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Irak am 1407ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Frau sprengt sich in Bagdad in die Luft
Mi.30.01.08 - Eine Selbstmordattentäterin hat sich an einem Kontrollpunkt in
Bagdad in die Luft gesprengt und mindestens zwei Frauen mit sich in den
Tod gerissen. Etwa fünf weitere wurden verletzt, wie die Polizei
am Dienstag mitteilte. Demnach ereignete sich der Anschlag in einem
Raum, in dem Frauen vor ihrem Eintritt in das überwiegend von
Sunniten bewohnte Marktviertel Amal al Schaabi durchsucht wurden. Der
Sprengstoffgürtel der Attentäterin war unter ihrem schwarzen
Tschador versteckt.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 30.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertfünfundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Ex-US-Geheimdienstchef: Haben Scheinertränkungen angewendet
Mi.30.01.08 - Der ehemalige US-Geheimdienstchef John Negroponte hat erstmals offen
die Anwendung der umstrittenen Verhörmethode des "Waterboarding"
bestätigt.
Allerdings habe es seit mehreren Jahren keinen Fall von simuliertem
Ertränken mehr gegeben, betonte Negroponte, der den Diensten
zwischen 2005 und 2007 vorstand. Bislang hatte die US-Regierung Fragen
zu der Methode, die von Menschenrechtsgruppen als Folter kritisiert
wird, stets ausweichend beantwortet. Negroponte äußerte sich
in einem Interview des wöchentlich erscheinenden Politik-Magazins
"National Journal". Der Auslandsgeheimdienst CIA lehnte eine
Stellungnahme ab.
Am heutigen Mittwoch muss Justizminister Michael Mukasey im
Zusammenhang mit dem Thema dem Senat Rede und Antwort stehen. Dabei geht
es um die Rechtmäßigkeit von Verhörmethoden. Mukasey
hatte Anfang Januar eine Untersuchung eingeleitet, die klären
soll, warum die CIA zwei Videoaufnahmen aus dem Jahr 2002 vernichtete.
Darauf soll unter anderem zu sehen sein, wie bei einem
Terror-Verdächtigen "Waterboarding" angewendet wurde.
Quelle: rtr)
Der Druck zur Entsendung einer deutschen Eingreiftruppe in den Norden
Afghanistans wächst. - Verteidigungsminister Jung rechtfertigt
Plan für deutschen Kampfverband
Mi.30.01.08 - Verteidigungsminister Franz Josef Jung bestätigte am Dienstag bei
einem Überraschungsbesuch in Kabul, dass die Nato Deutschland nun
offiziell um die Übernahme dieser neuen Aufgabe gebeten hat.
Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan prüfe die Anfrage, eine
Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Auch der Kommandeur der
Nato-Schutztruppe Isaf, Dan McNeill, drängte auf ein Engagement
der Deutschen. Er kenne die Bundeswehr und würde es als wertvollen
Beitrag begrüßen, wenn sie die Eingreiftruppe
übernähme, sagte der US-General nach einem Treffen mit Jung
in Kabul.
Die Bundeswehr soll nach dem Willen der Nato rund 250 norwegische
Soldaten ablösen, die als so genannte "Quick Reaction Force" seit
2006 für militärische Notfälle im Norden bereitstehen.
Die Entscheidung soll nach früheren Angaben in den kommenden Tagen
fallen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, hatte
mit drastischen Worten vor einer völlig neuen Qualität des
Einsatzes gewarnt. "Ich hoffe, es geschieht nicht, aber wir müssen
damit rechnen, dass nach einem solchen Kampf auch Kameraden in
Holzkisten zurückkommen", sagte er in einem Interview.
Jung kritisierte den Stil solcher Äußerungen und
rechtfertigte die Überlegungen zur Entsendung einer deutschen
Eingreiftruppe. Zu den Aufgaben der deutschen Soldaten in Afghanistan
zähle heute schon neben dem Schützen und Helfen das
Kämpfen, sagte der Minister und betonte die Bedeutung des
Einsatzes für Frieden und Stabilität. Die Mission am
Hindukusch sei schon immer mit Risiken für Leib und Leben der
Bundeswehrsoldaten verbunden gewesen. Kritik an der Ausrüstung der
Bundeswehr wies Jung zurück. Sollte Deutschland die Eingreiftruppe
stellen, würden die Soldaten gut ausgerüstet in den Einsatz
gehen, bekräftigte er. In der afghanischen Hauptstadt traf Jung
unter anderem mit Präsident Hamid Karsai zusammen, später
reiste er ins Hauptquartier der Bundeswehr im nordafghanischen
Masar-i-Scharif weiter.
Kanada drohte unterdessen mit dem Abzug seiner Soldaten aus
Afghanistan, falls die Nato-Partner keine deutliche Truppenaufstockung
zustandebringen. Es drohte mit dem Abzug seiner 2500 Soldaten, falls
die Afghanistan-Truppe nicht binnen eines Jahres spürbar
verstärkt werde. "Wenn dieser Einsatz seine Ziele erreichen und
Erfolg haben soll, dann brauchen wir eine deutliche Verbesserung bei
Kampftruppen und Ausrüstung", sagte Ministerpräsident Stephen
Harper am Montag. Er schloss sich damit den Ratschlägen einer
unabhängigen Kommission an, wonach Kanada seinen Einsatz in
Kandahar im Süden Afghanistans beenden sollte, wenn die Nato nicht
zusätzlich 1000 Soldaten sowie Hubschrauber und
Aufklärungsflugzeuge dorthin entsendet.
(Quelle: rtr)
Afghanistan-Berichterstattung: Korrespondent Ulrich Tilgner kritisiert
ZDF
Mi.30.01.08 - ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner hat sich kritisch über seinen
Arbeitgeber geäußert. Er fühle sich in Deutschland in
seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt, «gerade auch was die
Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche
Soldaten sterben», zitierte ihn die Schweizer
Unternehmenszeitschrift «Migros-Magazin» am Montag. Es gebe
Bündnisrücksichten, die sich in der redaktionellen
Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten. Gleichzeitig werde
Politik immer mehr in Nischen verdrängt. Deswegen will er dem
Vorabbericht zufolge ab dem 1. April hauptsächlich für das
Schweizer Fernsehen SF arbeiten.
«In der Schweiz hingegen sind Sendungen wie 'Tagesschau' oder
'10vor10' Institutionen», sagte Tilgner dem Blatt. Dort habe er
noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt.
Er habe seinen Vertrag als Leiter des ZDF-Büros in Teheran und
Sonderkorrespondent für den Nahen und Mittleren Osten im Herbst
2007 nicht verlängert, zitierte ihn das Magazin. ZDF-Chefredakteur
Nikolaus Brender sagte dazu der Nachrichtenagentur AP, Tilgner sei noch
für das ZDF in Teheran tätig und werde im März über
die Wahlen im Iran berichten. Es liefen Gespräche mit ihm. Dass
Tilgner auch für das Schweizer Fernsehen arbeite, sei nichts Neues.
