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Irak am 1382sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.05.01.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor.
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2006 bis 05.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
|
Nahost-Konflikt: Bush kritisiert Israels Siedlungsbau als 'Hindernis' -
Israel stellt Abbau von jüdischen Außenposten in Aussicht
Sa.05.01.08 - US-Präsident George W. Bush hat den umstrittenen Siedlungsbau
Israels als "Hindernis" bei den wieder aufgenommen
Nahost-Friedensgesprächen kritisiert.
Er forderte Israel auf, seiner Zusicherung nachzukommen und den
Siedlungsbau zu stoppen. "Ich werde über den Siedlungsbau sprechen.
Das könnte ein Hindernis für einen Erfolg sein", sagte Bush
der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die nicht genehmigten
Siedlungen müssten demontiert werden. Bush zeigte sich dennoch
optimistisch, dass ein Friedensabkommen zwischen Israelis und
Palästinensern bis Ende 2008 erzielt werden könne.
Die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern
waren kürzlich nach einer Konferenz in Annapolis im US-Bundesstaat
Maryland wieder aufgenommen worden. Zuletzt waren die Gespräche
aber wegen der Ankündigung Israels, mehrere hundert Häuser im
Großraum Jerusalem zu bauen, ins Stocken geraten. Die
Siedlungspläne hatten internationale Kritik ausgelöst. Bush
will vom 8. bis 16. Januar erstmals seit seinem Amtsantritt Israel und
die Autonomiegebiete besuchen. Die US-Regierung hatte beteuert, sich
für ein Friedensabkommen noch vor dem Ende von Bushs Amtszeit
Anfang 2009 einzusetzen.
Israel hat unterdessen in Aussicht gestellt, während des Besuchs
von US-Präsident George W. Bush kommende Woche mit dem Abbau von
Außenposten jüdischer Siedlungen im Westjordanland zu
beginnen.
Er gehe davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt entsprechende Schritte
ergriffen würden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident
Haim Ramon am Freitag im israelischen Rundfunk. Um welche Siedlungen es
sich konkret handelt, sagte er nicht. Einige der ohne Zustimmung der
Regierung errichteten Außenposten bestehen lediglich aus
unbewohnten Hütten, in anderen wiederum gibt es Straßen und
ganze Wohnwagensiedlungen.
boa (Quelle: rtr)
Kenia: Geplanter Massenprotest gegen Kibaki erneut gescheitert
Sa.05.01.08 - Die Partei des kenianischen Oppositionsführers Raila Odinga hat es
auch am Freitag nicht geschafft, den angekündigten Massenprotest
gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki auf die
Beine zu stellen. Bis zum frühen Abend gab es in der Hauptstadt
Nairobi keine Anzeichen für eine Großkundgebung und es blieb
ruhig. In den Elendsvierteln, wo die Opposition den größten
Zulauf hat, blieben die meisten Läden geschlossen, nur vereinzelt
gab es Proteste.
Der als «Marsch der Millionen» bezeichnete Massenprotest am
Donnerstag war ursprünglich von der Regierung untersagt und
schließlich wegen eskalierender Gewalt mit den
Sicherheitskräften auch von der Opposition abgesagt worden.
Proteste wurde am Freitag aus der für den Tourismus wichtigen
Stadt Mombasa gemeldet, wo sich rund 1.500 Menschen versammelten und
Kibaki Wahlbetrug vorwarfen. Es gab zunächst keine Meldungen
über gewaltsame Zwischenfälle.
Die Opposition rief unterdessen zu einer Wiederholung der
Präsidentenwahl auf. Das Land solle sich auf eine neue Wahl des
Präsidenten vorbereiten, erklärte der Generalsekretär
der Orangenen Demokratischen Bewegung (ODM), Anyang Nyongo. Es gehe
darum, Demokratie und Gerechtigkeit wiederherzustellen.
Regierungssprecher Alfred Mutua sagte, Kibakis Regierung werde eine
Neuwahl abhalten, falls ein Gericht dies anordne. Auf die Frage, ob die
Verfassung so etwas erlaube, erwiderte der Sprecher: «Das
bezweifle ich.»
Die USA entsandten unterdessen eine ranghohe Diplomatin zu
Gesprächen nach Kenia. Die Europäische Union forderte die
kenianischen Politiker auf, eine weitere Eskalation zu vermeiden und
einen Kompromiss zu erzielen.
Als Vermittler bot sich auch der südafrikanische
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu an, der am Freitag mit
Kibaki zusammentraf. Am Donnerstag hatte der Präsident ein
Gespräch noch rundweg abgelehnt. Tutu hatte am Donnerstag mit
Odinga gesprochen. Nach den Gesprächen mit den beiden Kontrahenten
erklärte Tutu, Kibaki und Odinga hätten angedeutet, dass sie
einer Vermittlung gegenüber aufgeschlossen seien.
Die Stimmenauszählung der Präsidentenwahl vom 27. Dezember
war von Unregelmäßigkeiten geprägt. Kibaki
erklärte sich dennoch zum Wahlsieger und ließ sich für
eine neue Amtszeit vereidigen. Die daraufhin ausgebrochenen gewaltsamen
Unruhen kosteten 300 Menschenleben, etwa 100.000 Menschen flohen vor
der Gewalt.
Aus dem politischen Konflikt nach der Wahl wurde nun ortsweise auch ein
ethnischer: Mitglieder der Volksgruppe Odingas, die Luo, kämpften
seither gegen Kikuyus. Diese stellen mit rund 20 Prozent der
Bevölkerung die größte der 42 Volksgruppen im Land, zu
der auch Präsident Kibaki gehört. Bei Ausschreitungen in den
Elendsvierteln von Nairobi brannten über Nacht nach
Augenzeugenberichten mehr als 60 Wohnhäuser nieder.
Eine Entspannung der Lage in Kenia ist aus Sicht deutscher
Hilfsorganisationen derzeit nicht in Sicht. Das UN-Kinderhilfswerk
(UNICEF) berichtete am Freitag, nach den tagelangen schweren Unruhen
brauchten vermutlich rund 500.000 Menschen humanitäre Hilfe, die
meisten von ihnen Frauen und Kinder. Zahlreiche deutsche und
internationale Hilfsorganisationen riefen zu Spenden für die in
Not geratenen Menschen in Kenia auf. Das Auswärtige Amt in Berlin
sah auch am Freitag keinen Anlass, die Verschärfung seiner
Sicherheitshinweise für deutsche Reisende zurückzufahren.
(Quelle: ap)
Rebellengruppe in Nigeria kündigt weitere Angriffe an
Sa.05.01.08 - Die größte nigerianische Rebellengruppe hat zur Durchsetzung
ihrer Ziele für das neue Jahr einen «blutigen Kampf»
angekündigt. Angestrebt werde weiterhin, auf einen Streich 100
Prozent der Ölexporte des Landes lahmzulegen, hieß es in
einer am Donnerstag per E-Mail versandten Erklärung der Bewegung
für die Emanzipation des Niger-Deltas (MEND). Sie verlangt eine
stärkere Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an den
Gewinnen aus der Ölförderung.
