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Irak am 1381sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fr.04.01.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor.
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2006 bis 04.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertundneunzehnten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.04.01.07 - Pentagon empfiehlt Aufstockung der US-Truppen im Irak +++
US-Präsident Bush spricht mit Kongressmitgliedern über
Irak-Strategie +++ Mutmaßlicher Urheber von Hinrichtungsvideo
festgenommen +++ UN-Kommissarin Arbour will weitere Hinrichtungen im Irak
verhindern...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0701040.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
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Mindestens sieben Tote nach Selbstmordanschlag in Afghanistan -
ISAF-General rechnet mit Zunahme der Gewalt
Fr.04.01.08 - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi indischer
Straßenarbeiter und deren Polizeieskorte sind am Donnerstag in
Afghanistan mindestens sieben Menschen getötet und weitere
zwölf verletzt worden. Der Konvoi wurde bei der Stadt Khasch Rod
in der südwestlichen Provinz Nimros zuerst von einer
ferngezündeten Explosion getroffen, wie der Gouverneur Ghulam
Dastagir Asad erklärte. Dabei wurde ein Polizist verletzt.
Als die Wagenkolonne stoppte, zündete eine
Selbstmordattentäter eine weitere Bombe. Sechs Polizisten und ein
indischer Arbeiter kamen ums Leben. Neun weitere Beamte und zwei Inder
wurden dabei verletzt. 2007 wurden in Afghanistan mehr als 6.300
Menschen bei Anschlägen und Kämpfen getötet. Das war die
höchste Zahl seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001.
Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF rechnet 2008 mit
einem Anstieg des Drogenanbaus in Afghanistan und mehr
Selbstmordanschlägen der radikalislamischen Taliban.
Es gebe einen Zusammenhang zwischen dem illegalen Handel mit Opium, dem
Grundstoff für Heroin, und der zunehmenden Gewalt, sagte US-General
Dan McNeill am Mittwochabend in der Hauptstadt Kabul. Bis zu 30 Prozent
des Profits aus dem Rauschgifthandel gehe an die Extremisten.
«Wenn ich blühende Schlafmohnfelder sehe, sehe ich
Sprengfallen, Maschinengewehre und Mörsergranaten», sagte
McNeill.
Gleichzeitig geht der Kommandeur der NATO-geführten ISAF davon
aus, dass die Taliban die direkte Konfrontation mit afghanischen und
ausländischen Sicherheitskräften zunehmend vermeiden. Um
eigene Verluste zu minimieren, würden sie verstärkt
ferngezündete Bomben und Selbstmordattentäter einsetzen.
McNeill forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Schlagkraft
der afghanischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Extremisten
weiter zu stärken. Seit Anfang 2007 sind in Afghanistan bei
Kämpfen und Anschlägen mehr als 6400 Menschen ums Leben
gekommen, die meisten davon waren Aufständische.
Die afghanische Regierung rief der General dazu auf, konsequent gegen
den illegalen Drogenanbau vorzugehen. Die ISAF-Truppen hätten
andere Aufgaben und könnten die Afghanen dabei allenfalls
unterstützen. Afghanistan ist nach Angaben der Vereinten Nationen
für 93 Prozent der globalen Opiumproduktion verantwortlich und
weltweit größter Heroin-Lieferant. Im Jahr 2007 war die
Opium-Produktion trotz massiver internationaler Anstrengungen um mehr
als ein Drittel auf insgesamt 8200 Tonnen gestiegen.
boa (Quellen: ap, dpa)
Nahost-Konflikt: Israels Armee tötet bei Einsätzen in Gaza
auch Zivilisten
Fr.04.01.08 - Die israelische Armee hat bei massiven Luft- und Bodeneinsätzen im
Gazastreifen Augenzeugen zufolge mindestens fünf
palästinensische Extremisten und vier Zivilisten getötet.
Zudem seien mindestens sieben Schulkinder im Alter von acht bis zehn
Jahren verletzt worden, als ein israelischer Panzer am Donnerstag in
eine Menschenmenge gefeuert habe, berichteten palästinensische
Ärzte. Die israelische Armee erklärte, dem Bericht werde
nachgegangen. Der Einsatz im Gazastreifen habe militanten
Palästinensern gegolten, die den Süden Israels mit Raketen
beschossen hätten. Eine der Raketen sei nördlich der Stadt
Aschkelon eingeschlagen, 17 Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen
entfernt.
Nahe der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens wurden
fünf Palästinenser getötet. Augenzeugen und Ärzte
berichteten, ein israelischer Panzer habe eine Granate auf ein Haus
geschossen. Dabei sei ein Mitglied der radikalen Gruppe Islamischer
Dschihad getötet worden. Seine Mutter, eine Schwester und zwei
Brüder des Mannes seien ebenfalls ums Leben gekommen. Der
Extremist habe vor dem Haus gestanden, seine Verwandten hätten
sich darin aufgehalten.
Die israelische Armee erklärte, ein Panzer habe ein Gebäude
unter Beschuss genommen, in das sich Bewaffnete geflüchtet
hätten. Die israelischen Soldaten hätten bei dem Einsatz
zwischen Chan Junis und der Grenze nach Militanten gesucht, die
für die Raketenangriffe auf Israel verantwortlich seien. Dabei
seien die Truppen unter Beschuss geraten.
Bei weiteren Schießereien habe die Armee zwei Mitglieder der
Hamas getötet, teilte das israelische Militär zudem mit. Die
im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Gruppe erklärte
dagegen, einer ihrer Kämpfer sei ums Leben gekommen. Medizinern
zufolge wurden insgesamt 22 Menschen verletzt. Ein weiteres
Hamas-Mitglied sei bei einem Raketenangriff im südlichen Rafah ums
Leben gekommen. Außerdem sei ein Anhänger des Islamischen
Dschihad getötet worden, als eine israelische Rakete im zentralen
Gazastreifen einschlug.
Kommende Woche wird US-Präsident George W. Bush in der Region
erwartet. Er will sich ein Bild davon machen, ob der Friedensprozess
zwischen Israelis und Palästinensern wieder angestoßen
wurde, wie jüngst bei der Konferenz in Annapolis vereinbart.
(Quelle: rtr)
Kenia: Kibaki nach heftigen Protesten gesprächsbereit - Polizei
verhindert Großdemo von Oppositionsanhängern -
Generalstaatsanwalt will unabhängige Prüfung der Wahl
Fr.04.01.08 - Nach Straßenschlachten zwischen Polizei und Regierungsgegnern hat
Kenias Präsident Mwai Kibaki Gesprächsbereitschaft
signalisiert: "Ich bin bereit zum Dialog mit den betroffenen Parteien,
sobald in der Nation wieder Ruhe eingekehrt ist und ", sagte Kibaki am
Donnerstag. Zuvor hatte die Opposition für Dienstag neue Proteste
angekündigt. Eine geplante Großdemonstration gegen die
umstrittene Wiederwahl Kibakis sagte sie indes kurzfristig ab. Es gehe
darum, Leben zu retten, begründeten Anführer der
Regierungsgegner den Tausende Menschen waren trotz eines Verbots der
Kundgebung aus mehreren Slums der Hauptstadt Nairobi geströmt. Die
Polizei empfing sie mit Straßensperren, woraufhin die
Demonstranten Autos und Gebäude anzündeten. Die Polizei
antwortete mit Wasserwerfern und Tränengas, es folgten
stundenlange Auseinandersetzungen.
