eingerichtet werden
soll. Reid habe den Zusammenschluss des Inlandsgeheimdienstes MI5 mit
dem Auslandsgeheimdienst MI6 abgelehnt. Er sei jedoch "offen" für
die Einrichtung einer neuen spezialisierten Behörde.
Derzeit teilen sich MI5, MI6 und eine Sonderabteilung der Polizei die
Aufgaben der Terrorismusbekämpfung. Eine Alternative zur
Gründung einer neuen Behörde wäre dem Bericht zufolge
eine engere Zusammenarbeit zwischen den bestehenden Strukturen. Blair
hatte den Kampf gegen Terrorismus im November in seinem
Regierungsprogramm als Priorität genannt.
(Quelle: afp)
Frankreich: Bildungsorganisationen protestieren gegen Abschiebung von
Schülern
Do.14.12.06 - Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy gerät wegen
seiner Abschiebungspolitik gegenüber Schülern ohne
Aufenthaltsgenehmigung unter Druck: Acht Bildungsorganisationen
forderten am Mittwoch in einem öffentlichen Brief an
Staatspräsident Jacques Chirac, die Praxis zu beenden. Die
Umstände der Abschiebungen seinen oft unerträglich und
verstießen gegen die Menschenwürde und die Rechte der
Kinder, heißt es in dem Brief der nationalen Lehrer- und
Schülergewerkschaften und Elternverbände.
Wie viele Kinder in diesem Jahr aus Frankreich deportiert wurden, ist
unbekannt. Das Innenministerium teilte vor wenigen Tagen mit, es seien
bislang 24.000 Menschen abgeschoben worden, ohne Angaben über ihr
Alter zu machen. Im September hatten die Behörden 7.000
Aufenthaltsgenehmigungen für Familien mit eingeschulten Kindern
erteilt. Allerdings waren 30.000 Anträge eingereicht worden.
Die Praxis der Behörden unterwandere das Recht auf Bildung, das in
der internationalen Konvention der Kinderrechte festgeschrieben sei,
heißt es in dem Brief weiter. Die Aufnahme von allen Kindern,
unabhängig von ihrem Rechtsstatus, sei ein zentrales Prinzip des
französischen Bildungssystems.
(Quelle: ap)
Deutschland
Beispiellose Kritik an Amtsverständnis des Bundespräsidenten
Do.14.12.06 - Bundespräsident Horst Köhler ist zur Hälfte seiner
Amtszeit in bisher einmaliger Weise aus Union und SPD attackiert
worden, weil er mehrere Gesetze der großen Koalition gestoppt hat.
Die Vorhaltungen an die Adresse des Staatsoberhaupts wurden am Mittwoch
zeitweise so deutlich, dass die Bundesregierung auch in Sorge um den
Respekt vor dem höchsten Staatsamt zur Mäßigung
aufrief. Köhler war im Mai 2004 von Union und FDP in der
Bundesversammlung als Bundespräsident durchgesetzt worden.
Im Namen der Bundesregierung appellierte der stellvertretende
Regierungssprecher Thomas Steg an die Politiker der Koalition, dass
«öffentliche Belehrungen unterbleiben sollten». Zum
Teil ohne den Namen Köhlers zu nennen, hatten Politiker wie
SPD-Fraktionschef Peter Struck und der Parlamentarische
Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert Röttgen
(CDU), Köhler vorgeworfen, zu sehr in die Rolle des
Bundesverfassungsgerichts geschlüpft zu sein. Unterstützung
bekam Köhler hingegen von FDP und Grünen.
Anlass für die Kritik ist die am Freitag bekannt gewordene
Weigerung Köhlers, das Verbraucherinformationsgesetz zu
unterzeichnen. Das Staatsoberhaupt hatte dies damit gegründet,
dass den Kommunen mit dem von der Koalition verabschiedeten Gesetz nach
der neuen Verfassungslage unzulässig Aufgaben übertragen
würden. In der Bundespolitik gibt es das ungeschriebene Gesetz,
mit Kritik am Staatsoberhaupt sparsam umzugehen.