In der Erdölregion im Süden Nigerias kommt es seit Monaten
immer wieder zu Übergriffen gegen Konzerne. Die nigerianischen
Ölexporte gingen deshalb um mehr als 20 Prozent zurück.
Nigeria ist der größte Ölproduzent in Afrika, die
Menschen im Nigerdelta zählen aber zu den weltweit ärmsten.
Die angespannte Lage in Nigeria wird als eine der Begründungen
für die jüngsten Ölpreisanstiege angeführt.
In der E-Mail der Rebellen wurde die Bevölkerung aufgefordert,
sich von Militärstützpunkten und Truppentransportern
fernzuhalten, da diese Ziel von Sprengsätzen seien.
(Quelle: ap)
EU schickt rund hundert Wahlbeobachter nach Pakistan
Sa.05.01.08 - Die Europäische Union will zur Parlamentswahl am 18. Februar rund
100 Beobachter nach Pakistan schicken. Die EU-Gesandten sollen am Tag
des Urnengangs Wahlbüros im ganzen Land besuchen und einen
ordnungsgemäßen Ablauf sicherstellen, wie der Leiter der
Mission, der deutsche EU-Abgeordnete Michael Gahler (CDU), in Islamabad
mitteilte.
Nachdem bislang eine elfköpfige Expertengruppe unter Gahlers
Leitung vor Ort sei, habe EU-Außenkommissarin Benita
Ferrero-Waldner beschlossen, die Mission aufzustocken, teilte ihre
Sprecherin in Brüssel mit. In den nächsten Tagen sollten 50
"Langzeit-Beobachter" nach Pakistan entsandt werden. Eine Woche vor der
Abstimmung sollen laut Gahler weitere 48 Beobachter folgen. Die Mission
steht unter dem Vorbehalt, dass die Sicherheitslage den Einsatz
zulässt.
Aufgabe der EU-Wahlbeobachter ist es nach Angaben der Sprecherin
Ferrero-Waldners, den gesamten Wahlprozess zu beurteilen. Die
zunächst für kommenden Dienstag geplante Parlamentswahl war
nach dem Tod Bhuttos und wegen der darauf folgenden Unruhen im Land auf
den 18. Februar verschoben worden.
(Quelle: afp)
Bush: Pakistans Präsident Musharraf ist Verbündeter
Sa.05.01.08 - Präsident George W. Bush hat sich hinter den pakistanischen
Präsidenten Pervez Musharraf gestellt: Musharraf sei ein
Verbündeter der USA im internationalen Kampf gegen den Terrorismus,
sagte Bush der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Zudem solle
Musharraf mit dem Gewinner der nach der Ermordung der
Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto verschobenen Wahlen
zusammenarbeiten. "Ich denke, dass wer auch immer die Wahl gewinnt,
jemand ist, mit dem Präsident Musharraf zusammenarbeiten sollte.
Und natürlich werden wir ein starker Verbündeter Pakistans
sein", sagte Bush.
Bhutto war in der vergangenen Woche bei einem Attentat getötet
worden. Ihr waren gute Chancen zugerechnet worden, zur
Ministerpräsidentin gewählt zu werden. Bhuttos Tod hat Zweifel
an der Stabilität des engen US-Verbündeten im Kampf gegen den
Terror aufkommen lassen und die Frage aufgeworfen, ob die Atommacht auf
dem Weg zu mehr Demokratie vorankommt. Erst jüngst hatte Musharraf
auch auf internationalen Druck sein Amt als Armeechef niedergelegt.
Auch hatte er erst kürzlich den Ausnahmezustand wieder aufgehoben.
Noch im November hatte Musharraf Bhutto unter Hausarrest gestellt.
Wiederholt gab es Gerüchte, die USA seien immer unzufriedener mit
Musharraf und erwägten auch die Unterstützung von Bhutto.
(Quelle: rtr)
Nordkorea droht im Atomstreit mit Militär
Sa.05.01.08 - Nach den jüngsten Verstimmungen zwischen Nordkorea und den USA im
Atomstreit will die Regierung in Pjöngjang verstärkt auf die
abschreckende Wirkung ihres Waffenarsenals setzen: "Wir werden unsere
Fähigkeiten zur Kriegsführung weiter ausbauen", hieß es
am Freitag in der Zeitung "Rodong Sinmun". Dies sei die Antwort des
Landes auf Versuche der USA, einen Atomkrieg anzuzetteln.
Die USA hatten Nordkorea jüngst vorgeworfen, das Atomprogramm
nicht wie vereinbart bis zum Jahresende lückenlos offengelegt zu
haben. Die Regierung in Washington kündigte daher an, ihren
Chefunterhändler Christopher Hill in den kommenden Tagen erneut in
die Region und nach Russland zu schicken. Die nordkoreanische
Führung hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und
der Regierung in Washington Kriegstreiberei vorgeworfen.
Gemäß einer Vereinbarung sollte die Regierung in
Pjöngjang bis zum 31. Dezember die Einzelheiten ihrer
Atomaktivitäten auflisten, um im Gegenzug Hilfslieferungen zu
erhalten. Dies war im Rahmen der sogenannten
Sechs-Parteien-Gespräche vereinbart worden, an denen auch
Südkorea, China, Russland und Japan beteiligt sind. In dem Abkommen
ist auch geregelt, dass Nordkorea mit dem Abbau seiner Atomanlagen
beginnt. In einem weiteren Bericht der nordkoreanischen Staatsmedien
hieß es am Freitag, das Land habe den Abbau verlangsamt, da die
Hilfslieferungen nicht rechtzeitig eingetroffen seien.
(Quelle: rtr)
Amnesty fordert Ende des 'Hinrichtungs-Weltrekords' in China
Sa.05.01.08 - Amnesty International hat ein Ende der massiven Anwendung der
Todesstrafe in China gefordert.
Zu der Ankündigung, künftig vermehrt Hinrichtungen mit der
Giftspritze statt durch Erschießen zu vollziehen, sagte die
Asien-Direktorin Catherine Baber am Freitag: «Die
willkürliche Anwendung der Todesstrafe, Fehlurteile, darunter die
Hinrichtung von Unschuldigen, und die grausame und inhumane Art der
Todesstrafe lassen sich nicht ändern, indem die Methode gewechselt
wird.» Der Trend weltweit gehe vielmehr weg von der Todesstrafe.
Die Änderung der Hinrichtungsmethode verstoße gegen den
Geist der Olympischen Spiele, der die Bewahrung der Menschenwürde
in die Mitte der olympischen Bewegung rücke. Ein positives Erbe
der Spiele 2008 in Peking könne nur erreicht werden, «wenn
der Weltrekord Chinas bei den Exekutionen ein Ende findet», sagte
Baber in einer Stellungnahme der Organisation.
