Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertundersten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Konferenz zur Versöhnung im Irak nimmt Arbeit auf. Iraks
Ministerpräsident will auch Saddams Ex-Offiziere in Armee
So.17.12.06 - In der irakischen Hauptstadt Bagdad hat am Samstag eine Konferenz der
nationalen Versöhnung ihre Arbeit aufgenommen. Mehrere hundert
Gesandte verschiedener politischer Gruppierungen wollten sich unter
anderem mit dem Problem der andauernden Gewalt im Land befassen. Der
irakische Regierungschef Nuri el Maliki hatte am Freitag in einem
Telefonat mit US-Präsident George W. Bush seine Pläne für
die Konferenz dargelegt.
Vor der Zusammenkunft hatte es mehrere Boykottdrohungen gegeben, unter
anderem von Schiiten, die eine Teilnahme von hochrangigen Vertretern der
Baath-Partei aus der Zeit des gestürzten Staatspräsidenten
Saddam Hussein ablehnen. Eine internationale Friedenskonferenz für
den Irak, wie sie der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan
vorgeschlagen hatte, hatte die irakische Führung unter Verweis auf
die Souveränität des Landes strikt abgelehnt.
Nach Angaben des Weißen Hauses erklärte Maliki auch, dass er
sich eine noch breitere Beteiligung der führenden irakischen
Politiker an den Gesprächen wünschen würde. Bush, der
Maliki seine Unterstützung zusicherte, habe sich nach seinen
Treffen mit dem schiitischen Geistlichen Abdel Asis el Hakim und dem
Sunnitenführer Tarek el Haschemi "ermutigt" gezeigt, hieß es.
Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki will beim Aufbau einer
Armee in dem von Gewalt erschütterten Golfstaat auch auf
frühere Offiziere des Ex-Herrschers Saddam Hussein
zurückgreifen.
Maliki nutzte am Samstag das Forum der Versöhnungskonferenz, um
das vor allem an die Adresse der sunnitischen
Bevölkerungsminderheit gerichtete Angebot zu unterbreiten. "Die
neue Armee öffnet ihre Tore für frühere irakische
Offiziere. Alle, die nicht zurückkehren wollen, erhalten
Pensionen", sagte Maliki.
Die Sunniten stellten unter Saddam die Führungskaste des Landes,
fühlen sich im Nachkriegsirak indes an den Rand gedrängt und
sind einer der Hauptträger des Aufstands in dem Land. Der Aufruf
zur Rückkehr in die neuen Streitkräfte gilt als Schachzug
Malikis, der zu mehr Stabilität in dem von ethnischen Spannungen
zerrissenen Land führen soll.
Die für eine Truppenstärke von 300.000 Soldaten ausgelegte
neue Armee soll die Basis für den schrittweisen Abzug der derzeit
noch 135.000 US-Soldaten aus dem arabischen Staat ebnen. der Irak hat
sich das ehrgeizige Ziel gesteckt, bereits Mitte nächsten Jahres
selber für die Sicherheit im Land sorgen zu können.
Nach der US-Invasion im Irak im Frühjahr 2003 hatte der
amerikanische Verwalter Paul Bremer die Armee in dem Golfstaat
kurzerhand aufgelöst. Kritiker haben diese Entscheidung im
Nachhinein als Missgriff beurteilt, da die entlassenen Offiziere sich
vielfach den sunnitischen Milizen anschlossen und so zur
Destabilisierung des Irak beitrugen.
Das irakische Verteidigungsministerium hat bislang zwar auch Sunniten
in die im Wiederaufbau begriffene Armee aufgenommen, allerdings nur in
niedrigen Rängen. Mit Malikis Versöhnungsgeste dürfen nun
erstmals auch Sunniten in höhere Offiziersebene aufrücken.
(Quellen: afp, rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 17.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertsiebenunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.17.12.05 - Verlauf der Wahl weltweit begrüßt +++ Deutsche
Altbundespräsidenten fordern sofortige Freilassung von Osthoff.