Nach dpa-Informationen verwies hingegen Struck am Dienstag in seinem
schriftlichen Bericht für die Fraktion darauf, dass die Instanz,
die abschließend über die Verfassungsmäßigkeit
von Gesetzen zu entscheiden habe, das Verfassungsgericht sei -
«und niemand sonst». Struck erinnerte an die
zurückhaltende Linie des früheren Bundespräsidenten
Johannes Rau. «Daran könnte man sich ein Beispiel
nehmen», fügte er in dem Bericht hinzu.
Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Joachim Stünker,
wurde noch deutlicher. Der dpa sagte er, dass Köhler bei seinen
Entscheidungen zur Überprüfung von Gesetzen zu weit gehe. Wie
er sich bei der Verwerfung des Verbraucherinformationsgesetzes
verhalten habe, entspreche «nicht seiner Aufgabe», sagte
der Jurist. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der
SPD-Fraktion, Olaf Scholz, mahnte Köhler bei der rechtlichen
Überprüfung von Gesetzen zu mehr Zurückhaltung.
Röttgen wurde in verschiedenen Zeitungen mit der Bemerkung
zitiert, nach seiner Auffassung stelle Köhler das Gefüge der
Verfassungsinstitutionen in Frage.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck lehnte es ab, Köhler öffentlich
zu kritisieren. Am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in
Berlin warnte der rheinland-pfälzische Regierungschef, die
Verfassungsorgane sollten sich nicht gegenseitig beschädigen.
Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD),
rechnet «in Zeiten einer großen Koalition» nicht mit
der Wiederwahl des Bundespräsidenten. Der «Mitteldeutschen
Zeitung» (Donnerstag) sagte er, Köhler sei Kandidat der
Union und FDP gewesen. Er könne sich nicht vorstellen, «dass
die sozialdemokratischen Wahlmänner und -frauen ihm ihre Stimme
geben werden».
Steg wies für die Bundesregierung darauf hin, Gesetze würden
von ihr sorgfältig auf ihre Verfassungsgemäßheit
geprüft. Das Kabinett würde kein Gesetz «aus
Daffke» beschließen. Nach seiner Aussage hat die Regierung
dem Präsidialamt vor der Entscheidung Köhlers mitgeteilt,
dass sie «felsenfest» von der Rechtmäßigkeit des
Verbraucher-Gesetzes überzeugt sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) werde noch vor Weihnachten mit Köhler zu einem
routinemäßigen Treffen zusammenkommen. Vor einigen Wochen
hatte Köhler bereits das Gesetz über die Privatisierung der
Flugsicherung gestoppt.
FDP-Chef Guido Westerwelle forderte die Kanzlerin auf, den
Bundespräsidenten vor Angriffen aus der großen Koalition in
Schutz zu nehmen. Er sprach von Einschüchterungsversuchen. Der
Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker
Beck, sagte, solche Kritik gegen Köhler verbiete sich.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte der «Neuen
Ruhr/Rhein Zeitung» (Donnerstag), es sei frech, «den
Präsidenten mit offensichtlich fehlerhaften Gesetzen zu
belästigen».
Seit jeher sind die Prüfungskompetenzen des Bundespräsidenten
ein Streitpunkt unter Staatsrechtlern. Überwiegend wird davon
ausgegangen, dass das Staatsoberhaupt nur eingeschränkte
Überprüfungsmöglichkeiten hat, um sein Amt auch von den
Aufgaben des Bundesverfassungsgerichts abzugrenzen.
(Quelle: dpa)
Union will Teil der Gesundheitsreform verschieben
Do.14.12.06 - Die Union will einen zentralen Punkt der Gesundheitsreform ändern:
Das Rückkehrrecht für frühere Privatversicherte in einen
Basistarif soll erst 2009 gelten, ein Jahr später als geplant, wie
die gesundheitspolitische Sprecherin Annette Widmann-Mauz dem NDR
sagte. Die SPD ist strikt dagegen. «Wir sehen überhaupt
keine Veranlassung, den Basistarif zu verschieben», sagte die
SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann am Mittwoch der
Nachrichtenagentur AP.
Der Basistarif soll vor allem Menschen zu Gute kommen, die in den
vergangenen Jahren wegen Zahlungsschwierigkeiten ihren Schutz in der
privaten Krankenversicherung verloren haben. Sie sollen ohne
Prüfung ihrer individuellen Krankheitsrisiken zu einem bezahlbaren
Preis wieder aufgenommen werden. Der Basistarif soll in etwa den
Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen.
