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Irak am 1399sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mindestens 14 Tote bei Selbstmordanschlag im Irak. UN: Irak ist
sicherer - Aber politischer Fortschritt notwendig. US-Kommandeur soll
offenbar aus Irak abgezogen werden
Di.22.01.08 - Ein Selbstmordattentäter hat sich am Montag in einem
überwiegend von Sunniten bewohnten Dorf im Irak bei einer
Beerdigung in die Luft gesprengt und mindestens 14 Menschen mit in den
Tod gerissen. 17 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der
Attentäter zündete seinen Sprengstoffgürtel inmitten von
Trauernden im Dorf Hadschadsch bei Tikrit, der Heimatstadt Saddam
Husseins. Es war der dritte derartige Anschlag in einem sunnitischen
Gebiet innerhalb von drei Tagen. Als Urheber der Tat wurde Al Kaida im
Irak vermutet.
Die Sicherheitslage im Irak hat sich nach Angaben der UN deutlich
verbessert. Dennoch müssten die Iraker weiter an einer politischen
Übereinkunft über die Religionsgruppen hinweg arbeiten, sagte
der UN-Gesandte im Irak, Staffan de Mistura, am Montag in einer Rede
vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN). Die Verbesserung
der Sicherheitslage sei auf die Anwesenheit zusätzlicher Soldaten
aus den USA und anderen Ländern, auf einen von der Mehdi-Miliz des
Predigers Moktada al-Sadr verkündeten Waffenstillstand und auf
eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Nachbarn des Iraks
zurückzuführen. Ohne einen politischen Konsens unter den
fundamentalen Elementen des Staates werde es aber keine tragfähige
Lösung zur Verringerung der Gewalt geben.
Mistura hatte bereits vor wenigen Tagen gesagt, den verfeindeten
Bevölkerungsgruppen im Irak fehle der ehrliche Wille zur
Versöhnung. Daran könnten auch die zuletzt verabschiedeten
Gesetze nichts ändern, die ehemaligen Getreuen des gestürzten
Staatschefs Saddam Hussein den Wiedereintritt in den Staatsdiensts
erlaubten. Dem Irak bleibe nur noch ein halbes Jahr Zeit für
politische Fortschritte. Danach könnten sich auch ehemalige
Aufständische zu einer Rückkehr zur Gewalt entscheiden und
den Irak erneut in ein Chaos stürzen.
Im Irak ist es mit dem Gesetzt nun Tausenden ehemaligen Mitgliedern der
Baath-Partei von Saddam gestattet, in den Staatsdienst
zurückzukehren. Damit sollen die unter Saddam dominierenden
Sunniten enger in den politischen Prozess eingebunden werden. Die
Sunniten sind seit dem Auszug ihrer Minister nicht mehr im Kabinett von
Ministerpräsident Nuri al-Maliki vertreten.
Das US-Verteidigungsministerium erwägt einem Zeitungsbericht
zufolge den Abzug des Kommandeurs der US-Truppen im Irak, David
Petraeus. Der General habe einen Spitzenposten bei der NATO in Aussicht,
berichtete die "New York Times" auf ihrer Internetseite unter Berufung
auf Pentagon-Kreise. Derzeit werde über eine neue Aufgabe für
Petraeus nachgedacht, und der Posten des NATO-Oberkommandeurs sei eine
Möglichkeit, hieß es weiter.
"Er ist ein Kandidat für diesen Job, aber es gibt noch keine
abschließenden Entscheidungen und nichts zu einem Zeitplan",
zitierte die Zeitung einen Pentagon-Mitarbeiter. Als mögliche
Nachfolger Petraeus' im Irak werden der "NYT" zufolge Stanley
McChrystal, der Leiter der Sondereinsätze im Irak, sowie Peter
Chiarelli gehandelt, ein ranghoher Mitarbeiter von Verteidigungsminister
Robert Gates. Einem Pentagon-Bericht zufolge hat eine
Truppenaufstockung um rund 30.000 Soldaten im Irak, für die
Petraeus sich stark gemacht hatte, im vergangenen Vierteljahr bereits
Wirkung gezeigt. Demnach verringerte sich die Zahl von Anschlägen
um 62 Prozent.
Unterdessen nahm die US-Luftwaffe zum dritten Mal seit dem 10. Januar
südlich von Bagdad mutmaßliche Stellungen des Terrornetzwerks
El Kaida unter Beschuss. Insgesamt wurden laut US-Armee knapp 30 Ziele
bombardiert. Wie die Armee weiter mitteilte, wurden am Samstag zwei
US-Soldaten im Einsatz getötet.
boa (Quelle: afp, rtr, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2006 bis 22.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertsiebenunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.22.01.07 - Verstärkung der US-Truppen in Bagdad +++ Wieder zahlreiche Tote und
Verletzte bei Anschlägen im Irak +++ Irakische Polizei hält drei
Iraner fest +++ Schiitenführer Sadr will sich wieder an Iraks
Regierung beteiligen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0701220.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
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Außenminister erwägen weitere Sanktionen gegen Iran
Di.22.01.08 - Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland stehen nach Angaben
eines französischen Diplomaten kurz vor der Einigung auf eine neue
Iran-Resolution. Auf einem Außenministertreffen am (heutigen)
Dienstag in Berlin sei mit einer Einigung auf einen «sehr
ausgewogenen und sehr entschlossenen» Entwurf zu rechnen, sagte
der ranghohe Außenamtsmitarbeiter am Montag in Paris. Nähere
Einzelheiten zum Inhalt nannte er nicht. Der Text werde dem
UN-Sicherheitsrat vermutlich noch Ende des Monats vorgelegt.
Die sechs Staaten wollen in Berlin den Druck auf Teheran erhöhen,
seine Urananreicherung zu stoppen. Ob sich die Außenminister
tatsächlich auf eine Verschärfung der Sanktionen einigen, war
am Montag noch ungewiss. Der außenpolitische Sprecher der
Unionsfraktion, Eckart von Klaeden, äußerte die Sorge, China
und Russland könnten dies nicht mittragen.
Der UN-Sicherheitsrat hat bereits zwei Iran-Resolutionen verabschiedet
und internationale Strafmaßnahmen verhängt. Weil Teheran
trotzdem an seinem Programm zur Urananreicherung festhält, ringen
die Vetomächte und Berlin seit Monaten um eine dritte und
schärfere Resolution.
US-Außenministerin Condoleezza Rice, die sich wie der chinesische
Außenminister Yang Jiechi zu einer getrennten Unterredung mit
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier treffen will, wird
sich voraussichtlich für härtere Sanktionen einsetzen. China
war dagegen bislang für weitere Verhandlungen, da sich die
iranische Atomfrage in einer entscheidenden Phase befinde. Auch
Russland war gegen neue Sanktionen und erhöhte seine Lieferung von
Kernbrennstoffen für das im Bau befindliche iranische Kraftwerk
Buschehr am Persischen Golf.
