Nachrichten-Archiv
Aktuelle Nachrichten
Irak am 1384sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mindestens 15 Tote bei Anschlägen in Bagdad
Mo.07.01.08 - Bei einer Serie von Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt
Bagdad haben Extremisten mindestens 15 Menschen getötet.
Bei einem Selbstmordanschlag auf feiernde Armee- und
Regierungsvertreter starben am Sonntag elf Menschen. Im nördlichen
Bezirk Kahira kamen zudem drei Einwohner bei einer Bombenexplosion vor
einem Restaurant ums Leben. Im zentral gelegenen Nahda starb ein
weiterer Mensch bei einer Serie von Detonationen.
Bei dem Anschlag im Bagdader Vorort Karrada hatte der Täter nach
Polizeiangaben einen Sprengstoffgürtel vor einem Gebäude
einer nicht-staatlichen Organisation gezündet, die zum Tag der
Armee eine Zeremonie für hochrangige Militäroffiziere und
Regierungsmitarbeiter ausgerichtet hatte. Unter den Opfern seien
mindestens drei irakische Soldaten und vier Polizisten. Kurz vor der
Tat in dem östlichen Vorort Karrada hatten die Soldaten noch auf
der Straße getanzt, ihre Waffen in die Höhe gestreckt und
gerufen "Wo ist heute der Terrorismus?"
Während die Gewalt im Irak unter dem Strich zurückgegangen
ist, haben die Anschläge von Selbstmordattentäterin nach
Angaben der US-Armee seit Oktober wieder zugenommen.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2006 bis 07.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertzweiundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
|
US-Präsident dringt auf harte Entscheidungen in Nahost - Al-Kaida
ruft zu Anschlägen auf Bush auf - Israels Ministerpräsident
Olmert kündigt härteres Vorgehen in Gaza an - Libanon-Krise:
Regierungen mehrerer arabischer Staaten bringen Vermittlungsplan auf
den Weg
Mo.07.01.08 - Mit einer Reise in den Nahen Osten will US-Präsident George W.
Bush im letzten Jahr seiner Amtszeit dem Friedensprozess in der Region
neuen Schwung geben. Bush kündigte in seiner wöchentlichen
Radioansprache an, er wolle Israelis und Palästinenser dazu
drängen, «harte Entscheidungen in komplexen Fragen» zu
treffen, damit ein Friedensabkommen zustande komme. «Ich bin
optimistisch», sagte Bush. Er trifft am Mittwoch in Israel ein.
Besonders in Jerusalem wird Bush mit Spannung erwartet. Er ist der
erste US-Präsident seit Bill Clinton vor zehn Jahren, der die Stadt
besucht. Die Stadtverwaltung ließ Graffitis von den Häusern
entfernen, besserte Straßen aus und hängte amerikanische
Flaggen auf. Der US-Präsident wird im Hotel König David
wohnen. Bush, der mit 200 Begleitern und 120 Journalisten anreist,
belegt alle Zimmer im König David sowie in einem benachbarten
Hotel. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte sind während seines
Besuchs in Jerusalem im Einsatz. Frachtflugzeuge der US-Luftwaffe
bringen extra für den Aufenthalt gepanzerte Limousinen, Minibusse
und elektronische Ausrüstung des US-Sicherheitspersonals nach
Israel.
Bush reist am Donnerstag in die palästinensischen Gebiete weiter
und besucht danach die arabischen US-Verbündeten Kuwait, Bahrain,
die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Ägypten. Es
wird spekuliert, der US-Präsident könnte seinen Aufenthalt in
der Region nutzen, um auch in den Libanon und den Irak zu fliegen. Das
Weiße Haus hat das jedoch nicht bestätigt.
In seiner Radioansprache stellte Bush seine bevorstehende Nahostreise
mit dem Kampf gegen den Terrorismus und der Ausbreitung des iranischen
Einflusses in Zusammenhang. Seit den Anschlägen vom 11. September
2001 hätten Extremisten demokratische Staatenlenker von Afghanistan
und Pakistan bis nach Libanon ermordet, unschuldige Menschen
getötet und versucht, ihre hasserfüllten Visionen Millionen
von Menschen aufzuzwingen, erklärte er. Derzeit strebten die
Extremisten nach Massenvernichtungswaffen, um die USA erneut angreifen
zu können. Ein Erfolg im Nahost-Friedensprozess sei daher wichtig,
um im Kampf gegen Terroristen zu siegen, denen der
israelisch-palästinensische Konflikt als Mittel zur Rekrutierung
neuer Mitglieder diene.
Ein iranischer Angriff auf Israel steht nach Einschätzung Bushs
nicht unmittelbar bevor. Bush sagte am Samstag einem israelischen
Fernsehsender, der Iran bleibe aber trotzdem gefährlich. Sollte der
Iran Israel angreifen, wollten die Vereinigten Staaten an der Seite
ihres Verbündeten stehen, «ohne wenn und aber».
Eiin amerikanischer Al-Kaida-Extremist hat zu Attentaten auf den
US-Präsidenten im Nahen Osten aufgerufen: "Begrüßt ihn
nicht mit Blumen und Applaus, sondern mit Bomben und Fallen",
erklärte der als "Azzam der Amerikaner" bekannte
Al-Kaida-Anhänger Adam Gadahn am Sonntag in einer
50-minütigen Videobotschaft. Die Aufnahme wurde auf mehreren
Internetseiten veröffentlicht, die von verschiedenen
Al-Kaida-nahen Gruppen genutzt werden.
In der Videobotschaft erklärte der aus Kalifornien stammende
Gadahn, Bushs Nahost-Politik habe auf ganzer Linie versagt. In einer
theatralischen Geste zeriss der Extremist vor laufender Kamera seinen
US-Pass. Der Heilige Krieg gegen die USA werde weitergeführt,
solange auch nur ein einziger Muslime von den USA gefangen gehalten
werde. Gadahn, der sich derzeit vermutlich in Pakistan aufhält,
war bereits mehrfach in Video-Botschaften von Al-Kaida aufgetreten.
Israelis und Palästinenser erklärten am Sonntag, sie
würden noch vor Ankunft des US-Präsidenten
Friedensgespräche wiederaufnehmen. Am (heutigen) Montag sei ein
Treffen zwischen Israels Außenministerin Zipi Liwni und dem
ehemaligen palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kurie
geplant. Ziel sei es, sich auf ein Abkommen für Gespräche zu
einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten zu einigen. Am Dienstag
würden voraussichtlich auf höchster Ebene Gespräche
zwischen Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas stattfinden. Abbas und
Olmert hatten sich zuletzt Ende Dezember getroffen. Die Gespräche
blieben ohne Ergebnis. Vor allem das Streitthema Siedlungsausbau stand
einer Einigung weiterhin im Wege.
