Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertunddritten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Weißes Haus will vorerst nicht mehr von Sieg im Irak sprechen.
Laut Pentagon Sicherheitslage im Irak weiter verschlechtert.
Ex-US-Außenminister Powell und führende Demokraten gegen
Truppenaufstockung. US-Marineinfanterist in irakischer Provinz Anbar
getötet. Syrien und Irak schließen Abkommen zur
Verbrechensbekämpfung
Di.19.12.06 - Das Weiße Haus will vorerst nicht mehr verkünden, dass der
Einsatz der US-Streitkräfte im Irak ein Siegeszug sei. «Ich
mache dieses Spiel nicht mehr mit», sagte Pressesprecher Tony
Snow am Montag vor Journalisten in Washington. Es sei unmöglich,
eine komplexe Situation so verkürzt zu beschreiben.
US-Präsident George W. Bush hatte bei einer Pressekonferenz Ende
Oktober noch auf dem Terminus «Sieg» bestanden und damit
eine neue Kontroverse über den Irak-Einsatz ausgelöst. Auch
der am Montag vereidigte neue Verteidigungsminister Robert Gates
verneinte bei seiner Anhörung im Senat die Frage, ob die USA im
Irak zurzeit siegreich seien. Snow erklärte, Bush habe gemeint,
dass die USA im Irak gewinnen müssten und dies letztlich auch
würden.
Die Lage im Irak hat sich nach einem Bericht des
US-Verteidigungsministeriums in den vergangenen Monaten verschlimmert.
Von Mitte August bis Mitte November sei die Zahl der Anschläge im
Vergleich zu den vorangegangenen Monaten um 22 Prozent gestiegen,
hieß es in einem am Montag (Ortszeit) dem Kongress in Washington
übergebenen Bericht des Pentagon. Ein Grund dafür sei der
übliche Anstieg der Gewalttaten während des Fastenmonats
Ramadan. Hauptziel der Anschläge seien mit 68 Prozent weiterhin
die US-Truppen und ihre Verbündeten. Die Mehrzahl davon (54
Prozent) ereigne sich in den Provinzen Bagdad und el Anbar. Die Zahl
der zivilen Opfer sei im beobachteten Zeitraum um zwei Prozent
angestiegen.
Der Report wurde am gleichen Tag vorgelegt, an dem der neue
US-Verteidigungsminister Robert Gates sein Amt übernommen hat. In
dem Bericht heißt es weiter, das Versagen der irakischen
Regierung, ein Ende der Gewalt herbeizuführen, habe das Vertrauen
der einfachen irakischen Bürger in die Zukunft ausgehöhlt.
Der frühere US-Außenminister Colin Powell hat sich gegen von
Medien erwähnte Pläne der US-Regierung ausgesprochen, die
derzeit im Irak stationierten 140.000 US-Soldaten um weitere 20.000 oder
mehr aufzustocken. Im Fernsehsender CBS sagte Powell am Sonntag, er sei
nicht überzeugt, dass eine Verstärkung der Truppen in Bagdad
zur Eindämmung der Gewalt beitragen werde. Wenn er noch immer
Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs wäre, würde er als
erstes fragen, welche Mission die zusätzlichen Soldaten zu
erfüllen hätten. Ähnlich äußerten sich
führende Seantoren der Demokratischen Partei wie Harry Reid und Ted
Kennedy.
Einen Tag nach ihrer Entführung sind am Montag sechs Mitarbeiter
des Roten Halbmondes in Bagdad freigelassen worden. Dies gab ein
Sprecher der Hilfsorganisation in der irakischen Hauptstadt bekannt.
Bewaffnete in Polizeiuniformen hatten am Vortag bis zu 30 Menschen aus
einem Büro des Roten Halbmondes in Bagdad verschleppt. Das
Schicksal der weiteren Verschleppten sei noch ungewiss, sagte der
Sprecher weiter. Der Rote Halbmond ist die einzige Hilfsorganisation,
die in allen 18 Provinzen des Iraks tätig ist.
In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Massenentführungen in
Bagdad zugenommen. Mitte November waren 150 Beamte aus einem Institut
des Hochschulministeriums verschleppt worden, wenige Tage später
Dutzende Insassen mehrerer Kleinbusse und erst am vergangenen Donnerstag
mindestens 30 Passanten und Ladenbesitzer aus einem Einkaufsviertel.
Gefechte in der irakischen Provinz Anbar haben einen amerikanischen
Marineinfanteristen das Leben gekostet. Die US-Streitkräfte
erklärten am Montag, der Soldat sei am Samstag seinen schweren
Verletzungen erlegen. Damit stieg die Zahl der getöteten
US-Soldaten im Irak in diesem Monat auf 58. Insgesamt kamen seit dem
Beginn des Krieges im März 2003 mindestens 2.946 amerikanische
Soldaten ums Leben.