Kenias Generalstaatsanwalt Amos Wako forderte eine unabhängige
Untersuchung der Wahl. Kenia gleite "in eine Katastrophe
unvorstellbaren Ausmaßes" ab, warnte er. Das Ergebnis des
Urnengangs vom 27. Dezember müsse deshalb sofort von einer
unabhängigen Einrichtung oder Person überprüft werden.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte,
er unterstütze die Forderung Wakos und der EU-Wahlbeobachter nach
einer Neuauszählung. Die Verschiebung der Großdemonstration
biete eine Atempause, um über einen friedlichen Ausweg aus der
Krise zu beraten. Weiteres Blutvergießen müsse vermieden
werden. US-Präsident George W. Bush forderte die Kenianer in einem
Reuters-Interview auf, auf weitere Gewalt zu verzichten und die Krise
gemeinsam zu lösen.
Amtsinhaber Kibaki hatte die Präsidentenwahl nach
Regierungsangaben knapp gewonnen und wurde umgehend erneut vereidigt.
Die Opposition wirft ihm aber Wahlbetrug vor und beansprucht den Sieg
für sich. Bei Unruhen in den vergangenen Tagen starben mehr als
300 Menschen.
Der Devisen- und Aktienhandel wurde am Donnerstag ausgesetzt, beim
für Kenias Wirtschaft wichtigen Tee- und Kaffeehandel kam es zu
erheblichen Verzögerungen. Die Weltbank warnte vor schweren
wirtschaftlichen Schäden, die auch Kenias Handelspartner wie
Uganda, Ruanda und Burundi treffen könnte. Die Vereinten Nationen
meldeten Probleme bei der Lieferung von Lebensmittelhilfen, die
über Kenia etwa in den Sudan gehen.
Viele europäische Reiseveranstalter strichen bis auf weiteres
Flüge in das bei Touristen besonders im Winter beliebte Land. Die
deutsche TUI bot Kunden kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen von
Flügen an. Bei Veranstaltern von Thomas Cook in Deutschland
können Kenia-Reisen mit Datum bis 11. Januar kostenlos umgebucht
oder storniert werden, sagte eine Firmensprecherin in Oberursel.
Ghana leitete derweil als Vorsitzender der Afrikanischen Union
Vermittlungsbemühungen ein. Unterstützung kam von
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. "Dies ist nicht das Kenia,
das wir kennen", sagte der Erzbischof aus Südafrika. Das Land habe
als Modell für Stabilität in Afrika gedient. "Dieses Bild ist
zerschlagen worden."
Oppositionschef Raila Odinga bezeichnete Kibaki als einen Dieb, der
einen zivilen Staatsstreich ausgeführt habe. Odinga betonte aber,
er werde internationale Vermittlungen akzeptieren. Er schlug vor, eine
Übergangsregierung aus Vertretern beider Lager zu bilden, um eine
Wiederholung der Wahl vorzubereiten.
(Quelle: rtr)
Kämpfe nach der Wahl in Kenia drohen zu ethnischen Konflikt zu
werden
Der 16-jährige Dan Mugambi bewacht mit seiner Machete einen
Brückenübergang in einem Elendsviertel von Nairobi. In seinem
Haar verfängt sich die Asche brennender Häuser aus der
Nachbarschaft. «Ich ritze jeden auf, der über diese
Brücke kommt. Die haben unsere Häuser abgebrannt», sagt
Mugambi. Hinter ihm tobt eine Menge aufgebrachter junger Männer.
Hunderte sind mit Macheten, Sägen und sogar Schaufeln bewaffnet,
während sie den Bränden in ihrer Kikuyu-Siedlung zusehen
müssen.
Nach dem fragwürdigen Ergebnis der Präsidentenwahl in Kenia
macht sich die Furcht vor einem Flächenbrand breit: Opposition und
Regierung benutzen bereits das in Ostafrika schwer belastete Wort
«Völkermord». Nachdem sich die mit Kugeln durchsiebten
Körper in den Leichenschauhäusern sammelten -
Menschenrechtsgruppen sprechen von mindestens 300 Toten -, sprach der
unterlegene Präsidentschaftskandidat Raila Odinga vor Medien von
«Genozid». Der Landwirtschaftsminister Kivutha Kibwana
antwortete und verurteilte «die Akte des Völkermordes, die in
Teilen des Rift-Valleys verübt werden».
Die blutigen Unruhen nehmen ihren Ausgang in der engen Verbindung von
politischen und ethnischen Loyalitäten in dem ostafrikanischen
Land. Von einem Präsidenten aus dem eigenen Stamm erwarten viele
Kenianer, dass sie bei der Vergabe von Mitteln, Arbeitsplätzen und
anderen Vergünstigungen bevorzugt berücksichtigt werden. Der
im Amt bestätigte Präsident Mwai Kibaki gehört den Kikuyu
an, der größten der 42 ethnischen Gruppen in Kenia.
Den Kikuyu wird von anderen Stämmen regelmäßig
vorgeworfen, das Geschäftsleben und die politische Macht in ihren
Händen zu konzentrieren. In den vergangenen Jahren konnte Kenia als
afrikanischer Musterstaat ein eindrucksvolles Wirtschaftswachstum
aufweisen. Von den Luxuswohnungen und neuen Autos, die in der Hauptstadt
Einzug hielten, profitierte jedoch nur eine kleine Elite. Vor allem die
Luo, denen Odinga angehört, gehörten daher stets zu den
Kritikern der herrschenden Kikuyu. Sein Wahlkampfslogan war auf ein
Wort reduziert: «Wechsel». Mit seinem Eintreten für
Sozialprogramme hatte er den stärksten Rückhalt in den
Elendsvierteln der Hauptstadt.
«Wir haben für den Wechsel gestimmt», schreit ein
Anhänger Odingas, James Okidi, bei einer Protestveranstaltung.
«Wenn uns Kibaki nicht unseren Präsidenten geben kann, die
Leichenhäuser sind noch nicht voll», warnt er. Die Lage in
den Slums von Nairobi eskalierte seit der Wahl am vergangenen Donnerstag
zusehends. Die Polizei erschoss zahlreiche Anhänger Odingas, die
Luo begannen Häuser der Kikuyu in Brand zu stecken.
Schätzungsweise mehr als 100.000 Menschen sind landesweit auf der
Flucht vor der Gewalt.
Diebstähle, Kämpfe und Brandschatzungen kommen in dem
zunehmenden Chaos immer häufiger vor. So wie Dan Mugambi mit seiner
Machete die Brücke in Mathare bewacht, die seine Siedlung von den
Häusern der Luo trennt, nehmen immer mehr Bewohner das Recht
selbst in die Hand. «Wenn man in die Ecke gedrängt wird,
dann kämpft man», sagt der 20 Jahre alte Marvin Gicheha,
ebenfalls ein Kikuyu aus Mathare, einer Reihe von Slums, in denen
Schätzungen zufolge rund 500.000 Menschen auf engem Raum
zusammenleben.