Der 60-jährige Nahostexperte will künftig auch wieder mehr
Dokumentationen realisieren. Seit 1982 hat Tilgner für das ZDF und
SF sowie ARD-Sender über den Nahen und Mittleren Osten berichtet.
Seit 2002 leitet der gebürtige Bremer das ZDF-Büro in Teheran.
Für seine Berichterstattung über den Irak-Krieg erhielt der
Reporter 2003 den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für
Fernsehjournalismus.
Quelle: ap)
Kämpfe in Kenia eskalieren- Opposition fürchtet Anarchie
Mi.30.01.08 - Ungeachtet der Vermittlungsbemühungen des früheren
UN-Generalsekretärs Kofi Annan ist kein Ende der Gewalt in Kenia
abzusehen. In der Hauptstadt Nairobi wurde in der Nacht zum Dienstag ein
Abgeordneter der Opposition erschossen. Die Polizei wollte politische
Motive bei der Tat nicht ausschließen. Auch in Kisumu gingen die
blutigen Auseinandersetzungen weiter.
Annan erklärte, er wolle am kommenden Montag einen Dialogprozess
zur Beilegung des Konflikts einleiten. Dafür würden
Präsident Mwai Kibaki sowie Oppositionsführer je drei
Unterhändler benennen. Am vergangenen Donnerstag war es zu einem
ersten direkten Gespräch der beiden Kontrahenten gekommen. Zur
Eindämmung der Gewalt führte dies jedoch nicht. Die Opposition
wirft Kibaki, der am 27. Dezember nach amtlichen Angaben als
Staatsoberhaupt bestätigt wurde, Wahlbetrug vor. Bei den seit einem
Monat anhaltenden Stammeskämpfen sind schon mehr als 800 Menschen
getötet worden.
Der Oppositionspolitiker Mugabe Were wurde von zwei Bewaffneten
getötet, als er am Dienstag kurz nach Mitternacht zu seinem Haus in
einem Vorort von Nairobi fuhr. «Wir behandeln das als Mord, aber
wir schließen auch politische Motive nicht aus», sagte
Polizeisprecher Eric Kiraithe, der zugleich zur Ruhe aufrief.
In Kisumu wurde am Montagabend ein Mitglied der Kikuyu, des Stammes von
Kibaki, von einer aufgebrachten Menge gesteinigt und mit Macheten zu
Tode gehackt. Der Leichnam wurde anschließend verbrannt. Hunderte
mit Macheten bewaffnete Jugendliche zogen auch am Dienstag wieder durch
die Straßen. Sie warfen mit Steinen auf die Polizei, die
ihrerseits Schüsse in die Luft abgab.
Quelle: ap)
USA: Kennedy-Clan ernennt Obama zum Erben John F. Kennedys
Mi.30.01.08 - In einer leidenschaftlichen Rede hat der einflussreiche US-Senator
Edward Kennedy den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama von den
Demokraten als politischen Erben des ermordeten US-Präsidenten John
F. Kennedy gewürdigt. Bei einem Auftritt mit Obama in Washington
zog Senator Kennedy Parallelen zur Präsidentschaft seines Bruders
in den 60er Jahren: "Wir hatten einen neuen Präsidenten, der die
Nation inspirierte, vor allem die jungen Leute." Er fügte hinzu:
"Jetzt ist wieder eine solche Zeit."
Obama verkörpere für ihn die Hoffnung auf ein neues, besseres
Amerika. Der Kandidat wäre dem Präsidentenamt von Tag eins an
gewachsen und würde "die Stimmung unserer Nation und unser Ansehen
in der Welt sofort steigern".
Senator Kennedy verband seine Wahlempfehlung für Obama mit
Seitenhieben gegen dessen schärfste Konkurrentin Hillary Clinton.
Es sei an der Zeit, "die alte Politik der Irreführung und der
Verzerrung" zu beenden. Obamas Unterstützer werfen dem
Clinton-Lager vor, dessen Ansehen mutwillig durch falsche Darstellungen
zu beschädigen. Obama selbst spielte in seiner Erwiderung auf
Kennedys Rede auf den scharfen Ton im Wahlkampf an: Die Kennedy-Familie
zeige, was erreicht werden könne, "wenn man sich auf das Wohl des
Landes konzentriert anstatt darauf, den politischen Gegner
niederzumachen". Bei der Kundgebung sprach sich auch John F. Kennedys
Tochter Caroline für die Wahl Obamas aus.
Quelle: afp)
Brasiliens Regierung verteidigt Anti-Aids-Programm gegen Bischöfe
Mi.30.01.08 - Der brasilianische Gesundheitsminister José Gomes
Temporão hat die katholische Kirche wegen ihrer Ablehnung von
Verhütungsmitteln scharf kritisiert. "Die Kirche liegt wieder
einmal daneben", sagte der Minister in Rio bei der Vorstellung der
diesjährigen Anti-Aids-Kampagne im Karneval, wie die Tageszeitung
"Folha de São Paulo" am Montag meldete. Das
Gesundheitsministerium will in Karnevalshochburgen wie Rio, Salvador
oder Recife 19,5 Millionen Kondome verteilen lassen, 8,5 Millionen mehr
als 2007.
Vertreter der katholischen Kirche in Brasilien haben sich immer wieder
entschieden gegen die Verteilung von Verhütungsmitteln
ausgesprochen. Der Erzbischof von Recife und Olinda, José Cardoso
Sobrinho, möchte die Verteilung der "Pille danach" durch die
Stadtverwaltung von Recife gerichtlich stoppen lassen.
Minister Temporão sagte, die diesjährige Anti-Aids-Kampagne
wende sich vor allem an Frauen. 13- bis 19-jährige Mädchen
würden mehr als 50 Prozent häufiger mit dem Aids-Virus
infiziert als ihre männlichen Altersgenossen. Im Rahmen eines von
der UN als vorbildlich bezeichneten Anti-Aids-Programms werden derzeit
180.000 Brasilianer kostenfrei mit antiretroviralen Medikamenten
behandelt.
Quelle: epd)
Europas Wirtschaftsmächte wollen besseres Frühwarnsystem -
Gipfeltreffen von Brown, Merkel, Sarkozy, Prodi und Barroso in London -
Regulatorische Eingriffe angedroht
Mi.30.01.08 - Die vier führenden europäischen Industrienationen haben
angesichts der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten
und Börsen ein Frühwarnsystem gefordert, um Krisen
rechtzeitig zu erkennen. In einem gemeinsamen Kommuniqué setzten
sich Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien sowie die
EU-Kommission für mehr Transparenz vor allem bei Rating-Agenturen
ein und riefen die Banken auf, fällige Abschreibungen mit Blick
auf die US-Immobilienkrise schnell und umfassend aufzudecken.
