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Irak am 1401ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Tote und Verletze bei Bombenexplosion im Nordirak
Do.24.01.08 - Bei einer Sprengstoffexplosion in der nordirakischen Stadt Mossul sind
mindestens neun Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt
worden.
Polizeiangaben vom Mittwoch zufolge sind unter den Opfern der
Detonation in einem unbewohnten Gebäude auch Frauen und Kinder.
Unklar war, ob sie auf der Straße oder in Nachbarhäusern zu
Tode kamen.
Hinweisen zufolge hätten die Aufständische große Mengen
Sprengstoff in dem Gebäude versteckt, teilte die Polizei mit. Die
Sicherheitskräfte hätten von dem Arsenal erfahren und es
stürmen wollen. Beim Eintreffen der Soldaten und Polizisten
hätten die Extremisten die Ladung gezündet. Einwohner
sprachen von der größten Explosion in der Geschichte der
Stadt.
Mossul liegt 390 Kilometer nördlich von Bagdad und ist die
Hauptstadt der Provinz Niniweh. Nach ihrer Vertreibung aus Bagdad und
der westirakischen Provinz Anbar 2007 versucht Al-Kaida, in der Region
Fuß zu fassen. Die Islamistengruppe wird für die meisten
schweren Anschläge im Irak verantwortlich gemacht.
Die US-Streitkräfte haben im Januar im Nordirak eine
Großoffensive gegen die Al-Kaida gestartet. In den vergangenen
zwei Tagen seien bei Kämpfen 20 islamistische Kämpfer
getötet worden, teilte die Armee in Bagdad mit.
Nahe der ebenfalls im Norden des Golfstaates gelegenen Stadt Kirkuk
wurden Polizeiangaben zufolge bei einem Selbstmordanschlag sieben
Menschen getötet und 16 andere verletzt.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2006 bis 24.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertneununddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.24.01.07 - US-Präsident verteidigt seine Irak-Strategie. Bushs Irak-Politik
wird auch von Republikanern kritisiert +++ Wieder Tote bei Anschlägen
im Irak +++ Das Ansehen der USA in Deutschland und anderen verbündeten Staaten
der Supermacht ist einer britischen Studie zufolge drastisch gesunken: Daran seien
insbesondere die von Präsident George W. Bush betriebene Irak-Politik und die
Vorgänge um das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba verantwortlich...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0701240.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
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Al Kaida ruft Anhänger zum weltweiten Dschihad auf
Do.24.01.08 - Das Terrornetzwerk Al Kaida hat seine Anhänger in der ganzen Welt
zur vereinten Unterstützung des Heiligen Krieges gegen den Westen
aufgerufen. In einer neuen Tonbandbotschaft, die nach
US-Geheimdienstangaben am Mittwoch ins Internet gestellt wurde, wendet
sich Sprecher Abu Jahja al Libi insbesondere an die islamischen
Geistlichen. Diese müssten sich stärker für den Dschihad
einsetzen, was ihre heilige Pflicht sei, betonte Al Libi. Die 28
Minuten lange Botschaft zielt Beobachtern zufolge offensichtlich darauf
ab, moderate Geistliche auf die Seite des Terrornetzwerks zu ziehen.
(Quelle: ap)
Unklarheit über Reichweite des Resolutionsentwurfs zu Irans
Atomprogramm
Do.24.01.08 - Nach der Einigung auf einen neuen UN-Resolutionsentwurf im Atomstreit
mit dem Iran herrscht Unklarheit über dessen Reichweite.
Während Russlands Außenminister Sergej Lawrow lediglich von
"zusätzlichen Maßnahmen zur Einflussnahme" auf Teheran
sprach, war auf US-Seite nach dem Beschluss der Sechsergruppe in Berlin
von Sanktionen die Rede. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
zeigte sich unbeeindruckt von der Absicht der fünf
UN-Vetomächte und Deutschlands, den Entwurf in Kürze in den
Sicherheitsrat in New York einzubringen.
Die zusätzlichen Maßnahmen hätten nicht den "strengen
Charakter von Sanktionen", sagte Lawrow nach dem Berliner Treffen. Wie
die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti weiter meldete, sind die
Maßnahmen Lawrow zufolge als "Appell an alle Staaten" formuliert,
in ihren Beziehungen zum Iran auf die Einhaltung des von Teheran
unterzeichneten Atomwaffensperrvertrags zu achten.
China und Russland stehen harten Strafmaßnahmen gegen den Iran
anders als die westlichen Mitglieder der Gruppe ablehnend
gegenüber. Der Iran hatte deshalb zunächst erklärt, bei
der Debatte über Strafmaßnahmen gegen Teheran sei sich die
Gruppe nicht einig gewesen. US-Außenamtssprecher Gonzalo Gallegos
betonte dagegen, die Einigung der Sechsergruppe auf Sanktionen sei ein
Zeichen dafür, dass der Iran die Weltmächte nicht auseinander
bringen könne. Es bleibe bei der Doppelstrategie, die den Iran
einerseits zum Stopp der Urananreicherung dränge, andererseits
aber Kooperationsbereitschaft signalisiere.
Die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder USA, China,
Russland, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland hatten
sich am Dienstag bei ihrem Treffen in Berlin auf einen Entwurf für
eine neue Iran-Resolution geeinigt.
Ahmadinedschad sagte am Tag nach dem Berliner Treffen, eine neue
Resolution bleibe "ohne Folgen". "Sie sollten wissen, dass ihr
widerrechtliches Verhalten gegen den Willen der iranischen
Bevölkerung nichts ausrichten kann", zitierte das iranische
Staatsfernsehen Ahmadinedschad. Er bekräftigte Teherans
Entschlossenheit, das Atomprogramm fortzusetzen.
Israel begrüßte die in Berlin getroffene Entscheidung. Der
Vorsitzende des parlamentarischen Außen- und
Verteidigungsausschusses, Tsahi Hanegbi, nannte den Entschluss "sehr
wichtig". Das sei ein wichtiges Signal, denn Teheran habe zuletzt den
Eindruck gewonnen, dass es mit seinem Atomprogramm ungestraft davon
komme. Vor einem möglichen militärischen Einschreiten
müsse deutlich werden, dass alle anderen Mittel ausgeschöpft
worden seien, sagte Hanegbi.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt: Hunderttausende Palästinenser überrennen
Grenze nach Ägypten
Do.24.01.08 - Hundertausende Palästinenser aus dem von Israel abgeriegelten
Gazastreifen haben am Mittwoch die Grenze nach Ägypten
überrannt. Die Sicherheitskräfte griffen auf Anweisung von
Präsident Husni Mubarak nicht ein, damit die Palästinenser
sich mit Lebensmitteln eindecken konnten. Zuvor hatten bewaffnete und
maskierte Männer Breschen in die Sperranlagen gesprengt. Experten
des UN-Sicherheitsrats legten einen neuen Entwurf für eine
Erklärung zum Nahen Osten vor, in der "das sofortige Ende der
Gewalt" im Gazastreifen und in Südisrael gefordert wird.
Palästinenser sprengten im Morgengrauen mehrere Löcher in
Betonmauern und rissen eine Metallabsperrung nieder, die die Grenze zu
Ägypten markiert. Zehntausende Menschen aus dem gesamten
Gazastreifen überrannten daraufhin die Grenze, um in Ägypten
einzukaufen. Die rund 2000 ägyptischen Grenzbeamten schritten
nicht ein.
Mubarak sagte, er habe angeordnet, unbewaffnete Palästinenser ins
Land zu lassen, "damit sie essen und Lebensmittel kaufen und danach
nach Hause zurückkehren können". Die Palästinenser
hätten aufgrund der Absperrung des Gazastreifens durch Israel
Hunger. Mubarak hatte Israel zu einem Ende der Blockadepolitik
aufgerufen. Israel zeigte sich unterdessen besorgt, dass die Hamas
aufgrund der entstandenen Breschen problemlos Waffen und Kämpfer
aus Ägypten in den Gazastreifen bringen könne.
In dem überarbeiteten Entwurf für eine Nahost-Erklärung
dringt der Sicherheitsrat auch auf ein Ende der palästinensischen
Raketenangriffe auf den Süden Israels. In dem Text ist von
"großer Sorge über die aktuelle Gewalt im Gazastreifen und
im Süden Israels" die Rede. Die Botschafter der 15 Mitgliedstaaten
des UN-Sicherheitsrats wollten noch am Mittwoch über den Entwurf
beraten.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte Israel zur Beendigung der
"Kollektivstrafe" gegen die im Gazastreifen lebenden Palästinenser
und forderte ein Ende des palästinensischen Raketenbeschusses.
Israel hatte den Gazastreifen am Freitag vollkommen abgeriegelt.
Angesichts weltweiter Proteste lockerte es die Blockade und ließ
am Dienstag Gas-, Diesel- und Heizöllieferungen zu.
Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK)
sagte am Dienstagabend in Genf, in dem Palästinensergebiet drohe
der Zusammenbruch der gesamten Infrastruktur. Das IKRK forderte Israel
auf, die Blockade sofort zu beenden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF
schloss sich der Warnung an. Es bezeichnete die Lage der Kinder im
Gazastreifen als "Besorgnis erregend". Impfstoffe könnten in den
Kliniken nicht sachgerecht aufbewahrt werden, außerdem werde es
Kranken aus dem Gazastreifen schwergemacht, israelische Grenzposten zu
passieren.
Unterdessen gab die Stadtverwaltung von Jerusalem bekannt, dass sie die
Genehmigung für den Bau von knapp 2500 neuen Wohnungen im besetzten
Ostteil Jerusalems erhalten hat.
(Quellen: afp, dpa)
Rebellen im Osten Kongos unterzeichnen Friedensabkommen
Do.24.01.08 - Vertreter verschiedener Rebellengruppen im Osten des Kongos haben am
Mittwoch ein Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet. An der
Zeremonie in der Stadt Goma nahm auch Präsident Joseph Kabila
teil. Regierung und Rebellen hatten sich am Montag nach längeren
Verhandlungen auf das Abkommen verständigt, mit dem die seit
Jahren andauernden Kämpfe im Osten des afrikanischen Landes
beendet werden sollen. Die Gewalt dort hat im vergangenen Jahr 800.000
Einwohner in die Flucht getrieben.
Als erster unterzeichnete ein Vertreter von Rebellenführer Laurent
Nkunda, des Chefs der größten Rebellenmiliz, die
Übereinkunft. Repräsentanten anderer Rebellengruppen folgten.
Regierung und Rebellen hatten seit dem 6. Januar in Goma das
Friedensabkommen ausgehandelt. An den Gesprächen nahmen nahezu
1.300 Vertreter der Konfliktparteien teil.
(Quelle: ap)
Oppositionsführer Odinga - Teilung der Macht in Kenia möglich
Do.24.01.08 - Der kenianische Oppositionsführer Raila Odinga hat sich unter
bestimmten Umständen zu einer Teilung der Macht mit Präsident
Mwai Kibaki bereit erklärt. Eine Koalition sei möglich, wenn
die Gegenseite Verfassungsreformen zur Stärkung der Institutionen
zustimme, sagte Odinga im ARD-Fernsehen. Eine Machtteilung könne so
aussehen, dass Kibaki Präsident bleibe und die Oppositionspartei
Orange Democratic Movement (ODM), deren Chef Odinga ist, den
Regierungschef stelle.
ODM-Sprecher Salim Lone sagte in Nairobi, seine Partei sei bereit, eine
für Donnerstag geplante Demonstration abzusagen, wenn Kofi Annan
dies wünsche. Der frühere UN-Generalsekretär war am
Dienstagabend zu einer Vermittlungsmission in Kenia eingetroffen. Am
Mittwochnachmittag war laut Lone ein Treffen mit ODM-Vertretern geplant.
Odinga wies in der ARD auf das von der Verfassung garantierte
Demonstrationsrecht hin und prangerte zugleich die Polizeigewalt an.
Offiziellen Angaben zufolge starben seit der umstrittenen
Präsidentschaftswahl Ende Dezember mindestens 780 Menschen bei
Zusammenstößen zwischen den Anhängern der verfeindeten
Lager und der Polizei. In der Nacht zu Mittwoch kamen erneut mindestens
acht Menschen in Westkenia und in Nairobi ums Leben. Bei einem der Opfer
handelte es sich Polizeiangaben zufolge um den erfolgreichen
Marathon-Läufer Wesley Ngetich. Der 34-jährige sei von einem
vergifteten Pfeil getroffen worden.
(Quelle: afp)
Ruanda will zur Aids-Vorsorge Männer beschneiden
Do.24.01.08 - Ruandas Regierung will mit der Beschneidung von Männern die
Verbreitung von Aids eindämmen. Man werde Soldaten, Polizisten und
Studenten als erstes dazu aufrufen, sich beschneiden zu lassen, sagte
Ruandas Minister für Aidsbekämpfung, Innocent Nyaruhirira, dem
britischen Sender BBC am Dienstag. Männer, die beschnitten seien,
reduzierten ihr Ansteckungsrisiko um 60 Prozent, so der Minister. Damit
genügend Menschen diese sensible Operation vornehmen könnten,
werde das Gesundheitspersonal dazu ausgebildet.
Die Beschneidung von Männern ist in Ruanda, in dem 92 Prozent
Christen leben, kaum verbreitet. Doch auch die
Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Operation zur Reduktion der
HIV-Übertragung bei Geschlechtsverkehr. Ruanda hat die Verbreitung
von HIV/Aids in den vergangen Jahren stark reduziert. War es Anfang des
Jahrzehnts noch eines der am stärksten betroffenen Länder
weltweit, ging die HIV-Rate 2005 auf drei Prozent zurück.
(Quelle: epd)
Panik kehrt an die Aktienmärkte zurück
Do.24.01.08 - Die Panik ist am Mittwoch an die Aktienmärkte zurückgekehrt.
Die massive Zinssenkung der US-Notenbank vom Vortag verfehlte ihre
beruhigende Wirkung.
Angst vor weiteren Milliarden-Abschreibungen großer
europäischer Banken und einer Rezession in den USA führte
erneut zu massiven Verkäufen an den Börsen. Der Dax rauschte
zeitweise über fünf Prozent in die Tiefe unter den Stand von
6400 Punkten. Damit notierte er so niedrig wie seit Dezember 2006 nicht
mehr. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex rund 20 Prozent
verloren.
Auch an den Börsen in London, Paris und Zürich ging es weiter
abwärts, nachdem die Wall Street deutlich im Minus eröffnete.
Zu den größten Verlierern gehörten erneut Finanzwerte,
aber auch krisensichere Werte wie das Dax-Schwergewicht E.ON
stürzten sechs Prozent nach unten. "Es werden pure Emotionen
gehandelt. Verkauft wird quer durch alle Branchen, fundamentale
Gründe sind jetzt unwichtig", sagte ein Händler.
Der Risikoappetit der Investoren am Aktienmarkt sei so gering wie seit
20 Jahren nicht mehr, stellte Fondsmanager Matthias Schellenberg von
ING Investment Management fest. Der Einfluss der Konjunkturskeptiker
verstärkte sich auch am Rohstoffmarkt. Öl verbilligte sich,
während sich die in Krisenzeiten bevorzugte Anlage Gold zeitweise
im Preis stieg. Der Euro gab nach, die Kurse der als sicher geltenden
Staatsanleihen zogen deutlich an.
Das Eingreifen der Fed hatte am Dienstag an den Finanzmärkten noch
zweitweise für eine kleine Beruhigung gesorgt, stachelte am
Mittwoch aber die Nervosität der Anleger sogar wieder an. "75
Basispunkte Zinssenkung der Fed ist ein gewaltiger Schritt. Und man
denkt sich 'was wissen die, was du nicht weißt'", erklärte
ein Händler. "Der Markt spekuliert nun darauf, dass die
Realwirtschaft von der Krise am US-Hypothekenmarkt in Mitleidenschaft
gezogen wird und die Gewinnschätzungen nach unten revidiert
werden", sagte Heino Ruland von FrankfurtFinanz. Der Markt rechne mit
einer weiteren US-Zinssenkung in der kommenden Woche um 50 Basispunkte,
was das Ausmaß der Krise weiter unterstreiche.
An den Märkten wurde auf eine schnelle Reaktion der
Europäischen Zentralbank spekuliert. "Es gibt inzwischen durchaus
einige Stimmen, die der Meinung sind, dass die EZB nachziehen muss",
konstatierte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Zentralbankchef
Jean-Claude Trichet warnte indes vor übereilten Reaktionen auf die
Turbulenzen. Vor einem EU-Parlamentsausschuss in Brüssel sagte er,
es sei noch zu früh, um Schlüsse aus der Korrektur an den
Märkten zu ziehen. Aufgabe der Zentralbanken sei es, in einer
solchen Lage ein ordentliches Funktionieren der Geldmärkte
sicherzustellen. Auch von Reuters befragte Analysten rechnen einer
neuen Umfrage zufolge überwiegend erst in der zweiten
Jahreshälfte mit einer Lockerung der EZB-Geldpolitik.
Die Bundesregierung sieht den Konjunkturaufschwung durch die
Börsenturbulenzen nicht gefährdet. Die Wachstumsbasis sei
trotz gestiegener Risiken robust, das Tempo des Aufschwungs werde sich
aber 2008 verlangsamen.
Viele Anleger flüchteten sich wieder in staatliche Anleihen. Der
für die europäischen Rentenmärkte richtungsweisende
Bund-Future stieg um eineinhalb Punkte auf 117,55 Zähler. Der Euro
zog zeitweise bis auf fast 1,47 Dollar an, bröckelte später
aber auf unter 1,46 Dollar ab.
Die Konjunkturängste drückten auch den Ölpreis um fast
zwei Prozent auf unter 88 Dollar je Fass (159 Liter). Viele Anleger
fürchten, dass mit einer Abschwächung der Konjunktur in den
USA auch die Nachfrage nach Öl sinken wird.