Die Politiker rufen zur Zurückhaltung auf, ihre Bekenntnisse
klingen jedoch halbherzig. Schließlich geht es darum, wer
künftig in Nairobi das Sagen hat. Doktor John Okello vom
Krankenhaus Nairobi zufolge ist beispielsweise die Zahl der
Vergewaltigungen stark angestiegen. «Es ist ein Kreislauf von
Kampf und Rache», sagt Okello und blickt auf den schwarzen Rauch,
der über den Elendsvierteln aufsteigt. «Die Politiker
können das jetzt nicht stoppen.»
Quelle: ap, 03.01.2008)
|
Pakistan: Musharraf weist Vorwurf von Geheimdienstverwicklung
zurück - Bhuttos Anhänger fordern UN-Untersuchung des
Attentats
Fr.04.01.08 - Eine Woche nach dem Mord an Benazir Bhutto hat der pakistanische
Präsident Pervez Musharraf Vorwürfe einer Beteiligung von
Militär oder Geheimdiensten an der Tat zurückgewiesen. Um
entsprechende Verdächtigungen zu widerlegen, habe er britische
Experten zu den Ermittlungen eingeladen, sagte Musharraf am Donnerstag.
Mit den pakistanischen Ermittlungen sei er nicht vollständig
zufrieden. Die Opposition forderte unterdessen seinen Rücktritt
noch vor der auf Februar verschobenen Parlamentswahl.
Freie und faire Wahlen seien unter Musharrafs Führung nicht
möglich, erklärte ein ranghohes Mitglied der Pakistanischen
Muslimliga (PML-N) des früheren Ministerpräsidenten Nawaz
Sharif, Javed Hashimi. Die Anhänger der ermordeten
Oppositionsführerin fordern außerdem weiterhin eine
Untersuchung des Attentats durch die Vereinten Nationen. Nur so
könne die Wahrheit ans Licht kommen, sagte ein Sprecher von
Bhuttos Pakistanischer Volkspartei (PPP), Farhatullah Babar, am
Donnerstag.
Weder eine eigenständige Untersuchung noch eine «vage
ausländische Beteiligung» könne die bestehenden Zweifel
und Verdachtsmomente ausräumen, erklärte Babar mit Blick auf
die angekündigten britischen Experten. Die Regierung habe jegliche
Glaubwürdigkeit verloren. Nach Angaben des britischen
Außenministers David Miliband reist ein kleines Team von
Scotland-Yard-Mitarbeitern Ende der Woche nach Islamabad. Bhutto hatte
einen Großteil ihrer acht Jahre im Exil in London verbracht,
bevor sie im Oktober nach Pakistan zurückkehrte. Das Weiße
Haus erklärte, nach der Einbindung von Scotland Yard halte die
US-Regierung UN-Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht für
nötig.
Aus Ermittlungskreisen in Islamabad verlautete am Donnerstag, die
Polizei habe am Tatort wichtige Beweismittel sichergestellt. Darunter
seien der Kopf des mutmaßlichen Attentäters, Leichenteile,
zwei Pistolen und Mobiltelefone.
Nach dem Attentat auf die Politikerin beschloss die Wahlkommission, die
Parlamentswahl um sechs Wochen auf den 18. Februar zu verschieben. Die
PPP verurteilte die Festsetzung des neuen Termins und erklärte,
die Regierung sei nicht ehrlich an einer fairen Wahl interessiert. Die
Partei wolle jedoch an der Wahl teilnehmen, um das Feld nicht der
Regierungspartei zu überlassen. Die PML-N Sharifs schloss sich
dieser Haltung an. Die Opposition hatte bis zuletzt gefordert, die Wahl
wie geplant am 8. Januar durchzuführen.
In einem Bericht zum Attentat auf Bhutto forderte die unabhängige
Konfliktforschungsorganisation International Crisis Group (ICG) mit
Sitz in Brüssel die USA auf, Musharraf als Mitschuldigen
einzustufen. Es sei an der Zeit anzuerkennen, dass Demokratie und nicht
ein «künstlich gestützter, seines Amts beraubter,
weithin verachteter General» die größten Chancen
für Stabilität biete. Trete Musharraf nicht zurück,
«werden sich die Spannungen verschärfen, und der
internationalen Gemeinschaft könnte der Alptraum eines atomar
bewaffneten muslimischen Landes drohen, das in einen Bürgerkrieg
abgleitet», erklärte der ICG-Asiendirektor Robert Templer.
(Quelle: ap)
Iran: Chamenei für Wiederaufnahme der Beziehungen mit den USA
Fr.04.01.08 - Das geistige Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, hat sich
grundsätzlich zu einer Wiederaufnahme der diplomatischen
Beziehungen mit den USA bereit erklärt. «Ich wäre der
erste, der diese Beziehungen unterstützen würde», sagte
Chamenei dem staatlichen Radio zufolge am Donnerstag vor Studenten in
der Provinz Jasd. Niemand habe je gesagt, dass die Beziehungen für
immer eingefroren bleiben müssten. Allerdings wird sich die
Haltung Teherans nicht in nächster Zeit ändern, denn dies
würde Chamenei zufolge nur die Tür für westliche Spione
aufstoßen.
Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit der Islamischen
Revolution von 1979 und der Besetzung der US-Botschaft in Teheran
unterbrochen. Sie könnten wieder aufgenommen werden, sobald es
für den Iran nützlich sei, sagte Chamenei. Der religiöse
Führer hat sich zuletzt verstärkt zu Wort gemeldet. Am 14.
März findet im Iran eine Parlamentswahl statt, die als kritischer
Test für die Beliebtheit der Regierung von Präsident Mahmud
Ahmadinedschad angesehen wird. Seine Wiederwahl steht erst 2009 an. Die
USA verweigern eine Wiederaufnahme der Beziehungen wegen des
umstrittenen iranischen Nuklearprogramms.
(Quelle: ap)
Rennen um US-Präsidentschaft: Obama und Huckabee gewinnen
Vorwahlen in Iowa
Fr.04.01.08 - Die ersten Vorwahlen im Rennen um die US-Präsidentschaft haben
Barack Obama und Mike Huckabee gewonnen. Der Republikaner Huckabee
setzte sich am Donnerstagabend (Ortszeit) im Staat Iowa gegen seinen
Konkurrenten Mick Romney durch, Obama gewann bei den Demokraten gegen
die Senatorin und ehemalige First Lady Hillary Rodham Clinton und den
früheren Senator John Edwards.
Obama, Senator von Illinois, kam bei den Wählerversammlungen der
Demokraten auf 36 Prozent. Bei einem Sieg bei der Präsidentenwahl
würde er der erste schwarze Präsident der USA. Clinton, die
Senatorin von New York, und Edwards, der früher Senator von North
Carolina war, erzielten jeweils rund 30 Prozent. Auf Huckabee entfielen
bei den Abstimmungen der Republikaner 34 Prozent, ein deutlicher
Vorsprung gegenüber Romney, für den sich 25 Prozent
aussprachen. Der baptistische Prediger Huckabee war bis zum vergangenen
Jahr Gouverneur von Arkansas, Romney war Gouverneur von Massachusetts.