An dem Gipfeltreffen am Dienstagabend in London nahmen britische
Premierminister Gordon Brown, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der
französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der noch
amtierende italienische Ministerpräsident Romano Prodi und
EU-Kommissionspräsident José Manuel teil. Hintergrund waren
die jüngsten Börsenturbulenzen und die von der
US-Immobilienkrise ausgelösten Spannungen an den
Finanzmärkten.
Die Gipfelteilnehmer setzen dabei auf eine Selbstregulierung der
Finanzmärkte. Merkel forderte die Marktteilnehmer zu mehr
Transparenz auf. «Die wichtige Botschaft lautet: Wenn das nicht
passiert, dann muss auch regulatorisch gehandelt werden.» Merkel
lobte das Londoner Treffen als «außerordentlich
wichtig». Es seien Fortschritte erzielt worden, die aber noch
nicht ausreichten. Sie sprach sich dafür aus, bei der Bewertung
neuer Finanzinstrumente eine Einigung auch mit den USA zu suchen.
«Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir einen Schritt
weitergehen und regulatorische Maßnahmen ergreifen», sagte
sie.
«Wir brauchen ein besseres Frühwarnsystem für die
globale Wirtschaft, und wir müssen sicherstellen, dass seine
Warnungen die Kraft und die Autorität haben, dass man danach
handelt», heißt es in dem Kommuniqué weiter.
Zugleich machten sich die Gipfelteilnehmer für Reformen
internationaler Institutionen stark, um diese für die
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu rüsten. Damit folgten
sie dem Aufruf Browns, der in der vergangenen Woche eine Reform des
Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangt hatte, um die
Überwachung der internationalen Finanzmärkte zu verbessern.
Der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete IWF ist Brown zufolge
dieser Aufgabe derzeit nicht gewachsen.
Das Gespräch der europäischen Mitglieder der G-7
beziehungsweise G-8 fand nur wenige Tage vor dem
G-7-Finanzministertreffen in Tokio am 9. Februar statt. Eine Abstimmung
zwischen den europäischen G-8-Mitgliedern im Rahmen eines
Gipfeltreffen ist ungewöhnlich.
Die Bundesregierung hatte bereits unter Kanzler Gerhard Schröder
in der G-8 für mehr Transparenz geworben. Im vergangenen Oktober
hatten sich Merkel, Sarkozy und Brown auf dem EU-Gipfel in Lissabon auf
eine gemeinsame Erklärung verständigt. Beim
Frühjahrsgipfel 2008 müsse der Europäische Rat
entscheiden, «wie man auf das Bedürfnis nach
größerer Transparenz auf den Finanzmärkten und einem
besseren Risikomanagement reagiert», hieß es darin.
(Quelle: ap)
Behinderte leben in EU teils menschenunwürdig
Mi.30.01.08 - Behinderte leben in der Europäischen Union nach einer Studie teils
unter menschenunwürdigen Bedingungen. In Betreuungseinrichtungen
gebe es "bisweilen schwere Verstöße gegen international
anerkannte Menschenrechtsstandards", kritisierte EU-Sozialkommissar
Vladimir Spidla bei der Veröffentlichung einer Studie zur Lage in
den Mitgliedstaaten. Ausdrücklich nannte der tschechische
Kommissar dabei Bulgarien, das seit gut einem Jahr der EU
angehört. Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International prangern
seit Jahren eine systematische Diskriminierung gerade geistig
behinderter Menschen in Bulgarien an.
Auch in der EU-Studie heißt es, in dem
südosteuropäischen Land würden behinderte Kinder oder
geistig Behinderte oft bis zu ihrem Lebensende weggesperrt. Es gebe
dort weiterhin ein starkes "gesellschaftliches Stigma gegen Menschen
mit geistigen Behinderungen und ihre Familien".
(Quelle: afp)
Regierungskrise - Verhärtete Fronten in Italien
Mi.30.01.08 - Die Fronten in der italienischen Regierungskrise haben sich weiter
verhärtet. Der konservative Oppositionsführer Silvio
Berlusconi hat sich am Dienstag in einem Gespräch mit
Staatspräsident Giorgio Napolitano für baldige Neuwahlen
eingesetzt und die Bildung eines Übergangskabinetts abgelehnt.
Italien brauche so bald wie möglich eine neue Regierung, die
sofort arbeitsfähig sei, sagte Berlusconi nach der Unterredung mit
Napolitano.
Dagegen erklärte der römische Bürgermeister Walter
Veltroni, dessen linksgerichtete Demokratische Partei der tragende
Pfeiler in der gestürzten Regierung von Romano Prodis Regierung
war, Neuwahlen seien «das Gegenteil von dem, was das Land
braucht». Es sei zu befürchten, dass das Land durch einen
bitteren Wahlkampf weiter gespalten werde und danach die Gefahr von
Instabilität bestehe, sagte er nach dem Gespräche mit dem
Staatspräsidenten. Veltroni gilt als möglicher
Spitzenkandidat der Linken für den Fall von Neuwahlen.
Sollte sich kein parteiübergreifender Konsens für eine
Übergangsregierung herausbilden, ließe dies Napolitano nach
Ansicht von Beobachtern wenig Spielraum. Es wurde erwartet, dass er
seine Entscheidung spätestens am (morgigen) Mittwoch bekanntgeben
wird.
In aktuellen Umfragen kommt das konservative Parteienspektrum auf einen
Vorsprung von etwa zehn Prozent vor den Mitte-links-Parteien der
Regierung Prodi, die in der vergangenen Woche über ein
Misstrauensvotum im Senat stürzte. Napolitano beriet bis Dienstag
vier Tage lang mit Vertretern der politischen Parteien über Wege
aus der Krise.
Der Präsident zieht nach eigenem Bekunden die Bildung einer
Regierung von angesehenen und unabhängigen Fachleuten einer
Neuwahl vor. Eine der Hauptaufgaben eines solchen Kabinetts von
Technokraten würde es sein, das Wahlrecht, das bislang die
Zersplitterung des Parlaments in kleinen Fraktionen fördert, zu
reformieren, um mehr politische Stabilität zu ermöglichen.
Berlusconi erklärte, über die seit langem im Parlament
umstrittene Wahlrechtsänderung sei keine rasche Einigung zu
erzielen. Im Fall einer zügigen Neuwahl erwarte er hingegen
für seine Partei einen solch großen Vorsprung, dass auch
unter dem gegenwärtigen System eine stabile Mehrheit zu erwarten
sei. Dagegen wandte Veltroni ein: «Wieso diese Eile, wenn die so
sicher sind zu gewinnen?» Er hält eine Reform des Wahlrechts
binnen eines Jahres für möglich.