Syrien und der Irak wollen im Kampf gegen Kriminalität und Terror
zusammenarbeiten, wie die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA
berichtete. Die Innenminister Bassam Abdul-Madschid und Dschawad al
Bolani unterzeichneten in Damaskus ein Abkommen, das die Grundlagen
für ein gemeinsames Vorgehen gegen das organisierte Verbrechen,
Drogenhandel und Schmuggel schafft. Zudem wollen die beiden Staaten ein
System zur Überwachung der gemeinsamen Grenze entwickeln und mehr
Informationen austauschen. Die USA und der Irak haben Syrien wiederholt
vorgeworfen, es ermögliche ausländischen Kämpfern die
Einreise in den Irak. Syrien und Irak hatten erst vor kurzem wieder
diplomatische Beziehungen aufgenommen.
(Quellen: afp, dpa, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 19.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertneununddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.19.12.05 - US-Präsident Bush räumt in Rede an die Nation Schwierigkeiten
im Irak ein. Siegeswillen beschworen +++ In Irak entführte deutsche
Archäologin Susanne Osthoff ist frei +++ Sicherheitsmaßnahmen
nach Wahl wieder aufgehoben +++ Gewalt nahm am Sonntag wieder zu +++
Wahlergebnis eventuell schon am heutigen Montag - Erfolg für
Schiiten +++ Mehrheit der Amerikaner gegen sofortigen Abzug der US-Truppen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv7/k0512190.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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UN-Sonderbeauftragter für Afghanistan: Konflikt "nicht allein mit
militärischen oder polizeilichen Mitteln' zu lösen
Di.19.12.06 - Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs, hat
prophezeit, die NATO werde den Kampf in Afghanistan «nicht lang
durchhalten». Der dortige Konflikt sei ohnehin «nicht
allein mit militärischen oder polizeilichen Mitteln» zu
lösen, sagte Koenigs der «Frankfurter Rundschau»
(Montagausgabe). Vieles, was den dortigen Volksaufstand befördert
habe, sei «von pakistanischem Boden ausgegangen«. Deshalb
müsse man die Pakistanis miteinbeziehen.
Zudem sei es notwendig, dass NATO und Koalitionsstreitkräfte
«so schnell wie möglich» die afghanische Armee und
Polizei in die Lage versetzten, den Konflikt aus eigener Kraft
auszufechten. Deutschland sollte dabei eine zentrale Rolle in der
Ausbildung afghanischer Institutionen spielen. Der Abzug der
NATO-Truppen fände «sehr viel mehr Akzeptanz», weil
dann ein Argument der Taliban nicht mehr ziehe, dass das «fremde
Invasoren» seien, betonte der Sonderbeauftragte.
(Quelle: ddp)
Nahost-Konflikt
Brüchige Waffenruhe im Gazastreifen.
Palästinenserpräsident Abbas untermauert Willen zu Neuwahlen
Di.19.12.06 - Blutige Kämpfe und Entführungen im Gazastreifen haben den
Waffenstillstand zwischen den verfeindeten palästinensischen
Gruppen Hamas und Fatah in Frage gestellt. Bei Schießereien
zwischen Fatah- und Hamas-Anhängern wurde am Montagabend ein
Fatah-Aktivist getötet, ein ranghoher Fatah-Politiker wurde
vorübergehend entführt. Der palästinensische
Präsident Mahmud Abbas bekräftigte seine Absicht, baldige
Neuwahlen abzuhalten, ferner warb er für einen neuen Dialog mit
Israel. Die regierende Hamas sprach abermals von einem Staatsstreich.
Vor Abbas' Amtssitz in Gaza kam es am Montagmorgen zu einer
Schießerei. Mehrere Stunden später bekämpften sich in
der Innenstadt rund zwei Dutzend maskierte und bewaffnete Anhänger
der regierenden Hamas und der Fatah des Präsidenten. Ein
16-jähriger Passant wurde verletzt.
Am Sonntag waren den Auseinandersetzungen drei Menschen zum Opfer
gefallen. Die Gewalt war eskaliert, nachdem Abbas vorgezogene
Präsidenten- und Parlamentswahlen angekündigt hatte, um den
Machtkampf mit der radikalislamischen Hamas zu lösen, die seit
März die Regierung stellt. Die Hamas bezeichnete das Ansinnen des
Präsidenten als Staatsstreich. Abbas zeigte sich davon
unbeeindruckt. Es gebe nichts, was ihn von seiner Entscheidung für
Neuwahlen abbringen könne, sagte er am Montag auf einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Tony Blair in
Ramallah.
Die USA haben sich unterdessen hinter die Ausrufung baldiger Neuwahlen
in den palästinensischen Gebieten und damit hinter Abbas gestellt.