Die Abstimmungen in Iowa bildeten den Startschuss im Marathonrennen um
die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush, dabei kommen ihnen
als erstem Stimmungstest große Symbolkraft zu: Wer in dem kleinen
Mittelweststaat mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern in
Führung geht, dessen Kampagne bekommt Aufwind - mehr
Medienberichterstattung, mehr Helfer und mehr Spenden. Kandidaten, die
in Iowa und nächste Woche bei der ersten regulären Vorwahl in
New Hampshire von den Wählern abgestraft werden, müssen ihre
Kampagne unter Umständen aufgeben.
Edwards kündigte an, er werde an seiner Kandidatur festhalten. Er
wolle für einen Wechsel kämpfen, sagte er telefonisch der
Nachrichtenagentur AP. Auch Romney will nach Angaben eines Sprechers an
seinem Wahlkampf festhalten. Romney war in den vergangenen zwei Monaten
in Umfragen in Führung gelegen und hatte deutlich mehr Zeit und
Geld in den Wahlkampf in Iowa investiert als seine innerparteilichen
Konkurrenten. Der Millionär gab rund sieben Millionen Dollar
für Werbespots aus, Huckabee nur 1,4 Millionen.
In Umfragen nannten etwa die Hälfte der befragten Demokraten am
Donnerstagabend als wichtigstes Entscheidungskriterium die
Fähigkeit der Bewerber, den notwendigen Politikwechsel
herbeizuführen. Bei den Republikanern erklärten die meisten,
für sie sei wichtig, dass der Kandidat ihre eigenen Werte teile.
Der Vorwahlmarathon zieht sich bis Anfang Juni mit den letzten
Abstimmungen in den Staaten New Mexiko und South Dakota hin. Eine
Vorentscheidung über die Präsidentschaftskandidaten
könnte aber schon am 5. Februar fallen. An diesem sogenannten
Superdienstag entscheiden die Wähler in rund der Hälfte der
50 US-Staaten über ihren Favoriten für die
Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Dazu zählen auch New
York und Kalifornien. Die Entscheidung fällt dann auf
Nominierungsparteitagen, deren Delegierte in den Vorwahlen bestimmt
werden: Vom 25. bis 28. August kommen die Demokraten in Denver
zusammen, die Republikaner folgen vom 1. bis 4. September in
Minneapolis. Die Präsidentenwahl selbst findet am 4. November
statt.
(Quelle: ap)
Bundesstaaten verklagen US-Umweltministerium wegen Autoabgasen
Fr.04.01.08 - Sechzehn US-Bundesstaaten haben das Umweltministerium EPA in Washington
wegen eines Verbotes eigener Grenzwerte für Auto-Emissionen
verklagt.
Der Staatsanwalt von Kalifornien erklärte am Mittwoch, die EPA
habe seinem Bundesstaat widerrechtlich untersagt, strengere Richtlinien
zu erlassen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte dagegen, ein
kürzlich verabschiedetes Bundesgesetz sei als landesweit
einheitliche Regelung der bessere Weg, um den Ausstoß von
Treibhausgasen zu begrenzen. Umweltschützer haben sich hinter die
Forderung der Bundesstaaten gestellt, die Autoindustrie lehnt sie
vehement ab.
Der Kongress in Washington hat ein Gesetz verabschiedet, nach dem Autos
bis 2020 einen Durchschnittsverbrauch von höchsten 35 Meilen pro
Gallone (etwa 6,7 Liter je 100 Kilometer) haben dürfen. Kalifornien
will dagegen bis 2016 einen Verbrauch von 40 Meilen pro Gallone (5,9
Liter je 100 Kilometer) vorschreiben.
(Quelle: rtr)
Schweden entdecken Menschen als alternative Energiequelle
Fr.04.01.08 - Die staatliche schwedische Immobilienverwaltung Jernhuset hat den
Menschen als alternative Energiequelle entdeckt: Die Gesellschaft will
mit der Körperwärme der etwa 250.000 Menschen, die
täglich den Stockholmer Hauptbahnhof passieren, künftig ein
Bürogebäude heizen. "Alle Menschen produzieren Wärme",
sagte Projektleiter Karl Sundholm. Statt die Wärme über
Fenster nach draußen zu leiten, soll diese nun über das
Belüftungssystem nutzbar gemacht werden. Die Heizkosten des
Bürogebäudes, das bis 2010 in Bahnhofsnähe fertig
gestellt werden soll, würden so um bis zu 20 Prozent verringert.
Das Konzept sieht vor, mit der Körperwärme der
Bahnhofsbesucher Wasser aufzuwärmen, das dann durch Rohre zu dem
geplanten Bürogebäude geleitet wird. "Das ist eine alte
Technologie, die in einer neuen Weise genutzt wird. Es handelt sich nur
um Wasser, Pumpen und Rohre", sagte Sundholm. "Wir haben aber noch von
niemandem gehört, der diese Technologie in dieser Form nutzt."
Die Umsetzung der Pläne ist laut Sundholm weder kompliziert noch
sehr teuer. Der Bau von Pumpen und Rohrleitungen kostet demnach 200.000
Kronen (rund 21.200 Euro) zusätzlich. Im Vergleich zu den gesamten
Baukosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Kronen mache dies
nicht viel aus, sagte Sundholm.
(Quelle: afp)
Deutschland
Bundesbürger wollen bei den Energiekosten sparen
Fr.04.01.08 - Angesichts der steigenden Preise von Strom, Gas und Öl wollen
einer Umfrage zufolge immer mehr Menschen in Deutschland bei den
Energiekosten sparen. Fast drei Viertel (73 Prozent) gaben in einer
Forsa-Studie an, im neuen Jahr an den Ausgaben für Strom, Öl,
Gas und Wasser knapsen zu wollen. 2007 lag dieser Anteil noch bei 69
Prozent, 2005 nur bei 56 Prozent, wie der Auftraggeber der Befragung,
der Finanzdienstleister AWD, am Donnerstag mitteilte.
Nach den Energiekosten soll zudem beim Telefonieren (52 Prozent), bei
Restaurantbesuchen (50 Prozent), dem Einkauf von Lebensmitteln (42
Prozent) sowie bei Reisen und Urlaub (38 Prozent) gespart werden.
Für den Notgroschen wollen hingegen nur 23 Prozent der Befragten
weniger zur Seite legen und beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge
planen lediglich 11 Prozent weniger Ausgaben.
Trotz der gestiegenen Sparbereitschaft bei den Energiekosten ist der
Spar-Index im dritten Jahr in Folge gesunken. Nur 61 Prozent wollen 2008
insgesamt genauso viel oder mehr sparen als im Vorjahr, das ist ein
Rückgang von einem Punkt. Lediglich die Altersgruppe der 41- bis
50-Jährigen erwartet der Umfrage zufolge 2008 mehrheitlich eine
weitere Einschränkung ihrer finanziellen Situation (53 Prozent).
Forsa befragte 1.004 Menschen in Deutschland im Alter von 18 bis 50
Jahren.
(Quelle: ap)
DIW rechnet mit Verdoppelung des Ölpreises in zehn Jahren
Fr.04.01.08 - Der Ölpreis hat nach dem Anstieg auf 100 Dollar nach
Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
(DIW) noch lange nicht das sein höchstes Niveau erreicht.