Berlusconi regierte Italien fünf Jahre lang, ein Rekord in der
Nachkriegszeit. Bei der Wahl 2006 unterlag er Prodi.
(Quelle: ap)
Deutschland
SPD will 2009 konfrontativen Wahlkampf gegen Merkel führen
Mi.30.01.08 - Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, hat für
2009 einen konfrontativen Wahlkampf gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) angekündigt. "Die Parole heißt: Ein Sozialdemokrat muss
Kanzler werden", sagte Struck der "Berliner Zeitung". Die SPD werde
Anfang kommenden Jahres ihren Kanzlerkandidaten bestimmen. "Dann wird
die personelle Alternative gegen die Kanzlerin klar sein. Schon das
polarisiert, und diese Konfrontation wird das Wahljahr wesentlich
bestimmen." Zudem trat Struck Spekulationen über ein vorzeitiges
Ausscheiden aus dem Amt entgegengetreten.
"Mein Eindruck ist, dass die Fraktion froh darüber ist, dass ich
da bin", sagte Struck der "Berliner Zeitung". Er denke auch nicht daran,
sein Amt vorzeitig aufzugeben, sagte Struck, der vergangene Woche 65
Jahre alt geworden ist. "Ich bin bis 2009 als Fraktionsvorsitzender
gewählt." In der vergangenen Zeit hatte es immer wieder
Presseberichte über eine wachsende Unzufriedenheit in der Fraktion
mit der Amtsführung Strucks gegeben.
Der Fraktionschef warnte seine Partei vor einem weiteren Linksruck:
"Wir müssen die linken Themen ansprechen, aber die SPD darf nicht
weiter nach links rutschen." Die Sozialdemokraten müssten
"realistische Politik" betreiben. Sie könnten "nicht mit
unrealistischen Versprechen der Linken konkurrieren".
Quelle: afp)
Unions-Wirtschaftsflügel gibt Merkel Mitschuld an Wahlverlusten
Mi.30.01.08 - Nach den starken Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen kommt vom
Wirtschaftsflügel der Union scharfe Kritik am Kurs von
Bundeskanzlerin Angela Merkel.
"Angela Merkel fährt in der großen Koalition einen
Linkskurs, der von den bürgerlichen Stammwählern in der Unon
nicht mitgetragen wird", sagte der Chef der
CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, am Dienstag im ZDF.
Dies zeige sich in der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik und etwa in
den Änderungen an den Hartz-IV-Gesetzen. Es gebe eine ganze Reihe
von Vereinbarungen in der Koalition, die "nicht unionsgeprägt"
gewesen seien, sondern die die SPD durchgesetzt habe.
Schlarmann forderte CDU-Chefin Merkel auf, sich daran zu erinnern, dass
die Union sich aus Liberalen, Konservativen und einem sozialen
Flügel zusammensetze. Die Balance zwischen den drei Flügeln
mache "das Geheimnis der Union aus". Die Koalition im Bund trage
erhebliche Verantwortung für die Verluste bei den Wahlen in
Niedersachsen und Hessen am Sonntag.
Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein
äußerte die Vermutung, von der CDU in Hessen sei
SPD-Herausforderin Andrea Ypsilanti unterschätzt worden. Im
Wahlkampf habe man gegen sie offenbar "kein passendes Kraut" gefunden.
Der CSU-Politiker betonte im Deutschlandfunk zudem, wichtig sei eine
Einbindung aller Flügel, auch des konservativen und des
"demokratisch aufgeklärten patriotischen Flügels". "Das ist in
Hessen jedenfalls nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben."
Beckstein betonte aber, die Union könne auf einen Mann wie Roland
Koch nicht verzichten. Dieser müsse weiter eine wichtige Rolle in
der Politik spielen - "sei es nun als Ministerpräsident oder in
anderen Funktionen".
Quelle: rtr)
75 Jahre Machtübernahme Hitlers - Zentralrat der Juden kritisiert
'nationale Amnesie'
Mi.30.01.08 - 75 Jahre nach der Machtübernahme Adolf Hitlers hat sich der
Zentralrat der Juden besorgt gezeigt, dass viele Deutsche das Grauen
der NS-Zeit vergessen. «Deutschland leidet an nationaler
Amnesie», sagte die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte
Knobloch, am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Jeder vierte Deutsche
sei der Meinung, der Nationalsozialismus habe auch gute Seiten gehabt.
Die Vorsitzenden von SPD und FDP, Kurt Beck und Guido Westerwelle,
mahnten zur Wachsamkeit.
Knobloch beklagte in dem AP-Gespräch, Neonazis schürten
Überfremdungsängste. Auch im linken Spektrum machten sich
antisemitische Ressentiments breit. Der 75. Jahrestag von Hitlers so
genannter Machtergreifung am 30. Januar mahne jeden, «den
Anfängen zu wehren und antidemokratischen Tendenzen aktiv die
Stirn zu bieten».
Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse
jeden Tag neu mit Leben erfüllt werden. Aber geschichtliches
Wissen und das Bewusstsein historischer Verantwortung in Deutschland
seien im Schwinden. Das belege der Münchner Faschingsumzug am
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ebenso wie der
baden-württembergische Landespresseball am Jahrestag des
Novemberpogroms, sagte Knobloch.
Auch das Verhältnis gegenüber Israel ändere sich. Der
jüdische Staat werde «weit über die Grenzen legitimer
Kritik hinaus (...) dämonisiert und diffamiert». Die
europäische Führung messe dem Antisemitismus nicht
genügend Bedeutung zu, kritisierte sie.
Die Demokratie der Bundesrepublik sei zwar stabiler als die der
Weimarer Republik. Aber auch heute versuchten die Neonazis, den
Rechtsstaat auszuhöhlen und Überfremdungsängste zu
schüren. «Die Menschen neigen dazu, einfache Lösungen
für komplexe soziale Probleme glaubwürdig zu finden.
Rechtsextremisten wissen das für sich zu nutzen», sagte
Knobloch.
SPD-Chef Beck versprach jedoch, man werde wachsam bleiben: «Wir
erinnern an diesen Tag, an dem die 'deutsche Katastrophe' ihren Anfang
nahm, und gedenken der Millionen Opfer der nationalsozialistischen
Vernichtungspolitik.» Die SPD habe vor 75 Jahren gegen die
Übertragung der Macht auf die Nationalsozialisten gekämpft,
«während konservative Parteien maßgeblich an der
Ernennung Hitlers zum Reichskanzler beteiligt waren».
Westerwelle erklärte, das Ende der ersten deutschen Demokratie in
der Weimarer Republik sei den Liberalen «stete Mahnung, Freiheit
und Rechtsstaat gegen jede Anfeindung und Aushöhlung zu
schützen und als hohes Gut der Deutschen zu bewahren».