Auch Privatinitiative will mehr Aufmerksamkeit für entführte
deutsche Archäologin schaffen +++ Terrorist Sarkawi festgenommen -
und versehentlich freigelassen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0512170.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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Nahost-Konflikt
Palästinenserpräsident Abbas fordert Neuwahlen - Hamas lehnt
umgehend ab. Israels Ministerpräsident Olmert will sich um
Verhandlungen mit Abbas bemühen. Vereinte Nationen fordern
sofortigen Baustopp für israelische Siedlungen - UN-Mandat
für Golan-Beobachtertruppe verlängert
So.17.12.06 - Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hat angesichts der seit
Monaten schwelenden Regierungskrise Neuwahlen gefordert.
Es solle so bald wie möglich ein neues Parlament bestimmt werden,
sagte er am Samstag in einer Rede. Zugleich schlug er
Präsidentenwahlen vor. Bis dahin sei sein Ziel jedoch weiterhin,
eine Regierung der Nationalen Einheit zu bilden. Die regierende
Hamas-Bewegung lehnte den Wahl-Aufruf umgehend ab. Der Minister für
Gefangenen-Fragen, Wasfi Kabha, sagte, nur eine Einheitsregierung
könne die Probleme der Palästinenser lösen. Der
Machtkampf zwischen der radikal-muslimischen Hamas und Abbas' Fatah
Bewegung drohte in den vergangenen Tagen zu einem Bürgerkrieg zu
eskalieren.
Verhandlungen zwischen der international weitgehend isolierten
Hamas-Regierung und der Fatah waren zuvor nach langwierigen
Verhandlungen im Sande verlaufen. Das Ausbleiben von Hilfsgeldern hat
den Gebieten schwer zugesetzt. Abbas rief am Samstag zu einer
politischen Lösung auf. "Die Krise wird immer schlimmer. Ohne eine
politische Einigung wird die Sicherheitslage gestört bleiben",
sagte er. Abbas betonte dabei, er habe das Recht, Neuwahlen auszurufen.
Ein Berater sagte, aus organisatorischen Gründen könne eine
Abstimmung frühestens Mitte 2007 stattfinden.
Abbas wies zudem Berichte über ein angebliches Mordkomplott gegen
seinen Hamas-Rivalen, Ministerpräsident Ismail Hanija, zurück.
Am Donnerstagabend war dessen Wagenkolonne unter Beschuss geraten. Die
Hamas machte die Fatah für den Beginn der Schießerei
zwischen der Präsidentengarde und Hamas-Kräften in Rafah
verantwortlich und bezichtigte einen engen Abbas- Vertrauten, einen
Mordanschlag auf Hanija befohlen zu haben.
Abbas hat unterdessen eine neue kollektive Führung für seine
Fatah-Partei ernannt. Das Büro von Abbas nannte keine Namen,
Parteifunktionäre bestätigten jedoch die Neuordnung der
Führung. Einige der neu Ernannten zählen demnach zu den
jüngeren Aktivisten, die sich seit längerem um mehr Einfluss
bemühen. Die alte Garde, die den Jüngeren nicht Platz machen
wollte, hat die Partei zuletzt für viele Wähler unattraktiv
gemacht.
Dies gilt auch als ein Grund für die Niederlage der Fatah bei der
Parlamentswahl
Nach der Ankündigung von vorgezogenen Neuwahlen in den
Palästinensergebieten setzt die US-Regierung auf ein Ende der
Gewalt in der Region. Wahlen seien zwar eine "interne Angelegenheit",
die USA hofften jedoch, dass Neuwahlen der Gewalt ein Ende setzen und
zur Bildung einer palästinensischen Regierung beitrügen,
sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jeanie Mamo, in
Washington. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana stellte
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Unterstützung
der Europäischen Union für Neuwahlen in Aussicht. Abbas habe
einen "neuen Weg" eröffnet, indem er Wahlen angekündigt habe.
Europa unterstütze ihn darin uneingeschränkt, hieß es
in einer Erklärung Solanas.