«Nichts ist würdevoll oder human, wenn der Staat eine Person
tötet, egal wie», widersprach Baber dem Vizepräsidenten
von Chinas Oberstem Gericht, Jiang Xingchang, der die tödliche
Injektion eine «humanere» Methode genannt hatte. Baber
sagte, es gebe Beweise, dass die Giftspritze einen qualvollen Tod
verursachen könne. Die Teilnahme von medizinischem Personal
widerspreche professioneller Ethik.
Amnesty begrüßte allerdings, dass das Oberste Gericht wieder
alle Berufungsverfahren übernommen hat, was nach Expertenansicht
zu einer Verringerung der Anwendung führen könnte. Da in
China aber die Zahl der Exekutionen ein Staatsgeheimnis ist, lasse sich
keine Veränderung feststellen. China müsse konkrete Schritte
zur Abschaffung der Todesstrafe unternehmen. «Als ersten Schritt
muss China die tatsächliche Zahl der Exekutionen öffentlich
machen und die Zahl der Verbrechen, die mit der Todesstrafe bestraft
werden, radikal verringern.»
Nach einer früheren Statistik von AI wurde die Todesstrafe 2006
weltweit in 25 Staaten vollstreckt. Dabei wurden mindestens 1591
Gefangene hingerichtet. Der Großteil aller Hinrichtungen verteilt
sich auf sechs Länder. So konnte AI alleine für China 1010
Exekutionen belegen. Die tatsächliche Zahl soll sich jedoch auf
bis zu 8000 belaufen. Im Iran wurden mindestens 177 Todesurteile
vollstreckt, in Pakistan 82, im Irak sowie im Sudan mindestens 65. In
den USA wurden 53 Menschen hingerichtet.
(Quelle: dpa)
Venezuela: Chavez kündigt große Kabinettsreform an
Sa.05.01.08 - Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat einen Monat nach
seiner Niederlage beim Verfassungsreferendum eine groß angelegte
Kabinettsreform angekündigt. Mindestens 13 Ministerposten
würden neu besetzt, erklärte Chavez am Donnerstag im
staatlichen Fernsehen. Unter anderem soll sein Stellvertreter Jorge
Rodriguez vom derzeitigen Wohnungsbauminister Ramon Carrizales
abgelöst werden. Neuer Informationsminister soll der Leiter des
Fernsehsenders Telesur werden, Andres Izarra.
Die meisten der weiteren geplanten Änderungen wurden zunächst
nicht bekanntgegeben. Chavez führt in der Regel einmal im Jahr eine
Kabinettsreform durch. Der Staatschef wollte Venezuela mit 69
Verfassungsänderungen für einen «Sozialismus des 21.
Jahrhunderts» auf Kurs bringen. Unter anderem wollte er die
Begrenzung der Anzahl von Amtszeiten eines Präsidenten sowie die
Unabhängigkeit der Notenbank abschaffen. Die Pläne wurden bei
der Volksabstimmung Anfang Dezember mit knapper Mehrheit abgelehnt.
(Quelle: ap)
Französische Minister erhalten erstmals Zeugnisse
Sa.05.01.08 - Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat seinen
32 Ministern und Ministerinnen ein unbequemes Weihnachtsgeschenk
gemacht: Alle Regierungsmitglieder erhalten erstmals ein Zeugnis. Ihre
Noten richten sich danach, ob sie die vom Staatschef vorgegebene
Vorgaben erreichen, wie Regierungssprecher Laurent Wauquiez am
Donnerstag bekannt gab. Er wies Mutmaßungen zurück, die
Beurteilungen sollten als Vorwand für eine anstehende
Regierungsumbildung vor der Kommunalwahl im März herhalten.
Einwanderungsminister Brice Hortefeux etwa wird nun unter anderem daran
gemessen, ob er es schafft, 25.000 Ausländer auszuweisen.
Hochschulministerin Valérie Pécresse daran, wie viele
Universitäten sie zur Anwendung eines Reformstatuts bewegen kann.
Kritisch wollte sich dazu am Donnerstag keiner der Sarkozy-Schüler
äußern. «In der Wirtschaft ist das bereits gang und
gäbe, jetzt hält es in der Verwaltung Einzug», sagte der
Staatssekretär für EU-Angelegenheiten, Jean-Pierre Jouyet.
«Wir tuen alles für gute Noten.»
Die Minister, die einen blauen Brief erhalten, sind jedenfalls
vorgewarnt. «Sie müssen über ihre Ineffizienz
Rechenschaft ablegen», sagte Wauquiez. Bereits in der zweiten
Januarhälfte werde Premierminister François Fillon die
ersten Regierungsmitglieder zum Rapport bestellen. An der Erstellung der
Beurteilungstabellen, in denen jeweils rund 30 Zielziffern benannt
werden, war eine Beratungsfirma beteiligt.
Es gehe aber keinesfalls darum, unliebsame Minister abzusägen,
verlautete aus dem Umfeld Fillons. «Es ist ein Steuerungswerkzeug,
um die von Sarkozy gewünschte Ergebniskultur umzusetzen.»
Dessen ungeachtet wird in den Medien weiter heftig über eine
Regierungsumbildung spekuliert. Sarkozy kündigte wiederholt eine
Fortführung seiner «Öffnung nach links» an. Als
heißer Kandidat für einen Ministerposten wird nach wie vor
der frühere sozialistische Kulturminister Jack Lang genannt.
(Quelle: ap)
Royal will Parteivorsitz der französischen Sozialisten
Sa.05.01.08 - Acht Monate nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl hat
die französische Sozialistin Ségolène Royal ihren
Anspruch auf die Parteiführung der PS und damit auf eine weitere
Präsidentschaftskandidatur bekräftigt. Sie werde sich auf dem
nächsten Parteitag um das Amt des PS-Generalsekretärs
bewerben, «wenn ich die Sozialisten um ein politisches Angebot
versammeln kann», sagte die 54-Jährige am Donnerstag.
«Immer mehr Männer und Frauen wenden sich mir zu und fragen
sich, wie man die Ideen unserer Partei gemeinsam erneuern kann»,
sagte Royal dem Sender France-2. Als Präsidentschaftskandidatin
habe sie viel Hoffnung geweckt. «In diesem Jahr will ich bis zum
Ende führen, was ich im Wahlkampf begonnen habe.»
Die Präsidentin der Region Poitou-Charentes verlor die Wahl im Mai
2007 gegen den konservativen Nicolas Sarkozy. Die Krise der Sozialisten
spitzte sich seitdem weiter zu, mehrere
Führungspersönlichkeiten wie Exwirtschaftsminister Dominique
Strauss-Kahn zogen sich aus der Parteileitung zurück.
Die PS will auf einem Parteitag nach der Kommunalwahl im März
über einen Nachfolger des amtierenden Parteichefs und ehemaligen
Royal-Lebensgefährten François Hollande entscheiden. Als
stärkster Gegenkandidat Royals gilt der Pariser Bürgermeister
Bertrand Delanoe. Wer sich durchsetzt, hat beste Chancen auf die
Kandidatur für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr
2012.