Holocaust, Krieg und Vertreibung verpflichteten jede neue Generation,
standhaft für Demokratie und Rechtsstaat einzutreten.
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg
Adolf Hitler zum Reichskanzler. Damit begann eine mehr als zwölf
Jahre währende Diktatur der Nationalsozialisten, die im Zweiten
Weltkrieg und mit dem Völkermord an den Juden und anderen
Minderheiten endete.
(Quelle: ap)
Hitler - Vom Postkartenmaler zum Diktator
Die Geschichte verzeichnet keine Erscheinung wie ihn. Niemand hat so
viel Jubel, Hysterie und Heilserwartung erweckt wie er, niemand so viel
Hass. Keiner hat eine solche Spur der Zerstörung mit Millionen von
Toten hinterlassen. Erst eine Koalition fast aller Weltmächte hat
ihn in einem annähernd sechs Jahre dauernden Krieg gleichsam vom
Erdboden getilgt, wie Joachim Fest in seiner Biografie über Adolf
Hitler schreibt.
Auffällig an Hitlers Biografie ist die enorme Diskrepanz zwischen
erster und zweiter Lebenshälfte. Bis zu seinem 30. Lebensjahr war
er eine gescheiterte Existenz ohne Perspektive. Und doch schwang er
sich innerhalb weniger Jahre zum diktatorischen Herrscher über
weite Teile Europas auf und entfaltete eine nie dagewesene
zerstörerische Wirkung.
Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in der oberösterreichischen
Grenzstadt Braunau am Inn als Sohn eines Zollbeamten geboren. Die
Realschule in Linz verließ er im Alter von 16 Jahren ohne
Abschluss. Auch die Aufnahmeprüfung an der Wiener Kunstakademie
schaffte er in zwei Anläufen nicht. Trotzdem zog Hitler nach Wien,
wo er sich mehr schlecht als recht als Maler von Postkarten und
Miniaturen verdingte und zeitweise sogar im Obdachlosenasyl lebte.
1913 ging er nach München - vor allem, um sich dem Wehrdienst
für Österreich zu entziehen. Bei Ausbruch des Ersten
Weltkriegs im Jahr darauf meldete er sich jedoch freiwillig in
Deutschland. Für seinen Mut und seine Tapferkeit an der Front
erhielt er mehrere Auszeichnungen, doch befördert wurde er nie -
weil man keine entsprechenden Führereigenschaften an ihm entdecken
konnte, wie ein Vorgesetzter später aussagte.
In den Wirren der Nachkriegszeit fand Hitler den Weg in die Politik.
Während Zeitzeugen den Menschen Hitler als farblos und unscheinbar
beschrieben, zeigte der Redner und Einpeitscher Hitler schnell sein
überragendes Talent. Im Oktober 1919 trat er der stark
antisemitisch ausgerichteten Deutschen Arbeiterpartei (DAP) bei, an
deren Umgestaltung und Umbenennung zur Nationalsozialistischen
Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) er maßgeblich beteiligt war. Im
Juli 1921 wurde er Parteivorsitzender.
Am 8. November 1923 startete Hitler zusammen mit Erich Ludendorff einen
dilettantischen Putschversuch, der scheiterte. Hitler wurde wegen Hochverrats
zur Mindeststrafe von fünf Jahren Haft verurteilt, von der er aber
nur ein Jahr in der Festung Landsberg absitzen musste. In dieser Zeit
diktierte er seinem Sekretär Rudolf Heß den ersten Teil
seines Buches «Mein Kampf», in dem er offen seine
politischen Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus beschrieb.
Die Diktatur begann mit den
Ermächtigungsgesetzen
Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler
bundesweit als der radikalste aller völkischen Politiker bekannt.
Doch der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in der Weimarer Republik
bot radikalen Parteien kaum Raum für ihre Agitation. Zum
Durchbruch verhalf Hitler erst die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929
ausbrach und Deutschland besonders hart traf.
1925 hatte Hitler die österreichische Staatsbürgerschaft
freiwillig aufgegeben, doch erst im Februar 1932 wurde er deutscher
Staatsangehöriger, was ihm die Tür zu hohen politischen
Ämtern öffnete. Nachdem die NSDAP bei den Reichstagswahlen im
selben Jahr relativ die stärkste Partei wurde, ernannte
Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler am 30. Januar 1933 zum
Reichskanzler.
Nach dem Reichstagsbrand, der den Kommunisten untergeschoben wurde,
erreichte Hitler von Hindenburg den Erlass von Notverordnungen, mit
denen er in der Lage war, Grundrechte für eine begrenzte Zeit
außer Kraft zu setzen. Hitler strebte jedoch eine dauerhafte
Regelung an, das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Dazu
benötigte er eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag. Als diese bei
der Abstimmung am 23. März 1933 zunächst nicht erreicht
wurde, hinderten Hitlers SA und die Hermann Göring unterstehende
preußische Polizei einen Teil der Abgeordneten, an der
entscheidenden Parlamentssitzung teilzunehmen. Das Gesetz wurde
beschlossen und einen Tag später verkündet.
Mit dem Inkrafttreten des Ermächtigungsgesetzes begann, was in der
zeitgenössischen Propaganda als Drittes Reich bezeichnet wurde.
Ihr Ende fand die nationalsozialistische Diktatur erst gut zwölf
Jahre später mit Hitlers Selbstmord am 30. April 1945 und der
Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg am 8. Mai.
Quelle: ap, 22.01.2008
Inflation, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit
Die Machtübernahme der Nazis vor 75 Jahren auf einen
entscheidenden Grund zurückzuführen, funktioniert nach
Ansicht von Historikern nicht. «Vielmehr sind es viele und
widersprüchlichste Gründe, bis hin zum verlorenen Ersten
Weltkrieg als Ausgangspunkt», erklärte der Direktor des
Deutschen Historischen Museums, Hans Ottomeyer, im AP-Interview. Als
weitere Gründe nannte er die Inflation, die Weltwirtschaftskrise
1929, die Arbeitslosigkeit mit sechs Millionen Menschen und die
Unzufriedenheit mit dem parlamentarischen System.
Ottomeyer wies darauf hin, dass selbst die, die damals Arbeit hatten,
häufig im Niedriglohnsegment beschäftigt gewesen seien. Diese
hätten kaum genug Geld verdient, eine Familie durchzubringen.
«Diese allgemeine Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Abstieg
wurde von links und rechts geschürt», sagte der DHM-Direktor.
Schuld an der Machtübernahme durch Adolf Hitler seien aber auch
die Demokraten selbst gewesen. Die Opposition, vor allem die Linke, sei
gespalten gewesen. «Jeder versuchte mit Gewalt seine Position
durchzusetzen. Damit war die Flanke offen zu dieser
Machtübernahme», sagte Ottomeyer.