Der britische Premierminister Tony Blair forderte eine Beilegung der
Regierungskrise. Blair sagte nach Gesprächen mit dem
türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan in Ankara, es
müsse jetzt eine funktionierende Palästinenser- Regierung
geben. Diese solle als Ansprechpartner für das Ausland dienen,
damit wieder Finanzhilfen fließen und die Lebensbedingungen der
Not leidenden Bevölkerung verbessert werden könnten. Blair
besucht neben den Palästinenser-Gebieten und Israel auch
Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate. Er will dafür
werben, dass die Palästinenser und Israel wieder an den
Verhandlungstisch zurückkehren.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat derweil
außerordentliche Anstrengungen angekündigt, um mit
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Friedensverhandlungen
beginnen zu können. In einem BBC-Interview sagte Olmert, Israel sei
bereit aus einem Großteil der besetzten Palästinensergebiete
abzuziehen und damit auch jüdische Siedlungen aufzugeben. Er
betonte erneut sein Eintreten für einen Palästinenserstaat.
Die UN haben Israel erneut zu einem sofortigen Stopp seiner
umstrittenen Siedlungspolitik aufgefordert. Ansiedlungen auf besetztem
palästinensischen Gebiet seien illegal und ein Hindernis für
den Frieden, heißt es in einer Resolution, die die
UN-Vollversammlung in New York verabschiedete. Acht Länder,
darunter Israel und die USA, votierten mit Nein, zehn enthielten sich.
Zudem forderten die UN, Israel solle die Sicherheit der
Hilfsorganisationen in den Palästinensergebieten
gewährleisten.
Die Vereinten Nationen haben das Mandat für ihre Beobachtermission
auf den zwischen Syrien und Israel umstrittenen Golan-Höhen um
weitere sechs Monate verlängert. Das beschloss der 15-köpfige
UN-Sicherheitsrat in der Nacht zu Samstag einstimmig. Damit läuft
das Mandat für die UNDOF-Truppe, die seit 32 Jahren den
Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwacht, bis zum 30.
Juni 2007. Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte
unlängst erklärt, die weitere Anwesenheit der UN-Truppen auf
den Golan-Höhen sei angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten
"wesentlich". Zur UNDOF gehören mehr als eintausend Soldaten unter
anderem aus Österreich, Kanada, Indien und Japan.
(Quellen: rtr, dpa, afp, ap)
Zehnköpfige Delegation des US-Kongresses in Kuba eingetroffen
So.17.12.06 - Rund zwei Wochen nach dem Verhandlungsangebot des kubanischen
Interims-Staatschefs Raúl Castro an die USA ist in Kuba die
größte Delegation von US-Politikern seit 1959 eingetroffen.
"Dieser Besuch erfolgt zu einem wichtigen Zeitpunkt", sagte der Leiter
der zehnköpfigen Gruppe, der republikanische Abgeordnete Jeff
Flake, am Freitag bei der Ankunft in Havanna. "Wir hoffen darauf, mit
der Führung des Landes und anderen zusammenzutreffen, und wollen
eine neue, lange Ära der Beziehungen zwischen Kuba und den
Vereinigten Staaten in Gang setzen." Im US-Kongress sei "eine
große Mehrheit" für den Dialog mit Kuba, sagte Flake.
(Quelle: afp)
USA: Florida setzt Hinrichtungen nach qualvoller Exekution aus
So.17.12.06 - Die qualvolle Hinrichtung eines 55-jährigen Mannes in Florida hat
der Debatte über die Todesstrafe in den USA neuen Auftrieb
verliehen. Der Bruder von US-Präsident George W. Bush und
Gouverneur des Bundesstaats, Jeb Bush, setzte die Vollstreckung der
Hinrichtungen in Florida nach dem Vorfall bis auf weiteres aus. Er habe
eine Untersuchungskommission eingesetzt, die prüfen solle, ob
Hinrichtungen durch die Giftspritze verfassungsgemäß seien,
erklärte Bush in Miami. In Kalifornien entschied ein
Bundesrichter, dass die dort praktizierte Methode der Giftinjektion
möglicherweise verfassungswidrig sei.