Die Lage an den meisten asiatischen Börsen hatte sich zuvor
entspannt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Plus
von zwei Prozent, machte damit allerdings nicht einmal die Hälfte
der Vortagesgewinne wett.
Viele Anleger flüchteten sich wieder in staatliche Anleihen. Der
für die europäischen Rentenmärkte richtungsweisende
Bund-Future stieg um eineinhalb Punkte auf 117,55 Zähler. Der Euro
zog zeitweise bis auf fast 1,47 Dollar an, bröckelte später
aber auf unter 1,46 Dollar ab.
Die Konjunkturängste drückten auch den Ölpreis um fast
zwei Prozent auf unter 88 Dollar je Fass (159 Liter). Viele Anleger
fürchten, dass mit einer Abschwächung der Konjunktur in den
USA auch die Nachfrage nach Öl sinken wird.
(Quelle: rtr)
Riesiges Loch im US-Haushalt
Do.24.01.08 - Das US-Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr auf 250 Milliarden Dollar
(171,5 Milliarden Euro) emporschnellen. Durch das von Präsident
George W. Bush geplante Konjunkturpaket würden weitere Belastungen
von rund 100 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) auf den Haushalt
zukommen, teilte das unabhängige Haushaltsamt des Kongresses (CBO)
am Mittwoch mit. Ein Grund für das wachsende Defizit sei der sich
ankündigende wirtschaftliche Abschwung.
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Aus informierten Kreisen verlautete, dass für 2008 wegen
gesunkener Unternehmensgewinne auch mit zurückgehenden
Steuereinnahmen zu rechnen ist.
Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Senat, der Demokrat Kent
Conrad, erwartete für das kommende Jahr sogar ein Defizit von
insgesamt 350 Milliarden Dollar (240 Milliarden Euro). Diese Zahl
ergebe sich, wenn das von Bush vorgeschlagene Konjunkturprogramm
miteinberechnet werde, erklärte Conrad. Die Prognose des CBO, die
sich auf statistisches Datenmaterial stützt, geht für 2008
nicht von einer Rezession aus, sondern von einem Wachstum von 1,7
Prozent. 2007 wuchs die Wirtschaft um 2,2 Prozent.
Im Detail rechnete das CBO mit einem Defizit von 219 Milliarden Dollar,
dazu kämen aber noch weitere Kosten für die Einsätze im
Irak und in Afghanistan, daher sei von 250 Milliarden auszugehen,
hieß es. Im vergangenen Jahr lag das Haushaltsdefizit bei 163
Milliarden Dollar (111 Milliarden Euro). 2004 betrug der Fehlbetrag im
Haushalt 413 Milliarden Dollar.
Präsident Bush traf unterdessen mit der Mehrheitsführerin im
Kongress, der Demokratin Nancy Pelosi, und weiteren Abgeordneten
zusammen, um über die Umsetzung des Konjunkturprogramms zu
sprechen. Bush hat zur Unterstützung der strauchelnden Konjunktur
ein Paket von Steuererleichterungen angeregt, das rund 145 Milliarden
Dollar (etwa 100 Milliarden Euro) kosten soll.
(Quelle: rtr)
Rennen um US-Präsidentschaftskandidatur: Obama in South Carolina
klar vor Clinton
Do.24.01.08 - Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten
zieht Barack Obama vor allem dank der Unterstützung schwarzer
Wähler als klarer Favorit in die nächste Runde der
US-Vorwahlen am Samstag.
In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Reuters, C-Span
und Zogby sprachen sich 43 Prozent der Wähler in South Carolina
für den afroamerikanischen Senator aus Illinois aus. Ganze 18
Punkte dahinter rangierte seine schärfste innerparteiliche
Konkurrentin Hillary Clinton. Abgeschlagen dritter wurde John Edwards,
ein ehemaliger Senator von North Carolina.
Obama konnte hinter sich vor allem die schwarze Bevölkerung
vereinen. Sie wird voraussichtlich mehr als die Hälfte aller
Wähler ausmachen, die am Samstag an der Abstimmung der Demokraten
teilnehmen. 65 Prozent der befragten Afroamerikaner gaben an, für
Obama zu sein. Nur 16 Prozent stimmten für die New Yorker Senatorin
Clinton, deren Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, bei Schwarzen
hohes Ansehen genießt. Obama wäre der erste
afroamerikanische Präsident der USA.
Als wichtigstes Thema wurde mit großem Abstand die prekäre
Wirtschaftslage genannt, gefolgt von dem umstrittenen Irak-Einsatz.
Der renommierte Meinungsforscher John Zogby betonte, dass noch etwa 14
Prozent der Wähler in South Carolina unentschieden seien. Zudem
hätten 20 Prozent der Befragten angegeben, ihre Meinung
möglicherweise noch einmal zu ändern. Die Fehlerquote der
Erhebung lag bei 3,4 Prozentpunkten. Clinton konnte sich bisher in zwei
Vorwahlen der Demokraten durchsetzen, Obama verbuchte bislang einen Sieg.
Die Republikaner hatten bereits am vergangenen Samstag in South
Carolina ihre Vorwahl abgehalten. Sieger wurde John McCain, Senator aus
Arizona.
Vor den wichtigen Vorwahlen der Demokraten in South Carolina und dem
Superwahltag in zwei Wochen in gleich 22 US-Staaten werden die Töne
zwischen zwischen den Hauptkonkurrenten Hillary Clinton und Barack Obama
wieder schärfer. In einer Fernsehdebatte lieferten sie sich am
Montagabend einen harten Schlagabtausch mit zum Teil persönlichen
Angriffen. Die Republikaner konzentrieren sich unterdessen ganz auf
Florida. Auf diesen Staat konzentriert der frühere New Yorker
Bürgermeister Rudy Giuliani seine ganzen Hoffnungen.
In der Debatte in Myrtle Beach in South Carolina warf Clinton Obama
vor, Wahlkampfspenden von einer unter Betrugsverdacht stehenden Person
angenommen zu haben. Obama bezeichnete Clinton als «eine
Unternehmsanwältin, die im Aufsichtsrat von Wal-Mart sitzt».
Als Obama versuchte, seine positiven Äußerungen über
Republikaner und den früheren Präsidenten Ronald Reagan zu
verteidigen, unterbrach Clinton ihn und sagte, sie habe nie seine
Äußerungen über Reagan kritisiert. «Ihr Mann hat
das getan», antwortete Obama. «Ich bin hier - nicht
er», entgegnete Clinton.
Obama beschwerte sich über nach seiner Darstellung falsche Angaben
von Hillary und Bill Clinton über ihn. «Ich denke, die Leute
suchen zum Teil jetzt nach jemandem, der Probleme löst und nicht
auf die typischen politischen Mittel zurückgreift, die wir von
Washington kennen», sagte er. Clinton konterte: «Ich glaube
Ihren Angaben. Und auf das, was Sie sagen, sollte es ankommen.»
Die Vorwahl in South Carolina findet am Samstag statt. Clinton und
Obama führen nach den ersten vier Vorwahlen in dem
Nominierungsprozess der Demokraten, der ehemalige Senator John Edwards
folgt mit deutlichem Abstand.
Bei den Republikanern, bei deren Vorwahlen es bislang keinen klaren
Favoriten gab, könnte am 29. Januar in Florida eine Weichenstellung
erfolgen. Der Sieger bekommt 57 Delegiertenstimmen und wohl auch einen
Schub für den Superwahltag am 5. Februar. Das Rennen ist hier noch
völlig offen. Neben Giuliani, der sich ganz auf diesen wichtigen
Staat konzentrierte und die bisherigen sechs Vorwahlen den Konkurrenten
überließ, machen sich auch Senator John McCain, der in South
Carolina und New Hampshire siegte, der frühere Gouverneur Mitt
Romney, der in Nevada, Michigan und Wyoming gewann, sowie der
Baptistenprediger Mike Huckabee, der in Iowa erfolgreich war, Hoffnungen
in Florida.
McCain schlug dabei auch verbal gegen den Action-Star und früheren
Karateweltmeister Chuck Norris zurück, der ihn als zu alt für
das Präsidentenamt bezeichnet hatte. Bei einem Wahlkampfauftritt in
Miami sagte der 71-jährige Senator am Montag: «Ich glaube,
ich muss Chuck mal meine 95-jährige Mutter schicken, um ihm den
Mund mit Seife zu waschen.» Norris hatte am Sonntag bei einer
Veranstaltung für McCains Konkurrenten Huckabee in Texas gesagt, er
unterstütze McCain nicht, weil er befürchte, «dass der
Vizepräsident in dieser vierjährigen Präsidentschaft das
Amt übernimmt». Norris ist vier Jahre jünger als McCain,
Huckabee ist 51 Jahre alt.
boa (Quellen: rtr, ap)
Russischer Präsidentschaftskandidat Medwedew vor Erdrutschsieg
Do.24.01.08 - Der russische Präsidentschaftskandidat Dmitri Medwedew steht einer
Umfrage zufolge vor einem haushohen Sieg bei der Wahl in sechs Wochen.
82 Prozent der Befragten hätten angegeben, für Medwedew
stimmen zu wollen, hieß es am Mittwoch in einer Erhebung des
unabhängigen Instituts Levada. Seit Dezember, als sich
Präsident Wladimir Putin für eine Kandidatur Medwedews
ausgesprochen hat, ist die Zustimmung für den ersten
stellvertretenden Ministerpräsidenten damit gestiegen.
Auf den abgeschlagenen zweiten Platz kommt der Studie zufolge der
Kommunist Gennadi Sjuganow mit neun Prozent der Stimmen. An der Umfrage
nahmen 1600 Menschen teil. Levada bezog die Unentschiedenen jedoch nicht
in die Auswertung mit ein. Das könnte ein Grund für die hohe
Zustimmungsrate für Medwedew sein.
Sjuganows Partei bezeichnete den Wahlkampf unterdessen als einseitig
und stellte einen Rückzug der Kandidatur des
Kommunistenführers in Aussicht. "Wir wollen uns nicht in einer
Situation wiederfinden, in der unser Kandidat als Kosmetik für die
Inthronisierung eines Nachfolgers herhalten muss", teilte die Partei
mit. Deswegen erwäge man, aus dem Rennen auszuscheiden.
Westliche Staaten haben Russland dazu gedrängt, eine faire und
freie Abstimmung abzuhalten, nachdem die Parlamentswahl im vergangenen
Jahr Beobachtern zufolge durch die russische Regierung verfälscht
worden war. Regierungsvertreter weisen Vorwürfe der Parteilichkeit
zurück.
(Quelle: rtr)
Russland droht Ukraine bei Nato-Beitritt mit Konsequenzen
Do.24.01.08 - Russland hat der Ukraine bei einem Nato-Beitritt mit einer deutlichen
Verschlechterung der Beziehungen gedroht: "Man kann den Eindruck
bekommen, dass die gegenwärtige ukrainische Regierung die
Annäherung an die Nato grundsätzlich als Alternative zu den
guten nachbarschaftlichen Verbindungen zu Russland sieht", teilte das
Außenministerium in Moskau am Dienstag mit. Dies werde die
Verbindungen zwischen beiden Ländern deutlich belasten. In diesem
Kontext sei man gezwungen, passende Maßnahmen zu ergreifen,
hieß es weiter. Die ukrainische Regierung nahm keine Stellung.
Vor wenigen Tagen hatte die Regierung in Kiew erste Schritte zu einer
Aufnahme in die Nato eingeleitet. Angesichts der politischen
Instabilität in dem Land bezweifeln Nato-Vertreter jedoch, dass die
Ukraine bald Mitglied des transatlantischen
Verteidigungsbündnisses werden kann.
(Quelle: rtr)
Kein Ende der Eiszeit zwischen Griechenland und der Türkei
Do.24.01.08 - Ein Ende der Eiszeit zwischen Griechenland und der Türkei ist
trotz des historischen Besuchs des griechischen
Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis in Ankara nicht in Sicht.
Karamanlis und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan
stellten bei mehreren Themen Meinungsverschiedenheiten fest, darunter
die Situation der griechisch-orthodoxen Christen in der Türkei und
die ungeklärten Gebietsansprüche in der Ägäis. Seit
1959, als Karamanlis' Onkel Konstantin die Türkei besucht hatte,
war kein griechischer Regierungschef mehr zu einem offiziellen Besuch
ins Nachbarland gereist.
Trotz der Meinungsverschiedenheiten äußerten beide
Regierungschefs nach dem Treffen den Willen, ihre Treffen
fortzuführen, um die Streitigkeiten zwischen beiden Staaten
beizulegen. Doch auch über die nächsten Schritte waren sich
Karamanlis und Erdogan uneinig: Der griechische Regierungschef
verlangte, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag über
die Abgrenzung der Hoheitsgewässer um die unbewohnte Felseninsel
Imia (türkisch Kardak) in der Ägäis zu verhandeln. "Die
Lösung in der Ägäis muss auf Basis von internationalem
Recht entstehen", sagte Karamanlis bei einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Erdogan.
Ankara besteht hingegen auf bilateralen Verhandlungen. "Es ist wichtig,
dass die Ägäis ein Meer des Friedens wird und eine
Kooperation zwischen beiden Küsten des Meeres erlaubt", sagte
Erdogan zum Auftakt des dreitägigen Besuchs von Karamanlis in der
Türkei. Erst am vergangenen Wochenende war es zu neuen Spannungen
zwischen griechischen und türkischen Kriegsschiffen in der
Ägäis gekommen - wie im Jahr 1996, als beinahe ein Krieg
zwischen den beiden NATO-Partnern ausgebrochen wäre.
Der griechische Ministerpräsident rief Ankara dazu auf, die Rechte
von Minderheiten - insbesondere der griechisch-orthodoxen Christen - zu
stärken. Karamanlis forderte die Wiedereröffnung der
theologischen Fakultät Heybeliada, die auf einer Insel vor
Istanbul angesiedelt war und 1971 geschlossen wurde. Rund 4000
griechische-orthodoxe Christen leben in der Türkei, vor allem in
Istanbul.
Erdogan mahnte seinerseits die Wiedervereinigung Zyperns an, das seit
1974 geteilt ist. Damals löste ein Putsch griechischer
Nationalisten Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen und
Vertreibungen aus, in deren Verlauf die Türkei in einer
Militärinvasion den mehrheitlich von Türken besiedelten
Norden der Insel besetzte.
(Quelle: afp)
Türkische Rechtsnationalisten wollten offenbar
Literatur-Nobelpreisträger Pamuk töten
Do.24.01.08 - Türkische Rechtsnationalisten wollten offenbar den
Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk töten. Auch mehrere
Kurdenpolitiker in der Türkei sowie ein regierungsnaher Journalist
standen auf einer "Attentatsliste" der bei einer groß angelegten
Razzia zerschlagenen Organisation "Ergenekon", wie die Zeitungen
"Hürriyet" und "Milliyet" berichten. So hätten die
Kurdenpolitikerin Leyla Zana und der Kolumnist Fehmi Koru im Visier der
Nationalisten gestanden. Bei der Polizeiaktion am Dienstag waren mehr
als 30 Menschen festgenommen worden, unter ihnen prominente
Rechtsnationalisten und Ex-Soldaten.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen die Bildung einer
terroristischen Vereinigung vor. Pamuk ist bei Nationalisten wegen
Äußerungen zu den türkischen Massakern an den Armeniern
im Ersten Weltkrieg verhasst. Er lebt derzeit in den USA. Unter den
festgenommenen mutmaßlichen "Ergenekon"-Mitgliedern ist auch der
rechtsgerichtete Anwalt Kemal Kerincsiz, der Pamuk und den im
vergangenen Jahr ermordeten Journalisten Hrant Dink wegen "Beleidigung
des Türkentums" vor Gericht gebracht hatte.
Laut Presseberichten wird die Gruppe auch verdächtigt, in den Mord
an Dink sowie in den Anschlag auf das Oberste Verwaltungsgericht der
Türkei vor zwei Jahren verwickelt gewesen zu sein. "Ergenekon" ist
die mythische Heimat der Türken in Zentralasien. Eine offizielle
Bestätigung für die Existenz einer "Attentatsliste" der
Organisation liegt bisher nicht vor; der zuständige Staatsanwalt in
Istanbul verhängte eine Nachrichtensperre.
(Quelle: afp)
NATO verstärkt Truppen im Kosovo
Do.24.01.08 - Mit Blick auf die erwartete Unabhängigkeitserklärung des
Kosovo hat die NATO ein zusätzliches Bataillon in die serbische
Provinz entsandt. Die Stationierung der 560 italienischen Soldaten habe
am Montag begonnen, sagte der Sprecher der KFOR-Friedenstruppe im
Kosovo, Bertrand Bonneau. Die zusätzlichen Streitkräfte
sollten Routineeinsätze im Kosovo vornehmen. Die Stationierung
solle zugleich "die Fähigkeit der NATO demonstrieren, ihre
Kräfte im Kosovo kurzfristig zu verstärken", sagte Bonneau.
Derzeit halten sich rund 17.000 NATO-Soldaten in der Provinz auf.
Beobachter gehen davon aus, dass die NATO ihre Truppen im Kosovo
verstärkt, weil sie gewaltsame Ausschreitungen nach einer
Unabhängigkeitserklärung befürchtet. Eine einseitige
Unabhängigkeitserklärung der mehrheitlich von Albanern
bewohnten Provinz wird in den kommenden Wochen erwartet.
Alle Verhandlungen zwischen Serbien und den Vertretern des Kosovo
über eine einvernehmliche Lösung waren gescheitert. Die USA
und einige europäische Staaten haben angekündigt, das Kosovo
als unabhängigen Staat anzuerkennen. Serbien und Russland lehnen
eine Abspaltung ab.
Die Polizei im Kosovo erklärte, sie bereite einen speziellen
Einsatzplan für den Tag der Unabhängigkeitserklärung
vor. "Das Hauptziel des Plans ist es, das Leben und den Besitz der
Bevölkerung zu schützen, sowie die öffentliche Ordnung
und den Frieden aufrecht zu erhalten", sagte ein Polizeisprecher.