Darüber hinaus sei die Politik der verschiedenen Kabinette
eigensüchtig gewesen. Die Reichskanzler Kurt von Schleicher und
Franz von Papen hätten versucht, ein Spiel abzukarten, «von
dem sich jeder Vorteile versprach. Vom Dritten, von Hitler, sind sie
dann über den Tisch gezogen worden.» Adolf Hitler sei von
der Masse stark idealisiert worden und habe mit seinen Heilsversprechen
begeistert. Er sei wohl auch unterschätzt worden. «Mehrfach
hatten Schleicher und von Papen gesagt, sie könnten Hitler
neutralisieren. Man erwartete, der wäre nach sechs Monaten am
Ende, wie die Regierungen davor», sagte Ottomeyer.
Hineingefressen wie ein Virus
Nach der Machtübernahme sei Hitler kaum noch zu verdrängen
gewesen, sagte Ottomeyer. «Über seine Person hinaus gab es
dann keine Möglichkeit mehr, diese Partei, die sich so in den
Staatskörper hineingefressen hatte, die ihn umgedreht hatte wie
ein Virus eine Zelle, zu stoppen.»
Ottomeyer wies darauf hin, dass es auch in anderen Ländern wie
Italien und Spanien brutale Übergriffe von Faschisten gab.
«Die Judenvernichtung in Deutschland hat natürlich noch
einmal eine andere Dimension», sagte er. Der Hass auf Juden ziehe
sich durch die europäische Geschichte. Was bei den Nazis noch
dazugekommen sei zum antisemitischen Ressentiment, seien Strategien der
Rassenzucht gewesen. «Dazu gehörte das Ausrotten der Juden.
Es war eine verhängnisvolle Theorie, die von Philosophen des
Untergangs vorgetragen wurde.»
Quelle: ap, 22.01.2008
Mehr zum Thema unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung
|
Finanzlage der deutschen Städte 2007 deutlich verbessert
Mi.30.01.08 - Dank der guten Konjunktur und steigender Steuereinnahmen hat sich die
Finanzlage vieler Städte im vergangenen Jahr verbessert.
Die gesamten kommunalen Einnahmen stiegen 2007 um 5,5 Prozent auf 167,3
Milliarden Euro, wie der Deutsche Städtetag am Dienstag in Berlin
mitteilte. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Städten
allerdings uneinheitlich. Während einige Gemeinden Schulden tilgen
konnten, kämpften andere weiter mit hohen Defiziten.
Für dieses Jahr rechnen die Kommunen vor allem wegen der am 1.
Januar in Kraft getretenen Unternehmenssteuerreform mit einem geringeren
Wachstum der Einnahmen. Der Städtetag erwartet nur noch ein Plus
von 1,9 Prozent. Finanzielle Risiken sehen die Städte vor allem im
Sozialbereich. So sei der geplante Ausbau der Kinderbetreuung für
35 Prozent der Dreijährigen noch lange nicht finanziert, sagte der
Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Stephan Articus.
Außerdem sei die Bundesbeteiligung an den Unterkunftskosten
für Langzeitarbeitslose gekürzt worden.
Quelle: rtr)
Erwerbsminderungsrente darf vorerst gekürzt werden
Mi.30.01.08 - Mehr als eine Million Erwerbsminderungsrentner müssen
möglicherweise eine deutliche Kürzung der Leistungen
hinnehmen. Das Bundessozialgericht (BSG) kam am Dienstag zu der
Einschätzung, dass die seit 2001 geltenden Abschläge bei
einem Rentenbeginn vor dem 60. Lebensjahr rechtens seien. Damit stellte
sich der Senat gegen ein anderslautendes BSG-Urteil vom Mai 2006. Ein
anderer Senat hatte seinerzeit entschieden, dass nach dem Gesetz die
Erwerbsminderungsrente vor dem 60. Lebensjahr nicht gekürzt werden
dürfe.
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In den verhandelten Fällen wollten die Kläger eine
höhere Rente erhalten. Sie vertraten die Auffassung, dass nach dem
Gesetz die seit 2001 beschlossenen Rentenkürzungen nur dann
gelten, wenn das 60. Lebensjahr erreicht worden ist. Vorher sei die
volle Rente zu zahlen. Die drei Kläger monierten eine monatlich
Rentenminderung von 44,66 Euro, 37,70 Euro und 1,30 Euro.
Die Rentenversicherungsträger waren dagegen der Ansicht, dass
Erwerbsminderungsrenten ab dem 55. Lebensjahr schrittweise auf
höchstens 10,8 Prozent gekürzt werden dürften. Einen
Verstoß gegen verfassungsrechtliche Vorgaben konnten sie nicht
erkennen. Die Kürzungen seien in ihrer Höhe
verhältnismäßig.
Dem schloss sich der BSG-Senat an: Die Kürzungen seien wegen der
demografischen Entwicklung in Deutschland gerechtfertigt. Ob die
rechtlichen Regelungen tatsächlich einen Rentenabschlag auf die
Erwerbsminderungsrente vor dem 60. Lebensjahr vorsehen, muss erneut
geprüft werden.
Die Frage wird nun einem weiteren Rentensenat des BSG erneut vorgelegt.
Kommt dieser zum Schluss, dass die Abschläge rechtswidrig sind,
muss der sogenannte Große Senat beim BSG über die Auslegung
des Gesetzes entscheiden.
Werden die Rentenabschläge schließlich als nicht
zulässig angesehen, müssen die Rentenversicherungen für
den Zeitraum 2002 bis 2006 eine Milliarde Euro an die betroffenen
Erwerbsminderungsrentner nachzahlen, wie der Senat erklärte. Die
geschätzte jährliche Mehrbelastung für die
Rentenversicherungsträger liege dann bei rund 500 Millionen Euro,
was etwa einen halben Prozentpunkt bei der Rentenversicherung ausmache.
(Aktenzeichen: Bundessozialgericht B 5a/5 R 32/07 R, B 5a R 88/07 R und
B 5a R 98/07 R)
(Quelle: ap)
Bochumer Nokia-Werk laut internem Papier sanierungsfähig
Mi.30.01.08 - Mit einer Einmal-Investition von 14,3 Millionen Euro könnte die
Kapazität des vor der Schließung stehenden Bochumer
Nokia-Werks nach einem Zeitungsbericht ohne zusätzliche Mitarbeiter
verdoppelt werden. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung
auf ein internes Konzeptpapier, an dem die Bochumer Nokia-Belegschaft
schon seit einem Jahr gemeinsam mit dem örtlichen Management
gearbeitet haben soll. Damit hätte das Bochumer Werk die
Produktivität des neuen Nokia-Werkes in Rumänien erreicht, zu
dessen Gunsten Bochum geschlossen werden soll.