«Die Ölvorräte werden zunehmend knapp und das wird die
Preise weiter hochtreiben», sagte die DIW-Expertin Claudia Kemfert
der «Berliner Zeitung» (Donnerstagausgabe). «In
fünf Jahren ist ein Ölpreis von 150 Dollar wahrscheinlich, in
zehn Jahren sogar ein Preis von 200 Dollar.»
Der jüngste Preisschub sei in Teilen spekulationsbedingt.
«Der Anteil am Ölpreis, der auf Spekulation
zurückzuführen ist, dürfte etwa 20 Prozent
betragen», sagte Kemfert. «Eine Entspannung beim
Ölpreis ist in den nächsten Wochen deshalb nicht zu erwarten.
Ich rechne kurzfristig sogar eher mit einem weiteren Anstieg bis auf 105
Dollar.» Frühestens Ende Januar, wenn die Nachfrage nach
Heizöl allmählich nachlasse, sei eine Stabilisierung oder ein
Rückgang des Ölpreises vorstellbar.
(Quelle: ap)
Sachverständigenrat bleibt bei Wachstumsprognose von 1,9 Prozent
Fr.04.01.08 - Der Sachverständigenrat für die Wirtschaftsentwicklung bleibt
trotz einer pessimistischer gewordenen Erwartung der Bundesregierung bei
seiner Prognose für das neue Jahr.
Das Gremium rechne 2008 mit einem Wachstum von 1,9 Prozent, sagte der
Präsident des Zentrums für Europäische
Wirtschaftsforschung, Wolfgang Franz, in der "Passauer Neuen Presse" vom
Donnerstag und bekräftigte damit die Prognose vom November. Zwar
werde sich die Konjunkturdynamik verlangsamen. "Dennoch können wir
vorsichtig optimistisch sein, dass das neue Jahr ein
zufriedenstellendes wird. Auf dem Arbeitsmarkt wird es ebenfalls
vorangehen. Wir rechnen im Jahresschnitt mit nur noch 3,5 Millionen
Arbeitslosen."
Wirtschaftminister Michael Glos hatte zuvor die Erwartungen der
Bundesregierung von zwei Prozent auf "knapp unter" zwei Prozent
abgesenkt. Die Risiken für die Konjunktur seien größer
geworden und die Finanzkrise in den USA sei noch nicht überstanden,
warnte der CSU-Politiker. Für eine genaue Prognose sei es aber
noch zu früh.
Franz - einer der fünf sogenannten Wirtschaftsweisen des
Sachverständigenrates - geht davon aus, das die inflationären
Tendenzen im neuen Jahr zurückgehen werden und rechnet mit einer
Preissteigerungsrate von etwa zwei Prozent. Er rief die Tarifparteien
auf, sich auf moderate Lohnabschlüsse zu einigen, um den Aufschwung
nicht zu gefährden. Die acht Prozent, die die Gewerkschaften im
Öffentlichen Dienst forderten, seien völlig überzogen.
"Gesamtwirtschaftlich besteht ein Verteilungsspielraum von zwei bis 2,5
Prozent, jedoch kommt es auf den Spielraum der jeweiligen Branchen an",
sagte Franz.
Die Hypotheken-Krise sieht er noch nicht ausgestanden: "Wie hoch die
Risiken bei jeder einzelnen Bank sind, werden wir demnächst
erfahren, wenn die Banken ihre Bilanzen publizieren. Ich befürchte
darüber hinaus, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch
einiges auf uns zukommen wird." Erst Mitte des Jahres dürften das
Gröbste überstanden sein.
(Quelle: rtr)
Bankenstudie: 'Deutsche so wohlhabend wie nie'
Fr.04.01.08 - Trotz der Finanzmarktturbulenzen haben die Deutschen im abgelaufenen
Jahr ihr Geldvermögen auf ein Rekordniveau gesteigert.
In der Summe habe es um 230 Milliarden auf 4,76 Billionen Euro
zugenommen, teilte die Dresdner Bank am Donnerstag mit. "Die Deutschen
sind damit so wohlhabend wie noch nie", sagte Dresdner-Bank-Volkswirtin
Renate Finke. Der Zuwachs liege mit rund fünf Prozent allerdings
im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die anhaltende
Aktienhausse habe einen großen Anteil an der Steigerung. Der Dax
kletterte 2007 um rund 22 Prozent und verhalf den Anlegern damit zu
satten Bewertungsgewinnen.
Dennoch legten die Deutschen gerade wegen der Finanzmarktturbulenzen
weiter ein vorsichtiges Anlageverhalten an den Tag: "Die ohnehin
vorhandene Risikoaversion der Anleger dürfte sich nochmals
verstärkt haben", sagte Finke. 2007 sei daher voraussichtlich zum
siebten Mal in Folge netto Geld aus Aktienanlagen abgeflossen. Viele
Anleger nutzen die Möglichkeit, sich von Papieren zu trennen, die
sie vor dem Platzen der Internet-Blase Anfang des Jahrzehnts erworben
hätten.
Geldmarktfonds und Termingelder seien wegen der abgeschmolzenen
Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen für die Anleger
nun besonders attraktiv, sagte Finke. Auch Sparbriefe erfreuten sich
großer Beliebtheit. "Als sichere Anlage mit vergleichsweise hohen
Renditen konnten sie deutliche Zuwächse verbuchen." Attraktiv
für die breite Bevölkerung mache Sparbriefe insbesondere,
dass keine Mindestanlagesumme gefordert werde.
(Quelle: rtr)
Arbeitslosenzahl steigt im Dezember um 28.000 auf 3.406.000
Fr.04.01.08 - Der positive Trend am deutschen Arbeitsmarkt hat sich auch im Dezember
fortgesetzt. Zwar erhöhte sich die Zahl der offiziell registrierten
Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat jahreszeitlich bedingt leicht
um rund 28 000 auf 3,406 Millionen Menschen, wie die Bundesagentur
für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Allerdings
seien das rund 602 000 weniger als im Dezember 2006 gewesen. Die
Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert
bei 8,1 Prozent. Der Anstieg im Dezember sei deutlich geringer gewesen
als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Dafür sei das
milde Wetter verantwortlich gewesen.
Im Westen Deutschlands stieg die Zahl der Arbeitlosen den Angaben
zufolge im Dezember gegenüber dem Vormonat um 6000 auf 2,231
Millionen. Damit lag die Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent. In den neuen
Bundesländern erhöhte sie sich um 22 000 auf 1,176 Millionen
womit die Quote bei 13,7 Prozent lag.
2007 verzeichnete die Behörde den Angaben zufolge den
höchsten Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Geschichte der
Bundesrepublik. Im Jahresdurchschnitt 2007 betrug die Zahl der offiziell
registrierten Arbeitslosen 3,776 Millionen. Die durchschnittliche
Arbeitslosenquote habe 9,0 Prozent betragen. «Die gute
Konjunkturt und das Beschäftigungswachstum ließen die
Arbeitslosigkeit 2007 im Jahresdurchschnitt deutlich sinken»,
sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Damit sei
die Prognose von 3,8 Millionen sogar noch unterschritten worden.