(Quelle: ap)
Teuerung in Euro-Zone auf Rekordniveau
Sa.05.01.08 - Die Teuerung in der Euro-Zone hat sich im Dezember ungebremst
fortgesetzt. Das Europäische Statistikamt Eurostat schätzte
die jährliche Inflationsrate für Dezember 2007 am Freitag auf
3,1 Prozent.
Die Preissteigerung lag damit auf dem Rekordniveau vom November. Damals
errechneten die Statistiker bereits den höchsten Stand seit Mai
2001.
Damit übertrifft die Inflation in den bisher 13 Ländern der
Euro-Zone erneut die Warnschwelle von 2,0 Prozent deutlich. Nur bei
Raten um diesen Wert herum gelten die Preise nach Lesart der
Europäischen Zentralbank als stabil.
Am 16. Januar will Eurostat sichere Werte für Dezember vorlegen,
die aber nahe der Vorabschätzung liegen dürften. Die
anschließende Inflationsschätzung für Januar soll dann
erstmals die neuen Euro-Länder Zypern und Malta mit
einschließen.
(Quelle: dpa)
Heizölpreis steigt in Deutschland auf Rekordstand
Sa.05.01.08 - Mit zwei Tagen Verzögerung kommt der Ölpreisschock bei den
deutschen Verbrauchern an: Der Preis für einen Liter Heizöl
stieg nach Angaben des Hamburger Fachdienstes EID auf den Rekordstand
von 75 Cent, ein Cent mehr als Ende Dezember. Der Benzinpreis stieg nach
EID-Beobachtungen auf 1,40 Euro für den Liter Benzin. Das sind 4
Cent mehr als im Dezember.
Diesel verteuerte sich um 2 Cent auf 1,30 Euro. «Im Zuge der
gestiegenen Rohölpreise verteuerten sich auch die Produkte im
Rotterdamer Markt, was auch die Autofahrer an den deutschen Tankstellen
und vor allem die Heizölkunden zu spüren bekamen»,
erklärte EID-Chefredakteur Rainer Wiek.
Ein Barrel (159 Liter) Rohöl hatte am Donnerstag den Rekordstand
von 100,09 Dollar erreicht, nachdem am Mittwoch zum ersten Mal die
100-Dollar-Marke berührt worden war. Auslöser für den
jüngsten Preissprung waren Daten der US-Regierung, wonach die
Rohöl-Bestände deutlich mehr gefallen sind als erwartet. Im
Jahr 2007 war der Ölpreis um 57 Prozent gestiegen.
(Quelle: ap)
Internet-Nutzung deutlich billiger
Sa.05.01.08 - Internet-Surfer dürfen sich über deutlich gesunkene Preise
für die Nutzung des World Wide Web freuen: Wie das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, gingen die Preise für
den Internet-Zugang im Jahresdurchschnitt 2007 um 5,3 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr zurück.
Günstiger wurden demnach auch Telefondienstleistungen im
Mobilfunk: Für Verbindungen vom Handy zum Handy waren 2,4 Prozent
weniger zu zahlen. Dagegen verteuerten sich Gespräche in die
Mobilfunknetze um 1,6 Prozent, wie die Statistiker weiter berichteten.
Insgesamt zogen die Kosten für das Telefonieren im Festnetz an. Im
vergangenen Jahr lag der Preisindex gegenüber dem von 2006 um 1,7
Prozent höher. Für Internet, Mobilfunk und Festnetz
hätten die privaten Haushalte 2007 damit insgesamt 0,4 Prozent mehr
aufwenden müssen, erklärte das Statistische Bundesamt.
(Quelle: ap)
Finanzminister offenbar weitere Sparrunde nicht aus
Sa.05.01.08 - Angesichts der nachlassenden Konjunktur schließt
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück weitere Kürzungen im
Bundeshaushalt einer Zeitung zufolge nicht aus: "Zusätzliche
Einsparvorgaben bleiben vorbehalten. Insbesondere gilt dies auch in
Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der
gesamtwirtschaftlichen Eckwerte", zitiert das "Handelsblatt"
(Freitagausgabe) aus einem Schreiben Steinbrücks zur Aufstellung
des Haushalts 2009.
Mit Blick auf die gestiegenen konjunkturellen Risiken fordert der
SPD-Politiker "alle Ausgabenpositionen hinsichtlich ihrer Notwendigkeit
und effizienten Ausgestaltung kritisch zu durchleuchten und
erforderliche Anpassungen umzusetzen". Neue Vorhaben müssten
vollständig gegenfinanziert werden.
Auch eine Absenkung der Wachstumsprognose der Bundesregierung für
2008 hält Steinbrück dem Bericht zufolge für
wahrscheinlich. "Wir befinden uns zwar in einem erfreulichen Aufschwung,
die Risiken haben sich allerdings erhöht, dass die Konjunktur sich
schlechter als in der Herbstprojektion entwickelt", zitiert das Blatt
weiter aus dem Brief des Ministers. Als Gründe führe
Steinbrück die kräftige Aufwertung des Euro, die
eingetrübten Aussichten für die Exportwirtschaft durch die
Finanzmarktkrise, den deutlich erhöhten Ölpreis sowie die zum
Jahresende überraschend beschleunigte Inflation an.
Die Bundesregierung war in ihrer Herbstprojektion im Oktober von einer
Wachstumsrate von 2,0 Prozent ausgegangen. Die Wirtschaftsweisen hatten
noch am Donnerstag ihre Prognose von 1,9 Prozent bekräftigt.
(Quelle: rtr)
CDU verspricht breiten Masse Steuersenkung nach der Wahl
Sa.05.01.08 - Die CDU verspricht der breiten Masse der Arbeitnehmer nach der
Bundestagswahl Steuersenkungen: Generalsekretär Ronald Pofalla
sagte am Freitag, seine Partei werde auf ihrer Klausurtagung am
Wochenende in Wiesbaden den Startschuss für eine
Einkommensteuerreform geben. Zudem will sie das Kindergeld 2009
erhöhen und die Lohnnebenkosten weiter senken. Die SPD sprach von
"schäbigen Wahlversprechen", die ähnlich belastbar seien wie
die Fünfjahrespläne in der DDR.
"Deutschland braucht in der nächsten Legislaturperiode eine
Steuerreform", sagte Pofalla der "Financial Times Deutschland". Dabei
werde die CDU die Leistungsträger ins Zentrum stellen: "Das sind
die 27 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die
Handwerker, die Angestellten." Einzelheiten zum Umfang der
CDU-Pläne und zur Gegenfinanzierung nannte Pofalla nicht. Eine
Entlastung der mittleren Einkommen ist für den Staat in der Regel
mit hohen Einnahmeausfällen verbunden.
Pofalla verband seine Ankündigung mit Angriffen auf Finanzminister
Peer Steinbrück (SPD), der Steuersenkungen vor dem für 2011
angestrebten Haushaltsausgleich ablehnt. Den Leistungsträgern
müsse eine Perspektive gegeben werden, anstatt ihnen die Tür
vor der Nase zuzuschlagen, wie Steinbrück es tue.