Trotz der bevorstehenden Wiederaufnahme der Gespräche
kündigte Olmert ein hartes Durchgreifen gegen Extremisten im
Gazastreifen an - als Vergeltung für fortwährende
Raketenagriffe auf Israel. Bei einem Armee-Einsatz in dem Gebiet wurden
am Sonntag nach palästinensischen Angaben drei Zivilisten
getötet. Zudem seien mindestens 25 Menschen verletzt worden, zehn
von ihnen Extremisten, die das israelische Militär bekämpft
hätten, sagten palästinensische Krankenhausmitarbeiter. Zuvor
hatte das israelische Militär im Gazastreifen bereits zwei
palästinensische Extremisten getötet.
Im Streit um die Präsidentenwahl im Libanon haben die Regierungen
mehrerer arabischer Staaten einen Vermittlungsplan auf den Weg
gebracht, der die Verfassungskrise beenden soll.
Zu den Unterzeichnern in Kairo zählte neben der pro-westlichen
Mehrheit im libanesischen Parlament auch Syrien, hieß es in
politischen Kreisen am Sonntag. Der Plan sehe vor, dass Armee-Chef
Michel Suleiman als Kompromisskandidat neuer Präsident im Libanon
werde. Mitglieder der radikal-muslimischen Hisbollah, die die
Opposition im Libanon führt und von Syrien unterstützt wird,
gaben sich allerdings reserviert.
Im Libanon ist der Posten des Staatsoberhaupts seit dem 23. November
vakant. Die Präsidentenwahl wurde wegen des anhaltenden Streits um
die Rechte für die Opposition bereits elf Mal verschoben. Sie soll
nun am 12. Januar stattfinden. Die Regierung im Libanon wird von
pro-westlichen, anti-syrischen Kräften gestellt.
boa (Quellen: ap, dpa, rtr)
OpposionsführerOdinga bietet Kibaki in Kenia Regierungsbeteiligung
an - Bis zu einer Viertelmillion Menschen auf der Flucht
Mo.07.01.08 - Im Konflikt um den Ausgang der Präsidentenwahl in Kenia hat
Oppositionschef Raila Odinga dem umstrittenen Wahlsieger Mwai Kibaki
eine Regierungsbeteiligung angeboten. "Um die Krise beizulegen, sind
wir zu Gesprächen bereit, und im Zuge dieses Vorgehens bin ich
sogar willens, Herrn Kibaki in die Regierung aufzunehmen", sagte Odinga
dem britischen Rundfunksender BBC. Er habe kein Problem damit, die
Macht zu teilen, betonte Odinga. Zuvor hatte sich die US-Sondergesandte
Jendayi Frazer erneut um die Beilegung der innepolitischen Krise in
Kenia bemüht und sich mit Kibaki und Odinga getroffen
Der zum Gewinner ausgerufene Amtsinhaber Kibaki und Odinga beanspruchen
beide den Sieg bei der Wahl vom 27. Dezember für sich, was in
Kenia eine Welle der Gewalt mit Hunderten Toten ausgelöst hatte.
Kibaki bot Odinga am Wochenende seinerseits an, eine Einheitsregierung
in dem ostafrikanischen Land zu bilden, was der Oppositionschef aber
ablehnte. Er und seine Anhänger werfen Kibaki massiven Wahlbetrug
vor.
US-Unterstaatssekretärin Frazer habe mit beiden Seiten verhandelt,
sagte ein Vertreter der US-Botschaft in Nairobi der Nachrichtenagentur
AFP. Am Freitag hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Kibaki und
Odinga telefonisch zum Dialog aufgerufen. Papst Benedikt XVI. forderte
die Konfliktparteien auf, den Unruhen im Land unverzüglich ein
Ende zu machen. Durch den Streit um den Wahlausgang wurde Kenia von
einer Welle der Gewalt überrollt, durch die mehr als 360 Menschen
starben und Hunderttausende Menschen zur Flucht getrieben wurden. In
Behelfslagern mit Tausenden Flüchtlingen drohen Hunger und akute
Seuchengefahr.
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UNO) sind in Kenia
inzwischen bis zu einer Viertelmillion Menschen auf der Flucht. In der
Rift-Valley-Region im Westen des Landes bräuchten rund 100.000
Menschen sofort Hilfe, hieß es. Das UN-Flüchtlingshilfswerk
UNHCR brachte Nothilfe für die Binnenvertriebenen auf den Weg. Das
Welternährungsprogramm (WFP) startete einen Konvoi mit 20
Lastwagen, die von Mombasa aus 670 Tonnen Lebensmittel ins Hochland
fahren sollten.
"Lebensmittel und Trinkwasservorräte werden bedenklich knapp",
warnte der Landeschef der Hilfsorganisation Merlin, Wubeshet
Woldermariam: "Die Menschen sind gezwungen, verschmutztes Wasser zu
trinken und laufen dadurch Gefahr, an Durchfall zu erkranken.
(Quelle: afp)
USA erwägt angeblich verdeckte Einsätze in Pakistan
Mo.07.01.08 - In der US-Regierung wird einem Zeitungsbericht zufolge eine Ausweitung
der Befugnisse des Geheimdienstes CIA und des Militärs für
verdeckte Einsätze in Pakistan erwogen.
Grund seien Geheimdiensthinweise, dass die Islamistenorganisation
Al-Kaida und die mit ihr verbündeten Taliban aus dem benachbarten
Afghanistan verstärkt an einer Destabilisierung der Atommacht
interessiert seien, berichtete die "New York Times" am Sonntag unter
Berufung auf Regierungskreise. Vizepräsident Dick Cheney,
Außenministerin Condoleezza Rice und ranghohe Sicherheitsberater
von Präsident George W. Bush hätten das Thema bei einem
Treffen am Freitag erörtert.
Einigen Teilnehmern des Treffens zufolge sei die Bedrohung für
Pakistans Präsident Pervez Musharraf inzwischen so groß, dass
sowohl dieser als auch die pakistanische Militärführung den
USA größeren Handlungsspielraum einräumen dürften,
berichtete die Zeitung. Eine Entscheidung habe die Regierung in
Washington noch nicht getroffen, eine Option sei aber ein gemeinsames
Vorgehen von CIA und Spezialeinheiten des US-Militärs in Pakistan.
Zumal es die Sorge gebe, dass Al-Kaida neue Zufluchtsorte in Pakistan
zu verankern versuche.
"Wir nehmen an, dass die Extremisten nach Jahren der Konzentration auf
Afghanistan nun eine Chance sehen, in Pakistan für Chaos zu
sorgen", zitierte das Blatt einen Regierungsbeamten. Im
Außenministerium wird dagegen befürchtet, dass erweiterte
Einsätze im pakistanischen Grenzgebiet mehr schaden könnten
als nutzen.
(Quelle: rtr)
Pakistanischer Präsident Musharraf: Bhutto selbst verantwortlich
für ihren Tod
Mo.07.01.08 - Pakistans Präsident Pervez Musharraf hat der ermordeten
Oppositionsführerin Benazir Bhutto die Hauptschuld an ihrem Tod
zugeschrieben: Bhutto habe sich leichtsinnigerweise in Gefahr gebracht,
als sie sich nach der Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ihren
Anhängern noch einmal durch das Schiebedach ihres Autos gezeigt
habe, sagte Musharraf in einem Interview des TV-Sender CBS, das noch am
Sonntag ausgestrahlt werden sollte. "Die Verantwortung lag alleine bei
ihr". Seine Regierung habe alles erdenkliche getan, um Bhutto zu
schützen.