Der 1986 wegen Mordes zum Tode verurteilte Häftling Angel Nieves
Diaz, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, war am Mittwochabend im
Gefängnis von Starke durch eine Giftspritze hingerichtet worden.
Normalerweise tritt der Tod in weniger als 15 Minuten ein; nach drei
bis fünf Minuten werden die Häftlinge in der Regel
bewusstlos. Nieves starb jedoch erst nach 34 qualvollen Minuten.
Augenzeugen zufolge litt er offensichtlich unter großen
Schmerzen. Er habe versucht zu sprechen, sein Gesicht sei verzerrt
gewesen, die Augen weit aufgerissen, sein Körper habe gezuckt.
Bei einer Hinrichtung durch die Giftspritze werden den Todeskandidaten
drei Stoffe injiziert: ein Schmerzmittel, ein Mittel zur
Muskellähmung und ein Mittel, das zum Herzstillstand führt.
Dem vorläufigen Autopsiebericht zufolge waren die beiden Nadeln zu
tief in Nieves' Arme gestochen worden. Dadurch seien die Giftstoffe
nicht in die Venen injiziert worden, sondern in das umliegende Gewebe,
hieß es in dem Bericht.
Nieves' Kusine Maria Otero kündigte an, dass ihre Familie unter
Verweis auf das achte Amendment (Zusatz zur US-Verfassung), das jeder
Person Schutz vor grausamer und ungewöhnlicher Strafe
gewährt, den Staat Florida verklagen werde.
In Florida sitzen mehr als 370 Häftlinge in der Todeszelle, vier
von ihen wurden in diesem Jahr hingerichtet. Der Bundesstaat hatte im
Jahr 2000 die Exekution per Giftspritze eingeführt. Die
Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl wurden damals gestoppt,
nachdem zwei Todeskandidaten bei der Hinrichtung Feuer gefangen hatten.
Auch der kalifornische Bundesrichter Jeremy Fogel bezog sich auf das
achte Amendment. Bei mehreren Exekutionen hätten sich Probleme bei
der "Zuverlässigkeit und Transparenz" des angewandten Verfahrens
gezeigt. Damit sei die Verfassungsmäßigkeit der Hinrichtung
in Gefahr.
(Quelle: afp)
Anti-Putin-Demonstration in Moskau
So.17.12.06 - Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen haben in Moskau mehrere tausend
Oppositionsanhänger gegen eine aus ihrer Sicht zunehmend
autoritäre Politik von Präsident Wladimir Putin protestiert.
«Wir wollen keinen Polizeistaat mehr», sagte der Politiker
und frühere Schachweltmeister Garri Kasparow beim «Marsch
der Dissidenten» mit liberalen Parteien und radikalen
Gruppierungen.
Nach Beendigung der friedlichen Kundgebung kam es am Rande zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen etwa 40 Demonstranten
sowie einer der Organisatoren festgenommen wurden.
Im Vorfeld der Parlamentswahl Ende 2007 und der Präsidentenwahl im
März 2008 rief der frühere Regierungschef Michail Kasjanow
die Regierungsgegner zur Geschlossenheit auf. «Das nächste
Jahr wird das Schicksal unseres Landes bestimmen. Wir müssen
unseren Nachbarn, unseren Freunden und Verwandten klar machen, dass wir
nur gemeinsam stark sind», rief Kasjanow den Menschen zu.
«Putin muss weg», forderte ein Teil der Demonstranten in
Sprechchören. Zu den Organisatoren der Kundgebung zählte auch
der Skandalschriftsteller Eduard Limonow, Vorsitzender der
Nationalbolschewistischen Partei.