Die verfassungsrechtliche Grundlage des Schritts sei allerdings nicht
ganz klar, räumte US-Außenamtssprecher Sean McCormack am
Montag ein. Die Ausrufung von Neuwahlen sei in der Verfassung zwar
nicht ausdrücklich vorgesehen, sie sei aber auch nicht verboten.
Er kündigte zudem an, dass Präsident George W. Bush sich beim
Kongress dafür einsetzen werde, dass die Truppen, die loyal zu
Abbas stehen, finanzielle Unterstützung, Ausbildung und
logistische Unterstützung bekommen.
Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija kündigte
für (den heutigen) Dienstag eine Rede an, in der er seine Antwort
auf die Neuwahl-Initiative von Abbas geben will. Hanija werde die Rede
um 17.00 MEZ halten, teilte sein Büro mit.
Angesichts des Machtkampfs in den palästinensischen Gebieten
fordert die Europäische Union verstärkte internationale
Anstrengungen zur Konfliktlösung. Die für Außenpolitik
zuständige EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte der
«Berliner Zeitung», das Nahost-Quartett unter Beteiligung
der USA und Russlands müsse bald wieder tagen. «Nur im Rahmen
des Quartetts können wir wirklich weiterkommen»,
erklärte die Kommissarin. Ferrero-Waldner unterstützt damit
einen Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Blair begrüßte nach einem Treffen mit Abbas dessen
Entscheidung für vorgezogene Wahlen. Die nächsten Wochen seien
entscheidend, sagte der britische Premier, der noch am Montag mit dem
israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zusammenkommen wollte.
Abbas erklärte, er sei bereit, sich mit Olmert zu treffen.
«Wir müssen miteinander reden, um unsere Probleme zu
lösen», sagte der palästinensische Präsident.
Nach israelischen Angaben verließen kürzlich Dutzende,
vielleicht sogar mehrere hundert Hamas-Kämpfer den Gazastreifen, um
sich im Iran militärisch ausbilden zu lassen. Das Training sei
vergleichbar mit der Ausbildung, die Hisbollah-Milizionäre aus dem
Libanon in den vergangenen Jahren erhalten hätten, verlautete am
Montag aus israelischen Militärkreisen.
(Quelle: ap)
Keine Bewegung bei Atom-Gesprächen mit Nordkorea - Pjöngjang
fordert neuen Atomreaktor und Ende von Sanktionen
Di.19.12.06 - Nordkorea hat zum Auftakt internationaler Gespräche über sein
Atomprogramm wenig Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen. Die
Delegation aus Pjöngjang bekräftigte am Montag in Peking ihre
Forderungen nach einer Aufhebung aller Sanktionen sowie als Bedingung
für den Stopp seines Atomprogramms den Bau eines neuen
Leichtwasserreaktors. Der amerikanische Gesandte Christopher Hill
erklärte, die USA seien mit ihrer Geduld am Ende.
An den Sechs-Parteien-Gesprächen nehmen neben den USA und
Nordkorea auch Vertreter aus Südkorea, Russland, China und Japan
teil. Es sind die ersten Beratungen in dieser Runde seit mehr als einem
Jahr. Wie eine der beteiligten Delegationen mitteilte, bezeichnete sich
Nordkorea als Atommacht, die Gespräche sollten daher als
Abrüstungsverhandlungen geführt werden. Damit wiederholten
die Vertreter Pjöngjangs ihre Forderung, auf gleicher
Augenhöhe mit den USA zu verhandeln.
Nordkorea schließt eine Einstellung seiner nuklearen
Aktivitäten aus, solange die UN-Sanktionen und die
zusätzlichen Finanzrestriktionen der USA in Kraft sind. Washington
macht dagegen ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zur
Vorbedingung für eine Normalisierung der Beziehungen. «Unser
Vorrat an Geduld hat die internationale Forderung nach Geduld
wahrscheinlich übertroffen», sagte US-Unterhändler
Hill. «Wir sollten weniger geduldig sein, das Tempo erhöhen
und schneller arbeiten.»
Der japanische Vertreter Kenichiro Sasae sagte, die Haltung Nordkoreas
sei «weit entfernt» von den Positionen der anderen
Delegationen. «Wir können sie nicht akzeptieren»,
sagte Sasae. China, Nordkoreas wichtigster Verbündeter, drang auf
Ergebnisse. Die Zeit der Bekenntnisse sei vorbei, nun gehe es um Taten,
sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.
Im September vergangenen Jahres hatten die an den Verhandlungen
beteiligten Länder vereinbart, dass Nordkorea sein Atomprogramm
aufgibt, wenn es im Gegenzug Sicherheitsgarantien und Hilfe
erhält. Zwei Monate später brach Pjöngjang die
Gespräche ab - aus Protest gegen zusätzliche Finanzsanktionen
der USA.
Seitdem hat Nordkorea im Juli dieses Jahres neue Raketen getestet und
am 9. Oktober erstmals einen Atomsprengsatz gezündet. Unter
internationalem Druck erklärte sich das kommunistische Regime Ende
Oktober zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche bereit.
Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die
Verhandlungen substanzielle Fortschritte bringen.
(Quellen: ap, rtr)
Gemäßigte Kräfte bei Kommunalwahl im Iran erfolgreich
Di.19.12.06 - Die ultrakonservativen Gefolgsleute von Präsident Mahmud
Ahmadinedschad haben bei der Kommunalwahl im Iran eine Niederlage
erlitten. Teilergebnissen vom Montag zufolge errangen die
gemäßigten Konservativen in den meisten Stadt- und
Gemeinderäten die Mehrheit. Auch die Reformer legten zu. Der
frühere Präsident Haschemi Rafsandschani, ein Gegner
Ahmadinedschads, wurde mit gutem Ergebnis in die einflussreiche
Versammlung der Experten gewählt.
Beobachter werteten den Ausgang der Wahl als Zeichen für einen
Wandel innerhalb der politischen Führungsschicht. «Die
Ergebnisse zeigen, dass sich eine neue Koalition gebildet hat zwischen
Reformern und gemäßigten Konservativen auf Kosten der
extremen Hardliner, die Ahmadinedschad unterstützen», sagte
der Politik-Experte Mostafa Mirsaeian.
Im Stadtrat von Teheran verfügt das Lager des moderat
konservativen Bürgermeisters Mohammed Bagher Kalibaf künftig
voraussichtlich über sieben der 15 Sitze. Die Reformer gewannen den
Teilergebnissen zufolge vier Mandate, Ahmadinedschads Gefolgsleute
müssen sich mit drei Stadträten begnügen. Ein Sitz geht
an einen unabhängigen Kandidaten.
Auch in anderen Städten schnitten die Anhänger des
Präsidenten schlecht ab. In der südiranischen Hafenstadt
Bandar Abbas beispielsweise zog keiner von Ahmadinedschads
Verbündeten in das Kommunalparlament ein.
Bei der Wahl zur Versammlung der Experten erhielt Rafsandschani weitaus
mehr Stimmen als sein Hauptkonkurrent, Ayatollah Mohammad Taki Mesbah
Jasdi. Jasdi gilt als geistlicher Mentor Ahmadinedschads, Rafsandschani
dagegen als Gegner des Präsidenten. Die Versammlung der Experten
besteht aus 86 ranghohen Geistlichen. Das Gremium wählt und
kontrolliert den obersten geistlichen Führer des Irans - zurzeit
ist dies Ayatollah Ali Chamenei.
Die Wahlen vom Freitag galten als Test für die öffentliche
Zustimmung zur Politik Ahmadinedschads. Der Präsident wird von
einigen Konservativen kritisiert, sein Augenmerk zu stark auf eine
Konfrontation mit dem Westen und zu wenig auf eine Verbesserung der
wirtschaftlichen Verhältnisse im Iran gerichtet zu haben.
(Quelle: ap)
Iran will Dollar durch Euro ersetzen
Di.19.12.06 - Der Iran will im Außenhandel und bei seinen Auslandsguthaben den
US-Dollar durch den Euro ersetzen. Insbesondere die Einnahmen durch den
Ölhandel sollten in der europäischen Einheitswährung
kalkuliert werden, sagte der iranische Regierungssprecher Gholam Hossein
Elham in Teheran. Damit soll die Abhängigkeit von der
US-Währung beendet werden. Auch die Grundlage für die
Berechnung des Staatshaushaltes wird nach den Worten Elhams zur Zeit
geändert. Der Erdölexport macht etwa 80 Prozent der iranischen
Deviseneinnahmen aus.
"Die Regierung hat die Zentralbank angewiesen, den Dollar durch den
Euro zu ersetzen, um die Probleme der Regierungsorgane im
internationalen Handel und bei Warenkreditbriefen zu begrenzen",
fügte Elham hinzu. Damit bezog sich der Regierungssprecher implizit
auf wachsende Schwierigkeiten des Iran, Verträge im Ausland zu
schließen. Die Vereinigten Staaten üben zunehmend Druck auf
Banken aus, nicht mehr mit iranischen Kunden zu handeln.
(Quelle: afp)
Mindestens 80 Flüchtlinge vor senegalesischer Küste ertrunken
Di.19.12.06 - Den Versuch einer Flucht auf die Kanarischen Inseln haben mindestens 80
Afrikaner mit dem Leben bezahlt. Ihr seeuntüchtiges Boot sank am
Samstag vor der Küste Senegals, wie die Behörden am Montag
mitteilten. Etwa zwei Dutzend Insassen wurden von Fischern gerettet und
in die senegalesische Hafenstadt St. Louis gebracht, wo sie medizinisch
betreut wurden. Sie litten vor allem an Unterernährung und
Austrocknung.