Musharraf räumte in dem Interview zudem erstmals ein, dass Bhuttos
tödliche Kopfverletzung möglicherweise durch eine
Schussverletzung verursacht wurde. Auf die Frage des CBS-Journalisten,
ob Bhutto erschossen worden sein könnte, sagte Musharraf: "Ja.
Absolut. Das ist eine Möglichkeit."
Bhutto war am 27. Dezember bei einem Attentat getötet worden. Ihr
waren gute Chancen zugerechnet worden, bei der inzwischen verschobenen
Parlamentwahl zur Ministerpräsidentin gewählt zu werden. Der
bisherigen offiziellen Darstellung hatte sich die Politikerin bei dem
Selbstmordanschlag einen tödlichen Schädelbruch an einem
Griff des Schiebedachs zugezogen.
Diskussionen über den genauen Ablauf der Tat haben
Verschwörungstheorien Auftrieb gegeben und die Bevölkerung
gegen Musharraf aufgebracht. Viele Pakistaner glauben, dass politische
Feinde Bhuttos und möglicherweise gar die Geheimdienste ihre
Hände im Spiel hatten. Die Regierung hat die
Islamisten-Organisation Al-Kaida der Tat bezichtigt, die dies
allerdings bestritten hat.
Bhuttos Partei kündigte am Sonntag an, im Falle einer
Regierungsbeteiligung nach der auf den 18. Februar verschobenen Wahl
den Tod der Politikerin von den Vereinten Nationen untersuchen zu
lassen. Die Regierung habe ihre Haltung, was die Ermordung Bhuttos
angeht, von Tag zu Tag verändert, sagte Farhatullah Babar von
Bhuttos Pakistan People's Party (PPP). Derzeit untersucht auf
Initiative Musharrafs ein Ermittlerteam von Scotland Yard die Tat.
Die PPP hatte die Untersuchungen der britischen Polizei jedoch als
nicht ausreichend bezeichnet. Bhutto habe Musharraf im vergangenen
Monat einen Brief zukommen lassen, in dem sie mehrere potenzielle
Attentäter genannt habe, sagte Babar. Es sei mittlerweile jedoch
deutlich, dass Scotland Yard diesen Personen nicht nachgehe.
(Quelle: rtr)
Iran weist deutschen Diplomaten aus
Mo.07.01.08 - Die iranische Regierung hat einen deutschen Diplomaten ausgewiesen. Das
Außenministerin in Teheran begründete die Entscheidung am
Sonntag mit «undiplomatischem Verhalten». In Berlin sagte
eine Sprecherin des Auswärtigen Amts auf Anfrage, sie könne
bestätigen, dass ein deutscher Diplomat den Iran verlassen habe.
Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.
Es wird vermutet, dass die Ausweisung eine Reaktion auf eine
ähnliche Entscheidung Deutschlands im Juli vergangenen Jahres
darstellt. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtete
im Dezember, dass der betroffene iranische Diplomat Kontakt zu einer
Spezialfirma in Bayern aufgenommen habe, um offenbar ein Bauteil
für das Programm zur Urananreicherung zu beschaffen. Der
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den Iran mehrfach
aufgefordert, dieses Programm einzustellen.
Deutschland bemüht sich zusammen mit Frankreich und
Großbritannien sowie den weiteren ständigen Mitgliedern im
Sicherheitsrat um eine Verhandlungslösung im Atomstreit mit dem
Iran. Trotz immer wieder auftretender Spannungen unterhalten Berlin und
Teheran traditionell gute Beziehungen.
Eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA stehe zurzeit nicht auf
der Tagesordnung, sagte am Sonntag der Sprecher des
Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini. Er ging damit offenbar
auf eine Äußerung von Ayatollah Ali Chamenei ein, der am
Donnerstag angedeutet hatte, dass der Iran grundsätzlich zur
Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen mit den USA bereit sei.
Diese sind seit der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im Jahr 1979
abgebrochen.
(Quelle: ap)
US-Präsidentschaftswahlkampf: Hillary Clinton geht auf
Konfrontationskurs zu Obama
Mo.07.01.08 - In der letzten Fernsehdebatte der demokratischen Kandidaten vor der
Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire hat Senatorin Hillary Clinton
die direkte Konfrontation mit ihrem Rivalen Barack Obama gesucht. Zwei
Tage nach ihrer überraschenden Niederlage gegen Obama in Iowa warf
Clinton ihrem Senatskollegen Unbeständigkeit und Opportunismus in
seinen politischen Ansichten vor. "Sie haben innerhalb von drei Jahren
ihre Positionen zu einer ganzen Reihe von Sachfragen geändert",
sagte sie zu Obama. "Er könnte eigentlich ziemlich gut mit sich
selbst debattieren." Obama beschuldigte die Senatorin, seine Politik
falsch darzustellen.
Clinton hielt Obama vor, trotz anfänglicher Ablehnung im Senat
für die Terrorabwehr-Gesetzgebung (Patriot Act) und für das
Verteidigungsbudget gestimmt zu haben. Zudem habe er seine Haltung zur
geplanten Gesundheitsreform geändert. Obama entgegnete: "Ich halte
es für wichtig, dass wir jetzt nicht versuchen, uns gegenseitig die
politische Bilanz zu verfälschen." Von Angriffen auf die Senatorin
sah er ab.
Einer neuen Umfrage zufolge liegen Clinton und Obama vor der wichtigen
Vorwahl in New Hampshire Kopf an Kopf. Die am Samstag von den Sendern
CNN und ABC veröffentlichte Erhebung sah beide mit jeweils 33
Prozent gleichauf. Die Kandidaten John Edwards und Bill Richardson lagen
weit abgeschlagen. Bislang hatte Clinton in New Hampshire deutlich in
Führung gelegen. Obama erhofft sich nach seinem überraschend
deutlichen Sieg bei der Vorwahl in Iowa am Donnerstag Rückenwind
für die Abstimmung in New Hampshire am Dienstag.
(Quelle: afp)
Georgischer Präsident zum Wahlsieger erklärt - Laut
Kommission 52,8 Prozent - Demonstration gegen Wahlergebnis in Tiflis -
Internationale Beobachter bescheinigen Georgien faire Wahl
Mo.07.01.08 - Nach der Präsidentschaftswahl in Georgien ist Amtsinhaber Michail
Saakaschwili von der Wahlkommission zum Sieger ausgerufen worden. Den
Angaben zufolge kam der 40-Jährige auf 52,8 Prozent der Stimmen.
Sein wichtigster Rivale, der Oppositionspolitiker Lewan
Gatschetschiladse, erhielt 27 Prozent. Dieser hat bereits von
Wahlbetrug gesprochen und seine Anhänger zu Protesten aufgerufen.
Die Ausrufung Saakaschwilis zum Wahlsieger dürfte die Spannungen
in der Kaukasusrepublik vermutlich weiter anheizen. Internationale
Wahlbeobachter erklärten, die Abstimmung sei im Großen und
Ganzen demokratisch verlaufen.
Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 56 Prozent. Die
Verkündung des Wahlergebnisses am späten Sonntagabend kam
etwas überraschend. Nur wenige Stunden zuvor waren erst die
Ergebnisse in 30 Prozent der Stimmbezirke ausgezählt und
bekanntgegeben worden.
Die Auszählung der Stimmen hatte sich zu einem regelrechten Krimi
entwickelt: Zwar lag Saakaschwili deutlich vorn, doch war es lange Zeit
fraglich, ob er im ersten Anlauf die Wahl gewinnen würde oder ob
er sich einer Stichwahl stellen müsste, weil er nicht die absolute
Mehrheit erringen konnte.
Die Wahlkommission erklärte nach Verkündung des Siegs von
Saakaschwili, das Ergebnis beruhe auf den Auszählungen in fast
allen Stimmbezirken. 27.000 Stimmen von Georgiern im Ausland, darunter
das Militärpersonal, und 25.000 Stimmen im Inland seien noch nicht
ausgewertet.
Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zeigte das Fernsehen Livebilder
von den beiden Rivalen, die in einer Kirche in Tiflis am Abend des
orthodoxen Weihnachtsfestes eine Messe besuchten. Sie wurden von ihren
Frauen begleitet und standen nicht weit voneinander entfernt.
Gatschetschiladse hatte von Wahlfälschung gesprochen und seine
Anhänger zu Protesten aufgerufen. Die Wahl am Samstag entsprach
nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) grundlegenden demokratischen Standards.
Allerdings habe es auch Probleme gegeben, die dringend angesprochen
werden müssten, erklärte die OSZE-Beobachtermission am
Sonntag und nannte eine mangelhafte Trennung von staatlichen Aufgaben
und dem Wahlkampf Saakaschwilis.
Die Wahl vermochte die tiefe Spaltung der georgischen Gesellschaft
offenbar nicht zu überwinden. Trotz des orthodoxen
Weihnachtsfestes versammelten sich am Sonntag rund 5.000 Menschen in
der Innenstadt von Tiflis zu einer Kundgebung gegen Saakaschwili. Sie
folgten einem Aufruf Gatschetschiladses, der schon Wahlabend Protesten
gefordert hatte. In einer Rede vor den Demonstranten erklärte
Gatschetschiladse, er habe die Wahl gewonnen. Er berief sich auf seine
Anhänger, die in Wahlkommissionen im ganzen Land säßen.
Die Demonstration ging nach zwei Stunden friedlich zu Ende.
Gatschetschiladse kündigte an, die Opposition werde die Wahl vor
Gericht anfechten. Wenn dies nicht bringe, werde man erneut in den
Straßen protestieren.
Saakaschwili zeigte sich hingegen versöhnlich. Er sagte vor
jubelnden Anhängern: «Ich reiche denen meinen Hand, die mich
gewählt haben und denen, die an der Wahl teilgenommen
haben.» Anhänger des Präsidenten hatten den erwarteten
Wahlsieg bereits mit einem Autokorso durch das Zentrum der Hauptstadt
Tiflis gefeiert.
Der inzwischen 40 Jahre alte Saakaschwili führte Ende 2003 die
Massenproteste der «Rosenrevolution» an, die zum Sturz von
Präsident Eduard Schewardnadse führten. Bei der folgenden
Wahl im Januar 2004 gewann er 96 Prozent der Stimmen. Seitdem ist seine
Popularität jedoch deutlich zurückgegangen. Nach
fünftägigen Demonstrationen im Dezember verhängte
Saakaschwili zeitweise den Ausnahmezustand, schränkte die Medien
ein und setzte dann die vorgezogene Wahl an.
(Quelle: ap)
USA, Japan und EU planen angeblich Energiespar-Kommandozentrale
Mo.07.01.08 - Die EU, die USA und Japan planen einem Zeitungsbericht zufolge ein
internationale Kommandozentrale im Kampf gegen den Klimawandel.
Die neue Organisation solle Vorschläge für
Energiesparmaßnahmen in den G8-Staaten erarbeiten, berichtete die
Zeitung "Yomiuri" am Sonntag ohne genaue Quellenangabe. Einbezogen
werden sollen neben den führenden Industrienationen auch Indien und
China sowie die Mitglieder der Internationalen Energieagentur (IEA).
Das neue Gremium solle der Weitergabe von Energiespartechnik
entwickelter Länder an andere Staaten dienen, die viel Energie
verbrauchen, schreibt "Yomiuri" weiter.
Die neue Organisation soll demnach bei einem Vorbereitungstreffen der
G8-Energieminister am 22. und 23. Januar und einem anderen
Ministertreffen in Japan im Juni diskutiert werden. Offiziell
vorgestellt werden sollen die Pläne der Zeitung zufolge beim
G8-Gipfel auf der japanischen Insel Hokkaido im Juli.
(Quelle: rtr)
Neapels Müllproblem wird zur Katastrophe
Mo.07.01.08 - Neapels Müllproblem entwickelt sich zur Katastrophe. Auf den
Straßen der Region Kampanien, deren Hauptstadt die
süditalienische Metropole ist, stapelten sich laut einer
Hochrechnung der Nachrichtenagentur Ansa bereits 100.000 Tonnen Unrat.
Staatschef Giorgio Napolitano rief zur Beendigung der
"Abfall-Tragödie" auf. Ministerpräsident Romano Prodi sagte,
für das seit 1994 bestehende Problem müsse eine
endgültige Lösung gefunden werden und rief die Regierung
für diesen Montag zusammen. Bei Protesten gegen die
Wiedereröffnung einer Deponie kam es am Samstag zu
Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten.
Laut Ansa wuchs der Müllberg allein in Neapel auf mehr als 4.500
Tonnen an. Die Nachrichtenagentur stützte ihre Hochrechnungen auf
offizielle Quellen. In ganz Kampanien, wo rund 5,7 Millionen Menschen
leben, wurde seit Ende vergangenen Jahres kein Abfall mehr
eingesammelt. In der Region mangelt es an Mülldeponien.
Napolitano, der selbst aus Neapel stammt, bezeichnete das Dauerproblem
als "echte Tragödie". Prodi ordnete an, dass die wegen der
Müllberge geschlossenen Schulen am Montag wieder aufmachen.
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas forderte die italienische Regierung zu
konkreten, unverzüglichen Maßnahmen zum Schutz der
Volksgesundheit und der Umwelt auf. Die EU-Kommission hatte bereits im
Juni ein Verfahren gegen Italien wegen Verstoßes gegen die
Richtlinien zur Müllentsorgung eingeleitet.
Die Polizei teilte mit, bei Protesten gegen die Wiedereröffnung
der Deponie in Pianura am Rande von Neapel hätten Demonstranten
Steine auf Polizisten geworfen, die eine Blockade aufheben wollten. Auf
Bildern des Fernsehsenders Sky TG 24 war zu sehen, wie Polizisten mit
Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgingen, um sie
auseinanderzutreiben.