Der Sender zitierte Widmann-Mauz mit den Worten: «Der Basistarif
erfordert erhebliche Umstellungen im Geschäftsbereich der privaten
Krankenversicherungen. Die Tarife müssen neu entwickelt, neu
kalkuliert werden. Insbesondere die Honorarordnung der Ärzte ist
bis zum 1. Januar 2008 noch nicht in Kraft. Deshalb macht es Sinn,
diesen Basistarif erst zeitgleich mit dem Fonds zum ersten Januar 2009
zu starten.» Der unionsdominierte Bundesrat, der sich am Freitag
erstmals mit dem Reformgesetz befasst, hat ähnliche
Änderungswünsche.
Dagegen sagte Reimann: «Es gibt überhaupt keinen
Zusammenhang zwischen dem Basistarif und dem Gesundheitsfonds.»
Die SPD könne auch «nicht erkennen, dass es bei der
Einführung des Tarifs Schwierigkeiten gibt». Es gebe
«kein Zeitproblem».
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Ferner sagte dem
NDR: «Wir hatten ursprünglich den 1. April 2007 angepeilt,
wie bei allen anderen Strukturreformen auch. Es ist schon schlimm
genug, dass die Betroffenen noch ein Dreivierteljahr warten
müssen, bis sie wieder eine bezahlbare Versicherung bekommen
können.» Es sei nicht vertretbar, daraus fast zwei Jahre
werden zu lassen. Das Gesundheitsministerium betonte ebenfalls, es gebe
keinen Grund zu Veränderungen.
Allerdings laufen die Privatversicherer Sturm gegen die Neuerung. Weil
der Tarif nicht unbedingt kostendeckend ist, muss er innerhalb der PKV
quer subventioniert werden, was die Tarife für andere Versicherte
teurer machen könnte. Die Versicherer hatten deshalb
verfassungsrechtliche Bedenken geltend gemacht. Die Koalition hat
angekündigt, die Gesundheitsreform verfassungsrechtlich
wasserdicht zu machen, um mögliche Einsprüche des
Bundespräsidenten auszuschließen.
Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat umfangreiche weitere
Änderungen an dem Gesetz vorgeschlagen, mit denen sich die
Länderkammer am Freitag befassen will. SPD-Expertin Reimann
bestätigte, dass einige Änderungen debattiert würden, so
zum Beispiel beim umstrittenen Insolvenzrecht für die
Krankenkassen. Auch über die Krankenhausbudgets sowie die Kosten
von Rettungsfahrten, Arznei- und Hilfsmittel werde noch geredet.
Die Reform an sich stehe damit aber nicht in Frage, betonte die
Sozialdemokratin. «Die Notwendigkeit dieser Reform ist
unbestritten», betonte Reimann.
(Quelle: ap)
Mehrheit der Krankenkassen will laut Bericht Beiträge erhöhen
Do.14.12.06 - Viele gesetzlich Krankenversicherte müssen sich einem Bericht
zufolge im neuen Jahr auf Beitragserhöhungen einstellen. Wie die
«Bild»-Zeitung unter Berufung auf den Dienst für
Gesellschaftspolitik (DFG) schreibt, wollen zum 1. Januar 150 von 242
Kassen die Sätze anheben. Auch das Bundesversicherungsamt rechnet
demnach mit mehr als 100 Anpassungsverfahren. Dem Bericht zufolge wird
der Beitrag in den meisten Fällen um 0,6 bis 0,7 Punkte steigen.
Einzelne Kassen wollten schon im Januar 16 Prozent des Bruttolohns
verlangen.
(Quelle: ap)
Gesetzliche Neuregelung bei der Künstlersozialversicherung
Do.14.12.06 - Wer in der Künstlersozialkasse versichert sein will, muss
künftig sein tatsächliches Einkommen der vergangenen vier
Jahre nachweisen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine
entsprechende Gesetzesänderung. Bislang reichten
Einkommensschätzungen der Versicherten aus. Zugleich wird
künftig durch Überprüfungen sichergestellt, dass
abgabepflichtige Betriebe ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Durch die
bessere Erfassung soll der Abgabesatz der Verwerter in Zukunft
möglichst gering gehalten werden.