Das hölzerne Fischerboot war am 4. Dezember mit bis zu 150
Menschen von Senegal aus in See gestochen. Es kenterte mindestens zwei
Mal, wie das Rote Kreuz unter Berufung auf Augenzeugen mitteilte. Schon
beim ersten Mal seien zahlreiche Menschen sowie
Lebensmittelvorräte ins Wasser gespült worden.
Anschließend seien die Überlebenden etwa zehn Tage lang auf
dem Meer getrieben, bevor das Boot abermals gekentert und gesunken sei.
Die Zahl der Todesopfer galt als vorläufig, mit einem Anstieg
wurde gerechnet. Viele Überlebende seien noch zu traumatisiert, um
nach Einzelheiten befragt werden zu können, sagte ein
Rot-Kreuz-Sprecher.
Vor dem Krankenhaus in St. Louis warteten Angehörige auf Nachricht
über den Gesundheitszustand der Überlebenden. Sie machten die
tiefe Armut in Afrika dafür verantwortlich, dass immer wieder
Flüchtlinge die gefährliche Seereise nach Spanien wagten.
«Er hat all diese Risiken auf sich genommen, weil er gesehen hat,
in welch hoffnungslosen Verhältnissen seine Familie leben
muss», sagte Awa Sow über ihren Sohn, der bewusstlos in der
Klinik lag. «Ich bete und bete für ihn. Vielleicht helfen ja
die Gebete, dass er wieder gesund wird.»
In diesem Jahr haben bereits tausende afrikanische Flüchtlinge die
Kanarischen Inseln per Boot erreicht. Hunderte kamen bei dem Versuch,
in die Europäische Union zu gelangen, ums Leben.
(Quelle: ap)
Muslime in EU zunehmend mit Islamfeindlichkeit konfrontiert
Di.19.12.06 - Die 13 Millionen Muslime in der EU sehen sich zunehmend mit
Islamfeindlichkeit, Gewalt und Diskriminierung konfrontiert. Das geht
aus einem Bericht der Europäischen Stelle zur Beobachtung von
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Wien hervor, der am Montag
veröffentlicht wurde.
Die Autoren riefen die Regierungen der 25 Mitgliedstaaten auf, mehr
für die Integration von Muslimen zu tun. Sie stellten aber auch
fest, dass die Muslime selbst mehr dafür tun müssten,
negativen Wahrnehmungen entgegenzutreten, die von
Terrorismusängsten und Vorfällen wie dem Entrüstungssturm
um die Mohammed-Karikaturen genährt werden.
Der 117 Seiten starke Bericht listet viele Ungleichheiten zwischen der
Mehrheitsbevölkerung und den muslimischen Minderheiten auf. Seit
2004 habe Vandalismus gegen Moscheen und islamische Zentren zugenommen
und seien muslimische Frauen vermehrt wegen des Tragens eines Schleiers
oder Kopftuchs belästigt worden. Als besonders extremes Beispiel
erwähnt der Bericht das Schicksal einer somalischen Familie, die
sich in Dänemark von einer Baseball-Schläger schwingenden
Bande umzingelt sah, die Hakenkreuze trug und rassistische Parolen
brüllte.
Die Rassismusstelle beklagte allerdings, dass «Daten über
religiös motivierte Zwischenfälle nur in begrenztem Umfang
gesammelt werden». Großbritannien sei das einzige
EU-Mitglied, in dem Gewalt gegen Muslime auf einer Liste mit so
genannten Hass-Verbrechen veröffentlicht werde.
EUMC-Direktorin Beate Winkler schrieb, dass sich die Muslime - EU-weit
stellen sie einen Bevölkerungsanteil von 3,5 Prozent - einem immer
stärkeren Assimilierungsdruck ausgesetzt fühlen. Ihre
gesellschaftliche Akzeptanz werde als abhängig davon empfunden,
dass sie ihre muslimische Identität aufgeben sollen. Seit den
Anschlägen vom 11. September 2001 sähen sie sich zudem einem
Generalverdacht des Terrorismus ausgesetzt.
Die Autoren des Berichts fordern die EU-Staaten auf, klarere Regeln
für muslimische kulturelle und religiöse Institutionen zu
schaffen. Die Ausbildung von aus der Region stammenden Imamen sollte mit
öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Maßnahmen gegen
Diskriminierung und sozialer Marginalisierung sollten höchste
Priorität erhalten, schrieben sie.
In einer Situationsbeschreibung stellten sie fest, dass Muslime
überproportional schlechtere Wohnbedingungen hinnehmen müssten
und auf Ausbildungs- und Arbeitsmarkt benachteiligt würden. So habe
die Universität von Paris 2004 festgestellt, das ein Bewerber mit
nordafrikanischem Hintergrund fünf Mal schlechtere Chancen habe,
bei einer Stellenausschreibung als Verkäufer zum Zuge zu kommen.
Insbesondere junge europäische Muslime sähen ihre
gesellschaftlichen Aufstiegschancen verbaut. «Das könnte das
Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des sozialen Ausschlusses
verstärken. Rassismus, Diskriminierung und soziale Marginalisierung
sind ernste Bedrohungen von Integration und gesellschaftlichem
Zusammenhalt.»
(Quelle: ap)
Österreich kann an Importverbot für Genmais festhalten
Di.19.12.06 - Die EU-Kommission ist mit einem Versuch gescheitert, Österreich
zur Einfuhr zweier Genmais-Sorten zu zwingen. Die EU-Umweltminister
stimmten am Montag mehrheitlich gegen die Forderung der Brüsseler
Behörde, Wien müsse das Importverbot für die genetisch
veränderten Maissorten MON810 und T25 aufheben. Für den
Vorschlag der Kommission sprachen sich nur Großbritannien,
Schweden, Tschechien und die Niederlande aus. Österreich wurde von
den 20 übrigen EU-Staaten unterstützt.
Die Maissorten T25 und MON810 sind seit 1998 in Form von Öl,
Stärke und als Tierfutter auf dem europäischen Markt. Die
Zulassung läuft im April 2007 allerdings aus. Österreich hat
die Einfuhr der Produkte von BayerCropScience und Monsanto bereits vor
Jahren verboten und dies mit gesundheitlichen Bedenken begründet.
Die Kommission holte daraufhin mehrere Stellungnahmen der
Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ein, die
beiden Maissorten Unbedenklichkeit bescheinigte. MON810 ist gegen
Insektenschutzmittel, T25 gegen Unkrautvernichter resistent.
(Quelle: ap)
Deutschland
Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt im Fall Kevin
Di.19.12.06 - Im Fall des zweijährigen Kevin aus Bremen hat der parlamentarische
Untersuchungsausschuss die öffentliche Beweisaufnahme aufgenommen.
Zum Auftakt der Zeugenvernehmungen bekräftigte der Bremer
Justizstaatsrat Ulrich Mäurer am Montag seine schweren
Vorwürfe gegen das Jugendamt und dessen Mitarbeiter. Ab einem
bestimmten Zeitpunkt, seien die Handlungen «bei aller Liebe mit
einem normalen Dienstverhalten nicht mehr in Einklang zu bringen»,
sagte er.
Die Leiche Kevins war am 10. Oktober im Kühlschrank beim
drogensüchtigen Ziehvater Bernd K. gefunden worden. Am 5. Juli
hatte der Arzt, der den drogensüchtigen 41-Jährigen mit
Methadon versorgte, das Kind zuletzt gesehen. Das unter
Amtsvormundschaft stehende Kind drogenabhängiger Eltern wies
zahlreiche alte und neue Knochenbrüche auf. Kurz vor seinem Tod
erlitt er einen offenen Oberschenkelbruch. Die genaue Todesursache steht
Mäurer zufolge aber immer noch nicht fest.
Bernd K. steht unter Totschlagsverdacht. Zudem ermittelt die
Staatsanwaltschaft gegen den Sachbearbeiter und den Amtsvormund wegen
Verdachts der Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.
Das Justizressort hatte kurz nach dem Fund der Leiche im Auftrag des
Bremer Bürgermeisters Jens Böhrnsen unter anderem anhand von
Jugendamtsakten einen Bericht über Zusammenhänge und
Abläufe in dem Fall erstellt. Bei den Akten handele es sich um eine
«Lose-Blatt-Sammlung», sagte Mäurer. Daraus sei nicht
zu erkennen, auf Grund welcher Fakten Entscheidungen getroffen worden
seien.
Direkt nach seiner Geburt im Januar 2004 sei Kevin für viele
Monate «vollständig vom Bildschirm der Behörden
verschwunden», sagte Mäurer. «Wenn meine Schilderung
zutrifft, ist es schon ein kleines Wunder, dass der Säugling
überhaupt die nächsten Monate überlebt hat.» Schon
im Alter von acht Monaten sei Kevin wegen Brüchen und
Misshandlungen in die Kinderklinik gekommen, doch habe dies nicht zu
einem Strafverfahren geführt.
Der Untersuchungsausschuss soll eventuelle Vernachlässigungen der
Amtsvormundschaft und Kindeswohlsicherung im Jugendamt aufklären.
Bis Mittwoch wollen die Parlamentarier zunächst 24 Zeugen
hören. Darunter sind Polizisten, der Kinderarzt von Kevin und eine
Familienhebamme, die laut Mäurer sofort nach Kevins Geburt für
die Herausnahme aus der Familie plädiert hatte.
Der Ausschuss will auch die Jugendamtsmitarbeiter, den suspendierten
Leiter des Amtes und die frühere Sozialsenatorin Karin Röpke
hören. Diese hatte die politische Verantwortung für den Tod
des Kindes übernommen und war am Tag nach dem Leichenfund
zurückgetreten.