Unterdessen will die italienische Armee dem Müll-Chaos in Neapel
nicht tatenlos zusehen. Verteidigungsminister Arturo Parisi sagte laut
der Nachrichtenagentur Ansa, die Ingenieurtruppen aus Caserta in der
Region Neapel würden den örtlichen Behörden Fahrzeuge
für den Abtransport der Müllhaufen vor den Schulen zur
Verfügung stellen.
Neapel und die gesamte Region leiden unter einem dauerhaften
Entsorgungsproblem. Die Deponien und Wiederaufbereitungsanlagen sind
chronisch überlastet, außerdem wurden von der örtlichen
Mafia betriebene Müllhalden geschlossen. Das Geschäft mit der
Müllentsorgung ist nach Ansicht von Experten nach dem
Drogenschmuggel die wichtigste Einnahmequelle der Camorra.
(Quelle: ap)
Papst ruft zu nüchternem Lebensstil auf - Gerechtere Verteilung
des Reichtums gefordert
Mo.07.01.08 - Papst Benedikt XVI. hat sich am Tag der Heiligen Drei Könige gegen
die Ungleichheit von Arm und Reich gewandt und die wirtschaftliche
Globalisierung kritisiert. «Man kann nicht sagen, dass die
Globalisierung gleichbedeutend mit Weltordnung ist - sie ist das
Gegenteil», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag
im Petersdom.
«Die Konflikte um wirtschaftliche Vorherrschaft und das
Gedränge um Energie- und Wasserressourcen sowie Rohstoffe machen
die Arbeit all derjenigen schwierig, die danach streben, eine gerechtere
und geeinte Welt zu schaffen», sagte Benedikt. «Nur bei
Übernahme eines nüchternen Lebensstils, begleitet von einer
ernsthaften Verpflichtung zu einer gerechteren Verteilung des
Reichtums, wird es möglich sein, ein gerechtes und nachhaltiges
Entwicklungsmodell umzusetzen.»
Der Papst führte weiter aus, dass ein Streben nach Glück im
Überfluss nur zum eigenen Ruin und dem der Welt führe. Er
würdigte den Mut der drei Magier, sich nur vom Licht eines Sterns
geleitet auf ihre weite Reise zum Geburtsort Jesu begeben zu haben.
«Wir brauchen alle diesen Mut, verankert in solider
Hoffnung», sagte Benedikt.
(Quelle: ap)
Deutschland
Kanzlerin Merkel skeptisch zu Forderungen nach kräftigen
Lohnerhöhungen - 'Löhne müssen erarbeitet werden'
Mo.07.01.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Forderungen nach
kräftigen Lohnerhöhungen skeptisch. «Jeder wünscht
natürlich, dass der Aufschwung möglichst vielen Bürgern
mehr Netto bringt. Aber Löhne müssen erarbeitet werden und
können nicht politisch festgesetzt werden.»
Das sagte Merkel der «Bild am Sonntag». Zugleich forderte
sie die SPD zu einer Einigung über Investivlöhne auf, um
Mitarbeiter an Unternehmensgewinnen zu beteiligen. Die Politik sei gut
beraten, die Lohnfindung den Tarifparteien zu überlassen, sagte die
Kanzlerin. Sie setze auf die Vernunft der Tarifpartner. «Wo die
Spielräume vorhanden sind, sollen die Beschäftigten
selbstverständlich durch entsprechende Einkommenssteigerungen
teilhaben.»
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte kürzlich gesagt:
«Die Arbeitnehmer haben es verdient, dass sie 2008 mit deutlichen
Lohnerhöhungen ihren fairen Anteil am Aufschwung erhalten.»
Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) äußerte
sich nach Angaben der «Frankfurter Rundschau» in einem
Papier für die SPD-Vorstandsklausur an diesem Sonntag und Montag in
Hannover besorgt über die Lohnentwicklung und begrüßte
«spürbare Lohnzuwächse». Zudem mache er sich
für eine Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmenskapital
stark, schreibt die Zeitung.
Die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr sieht Merkel
gedämpft. «Die Bundesregierung muss darauf reagieren, wenn
die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen senken.» Das
habe Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) getan. «Wir werden in
diesem Jahr durch die weltwirtschaftliche Situation - denken Sie nur an
den Ölpreis und die amerikanische Finanzkrise - eine schwierigere
Entwicklung haben als 2007», sagte Merkel.
Zugleich kritisierte die Kanzlerin die wachsende Einkommenskluft in
Deutschland, lehnte aber gesetzliche Regelungen für
Spitzengehälter ab. «Eine Gesellschaft hält nur eine
bestimmte Spannbreite zwischen Höchst- und Niedrigsteinkommen aus.
Ich glaube, dass wir über dieses Thema eine gesamtgesellschaftliche
Diskussion führen sollten.» Sie sei aber dagegen, neue
Gesetze oder Steuern einzuführen. «Was mich anspornt zu
handeln ist, dass die Erträge aus dem Kapital schneller wachsen
als die Lohneinkommen. Um mehr Arbeitnehmer daran teilhaben zu lassen,
möchte ich mit der SPD den Investivlohn vereinbaren, über den
wir seit Jahren nur reden.»
Beim Investivlohn schweben den Koalitionspartnern unterschiedliche
Modelle vor. CDU/CSU wollen die Mitarbeiter direkt am Unternehmensgewinn
beteiligen, die SPD über einen Fonds, um sie bei Pleiten
abzusichern.
(Quelle: dpa)
Gewerkschaften geben sich streikbereit
Mo.07.01.08 - Wenige Tage vor der am Donnerstag beginnenden Tarifrunde für die
Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen
geben sich die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Beamtenbund (dbb)
kämpferisch. «Wir holen nicht direkt die Streikfahnen raus.
Aber leider deutet vieles auf einen harten Arbeitskampf hin. Die
Gräben sind schon sehr tief», sagte
dbb-Verhandlungsführer Frank Stöhr der
«Wirtschaftswoche». Unterstützung erhielten die
Gewerkschaften von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der
sich für deutliche Lohnsteigerungen aussprach.
ver.di-Vorstandsmitglied Achim Meerkamp sagte dem
«Tagesspiegel» (Montagausgabe), man habe die
Möglichkeit, «mit den Arbeitgebern bundesweit heftig zu
streiten. Und zwar in Stadtverwaltungen, Entsorgungs- und
Nahverkehrsbetrieben und zwar sowohl in West- als auch in
Ostdeutschland». Stöhr ergänzte: «Wenn es denn
nötig sein sollte, werden wir dort streiken, wo es wehtut, also
etwa bei Krankenhäusern, Müllabfuhr, Nahverkehr oder im
Straßenwinterdienst.» Genügend Geld für einen
flächendeckenden Arbeitskampf sei vorhanden.
Meerkamp verteidigte die Forderung nach acht Prozent höheren
Einkommen oder mindestens 200 Euro im Monat und begründete dies
mit den Preissteigerungen und den Einkommenszuwächsen in der
privaten Wirtschaft. «Wir haben einen Nachholbedarf. Und mit
unserer Forderung nach mindestens 200 Euro im Monat erreichen wir die
breite Masse unserer Mitgliedschaft», sagte er. Die
Einkommenserhöhung sei zudem finanzierbar, weil sich «die
Steuereinnahmen deutlich besser als erwartet entwickeln».