Weiteren Handlungsbedarf sieht die Partei Pofalla zufolge auch bei den
Sozialversicherungsbeiträgen. Möglichst zum 1. Januar 2009
sollte der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung noch einmal gesenkt
werden. Er war von der Koalition erst zu Jahresbeginn von 4,2 auf 3,3
Prozent herabgesetzt worden. Ein weiterer Schwerpunkt soll die
Familienpolitik werden. Ebenfalls Anfang 2009 will die CDU das
Kindergeld erhöhen. Grundlage dafür soll der
Existenzminimumsbericht der Regierung im Herbst sein.
Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt forderte außerdem
einen Umbau des Ehegattensplittings bei der Einkommensteuer zu einem
Familiensplitting. Dabei würden nicht nur die Einkommen der
Eheleute addiert und der Gesamtbetrag durch zwei geteilt, sondern durch
alle Familienmitglieder. Als Beispiel nannte er in der "Financial Times
Deutschland" ein Ehepaar mit zwei Kindern, das Arbeitseinkünfte
von 30.000 und 20.000 Euro hat. Bisher würde die Steuerlast durch
das Splitting auf 8542 Euro gesenkt. Würde das Familieneinkommen
nicht auf zwei, sondern alle vier Köpfe verteilt, würde die
Belastung auf 3728 Euro sinken.
Von dem neuen Modell profitieren vor allem einkommensstarke Familien.
Zudem kann es für den Staat zu hohen Ausfällen führen.
Milbradt schlug deshalb vor, den Splittingvorteil pro Kind auf einen
Maximalbetrag zu begrenzen. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef
Joachim Poß warf der CDU vor, mit ihren Ankündigungen gehe
sie vor den Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg auf
Wählerfang. "Wer heute so tut, als könne er mal eben im
Vorbeigehen die Steuern senken, macht haltlose Versprechen." Mit
seriöser Finanzpolitik hätten die "Ankündigungen der
Spendieronkel von der Union" nichts zu tun.
(Quelle: rtr)
Finanzminister Steinbrück unterstützt Forderung nach
deutlichen Lohnerhöhungen
Sa.05.01.08 - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) unterstützt einem
Zeitungsbericht zufolge die Forderung der Gewerkschaften nach
deutlichen Lohnzuwächsen: In einem Strategiepapier für die
SPD-Vorstandsklausur am Sonntag und Montag in Hannover, plädiert
der Minister nach einem Vorabbericht der "Frankfurter Rundschau"
(Samstagausgabe) für "spürbare Lohnzuwächse" und macht
sich für eine stärkere Beteiligung von Arbeitnehmern am
Unternehmenskapital stark.
"Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war die
Entwicklung der Lohneinkommen über einen so langen Zeitraum so
schwach", zitiert das Blatt den SPD-Politiker. Trotz niedriger
Inflationsrate habe sich dadurch die reale Einkommenssituation von
Arbeitnehmern seit der Wiedervereinigung sogar verschlechtert. "Das
Niveau liegt heute um 1,3 Prozent unter demjenigen des Jahres 1991",
schreibt Steinbrück. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum sei aber nur
möglich, wenn neben dem Exportsektor auch die Binnennachfrage und
damit die Binnenwirtschaft an Kraft gewinne.
(Quelle: rtr)
Im öffentlichen Dienst steht harte Tarifrunde bevor
Sa.05.01.08 - Vor der kommenden Donnerstag beginnenden Tarifrunde im
öffentlichen Dienst stehen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber
unversöhnlich gegenüber. Der Vorsitzende der zum Beamtenbund
gehörenden dbb Tarifunion, Frank Stöhr, drohte in der
«Berliner Zeitung» mit Streik, sollten die Arbeitgeber die
Forderung nach acht Prozent mehr Geld nicht erfüllen. «Die
Beschäftigten sind bereit, den Forderungen Nachdruck zu
verleihen», sagte Stöhr. Der Städte- und Gemeindebund
erklärte indes, ein Lohnzuwachs von acht Prozent sei nicht
bezahlbar.
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Stöhr erklärte, die Gewerkschaften seien finanziell gut
aufgestellt und könnten so lange wie nötig streiken. Ganze
Bereiche wie kommunale Versorgung, Nahverkehr oder Meldedienste
könnten lahm gelegt werden. «Die Mitglieder haben hohe
Erwartungen, weil sie weniger in der Tasche haben», wird
Stöhr zitiert. Im Jahr 2004 hätten die Beschäftigten im
öffentlichen Dienst die letzte lineare Einkommenserhöhung
erhalten. Der Nettolohn 2007 sei inzwischen um drei Prozent geringer als
1999.
Die Forderung der Kommunen nach einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden
bezeichnete Stöhr als «falschen Weg». Der Tarifvertrag
für den öffentlichen Dienst sehe bereits flexible
Arbeitszeiten vor. Die dbb Tarifunion verhandelt in der anstehenden
Runde erstmals gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di.
Der Städte- und Gemeindebund bezeichnete die Gehaltsforderungen
als kurzsichtig und überzogen und erklärte, damit würden
Arbeitsplätze vernichtet. Hauptgeschäftsführer Gerd
Landsberg sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung», der
geforderte Lohnzuwachs würde die Kommunen sieben Milliarden Euro
pro Jahr kosten. «Das ist nicht finanzierbar und erhöht den
Druck, das Personal immer mehr zu verringern», warnte Landsberg.
Je höher der Abschluss, desto größer sei der Zwang,
Aufgaben an private Dienstleister zu vergeben. Eine Folge von
höheren Gehaltszahlungen könnten Leistungseinschränkungen
zum Beispiel bei Kindergärten oder im Jugendschutz sein. Auch
Forderungen des Marburger Bundes nach weiteren Gehaltssteigerungen
für die Ärzte wies Landsberg zurück
Vor der kommenden Donnerstag beginnenden Tarifrunde im
öffentlichen Dienst stehen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber
unversöhnlich gegenüber. Der Vorsitzende der zum Beamtenbund
gehörenden dbb Tarifunion, Frank Stöhr, drohte in der
«Berliner Zeitung» mit Streik, sollten die Arbeitgeber die
Forderung nach acht Prozent mehr Geld nicht erfüllen. «Die
Beschäftigten sind bereit, den Forderungen Nachdruck zu
verleihen», sagte Stöhr. Der Städte- und Gemeindebund
erklärte indes, ein Lohnzuwachs von acht Prozent sei nicht
bezahlbar.
Stöhr erklärte, die Gewerkschaften seien finanziell gut
aufgestellt und könnten so lange wie nötig streiken. Ganze
Bereiche wie kommunale Versorgung, Nahverkehr oder Meldedienste
könnten lahm gelegt werden. «Die Mitglieder haben hohe
Erwartungen, weil sie weniger in der Tasche haben», wird
Stöhr zitiert. Im Jahr 2004 hätten die Beschäftigten im
öffentlichen Dienst die letzte lineare Einkommenserhöhung
erhalten. Der Nettolohn 2007 sei inzwischen um drei Prozent geringer als
1999.