Auf dem von tausenden Polizisten umstellten Triumph-Platz erinnerten
einige Demonstranten mit Fotos an die bis heute nicht aufgeklärte
Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober. Kritiker
werfen der Führung um Putin vor, durch verschärfte
Anti-Terror-Gesetze sowie ein neues Wahlgesetz Schritt für Schritt
die Bürgerrechte im Land einzuschränken. Im Verlauf der
Demonstration wurde eine Resolution verabschiedet, in dem die
Regierungsgegner unter anderem mehr Sozialpolitik im Interesse der
Bürger sowie eine Rücknahme des umstrittenen neuen
Wahlgesetzes fordern.
Im Vorfeld hatten die Behörden ein Eingreifen für den Fall
angedroht, dass die Demonstranten wie zunächst geplant vom
Triumph-Platz in Richtung Kreml marschieren. Vorsorglich war der Rote
Platz abgesperrt worden. «Die Staatsmacht hat Angst vor uns, weil
wir uns heute endlich vereinigt haben», rief Kasparow den
Zuhörern zu. Im Moskauer Stadtzentrum glich die Lage einem
Ausnahmezustand. An Kreuzungen waren Wasserwerfer, gepanzerte Fahrzeuge
und Gefängnistransporter stationiert. Über dem Triumph-Platz
kreiste während der Kundgebung ein Polizei-Hubschrauber.
Aus den Regionen berichteten zahlreiche Oppositionsgruppierungen, ihre
Mitglieder seien von den Behörden an der Reise nach Moskau
gehindert worden. Wenige Tage vor der Oppositionskundgebung hatten
Polizeibeamte in Moskau noch Kasparows Büro nach
«extremistischer Literatur» durchsucht.
(Quelle: dpa)
300 Festnahmen nach Ausschreitungen in Kopenhagen
So.17.12.06 - Bei einer nicht genehmigten Demonstration ist es am Samstag in
Kopenhagen zu Krawallen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas
gegen gewalttätige Demonstranten ein und nahm nach Angaben eines
Polizeisprechers 200 bis 300 Personen fest. Rund 1.000 Menschen hatten
sich zu der Demonstration in der dänischen Hauptstadt versammelt,
um gegen die gerichtlich angeordnete Räumung eines Hauses zu
protestieren, das die Stadt an eine christliche Gemeinde verkauft hat
und das damit den zuvor tolerierten jugendlichen Bewohnern nicht mehr
zur Verfügung stehen soll.
Demonstranten bewarfen nach Berichten von Augenzeugen Polizisten mit
Pflastersteinen und Feuerwerkskörpern. Die Polizei ging daraufhin
mit Tränengas gegen die Menge vor. Mehrere Personen sollen
verletzt worden sein. Wegen der Räumungsverfügung ist es
wiederholt zu Krawallen gekommen. Die Stadt hatte das viergeschossige
Gebäude 1982 einer Gruppe von Hausbesetzern überlassen, es
aber dann 2001 an die christliche Gemeinde verkauft. Die jugendlichen
Bewohner weigerten sich jedoch, das Haus zu räumen. Ein Einspruch
gegen die Räumung wurde am 28. August dieses Jahres von einem
Gericht abgewiesen.
(Quelle: ap)
Scharfe Kritik in Polen und Deutschland nach Vertriebenen-Klagen
So.17.12.06 - Die Entschädigungsklage der Vertriebenenorganisation
«Preußische Treuhand» ist in Polen und Deutschland auf
scharfe Kritik gestoßen.
«Wenn die Deutschen Geld für verlorenes Eigentum verlangen
wollen, sollen sie sich an die USA, Großbritannien und die
Nachfolger der Sowjetunion wenden», sagte der ehemalige polnische
Außenminister Wladyslaw Bartoszewski der Zeitung
«Rzeczpospolita». Diese drei Staaten hätten auf der
Konferenz von Potsdam über das Schicksal der deutschen
Bevölkerung in Schlesien, Pommern und Ostpreußen entschieden.
Auch die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika
Steinbach, distanzierte sich klar von den Aktivitäten der Treuhand,
deren Aufsichtsrat Rudi Pawelka Vorsitzender der Landsmannschaft
Schlesien ist. «Das Präsidium des Bundes der Vertrieben hat
mehrfach deutlich gemacht, dass wir den Weg nicht
unterstützen», sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete am Samstag
der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.