Steinbrück sprach sich am Wochenende für deutliche
Lohnsteigerungen aus. «Ich will, dass die Menschen wieder faire
Löhne bekommen», sagte er der «Bild am Sonntag».
«Wenn die Menschen nicht endlich teilnehmen am Aufschwung, dann
wird das Wachstum in Deutschland nicht vorankommen können»,
warnte er.
Bereits zuvor hatte Steinbrück die schwache Einkommensentwicklung
der vergangenen Jahre beklagt. «Noch nie in der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland war die Entwicklung der Lohneinkommen
über einen so langen Zeitraum so schwach», zitiert die
«Frankfurter Rundschau» (Samstagausgabe) aus einem von
Steinbrück verfassten Strategiepapier. Trotz niedriger
Inflationsrate habe sich dadurch die reale Einkommenssituation von
Arbeitnehmern seit der Wiedervereinigung sogar verschlechtert. Das
Niveau liege heute um 1,3 Prozent unter dem des Jahres 1991.
Die Tarifverhandlungen für die rund 2,1 Millionen
Tarifbeschäftigten bei Bund und Kommunen beginnen am 10. Januar in
Potsdam. Zunächst sind fünf Verhandlungsrunden angesetzt, die
letzte am 7. März. Damit dürften reguläre Streiks
frühestens ab Ende März möglich sein. Als Laufzeit des
neuen Vertrags, der anschließend auf Wunsch des dbb auf die rund
660 000 Beamten bei Bund und Kommunen übertragen werden soll,
werden zwölf Monate angestrebt. Der laufende Tarifvertrag endet am
31. Dezember. Die Tarifbeschäftigten und Beamten bei den
Ländern haben noch einen Tarifvertrag bis Ende 2008.
(Quelle: ddp)
61 Krankenkassen haben Beiträge erhöht
Mo.07.01.08 - Zum Jahresbeginn haben 61 von bundesweit 210 gesetzlichen
Krankenversicherungen ihre Beitragssätze erhöht. Lediglich
acht Kassen senkten die Beiträge, wie eine Umfrage des
Nachrichtenmagazins «Focus» ergab. Die Techniker
Krankenkasse hatte bereits im Dezember eine Anhebung um 0,3 Punkt auf
13,8 Prozent angekündigt. Dem Bericht zufolge erhöhten nun
auch Securvita Betriebskrankenkasse (BKK) sowie mhplus BKK jeweils um
0,5 auf 13,8 Prozent und die AOK Mecklenburg-Vorpommern um 0,8 Punkte
auf 15,8 Prozent. Die IKK Direkt hob laut «Focus» ihren
Beitragssatz von 12,0 auf 12,4 Prozent an, die G+H BKK erhöhte
binnen Jahresfrist sogar um 1,5 Punkte auf 14,1 Prozent. Das koste
Arbeitnehmer dieses Jahr bis zu 324 Euro mehr. Allerdings dürfen
die meisten Kassen-Mitglieder bei Beitragserhöhungen kurzfristig
den Anbieter wechseln.
(Quelle: ap)
E.On-Billigtochter 'E wie einfach' erhöht Preise drastisch
Mo.07.01.08 - Viele Kunden des Billigstromanbieters E wie einfach müssen nach
einem Zeitungsbericht ab Februar mit höheren Tarifen rechnen. Wie
«Bild» berichtete, hebt die E.ON-Tochter die
Grundgebühr für Strom in mindestens 20 Städten
beziehungsweise Regionen um bis zu 300 Prozent an.
Danach müssen Kunden auf der Insel Fehmarn künftig zehn Euro
Grundgebühr im Monat statt bisher 2,48 Euro bezahlen. Teurer wird
es nach Angaben der Zeitung darüber hinaus unter anderem im
Landkreis Wolfenbüttel, in der Weser-Region und im
sachsen-anhaltinischen Altmark. Der Sprecher von E wie einfach,
Alexander Land, rechtfertigte die Erhöhungen mit den entsprechenden
Tarifsteigerungen der regionalen Grundversorger. «Wir orientieren
uns im Wettbewerb am lokalen Versorger. Hebt dieser den Grundpreis an,
ziehen wir nach», sagte Land der Zeitung. Am Samstag war eine
Stellungnahme vom Stromanbieter nicht zu erhalten.
Nach Aussagen von Verbraucherschützern unterbieten mittlerweile
zahlreiche Stromversorger mit Sondertarifen die Angebote von E wie
einfach. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert
Peters, sagte der Zeitung, mit dem Billiganbieter E wie einfach versuche
die Mutterfirma E.ON «offenbar, die davonlaufenden Kunden durch
eine Preis-Mogelpackung weiter an sich zu binden und zu melken».
Peters forderte die Verbraucher auf, beim Anbieterwechsel daher nicht
einfach zu einem der sogenannten Billiganbieter zu wechseln, sondern
die Tarifangebote der Versorger genau zu vergleichen.
(Quelle: dpa)
Verbraucherschützer kritisierten Tricksereien mit Ökostrom
Mo.07.01.08 - Die Verbraucherzentralen und führende Energie-Experten haben die
Praxis an den Pranger gestellt, Atom- oder Kohlestrom durch den Handel
mit Ökozertifikaten in Ökoenergie umzuetikettieren.
Wie der «Spiegel» in seiner neuesten Ausgabe berichtet, ist
die Grundlage das «Renewable Energy Certificate System»
(RECS), das in etlichen europäischen Ländern einen für
Stromkunden wenig transparenten Tausch ermöglicht: Ein
Stromversorger kauft Strom an der Börse, etwa aus dem AKW
Krümmel, beispielsweise für 7 Cent je Kilowattstunde. Den
veredelt er dann für 0,05 Cent mit einem Öko-Zertifikat eines
norwegischen Wasserkraftwerks. Dessen Betreiber muss die entsprechende
Menge seines Ökostroms in konventionellen umetikettieren im
Gegenzug darf der deutsche Versorger seinen Graustrom als Ökostrom
verkaufen.
Als «reinen Verschiebebahnhof» bezeichnete Thorsten Kasper
vom vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband) diesen legalen Trick.
«Eine Täuschung des Verbrauchers», sagt Uwe Leprich von
der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes dazu.
Derjenige Stromkunde, der meine, für sein Geld würden neue
Windräder oder Solaranlagen installiert, werde getäuscht.
«Tatsächlich landet sein Geld größtenteils beim
Atom- oder Kohlekraftwerksbetreiber.» Womöglich werde mit dem
grünen Label auch noch die nächste Preiserhöhung
kaschiert. Ökologisch ausgerichtete Verbraucher sollten deshalb bei
ihren Anbietern unbedingt nachfragen, welcher konkrete zusätzliche
Umweltnutzen entstehe, rät Leprich.
(Quelle: dpa)
Ex-Siemens-Managern drohen Millionen-Forderungen
Mo.07.01.08 - Viele frühere Siemens-Manager, die in den Schmiergeld-Skandal
verwickelt sind, müssen nach Informationen der
«Süddeutschen Zeitung» mit Schadenersatzforderungen in
Millionenhöhe rechnen.