Auch finanziell verbucht die Nürnberger Behörde einen
positiven Saldo. Statt des erwarteten Defizits von 4,3 Milliarden Euro,
wurde das Jahr 2007 in Folge der geringeren Ausgaben mit einem
Überschuss von 6,6 Milliarden Euro abgeschlossen.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei nach wie vor hoch und lasse
erwarten, dass sich der Beschäftigungsaufbau auch 2008 fortsetze.
Für 2008 rechnet die BA mit jahresdurchschnittlich 3,5 Millionen
Arbeitslosen, das wären 300 000 weniger als 2007. Davon
könnten je zur Hälfte Bezieher von Arbeitslosengeld I und
Langzeitarbeitslose, die Leistungen aus der Grundsicherung (Hartz IV)
beziehen, profitieren.
(Quelle: ddp)
FDP-Chef Westerwelle weist Vorwürfe seines Vorgängers
zurück
Fr.04.01.08 - FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle hat die Kritik seines
Vorgängers Wolfgang Gerhardt an seinen mangelnden
Führungsqualitäten zurückgewiesen.
"Die Arbeit der FDP kann so schlecht nicht sein, wenn wir bei den
Wahlen regelmäßig hinzugewinnen", sagte Westerwelle am
Donnerstag mit Blick auf Warnungen Gerhardts, das Erscheinungsbild der
Partei sei zu sehr auf ihn konzentriert. Während Westerwelle von
führenden FDP-Politikern gestützt wurde, beteuerte Gerhardt,
er habe den Parteivorsitzenden nicht angreifen wollen.
Die FDP sei zur stärksten Oppositionskraft im Bundestag geworden
und sei mittlerweile wieder in zwölf Landesparlamenten vertreten,
hob Westerwelle hervor. Auch den Vorwurfs Gerhardts, die FDP erscheine
den Wählern zu wenig emotional, ließ er nicht gelten. "Die
gefühlte 'Knutisierung' der deutschen Politik, die wir im letzten
Jahr erlabt haben, ist nicht mein Ding", sagte er der "Welt" vom
Freitag.
Gerhardt hatte wenige Tage vor dem traditionellen
Drei-Königs-Treffen der Liberalen in Stuttgart gewarnt, die FDP
müsse ihr personelles Angebot verbreitern: "Man kann nicht als
One-Man-Show kurz vor der nächsten Bundestagswahl auf einmal
Kaninchen aus dem Hut zaubern." Außerdem erscheine die FDP
gefühlskalt und spreche die Wähler emotional nicht an.
Gerhardt hat deswegen ein Papier unter dem Titel "Für Freiheit und
Fairness" ausgearbeitet. Dieses soll ein "freiheitliches
Politikangebot" sein, das mehr als ein Parteiprogramm sei. Darin tritt
Gerhardt auch für einen neuen Politikstil ein.
Gegenwind bekam der 64-Jährige auch von führenden
FDP-Politikern zu spüren. Die stellvertretende Vorsitzende der
FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, betonte: "Wir haben keine
One-Man-Show." In der FDP würden viele Mitglieder
verantwortungsvolle Positionen besetzen. In seinem Papier schlage
Gerhardt zudem keine neuen Inhalte vor. FDP-Generalsekretär Dirk
Niebel verwies darauf, dass die FDP seit Westerwelles Antritt als
Partei-Vorsitzender von 40 Wahlen 35 erfolgreich bestritten habe.
Partei-Vize Rainer Brüderle rief zur Einigkeit auf. Die
Auseinandersetzungen müssten sich auf den politischen Gegner
konzentrieren.
Gerhardt sagte im ZDF, er habe mit seinem Aufsatz einen
Denkanstoß im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen geben
wollen. "Es geht nicht um einen Wettbewerb Gerhardt-Westerwelle, das
wäre völlig überhöht." Er bekräftigte jedoch,
das "gesamte Erscheinungsbild" der Partei müsse verbreitert
werden. Gerhardt musste 2001 erst den Parteivorsitz und 2006 auch den
Fraktionsvorsitz an Westerwelle abtreten. Er ist derzeit
Vorstandsvorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.
(Quelle: rtr)
CSU will ihr Profil als Partei für das bürgerliche Lager
schärfen
Fr.04.01.08 - Die CSU will sich auf der Klausurtagung ihrer Landesgruppe in Wildbad
Kreuth stärker als Partei für das bürgerliche Lager
profilieren. «Es darf nicht sein, dass nur den oberen und den
unteren zehn Prozent unserer Bevölkerung öffentliche und
politische Aufmerksamkeit zuteil wird», sagte Landesgruppenchef
Peter Ramsauer der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag in Berlin. Die
CSU werde deutlich machen, «dass das bürgerliche Lager mit
der CSU eine zuverlässige Kraft und Stimme in der großen
Koalition hat».
Die Landesgruppe trifft sich ab Montag in Wildbad Kreuth, um drei Tage
lang Richtlinien für die weitere politische Arbeit festzulegen.
Dabei wird es auch um innenpolitische Themen wie die
Jugendkriminalität gehen. Im vergangenen Jahr stand die
Klausurtagung ganz im Zeichen der Krise um den damaligen bayerischen
Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, der kurz darauf seinen
Rücktritt ankündigte.
Zu Gast bei der Klausurtagung ist EU-Kommissionspräsident
José Manuel Barroso. «Was die Europapolitik angeht, werden
wir nicht nur die klassischen Fragen, also die nach der
europäischen Identität oder dem Beitritt der Türkei,
stellen», sagte Ramsauer. Die CSU werde Barroso gegenüber
deutlich machen, «dass wir uns von der EU nicht aus Gründen
des wirtschaftspolitischen Protektionismus einen klimapolitisch
bemäntelten Autokrieg aufzwingen lassen, nur weil wir die besten
Autos bauen». Außerdem wehre sich die Partei «gegen
solchen bürokratischen Unfug wie die Bodenschutzrichtlinie».
An innenpolitischen Themen steht Ramsauer zufolge unter anderem ein
Strategiepapier zur inneren Sicherheit zur Debatte. In dem der AP
vorliegenden Papier heißt es, «Deutschland muss sich darauf
einstellen, auch in Zukunft Ziel terroristischer Anschläge zu
sein. Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, die
Sicherheitsbehörden durch geeignete Ermittlungsinstrumente in die
Lage zu versetzen, Anschlagsplanungen frühzeitig aufdecken zu
können». Die SPD wird aufgefordert, «ohne jede weitere
Verzögerung der Schaffung der Rechtsgrundlage für die
Online-Durchsuchung im Bundeskriminalamtgesetz zustimmen».
(Quelle: ap)
Ministerpräsident Koch fordert von Ausländern Respekt vor
deutschen Sitten
Fr.04.01.08 - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat von
Einheimischen und Ausländern mehr Respekt vor traditionellen
Sitten und Werten gefordert. In Wohnvierteln mit hohem Zuwandereranteil
müsse es «klare Spielregeln» geben, heißt es in
einem am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichten Thesenpapier
Kochs: «Das Schlachten in der Wohnküche oder in unserem Land
ungewohnte Vorstellungen zur Müllentsorgung gehören nicht zu
unserer Hausordnung.»