(Quelle: ap)
IT-Gipfel will Branche voranbringen
Di.19.12.06 - Die Bundesregierung will Deutschland in der
Informationstechnologie (IT) auf dem Weltmarkt besser positionieren und
gezielter in Zukunftsprojekte investieren.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte auf dem «ersten
nationalen IT-Gipfel» am Montag in Potsdam, die bis 2009
zusätzlich geplanten sechs Milliarden Euro des Bundes für
Forschung und Entwicklung strategisch vernünftig auszugeben und
nicht mit der Gießkanne zu verteilen.
Zugleich sprach sich Merkel dafür aus, die klassischen Industrien
stärker mit der IT-Branche zu vernetzen und in der Gesellschaft
eine «Freudigkeit an Innovationen» zu wecken. Der
«IT-Gipfel» sei dazu ein Startschuss. Die Teilnehmer der
hochkarätig besetzten High-Tech-Runde sprachen sich in ihrer
Abschlusserklärung für mehr Mut zu visionären Projekten
aus. Deutschland müsse eine Aufholjagd starten und sich auf seine
Stärken konzentrieren. Zugleich prangerte die Wirtschaft den
Fachkräftemangel an und mahnte eine Öffnung des
Arbeitsmarktes für gut ausgebildete Ausländer sowie eine
bessere Schulbildung an. Der Branche fehlen nach eigenen Angaben bis zu
12 000 Experten.
Merkel hatte den «IT-Gipfel» Anfang März
angekündigt. Neben der Kanzlerin und Bundesministern waren
Vorstandschef der Software-, Internet- und Telekommunikationsbranche in
das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam gekommen, das nach dem
Mitbegründer des Software-Konzern SAP benannt ist. In einem Jahr
will Merkel Bilanz des Gipfels ziehen: «Wir prüfen nach. Sie
bleiben unter Beobachtung.»
Vor dem «IT-Gipfel» hatte die Kanzlerin gefordert,
«Made in Germany» müsse wieder ein Gütesiegel
auch für IT-Produkte werden. «Die Revolution der
Informations- und Kommunikationstechnologie ist noch längst nicht
an ihrem Ende.» Deutschland müsse stärker daran
teilhaben, damit zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen.
Zudem müssten die rechtlichen Bedingungen «stimmig»
sein.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, ein High-Tech-Standort
Deutschland sei Schlüssel zu Wachstum und Arbeitsplätzen.
Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte, dass «die
Segnungen der IT für eine erfolgreichere Verwaltung» genutzt
werden sollen. Bis 2012 sollten Wirtschaft und Verwaltung nur noch
elektronisch miteinander kommunizieren. Wirtschaftsstaatssekretär
Hartmut Schauerte kündigte eine neuartige Suchmaschine für
das Internet mit Namen «Theseus» an. Deutschland werde
diese allein entwickeln.
Mit einem Anteil von 6,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt bewegt sich
die IT-Branche nach Merkels Angaben auf dem Niveau der Auto- und
Chemieindustrie, die die «klassischen Stärken» der
deutschen Wirtschaft seien. Diese müssten miteinander vernetzt
werden. «Ohne die IT-Branche werden die klassischen Stärken
der Bundesrepublik Deutschland keine Stärken bleiben, sondern sie
werden zurückfallen.»
Deutschland sollte sich auf Projekte konzentrieren, in denen es seine
Stärken habe. «Ich bin sehr für Optimismus, aber
realistische Einschätzungen, wo wir stehen, helfen einem auch
weiter», sagte Merkel. Die Zeiten, als der erste Computer noch
aus Deutschland kam, seien «ein wenig vorbei». Bei der
Gesundheitskarte aber würden eine gute deutsche Ausgangsposition
und eine Wachstumsbranche miteinander verknüpft. Hier sollte
Deutschland wieder Standards setzen.
Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationstechnologien sind
mit einem Umsatz von rund 146 Milliarden Euro und 750 000
Beschäftigten eine der größten Branchen bundesweit.
Unternehmen klagen seit langem über den Fachkräftemangel. Sie
fordern neben einem gelockerten Kündigungsschutz auch ein neues
Zuwanderungsrecht. Zudem verlangt die Wirtschaft praxisnähere
Studiengänge sowie eine bessere Schulbildung.
SAP-Mitbegründer Plattner sagte, die Ausbildung sei gut, doch es
würden zu wenige junge Menschen für die Branche begeistert.
«Ich wünsche, dass der Gipfel ein Zeichen gibt, dass wir in
Deutschland nicht kampflos das digitale Feld räumen.»