Die Forderung der Kommunen nach einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden
bezeichnete Stöhr als «falschen Weg». Der Tarifvertrag
für den öffentlichen Dienst sehe bereits flexible
Arbeitszeiten vor. Die dbb Tarifunion verhandelt in der anstehenden
Runde erstmals gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di.
Der Städte- und Gemeindebund bezeichnete die Gehaltsforderungen
als kurzsichtig und überzogen und erklärte, damit würden
Arbeitsplätze vernichtet. Hauptgeschäftsführer Gerd
Landsberg sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung», der
geforderte Lohnzuwachs würde die Kommunen sieben Milliarden Euro
pro Jahr kosten. «Das ist nicht finanzierbar und erhöht den
Druck, das Personal immer mehr zu verringern», warnte Landsberg.
Je höher der Abschluss, desto größer sei der Zwang,
Aufgaben an private Dienstleister zu vergeben. Eine Folge von
höheren Gehaltszahlungen könnten Leistungseinschränkungen
zum Beispiel bei Kindergärten oder im Jugendschutz sein. Auch
Forderungen des Marburger Bundes nach weiteren Gehaltssteigerungen
für die Ärzte wies Landsberg zurück
Vor der kommenden Donnerstag beginnenden Tarifrunde im
öffentlichen Dienst stehen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber
unversöhnlich gegenüber. Der Vorsitzende der zum Beamtenbund
gehörenden dbb Tarifunion, Frank Stöhr, drohte in der
«Berliner Zeitung» mit Streik, sollten die Arbeitgeber die
Forderung nach acht Prozent mehr Geld nicht erfüllen. «Die
Beschäftigten sind bereit, den Forderungen Nachdruck zu
verleihen», sagte Stöhr. Der Städte- und Gemeindebund
erklärte indes, ein Lohnzuwachs von acht Prozent sei nicht
bezahlbar.
Stöhr erklärte, die Gewerkschaften seien finanziell gut
aufgestellt und könnten so lange wie nötig streiken. Ganze
Bereiche wie kommunale Versorgung, Nahverkehr oder Meldedienste
könnten lahm gelegt werden. «Die Mitglieder haben hohe
Erwartungen, weil sie weniger in der Tasche haben», wird
Stöhr zitiert. Im Jahr 2004 hätten die Beschäftigten im
öffentlichen Dienst die letzte lineare Einkommenserhöhung
erhalten. Der Nettolohn 2007 sei inzwischen um drei Prozent geringer als
1999.
Die Forderung der Kommunen nach einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden
bezeichnete Stöhr als «falschen Weg». Der Tarifvertrag
für den öffentlichen Dienst sehe bereits flexible
Arbeitszeiten vor. Die dbb Tarifunion verhandelt in der anstehenden
Runde erstmals gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di.
Der Städte- und Gemeindebund bezeichnete die Gehaltsforderungen
als kurzsichtig und überzogen und erklärte, damit würden
Arbeitsplätze vernichtet. Hauptgeschäftsführer Gerd
Landsberg sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung», der
geforderte Lohnzuwachs würde die Kommunen sieben Milliarden Euro
pro Jahr kosten. «Das ist nicht finanzierbar und erhöht den
Druck, das Personal immer mehr zu verringern», warnte Landsberg.
Je höher der Abschluss, desto größer sei der Zwang,
Aufgaben an private Dienstleister zu vergeben. Eine Folge von
höheren Gehaltszahlungen könnten Leistungseinschränkungen
zum Beispiel bei Kindergärten oder im Jugendschutz sein. Auch
Forderungen des Marburger Bundes nach weiteren Gehaltssteigerungen
für die Ärzte wies Landsberg zurück
(Quelle: ap)
Krankenstand sinkt auf Rekordtief
Sa.05.01.08 - Der Krankenstand ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gefallen.
Von Januar bis Dezember hätten jeden Tag durchschnittlich 3,21
Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wegen
Krankheit am Arbeitsplatz gefehlt, erklärte das
Bundesgesundheitsministerium und bestätigte damit einen Bericht der
«Thüringer Allgemeine» (Freitagausgabe). Im Vorjahr
seien es noch 3,29 Prozent gewesen.
Damit habe die Zahl der Krankmeldungen 2007 den niedrigsten Stand seit
der Wiedervereinigung erreicht, in Westdeutschland sogar seit
Einführung der Lohnfortzahlung 1970, berichtet das Blatt.
Das Ministerium widersprach damit auch den Zahlen der
Betriebskrankenkassen (BKK), die erstmals seit über zehn Jahren
einen Anstieg des Krankenstandes ausgemacht hatten. Nach BKK-Angaben lag
der Anteil der Fehltage wegen Krankheit in den ersten zehn Monaten 2007
bei 3,74 Prozent.
(Quelle: ap)
Job-Center verhängen immer mehr Strafen
Sa.05.01.08 - Die Jobcenter zur Betreuung von Hartz-IV-Empfängern verhängen
immer mehr Strafen gegen Arbeitslose: Im November vorigen Jahres waren
rund 114.300 erwerbsfähige Empfänger von Hartz IV mit zum
Teil mehrfachen Leistungskürzungen belegt. Dies geht aus einer
Reuters am Freitag vorliegenden Übersicht der Bundesagentur
für Arbeit hervor. Das entsprach einem Anteil von 2,7 Prozent
aller erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher. Anfang 2007 hatte diese
Sanktionsquote noch 2,0 Prozent betragen, war dann aber bis September
auf den Höchststand von 2,8 Prozent gestiegen.
Die Betroffenen haben unter anderem Termine versäumt oder
Job-Angebote abgelehnt. Das führt zu einer Kürzung des
Arbeitslosengeldes II um zehn oder 30 Prozent.
(Quelle: rtr)
US-Arbeitsmarktdaten belasten DAX
Sa.05.01.08 - Der deutsche Leitindex DAX hat am Freitagnachmittag im Anschluss an die
Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten kräftig nachgegeben. Der
Index fiel zeitweise um mehr als ein Prozent auf ein Tagestief von 7818
Punkten. Gegen 15.00 Uhr notierte das Börsenbarometer bei 7828
Zählern.
Eine Beobachterin nannte die Arbeitsmarktdaten eine herbe
Enttäuschung. Die Beschäftigung liege unter den Erwartungen,
der Anstieg der Löhne darüber. «Dass die
Arbeitslosenquote so rasch die psychologisch wichtige Marke von
fünf Prozent erreicht, damit hatte wohl auch kaum jemand
gerechnet», sagte die Beobachterin. Für Enttäuschung
sorgten die Zahlen auch insofern, als ein Tendenzbericht vom Vortag
noch die Prognosen getroffen habe.
Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums stieg die Zahl der
Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft lediglich um 18
000, während von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte einen
Stellenzuwachs um 50 000 erwartet hatten. Es war das geringste
Jobwachstum seit mehr als vier Jahren.
(Quelle: ddp)
Debatte über Jugendkriminalität : Kanzlerin Merkel will
Warnschussarrest und Erziehungscamps - SPD weiter gegen schärferes
Jugendstrafrecht
Sa.05.01.08 - Mit der Forderung nach einem Warnschussarrest und Erziehungscamps hat
sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Debatte über
Jugendkriminalität eingeschaltet. Die CDU-Vorsitzende forderte die
SPD am Freitag zu Verhandlungen auf und wies den Vorwurf zurück,
ihre Partei missbrauche das Thema zu Wahlkampfzwecken. «Dass
über ein solches Thema, das viele Menschen umtreibt, im Wahlkampf
geredet wird, ist selbstverständlich», sagte Merkel der
«Bild am Sonntag».
Der CDU-Vorstand will am (morgigen) Samstag bei seiner Klausurtagung in
Wiesbaden einen Forderungskatalog zur Verschärfung des
Jugendstrafrechts beschließen. Neben dem Warnschussarrests soll
er laut Generalsekretär Ronald Pofalla die Anhebung der
Höchststrafe für Jugendkriminalität von 10 auf 15 Jahre
und die konsequente Anwendung des Erwachsenenstrafrechts bei allen
Tätern über 18 Jahre vorsehen.
Alle drei Forderungen sind bereits in einem Sechs-Punkte-Plan des
hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) enthalten, der
sich dafür den Vorwurf gefallen lassen musste, das Thema für
seinen Wahlkampf zu missbrauchen. Auch ein Gesetzentwurf mit den
CDU-Vorschlägen existiert bereits seit vier Jahren. Der Bundesrat
hat ihn 2004 und dann nochmals 2006 mit der Mehrheit der
unionsgeführten Länder beschlossen.
Danach soll ein Jugendlicher für bis zu vier Wochen hinter Gitter
gebracht werden können, wenn er zu einer Haftstrafe auf
Bewährung verurteilt wird. Für Gewalttäter zwischen 18
und 21 Jahre soll die Anwendung des Erwachsenenstrafrechts zur Regel
werden. Bisher werden sie überwiegend nach Jugendstrafrecht
verurteilt.
Die SPD hat sich im Bundestag bisher erfolgreich gegen solche
Verschärfungen gestemmt. Merkel sagte dazu, auch die
Sozialdemokraten könnten «nicht die Augen davor
verschließen, dass 43 Prozent aller Gewaltdelikte in Deutschland
von Personen unter 21 Jahren verübt werden und davon wieder fast
die Hälfte von ausländischen Jugendlichen».
In der Debatte um die Jugendkriminalität müsse der Schutz der
Opfer Priorität haben, forderte Merkel. «Es kann doch nicht
sein, dass sich viele Menschen aus Angst vor Gewalt nicht mehr trauen,
abends die U-Bahn zu benutzen. Wir brauchen in Deutschland wieder das
Gefühl erlebter Sicherheit.»
Auch Pofalla drängte den Koalitionspartner zu Verhandlungen.
SPD-Chef Kurt Beck und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
dürften «nicht länger aus ideologischen Gründen
wegschauen», sagte er auf MDR Info. Die Kriminalität
ausländischer Jugendlicher sei schon lange ein Problem in
Deutschland. Es gebe Exzesse, die nicht hinnehmbar seien. «Die
vorhandenen rechtlichen Instrumentarien reichen ganz offensichtlich
nicht aus.»
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) unterstütze eine
Verschärfung des Jugendstrafrechts und trat dem Eindruck entgegen,
er halte die Ausschöpfung der bestehenden Regeln für
ausreichend. Es sei «selbstverständlich notwendig, dass man
über die gesetzlichen Veränderungen diskutiert», sagte
Schäubles Sprecher Matthias Wolf in Berlin. Schäuble sei an
der Entwicklung des CDU-Konzepts beteiligt gewesen und stehe voll
dahinter.
Das Konzept ist trotzdem nicht unumstritten in der CDU. Der
nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet lehnte
eine Verschärfung des Jugendstrafrechts ab. Wer jetzt härtere
Strafen fordere, handele nicht sachdienlich, sagte der CDU-Politiker
laut «Spiegel Online». «Das Jugendstrafrecht ist
keine Kuschelpädagogik.»
Auch die SPD lehnt schärfere Strafen weiterhin ab. Innenexperte
Dieter Wiefelspütz warf der Union auf MDR Info vor, die Debatte
aus reinen Machtinteressen angefangen zu haben. «Unser Strafrecht
ist nahezu lückenlos und genügend differenziert»,
betonte er.
(Quelle: ap)
Durchsuchungsaktionen gegen G-8-Gegner waren rechtswidrig
Sa.05.01.08 - Neue Schlappe für die Bundesanwaltschaft: Die großangelegten
Durchsuchungsaktionen gegen Globalisierungsgegner vor dem G-8-Gipfel im
Mai 2007 waren rechtswidrig, wie der Bundesgerichtshof am Freitag
feststellte. Weil sich die militanten G-8-Gegner nicht zu einer
terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen hätten, sei der
Generalbundesanwalt nicht zuständig gewesen, sondern die
Strafverfolgungsbehörden der Bundesländer, erklärte der
BGH.
Im Mai 2007 hatte die Polizei zahlreiche Wohnungen und linke
Kulturzentren durchsucht sowie Computer und Unterlagen beschlagnahmt.
Ermittelt wurde gegen G-8-Gegner, die als Mitglieder einer
terroristischen Vereinigung für zahlreiche Brandanschläge in
Norddeutschland verantwortlich sein sollten.
Die Bundesanwaltschaft hatte dem Beschwerdeführer und weiteren
Beschuldigten vorgeworfen, sich an einer terroristischen Vereinigung
beteiligt zu haben, deren Ziel es gewesen sei, den G-8-Gipfel vom Juni
2007 in Heiligendamm mit Gewalttaten erheblich zu stören oder zu
verhindern.
Der 3. Strafsenat erklärte nun, die zwölf
Brandanschläge, die der mutmaßlichen Vereinigung zur Last
gelegt wurden, seien nicht geeignet gewesen, den Staat erheblich zu
gefährden. Die Anschläge seien der mittleren
Kriminalität zuzurechnen gewesen und hätten sich nur gegen
Fahrzeuge und Gebäude, nicht aber gegen Personen gerichtet.
Allenfalls habe eine kriminelle Vereinigung vorgelegen. Für solche
Ermittlungen sei aber nicht die Bundesanwaltschaft zuständig,
sondern die Staatsanwaltschaft der Länder. Darüber hinaus
äußerte der Strafsenat große Zweifel, ob
überhaupt eine Vereinigung vorlag. Dafür habe es nur
«Vermutungen», aber keine handfesten Indizien gegeben. Dass
sich einzelne der 17 Beschuldigten gelegentlich getroffen haben, reiche
für die Annahme einer Vereinigung nicht aus.