Deutsche Sitten und Gebräuche dürften nicht einfach über
Bord geworfen werden, betonte Koch: «Die Sprache im Miteinander
muss Deutsch sein.» Die Deutschen würden die Zuwanderer mit
offenen Armen aufnehmen, erklärte der hessische
Ministerpräsident. Die Integration von Ausländern könne
aber nur funktionieren, wenn es klare Regeln für das Zusammenleben
gebe. Wer derartige Spielregeln verletze, müsse mit Konsequenzen
rechnen.
Koch forderte auch von den Deutschen eine Rückbesinnung auf
traditionelle Werte wie Anstand, Disziplin, Fleiß, Ordnung und
Pflichtgefühl. Der wachsende Anteil älterer Menschen in der
Gesellschaft erfordere zudem ein Mehr an Rücksichtnahme:
«Die Achtung vor dem Alter muss eine gelebte Tugend sein.»
Dazu gehöre es, älteren Menschen im Bus den Platz anzubieten
oder ihnen beim Tragen der Einkaufstasche zu helfen.
Koch muss am 27. Januar in Hessen eine knappe absolute Mehrheit
verteidigen. Alle Umfragen deuten derzeit auf schwere Verluste für
Kochs CDU hin. In den vergangenen Wochen hatte der
Ministerpräsident bereits mehrfach durch Kritik an Ausländern
auf sich aufmerksam gemacht. So forderte er ein Burka-Verbot für
islamische Mädchen an hessischen Schulen. Nach einem Überfall
auf einen Rentner in der Münchener U-Bahn kritisierte Koch, es
gebe zu viele kriminelle junge Ausländer.
Die hessische SPD erklärte am Donnerstag, der
CDU-Ministerpräsident formuliere Erwartungen, denen er selbst
nicht gerecht werde: «Roland Koch ist von den aktiven Politikern
in Deutschland derjenige, der am meisten zum Ansehensverlust der
Politik beigetragen hat», kritisierte der hessische
SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt. Koch stehe für
Verleumdung, Wortbruch und das Verbreiten von Pogromstimmung und solle
sich mit moralischen Ansprüchen zurückhalten.
(Quelle: ap)
CSU will geschlossene Heime für junge Straftäter
Fr.04.01.08 - Die CSU plant geschlossene Erziehungsheime für jugendliche
Straftäter statt längerer Gefängnisstrafen: "Haft ist
der hilfloseste Versuch, mit jugendlichen Serientätern in den
Großstädten umzugehen", sagte der CSU-Innenpolitiker
Hans-Peter Uhl am Donnerstag Reuters in Berlin. Justizministerin
Brigitte Zypries (SPD) zeigte sich offen für Erziehungscamps,
solange die Jugendlichen darin respektiert werden. Der um sein Amt
kämpfende hessische Ministerpräsident Roland Koch forderte
drei Wochen vor der Landtagswahl eine neue Wertedebatte und hartes
Durchgreifen. "Nicht nur für junge Menschen gilt beispielsweise:
Grenzen aufzeigen", schrieb der CDU-Politiker in einem Thesenpapier.
"Im geschlossenen Heim werden die jugendlichen Täter aus der
Gewaltspirale herausgeholt", sagte Uhl, der innenpolitischer Sprecher
der Unions-Bundestagsfraktion ist. "Dort wird nachgeholt, was im
Elternhaus und in der Schule versäumt wurde. Das ist ein
völlig anderer Weg als eine langjährige Haftstrafe." In den
Heimen sollten Erziehung und Schulausbildung nachgeholt und eine
Berufsausbildung ermöglicht werden.
Einen entsprechenden Vorschlag bereitet Uhl für die Klausur der
CSU-Landesgruppe im Bundestag Anfang nächster Woche in Wildbad
Kreuth vor. Auch Straflagern mit hartem Drill erteilte er eine Absage.
"Es soll keine Camps geben, in denen den Jugendlichen das Rückgrat
gebrochen wird."
Damit bewegen sich CSU und SPD offenbar aufeinander zu. Auch Zypries
sagte der "Tageszeitung" in ihrer Online-Ausgabe, sie halte
Erziehungslager für "sinnvoll, wenn sie auf gegenseitigem Respekt
beruhen". Sie lehne nur Boot Camps nach US-Muster ab, in denen
Jugendliche "gedemütigt und erniedrigt" würden.
Nach Gewalttaten in der Münchner U-Bahn und anderen Fällen,
in die vorbestrafte ausländische Jugendliche verwickelt waren,
beherrscht die Debatte über gewalttätige Jugendliche die
Landtagswahlkämpfe in Hessen, Niedersachsen und Hamburg, wobei
insbesondere Unionspolitiker auch die Herkunft der Täter
thematisieren.
Bayern will Spezialstaatsanwälte für die Bekämpfung von
Gewalt durch junge Serientäter einsetzen. Justizministerin Beate
Merk kündigte an, dass sich in allen Großstädten des
Landes speziell ausgebildete Anklagevertreter mit jugendlichen
Intensivtätern befassen würden. In München gebe es
bereits solche Jugendstaatsanwälte.
Dem Bundeskriminalamt zufolge ist der Anteil der
Jugendkriminalität seit Jahren stabil und liegt bei elf bis 13
Prozent aller Straftaten. Der Anteil von Ausländern an der
Kriminalität insgesamt ist von 34 Prozent 1993 auf 22 Prozent 2006
gesunken.
(Quelle: rtr)
SPD und Richterbund gegen Verschärfung des Jugendstrafrechts
Fr.04.01.08 - Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz und der Deutsche
Richterbund haben Forderungen nach einer Verschärfung des
Jugendstrafrechts zurückgewiesen. «Unser rechtliches
Instrumentarium ist völlig ausreichend», sagte
Wiefelspütz den «Ruhr Nachrichten» (Donnerstagausgabe).
Es handele sich um eine Scheindebatte, die nach den Landtagswahlen
schnell wieder beendet sein werde. Mit den Sozialdemokraten werde es
keine Verschärfung des Jugendstrafrechts geben, bekräftigte
Wiefelspütz.
Auch der Deutsche Richterbund kritisierte die Debatte über ein
härteres Jugendstrafrecht als überflüssig. In der
«Neuen Osnabrücker Zeitung» erklärte der
Vorsitzende des Richterbundes, Christoph Frank: «Die Diskussion
gaukelt den Menschen Zusammenhänge vor, die es nicht gibt. Die
Formel härtere Strafen gleich höhere Abschreckung gleich
weniger Straftaten ist schlicht falsch.»
Die Politik erliege hier erneut der Versuchung, Fragen des Strafrechts
für schnelle und plakative Botschaften zu missbrauchen, kritisierte
der Oberstaatsanwalt. «Das Thema ist aber viel zu ernst, um vor
Wahlen immer wieder instrumentalisiert zu werden.» Das
gesetzliche Instrumentarium für den Umgang mit straffälligen
Jugendlichen sei absolut ausreichend.
Defizite gebe es vielmehr im Bereich der kommunalen Erziehungsangebote
für Straftäter: «Jugendgerichte können die
gesetzlichen Instrumente nicht vollständig nutzen, weil es in den
Gemeinden oft an Personal und Maßnahmen fehlt, die sich um
straffällige Jugendliche kümmern», erklärte Frank.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und
Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte in den «Ruhr
Nachrichten»: «Wir brauchen auch eine Stärkung des
Jugendschutzes, eine Förderung der Gewaltprävention und eine
konsequente Strafverfolgung von jugendlichen Gewalttätern.»