Die 2000 gegründete «Preußische Treuhand» hat
jetzt den schon vor zweieinhalb Jahren angekündigten Klageweg
beschritten und Polen vor dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte in Straßburg auf Entschädigung verklagt. Das
Gericht soll nach Vorstellung Pawelkas zunächst die Vertreibungen
nach dem Zweiten Weltkrieg grundsätzlich als Unrecht anerkennen.
Steinbach verwies darauf, dass die «Preußische
Treuhand» eine eigene Organisation und keine Aktivität der
gesamten Landsmannschaft Schlesien sei. «Innerhalb des
Schlesischen Landsmannschaft ist die Mehrheit nicht beglückt
über das, was ihr Vorsitzender macht.» Der BdV ist nach
Worten Steinbachs nicht in der Lage, das Problem zu lösen. Das
könnten nur die Länder selbst erreichen. Die ungelösten
Fragen seien auch eine der Ursachen dafür, dass es die
«Preußische Treuhand» gebe. «Was ich sehr
bedauere», ergänzte Steinbach.
Auf die Frage, ob die Klagen das deutsch-polnische Verhältnis
belasteten, sagte Steinbach, vieles, was zu dem labilen Verhältnis
beider Länder geführt habe, sei von polnischer Seite auf den
Weg gebracht worden. «Das muss man eindeutig sagen.» Andere
Länder würden anders mit diesem Thema und auch mit den aus
ihren Ländern vertriebenen Deutschen umgehen. «Da ist Polen
zur Zeit Schlusslicht unter diesen Ländern.»
Die Koordinatorin der Bundesregierung für das deutsch-polnische
Verhältnis, Gesine Schwan, sagte der «Berliner Zeitung»
(Samstag), sie gehe davon aus, dass sich wie bisher alle politisch
relevanten Kräfte von dem Vorstoß der Treuhand
distanzierten. Bereits am Freitag hatte der polnische
Staatspräsident Lech Kaczynski die Klage als Bedrohung für die
deutsch-polnischen Beziehungen bezeichnet. Der SPD-
Außenpolitiker Markus Meckel forderte von der Bundesregierung, sie
müsse den Klagen jegliche Unterstützung verweigern.
Dorota Arciszewska-Mielewczyk, die Vorsitzende der als Reaktion auf die
«Preußische Treuhand» gründeten «Polnischen
Treuhand», sagte der «Dziennik» (Samstag), die
Deutschen hätten «absolut kein moralisches Recht, von den
Polen Entschädigungen für Eigentumsverlust nach dem Krieg zu
fordern». Sollte die «Preußische Treuhand» ihre
Klage nicht zurückziehen, sollten die «15 Millionen Polen,
deren Familien im Zweiten Weltkrieg geschädigt wurden, Zivilklagen
gegen die deutsche Regierung einreichen», forderte die
nationalkonservative Politikerin.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jochen-Konrad Fromme sagte der
«Berliner Zeitung», er sehe keinen Weg, wie die
vermeintlichen Ansprüche der Kläger durchgesetzt werden
könnten. Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen,
Flüchtlinge und Aussiedler in der Unions- Bundestagsfraktion wandte
sich entschieden gegen die Preußische Treuhand: «Ich lehne
die Aktivitäten und den Stil dieser Institution vollständig
ab, weil sie Deutschland erheblichen außenpolitischen Schaden
zufügt.»
(Quelle: dpa)
Verbände finden Kinderschutz in Deutschland mangelhaft
So.17.12.06 - Führende Kinder- und Jugendverbände halten den Kinderschutz
in Deutschland für mangelhaft. "Das Kinder- und Jugendhilfesystem
steht vor dem Kollaps", sagte Heinz Hilgers, Präsident des
Deutschen Kinderschutzbundes, der "Welt am Sonntag". "Zu viele
Jugendämter leiden unter finanzieller Auszehrung. Wir brauchen
mehr Personal." Norbert Struck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) warf der Politik vor, den Schutz
des Nachwuchses "nicht ernst genug" zu nehmen.