Außerdem wird nach Informationen der Zeitung darüber
diskutiert, ob in Bochum eine Testlinie aufrecht erhalten werden kann,
an der bis zu hundert Nokia-Beschäftigte die Montage neuer
Handy-Modelle prüfen sollen. Diese Testlinie soll
Gesprächsgegenstand des Arbeitskreises sein, in dem Mitglieder der
Landesregierung und das Management des Handy-Herstellers nach
Lösungen für die Mitarbeiter des Bochumer Werkes suchen wollen.
Der finnische Nokia-Konzern hatte vor zwei Wochen angekündigt, das
Bochumer Werk mit 2300 Mitarbeitern zur Jahresmitte zu schließen.
Die Produktion soll außer nach Rumänien auch nach Ungarn
verlagert werden.
Quelle: afp)
Gewerkschaften planen europaweite Aktion gegen Nokia
Mi.30.01.08 - Der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) hat europaweite
Aktionen gegen Nokia wegen der geplanten Werksschließung in Bochum
angekündigt. An diesem Mittwoch würden in Brüssel alle
Gewerkschaften zusammenkommen, die Mitglieder in Nokia-Betrieben in
Europa haben, um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten, sagte
EMB-Generalsekretär Peter Scherrer im Deutschlandradio.
Europaweite Streiks seien zwar schwer zu organisieren, aber es werde
über punktuelle Streiks gesprochen. Erreicht werden solle, dass
Nokia die Schließung des Bochumer Werkes aussetzt und intensiv
über Alternativen nachgedacht wird. «Das hätte bei einer
guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung schon viel
früher kommen müssen», sagte Scherrer.
Was eine Rücknahme der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes
angehe, sagte der EMB-Generalsekretär: «Ich hab da durchaus
Hoffnung.» Das Unternehmen Nokia habe in dieser Affäre schon
reichlich Gesichtsverlust erlitten. «Da kommt es darauf auch nicht
mehr an», sagte Scherrer. Er zeigte sich erstaunt, dass die
Unternehmensführung über die «Wucht der
Reaktionen» überrascht sei. Sie hätten aus der
Schließung des AEG Elektrolux-Werkes in Nürnberg vor zwei
Jahren und anderen Fällen ihre Lehren ziehen können.
Quelle: dpa)
Gut 8.700 Tonnen klimawirksame Stoffe im Jahr 2006 eingesetzt
Mi.30.01.08 - Deutsche Unternehmen haben im Jahr 2006 etwa 8.711 Tonnen klimawirksame
Stoffe verwendet. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in
Wiesbaden mitteilte, tragen einige dieser Stoffe bei Freisetzung bis zu
1.300 Mal mehr zum Treibhauseffekt bei wie Kohlendioxid.
6.408 Tonnen, das sind 74 Prozent der insgesamt verwendeten
klimawirksamen Stoffe, wurden in der Kälte- und Klimatechnik
eingesetzt. Daneben wird knapp ein Fünftel aller klimawirksamen
Stoffe bei der Herstellung von Treibmitteln für Kunst- und
Schaumstoffe verwendet. Hier dominiert der Ersatzstoff R 134a mit einem
Anteil bei den klimawirksamen Treibmitteln von 86 Prozent, der für
den in Deutschland verbotenen Stoff R 12 (FCKW) eingesetzt wird. Ein
weiterer stark treibhauswirksamer Stoff ist die HFKW-Mischung R-404A,
die eine zentrale Rolle in der Tiefkühlung spielt.
Da sich die Mehrheit dieser Stoffe in geschlossenen Systemen befindet,
tritt eine Gefährdung erst bei deren Freisetzung auf, man
bezeichnet diese Stoffe auch als potenziell emissionsrelevant. Um den
Einfluss der verwendeten klimawirksamen Stoffe auf die Erderwärmung
zu bewerten, wird deren Treibhauspotenzial (GWP-Wert) berechnet. Dieser
Wert ermöglicht einen Vergleich, um wie viel stärker oder
schwächer eine bestimmte Menge Treibhausgas im Verhältnis zur
gleichen Menge CO2 ist.
Demnach trägt eine Tonne des in Deutschland häufig
verwendeten Treibhausgases R 134a in einem Zeithorizont von 100 Jahren
1.300 Mal so stark zum Treibhauseffekt bei wie eine Tonne CO2.
Umgerechnet in GWP gewichtete Tonnen wurden in Deutschland insgesamt
14,04 Millionen Tonnen klimawirksame Stoffe im Jahr 2006 verwendet.
Ein Vergleich der Ergebnisse der Erhebung der klimawirksamen Stoffe
2006 mit den Vorjahren ist nach Angaben des Bundesamtes nicht
möglich, weil das Erhebungsverfahren verändert wurde.
Quelle: ap)
Autoindustrie macht weiter Front gegen EU-Klimapläne
Mi.30.01.08 - Die deutsche Autoindustrie macht weiter Front gegen die Pläne der
Europäischen Kommission zur CO2-Reduzierung. Der Präsident des
Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, kritisierte
am Dienstag beim World Mobility Forum in Stuttgart, die Vorschläge
würden die deutschen Hersteller besonders hart treffen.
So müsse beispielsweise Daimler den durchschnittlichen CO2-Wert
seiner Flotte um 26 Prozent und damit um mehr als das Doppelte senken,
verglichen mit dem französischen PSA-Konzern, obwohl Daimler heute
nur um knapp ein Drittel höhere Emissionen habe als PSA. Rund ein
Drittel der französischen Produkte erfülle schon heute den
Zielwert für das Jahr 2012.
Der Präsident des Umweltbundesamts, Andreas Troge, warf der
Autoindustrie Versäumnisse in Sachen Klimaschutz vor. Die
europäischen Autobauer hätten sich früher auf das Thema
einstellen müssen. Der hohe Benzinpreis werde zu einem Absatzschub
bei sparsameren Autos führen, prophezeite Troge.
Die EU-Kommission will den CO2-Ausstoß von Neuwagen ab 2012 auf
durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer verringern, wobei mit
Motorentechnik ein Durchschnittswert von 130 Gramm erreicht werden soll.
Autobauer, die den Durchschnittswert verfehlen, sollen Strafe zahlen.
Die Bundesregierung und die Autoindustrie hatten die Vorgaben scharf
kritisiert.
Wissmann warf der EU-Kommission vor, sich offensichtlich weniger in den
Dienst der Klimapolitik, sondern eher in den einer frankophonen
Industriepolitik gestellt zu haben. Der VDA-Präsident kritisierte
auch die Höhe der geplanten Strafzahlungen. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass eine Tonne CO2 die Chemie- und Stahlindustrie
lediglich 20 Euro koste, die EU-Kommission hingegen die
Automobilindustrie mit bis zu 500 Euro pro Tonne belasten wolle.