Von Klaeden sagte im Deutschlandradio Kultur, es müsse gelingen,
ein Zeichen der Geschlossenheit und Entschlossenheit der
internationalen Gemeinschaft nach Teheran zu senden. «Meine
Befürchtung ist, dass insbesondere aus Moskau, aber auch aus
Peking so viel an Zurückhaltung an den Tag gelegt wird, dass
dieses erforderliche Zeichen der Entschlossenheit ausbleibt.»
Aus der Union waren zuvor schon Bedenken laut geworden, dass es besser
kein Treffen geben solle als eines, das Uneinigkeit deutlich werden
lasse. Die Initiative für das Treffen war von Steinmeier (SPD)
ausgegangen. Die Grünen-Fraktion kritisierte, dass wie bei den
Irritationen mit China eine klare Linie der Bundesregierung nicht
erkennbar sei. Dies schwäche den deutschen Einfluss.
Im Dezember hatte der amerikanische Geheimdienst einen Bericht
vorgelegt, wonach der Iran sein Atomwaffenprogramm bereits 2003
gestoppt habe. Von Klaeden sagte, eine Entwarnung könne es
trotzdem nicht geben, solange der Iran Uran anreichere und an einem
Raketenprogramm arbeite.
Am Rande der Iran-Konferenz wollen Deutschland und China auch ihre
diplomatischen Differenzen beilegen, die vom Empfang des Dalai Lamas im
Kanzleramt vergangenen September ausgelöst worden waren.
Steinmeier und Yang wollen das Ende der Eiszeit mit einem Handschlag
offiziell besiegeln.
Chinesische Regierungsvertreter hatten inzwischen deutlich gemacht,
dass Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder jederzeit willkommen sei.
China sei an einem stärkeren Dialog mit Deutschland auf allen
Ebenen interessiert.
(Quelle: ap)
Israel startet Spionagesatelliten zur Überwachung Irans
Di.22.01.08 - Israel hat am Montag einen Spionagesatelliten ins All geschossen, der
Aktivitäten im Iran auch bei Nacht und wolkigem Wetter erfassen
können soll. Der «TECSAR»-Satellit verfüge
über ein weiterentwickeltes Radarsystem, hieß es aus
informierten Kreisen. Israel misst dem Satelliten große Bedeutung
bei, da befürchtet wird, dass der Iran eine Atombombe entwickeln
könnte. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in
Reden auch schon damit gedroht, den jüdischen Staat
auszulöschen.
Erste Bilder des neuen Satelliten lägen in etwa zwei Wochen vor,
erklärte das Unternehmen Israel Aerospace Industries, das das
Gerät baute. Der Satellit wurde mit einer indischen Rakete von
einem Raumfahrtzentrum in Südindien ins All gestartet.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt: Israels Vizeregierungschef fordert von Hamas Ende des
Raketenbeschusses. Hunderttausende im Gazastreifen ohne Strom. UN
müssen Nahrungsmittelhilfe im Gazastreifen stoppen
Di.22.01.08 - Israels Vizeregierungschef Haim Ramon hat die Palästinenser im
Gazastreifen aufgefordert, die radikalislamische Hamas vom
Raketenbeschuss Israels abzuhalten. Auf diese Weise könnten sich
die Menschen im Gazastreifen viel Leid ersparen, sagte er im staatlichen
Rundfunk Israels. Ramon machte die Hamas für die Blockade des
Gazastreifens verantwortlich. Er hoffe, dass die internationale
Gemeinschaft Druck auf die Hamas ausüben werde, damit diese ihre
"Kriegsverbrechen" - den Raketenbeschuss Südisraels aus dem
Gazastreifen - beende.
Auf lange Sicht werde Israel mit militärischem und
wirtschaftlichem Druck ohnehin gewinnen, fügte Ramon hinzu. Die
Hamas hatte den Gazastreifen Mitte Juni unter ihre Kontrolle gebracht.
Nach der kompletten Abriegelung des Gebiets durch Israel am
Donnerstagabend wurde das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wegen
Brennstoffmangels abgeschaltet. Mit der Blockade protestiert Israel
gegen den fortdauernden Raketenbeschuss seines südlichen
Grenzgebiets.
Nach internationalen Protesten gegen die Stromabschaltung von rund 800
000 Palästinensern hat Israel unterdessen eine einmalige Lieferung
von Dieselkraftstoff genehmigt.
Mit dem Treibstoff soll das am Sonntagabend abgeschaltete Kraftwerk in
Gaza so schnell wie möglich wieder ans Netz gehen. Israel werde
auch eine Einmallieferung von Medikamenten in den Gazastreifen
gestatten, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Schlomo Dror am
Montag in Jerusalem. Nach den Worten von Regierungschef Ehud Olmert
soll die seit Freitag währende Blockade des Gazastreifens aber
erst aufgehoben werden, wenn militante Palästinenser den Beschuss
Israels einstellen.
Der amtierende palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad
hat das Vorgehen der Israelis in dem von der radikalislamischen Hamas
beherrschten Gaza-Streifen scharf kritisiert. Die israelischen
Militäroperationen und die Schließung sämtlicher
Grenzübergänge bezeichnete Fajad in einem Gespräch mit
der «Süddeutschen Zeitung» als «definitiv
unverhältnismäßig» und als
«Katastrophe». Israel dürfe «die Angst vor
Raketen nicht mit massiven blutigen Militäreinsätzen und der
kompletten Abriegelung des Gazas-Streifens gleichstellen».
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sprach von einer
kollektiven Bestrafung der rund 1,5 Millionen Palästinenser. Die
EU-Kommissarin wie auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International forderten zugleich die Palästinenser auf, den
Beschuss Israels sofort einzustellen.
Nach der Stromabschaltung wiesen sich Israel und die Palästinenser
gegenseitig die Schuld zu. Der Bürochef von
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Rafik Husseini, warf
Israel vor, gezielt die Friedensverhandlungen zu Fall bringen zu
wollen. Israel wolle diese Gespräche nicht selbst absagen, sondern
die Palästinenser dazu bringen. Husseini schloss zugleich einen
Rücktritt von Abbas aus. «Der Präsident prüft
seine Optionen, aber ein Rücktritt gehört nicht dazu»,
sagte er.
Israels Außenministerin Zipi Liwni wies die Vorwürfe
zurück. Zu Beginn der Verhandlungen sei von Anfang an klar
gewesen, dass der Wunsch nach einem Frieden Hand in Hand gehe mit dem
Kampf gegen den Terrorismus, um Sicherheit für Israels Bürger
zu schaffen. Die Palästinenser müssten verstehen, dass man
politisch nicht vom Terror profitieren könne.
Nach Darstellung der radikal-islamischen Palästinenserorganisation
Hamas sollen seit der Abriegelung bereits fünf
Krankenhauspatienten gestorben sein. Abwasser flutete am Montag in Gaza
Straßen. Nach Angaben der britischen Hilfsorganisation Oxfam
International drohte an diesem Dienstag der Ausfall der letzten von 122
Wasserpumpen. Es bestehe dann eine akute Gefährdung der
öffentlichen Gesundheit.
Bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten wurde am Montag in der
Stadt Tulkarem im nördlichen Westjordanland ein militanter
Palästinenser getötet.