Für 2007 ist der Abgabesatz den Angaben zufolge auf 5,1 Prozent
festgelegt. Ziel der Änderung ist die finanzielle Stabilisierung
der Künstlersozialversicherung.
In der Künstlersozialversicherung sind zur Zeit rund 150.000
selbstständige Künstler und Publizisten versichert. Die
Finanzierung erfolgt zur Hälfte durch die Beiträge der
Versicherten, zu 20 Prozent über einen Bundeszuschuss sowie zu 30
Prozent durch die Künstlersozialabgabe, die bei den kunst- und
publizistikverwertenden Unternehmen auf die Honorare an Künstler
und Publizisten erhoben wird. Für die Beitragserhebung ist die
Künstlersozialkasse verantwortlich. Mit dem beschlossenen
Gesetzentwurf setzt die Bundesregierung eine entsprechende Vereinbarung
im Koalitionsvertrag um.
(Quelle: ap)
Mehr unter:
http://www.kuenstlersozialversicherung.com
Fraktionen streiten über Ermittlungen in Privat-PCs
Do.14.12.06 - Zwischen Koalitionsfraktionen und Opposition ist ein Streit
ausgebrochen, in wie weit und unter welchen Umständen
Behörden bei ihren Ermittlungen via Internet Zugriff auf private
Computer bekommen sollen.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium,
Alfred Hartenbach (SPD), sagte am Mittwoch in einer von den Grünen
beantragten Aktuellen Stunde des Bundestages zu den so genanten
Online-Durchsuchungen, eine solche Maßnahme stelle einen
beträchtlichen Eingriff in die Privatsphäre dar. Dies
könne nur in Ausnahmefällen erlaubt sein.
Nach den Worten des Grünen-Abgeordneten Wolfgang Wieland muss es
auf jeden Fall eine rechtliche Regelung für solche Ermittlungen
geben. Dabei müsse klar sein, dass eine Online-Durchsuchung nicht
ohne Wissen des Betroffenen durchgeführt werden dürfe. Nach
seiner Einschätzung will die schwarz-rote Koalition zwar eine
rechtliche Regelung schaffen, aber einen Zugriff auch ohne Anzeige beim
betroffenen Bürger möglich machen.
Allerdings bestehen nach Wielands Darstellung Meinungsunterschiede
zwischen dem CDU-geführten Innen- und dem SPD-geführten
Justizministerium, das hier relativ zurückhaltend argumentiere. Im
übrigen solle zuerst eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes
abgewartet werden, bei dem es Bedenken gegen einen Zugriff ohne Anzeige
gebe.
Wieland argumentierte, es müsse zunächst eine Rechtsgrundlage
geschaffen, und dann erst geprüft werden, ob praktischer Bedarf
bestehe. Dass Festplatten von Computern beschlagnahmt würden, sei
gang und gäbe. Aber «hier soll geschnüffelt
werden», um präventiv handeln zu können.
(Quelle: dpa)
Bund und Länder einig über Hochschulpakt
Do.14.12.06 - Bund und Länder haben sich auf einen Hochschulpakt 2020
verständigt. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch
nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder in
Berlin mitteilte, stellt der Bund zusätzlich 1,3 Milliarden Euro
bereit, um steigenden Studentenzahlen Rechnung zu tragen.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) betonte,
die Länder wollten die Bundesmittel komplett kofinanzieren. Bis
2010 könne so die Zahl der Studienplätze von 356 000 auf 445
000 erhöht werden. Dies wäre ohne den «Impuls»
der Bundesregierung so nicht möglich gewesen.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, die
Einigung trage auch der Berliner Sondersituation Rechnung. Berlin solle
eine Pauschale von jährlich vier Prozent der vom Bund
jährlich zur Verfügung gestellten Mittel erhalten. Berlin
verpflichte sich dafür, im Durchschnitt der 2007 bis 2010 eine
jährliche Studienanfängerzahl von 19 500 zu halten.
«Damit kann das Land Berlin gut leben», sagte Wowereit.
(Quelle: ddp)