(Quelle: afp)
EU legt umstrittenes Gesetzespaket zum Klimaschutz vor
Do.24.01.08 - Ungeachtet der teils heftigen Kritik aus der deutschen Wirtschaft hat
die EU-Kommission einen ehrgeizigen Plan zur Umsetzung der
europäischen Klimaziele vorgelegt.
Den am Mittwoch in Brüssel präsentierten Vorschlägen
zufolge soll der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids
(CO2) bis 2020 um zwanzig Prozent gegenüber 1990 sinken. Diese
Vorgabe hatten die 27 EU-Länder im März 2007 beschlossen.
Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso betonte, eine Antwort auf
den Klimawandel sei die wichtigste Aufgabe der Politik. Die EU
müsse dabei weiterhin international führend sein.
Nicht nur in der Industrie, auch im Verkehr, bei Gebäuden und in
der Landwirtschaft muss nach dem Entwurf der Schadstoffausstoß
deutlich gemindert werden. Der Bundesverband der deutschen Industrie
warnte vor einer Erosion der Industrie in Deutschland. Die
Bundesregierung zeigte sich zerstritten über die Vorschläge:
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte sie als
ehrgeizig, aber machbar. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU)
kritisierte Belastungen für Bürger und Wirtschaft. Diese
werden sich nach Schätzungen der Kommission auf 60 Milliarden Euro
im Jahr belaufen. Das wären drei Euro pro Person in der Woche,
rechnete Barroso vor. Dem stehe ein massiver Einbruch des Wachstums
gegenüber, wenn die Welt beim Klimaschutz die Hände in den
Schoß lege.
Wissenschaftler warnen, dass die Erderwärmung zu einem
höheren Meeresspiegel, Überflutungen und Dürren
führen wird. Die Umweltverbände Greenpeace und Freunde der
Erde forderten deshalb noch stärkere Einschnitte und wandten sich
gegen die geplante stärkere Nutzung von Biosprit aus Getreide,
weil diese neue Umweltprobleme schaffen könne. Der Anteil von
Biosprit soll bis 2020 auf zehn Prozent steigen. Doch soll dafür
nur Treibstoff in Frage kommen, der mindestens 35 Prozent weniger CO2
abgebe als auf Öl basierender Kraftstoff und umweltschonend
gewonnen wird. Der Verband der Automobilindustrie lobte, dass damit
nicht zu einem Abholzen der Regenwälder beigetragen werde.
Der wichtigste Teil des Vorschlags ist eine Reform des 2005
eingeführten Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten, an dem
künftig alle Energie- und Industrieunternehmen teilnehmen sollen.
In Sektoren, die dabei nicht berücksichtigt werden können -
wie Verkehr, Gebäude oder Landwirtschaft -, müssen die
CO2-Emissionen bis 2020 um zehn Prozent sinken. Auf Deutschland
entfallen dafür 14 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energie aus
Quellen wie Sonne, Wasser oder Wind soll gleichzeitig auf 20 Prozent,
in Deutschland auf 18 Prozent steigen.
Gabriel sagte, alle diese Auflagen seien mit den bereits getroffenen
Klimabeschlüssen der Regierung erreichbar. Die Mitgliedsstaaten
und das Europäische Parlament müssen nun die Entwürfe
beraten und verabschieden. Mehrere Regierungen hatten schon im Vorfeld
versucht, die Vorgaben abzumildern.
Der Emissionshandel sorgte für den meisten Konfliktstoff. Die
Firmen dürfen nur so viel CO2 an die Umwelt abgeben, wie ihnen
über eine Menge an Zertifikaten erlaubt ist. Die Zertifikate
sollen bis 2020 um 21 Prozent im Vergleich zu 2005 verknappt werden.
Die Verschmutzungsrechte wurden bisher größtenteils
kostenlos ausgegeben. Doch die Energiekonzerne sollen nun ab 2013, wenn
die dritte Handelsphase beginnt, die CO2-Zertifikate komplett
ersteigern. Während E.ON den Plan begrüßte, lehnte RWE
ihn ab.
Der Chemieverband VCI und die Wirtschaftsvereinigung Stahl kritisieren,
dass die Kommission erst 2010 entscheiden will, ob energieintensive
Industrien wie diese Branchen 2013 für ihre Verschmutzungsrechte
bezahlen müssen. Das soll davon abhängig sein, wie stark die
Unternehmen Konkurrenz im Ausland ausgesetzt ist, die keine
Klimaauflagen erfüllen muss. Entscheidend dafür sind die
Aussichten auf ein internationales Klimaabkommen, mit dem verhindert
würde, dass die Produktion in Klimasünder-Länder
verlagert würde und die Umwelt unter dem Strich noch mehr belastet
würde. "Wir wollen eine striktere Reduktion von Treibhausgas, aber
wir wollen auch die Industrie in Europa halten", sagte Barroso.
(Quelle: rtr)
Italienisches Abgeordnetenhaus spricht Prodi das Vertrauen aus
Do.24.01.08 - Der politisch angeschlagene italienische Ministerpräsident Romano
Prodi hat erwartungsgemäß die Vertrauensabstimmung im
Abgeordnetenhaus gewonnen.
Die erste Kammer des Parlaments sprach Prodi am Mittwoch in Rom mit 326
zu 275 Stimmen das Vertrauen aus. Die endgültige Entscheidung
über das Schicksal der Mitte-Links-Koalition fällt am
Donnerstag im Senat, wo das Regierungsbündnis seine ohnehin knappe
Mehrheit verloren hat. Sollte Prodi die Abstimmung verlieren,
müsste er zurücktreten. Präsident Giorgio Napolitano
könnte dann der Forderung der Opposition um Ex-Regierungschef
Silvio Berlusconi folgen und Neuwahlen ansetzen. Napolitano könnte
aber auch eine Übergangsregierung einsetzen.
Prodi wollte sich am Abend erneut mit Napolitano beraten. Er habe aber
noch nicht über einen Rücktritt entschieden, hieß es in
Koalitionskreisen. Beide waren bereits am Nachmittag zu einem
30-minütigen Krisengespräch zusammengetroffen. Napolitano
habe dem Ministerpräsidenten geraten, auf die Vertrauensfrage im
Senat zu verzichten, hieß es anschließend in
Regierungskreisen. Prodi wolle im Licht des ersten
Abstimmungsergebnisses über seine weiteren Schritte entscheiden.
Das erste Treffen hatte Spekulationen ausgelöst, Prodi könnte
noch vor der Abstimmung im Senat zurücktreten. So war der
Regierungschef im Februar 2006 schon einmal einer drohenden Niederlage
im Senat zuvorgekommen. Napolitano beauftragte ihn dann erneut mit der
Regierungsbildung, und Prodi gewann später die
Vertrauensabstimmung im Senat.
Die jüngste Krise war durch die Entscheidung einer kleinen
christlichen Partei ausgelöst worden, Prodis Regenbogenkoalition
den Rücken zu kehren. Dadurch verlor das Bündnis, dessen
Spektrum von Katholiken über Sozialisten, Grüne bis zu den
Kommunisten reicht, ihre Zwei-Stimmen-Mehrheit im Senat. Auch die
Liberalen kündigten an, Prodi am Donnerstag die Gefolgschaft zu
verweigern, so dass dessen Erfolgsaussichten weiter schwanden.
(Quelle: rtr)
Frankreich will 45.000 Jobs in Vorstädten schaffen
Do.24.01.08 - Mit der Schaffung von 45.000 Arbeitsplätzen will die
französische Regierung die Krise in den Vorstädten beilegen.
Nach monatelangen Vorbereitungen präsentierte Staatssekretärin
Fadela Amara am Dienstag im berüchtigten Lyoner Vorort
Vaulx-en-Velin die Grundlinien für einen «Plan
Banlieues». Wichtigstes Ziel ist die Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden drei Jahren. Sie liegt in vielen
Trabantenstädten bei rund 40 Prozent.
Ihr eine Milliarde Euro teurer Plan hat drei Schwerpunkte: Neben
Beschäftigungs- und Bildungsprogrammen sollen die Diskriminierung
bekämpft und die Vorstädte besser an das Verkehrsnetz
angeschlossen werden. In den Wohngebieten aus den 60er und 70er Jahren,
in denen es immer wieder zu Krawallen kommt, leben viele
Einwandererfamilien aus afrikanischen und arabischen Staaten. Von den
S-Bahn- und Metrolinien der Großstädte sind sie meist
abgeschnitten.
Zur Schaffung der Arbeitsplätze will Staatssekretärin Amara
in den kommenden fünf Jahren 20.000 neue Unternehmen ansiedeln. Die
Finanzierung ihres Konzeptes ist indes noch nicht geklärt. Sie
habe aber Vertrauen in die Entschlossenheit Sarkozys, den Wandel in den
Vorstädten herbeizuführen, sagte Amara: «Wir treffen
hier auf ein Frankreich, das sehr arm ist und den Staat an seiner Seite
braucht.»