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak rief Israels
Regierungschef Ehud Olmert telefonisch auf, die Angriffe auf den
Gazastreifen zu stoppen und die Blockade des Gebiets wieder aufzuheben.
Mubarak habe betont, dass sich die Lage der Menschen im Gazastreifen
durch die Abriegelung immer weiter verschlechtere, meldete die amtliche
ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Die ständigen Gesandten
der Arabischen Liga wollen zu einer Krisensitzung in Kairo
zusammenkommen, um über die Lage im Gazastreifen zu beraten.
Die UN müssen ihre Nahrungsmittelhilfe für den Gazastreifen
stoppen, sollte Israel das Palästinensergebiet weiter abriegeln.
Das sagte eine Sprecherin der Vereinten Nationen in New York. Zwar
verfüge das UN-Hilfswerk noch über Lebensmittel, es fehle
aber an Treibstoff zur Auslieferung. Nach internationalen Protesten
hatte Israel eine Lockerung der Blockade angekündigt. Angesichts
der angespannten Lage setzte sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
direkt mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert in
Verbindung.
boa (Quellen: afp, dpa)
Rebellen und Regierung in Kongo einigen sich auf Friedensabkommen
Di.22.01.08 - Die kongolesische Regierung und die Rebellen im Osten des Landes haben
sich nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen geeinigt.
Die Übereinkunft werde am (heutigen) Dienstag unterzeichnet,
erklärte der Präsident der Nationalversammlung, Vital
Kamerhe, am Montag in der Provinzhauptstadt Goma. Ein Vertreter der
Delegation von Rebellenführer Laurent Nkunda bestätigte, dass
eine grundlegende Einigung gebe. An den Gesprächen in Goma nahmen
fast 1.300 Vertreter der Konfliktparteien teil. Nicht dabei waren
allerdings Präsident Laurent Kabila und Rebellenführer
Nkunda, weshalb Beobachter Zweifel an einer Einigung hatten. Die Gewalt
im Osten des Kongos hat im vergangenen Jahr 800.000 Einwohner in die
Flucht getrieben.
(Quelle: ap)
Zehn Menschen bei Unruhen in Kenia getötet
Di.22.01.08 - Bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des kenianischen
Präsidenten Mwai Kibaki sind mindestens zehn Menschen getötet
worden. Drei Frauen und zwei Männer wurden nach Polizeiangaben im
Dorf Salama im Westen Kenias erschossen. "Auf sie wurde gezielt, weil
sie Kibaki unterstützt haben", erklärte ein Polizeivertreter
in Nairobi. Zuvor waren in den Armenvierteln der Hauptstadt fünf
Menschen getötet worden. Dort lieferten sich Anhänger von
Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga Straßenschlachten.
Odinga wirft Kibaki vor, die Präsidentenwahl am 27. Dezember
gefälscht zu haben.
In Salama in der Provinz Rift Valley schossen Angreifer am Montagmorgen
wahllos um sich und brannten rund ein Dutzend Häuser nieder, wie
die Polizei mitteilte. Sie schrieb die Tat einer örtlichen Miliz
zu, die vor allem für eine Umverteilung von Land kämpft. Eine
Armeeeinheit wurde nach Polizeiangaben in die Region entsandt, um die
eskalierende Gewalt zu stoppen. Der Westen Kenias gilt als Hochburg
Odingas.
In den Slums von Nairobi nahmen die gewaltsamen Auseinandersetzungen
zwischen Stammesmitgliedern, die entweder Kibaki oder Odinga
unterstützen, in der Nacht zu Montag ebenfalls zu. Fünf
Menschen starben nach Polizeiangaben bei Straßenschlachten in den
Stadtteilen Mathare, Huruma und Babadogo. Auch Häuser seien
zerstört worden. Die Sicherheitskräfte nahmen zwölf
Menschen fest.
Am Montag besuchte Oppositionsführer Odinga erstmals seit der
umstrittenen Wahl die Hochburgen seiner Partei Orange Democratic
Movement (ODM) im Westen Kenias. Er habe die Wahl gewonnen, sei aber
betrogen worden, sagte er in Kakamega. Der Kampf gehe weiter, "bis die
Gerechtigkeit siegt". Auch Kakamega war von den blutigen Unruhen nach
Bekanntgabe des Wahlergebnisses erschüttert worden.
Insgesamt starben in den vergangenen Wochen bei den Unruhen in Kenia
mehr als 700 Menschen, etwa 200.000 sind auf der Flucht. Um die
blutigen Konflikte zu beenden, vermittelt derzeit ein internationales
Team unter Vorsitz des früheren UN-Generalsekretärs Kofi
Annan zwischen Regierung und Opposition. Annan wird am Dienstag zu
Gesprächen in Nairobi erwartet.
(Quelle: afp)
Ölpreis angesichts von Rezessionssorgen unter Druck
Di.22.01.08 - Die schwachen Weltbörsen haben auch den Ölpreis unter Druck
gesetzt: Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl im
Computerhandel 89,60 Dollar, 90 Cent weniger als am Freitag. Vor drei
Wochen lag der Preis noch bei 100 Dollar. Auslöser des
jüngsten Preisrückgangs war der Einbruch an den
Weltbörsen in Verbindung mit Rezessionssorgen für die USA. Die
USA sind der größte Ölverbraucher der Welt, ein
Wirtschaftseinbruch dort würde auch die Ölnachfrage senken.
Damit setzten sich auch am Ölmarkt die Pessimisten durch. Noch
vergangene Woche hatte ein prominenter Vertreter der OPEC, der
saudi-arabische Ölminister Ali Naimi, Anlass für die Erwartung
steigender Preise gegeben: Er halte die gegenwärtige
Versorgungssituation für normal, sagte er. Sein Land würde die
Förderung nur erhöhen, wenn die Märkte das rechtfertigen
würden. Offenbar erwartet die OPEC im Frühjahr den
üblichen saisonalen Rückgang der
(Quelle: ap)
Öl-Emirat Abu Dhabi investiert Milliarden in Öko-Energien
Di.22.01.08 - Das Öl-Emirat Abu Dhabi will 15 Milliarden Dollar in die
Entwicklung umweltfreundlicher Energien investieren: Das erklärte
Kronprinz Scheich Mohammed bin Sajed Al-Nahajan am Montag auf dem
Weltgipfel für Zukunftsenergien in Abu Dhabi. Für welchen
Zeitraum die Ausgaben vorgesehen sind, sagte Scheich Mohammed nicht. In
den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Abu Dhabi gehört,
werden den Vereinten Nationen (UN) zufolge pro Einwohner deutlich mehr
Treibhausgase ausgestoßen als in den USA. Die Emiraten lagen
demnach beim Pro-Kopf-Ausstoß mit rund 34 Tonnen im Jahr 2004
weltweit auf Platz drei nach Katar und Kuwait.
Der Opec-Staat Abu Dhabi plant auch den Bau des weltweit
größten Wasserstoffkraftwerks, wie der der Chef der
staatlichen Firma für Zukunftsenergien Masdar, Sultan Al-Dschaber,
mitteilte. Die Anlage solle eine Kapazität von 500 Megawatt haben.
Ein Masdar-Vertreter sagte zudem, der britische Ölkonzern BP und
der Bergbauriese Rio Tinto würden an dem Projekt beteiligt.
Einzelheiten zu ihrem Engagement wurden nicht bekannt.
(Quelle: rtr)
Börsen weltweit auf Talfahrt
Di.22.01.08 - Die Angst vor einer Rezesssion in den USA hat die Börsen in
Frankfurt, Tokio und Schanghai auf Talfahrt geschickt. Gegen Mittag
brach der DAX in Frankfurt um 5,58 Prozent auf 6.905,81 Zähler ein.
Für den MDAX ging es um 4,24 Prozent auf 8.072,39 Punkte nach
unten. Der TecDAX sackte belastet von einbrechenden Kursen im
Solarsektor um 6,05 Prozent auf 744,38 Zähler ab und wurde
zwischenzeitlich auf dem niedrigsten Stand sei Ende 2006 berechnet.
Händler in Frankfurt sprachen von Panikstimmung. Hier findet ein
massiver Ausverkauf statt, dazu fällt einem nichts mehr ein, sagte
einer von ihnen.
Auch die Börse in Tokio hat am Montag massive Verluste
verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte brach um
535,35 Punkte oder 3,86 Prozent auf 13 325,94 Punkte ein.
Der breit gefasste Topix stürzte um 47,76 Punkte oder 3,56 Prozent
auf 1293,74 Punkte. Händlern zufolge herrscht unter den Investoren
Skepsis, ob das von US-Präsident George W. Bush vorgelegte
Konjunkturförderpaket ein Abrutschen der Wirtschaft in eine
Rezession verhindern kann.
Der Dollar tendierte zum Mittag leichter bei 106,72-77 Yen nach
107,22-25 Yen am Freitagabend. Der Euro notierte zum Dollar leichter
mit 1,4555-60 Dollar nach 1,4633-36 Dollar am Freitag.
In Schanghai sind die Aktienkurse am Montag um mehr als fünf
Prozent eingebrochen. Nach Angaben staatlicher Medien war es der bisher
schwerste Kurssturz seit sechs Monaten.
Sie sprachen von einem «schwarzen Montag». Shanghai folgte
damit einem weltweiten Börsenabschwung, der von einem Preisverfall
in den USA Ende vergangener Woche ausgegangen war. Aktien von
Versicherungsunternehmen sowie Banken und Immobilienfirmen waren
besonders betroffen.
Der Shanghai Composite Index verlor um 5,14 Prozent und schloss mit
4914,44 Punkten. Der Composite Index der kleineren Börsen im
südchinesischen Shenzhen rutschte bei Handelsschluss um 4,62
Prozent auf 1448,18 Punkte. Chinas Anleger befürchten, dass neue
Wachstumszahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollen,
erneute Schritte der Regierung in Peking zur Abkühlung der
Wirtschaft nach sich ziehen könnten.
(Quelle: dpa)
Rezessionsängste lösen Panik aus - Dax stürzt ab
Di.22.01.08 - Panische Angst vor den Folgen einer Rezession in den USA hat am Montag
die Anleger in Europa erfasst: Der Deutsche Aktienindex (Dax) - das
Kursbarometer für die 30 deutschen Top-Aktien - stürzte bis
Handelsschluss um 7,1 Prozent auf 6790 Punkte ab. Das war der
größte prozentuale Tagesverlust seit den Anschlägen vom
11. September 2001, als der Dax 8,5 Prozent verloren hatte. Einige
Börsianer sprachen von einem "Schwarzen Montag". Noch am ersten
Handelstag des neuen Jahres hatte der Dax 8100 Punkte erreicht.
"Rette sich, wer kann" heiße die Devise, fasste
Helaba-Marktanalyst Mirko Pillep zusammen. "Alles wird rausgeworfen.
Die Nerven liegen blank." ICF-Händler Dirk Müller
erklärte, der Kurseinbruch habe crashartige Züge. Von einem
Börsenkrach oder Crash mochten Händler aber generell noch
nicht sprechen, da traditionell erst ein Kurssturz von über zehn
Prozent als Crash gelte. Mit 409 Millionen gehandelten Aktien war das
Handelsvolumen sogar noch höher als nach den Anschlägen am
11. September 2001. Der Umsatz belief sich auf 19 Milliarden Euro. Zum
Vergleich: am vergangenen Montag wurden nicht einmal halb so viele
Aktien gehandelt.
"Das ist wie ein Schneeballsystem. Fallende Kurse ziehen fallende Kurse
nach sich", sagt Boris Boehm, Fondsmanager bei der Nordinvest. "Die
Börse neigt zur Übertreibung - erst war die Gier, die die
Kurse auf ein Rekordniveau getrieben hat, jetzt sehen wir die Angst",
beschreibt Fondsmanager Dennis Nacken von Allianz Global Investors die
Lage. Da die US-Börsen am Montag wegen eines Feiertages
geschlossen bleiben, hätten viele Anleger Angst vor dem
nächsten Tag, erklärte ein Händler.
Börsianer vermuten, dass vor allem die amerikanischen Investoren
angesichts der Subprime-Krise die Flucht aus Europa angetreten sind.
"Dafür spricht, dass der Euro mit den europäischen Indizes
fällt", erklärt Pillep. Börsianer klagten, dass es kaum
Käufer gebe. "Niemand hält dagegen, es sieht fast so aus, als
wollte überhaupt niemand mehr Aktien haben", klagt ein
Händler. "Keiner will in eine fallendes Messer greifen", sagte
ICF-Händler Müller.
Die Kursabschläge gingen quer durch alle Branchen und trafen auch
Aktien von Unternehmen, die sonst gerne als sicherer Hafen gesehen
werden - wie die Versorger. E.ON- Aktien verloren 8,8 Prozent auf
132,97 Euro, RWE gut sieben Prozent auf 87,06 Euro.
Die größten Verluste wiesen aber die Finanztitel auf, die
von der Krise am US-Immobilienmarkt am ärgsten betroffen sind. Die
US-Investmentbank Bear Stearns verdoppelte am Montag ihre Prognose
für Abschreibungen der Commerzbank im Zusammenhang damit.
Commerzbank-Aktien verloren zehn Prozent auf 18,96 Euro. Die Titel der
Deutschen Bank brachen um 7,3 Prozent ein. Die Postbank-Aktien verloren
fast acht Prozent. Am ärgsten traf es mit einem Einbruch von 18,5
Prozent erneut die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate,
die vorige Woche nach überraschenden Abschreibungen schon
über 30 Prozent an Wert eingebüßt hatten.
Sehr heftig traf es auch die Deutsche Börse, den Favoriten des
Börsenjahres 2007, deren Aktien um zehn Prozent auf 103,88 Euro
absackten. "Da machen die Anleger einfach Kasse", sagte ein
Händler.
Einen Ausverkauf gab es auch bei den Nebenwerten. Der MDax verlor 5,8
Prozent auf 7940 Punkte. Zu den größten Verlierern
zählten einige Chemieaktien, die als konjunktursensitiv gelten.
SGL Carbon verloren 12,5 Prozent und Wacker Chemie zehn Prozent. Die
Titel von ProSieben brachen um 11,6 Prozent auf 12,05 Euro ein.
Bei den Technologiewerten machten die Anleger bei den Aktien der
Solarunternehmen Kasse. Centrotherm, einer der erfolgreichsten
Börsengänge des vorigen Jahres, fiel um fast 20 Prozent auf
den Ausgabekurs von 34,50 Euro zurück. Der TecDax fiel um neun
Prozent auf 720 Punkte.
(Quelle: rtr)
Experten sehen Aufschwung trotz Kursrutsch intakt
Di.22.01.08 - Ungeachtet des dramatischen Kurseinbruchs an den Aktienmärkten
sehen Ökonomen und Regierung den Aufschwung noch nicht
gefährdet: "Ich würde das nicht dramatisieren, sondern von
einer Normalisierung sprechen", sagte der Wirtschaftsweise Peter
Bofinger am Montag zur Nachrichtenagentur Reuters. "Der Dax notiert
immer noch höher als zu Beginn des vergangenen Jahres." Schocks
wie der starke Euro, hohe Ölpreise und die Finanzmarktkrise seien
bislang überraschend gut weggesteckt worden. Bofinger
bekräftigte die Prognose des Sachverständigenrates, wonach
das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,9 Prozent wachsen werde.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, der Aufschwung sei nach
wie vor intakt: "Es gibt in Deutschland keinen Grund zur Sorge". Der
Kursrutsch sei auch eine Reaktion auf die Entwicklung an den
internationalen Kapitalmärkten. Der Leitindex Dax brach bei extrem
hohem Handelsvolumen um bis zu 7,6 Prozent auf 6762 Punkte ein. Dies
ist der größte Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11.
September 2001. "Das Gros der Unternehmen bilden nicht die
börsennotierten Konzerne, sondern der Mittelstand", sagte der
Finanzmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen
Wirtschaft Köln (IW), Manfred Jäger. "Und der hat heute gar
nichts verloren."
Die Bundesregierung geht wie die meisten Ökonomen und Institute
von einem schwächeren Wachstum in diesem Jahr aus. Im
Jahreswirtschaftsbericht rechne sie mit einem Plus von 1,7 Prozent nach
2,5 Prozent im vergangenen Jahr, erfuhr Reuters aus Regierungskreisen.
Das Wirtschaftskabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe den
Bericht ohne große Änderungen gebilligt. Bei der
Arbeitslosenzahl werde ein Rückgang um 330.000 auf
durchschnittlich 3,45 Millionen erwartet.
Auch deshalb sehen die meisten Experten den privaten Konsum in der
Rolle der Konjunkturlokomotive. "Der Börsenrutsch belastet den
Konsum nicht, weil der Aktienbesitz in Deutschland weit weniger
verbreitet ist als etwa in den USA oder Großbritannien", sagte
Jäger. Die Konjunktursorgen hätten die Finanzmärkte
erreicht, aber noch nicht die privaten Haushalte.
Eine Gefahr für den Aufschwung sieht das IW dann, wenn Firmenwerte
auf Dauer vernichtet werden. "Wenn Eigenkapital schrumpft, steigen auch
die Kreditkosten", sagte Jäger. Dadurch könnten Investitionen
verhindert werden, zumal die Banken wegen der Finanzkrise ohnehin
vorsichtiger geworden seien bei der Vergabe von Darlehen. Die
Dax-Unternehmen büßten am Montag in der Spitze 67,4
Milliarden Euro an Börsenwert ein.
Die Unternehmen sind dem Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge für schlechtere Zeiten gut
gerüstet. "Die Jahre der Lohnzurückhaltung haben die
Kostensituation verbessert", sagte DIW-Konjunkturexperte Christian
Dreger. "Dadurch sind sie besser gewappnet, um mit einer Krise fertig
zu werden."
Eine Belastung für die Konjunktur befürchtet das
Münchner Ifo-Institut bei einem kräftigen Abschwung in den
USA. "Sollte es zu einer starken Rezession kommen, dann kämen wir
nicht ungeschoren davon", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen.
"Dann werden die Schockwellen des Erdbebens in Deutschland zu
spüren sein." Noch halte er es aber nicht für zwingend, dass
die USA in eine Rezession hineinrutschen. Geht das Wachstum in den USA
um ein Prozent zurück, wird es im Euro-Raum nach einer
DIW-Prognose um etwa 0,2 Prozent schrumpfen.
(Quelle: rtr)
Folgen der US-Immobilienkrise - WestLB rechnet mit Jahresverlust von
einer Milliarde Euro
Di.22.01.08 - Die Folgen der US-Immobilienkrise treffen die durch misslungene
Aktienspekulationen ohnehin angeschlagene WestLB erheblich stärker
als bisher bekannt. Die Bank wird für 2007 einen Jahresverlust von
rund einer Milliarde Euro ausweisen. Außerdem muss sie in ihrer
Bilanz auf Grund der Finanzmarktkrise annähernd eine Milliarde Euro
als «nicht dauerhafte Wertminderung» verkraften, wie sie am
Montag mitteilte.
Um den Fortbestand der Bank zu sichern, beschlossen die
WestLB-Eigentümer - das Land Nordrhein-Westfalen, die Landschafts-
und die Sparkassenverbände - in der Nacht zum Montag bei einer
Krisensitzung in Köln, den Jahresverlust sowie die Wertminderungen
durch eine Kapitalspritze in Höhe von zwei Milliarden Euro
auszugleichen. Diese Kapitalstärkung versetze die Bank in die Lage,
die anhaltende negative Entwicklung an den internationalen
Kapitalmärkten aufzufangen, hieß es. Bank-Chef Alexander
Stuhlmann sagte: «Unsere Eigentümer haben unter Beweis
gestellt, dass sie voll hinter der Bank stehen.»
Unsichere Zeiten stehen allerdings den Beschäftigten der Bank
bevor. Zwar widersprach ein Sprecher des Geldinstituts Berichten
über geplante Massenentlassungen: «Es gibt keine Pläne
2.000 Stellen abzubauen.» Doch schloss er einen Stellenabbau in
geringerem Umfang ausdrücklich nicht aus. Denn die Bank werde nun
ein Restrukturierungsprogramm auflegen, mit dem sie deutliche
Kostensenkungen anstrebe.
Das in aller Eile geschnürte Krisenpaket, bei dem bislang noch
nicht einmal die konkrete Ausgestaltung, sowie die zeitliche Umsetzung
der Kapitalmaßnahmen feststeht, zeigt, dass auch die WestLB viel
tiefer in die sogenannte Subprime-Krise verstrickt ist als bisher
bekannt. Noch im Dezember hatte die Bank damit gerechnet, für 2007
lediglich einen Verlust vor Steuern im niedrigen dreistelligen
Millionenbereich ausweisen zu müssen. Doch hatten sich die
Marktverhältnisse im vierten Quartal noch einmal drastisch
verschlechtert.
In Eigentümerkreisen wurde der Wertberichtigungsbedarf durch die
Subprime-Krise und ihre Folgen auf mittlerweile rund 1,2 Milliarden Euro
beziffert. Ob mit dem milliardenschweren Hilfspaket nun
tatsächlich alle Risiken für die WestLB aufgearbeitet sind
blieb zunächst offen. Von Optimismus ist in Düsseldorf nichts
zu spüren. «Im laufenden Jahr haben sich die Märkte
nicht verbessert», hieß dort. Weiterhin festgehalten wird
von der Düsseldorfer Bank an den Plänen für eine Fusion
mit der Helaba.
Doch steht die WestLB offenbar mit ihren Schwierigkeiten nicht allein.
Auch der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) setzt die
Immobilienkrise möglicherweise stärker zu als erwartet. Die
größte deutsche Landesbank müsse Abschreibungen von 1,7
Milliarden Euro auf Kreditpapiere verkraften, berichtete der
«Spiegel». Ein Banksprecher wollte am Montag in Stuttgart
keine Stellungnahme abgeben.
Allerdings hat die LBBW noch mehr Substanz als die angeschlagenen
WestLB. Das baden-württembergische Institut hatte am Freitag
erklärt, dass die US-Finanzkrise zu einem Rückgang beim Gewinn
führt. Ersten Prognosen zufolge werde der Jahresüberschuss
voraussichtlich bei über 300 Millionen Euro liegen. Das Institut
bilanziere 2007 erstmals nach den den internationalen
Rechnungslegungsvorschriften IFRS. Bei einem Abschluss nach dem
Handelsgesetzbuch wie im Vorjahr wäre ein Gewinn von rund 700
Millionen Euro ausgewiesen worden. Im Jahr 2006 lag der Gewinn nach
bisheriger Bilanzierung bei 828 Millionen Euro.
(Quelle: ap)
Arbeitnehmer auch 2007 mit realem Einkommensverlust
Di.22.01.08 - Der Aufschwung ist bislang nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer
angekommen: Sie mussten 2007 das vierte Jahr in Folge reale
Lohneinbußen hinnehmen, wie das Tarifarchiv des
gewerkschaftsnahen WSI-Instituts am Montag mitteilte. Zwar legten die
Bruttoeinkommen im Schnitt um 1,3 Prozent zu. Die Kosten für die
Lebenshaltung stiegen aber mit 2,2 Prozent deutlich schneller. "Real
sind die Einkommen also um fast ein Prozent gesunken", sagte der Leiter
des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.
In diesem Jahr dürfen die Beschäftigten aber wieder auf ein
reales Lohnplus hoffen. "Die Voraussetzungen sind nicht schlecht",
sagte Bispinck. Die Teuerungsrate wird nach Prognosen von
Wirtschaftsinstituten zwar über zwei Prozent verharren, doch
könnten die Lohnzuwächse diesmal kräftiger ausfallen.
Die Gewerkschaften fordern fünf bis neun Prozent mehr.
Verhandlungen stehen etwa im öffentlichen Dienst, in der Stahl-
und Chemieindustrie, in der Textil- und Bekleidungsbranche, in der
Energieversorgung, im Kfz-Gewerbe und in der Landwirtschaft an.
Die deutsche Wirtschaft kann der Internationalen Arbeitsorganisation
(ILO) zufolge eine durchschnittliches Lohnplus von 3,5 Prozent
verkraften. "Das würde keine größeren Probleme
verursachen", sagte ILO-Experte Raymond Torres zu Reuters. Dieses
Niveau würde auch die Europäische Zentralbank (EZB)
akzeptieren. Deren Präsident Jean-Claude Trichet warnt davor, die
Lohnabschlüsse an die stark gestiegenen Preise für
Lebensmittel und Energie zu koppeln. Das verfestige die Teuerung nur.
Bei ersten Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale werde die EZB
deshalb die Zinsen anheben, sagte Trichet.
2007 legten die Tariflöhne im Schnitt um 2,2 Prozent zu. Die
Entwicklung lief aber gespalten. "Während die exportorientierten
Branchen erneut Tarifsteigerungen oberhalb der Preissteigerungsrate
verzeichneten, blieben die Zuwächse in binnenmarktabhängigen
Bereichen zum Teil weit darunter", sagte Bispinck. Das
größte Plus gab es im Investitionsgütergewerbe mit 3,4
Prozent, gefolgt vom Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit
2,6 Prozent. In einigen Branchen wurden keine Steigerungen vereinbart,
darunter der Einzelhandel. "In vielen Wirtschaftszweigen haben die
Beschäftigten bisher nicht vom Aufschwung profitiert", sagte
Bispinck.
Die Reallohneinbußen gelten als Grund für den
schwächelnden privaten Konsum. Trotz steigender Beschäftigung
schrumpfte er im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent und bremste damit den
Aufschwung. 2008 sehen die meisten Institute den Konsum in der Rolle
der Konjunkturlokomotive, weil die Beschäftigung weiter steigen
und die Löhne auch in realer Rechnung zulegen dürften.
Kräftiger als die Löhne kletterten 2007 die
Unternehmensgewinne und Vermögen mit 7,2 Prozent, wie das
Statistische Bundesamt berechnete. Zwischen 1994 und 2003 hatten sie
sich noch weitgehend parallel entwickelt. Seit 2004 hinken die
Arbeitnehmerentgelte hinterher. Sie machen inzwischen weniger als zwei
Drittel des Volkseinkommens von 1,825 Billionen Euro aus. Im Jahr 2000
waren es noch 72,2 Prozent.
(Quelle: rtr)
Fast 16 Prozent mehr erwerbstätige Hartz-IV-Bezieher
Di.22.01.08 - Immer mehr Erwerbstätige beziehen neben ihrem Einkommen
ergänzende Hartz-IV-Hilfen.
Die Zahl der erwerbstätigen Arbeitslosengeld-II-Bezieher stieg in
den ersten acht Monaten 2007 um fast 16 Prozent auf 1,263 Millionen, wie
aus der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag vorliegenden Zahlen der
Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Das waren 170.000 mehr
als noch Anfang 2007. Jeder vierte erwerbsfähige
Hartz-IV-Empfänger (24,1 Prozent) war demnach im August 2007
erwerbstätig. Gut die Hälfte davon verdiente monatlich weniger
als 400 Euro.
Damit hat sich auch nach der Jahresmitte 2007 der Trend einer
steigenden Zahl von Erwerbstätigen im Hartz-IV-System fortgesetzt.
Bis Ende Juni hatte ihre Zahl nur um 131.000 zugelegt. Der Anstieg
zeige, dass das Arbeitseinkommen bei einer zunehmenden Zahl von Menschen
nicht mehr ausreiche, sagte der Arbeitsmarktexperte des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB), Wilhelm Adamy, der "Berliner Zeitung"
(Montagausgabe).
Immer mehr Menschen stocken sogar einen Vollzeitjob durch
Hartz-IV-Leistungen auf. Im Mai 2007 waren dies nach den neuesten
BA-Zahlen knapp 531.000 - rund 6000 mehr als im April.
Einschließlich der Teilzeitjobber stieg die Zahl der
sozialabgabenpflichtig beschäftigten Hartz-IV-Bezieher bis Mai
vorigen Jahres auf 744.600 - 54.000 mehr als ein Jahr zuvor.
(Quelle: rtr)
Energiekonzern Vattenfall will offenbar Sozialtarife einführen
Di.22.01.08 - Der drittgrößte deutschen Energieversorger Vattenfall
Europe, will nach eigenen Angaben Gespräche mit der Bundesregierung
über die Einführung von Sozialtarifen für Arme
führen. Vorstandsvorsitzender Tuomo Hatakka, sagte der
"Bild"-Zeitung, Vattenfall werde sich der Verantwortung nicht
entziehen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vergangene
Woche in einer Regierungserklärung die deutschen Energieunternehmen
aufgefordert, verbilligte Gas- und Strom-Tarife für sozial
Benachteiligte anzubieten. Zum Jahresende war bekannt geworden, dass
Vattenfall als Reaktion auf Kundenverluste ein weit reichendes
Sparprogramm plant, das auch Stellenstreichungen vorsieht.
Anzeige
In Medienberichten hieß es unter Berufung auf Konzernkreise, im
Zeitraum 2008 bis 2010 sollten die Ausgaben um insgesamt rund 100
Millionen Euro gesenkt werden. Zu betriebsbedingten Kündigungen
solle es nicht kommen, lediglich Maßnahmen wie
Frühverrentungen seien möglich. Derzeit hat Vattenfall Europe
rund 20.000 Mitarbeiter.
Der schwedische Mutterkonzern Vattenfall AB ist den Berichten zufolge
unzufrieden mit der Rendite seiner deutschen Tochter, die in den
vergangenen Monaten hunderttausende Kunden verlor.
(Quelle: afp)
Pläne für Pflegereform stoßen bei Verbänden auf
breite Kritik
Di.22.01.08 - Die Pflegereform der großen Koalition stößt bei
Verbänden auf breite Kritik. Der Unmut richtet sich vor allem auf
die Finanzierung neuer Leistungen allein über höhere
Beiträge. Dagegen fehle es an einem nachhaltigen Konzept,
kritisierten mehrere Sachverständige in ihren Stellungnahmen zu
der am Montag begonnenen Bundestagsanhörung. Ins Visier gerieten
auch die rund 4000 Pflegestützpunkte, die die Unionsfraktion
verhindern möchte.
Wirtschafts- und Wohlfahrtsverbände sowie der DGB verwiesen
darauf, dass der Beitragssatz zum 1. Juli um 0,25 Prozentpunkte steigen
soll. Dies reiche gerade aus, um die Leistungen bis Ende 2014 zu
finanzieren. Die durch die Alterung der Gesellschaft entstehenden
Probleme seien dagegen nicht gelöst worden. Die Politik habe die
notwendige Finanzierungsreform verschoben, monierten die
Spitzenverbände der Kranken- und Pflegekassen. Mehrere
Sozialverbände forderten darüber hinaus eine deutlich
höhere Anpassung der Pflegeleistungen. Diese dürften auch
nicht erst ab dem Jahr 2015 regelmäßig dynamisiert werden.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
warnte vor einer Verteuerung der Arbeitskosten. Zwar lägen die
Sozialbeiträge in der ersten Jahreshälfte mit 39,8 Prozent
leicht unter der Zielmarke der Koalition von 40-Prozent. Durch den
steigenden Pflegebeitrag werde diese Grenze ab Juli aber wieder
überschritten. Gesetzlich fixierte Freistellungen für
Arbeitnehmer, die sich um pflegebedürftige Angehörige
kümmern wollen, lehnt die BDA ab. Solche Auszeiten müssten
vertraglich auf Betriebsebene geregelt werden. Dem Entwurf zufolge
sollen sich Arbeitnehmer für die spontane Organisation einer
Pflege zehn Tage und für die längerfristige Betreuung eines
Verwandten bis zu sechs Monate unbezahlt vom Job freistellen lassen
können.
Kritische Stimmen kamen zu den in der Novelle enthaltenen
Pflegestützpunkten, bei denen Betroffene und Angehörige
quartiersnah Rat und Hilfe bekommen sollen. Die Bundesärztekammer
warnte, die Stützpunkte würden ausschließlich der
Organisation und Verwaltung von Leistungen dienen, eine bessere
Betreuung werde nicht erreicht. Es stehe zu befürchten, dass
für die eigentliche Versorgung beträchtliche Mittel entzogen
würden und bei den Pflegekassen finanzielle Engpässe
entstünden.
Die Wohlfahrtsverbände warnten, aus ihrer Sicht seien die vielfach
schon jetzt vorhandenen Beratungsstellen nicht ausreichend in die
Pläne einbezogen. Doppelstrukturen müssten vermieden werden.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) monierte, die Finanzierung der
Stützpunkte sei ungeklärt, die Anschubzahlungen
ungenügend. Die kommunalen Spitzenverbände forderten, die
Verantwortung für die Anlaufstellen müsse den Kommunen
übertragen werden, um vorhandene Strukturen zu nutzen.
(Quelle: rtr)
GEW fordert Recht auf Berufsausbildung
Di.22.01.08 - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat im Kampf gegen
Jugendkriminalität ein Grundrecht auf Berufsausbildung gefordert.
Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe) sagte
der Gewerkschaftsvorsitzende Ulrich Thöne: «Eine Gesellschaft
schützt sich am besten vor Gewalt, wenn sie allen jungen Menschen
eine Perspektive gibt.» Stattdessen werde hingenommen, dass 13
Prozent der unter 25-Jährigen keine Ausbildung hätten.
Ein wesentlicher Grund für Gewaltausbrüche sei das
Gefühl, ausgesondert und zurückgestellt zu werden, betonte
Thöne. Genau dies würden aber gerade die jährlich knapp
80.000 Schulabbrecher empfinden. «Nach der Pflicht zum Schulbesuch
brauchen wir jetzt das Recht auf einen Platz zur
Berufsausbildung», sagte er. Wenn die Lehrstellen nicht
ausreichten, müsse der Staat die Kapazitäten der Berufsschulen
ausweiten. Die Absolventen sollten wie Lehrlinge eine Prüfung vor
den Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern ablegen können.
Diese Lösung sei wesentlich kostengünstiger als jede
spätere Maßnahmen für junge Straftäter.
(Quelle: ap)
UN-Klimarat bereitet in Lübeck neuen Bericht vor
Di.22.01.08 - Der UN-Klimarat (IPCC) hat am Montag in Lübeck mit den
Vorbereitungen für den nächsten Klimabericht begonnen. An der
Tagung nehmen 120 Wissenschaftler aus 50 Ländern teil. Thema soll
der Einsatz erneuerbarer Energien zum Klimaschutz sein, wie die
Organisatoren der Veranstaltung mitteilten. Das Treffen dauert bis
Freitag.
Nachdem der vierte Bericht des IPCC 2007 den letzten Zweifel
ausgeräumt habe, dass der Mensch das Klima verändere, stehe
die Strategie gegen den Klimawandel im Zentrum des nächsten
Berichts des Gremiums, hieß es. Kern des Problems sei der
Ausstoß von Kohlendioxid aus der Nutzung von Öl, Kohle und
Gas. Die beste Lösungsmöglichkeit sei der massive Einsatz
regenerativer Energiequellen. Deshalb werde sich der neue Klimabericht
ausschließlich darauf konzentrieren.
Gastgeber Schleswig-Holstein will nach den Worten von
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen seine Vorreiterrolle bei
der Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausbauen. Schon heute liefere
die Windenergie über 30 Prozent des Stromanteils im Netz, sagte der
CDU-Politiker bei der Eröffnungsrede der Tagung. Dieser Anteil
solle weiter gesteigert werden.
Die Landesregierung hatte kürzlich einen «Aktionsplan
Klimaschutz» vorgestellt, mit dem Schleswig-Holstein einen eigenen
Beitrag gegen die drohende globale Erwärmung leisten will.
«Für uns als Küstenland ist das Thema von besonderer
Bedeutung», sagte Carstensen. Bis zum Jahr 2100 werde ein Anstieg
des Meeresspiegels um bis zu 60 Zentimeter prognostiziert. Ein Viertel
der Landfläche sei dann akut überflutungsgefährdet.
«Wir setzen vor allem auf erneuerbare Energien und
Energieeffizienz und wollen mit Beispielen zeigen, wie Klimaschutz bei
uns funktioniert», sagte Carstensen. «Wir wollen weniger
Heizenergie in Gebäuden, weniger Strom für Informationstechnik
und weniger Kraftstoff in Dienstfahrzeugen verbrauchen.»
(Quelle: ap)
Wissenschaft
Klimawandel - Ostseeraum erwärmt sich immer schneller
Di.22.01.08 - Der Ostseeraum hat sich im vergangenen Jahrhundert schneller
erwärmt als die gesamte Erde im Durchschnitt.
Die Erwärmung habe 0,85 Grad betragen und liege damit um 0,1 Grad
über der mittleren globalen Temperaturerhöhung, teilte der
Leiter des Instituts für Küstenforschung am
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht, Prof. Hans von Storch, in Hamburg
mit. Der Wissenschaftler ist Initiator des am Montag
veröffentlichten BACC-Berichts (Assessment of Climate Change for
the Baltic Sea Basin), mit dem der Klimawandel in der Ostseeregion
dokumentiert und untersucht wird. Die Erwärmung der Luft im
Ostseeraum ist den Ergebnissen zufolge im nördlichen Bereich mit
einem Grad stärker als mit 0,7 Grad im südlichen Bereich.
Den Modellrechnungen gehen davon aus, dass die Temperatur im Ostseeraum
bis zum Ende des Jahrhunderts um fünf Grad steigen könnte.
«Der BACC-Bericht ist eine regionale Variante des vom Weltklimarat
veröffentlichten IPCC-Reports zur globalen
Klimaänderung», sagte von Storch. 80 Wissenschaftler aus 13
europäischen Ländern waren an der Ausarbeitung beteiligt.
In der Mitteilung der GKSS heißt es weiter: «Sofern
deutliche Klimaschutzmaßnahmen nicht gelingen sollten, wäre
es plausibel, dass die Lufttemperaturen am Ende dieses Jahrhunderts um
maximal vier bis sechs Grad Celsius im nördlichen Ostseeraum und um
drei bis fünf Grad Celsius im südlichen Gebiet - dazu
zählen große Teile Polens und Ostdeutschlands - steigen
werden.» In der Folge würde die winterliche Eisbedeckung der
Ostsee um möglicherweise 50 und 80 Prozent abnehmen. Die Experten
erwarten auch eine Veränderung der Niederschläge. Im Winter
können diese zwischen 25 und 75 Prozent zunehmen, im Sommer ist mit
einer Abnahme um bis zu 45 Prozent zu rechnen.
Für das Wasser der Ostsee zeigen die Simulationen einen
möglichen Anstieg der Oberflächentemperatur um zwei bis vier
Grad Celsius. Folgen hätten die Veränderungen auch für
Tiere und Pflanzen. So könnte ein abnehmender Salzgehalt
sommerliche Algenblüten verschärfen.
«Klimaszenarien sind plausible, aber oftmals vereinfachte
Beschreibungen möglicher Zukünfte. Eindeutige Vorhersagen sind
dies jedoch nicht», sagte von Storch. Es gebe weiteren
Forschungsbedarf für den Ostseeraum. Er mahnte eines sensiblen
Umgang mit wissenschaftlichen Ergebnissen an.
(Quelle: dpa)
Neues bildgebendes Verfahren für strahlenfreie Lungenuntersuchung
Di.22.01.08 - Eine Lunge kann künftig auch ohne zu röntgen, untersucht
werden. Mit Hilfe von piezoelektrischer Sensoren, einem Prozessor und
einer speziellen Software soll dies möglich sein.
Entwickelt worden ist diese als "Vibro Response Imaging" bezeichnete
Technik von Medizinern des Frankfurter Universitätsklinikums. Das
neue bildgebende Verfahren wertet Schwingungen in dem Atmungsorgan aus,
die in bewegte Graustufenbilder umgesetzt werden. Aufgezeichnet werden
die Schwingungen von 40 hochempfindlichen Sensoren, die der zu
untersuchenden Person auf den Rücken geklebt
werden.Rückschlüsse auf den Zustand des Organs lassen sich
ziehen, weil jene Bereiche der Lunge, die von einer Krankheit oder
Störung betroffen sind, weniger gut oder zeitlich verzögert
belüftet werden. Die Sensoren fangen demnach abweichende
Schwingungsmuster auf. Ein Vorteil des Verfahrens gegenüber dem
Röntgen ist, dass die Bildverarbeitung dynamische Bilder der Lunge
erstellen und der Atemvorgang beobachtet werden kann. Außerdem
entsteht keinerlei Strahlenbelastung für den Patienten.
(Quelle: gb)
Neues Breitbandkonzept für Datenübertragung auf
Mikrowellenbasis
Di.22.01.08 - Ein neues Breitbandkonzept zur drahtlosen Datenübertragung auf
Basis von Mikrowellen haben jetzt Forscher der TU Dresden vorgestellt.
In Zukunft wird sich laut Professor Christian Schäffer vom
Institut für Nachrichtentechnik die Breitbandübertragung mit
Raten von bis zu drei Gibt/s durchsetzen. Kabel zwischen TV-Geräten
und DVD-Spielern, aber auch zwischen PCs und Stereoanlagen sowie
anderen Apparaten könnten überflüssig werden.
Anstelle der starren Verbindungen käme dann das digitale Interface
HDMI (high definition multimedia interface) zum Einsatz.Dem Team um den
Forscher ist es jetzt gelungen, ein entsprechend leistungsstarkes System
zu entwickelt, das pro Funkzelle Datenraten von 2,5 bis zu 10 Gbit/s
bereitstellen kann.
Um solche Signale zu übertragen, werden Mikrowellen als
Trägerfrequenzen benötigt, die zwischen 26 GHz bis 150 GHz
oder sogar darüber liegen. Diese Strahlung ist so gewählt,
dass sie Menschen nicht schaden kann, wie es beispielsweise die
Mikrowellen im gleichnamigen Herd tun würden.
(Quelle: gb)