Wissman verwies auf die Anstrengungen der Autobauer in den vergangenen
Jahren, die Emissionswerte zu senken. Die deutschen Hersteller seien
durchaus bereit, in der Oberklasse mehr zu leisten als im Massenmarkt.
«Aber wir sollten dabei dem Grundsatz folgen, dass jedes Gramm CO2
gleich behandelt wird.» Man brauche keine
«Lifestyle-Regulierung», sondern eine vernünftige
Lösung, die ökologisch und ökonomisch Sinn mache.
Quelle: ap)
Bundesumweltamt wirft Deutschlands Autobauern Versäumnisse vor
Mi.30.01.08 - Das Umweltbundesamt hat den deutschen Autoherstellern Versäumnisse
beim Klimaschutz vorgeworfen und mögliche Strafen für die
Oberklasse-Anbieter Daimler, BMW, Audi und Porsche verteidigt.
Die deutschen Automobilhersteller hätten die Zeit nicht genutzt,
um den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu senken, sagte der
Präsident des Bundesumweltamt, Andreas Troge, am Dienstag auf einem
Branchenkongress in Stuttgart. Eine 1998 von den europäischen
Herstellern abgegebene Selbstverpflichtung zur CO2-Senkung sei nicht
eingehalten worden.
Das von der EU-Kommission geplante Bußgeld für
Überschreitungen des CO2-Grenzwerts bei Neufahrzeugen hält
Troge für gerechtfertigt. Solche Strafen seien
naturgemäß höher als der Börsenpreis für
Zertifikate zum Ausstoß des Klimaschadstoffs CO2, der bei der
Verbrennung von Benzin und Diesel freiwird. Die zu erwartenden Strafen
seien - anders als vom Branchenverband VDA und den deutschen Herstellern
dargestellt - gering. Volkswagen käme mit seiner heutigen
Modellpalette ohne Abgaben davon, Porsche müsse nur rund 14
Millionen Euro im Jahr zahlen. Bei einer Bündelung beider
Fahrzeugflotten entfielen die Abgaben ganz, sagte Troge.
Quelle: rtr)
Präsident des Bundesumweltamtes: Atomkraft erschwert Klimaschutz
Mi.30.01.08 - Längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke
würden nach Ansicht des Präsidenten des Bundesumweltamtes,
Andreas Troge, die Klimapolitik der Bundesregierung behindern. Das
CDU-Mitglied kritisierte in den "Stuttgarter Nachrichten" die Versuche
der Energiewirtschaft und von Unionspolitikern, am Beschluss zum
Ausstieg aus der Atomenergie zu rütteln. Um die Klimaziele der
Bundesregierung zu erreichen, sei die Atomenergie nur hinderlich.
"Werden die Laufzeiten der abgeschriebenen Atomkraftwerke
verlängert, haben es die erneuerbaren Energien schwerer,
konkurrenzfähig zu werden", erklärte Troge.
"Der Verzicht auf die Kernkraft bis 2020 ist ein ganz zentraler Punkt",
sagte Troge der Zeitung weiter. "Bis 2050 ist es möglich, den
Energieverbrauch in Deutschland auf die Hälfte des Werts von 1990
zu drücken und hiervon wiederum die Hälfte aus erneuerbaren
Energien zu gewinnen", sagte er. "Das wäre eine Reduktion des
CO2-Ausstoßes um 75 Prozent." Die Bundesregierung strebt eine
40-prozentige Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2020 an.
(Quelle: afp)
Zivildienst soll freiwillig verlängert werden können
Mi.30.01.08 - Zivildienstleistende sollen ihren neunmonatigen Dienst künftig
freiwillig um bis zu sechs Monate verlängern können. Das plant
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einem Bericht
der "Bild"-Zeitung. Demnach sollen die Zivis nach dem Vorbild der
Wehrpflichtigen bei der Bundeswehr ihren Dienst verlängern
können. Sie sollten in dieser Zeit mindestens ihren normalen Sold,
Sozialbeiträge und Fahrtkosten erhalten, heißt es weiter. Die
jeweiligen Anbieter des Zivildienstplatzes sollten den Sold aber auch
freiwillig aufstocken können.
Der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter,
bestätigte der Zeitung die Pläne: "Wir wollen den
Zivildienstleistenden die Chance geben, ihre Dienstzeit zum Beispiel bis
zum Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung zu verlängern, um
damit Lücken in ihrer Biografie zu vermeiden und sich weiter zu
qualifizieren."
Quelle: afp)
EU-Richter bekräftigen Datenschutz für Musikpiraten im
Internet
Mi.30.01.08 - Datenschutz gilt auch für Musikpiraten im Internet. Das
Urheberrecht von Musikproduzenten dürfe diesen Datenschutz nicht
aushebeln, urteilte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.
Hintergrund des Urteils war die Forderung eines spanischen
Rechteverwerters an die dortige Telefongesellschaft Telefónica,
die Adressen von Internet-Nutzern herauszugeben, die Musikstücke
austauschten.
Quelle: dpa)
Wissenschaft
Mini-Radio aus Nanoröhren empfängt Verkehrsfunk von Baltimore
Mi.30.01.08 - Wissenschaftler aus den USA haben ein winziges Radio aus
Kohlenstoff-Nanoröhren gebaut und sich damit den Verkehrsfunk von
Baltimore angehört.
Von diesem Erfolg ihrer äußerst feinfühligen
Forschungs- und Bastelarbeit berichtet die Gruppe um John Rogers von der
Universität von Illinois in UrbanaChampaign in den
«Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften
(«PNAS», online vorab veröffentlicht). Daran beteiligt
waren auch Mitarbeiter des US- Rüstungskonzerns Northrop Grumman.
Im November 2007 hatten Entwickler um Alex Zettl von der
Universität von Kalifornien in Berkeley bereits ein Radio aus einem
einzigen Nanoröhrchen gebaut.
Nanoröhrchen sind aufgerollte Graphit-Schläuche, die wenige
Nanometer (millionstel Millimeter) dick und einige tausendstel
Millimeter lang sein können. Rogers und seine Kollegen bauten die
Kernbestandteile des Radios daraus auf, darunter die Antenne, den
Radioempfänger und den Verstärker. Dazu nutzten sie eine neue
Technik, um Hunderttausende Nanoröhren gezielt zu dünnen
Schichten wachsen zu lassen. Zusammengenommen arbeiten die Röhren
wie Halbleiter und können in elektronische Bauteile integriert
werden, heißt es in «PNAS». Transistoren ließen
sich mit dieser Methode in großer Menge und einheitlicher
Qualität herstellen, betonen die Forscher.
Quelle: dpa)