Eine Entschärfung der Krise ist eine der Mammutaufgaben des
Präsidenten. Etliche Vorgängerregierungen waren mit dem
Vorhaben gescheitert. Die Spannungen eskalierten zuletzt Ende November,
als Jugendliche in drei Krawallnächten in Villiers-le-Bel
nördlich von Paris mit Schrotflinten auf Polizisten schossen.
Bei vielen Jugendlichen in den Vorstädten ist Sarkozy verhasst,
weil er als Innenminister Jugendbanden als «Gesindel»
bezeichnete, dessen man sich mit dem Kärcher (Hochdruckreiniger)
entledigen müsse. Doch der Staatschef will das Feld seiner
Staatssekretärin nicht überlassen: Am 8. Februar wird er
selbst die Einzelheiten des «Plan Banlieues» vorstellen.
Schon am Montagabend stahl er Amara die Schau, als er
unangekündigt die Trabantenstadt Sartrouville vor Paris besuchte
und den Jugendlichen dort bessere Berufschancen in Aussicht stellte -
«wenn sie bereit sind, früh aufzustehen», wie er
hinzufügte. Im Wahlkampf und seit seiner Amtseinführung im Mai
hatte Sarkozy die Problemviertel gemieden.
(Quelle: ap)
Deutschland
SPD-Chef Beck hält Ampelkoalition in Hessen für möglich
Do.24.01.08 - SPD-Chef Kurt Beck hält nach der Landtagswahl in Hessen eine
Ampelkoalition für möglich: Die FDP werde sich seiner Meinung
nach nicht einfach mit dem bisherigen CDU-Ministerpräsidenten
Roland Koch in die Opposition begeben, sagte Beck dem Hörfunksender
hr-info in einem vorab verbreiteten Interview, das am Mittwoch
ausgestrahlt wurde. Er erwarte nicht, dass die Liberalen sagten, wie
Hessen regiert werde, interessiere sie nicht, fügte Beck an. "Ein
bisschen Verantwortung fürs Ganze haben die auch, man spürt
es nicht immer, aber sie sollten sich erinnern." Idealziel sei jedoch,
dass die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti eine
Landesregierung mit den Grünen bilden könne.
In Hessen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. CDU und SPD
liegen Umfragen zufolge in der Wählergunst ungefähr gleichauf.
Auch Ypsilanti hatte zuletzt erklärt, sie wolle Koch bei einem
knappen Ausgang mit einer Ampelkoalition ablösen. Sie setze auf
ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP, falls es bei einem
Einzug der Linkspartei ins Parlament weder eine schwarz-gelbe noch eine
rot-grüne Mehrheit gebe, sagte sie am Wochenende. Eine Allianz mit
der Linkspartei lehnt Ypsilanti ab.
(Quelle: rtr)
Finanzmarkt-Krise - DGB fordert vorgezogene Investitionen
Do.24.01.08 - Angesichts der weltweiten Finanzmarkt-Krise hat der DGB die
Bundesregierung zum aktiven Gegensteuern aufgerufen. «Um die
Konjunktur nicht absacken zu lassen, sollten Bundesregierung und
Bundesländer kurzfristig geplante Auftragsvergaben und
öffentliche Investitionen vorziehen und damit Wachstumsimpulse
geben», sagte Vorstandsmitglied Claus Matecki am Mittwoch in
Berlin.
Der seit längerem absehbare Kurssturz an den Weltaktienbörsen
werde auf die reale Wirtschaft durchschlagen und auch die relativ gute
Konstitution der Konjunktur in Deutschland beschädigen, sagte
Matecki. «In dieser Situation kommt es darauf an, mit allen
Kräften gegenzuhalten.» Die Europäische Zentralbank
(EZB) müsse gemeinsam mit der amerikanischen und japanischen
Notenbank alles tun, um die Finanzmärkte wieder unter Kontrolle zu
bringen.
(Quelle: ap)
Regierung hält Börsenturbulenzen für verkraftbar
Do.24.01.08 - Die Börsenturbulenzen und die Rezessionsängste in den USA
werfen die deutsche Wirtschaft nach Ansicht der Bundesregierung nicht
aus der Bahn: Der Aufschwung gehe weiter, verliere 2008 allerdings an
Tempo, beschrieb Wirtschaftsminister Michael Glos am Mittwoch die
Kernbotschaft des neuen Jahreswirtschaftsberichts. Wegen zunehmender
Risiken senkte die Regierung ihre Wachstumsprognose auf 1,7 von zwei
Prozent. 2007 hatte die Wirtschaft noch um 2,5 Prozent zugelegt.
Zugleich rechnet die Regierung mit 330.000 weniger Arbeitslosen. Dies
sollte dazu beitragen, den privaten Konsum zum neuen Wachstumstreiber
zu machen. Pläne für ein Konjunkturprogramm habe die
Regierung keine, sagte Glos. Es sei aber vernünftig, für
Notfälle gewappnet zu sein.
"Wir registrieren natürlich, dass die Risiken deutlich gestiegen
sind", betonte Glos mit Blick auf die Krise an den Finanzmärkten.
Der Kurssturz an den Börsen seit Wochenbeginn zeige, wie
große die Unsicherheiten seien. "Man sollte die derzeitige
Korrektur nach unten nicht überbewerten", schränkte Glos ein.
Grund für die Turbulenzen seien auch die Rezessionsängste
für die USA als weltgrößte Volkswirtschaft. Gerade
für Deutschland gelte, dass die Wachstumsbasis robust sei. "In
Kenntnis aller Risiken und Chancen haben wir 1,7 Prozent Wachstum
unterstellt, und dabei bleiben wir."
Mit Blick auf das Milliarden-Konjunkturprogramm der US-Regierung und
die jüngste Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed von 4,25 auf 3,5
Prozent machte Glos deutlich, dem müssten die Euro-Länder
nicht zwangsläufig folgen. "Ich erinnere mich nicht daran, dass
irgendein Versprechen getroffen wurde, Zinsschritte parallel mit
anderen Ländern zu unternehmen", sagte er mit Blick auf die
Europäische Zentralbank (EZB). Er hoffe, dass die
US-Maßnahmen die Märkte dauerhaft stabilisierten. Für
den Eurokurs habe die Regierung 1,45 Dollar unterstellt, und das sei
ebenso vorsichtig, wie die Erwartung eines durchschnittlichen
Ölpreises von 95 Dollar je Fass. Insofern gebe es im Bericht sogar
einige Polster. Glos warnte aber, bei abrupten
Schwächeanfällen des Dollars könnte der Export leiden.
Konjunkturprogramme wie die USA plane Deutschland keine. "Es gibt
gegenwärtig keine Überlegungen", versicherte Glos. Es sei
aber sinnvoll, für den Fall, dass es anders als erwartet laufe,
Gegenkonzepte in der Schublade zu haben. Er denke etwa an die
Stärkung von Investitionen. "Selbstverständlich muss man sich
darüber Gedanken machen", erklärte Glos, fügte aber
hinzu: "Die Schublade ist noch leer". Die Forderung nach
Steuerentlastungen habe er aus Gründen des Koalitionsfriedens
zurückgestellt.
Wegen der Immobilien- und Kreditkrise erwartet der Internationale
Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr einen kräftigen
Dämpfer für die Weltwirtschaft. Neben der Finanzkrise nennt
der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung die Verbraucherpreise
als großes Prognoserisiko. Die Regierung rechnet im Schnitt mit
einem Anstieg der Lebenshaltungskosten von 2,3 Prozent nach 2,2 Prozent
im Vorjahr. Im Jahresverlauf werde die Rate aber wieder deutlich unter
zwei Prozent fallen.
Für den Arbeitmarkt ist die Regierung optimistisch. Mit 8,2 nach
neun Prozent im Vorjahr werde die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten
Stand seit Jahren sinken. Damit werde die Arbeitslosenzahl im
Jahresdurchschnitt unter 3,5 Millionen fallen. Die
Erwerbstätigenzahl werde zum Vorjahr noch mal um 280.000 zulegen
und erneut für einen Rekord sorgen. Dies sollte zusammen mit
höheren verfügbaren Einkommen der Bürger dazu beitragen,
den privaten Konsum zum neuen Wachstumstreiber zu machen. An die
Tarifpartner appellierte Glos, den verantwortungsvollen Kurs bei der
Lohnfindung beizubehalten.
In der Opposition traf der Bericht auf viel Kritik. Für die
Grünen erklärte Fraktionschef Fritz Kuhn, die Regierung
könne ihren Bericht "in die Tonne treten." Der stellvertretende
FDP-Chef Rainer Brüderle forderte, Deutschland mit Steuersenkungen
krisenfester zu machen. Der Bundesverband Deutscher Banken nannte die
Regierungsprognose sachgerecht.
(Quelle: rtr)
Bundesagentur rechnet weiter mit sinkenden Arbeitslosenzahlen
Do.24.01.08 - Trotz der derzeitigen Börsen-Turbulenzen rechnet die Bundesagentur
für Arbeit (BA) weiter mit sinkenden Arbeitslosenzahlen.