Nach BGH-Angaben haben die Betroffenen «eine Vielzahl» von
Beschwerden gegen die Polizeimaßnahmen eingelegt. Der 3.
Strafsenat entschied nun über die erste derartige Beschwerde und
hob den ihn betreffenden Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss auf.
Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Sonja Heine, erklärte zu
der Entscheidung: «Wir haben das zu respektieren. Wir haben das
anders gesehen - zusammen mit dem Ermittlungsrichter.» Man werde
nun die Angelegenheit den Landesbehörden übergeben. Die
beschlagnahmten Gegenstände würden zurückgegeben. Die
Hamburger Staatsanwaltschaft erklärte am Freitagnachmittag, bei
ihr seien noch keine Unterlagen eingegangen.
Verteidiger der betroffenen Globalisierungsgegner begrüßten
die BGH-Entscheidung. «Dies ist eine weitere Ohrfeige für
die Bundesanwaltschaft», sagte Andreas Beuth, Anwalt des
Hauptbeschuldigten, in Hamburg. Zudem kündigte er
Schadenersatzforderungen an.
«Das Urteil des BGH ist ein leuchtender Sieg des Rechtstaats und
eine schallende Ohrfeige für die verantwortlichen Akteure»,
sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. Der stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Christian Ströbele erklärte, mit der
Entscheidung habe der BGH nun bereits zum dritten Mal innerhalb weniger
Wochen Generalbundesanwältin Monika Harms in der Frage des
Straftatbestands «terroristische Vereinigung»
zurückgepfiffen.
Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagte, es werde
zunehmend zu einem Problem, dass der BGH Entscheidungen der
Bundesanwaltschaft kassieren müsse, um Recht und Gerechtigkeit in
Deutschland herzustellen.
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac sprach von einer
«wichtigen Nachhilfestunde» für Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble, der keine Gelegenheit auslasse,
Bürgerrechte zu beschneiden.
(Quelle: ap)
Ex-Innenminister Baum nennt Beugehaft für ehemalige
RAF-Terroristen 'peinlich'
Sa.05.01.08 - Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum hat die vom
Bundesgerichtshof verhängte Beugehaft gegen die drei ehemaligen
RAF-Topterroristen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts
als zweifelhaft und peinlich bezeichnet. Rechtlich sei die
Maßnahme wohl nicht angreifbar, sagte der FDP-Politiker am
Freitag im rbb-Inforadio.
Solange der Staat die Aufklärung jedoch selbst behindere, wirke
die Beugehaft nicht überzeugend. «Bundesanwälte wussten
seit etwa 25 Jahren von Verdachtsmomenten gegen Wisniewski und haben
nicht gehandelt, das macht die Sache peinlich», sagte Baum.
Die Bundesanwaltschaft hatte die Beugehaft im Zusammenhang mit dem
Ermittlungsverfahren gegen das ehemalige RAF-Mitglied Stefan Wisniewski
beantragt, in dem endlich geklärt werden soll, wer 1977 die
tödlichen Schüsse auf den damaligen Generalbundesanwalt
Siegfried Buback und seine zwei Begleiter abgegeben hatte. Klar,
Mohnhaupt und Folkerts hatten dazu bei einer Zeugenvernehmung keine
Angaben gemacht, obwohl ihnen nach Auffassung der Ermittler kein
umfassendes Auskunftsverweigerungsrecht zugestanden hat.
Klar, Mohnhaupt und Folkerts sind bereits als Tatbeteiligte verurteilt.
Von ihnen sitzt nur Klar noch in Haft und wird voraussichtlich Anfang
2009 aus dem Gefängnis entlassen. Seine reguläre Haftzeit
würde während der Beugehaft ruhen. Insgesamt wollte die
Bundesanwaltschaft elf frühere RAF-Mitglieder in dem Fall
befragen. Außer Peter-Jürgen Boock verweigern alle die
Aussage, wie Terrorermittler Rainer Griesbaum von der
Bundesanwaltschaft bereits Mitte Dezember erklärt hatte.
Anlass für die neuen Ermittlungen waren Aussagen des
RAF-Aussteigers Boock, der seinen früheren Komplizen Wisniewski
beschuldigt hatte, die tödlichen Schüsse auf den
Generalbundesanwalt und seine zwei Begleiter abgegeben zu haben.
(Quelle: ap)
Wissenschaft
Pflanzenschutzmittel können Asthma verursachen
Sa.05.01.08 - Der Kontakt zu Pestiziden erhöht das Risiko für Asthma. Eine
US-Studie an Frauen von Landwirten zeigt, dass auch gängige
Pflanzenschutzmittel die Atemwegserkrankung verursachen können.
Kamen die Frauen mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt, so erhöhte
dies das Risiko für allergisches Asthma um 50 Prozent, wie die
Befragung von mehr als 25.000 Bäuerinnen aus den Staaten Iowa und
North Carolina ergab. Das Mittel Parathion, auch bekannt als E605,
erhöhte die Asthma-Wahrscheinlichkeit um das Dreifache.
Wie die Mitarbeiter der US-Gesundheitsinstitute im «American
Journal of Respiratory and Critical Care Medicine» berichten,
steigerte das Insektizid Malathion das Erkrankungsrisiko um 60 Prozent.
Das Permethrin, mit dem Kleidung oder Moskitonetze gegen Insekten
imprägniert werden, war der einzige Stoff, der die Gefahr sowohl
für allergisches als auch für nicht allergisches Asthma
erhöhte. Besonders gefährdet waren generell jene
Teilnehmerinnen, die nicht auf einer Farm aufgewachsen waren. Dies
bestätigt die Beobachtung, dass eine Kindheit auf einem Bauernhof
vor Allergien schützt.
(Quelle: «American Journal of Respiratory and Critical Care
Medicine», Vol. 177, S. 11-18)
Kombinationsbehandlung gegen schwere COPD
Sa.05.01.08 - Bei Patienten mit schwerer chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung
(COPD) ist eine Kombinationsbehandlung effektiver als die gängige
Therapie mit dem Mittel Tiotropium. Dies zeigt eine große
britische Langzeitstudie, die erstmals beide Optionen miteinander
verglich.
Bei der Untersuchung erhielten die insgesamt mehr als 1.300 Patienten
zwei Jahre lang nach dem Zufallsprinzip entweder Tiotropium oder aber
eine Kombination aus Salmeterol und Flucitason. Zwar kam es in beiden
Gruppen gleich häufig zu einer Verschlechterung der Krankheit. Bei
der Kombinationsbehandlung war jedoch die allgemeine Gesundheit der
Patienten etwas besser. Zudem war die Sterberate deutlich geringer, und
die Therapie wurde seltener abgebrochen, wie die Mediziner des Londoner
University College im «American Journal of Respiratory and
Critical Care Medicine» berichten.
(Quelle: «American Journal of Respiratory and Critical Care
Medicine», Vol. 177, S. 19-26)