Der Konzern habe über eine Erlanger Anwaltskanzlei von einem
großen Teil der gut 40 Beschuldigten verlangt, gegen solche
Ansprüche keine Verjährung geltend zu machen, berichtete das
Blatt. Die meisten der betroffenen Ex-Manager hätten daraufhin
offenbar die geforderte Erklärung abgegeben. Ein Siemens-Sprecher
wollte sich dazu am Samstag nicht näher äußern,
erklärte aber, das Unternehmen prüfe prinzipiell immer
Schadenersatzansprüche. Es handele sich um ein «übliches
Vorgehen».
Dem Bericht zufolge hat Siemens damit sichergestellt, dass spätere
Schadenersatzklagen nicht daran scheitern, dass die Ansprüche
möglicherweise verjährt wären. Anwälte der
Beschuldigten sähen in dem Vorgehen vor allem ein «Zeichen
nach außen». Der Konzern wolle der amerikanischen
Börsenaufsicht SEC beweisen, dass man hart vorgehe. Aus den USA
droht Siemens in dem Skandal, bei dem es um dubiose Zahlungen von 1,3
Milliarden Euro geht, die größte Gefahr. Die SEC könnte
wegen der Korruptionsaffäre eine Milliardenstrafe gegen den Konzern
verhängen.
Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hatte laut «SZ»
zuvor in einem Rundschreiben an die heutigen Führungskräfte
betont, «unserem Unternehmen wurde Schaden zugefügt, nicht
von Dritten, sondern aus den eigenen Reihen». Löscher
erklärte zum Korruptionsskandal, was da vielfach und über
längere Zeit hinweg stattgefunden habe, seien keine
«Kavaliersdelikte». Niemand könne das «mit
einfachem Bedauern abhaken». Siemens werde klären, wer
für was verantwortlich sei. Der Skandal hat den Konzern bislang
nach dem Zeitungsbericht mehr als eine Milliarde Euro an
Geldbußen, Steuernachzahlungen und Ausgaben für die internen
Untersuchungen gekostet.
(Quelle: dpa)
Ministerpräsident Koch bekräftigt Kritik am Verhalten von
Zuwanderern
Mo.07.01.08 - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat seine Kritik
am Verhalten von Zuwanderern bekräftigt. Er wies zugleich im
"Tagesspiegel am Sonntag" den Vorwurf zurück, Ressentiments gegen
Ausländer zu bedienen, um Wähler zu mobilisieren: "Ich tue das
nicht." Es müsse aber möglich sein, "über
Missstände auch dann zu sprechen, wenn sie Zuwanderer betreffen".
In Deutschland seien Probleme im Umfeld von Zuwanderung zu lange zum
Tabu erklärt worden, kritisierte Koch.
"Die Folge ist, dass wir die Wirklichkeit nicht mehr korrekt
beschreiben. Und das treibt längst viele Menschen, die diese
Wirklichkeit täglich erleben, schlicht zur Verzweiflung." Koch
hatte in einem Thesenpapier in dieser Woche unter anderem
Verstöße von Zuwanderern gegen die Hausordnung in
Wohnvierteln mit höherem Ausländeranteil angeprangert und war
deswegen massiv kritisiert worden.
Als Beispiele nannte Koch im "Tagesspiegel" erneut das Schlachten von
Tieren in Wohnküchen sowie die Müllentsorgung. "Viele Menschen
schreiben mir, dass der Müll beim Nachbarn einfach den Balkon
runterfliegt." Auch das Schächten in der Wohnung sei in bestimmten
Wohngebieten ein "ernsthaftes Problem". Es müsse in Zukunft
selbstverständlich werden, die Hausordnung einzuhalten, forderte
Koch.
(Quelle: afp)
Union und SPD wollen mit Abgrenzung beim Wähler punkten -
Gegenseitige Angriffe bei den Themen Jugendkriminalität und
Mindestlohn
Mo.07.01.08 - Drei Wochen vor wichtigen Landtagswahlen wollen Union und SPD mit
gegenseitigen Attacken bei den Themen Jugendkriminalität und
Mindestlohn beim Wähler punkten.
SPD-Chef Kurt Beck warf dem Koalitionspartner am Wochenende Ignoranz
und Schaumschlägerei vor. Die CDU-Spitze forderte bei ihrer
Strategieklausur in Wiesbaden Steuersenkungen auf breiter Front und
härtere Strafen für kriminelle Jugendliche und ging damit
weiter auf Konfrontation zum Koalitionspartner. Die SPD warf der CDU
bei ihrer eigenen Klausur in Hannover Herumdoktern an Symptomen vor.
Beck griff Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel beim Thema
Mindestlohn direkt an, auf das die SPD bei den Wahlen in Hessen und
Niedersachsen setzt.
Die Themen Jugendkriminalität, Mindestlohn und Konjunktur standen
im Mittelpunkt der traditionellen Klausurtagungen, mit denen die
Parteien zu Jahresbeginn ihre politischen Schwerpunkte setzen. Wegen
der angespannten Stimmung in der Koalition und der beiden Wahlen am 27.
Januar grenzen sich Union und SPD seit Wochen immer stärker
voneinander ab. Während Hessens Ministerpräsident Roland Koch
Wahlkampf vor allem mit der Forderung nach härterem
Jugendstrafrecht macht, will die SPD die Wahlen zu Abstimmungen
über Mindestlöhne machen.
Beck warf Merkel in der Frage bei einer SPD-Veranstaltung in
Braunschweig Ignoranz vor. Den Menschen, die unter härtesten
Bedingungen arbeiteten, zu sagen, Löhne müssten auch
erarbeitet werden, "ist geradezu eine Frechheit", sagte er zu
Interview-Aussagen der CDU-Vorsitzenden. Es gehe nicht an, Menschen,
die von ihrem Lohn nicht leben könnten, zu den Arbeitsagenturen
oder zum Sozialamt zu schicken. Das sei herabwürdigend und schade
auch dem Gemeinwesen. "Wir alle zahlen oben drauf. Das ist die
Ordnungspolitik der Schwarzen." SPD-Generalsekretär Hubertus Heil
sagte, Mindestlöhne seien der beste Weg, alle am Aufschwung zu
beteiligen.
Die Union setzt dagegen auf Steuersenkungen. Sie peilt einem Beschluss
ihrer Klausur zufolge eine Einkommensteuerreform ab dem Jahr 2011 an.
Dazu sollen im Frühjahr 2009 Eckpunkte zu Details und zur
Gegenfinanzierung vorgelegt werden. Für Anfang 2009 werden eine
weitere Senkung des Arbeitslosenbeitrags und eine
Kindergelderhöhung in Aussicht gestellt. Der ermäßigte
Mehrwertsteuersatz soll grundsätzlich für sämtliche
"typische Kleinkind- und Kinderprodukte" gelten. Sittenwidrige
Löhne sollen gesetzlich verboten werden. Merkel betonte, die
Löhne müssten das Produktivitätsniveau widerspiegeln.