«Wir halten an unserer Projektion fest, dass sich die Zahl der
Arbeitslosen von durchschnittlich 3,8 Millionen im Jahr 2007 auf 3,5
Millionen in diesem Jahr verringern wird», sagte der
BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise der «Leipziger
Volkszeitung (Donnerstagausgabe). Im Herbst sei sogar eine
Annäherung an die Drei-Millionen-Grenze möglich.
Diese gelte auch bei einer leichten konjunkturellen Eintrübung,
sagte Weise. Die Arbeitslosigkeit laufe der konjunkturellen Entwicklung
ein halbes Jahr hinterher: «Wenn die Konjunktur anspringt,
verzeichnen wir oft erst Überstunden, dann Zeitarbeit und dann
erst Festeinstellung. Wenn sich die Konjunktur etwas abkühlt,
bleiben die Menschen in Beschäftigung, weil die Aufträge da
sind, um abgearbeitet zu werden.»
Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
werde zunehmen. 2007 sei ein Anstieg um 550.000 bis 600.000 verzeichnet
worden. Dies sei eine gute Ausgangslage für das Jahr 2008.
«Trotz der leichten konjunkturellen Dämpfung erwarten wir,
dass die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2008 um
310.000 Personen über dem Vorjahr liegt, wobei die Zahl der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 270.000
steigt», wird der BA-Chef zitiert.
(Quelle: ap)
Streit Düsseldorfer Landtag über geplante
Nokia-Schließung
Do.24.01.08 - Über die geplante Schließung des Bochumer Nokia-Werkes ist
es am Mittwoch zu einem heftigen Schlagabtausch im Düsseldorfer
Landtag gekommen. Die Opposition warf der schwarz-gelben
Landesregierung ein unzureichendes Krisenmanagement vor.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) wies die
Vorwürfe zurück und begrüßte die
Gesprächsbereitschaft des finnischen Nokia-Chefs Olli-Pekka
Kallasvuo. Unterdessen wurde eine Umfrage bekannt, nach der die
angekündigte Schließung des Bochumer Nokia-Werkes dem
Handyhersteller schweren Schaden zufügen könnte.
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SPD-Fraktionschefin Hannelore Kraft hielt der Landesregierung vor, von
der Schließungsankündigung für Nokia in Bochum
überrascht worden zu sein. «Die Regierung hatte kein
Frühwarnsystem und war völlig unvorbereitet»,
kritisierte Kraft. Gerade bei einem Subventionsempfänger wie Nokia
wäre die Landesregierung verpflichtet gewesen, sich über alle
Pläne des Unternehmens auf dem Laufenden zu halten.
Auch Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann sagte: «In
frühzeitigen Gesprächen hätten Möglichkeiten
ausgelotet werden können, diese Standortschließung zu
verhindern.» Die Regierung habe zu spät Gespräche mit
Nokia aufgenommen, bemängelte Löhrmann.
Rüttgers wies die Kritik der Opposition zurück. «Sie
versuchen hier, die Not der Menschen parteipolitisch
auszunutzen», sagte der Regierungschef. Die Sprecher der
Oppositionsfraktionen hätten «Lust an der Krise».
Rüttgers betonte, die Landesregierung werde alles tun, um die
Arbeitsplätze in der Handy-Produktion zu erhalten. Die
Verhandlungen liefen weiter.
Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), die über den Stand der
Verhandlungen mit dem finnischen Unternehmen berichtete, sagte:
«Nokia scheint aufzuwachen.» Ziel der Landesregierung sei
weiterhin, die Handy-Produktion in Bochum «ganz oder zumindest
teilweise zu erhalten». Gerade für den Strukturwandel im
Ruhrgebiet wäre der Erhalt der Arbeitsplätze ein wichtiges
Signal.
Nokia hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Bochumer
Werk bis Mitte 2008 zu schließen. Rund 2300 Beschäftigte
sind betroffen, zudem sind bis zu 2000 Stellen bei Zulieferern und
Leiharbeitern in Gefahr.
Nach einer repräsentativen Umfrage des Hamburger Magazins
«Stern» sind rund 68 Prozent von 1002 Befragten der
Auffassung, das Ansehen der finnischen Mobilfunkmarke habe durch die
Entscheidung zur Schließung des Bochumer Werks gelitten. Etwas
mehr als die Hälfte der Befragten zeigte sich zudem offen für
Boykottmaßnahmen: Auf die Frage, ob sie wegen der
Schließungspläne künftig vom Kauf eines Nokia-Handys
absehen würden, antworteten laut Umfrage 56 Prozent mit Ja.
Das Schauspielhaus Bochum verteilt derweil Postkarten mit der
Aufschrift «Nokia muss in Bochum bleiben!» Die Zuschauer
können auf dieser Postkarte ihre Meinung zur Schließung des
Werkes aufschreiben. Adressiert sind die Karten an den
Vorstandsvorsitzenden von Nokia in Finnland. Das Schauspielhaus
übernimmt die Kosten.
(Quelle: ddp)
Bundesfinanzhof: Kürzung der Pendlerpauschale ist verfassungswidrig
Do.24.01.08 - Etappensieg für Millionen Pendler in Deutschland: Der
Bundesfinanzhof hat seine Zweifel an der Kürzung der
Pendlerpauschale bekräftigt. Er hält die seit 1. Januar 2007
geltende Neuregelung für unvereinbar mit dem Grundgesetz und wird
sie dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorlegen. Die Wege zur
Arbeit seien rein berufliche Aufwendungen, sagte der Vorsitzende
Richter Hans-Joachim Kanzler am Mittwoch im Rahmen einer
Jahres-Pressekonferenz in München.
Die Pendlerkosten seien unvermeidbare Kosten, denen sich Arbeitnehmer
nicht entziehen könnten. Außerdem verstoße das Gesetz
gegen den Schutz von Ehe und Familie. Die Verfassungsrichter in
Karlsruhe wollen sich noch in diesem Jahr mit der Neuregelung befassen.
Dort stehen auch weitere Verfahren anderer Gerichte in der gleichen
Frage zur Verhandlung an. Für das Bundesverfassungsgericht
könnte die Entscheidung des obersten deutschen Steuergerichts
Signalwirkung haben.
Pendler können nach der Neuregelung der Pauschale seit 1. Januar
2007 die Kosten für den Weg zur Arbeit erst ab dem 21. Kilometer
mit 0,30 Euro pro Entfernungskilometer als Werbungskosten bei der Steuer
geltend machen. Es gilt seither das sogenannte Werkstorprinzip, wonach
Fahrten zur Arbeit dem privaten Bereich zuzuordnen sind und die
berufliche Sphäre erst am Werkstor beginnt.
Vor dem Bundesfinanzhof ging es um die Klagen eines Bäckermeisters
aus Baden-Württemberg und eines Ingenieurs aus Neustrelitz. In
mehrstündigen mündlichen Verhandlungen, an der auch Vertreter
des Bundesfinanzministeriums teilnahmen, hatten sich die Richter vor
zwei Wochen mit der Kürzung der Pendlerpauschale befasst. Die
Kläger werden vom Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland
(LHRD) und vom Bund der Steuerzahler unterstützt. In einer
Eilentscheidung im vergangenen Jahr hatte der Bundesfinanzhof bereits
erhebliche Zweifel an der Neuregelung zur Pendlerpauschale
geäußert. (Aktenzeichen: Bundesfinanzhof VI R 17/07 und VI R
27/07)
(Quelle: ap)
Beschwerderecht für Kinder in UN-Konvention gefordert
Do.24.01.08 - Kinderhilfswerke fordern die Einführung eines Beschwerderechts
für Kinder in der UN-Kinderrechtskonvention. "Kinder sollten sich
genauso wie Erwachsene beschweren können, wenn ihre Rechte verletzt
werden", sagte die Sprecherin der AG Kinderrechte im Forum
Menschenrechte, Barbara Dünnweller, am Dienstag dem epd in Berlin.
Die Kinderrechtskonvention sei zwar seit mehr als 18 Jahren in Kraft. Es
fehle jedoch ein wirksamer Mechanismus, die Umsetzung zu kontrollieren.
Am Dienstag starteten Hilfswerke und andere nichtstaatliche
Organisationen eine Kampagne für ein Beschwerderecht für
Kinder. In der Bundesregierung gebe es dafür positive Signale aus
dem Auswärtigen Amt, während im Justiz- und Innenministerium
noch starke Widerstände herrschten, sagte Dünnweller.
Angeführt wird die Kampagne von der Kindernothilfe, World Vision
International, Save the Children Großbritannien, Save the Children
Norwegen und SOS Kinderdorf.
In anderen Menschenrechtsverträgen wie der Frauenrechtskonvention
sei schon lange ein entsprechendes Beschwerderecht vorgesehen,
hieß es. Damit können sich Benachteiligte jederzeit an ein
UN-Gremium wenden, wenn die Rechtsmittel im eigenen Land
ausgeschöpft wurden. Das Gremium prüft die Beschwerde und kann
den Staat gegebenenfalls zur Wiedergutmachung auffordern. "Deshalb
sollten auch Kindern auf internationaler Ebene Rechtsmittel zur
Verfügung stehen, wenn die innerstaatlichen versagen",
erklärte Dünnweller.