Die Kommunen fordern derweil mehr Geld für einen Ausbau der unter
ihrer Verantwortung stehenden Beratungsangebote. "Es muss mehr Geld in
die Jugendämter fließen", sagte Gerd Landsberg, der
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und
Gemeindebundes, der "WamS". Die Mitarbeiter der Ämter müssten
allen Neugeborenen einen Besuch abstatten können, forderte
Landsberg. Anlass für die neue Debatte ist der Fall eines am
Donnerstag in Sömmerda gefundenen Säuglings, den seine Mutter
hatte verdursten lasssen.
(Quelle: afp)
Korruptionsaffäre: Schwere Vorwürfe gegen
Siemens-Führungszirkel
So.17.12.06 - In der Siemens-Korruptionsaffäre sind schwere Vorwürfe gegen
Mitglieder des engsten Führungszirkels beim Münchner
Elektroriesen laut geworden.
Der Anwalt des Chefbuchhalters der Kommunikationssparte Com, Steffen
Ufer, sagte dem Berliner «Tagesspiegel», neben einem
früheren Com-Bereichsvorstand habe auch der Zentralvorstand die
Praktiken gebilligt, darunter auch der damalige Vorstands- und heutige
Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer.
Erst am Dienstag war der frühere Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt
verhaftet worden. Damit hatte die Schmiergeldaffäre erstmals die
Ebene der Konzernspitze erreicht. Ein ehemaliger Vorstandskollege soll
in Vernehmungen gesagt haben, dass Ganswindt schon seit 2004 von dem
Schmiergeldsystem gewusst habe.
«Ab einem gewissen Level wusste jeder was da läuft»,
sagte Ufer dem «Tagesspiegel». «Man hat von meinem
Mandanten ausdrücklich gewünscht, beide Augen
zuzudrücken. Es hat keinen Zweifel daran gegeben, dass in diesem
Konzern fast jeder - außer vielleicht die Putzfrau - wusste, dass
illegale Provisionen gezahlt werden.» Dem Anwalt zufolge hat sich
der zur Zeit inhaftierte Chefbuchhalter aber nicht der Untreue schuldig
gemacht. «Das ist Schwachsinn, das war doch alles im Interesse der
Firma», sagte er. Eher werde es möglicherweise um Bestechung
und Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe dazu gehen. Deutlich
sei aber auch, dass Siemens sich nicht anders als andere Konzerne
verhalten habe, um Großaufträge in Afrika, Asien und
Osteuropa zu gewinnen.
Dem Nachrichtenmagazin «Focus» zufolge sollen auch der
frühere Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger sowie der ehemalige
Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Hermann Baumann frühzeitig von
dubiosen Geldströmen erfahren haben. Unter Berufung auf
Firmen-Insider schreibt das Magazin, die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe beiden spätestens
2004 in einem internen Bericht über fragwürdige Vorgänge
informiert.
Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Dutzend
Verdächtige etwa 200 Millionen Euro von Siemens veruntreut und im
Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Überprüfungen bei
Siemens ergaben zweifelhafte Zahlungen von 420 Millionen Euro in den
vergangenen sieben Jahren. Das Geld muss Finanzvorstand Joe Kaeser
zufolge nicht komplett in schwarze Kassen geflossen sein. Es handle sich
aber um verdächtige Zahlungen für Beraterverträge, bei
denen der weitere Geldfluss untersucht werden müsse. Als Folge hat
Siemens für die vergangenen sieben Jahre zusätzliche
Steuerbelastungen von 168 Millionen Euro veranschlagt. Der Gewinn des
Geschäftsjahres 2005/06 (30. September) wurde von 3,106 auf 3,033
Milliarden Euro nach unten korrigiert.
