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Aktuelle Nachrichten
Irak am 1408ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
TV-Kameramann bei Anschlag im Irak getötet - Seit Kriegsbeginn
kamen mindestens 207 Journalisten und Medienmitarbeiter ums Leben
Do.31.01.08 - Bei einem Bombenanschlag nördlich von Bagdad sind ein irakischer
Kameramann und sein Fahrer getötet worden. Eine Korrespondentin und
ein Kameraassistent, die mit den beiden in einem Auto unterwegs waren,
wurden nach Angaben des Fernsehsenders Al Forate verletzt. Das Auto
wurde am Dienstag in Balad, 80 Kilometer nördlich der irakischen
Hauptstadt, von einer am Straßenrand platzierten Bombe getroffen.
Haider Kadhum, ein Redakteur des Senders, sagte, seine Kollegen seien
auf dem Weg nach Samara gewesen. Von dort wollten sie über den
zweiten Jahrestag des Anschlags auf ein wichtiges schiitisches
Heiligtum berichten. Der Sender Al Forate ist der größten
Schiitenpartei Oberster Islamisch-Irakischer Rat (SIIC) angeschlossen.
Seit Beginn der US-Invasion im Irak im März 2003 wurden nach
Angaben von Reporter ohne Grenzen mindestens 207 Journalisten und
Mitarbeiter von Medienorganisationen getötet, die beiden
jüngsten Opfer nicht mitgerechnet. Dem Anfang Januar
veröffentlichten Bericht zufolge befand sich unter den 48
getöteten Medienmitarbeitern des vergangenen Jahres ein
Ausländer, ein Russe. Das Komitee zum Schutz von Journalisten gibt
die Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Journalisten mit
mindestens 125 an, die getöteter Mitarbeitern mit 49.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 31.01.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertsechsundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.31.01.07 - US-Außenministerin Rice legt Liste mit Versäumnissen der
irakischen Regierung vor +++ Mindestens 45 Tote bei Anschlägen auf
Schiiten +++ Oberster US-Kommandeur im Mittleren und Nahen Osten:
USA haben Widerstand im Irak unterschätzt...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0701310.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Afghanistans Präsident Karsai skeptisch zu Entsendung weiterer
Truppen
Do.31.01.08 - Afghanistan: Präsident Karsai skeptisch zu Entsendung weiterer
Truppen
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat sich skeptisch
über die geplante Verstärkung der Präsenz
ausländischer Truppen in seinem Land geäußert.
«Ich bin nicht sicher, ob die Entsendung weiterer Truppen die
richtige Antwort wäre», sagte Karsai der Tageszeitung
«Die Welt».
«Für uns findet der Krieg nicht hier, sondern anderswo
statt», sagte der Präsident. Wichtiger als das
militärische Vorgehen gegen Terroristen sei es, sich auf die
Zufluchtsstätten und Ausbildungslager zu konzentrieren.
«Afghanistan ist keine Zufluchtsstätte. Es war eine, aber
wir haben es uns zurückgeholt», sagte Karsai. