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Irak am 1399sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mindestens 14 Tote bei Selbstmordanschlag im Irak. UN: Irak ist sicherer - Aber politischer Fortschritt notwendig. US-Kommandeur soll offenbar aus Irak abgezogen werden

Di.22.01.08 - Ein Selbstmordattentäter hat sich am Montag in einem überwiegend von Sunniten bewohnten Dorf im Irak bei einer Beerdigung in die Luft gesprengt und mindestens 14 Menschen mit in den Tod gerissen. 17 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Attentäter zündete seinen Sprengstoffgürtel inmitten von Trauernden im Dorf Hadschadsch bei Tikrit, der Heimatstadt Saddam Husseins. Es war der dritte derartige Anschlag in einem sunnitischen Gebiet innerhalb von drei Tagen. Als Urheber der Tat wurde Al Kaida im Irak vermutet.

Die Sicherheitslage im Irak hat sich nach Angaben der UN deutlich verbessert. Dennoch müssten die Iraker weiter an einer politischen Übereinkunft über die Religionsgruppen hinweg arbeiten, sagte der UN-Gesandte im Irak, Staffan de Mistura, am Montag in einer Rede vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN). Die Verbesserung der Sicherheitslage sei auf die Anwesenheit zusätzlicher Soldaten aus den USA und anderen Ländern, auf einen von der Mehdi-Miliz des Predigers Moktada al-Sadr verkündeten Waffenstillstand und auf eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Nachbarn des Iraks zurückzuführen. Ohne einen politischen Konsens unter den fundamentalen Elementen des Staates werde es aber keine tragfähige Lösung zur Verringerung der Gewalt geben.

Mistura hatte bereits vor wenigen Tagen gesagt, den verfeindeten Bevölkerungsgruppen im Irak fehle der ehrliche Wille zur Versöhnung. Daran könnten auch die zuletzt verabschiedeten Gesetze nichts ändern, die ehemaligen Getreuen des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein den Wiedereintritt in den Staatsdiensts erlaubten. Dem Irak bleibe nur noch ein halbes Jahr Zeit für politische Fortschritte. Danach könnten sich auch ehemalige Aufständische zu einer Rückkehr zur Gewalt entscheiden und den Irak erneut in ein Chaos stürzen.

Im Irak ist es mit dem Gesetzt nun Tausenden ehemaligen Mitgliedern der Baath-Partei von Saddam gestattet, in den Staatsdienst zurückzukehren. Damit sollen die unter Saddam dominierenden Sunniten enger in den politischen Prozess eingebunden werden. Die Sunniten sind seit dem Auszug ihrer Minister nicht mehr im Kabinett von Ministerpräsident Nuri al-Maliki vertreten.

Das US-Verteidigungsministerium erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Abzug des Kommandeurs der US-Truppen im Irak, David Petraeus. Der General habe einen Spitzenposten bei der NATO in Aussicht, berichtete die "New York Times" auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Pentagon-Kreise. Derzeit werde über eine neue Aufgabe für Petraeus nachgedacht, und der Posten des NATO-Oberkommandeurs sei eine Möglichkeit, hieß es weiter.

"Er ist ein Kandidat für diesen Job, aber es gibt noch keine abschließenden Entscheidungen und nichts zu einem Zeitplan", zitierte die Zeitung einen Pentagon-Mitarbeiter. Als mögliche Nachfolger Petraeus' im Irak werden der "NYT" zufolge Stanley McChrystal, der Leiter der Sondereinsätze im Irak, sowie Peter Chiarelli gehandelt, ein ranghoher Mitarbeiter von Verteidigungsminister Robert Gates. Einem Pentagon-Bericht zufolge hat eine Truppenaufstockung um rund 30.000 Soldaten im Irak, für die Petraeus sich stark gemacht hatte, im vergangenen Vierteljahr bereits Wirkung gezeigt. Demnach verringerte sich die Zahl von Anschlägen um 62 Prozent.

Unterdessen nahm die US-Luftwaffe zum dritten Mal seit dem 10. Januar südlich von Bagdad mutmaßliche Stellungen des Terrornetzwerks El Kaida unter Beschuss. Insgesamt wurden laut US-Armee knapp 30 Ziele bombardiert. Wie die Armee weiter mitteilte, wurden am Samstag zwei US-Soldaten im Einsatz getötet.

boa (Quelle: afp, rtr, ap)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2006 bis 22.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am neunhundertsiebenunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mo.22.01.07 - Verstärkung der US-Truppen in Bagdad +++ Wieder zahlreiche Tote und Verletzte bei Anschlägen im Irak +++ Irakische Polizei hält drei Iraner fest +++ Schiitenführer Sadr will sich wieder an Iraks Regierung beteiligen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0701220.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 
 
 
 

 


 


 

Außenminister erwägen weitere Sanktionen gegen Iran

Di.22.01.08 - Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland stehen nach Angaben eines französischen Diplomaten kurz vor der Einigung auf eine neue Iran-Resolution. Auf einem Außenministertreffen am (heutigen) Dienstag in Berlin sei mit einer Einigung auf einen «sehr ausgewogenen und sehr entschlossenen» Entwurf zu rechnen, sagte der ranghohe Außenamtsmitarbeiter am Montag in Paris. Nähere Einzelheiten zum Inhalt nannte er nicht. Der Text werde dem UN-Sicherheitsrat vermutlich noch Ende des Monats vorgelegt.

Die sechs Staaten wollen in Berlin den Druck auf Teheran erhöhen, seine Urananreicherung zu stoppen. Ob sich die Außenminister tatsächlich auf eine Verschärfung der Sanktionen einigen, war am Montag noch ungewiss. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden, äußerte die Sorge, China und Russland könnten dies nicht mittragen.

Der UN-Sicherheitsrat hat bereits zwei Iran-Resolutionen verabschiedet und internationale Strafmaßnahmen verhängt. Weil Teheran trotzdem an seinem Programm zur Urananreicherung festhält, ringen die Vetomächte und Berlin seit Monaten um eine dritte und schärfere Resolution.

US-Außenministerin Condoleezza Rice, die sich wie der chinesische Außenminister Yang Jiechi zu einer getrennten Unterredung mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier treffen will, wird sich voraussichtlich für härtere Sanktionen einsetzen. China war dagegen bislang für weitere Verhandlungen, da sich die iranische Atomfrage in einer entscheidenden Phase befinde. Auch Russland war gegen neue Sanktionen und erhöhte seine Lieferung von Kernbrennstoffen für das im Bau befindliche iranische Kraftwerk Buschehr am Persischen Golf.

Von Klaeden sagte im Deutschlandradio Kultur, es müsse gelingen, ein Zeichen der Geschlossenheit und Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft nach Teheran zu senden. «Meine Befürchtung ist, dass insbesondere aus Moskau, aber auch aus Peking so viel an Zurückhaltung an den Tag gelegt wird, dass dieses erforderliche Zeichen der Entschlossenheit ausbleibt.»

Aus der Union waren zuvor schon Bedenken laut geworden, dass es besser kein Treffen geben solle als eines, das Uneinigkeit deutlich werden lasse. Die Initiative für das Treffen war von Steinmeier (SPD) ausgegangen. Die Grünen-Fraktion kritisierte, dass wie bei den Irritationen mit China eine klare Linie der Bundesregierung nicht erkennbar sei. Dies schwäche den deutschen Einfluss.

Im Dezember hatte der amerikanische Geheimdienst einen Bericht vorgelegt, wonach der Iran sein Atomwaffenprogramm bereits 2003 gestoppt habe. Von Klaeden sagte, eine Entwarnung könne es trotzdem nicht geben, solange der Iran Uran anreichere und an einem Raketenprogramm arbeite.

Am Rande der Iran-Konferenz wollen Deutschland und China auch ihre diplomatischen Differenzen beilegen, die vom Empfang des Dalai Lamas im Kanzleramt vergangenen September ausgelöst worden waren. Steinmeier und Yang wollen das Ende der Eiszeit mit einem Handschlag offiziell besiegeln.

Chinesische Regierungsvertreter hatten inzwischen deutlich gemacht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder jederzeit willkommen sei. China sei an einem stärkeren Dialog mit Deutschland auf allen Ebenen interessiert.

(Quelle: ap)
 


 

Israel startet Spionagesatelliten zur Überwachung Irans

Di.22.01.08 - Israel hat am Montag einen Spionagesatelliten ins All geschossen, der Aktivitäten im Iran auch bei Nacht und wolkigem Wetter erfassen können soll. Der «TECSAR»-Satellit verfüge über ein weiterentwickeltes Radarsystem, hieß es aus informierten Kreisen. Israel misst dem Satelliten große Bedeutung bei, da befürchtet wird, dass der Iran eine Atombombe entwickeln könnte. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in Reden auch schon damit gedroht, den jüdischen Staat auszulöschen.

Erste Bilder des neuen Satelliten lägen in etwa zwei Wochen vor, erklärte das Unternehmen Israel Aerospace Industries, das das Gerät baute. Der Satellit wurde mit einer indischen Rakete von einem Raumfahrtzentrum in Südindien ins All gestartet.

(Quelle: ap)
 


 

Nahost-Konflikt: Israels Vizeregierungschef fordert von Hamas Ende des Raketenbeschusses. Hunderttausende im Gazastreifen ohne Strom. UN müssen Nahrungsmittelhilfe im Gazastreifen stoppen

Di.22.01.08 - Israels Vizeregierungschef Haim Ramon hat die Palästinenser im Gazastreifen aufgefordert, die radikalislamische Hamas vom Raketenbeschuss Israels abzuhalten. Auf diese Weise könnten sich die Menschen im Gazastreifen viel Leid ersparen, sagte er im staatlichen Rundfunk Israels. Ramon machte die Hamas für die Blockade des Gazastreifens verantwortlich. Er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft Druck auf die Hamas ausüben werde, damit diese ihre "Kriegsverbrechen" - den Raketenbeschuss Südisraels aus dem Gazastreifen - beende.

Auf lange Sicht werde Israel mit militärischem und wirtschaftlichem Druck ohnehin gewinnen, fügte Ramon hinzu. Die Hamas hatte den Gazastreifen Mitte Juni unter ihre Kontrolle gebracht. Nach der kompletten Abriegelung des Gebiets durch Israel am Donnerstagabend wurde das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wegen Brennstoffmangels abgeschaltet. Mit der Blockade protestiert Israel gegen den fortdauernden Raketenbeschuss seines südlichen Grenzgebiets.

Nach internationalen Protesten gegen die Stromabschaltung von rund 800 000 Palästinensern hat Israel unterdessen eine einmalige Lieferung von Dieselkraftstoff genehmigt.

Mit dem Treibstoff soll das am Sonntagabend abgeschaltete Kraftwerk in Gaza so schnell wie möglich wieder ans Netz gehen. Israel werde auch eine Einmallieferung von Medikamenten in den Gazastreifen gestatten, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Schlomo Dror am Montag in Jerusalem. Nach den Worten von Regierungschef Ehud Olmert soll die seit Freitag währende Blockade des Gazastreifens aber erst aufgehoben werden, wenn militante Palästinenser den Beschuss Israels einstellen.

Der amtierende palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat das Vorgehen der Israelis in dem von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gaza-Streifen scharf kritisiert. Die israelischen Militäroperationen und die Schließung sämtlicher Grenzübergänge bezeichnete Fajad in einem Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» als «definitiv unverhältnismäßig» und als «Katastrophe». Israel dürfe «die Angst vor Raketen nicht mit massiven blutigen Militäreinsätzen und der kompletten Abriegelung des Gazas-Streifens gleichstellen».

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sprach von einer kollektiven Bestrafung der rund 1,5 Millionen Palästinenser. Die EU-Kommissarin wie auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderten zugleich die Palästinenser auf, den Beschuss Israels sofort einzustellen.

Nach der Stromabschaltung wiesen sich Israel und die Palästinenser gegenseitig die Schuld zu. Der Bürochef von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Rafik Husseini, warf Israel vor, gezielt die Friedensverhandlungen zu Fall bringen zu wollen. Israel wolle diese Gespräche nicht selbst absagen, sondern die Palästinenser dazu bringen. Husseini schloss zugleich einen Rücktritt von Abbas aus. «Der Präsident prüft seine Optionen, aber ein Rücktritt gehört nicht dazu», sagte er.

Israels Außenministerin Zipi Liwni wies die Vorwürfe zurück. Zu Beginn der Verhandlungen sei von Anfang an klar gewesen, dass der Wunsch nach einem Frieden Hand in Hand gehe mit dem Kampf gegen den Terrorismus, um Sicherheit für Israels Bürger zu schaffen. Die Palästinenser müssten verstehen, dass man politisch nicht vom Terror profitieren könne.

Nach Darstellung der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas sollen seit der Abriegelung bereits fünf Krankenhauspatienten gestorben sein. Abwasser flutete am Montag in Gaza Straßen. Nach Angaben der britischen Hilfsorganisation Oxfam International drohte an diesem Dienstag der Ausfall der letzten von 122 Wasserpumpen. Es bestehe dann eine akute Gefährdung der öffentlichen Gesundheit.

Bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten wurde am Montag in der Stadt Tulkarem im nördlichen Westjordanland ein militanter Palästinenser getötet.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak rief Israels Regierungschef Ehud Olmert telefonisch auf, die Angriffe auf den Gazastreifen zu stoppen und die Blockade des Gebiets wieder aufzuheben. Mubarak habe betont, dass sich die Lage der Menschen im Gazastreifen durch die Abriegelung immer weiter verschlechtere, meldete die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Die ständigen Gesandten der Arabischen Liga wollen zu einer Krisensitzung in Kairo zusammenkommen, um über die Lage im Gazastreifen zu beraten.

Die UN müssen ihre Nahrungsmittelhilfe für den Gazastreifen stoppen, sollte Israel das Palästinensergebiet weiter abriegeln. Das sagte eine Sprecherin der Vereinten Nationen in New York. Zwar verfüge das UN-Hilfswerk noch über Lebensmittel, es fehle aber an Treibstoff zur Auslieferung. Nach internationalen Protesten hatte Israel eine Lockerung der Blockade angekündigt. Angesichts der angespannten Lage setzte sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon direkt mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert in Verbindung.

boa (Quellen: afp, dpa)
 


 

Rebellen und Regierung in Kongo einigen sich auf Friedensabkommen

Di.22.01.08 - Die kongolesische Regierung und die Rebellen im Osten des Landes haben sich nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen geeinigt. Die Übereinkunft werde am (heutigen) Dienstag unterzeichnet, erklärte der Präsident der Nationalversammlung, Vital Kamerhe, am Montag in der Provinzhauptstadt Goma. Ein Vertreter der Delegation von Rebellenführer Laurent Nkunda bestätigte, dass eine grundlegende Einigung gebe. An den Gesprächen in Goma nahmen fast 1.300 Vertreter der Konfliktparteien teil. Nicht dabei waren allerdings Präsident Laurent Kabila und Rebellenführer Nkunda, weshalb Beobachter Zweifel an einer Einigung hatten. Die Gewalt im Osten des Kongos hat im vergangenen Jahr 800.000 Einwohner in die Flucht getrieben.

(Quelle: ap)
 


 

Zehn Menschen bei Unruhen in Kenia getötet

Di.22.01.08 - Bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Drei Frauen und zwei Männer wurden nach Polizeiangaben im Dorf Salama im Westen Kenias erschossen. "Auf sie wurde gezielt, weil sie Kibaki unterstützt haben", erklärte ein Polizeivertreter in Nairobi. Zuvor waren in den Armenvierteln der Hauptstadt fünf Menschen getötet worden. Dort lieferten sich Anhänger von Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga Straßenschlachten. Odinga wirft Kibaki vor, die Präsidentenwahl am 27. Dezember gefälscht zu haben.

In Salama in der Provinz Rift Valley schossen Angreifer am Montagmorgen wahllos um sich und brannten rund ein Dutzend Häuser nieder, wie die Polizei mitteilte. Sie schrieb die Tat einer örtlichen Miliz zu, die vor allem für eine Umverteilung von Land kämpft. Eine Armeeeinheit wurde nach Polizeiangaben in die Region entsandt, um die eskalierende Gewalt zu stoppen. Der Westen Kenias gilt als Hochburg Odingas.

In den Slums von Nairobi nahmen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Stammesmitgliedern, die entweder Kibaki oder Odinga unterstützen, in der Nacht zu Montag ebenfalls zu. Fünf Menschen starben nach Polizeiangaben bei Straßenschlachten in den Stadtteilen Mathare, Huruma und Babadogo. Auch Häuser seien zerstört worden. Die Sicherheitskräfte nahmen zwölf Menschen fest.

Am Montag besuchte Oppositionsführer Odinga erstmals seit der umstrittenen Wahl die Hochburgen seiner Partei Orange Democratic Movement (ODM) im Westen Kenias. Er habe die Wahl gewonnen, sei aber betrogen worden, sagte er in Kakamega. Der Kampf gehe weiter, "bis die Gerechtigkeit siegt". Auch Kakamega war von den blutigen Unruhen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses erschüttert worden.

Insgesamt starben in den vergangenen Wochen bei den Unruhen in Kenia mehr als 700 Menschen, etwa 200.000 sind auf der Flucht. Um die blutigen Konflikte zu beenden, vermittelt derzeit ein internationales Team unter Vorsitz des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan zwischen Regierung und Opposition. Annan wird am Dienstag zu Gesprächen in Nairobi erwartet.

(Quelle: afp)
 


 

Ölpreis angesichts von Rezessionssorgen unter Druck

Di.22.01.08 - Die schwachen Weltbörsen haben auch den Ölpreis unter Druck gesetzt: Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl im Computerhandel 89,60 Dollar, 90 Cent weniger als am Freitag. Vor drei Wochen lag der Preis noch bei 100 Dollar. Auslöser des jüngsten Preisrückgangs war der Einbruch an den Weltbörsen in Verbindung mit Rezessionssorgen für die USA. Die USA sind der größte Ölverbraucher der Welt, ein Wirtschaftseinbruch dort würde auch die Ölnachfrage senken.

Damit setzten sich auch am Ölmarkt die Pessimisten durch. Noch vergangene Woche hatte ein prominenter Vertreter der OPEC, der saudi-arabische Ölminister Ali Naimi, Anlass für die Erwartung steigender Preise gegeben: Er halte die gegenwärtige Versorgungssituation für normal, sagte er. Sein Land würde die Förderung nur erhöhen, wenn die Märkte das rechtfertigen würden. Offenbar erwartet die OPEC im Frühjahr den üblichen saisonalen Rückgang der

(Quelle: ap)
 


 

Öl-Emirat Abu Dhabi investiert Milliarden in Öko-Energien

Di.22.01.08 - Das Öl-Emirat Abu Dhabi will 15 Milliarden Dollar in die Entwicklung umweltfreundlicher Energien investieren: Das erklärte Kronprinz Scheich Mohammed bin Sajed Al-Nahajan am Montag auf dem Weltgipfel für Zukunftsenergien in Abu Dhabi. Für welchen Zeitraum die Ausgaben vorgesehen sind, sagte Scheich Mohammed nicht. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Abu Dhabi gehört, werden den Vereinten Nationen (UN) zufolge pro Einwohner deutlich mehr Treibhausgase ausgestoßen als in den USA. Die Emiraten lagen demnach beim Pro-Kopf-Ausstoß mit rund 34 Tonnen im Jahr 2004 weltweit auf Platz drei nach Katar und Kuwait.

Der Opec-Staat Abu Dhabi plant auch den Bau des weltweit größten Wasserstoffkraftwerks, wie der der Chef der staatlichen Firma für Zukunftsenergien Masdar, Sultan Al-Dschaber, mitteilte. Die Anlage solle eine Kapazität von 500 Megawatt haben. Ein Masdar-Vertreter sagte zudem, der britische Ölkonzern BP und der Bergbauriese Rio Tinto würden an dem Projekt beteiligt. Einzelheiten zu ihrem Engagement wurden nicht bekannt.

(Quelle: rtr)
 


 

Börsen weltweit auf Talfahrt

Di.22.01.08 - Die Angst vor einer Rezesssion in den USA hat die Börsen in Frankfurt, Tokio und Schanghai auf Talfahrt geschickt. Gegen Mittag brach der DAX in Frankfurt um 5,58 Prozent auf 6.905,81 Zähler ein.

Für den MDAX ging es um 4,24 Prozent auf 8.072,39 Punkte nach unten. Der TecDAX sackte belastet von einbrechenden Kursen im Solarsektor um 6,05 Prozent auf 744,38 Zähler ab und wurde zwischenzeitlich auf dem niedrigsten Stand sei Ende 2006 berechnet.

Händler in Frankfurt sprachen von Panikstimmung. Hier findet ein massiver Ausverkauf statt, dazu fällt einem nichts mehr ein, sagte einer von ihnen.

Auch die Börse in Tokio hat am Montag massive Verluste verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte brach um 535,35 Punkte oder 3,86 Prozent auf 13 325,94 Punkte ein.

Der breit gefasste Topix stürzte um 47,76 Punkte oder 3,56 Prozent auf 1293,74 Punkte. Händlern zufolge herrscht unter den Investoren Skepsis, ob das von US-Präsident George W. Bush vorgelegte Konjunkturförderpaket ein Abrutschen der Wirtschaft in eine Rezession verhindern kann.

Der Dollar tendierte zum Mittag leichter bei 106,72-77 Yen nach 107,22-25 Yen am Freitagabend. Der Euro notierte zum Dollar leichter mit 1,4555-60 Dollar nach 1,4633-36 Dollar am Freitag.

In Schanghai sind die Aktienkurse am Montag um mehr als fünf Prozent eingebrochen. Nach Angaben staatlicher Medien war es der bisher schwerste Kurssturz seit sechs Monaten.

Sie sprachen von einem «schwarzen Montag». Shanghai folgte damit einem weltweiten Börsenabschwung, der von einem Preisverfall in den USA Ende vergangener Woche ausgegangen war. Aktien von Versicherungsunternehmen sowie Banken und Immobilienfirmen waren besonders betroffen.

Der Shanghai Composite Index verlor um 5,14 Prozent und schloss mit 4914,44 Punkten. Der Composite Index der kleineren Börsen im südchinesischen Shenzhen rutschte bei Handelsschluss um 4,62 Prozent auf 1448,18 Punkte. Chinas Anleger befürchten, dass neue Wachstumszahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollen, erneute Schritte der Regierung in Peking zur Abkühlung der Wirtschaft nach sich ziehen könnten.

(Quelle: dpa)
 


 

Rezessionsängste lösen Panik aus - Dax stürzt ab

Di.22.01.08 - Panische Angst vor den Folgen einer Rezession in den USA hat am Montag die Anleger in Europa erfasst: Der Deutsche Aktienindex (Dax) - das Kursbarometer für die 30 deutschen Top-Aktien - stürzte bis Handelsschluss um 7,1 Prozent auf 6790 Punkte ab. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September 2001, als der Dax 8,5 Prozent verloren hatte. Einige Börsianer sprachen von einem "Schwarzen Montag". Noch am ersten Handelstag des neuen Jahres hatte der Dax 8100 Punkte erreicht.

"Rette sich, wer kann" heiße die Devise, fasste Helaba-Marktanalyst Mirko Pillep zusammen. "Alles wird rausgeworfen. Die Nerven liegen blank." ICF-Händler Dirk Müller erklärte, der Kurseinbruch habe crashartige Züge. Von einem Börsenkrach oder Crash mochten Händler aber generell noch nicht sprechen, da traditionell erst ein Kurssturz von über zehn Prozent als Crash gelte. Mit 409 Millionen gehandelten Aktien war das Handelsvolumen sogar noch höher als nach den Anschlägen am 11. September 2001. Der Umsatz belief sich auf 19 Milliarden Euro. Zum Vergleich: am vergangenen Montag wurden nicht einmal halb so viele Aktien gehandelt.

"Das ist wie ein Schneeballsystem. Fallende Kurse ziehen fallende Kurse nach sich", sagt Boris Boehm, Fondsmanager bei der Nordinvest. "Die Börse neigt zur Übertreibung - erst war die Gier, die die Kurse auf ein Rekordniveau getrieben hat, jetzt sehen wir die Angst", beschreibt Fondsmanager Dennis Nacken von Allianz Global Investors die Lage. Da die US-Börsen am Montag wegen eines Feiertages geschlossen bleiben, hätten viele Anleger Angst vor dem nächsten Tag, erklärte ein Händler.

Börsianer vermuten, dass vor allem die amerikanischen Investoren angesichts der Subprime-Krise die Flucht aus Europa angetreten sind. "Dafür spricht, dass der Euro mit den europäischen Indizes fällt", erklärt Pillep. Börsianer klagten, dass es kaum Käufer gebe. "Niemand hält dagegen, es sieht fast so aus, als wollte überhaupt niemand mehr Aktien haben", klagt ein Händler. "Keiner will in eine fallendes Messer greifen", sagte ICF-Händler Müller.

Die Kursabschläge gingen quer durch alle Branchen und trafen auch Aktien von Unternehmen, die sonst gerne als sicherer Hafen gesehen werden - wie die Versorger. E.ON- Aktien verloren 8,8 Prozent auf 132,97 Euro, RWE gut sieben Prozent auf 87,06 Euro.

Die größten Verluste wiesen aber die Finanztitel auf, die von der Krise am US-Immobilienmarkt am ärgsten betroffen sind. Die US-Investmentbank Bear Stearns verdoppelte am Montag ihre Prognose für Abschreibungen der Commerzbank im Zusammenhang damit. Commerzbank-Aktien verloren zehn Prozent auf 18,96 Euro. Die Titel der Deutschen Bank brachen um 7,3 Prozent ein. Die Postbank-Aktien verloren fast acht Prozent. Am ärgsten traf es mit einem Einbruch von 18,5 Prozent erneut die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, die vorige Woche nach überraschenden Abschreibungen schon über 30 Prozent an Wert eingebüßt hatten.

Sehr heftig traf es auch die Deutsche Börse, den Favoriten des Börsenjahres 2007, deren Aktien um zehn Prozent auf 103,88 Euro absackten. "Da machen die Anleger einfach Kasse", sagte ein Händler.

Einen Ausverkauf gab es auch bei den Nebenwerten. Der MDax verlor 5,8 Prozent auf 7940 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten einige Chemieaktien, die als konjunktursensitiv gelten. SGL Carbon verloren 12,5 Prozent und Wacker Chemie zehn Prozent. Die Titel von ProSieben brachen um 11,6 Prozent auf 12,05 Euro ein.

Bei den Technologiewerten machten die Anleger bei den Aktien der Solarunternehmen Kasse. Centrotherm, einer der erfolgreichsten Börsengänge des vorigen Jahres, fiel um fast 20 Prozent auf den Ausgabekurs von 34,50 Euro zurück. Der TecDax fiel um neun Prozent auf 720 Punkte.

(Quelle: rtr)
 


 

Experten sehen Aufschwung trotz Kursrutsch intakt

Di.22.01.08 - Ungeachtet des dramatischen Kurseinbruchs an den Aktienmärkten sehen Ökonomen und Regierung den Aufschwung noch nicht gefährdet: "Ich würde das nicht dramatisieren, sondern von einer Normalisierung sprechen", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger am Montag zur Nachrichtenagentur Reuters. "Der Dax notiert immer noch höher als zu Beginn des vergangenen Jahres." Schocks wie der starke Euro, hohe Ölpreise und die Finanzmarktkrise seien bislang überraschend gut weggesteckt worden. Bofinger bekräftigte die Prognose des Sachverständigenrates, wonach das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,9 Prozent wachsen werde.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, der Aufschwung sei nach wie vor intakt: "Es gibt in Deutschland keinen Grund zur Sorge". Der Kursrutsch sei auch eine Reaktion auf die Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten. Der Leitindex Dax brach bei extrem hohem Handelsvolumen um bis zu 7,6 Prozent auf 6762 Punkte ein. Dies ist der größte Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September 2001. "Das Gros der Unternehmen bilden nicht die börsennotierten Konzerne, sondern der Mittelstand", sagte der Finanzmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Manfred Jäger. "Und der hat heute gar nichts verloren."

Die Bundesregierung geht wie die meisten Ökonomen und Institute von einem schwächeren Wachstum in diesem Jahr aus. Im Jahreswirtschaftsbericht rechne sie mit einem Plus von 1,7 Prozent nach 2,5 Prozent im vergangenen Jahr, erfuhr Reuters aus Regierungskreisen. Das Wirtschaftskabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe den Bericht ohne große Änderungen gebilligt. Bei der Arbeitslosenzahl werde ein Rückgang um 330.000 auf durchschnittlich 3,45 Millionen erwartet.

Auch deshalb sehen die meisten Experten den privaten Konsum in der Rolle der Konjunkturlokomotive. "Der Börsenrutsch belastet den Konsum nicht, weil der Aktienbesitz in Deutschland weit weniger verbreitet ist als etwa in den USA oder Großbritannien", sagte Jäger. Die Konjunktursorgen hätten die Finanzmärkte erreicht, aber noch nicht die privaten Haushalte.

Eine Gefahr für den Aufschwung sieht das IW dann, wenn Firmenwerte auf Dauer vernichtet werden. "Wenn Eigenkapital schrumpft, steigen auch die Kreditkosten", sagte Jäger. Dadurch könnten Investitionen verhindert werden, zumal die Banken wegen der Finanzkrise ohnehin vorsichtiger geworden seien bei der Vergabe von Darlehen. Die Dax-Unternehmen büßten am Montag in der Spitze 67,4 Milliarden Euro an Börsenwert ein.

Die Unternehmen sind dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge für schlechtere Zeiten gut gerüstet. "Die Jahre der Lohnzurückhaltung haben die Kostensituation verbessert", sagte DIW-Konjunkturexperte Christian Dreger. "Dadurch sind sie besser gewappnet, um mit einer Krise fertig zu werden."

Eine Belastung für die Konjunktur befürchtet das Münchner Ifo-Institut bei einem kräftigen Abschwung in den USA. "Sollte es zu einer starken Rezession kommen, dann kämen wir nicht ungeschoren davon", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. "Dann werden die Schockwellen des Erdbebens in Deutschland zu spüren sein." Noch halte er es aber nicht für zwingend, dass die USA in eine Rezession hineinrutschen. Geht das Wachstum in den USA um ein Prozent zurück, wird es im Euro-Raum nach einer DIW-Prognose um etwa 0,2 Prozent schrumpfen.

(Quelle: rtr)
 


 

Folgen der US-Immobilienkrise - WestLB rechnet mit Jahresverlust von einer Milliarde Euro

Di.22.01.08 - Die Folgen der US-Immobilienkrise treffen die durch misslungene Aktienspekulationen ohnehin angeschlagene WestLB erheblich stärker als bisher bekannt. Die Bank wird für 2007 einen Jahresverlust von rund einer Milliarde Euro ausweisen. Außerdem muss sie in ihrer Bilanz auf Grund der Finanzmarktkrise annähernd eine Milliarde Euro als «nicht dauerhafte Wertminderung» verkraften, wie sie am Montag mitteilte.

Um den Fortbestand der Bank zu sichern, beschlossen die WestLB-Eigentümer - das Land Nordrhein-Westfalen, die Landschafts- und die Sparkassenverbände - in der Nacht zum Montag bei einer Krisensitzung in Köln, den Jahresverlust sowie die Wertminderungen durch eine Kapitalspritze in Höhe von zwei Milliarden Euro auszugleichen. Diese Kapitalstärkung versetze die Bank in die Lage, die anhaltende negative Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten aufzufangen, hieß es. Bank-Chef Alexander Stuhlmann sagte: «Unsere Eigentümer haben unter Beweis gestellt, dass sie voll hinter der Bank stehen.»

Unsichere Zeiten stehen allerdings den Beschäftigten der Bank bevor. Zwar widersprach ein Sprecher des Geldinstituts Berichten über geplante Massenentlassungen: «Es gibt keine Pläne 2.000 Stellen abzubauen.» Doch schloss er einen Stellenabbau in geringerem Umfang ausdrücklich nicht aus. Denn die Bank werde nun ein Restrukturierungsprogramm auflegen, mit dem sie deutliche Kostensenkungen anstrebe.

Das in aller Eile geschnürte Krisenpaket, bei dem bislang noch nicht einmal die konkrete Ausgestaltung, sowie die zeitliche Umsetzung der Kapitalmaßnahmen feststeht, zeigt, dass auch die WestLB viel tiefer in die sogenannte Subprime-Krise verstrickt ist als bisher bekannt. Noch im Dezember hatte die Bank damit gerechnet, für 2007 lediglich einen Verlust vor Steuern im niedrigen dreistelligen Millionenbereich ausweisen zu müssen. Doch hatten sich die Marktverhältnisse im vierten Quartal noch einmal drastisch verschlechtert.

In Eigentümerkreisen wurde der Wertberichtigungsbedarf durch die Subprime-Krise und ihre Folgen auf mittlerweile rund 1,2 Milliarden Euro beziffert. Ob mit dem milliardenschweren Hilfspaket nun tatsächlich alle Risiken für die WestLB aufgearbeitet sind blieb zunächst offen. Von Optimismus ist in Düsseldorf nichts zu spüren. «Im laufenden Jahr haben sich die Märkte nicht verbessert», hieß dort. Weiterhin festgehalten wird von der Düsseldorfer Bank an den Plänen für eine Fusion mit der Helaba.

Doch steht die WestLB offenbar mit ihren Schwierigkeiten nicht allein. Auch der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) setzt die Immobilienkrise möglicherweise stärker zu als erwartet. Die größte deutsche Landesbank müsse Abschreibungen von 1,7 Milliarden Euro auf Kreditpapiere verkraften, berichtete der «Spiegel». Ein Banksprecher wollte am Montag in Stuttgart keine Stellungnahme abgeben.

Allerdings hat die LBBW noch mehr Substanz als die angeschlagenen WestLB. Das baden-württembergische Institut hatte am Freitag erklärt, dass die US-Finanzkrise zu einem Rückgang beim Gewinn führt. Ersten Prognosen zufolge werde der Jahresüberschuss voraussichtlich bei über 300 Millionen Euro liegen. Das Institut bilanziere 2007 erstmals nach den den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS. Bei einem Abschluss nach dem Handelsgesetzbuch wie im Vorjahr wäre ein Gewinn von rund 700 Millionen Euro ausgewiesen worden. Im Jahr 2006 lag der Gewinn nach bisheriger Bilanzierung bei 828 Millionen Euro.

(Quelle: ap)
 


 

Arbeitnehmer auch 2007 mit realem Einkommensverlust

Di.22.01.08 - Der Aufschwung ist bislang nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer angekommen: Sie mussten 2007 das vierte Jahr in Folge reale Lohneinbußen hinnehmen, wie das Tarifarchiv des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts am Montag mitteilte. Zwar legten die Bruttoeinkommen im Schnitt um 1,3 Prozent zu. Die Kosten für die Lebenshaltung stiegen aber mit 2,2 Prozent deutlich schneller. "Real sind die Einkommen also um fast ein Prozent gesunken", sagte der Leiter des Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

In diesem Jahr dürfen die Beschäftigten aber wieder auf ein reales Lohnplus hoffen. "Die Voraussetzungen sind nicht schlecht", sagte Bispinck. Die Teuerungsrate wird nach Prognosen von Wirtschaftsinstituten zwar über zwei Prozent verharren, doch könnten die Lohnzuwächse diesmal kräftiger ausfallen. Die Gewerkschaften fordern fünf bis neun Prozent mehr. Verhandlungen stehen etwa im öffentlichen Dienst, in der Stahl- und Chemieindustrie, in der Textil- und Bekleidungsbranche, in der Energieversorgung, im Kfz-Gewerbe und in der Landwirtschaft an.

Die deutsche Wirtschaft kann der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge eine durchschnittliches Lohnplus von 3,5 Prozent verkraften. "Das würde keine größeren Probleme verursachen", sagte ILO-Experte Raymond Torres zu Reuters. Dieses Niveau würde auch die Europäische Zentralbank (EZB) akzeptieren. Deren Präsident Jean-Claude Trichet warnt davor, die Lohnabschlüsse an die stark gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie zu koppeln. Das verfestige die Teuerung nur. Bei ersten Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale werde die EZB deshalb die Zinsen anheben, sagte Trichet.

2007 legten die Tariflöhne im Schnitt um 2,2 Prozent zu. Die Entwicklung lief aber gespalten. "Während die exportorientierten Branchen erneut Tarifsteigerungen oberhalb der Preissteigerungsrate verzeichneten, blieben die Zuwächse in binnenmarktabhängigen Bereichen zum Teil weit darunter", sagte Bispinck. Das größte Plus gab es im Investitionsgütergewerbe mit 3,4 Prozent, gefolgt vom Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit 2,6 Prozent. In einigen Branchen wurden keine Steigerungen vereinbart, darunter der Einzelhandel. "In vielen Wirtschaftszweigen haben die Beschäftigten bisher nicht vom Aufschwung profitiert", sagte Bispinck.

Die Reallohneinbußen gelten als Grund für den schwächelnden privaten Konsum. Trotz steigender Beschäftigung schrumpfte er im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent und bremste damit den Aufschwung. 2008 sehen die meisten Institute den Konsum in der Rolle der Konjunkturlokomotive, weil die Beschäftigung weiter steigen und die Löhne auch in realer Rechnung zulegen dürften.

Kräftiger als die Löhne kletterten 2007 die Unternehmensgewinne und Vermögen mit 7,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berechnete. Zwischen 1994 und 2003 hatten sie sich noch weitgehend parallel entwickelt. Seit 2004 hinken die Arbeitnehmerentgelte hinterher. Sie machen inzwischen weniger als zwei Drittel des Volkseinkommens von 1,825 Billionen Euro aus. Im Jahr 2000 waren es noch 72,2 Prozent.

(Quelle: rtr)
 


 

Fast 16 Prozent mehr erwerbstätige Hartz-IV-Bezieher

Di.22.01.08 - Immer mehr Erwerbstätige beziehen neben ihrem Einkommen ergänzende Hartz-IV-Hilfen.

Die Zahl der erwerbstätigen Arbeitslosengeld-II-Bezieher stieg in den ersten acht Monaten 2007 um fast 16 Prozent auf 1,263 Millionen, wie aus der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag vorliegenden Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Das waren 170.000 mehr als noch Anfang 2007. Jeder vierte erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger (24,1 Prozent) war demnach im August 2007 erwerbstätig. Gut die Hälfte davon verdiente monatlich weniger als 400 Euro.

Damit hat sich auch nach der Jahresmitte 2007 der Trend einer steigenden Zahl von Erwerbstätigen im Hartz-IV-System fortgesetzt. Bis Ende Juni hatte ihre Zahl nur um 131.000 zugelegt. Der Anstieg zeige, dass das Arbeitseinkommen bei einer zunehmenden Zahl von Menschen nicht mehr ausreiche, sagte der Arbeitsmarktexperte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Wilhelm Adamy, der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe).

Immer mehr Menschen stocken sogar einen Vollzeitjob durch Hartz-IV-Leistungen auf. Im Mai 2007 waren dies nach den neuesten BA-Zahlen knapp 531.000 - rund 6000 mehr als im April. Einschließlich der Teilzeitjobber stieg die Zahl der sozialabgabenpflichtig beschäftigten Hartz-IV-Bezieher bis Mai vorigen Jahres auf 744.600 - 54.000 mehr als ein Jahr zuvor.

(Quelle: rtr)
 


 

Energiekonzern Vattenfall will offenbar Sozialtarife einführen

Di.22.01.08 - Der drittgrößte deutschen Energieversorger Vattenfall Europe, will nach eigenen Angaben Gespräche mit der Bundesregierung über die Einführung von Sozialtarifen für Arme führen. Vorstandsvorsitzender Tuomo Hatakka, sagte der "Bild"-Zeitung, Vattenfall werde sich der Verantwortung nicht entziehen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vergangene Woche in einer Regierungserklärung die deutschen Energieunternehmen aufgefordert, verbilligte Gas- und Strom-Tarife für sozial Benachteiligte anzubieten. Zum Jahresende war bekannt geworden, dass Vattenfall als Reaktion auf Kundenverluste ein weit reichendes Sparprogramm plant, das auch Stellenstreichungen vorsieht.
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In Medienberichten hieß es unter Berufung auf Konzernkreise, im Zeitraum 2008 bis 2010 sollten die Ausgaben um insgesamt rund 100 Millionen Euro gesenkt werden. Zu betriebsbedingten Kündigungen solle es nicht kommen, lediglich Maßnahmen wie Frühverrentungen seien möglich. Derzeit hat Vattenfall Europe rund 20.000 Mitarbeiter.

Der schwedische Mutterkonzern Vattenfall AB ist den Berichten zufolge unzufrieden mit der Rendite seiner deutschen Tochter, die in den vergangenen Monaten hunderttausende Kunden verlor.

(Quelle: afp)
 


 

Pläne für Pflegereform stoßen bei Verbänden auf breite Kritik

Di.22.01.08 - Die Pflegereform der großen Koalition stößt bei Verbänden auf breite Kritik. Der Unmut richtet sich vor allem auf die Finanzierung neuer Leistungen allein über höhere Beiträge. Dagegen fehle es an einem nachhaltigen Konzept, kritisierten mehrere Sachverständige in ihren Stellungnahmen zu der am Montag begonnenen Bundestagsanhörung. Ins Visier gerieten auch die rund 4000 Pflegestützpunkte, die die Unionsfraktion verhindern möchte.

Wirtschafts- und Wohlfahrtsverbände sowie der DGB verwiesen darauf, dass der Beitragssatz zum 1. Juli um 0,25 Prozentpunkte steigen soll. Dies reiche gerade aus, um die Leistungen bis Ende 2014 zu finanzieren. Die durch die Alterung der Gesellschaft entstehenden Probleme seien dagegen nicht gelöst worden. Die Politik habe die notwendige Finanzierungsreform verschoben, monierten die Spitzenverbände der Kranken- und Pflegekassen. Mehrere Sozialverbände forderten darüber hinaus eine deutlich höhere Anpassung der Pflegeleistungen. Diese dürften auch nicht erst ab dem Jahr 2015 regelmäßig dynamisiert werden.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnte vor einer Verteuerung der Arbeitskosten. Zwar lägen die Sozialbeiträge in der ersten Jahreshälfte mit 39,8 Prozent leicht unter der Zielmarke der Koalition von 40-Prozent. Durch den steigenden Pflegebeitrag werde diese Grenze ab Juli aber wieder überschritten. Gesetzlich fixierte Freistellungen für Arbeitnehmer, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern wollen, lehnt die BDA ab. Solche Auszeiten müssten vertraglich auf Betriebsebene geregelt werden. Dem Entwurf zufolge sollen sich Arbeitnehmer für die spontane Organisation einer Pflege zehn Tage und für die längerfristige Betreuung eines Verwandten bis zu sechs Monate unbezahlt vom Job freistellen lassen können.

Kritische Stimmen kamen zu den in der Novelle enthaltenen Pflegestützpunkten, bei denen Betroffene und Angehörige quartiersnah Rat und Hilfe bekommen sollen. Die Bundesärztekammer warnte, die Stützpunkte würden ausschließlich der Organisation und Verwaltung von Leistungen dienen, eine bessere Betreuung werde nicht erreicht. Es stehe zu befürchten, dass für die eigentliche Versorgung beträchtliche Mittel entzogen würden und bei den Pflegekassen finanzielle Engpässe entstünden.

Die Wohlfahrtsverbände warnten, aus ihrer Sicht seien die vielfach schon jetzt vorhandenen Beratungsstellen nicht ausreichend in die Pläne einbezogen. Doppelstrukturen müssten vermieden werden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) monierte, die Finanzierung der Stützpunkte sei ungeklärt, die Anschubzahlungen ungenügend. Die kommunalen Spitzenverbände forderten, die Verantwortung für die Anlaufstellen müsse den Kommunen übertragen werden, um vorhandene Strukturen zu nutzen.

(Quelle: rtr)
 


 

GEW fordert Recht auf Berufsausbildung

Di.22.01.08 - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat im Kampf gegen Jugendkriminalität ein Grundrecht auf Berufsausbildung gefordert. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe) sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Ulrich Thöne: «Eine Gesellschaft schützt sich am besten vor Gewalt, wenn sie allen jungen Menschen eine Perspektive gibt.» Stattdessen werde hingenommen, dass 13 Prozent der unter 25-Jährigen keine Ausbildung hätten.

Ein wesentlicher Grund für Gewaltausbrüche sei das Gefühl, ausgesondert und zurückgestellt zu werden, betonte Thöne. Genau dies würden aber gerade die jährlich knapp 80.000 Schulabbrecher empfinden. «Nach der Pflicht zum Schulbesuch brauchen wir jetzt das Recht auf einen Platz zur Berufsausbildung», sagte er. Wenn die Lehrstellen nicht ausreichten, müsse der Staat die Kapazitäten der Berufsschulen ausweiten. Die Absolventen sollten wie Lehrlinge eine Prüfung vor den Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern ablegen können. Diese Lösung sei wesentlich kostengünstiger als jede spätere Maßnahmen für junge Straftäter.

(Quelle: ap)
 


 

UN-Klimarat bereitet in Lübeck neuen Bericht vor

Di.22.01.08 - Der UN-Klimarat (IPCC) hat am Montag in Lübeck mit den Vorbereitungen für den nächsten Klimabericht begonnen. An der Tagung nehmen 120 Wissenschaftler aus 50 Ländern teil. Thema soll der Einsatz erneuerbarer Energien zum Klimaschutz sein, wie die Organisatoren der Veranstaltung mitteilten. Das Treffen dauert bis Freitag.

Nachdem der vierte Bericht des IPCC 2007 den letzten Zweifel ausgeräumt habe, dass der Mensch das Klima verändere, stehe die Strategie gegen den Klimawandel im Zentrum des nächsten Berichts des Gremiums, hieß es. Kern des Problems sei der Ausstoß von Kohlendioxid aus der Nutzung von Öl, Kohle und Gas. Die beste Lösungsmöglichkeit sei der massive Einsatz regenerativer Energiequellen. Deshalb werde sich der neue Klimabericht ausschließlich darauf konzentrieren.

Gastgeber Schleswig-Holstein will nach den Worten von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen seine Vorreiterrolle bei der Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausbauen. Schon heute liefere die Windenergie über 30 Prozent des Stromanteils im Netz, sagte der CDU-Politiker bei der Eröffnungsrede der Tagung. Dieser Anteil solle weiter gesteigert werden.

Die Landesregierung hatte kürzlich einen «Aktionsplan Klimaschutz» vorgestellt, mit dem Schleswig-Holstein einen eigenen Beitrag gegen die drohende globale Erwärmung leisten will. «Für uns als Küstenland ist das Thema von besonderer Bedeutung», sagte Carstensen. Bis zum Jahr 2100 werde ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 60 Zentimeter prognostiziert. Ein Viertel der Landfläche sei dann akut überflutungsgefährdet.

«Wir setzen vor allem auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz und wollen mit Beispielen zeigen, wie Klimaschutz bei uns funktioniert», sagte Carstensen. «Wir wollen weniger Heizenergie in Gebäuden, weniger Strom für Informationstechnik und weniger Kraftstoff in Dienstfahrzeugen verbrauchen.»

(Quelle: ap)
 


 

Wissenschaft

Klimawandel - Ostseeraum erwärmt sich immer schneller

Di.22.01.08 - Der Ostseeraum hat sich im vergangenen Jahrhundert schneller erwärmt als die gesamte Erde im Durchschnitt.

Die Erwärmung habe 0,85 Grad betragen und liege damit um 0,1 Grad über der mittleren globalen Temperaturerhöhung, teilte der Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht, Prof. Hans von Storch, in Hamburg mit. Der Wissenschaftler ist Initiator des am Montag veröffentlichten BACC-Berichts (Assessment of Climate Change for the Baltic Sea Basin), mit dem der Klimawandel in der Ostseeregion dokumentiert und untersucht wird. Die Erwärmung der Luft im Ostseeraum ist den Ergebnissen zufolge im nördlichen Bereich mit einem Grad stärker als mit 0,7 Grad im südlichen Bereich.

Den Modellrechnungen gehen davon aus, dass die Temperatur im Ostseeraum bis zum Ende des Jahrhunderts um fünf Grad steigen könnte. «Der BACC-Bericht ist eine regionale Variante des vom Weltklimarat veröffentlichten IPCC-Reports zur globalen Klimaänderung», sagte von Storch. 80 Wissenschaftler aus 13 europäischen Ländern waren an der Ausarbeitung beteiligt.

In der Mitteilung der GKSS heißt es weiter: «Sofern deutliche Klimaschutzmaßnahmen nicht gelingen sollten, wäre es plausibel, dass die Lufttemperaturen am Ende dieses Jahrhunderts um maximal vier bis sechs Grad Celsius im nördlichen Ostseeraum und um drei bis fünf Grad Celsius im südlichen Gebiet - dazu zählen große Teile Polens und Ostdeutschlands - steigen werden.» In der Folge würde die winterliche Eisbedeckung der Ostsee um möglicherweise 50 und 80 Prozent abnehmen. Die Experten erwarten auch eine Veränderung der Niederschläge. Im Winter können diese zwischen 25 und 75 Prozent zunehmen, im Sommer ist mit einer Abnahme um bis zu 45 Prozent zu rechnen.

Für das Wasser der Ostsee zeigen die Simulationen einen möglichen Anstieg der Oberflächentemperatur um zwei bis vier Grad Celsius. Folgen hätten die Veränderungen auch für Tiere und Pflanzen. So könnte ein abnehmender Salzgehalt sommerliche Algenblüten verschärfen.

«Klimaszenarien sind plausible, aber oftmals vereinfachte Beschreibungen möglicher Zukünfte. Eindeutige Vorhersagen sind dies jedoch nicht», sagte von Storch. Es gebe weiteren Forschungsbedarf für den Ostseeraum. Er mahnte eines sensiblen Umgang mit wissenschaftlichen Ergebnissen an.

(Quelle: dpa)
 


 

Neues bildgebendes Verfahren für strahlenfreie Lungenuntersuchung

Di.22.01.08 - Eine Lunge kann künftig auch ohne zu röntgen, untersucht werden. Mit Hilfe von piezoelektrischer Sensoren, einem Prozessor und einer speziellen Software soll dies möglich sein.

Entwickelt worden ist diese als "Vibro Response Imaging" bezeichnete Technik von Medizinern des Frankfurter Universitätsklinikums. Das neue bildgebende Verfahren wertet Schwingungen in dem Atmungsorgan aus, die in bewegte Graustufenbilder umgesetzt werden. Aufgezeichnet werden die Schwingungen von 40 hochempfindlichen Sensoren, die der zu untersuchenden Person auf den Rücken geklebt werden.Rückschlüsse auf den Zustand des Organs lassen sich ziehen, weil jene Bereiche der Lunge, die von einer Krankheit oder Störung betroffen sind, weniger gut oder zeitlich verzögert belüftet werden. Die Sensoren fangen demnach abweichende Schwingungsmuster auf. Ein Vorteil des Verfahrens gegenüber dem Röntgen ist, dass die Bildverarbeitung dynamische Bilder der Lunge erstellen und der Atemvorgang beobachtet werden kann. Außerdem entsteht keinerlei Strahlenbelastung für den Patienten.

(Quelle: gb)
 


 

Neues Breitbandkonzept für Datenübertragung auf Mikrowellenbasis

Di.22.01.08 - Ein neues Breitbandkonzept zur drahtlosen Datenübertragung auf Basis von Mikrowellen haben jetzt Forscher der TU Dresden vorgestellt.

In Zukunft wird sich laut Professor Christian Schäffer vom Institut für Nachrichtentechnik die Breitbandübertragung mit Raten von bis zu drei Gibt/s durchsetzen. Kabel zwischen TV-Geräten und DVD-Spielern, aber auch zwischen PCs und Stereoanlagen sowie anderen Apparaten könnten überflüssig werden.

Anstelle der starren Verbindungen käme dann das digitale Interface HDMI (high definition multimedia interface) zum Einsatz.Dem Team um den Forscher ist es jetzt gelungen, ein entsprechend leistungsstarkes System zu entwickelt, das pro Funkzelle Datenraten von 2,5 bis zu 10 Gbit/s bereitstellen kann.

Um solche Signale zu übertragen, werden Mikrowellen als Trägerfrequenzen benötigt, die zwischen 26 GHz bis 150 GHz oder sogar darüber liegen. Diese Strahlung ist so gewählt, dass sie Menschen nicht schaden kann, wie es beispielsweise die Mikrowellen im gleichnamigen Herd tun würden.

(Quelle: gb)
 
 
 
 

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