Die CDU-Spitze stellte sich mit einem Beschluss hinter die umstrittenen
Forderungen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch nach
einem härteren Vorgehen gegen Jugendgewalt. Im Mittelpunkt stehen
die Einführung von "Warnschuss-Arresten", die Einrichtung von
Erziehungslagern, längere Gefängnisstrafen für
Täter zwischen 18 und 21 Jahren, Führerscheinentzug sowie
eine leichtere Abschiebung jugendlicher Straftäter
ausländischer Herkunft. "Ausländer müssen bei einer
Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung
zwingend ausgewiesen werden können, und nicht erst wie bislang
unter bestimmten Bedingungen nach drei Jahren", heißt es. Merkel
nahm ein überraschendes Gesprächsangebot Becks zu dem
Streitthema an.
Die Sozialdemokraten machten jedoch klar, dass mit ihnen eine
Verschärfung der Gesetze nicht zu machen sei. Beck sprach von
"Schaumschlägerei" und sagte: "Es hindert uns schon jetzt niemand
daran, junge Straftäter, die alte Menschen brutal
zusammenschlagen, härtest zu bestrafen." Die Forderungen von CDU
und CSU seien nichts anderes als eine "Irreführung der
Wähler" vor den drei anstehenden Landtagswahlen. SPD-Vize und
Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Der Wahlkampf des
brutalstmöglichen Populismus, er wird sich, da bin ich sicher,
diesmal nicht auszahlen."
Koch droht laut Umfragen der Verlust der absoluten Mehrheit. In
Niedersachsen kann Regierungschef Christian Wulff mit einer Wiederwahl
seiner schwarz-gelben Koalition rechnen. Dagegen steht die
CDU-Regierung von Bürgermeister Ole von Beust in Hamburg, wo Ende
Februar gewählt wird, Umfragen zufolge auf der Kippe.
(Quelle: rtr)
FDP-Spitze kündigt Kampf um die politische 'Mitte' an
Mo.07.01.08 - Mit Blick auf die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen hat die FDP
den Kampf um die politische "Mitte" in Deutschland angekündigt.
Die Partei wende sich damit an die Bürger, "die eine soziale
Marktwirtschaft mit Leistungsgerechtigkeit wollen", kündigte
FDP-Chef Guido Westerwelle auf dem traditionellen
Dreikönigstreffen seiner Partei in Stuttgart an. Für den
parteiintern in die Kritik geratenen Generalsekretär Dirk Niebel
zeigte Westerwelle Verständnis. Die Kritiker verstummten am
Wochenende dennoch nicht: Niebels Vergleich der großen Koalition
mit dem DDR-Politbüro sei ein "Fehltritt" und "vollkommen
daneben", äußerten sie.
Westerwelle verteidigte Niebel: Dieser müsse als
Generalsekretär den politischen Gegner "attackieren und dafür
sorgen, dass andere sich erschrecken". Dies gelte vor allem, wenn er
dann auch mal die Kraft habe einzuräumen, "das war nicht das Gelbe
vom Ei", sagte Westerwelle mit Blick auf Niebels umstrittenen
Vergleich. Unter dem Applaus der FDP-Anhänger betonte Westerwelle,
"ich möchte lieber einen Niebel als einen Generalsekretär,
der schweigt". Zugleich billigte der Parteichef allerdings die
kritische Position seines Vorgängers Wolfgang Gerhardt.
In der Bundesregierung kritisierte Westerwelle einen "Pendelausschlag
nach links". Niebel sagte, die große Koalition sei geprägt
von "Wurstigkeit, Entschlusslosigkeit und schlimmem Parteienproporz".
Sowohl er als auch Westerwelle nahmen den Begriff der politischen
"Mitte" für die FDP in Anspruch.
Die FDP sei Anwalt dieser "vergessenen Mitte", der die Bundesregierung
das Geld aus der Tasche ziehe, sagte Westerwelle. "Die Kassen des
Finanzministers sind voll, weil die Kassen der Bürger leerer
werden". Wenn die Mitte "die Lust an Leistung verliert, dann leiden
darunter die Schwächsten zuerst". 2008 müsse das "Jahr der
Leistungsgerechtigkeit" und das Jahr derjenigen Bürger werden, die
"den Karren in Deutschland ziehen", forderte der Parteichef.
In der von Gerhardt angestoßenen Debatte um die Führung der
FDP forderte Fraktions-Vize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die
Arbeit der Liberalen auf mehr Schultern zu verteilen. "Wir brauchen
mehr Köpfe, vor allem junge Köpfe, in der ersten Reihe",
sagte sie der "Bild am Sonntag". Leutheusser-Schnarrenberger griff
zudem Niebel an: Der Vergleich der Bundesregierung mit dem
Politbüro der DDR sei ein "Fehltritt".
(Quelle: afp)
Protestaktion bei Auftritt Schäubles in München
Mo.07.01.08 - Bei einem Auftritt von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU)
auf dem Dreikönigstreffen der Münchner CSU hat es am Sonntag
eine Protestaktion gegeben. Mehrere Demonstranten unterbrachen die Rede
Schäubles mit lautstarker Kritik an seiner Politik. So riefen sie
in Sprechchören: «Freiheit stirbt mit Sicherheit.»
Ordner drängten die Störer nach kurzer Zeit aus dem Saal.
Schäuble warf den Demonstranten anschließend ein
«merkwürdiges Freiheitsverständnis» vor. Man
dürfe nicht durch Störaktionen verhindern wollen, dass jemand
seine Meinung sage. Schäuble betonte, ein solches Verhalten habe
nichts mit Freiheit, sondern mit «Dummheit» zu tun.
Der Bundesinnenminister verteidigte zugleich die umstrittene
Telefonüberwachung. Voraussetzung hierfür sei eine
richterliche Entscheidung. Es sei «schierer Unsinn» zu
behaupten, das ganze Volk werde zu Tatverdächtigen gemacht. Auch
mit der Videoüberwachung werde die Freiheit nicht bedroht.
Den Koalitionspartner SPD forderte Schäuble zum Einlenken in der
Debatte um Jugendkriminalität auf. Die Union werde weiter auf ein
schärferes Vorgehen dringen. Vielleicht lasse sich die SPD ja von
der Wirklichkeit «eines Besseren belehren». Schäuble
fügte hinzu: «Sonst muss sie durch die Wähler belehrt
werden.»
Der CDU-Politiker wies Populismus-Vorwürfe zurück. Er
kündigte an: «Wir lassen uns nicht den Mund
verbieten.» Es sei ein «dümmliches Argument» zu
sagen, man dürfe über die Kriminalität nicht im
Wahlkampf reden. Die Union werde auch künftig jene Themen
ansprechen, die «die Menschen interessieren».
Schäuble will zudem prüfen, ob die Möglichkeit der
Ausweisung von ausländischen Straftätern erleichtert werden
kann. Dieser Schritt dauere derzeit zu lang. Der Minister betonte:
«Schnelles Recht ist wirksames Recht.» Er sei deshalb
dafür, einen neuen Anlauf zu machen, um zu einem
«effizienteren» Aufenthaltsrecht zu kommen.
(Quelle: ddp)