Die Ereignisse in München zeigten einmal mehr, dass es Defizite im
Jugendschutz, bei der Integration jugendlicher Ausländer und in der
Anwendung des Strafrechts gebe.
Die Gewaltzunahme gerade in Brennpunktgebieten müsse mit einer
Offensive in der Jugendpolitik bekämpft werden, verlangte
Landsberg. Die Ausbildung von Schülern zu Streitschlichtern sollte
der Regenfall werden. «Gewaltprävention gehört auf jeden
Stundenplan», sagte Landsberg.
(Quelle: ap)
BGH verhängt Beugehaft gegen Ex-RAF-Mitglieder
Fr.04.01.08 - Die ehemaligen RAF-Mitglieder Christian Klar, Knut Folkerts und
Brigitte Mohnhaupt sollen durch eine sechsmonatige Beugehaft zu
Aussagen im Mordfall Buback gezwungen werden.
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe den Antrag auf Erzwingungshaft in dem
über 30 Jahre zurückliegenden Fall genehmigt, teilte der
Generalbundesanwalt in Karlsruhe am Donnerstag mit.
Grund für die Beugehaft gegen die für die Tat bereits zu
lebenslanger Haft Verurteilten sei ihre Weigerung, über den
tödlichen Anschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im
April 1977 auszusagen. Ein Aussageverweigerungsrecht stehe ihnen aber
nicht zu. Die Beugehaft werde wohl zunächst ausgesetzt, da von
einer Beschwerde der Betroffenen auszugehen sei. Dem ebenfalls
gestellten Antrag auf Beugehaft gegen das Ex-RAF-Mitglied Günter
Sonnenberg gab der BGH nicht statt.
Während Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die
Beugehaft-Entscheidung begrüßte, warf der
Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele den Ermittlern vor,
überzogen zu handeln. Die oberste Anklagebehörde ermittelt
seit April 2007 gegen das ehemalige RAF-Mitglied Stefan Wisniewski als
möglichen Buback-Todesschützen. Für die Tat waren Klar,
Mohnhaupt und Folkerts verurteilt worden.
Schäuble sagte, die Entscheidung zeige, dass die Behörden
nach wie vor alles unternähmen, um den Mord an Buback
aufzuklären. "Das ist ihre Pflicht, und sie nützen dazu jedes
Mittel", sagte der CDU-Politiker im Bayerischen Rundfunk.
Ströbele sagte Reuters-TV, der BGH-Richter hätte die
Beugehaft nicht verhängen dürfen, weil sie
unverhältnismäßig sei. "Die Bundesanwaltschaft ist
offenbar unter erheblichem Druck", sagte er. Schließlich gebe es
Hinweise, dass seinerzeit im Mordanschlag auf Buback unvollständig
ermittelt wurde. Es seien möglicherweise die Falschen vor Gericht
gestellt worden. Angeblich gebe es Akten deutscher Geheimdienste, die
eine andere Tatbeteiligung nahelegten.
Nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft wurden insgesamt elf
ehemalige Mitglieder der RAF verhört, die alle die Aussage
verweigert hätten. Allerdings habe sieben von ihnen das Recht zur
Aussageverweigerung zugestanden.
Klar sitzt seit November 1982 in Haft. Er wurde unter anderem wegen
Beteiligung an dem Morden an Buback, Arbeitgeberpräsident
Hanns-Martin Schleyer und dem Bankier Jürgen Ponto zu fünf
mal lebenslang verurteilt. Bundespräsident Horst Köhler
lehnte vergangenen Mai seine Begnadigung ab, seine Mindesthaftzeit
läuft im Januar 2009 aus. Folkerts war wegen Beteiligung an dem
Buback-Mord verurteilt worden und kam 1995 frei. Mohnhaupt wurde
vergangenen März nach 24 Jahren aus der Haft entlassen. Sie war
unter anderem wegen Beteiligung an den Morden an Buback, Schleyer und
Ponto verurteilt worden.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Jüngster Planet außerhalb des Sonnensystems entdeckt
Fr.04.01.08 - Heidelberger Wissenschaftler haben den bislang jüngsten Planeten
außerhalb des Sonnensystems entdeckt. «Seinen Mutterstern
umgibt noch jene Gas- und Staubscheibe, aus der er kürzlich geboren
wurde», teilte das Max-Planck-Institut für Astronomie mit.
Der Planet TW Hydrae b gilt als «Schwergewicht» - er hat
etwa die zehnfache Masse des Jupiters, des größten Planeten
in unserem Sonnensystem. Dabei umkreist er seinen Zentralstern in nur
3,56 Tagen in einem Abstand von etwa sechs Millionen Kilometern - zum
Vergleich: Die Erde ist etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne
entfernt, Jupiter schon 780 Millionen Kilometer. Die Beobachtung, die am
Donnerstag im britischen Fachjournal «Nature» (Bd. 451, S.
38) erscheint, hilft Astronomen dabei, die Planetenentstehung zu
verstehen.
So können die Wissenschaftler nun Rückschlüsse auf die
obere Zeitdauer ziehen, die zur Planetenbildung nötig ist: Die
Entstehung kann nicht länger als acht bis zehn Millionen Jahre
gedauert haben, das ist das Alter des Muttersterns TW Hydrae, einer nahe
gelegenen Sonne im Sternbild Wasserschlange (Hydra). Unsere Sonne ist
bereits rund 500 Mal so alt. «Damit ist uns erstmals der direkte
Beweis gelungen, dass in einer zirkumstellaren Scheibe tatsächlich
Planeten entstehen», sagte der Direktor der Abteilung Planeten-
und Sternentstehung in Heidelberg, Thomas Henning.
Die systematische Erforschung der extrasolaren Planeten, also der
Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, hat Mitte der 1990er
Jahre begonnen. Seitdem wurden mehr als 250 extrasolare Planeten
entdeckt. «Da Planeten nahe bei einem hellen Stern wie
Glühwürmchen neben einem Flutlichtstrahler erscheinen, lassen
sie sich meist (noch) nicht direkt beobachten», heißt es in
der Mitteilung des Instituts. Die Astronomen sind daher auf indirekte
Nachweismethoden angewiesen. Dabei machen sie es sich zunutze, dass
große Planeten durch ihre Schwerkraft an ihrem Stern zerren,
während sie ihn umkreisen. Dadurch wackelt der Stern messbar hin
und her: «Einmal kommt er ein Stück auf uns zu, dann
läuft er von uns weg.»
Die Heidelberger Wissenschaftler haben seit 2003 bei etwa 200 jungen
Sternen nach diesen Veränderung der sogenannten
Radialgeschwindigkeiten gespäht. Beim Stern TW Hydrae fanden sie
Hinweise auf einen «planetaren Begleiter», der den Stern am
inneren Rand seiner zirkumstellaren Scheibe umkreist. Entdeckt wurde der
Planet mit Hilfe eines Spektrographen an einem Teleskop der Max-
Planck-Gesellschaft und der Europäischen Südsternwarte in
Chile.
(Quelle: dpa)