(Quelle: epd)
41,2 Millionen Autos in Deutschland unterwegs
Do.24.01.08 - In Deutschland sind 41,2 Millionen Autos auf den Straßen
unterwegs. Das sind 0,4 Prozent mehr als der vergleichbare
Vorjahreswert, wie das Kraftfahrtbundesamt am Mittwoch in Flensburg
mitteilte. Dazu kommen rund acht Millionen Motorräder, Lastwagen
und andere Fahrzeuge, so dass insgesamt 49,3 Millionen Fahrzeuge
zusammenkommen. Mit 21,3 Prozent kommen die meisten Autos von VW vor
Opel (13,8 Prozent) und Mercedes (9,2 Prozent). 75 Prozent der
Personenwagen sind Benziner, 32 Prozent haben weibliche Halter.
Nach Angaben des Amtes gab es eine Änderung in der Statistik,
wonach so genannte vorübergehend stillgelegte Fahrzeuge (12
Prozent) nicht mehr mitgezählt werden, sondern nur noch der
fließende Verkehr. Die Vergleichswerte seien angepasst worden.
Von den 41,2 Millionen Pkw kommen mit 8,8 Millionen mehr als 21 Prozent
von der Marke Volkswagen. Wenn man alle Marken des Volkswagenkonzerns
(VW, Audi, Seat, Skoda) zusammenrechnet, kommt fast jedes dritte Auto
auf deutschen Straßen aus dem Wolfsburger Konzern (31,1 Prozent).
Es folgt Opel mit 5,9 Millionen Wagen vor Mercedes mit 3,8 Millionen und
Ford mit 3,6 Millionen. Der größte Importeur ist Renault mit
5,3 Prozent oder 2,2 Millionen.
8,8 Millionen Personenwagen sind allein in Nordrhein-Westfalen
zugelassen. Es folgt Bayern mit 6,7 Millionen und Baden-Württemberg
mit 5,6 Millionen. Das kleinste Bundesland Bremen begnügt sich mit
260.000 Pkw.
(Quelle: ap)
BKA-Chef Ziercke gegen Abhören von Anwälten und Priester
Do.24.01.08 - BKA-Präsident Jörg Ziercke hat sich dagegen ausgesprochen,
mit der geplanten Verschärfung der Sicherheitsgesetze auch das
Abhören von Abgeordneten, Verteidigern und Priestern zu erlauben:
"Es gibt Vorschriften in der Strafprozessordnung, die den besonderen
Schutz bestimmter Berufsgruppen vorsehen. Das muss gewahrt werden",
sagte er am Mittwoch am Rande einer Messe in Hannover der
Nachrichtenagentur Reuters.
Kritik kam auch vom katholischen Augsburger Bischof Walter Mixa. "Der
Gedanke, dass die Beichte hinsichtlich ihrer Vertraulichkeit nicht
absolut geschützt sein könnte, ist geradezu
unerträglich", sagte er der "Augsburger Allgemeinen"
(Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Das Beichtgeheimnis sei in
Deutschland durch das Reichskonkordat umfassend geschützt. Im
Falle des Konkordats-Bruches müsse die Politik "mit dem breitesten
und entschiedensten Widerstand der Kirche rechnen".
Einem Referentenentwurf des Innenministeriums zufolge soll das
Abhören von Abgeordneten, Verteidigern und Priestern künftig
bei Gefahr für Leib und Leben oder Freiheit möglich sein, was
im Anti-Terror-Kampf oft der Fall ist. Die SPD lehnt diese Forderung
ab. "Das ist mit uns nicht abgestimmt", hatte SPD-Innenexperte Dieter
Wiefelspütz erklärt. "Wir werden uns das nicht zu eigen
machen."
Die Forderung, den Ermittlungsbehörden Online-Durchsuchungen zu
ermöglichen, bekräftigte Ziercke. "Ohne die
Online-Durchsuchung gibt es Räume, in denen man sich durch
Verschlüsselung vor Strafverfolgung schützen kann. Das kann
nicht im Sinne der Strafverfolgung in einem Rechtsstaat sein", sagte
Ziercke. Bei schwerwiegenden Straftaten müsse der Staat in der
Lage sein zu handeln. Das Bundesverfassungsgericht will noch im
Frühjahr urteilen, ob und in welcher Form Computer-Razzien
zulässig sind. "Ich erwarte vom Bundesverfassungsgericht Vorgaben
für die Durchführung der Online Durchsuchung", sagte Ziercke.
(Quelle: rtr)
Computer
Linux - Kostenlose Alternative zu XP, Vista und Co
Do.24.01.08 - Betriebssysteme müssen nicht zwangsläufig teuer sein. Ein
kostenloses Linux tut es auch, sofern der Anwender sich keine
kostenpflichtige Version wie "open SUSE 10.3" mit Service und
Bedienungsanleitung wünscht.Linus
Torvals heißt der Mann, der vor 15 Jahren die Basis- und
Urversion von Linux geschaffen hat. Seitdem ist das Betriebssystem
ständig von Programmierern aus aller Welt verbessert und erweitert
worden, sodass inzwischen mehrere Hundert Versionen existieren. Dies ist
möglich, weil es sich um ein sogenanntes Open-Source-System
handelt, über das offen in Internet-Foren diskutiert wird. Experten
prüfen neue Ideen und setzen sie gegebenenfalls um.
Aktuelle Versionen sind zum Beispiel: Knoppix (http://www.knopper.net),
openSUSE (http://www.opensuse.org),
Fedora (http://www.fedoraproject.org),
Debian GNU-Linux (http://www.debian.org) und Ubuntu (http://www.ubuntu.com).
Für die Benutzung fallen bei den meisten Versionen weder
Lizenzgebühren an, noch sind Seriennummern erforderlich. Auf vielen
Universitätsrechnern, aber auch bei Stadtverwaltungen läuft
aus Kostengründen Linux.
Die aktuellste Version Ubuntu 7.10 installiert sich fast von selbst,
ist einfach zu handhaben und kann neben Windows benutzt werden; sogar
auf alten Rechnern läuft Linux meist problemlos.
Um Windows-Programme unter Linux arbeiten zu lassen, bedarf es
spezieller Hilfsprogramme wie "Wine" und "CrossOver". Office-Dateien von
Microsoft können mit Linux - unter anderem mit dem kostenlosen
OpenOffice - benutzt werden. Das Abspielen von Musik- und Videodateien
sowie das Ansteuern von Druckern und Scannern ist ebenfalls kein
Problem, allerdings sind dafür Linux-Treiber notwendig.
Besonders erfreulich ist die hohe Sicherheit, weil es kaum Viren,
Würmer und Trojaner für Linux gibt. Dennoch raten die
Experten, eine Firewall anzuwenden.Die Linux-Distribution "Debian"
umfasst 18 000 Programme, die gratis aus dem Internet heruntergeladen
werden können. So heißt beispielsweise das
Textverarbeitungsprogramm "OpenOffice Writer", die Tabellenkalkulation
nennt sich "OpenOffice Calc". Wer surfen will, nimmt den "Mozilla
Firefox" und zum Schreiben von E-Mails "Mozilla Thunderbird". Die
Virenschutzprogramme für Linux sind "ClamAV" und "McAfee
LinuxShield".
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Forscher wollen 1000 menschliche Genome vergleichen
Do.24.01.08 - Mit beispiellosem Aufwand will eine Gruppe internationaler Forscher die
Genome von mindestens 1000 Menschen aus aller Welt lesen und
vergleichen. Das teilte das «1000 Genomes Project» am
Dienstag in Bethesda (US-Staat Maryland) mit.
Ziel der Initiative mehrerer führender Institute ist eine
möglichst detaillierte Karte der feinen, aber bedeutenden
genetischen Unterschiede von Mensch zu Mensch. Diese Differenzen liefern
unter anderem Hinweise auf die Ursache vieler Krankheiten.
Wenn das Projekt mit voller Geschwindigkeit läuft, wird es in zwei
Tagen mehr genetische Informationen liefern, als im ganzen Jahr 2007 in
öffentliche Datenbanken eingestellt wurde. Das sagte Gil McVean von
der Universität Oxford (Großbritannien), Mitglied der
Analysegruppe. Unter den 1000 Erbmaterial-Sätzen finden sich solche
der Yoruba aus Ibadan (Nigeria), von Japanern aus Tokio, von Chinesen
aus Peking und von Menschen aus dem US-Staat Utah mit Vorfahren aus
West- und Nordeuropa.
Das Genom des Menschen ist aus einer Abfolge rund 3,2 Milliarden
chemischer Bausteine zusammengesetzt. Das Genom zweier willkürlich
ausgewählter Menschen gleicht sich nach Angaben der Forscher zu
mehr als 99 Prozent. Das neue Projekt richtet sein Augenmerk auf das
übrige eine Prozent.
(Quelle: dpa)