(Quelle: dpa)
Datenschutzbeauftragter von Technologie-Gipfel enttäuscht
Di.19.12.06 - Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat beklagt, dass die
Belange des Datenschutzes auf dem ersten so genannten IT-Gipfel zu kurz
gekommen sind. Er sei nicht eingeladen gewesen, und er könne nur
hoffen, dass die Bundesregierung den Datenschutz nicht als
Störfaktor der IT-Branche begreife, sagte Schaar der in Hannover
erscheinenden «Neuen Presse» zufolge. «Wenn im
Internet der Datenschutz nicht gewährleistet ist, ist auch kein
Vertrauen da. Dann lassen sich im Internet auch keine guten
Geschäfte machen», wird er zitiert.
Er äußerte die Befürchtung, dass von den 1,3 Milliarden
Euro, die die Bundesregierung in die Entwicklung der IT-Branche stecken
will, nicht viel in den Datenschutz fließen werde. Schaar wies
auf die wachsenden Gefahren durch so genannten Datenklau im Internet
hin. «Das Internet wird auch hemmungslos genutzt, um
persönlich Daten abzugrasen, das heißt, alle mögliche
Informationen zum Teil unter Vorspiegelung falscher Tatsache
herauszulocken. Diese Daten werden dann für Kunden- oder
Benutzerprofile verwandt oder für Schlimmeres», sagte er der
Zeitung.
(Quelle: ap)
Windows-Tipp: Dateien im Zip-Archiv komprimieren
Di.19.12.06 - Um auf der Festplatte Speicherplatz zu sparen, können in Windows
XP Dateien in Zip-Archiven komprimiert werden. Zip-Archive sind
spezielle Ordner, in denen die Größe von Dateien ohne jeden
Datenverlust spürbar verringert wird. Das ist kein Widerspruch,
denn Dateien enthalten sehr oft lange Ziffernpassagen aus denselben
Zeichen. Beim Kompressionsverfahren werden diese Zeichen
zusammengefasst, nicht selten wird die Dateigröße dabei
halbiert. Wird eine Datei aus dem Zip-Archiv wieder extrahiert, nimmt
sie ihre ursprüngliche Größe mit allen Zeichen an.
Beispielsweise können auch E-Mails schneller versendet werden, wenn
die Datei im Anhang "gezippt" ist.
Um eine Datei einem Zip-Archiv in Windows XP hinzuzufügen, wird
zunächst mit der rechten Maustaste ihr Kontextmenü
geöffnet. Dort wählt man die Menüfolge "Senden an",
"Zip-komprimierter Ordner" und es wird ein neuer Ordner mit der
komprimierten Datei erstellt. Sie erhält die standardisierte
Dateiendung ".zip", so dass sie später auch von externen
Komprimierungsprogrammen wie zum Beispiel Filzip oder Winzip entpackt
werden kann. Sollen mehrere Dateien in demselben Zip-Archiv komprimiert
aufbewahrt werden, gibt man dem Ordner über den Menüpunkt
"Datei umbenennen" einen neuen, aussagekräftigen Namen. Nun kann
man alle dafür vorgesehenen Dateien per Drag & Drop-Verfahren
in dieses Zip-Archiv hinein fallen lassen, wodurch sie automatisch
"gezippt" werden. Für das Entpacken einer Datei ist ein Doppelklick
auf sie nötig. Sollen alle Dateien auf einmal aus dem Zip-Archiv
entpackt werden, öffnet man wieder das Kontextmenü mit der
rechten Maustaste und wählt den Befehl "Alle extrahieren".
"Zip" kommt vom englischen Begriff "Zipper" für
Reißverschluss, deshalb tragen die Zip-Archive auch einen solchen
im Ordnersymbol. Übrigens: Dateien mit den Endungen "bmp", "doc",
"txt", "xls" oder "rft" lassen sich sehr gut komprimieren, wohingegen
Dateien wie zum Beispiel "jpg", "mp3" oder "gif" schon von Haus aus
komprimiert sind und sich daher kaum noch verkleinern lassen.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
Erstes Update für Internet Explorer 7
Di.19.12.06 - Kaum ist der neue Internet Explorer 7 auf dem Markt, gibt es schon das
erste Update. Diese so genannte Patch-Datei für Windows XP
trägt den kryptischen Namen "KB928089" und ist nicht Bestandteil
des Update-Paketes, das Microsoft beim "Patch Day" Monat für Monat
anbietet. Vielmehr muss sie gesondert von der Downloadseite von
Microsoft heruntergeladen werden.
Das Update beschleunigt den Phishing-Filter des Internet Explorers und
macht damit das Surfen schneller. Denn beim Scannen kompliziert
aufgebauter Webseiten erzeugte der Filter bis dato eine viel zu hohe
Prozessorlast und verlangsamte deshalb das Laden der Seiten. Das Update
liegt auf der Webseite http://www.microsoft.com/downloads zum
Herunterladen bereit. Über die Menüpunkte "Dowbload
Categories" und "Internet" gelangt man zum entsprechenden Link.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)