Erste Hinweise auf dubiose Beraterverträge soll es dem
Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zufolge bereits vom
Frühjahr 2001 an im Rahmen eines Kostensparprogramms in der
Netztechnik (ICN)- und der Mobilfunksparte (ICM) gegeben haben. Kaeser,
damals im Vorstand des ICM-Bereichs, habe dem «Spiegel»
gesagt, ihm hätten damals keine Hinweise auf fragwürdige
Beraterverträge vorgelegen.
(Quelle: dpa)
Grünen-Abgeordnete sollen für Flugreisen Klima-Ausgleich
zahlen
So.17.12.06 - Bundestagsabgeordnete der Grünen sollen künftig bei
Flugreisen der Fraktion einen Ausgleich für Klima- und
Umweltschäden zahlen. Diese Meldung der «Bild»-Zeitung
bestätigte ein Fraktionssprecher am Samstag auf Anfrage. Die
Agentur «Atmosfair» berechnet die Schäden je nach
Flugziel und soll das Geld als Spende vereinnahmen, hieß es in dem
Blatt weiter.
Die Fraktion der Grünen hatte einen entsprechenden Antrag bereits
mit dem Ziel in den Bundestag eingebracht, dass alle Abgeordneten solche
Abgaben zahlen sollten, war aber damit gescheitert. Auch in der
großen Koalition stoßen die Pläne auf Ablehnung. Das
Blatt meldete, die Grünen-Fraktion wolle diesen Beschluss noch in
diesem Jahr fassen.
Der Sprecher sagte, der Vorstoß im Bundestag solle erneuert
werden. Zunächst gelte die Regelung nur bei Flugreisen, die
über die Fraktionskasse abgerechnet würden, nicht aber bei
Reisen, die über die Bundestagsverwaltung abgerechnet werden. Dort
seien die Abgeordneten allerdings aufgefordert, den errechneten Beitrag
freiwillig zu spenden.
Die Agentur «Atmosfair» bietet im Internet einen Rechner
für die bei Flügen angeblich entstehenden Schäden, der
etwa für die Strecke Berlin-Frankfurt fünf Euro für die
einfache und acht Euro für Hin- und Rückreise nennt. Für
Reisen mit anderen Verkehrsmitteln soll die Regelung nicht gelten.
(Quelle: ap)
Agentur "Atmosfair":
http://www.atmosfair.com/
Razzien bei Rechtsextremen an 44 Orten
So.17.12.06 - Die Polizei in Baden-Württemberg ist in der Nacht zum Samstag an
44 Orten mit Razzien und Kontrollen gegen Rechtsextreme vorgegangen.
Dabei seien 277 Menschen sowie 159 Fahrzeuge kontrolliert worden, teilte
das Innenministerium in Stuttgart mit.
Ziel der Aktion sei es gewesen, der rechtsextremen Szene die Grenzen
aufzuzeigen und zu verhindern, dass sich deren Strukturen verfestigten,
sagte Innenminister Heribert Rech (CDU). Die Kontroll- und
Fahndungsaktion betraf die Landkreise Biberach, Friedrichshafen,
Offenburg, Pforzheim, Rastatt, Reutlingen, Schwäbisch Hall,
Waiblingen sowie die Landeshauptstadt Stuttgart.
Besonders hatten es die Fahnder nach Darstellung des Ministers auf die
Skinheadszene abgesehen. «Ihr Gewaltpotenzial ist unberechenbar
und sehr ernst zu nehmen», sagte Rech. In Baden-Württemberg
seien im vergangenen Jahr 1200 rechtsextreme Skinheads registriert
worden. Im Jahr 2005 waren Rech zufolge mehr als die Hälfte der
politisch motivierten Gewaltdelikte der rechten Szene anzulasten: 76 von
146 Fälle. Rechtsextreme Straftaten - besonders Propagandadelikte
wie das Zeigen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen -
hätten den größten Anteil an der politisch motivierten
Kriminalität - 1166 von 1864 Fälle - gehabt. Die Zahl dieser
Straftaten nehme weiter zu.
(Quelle: dpa)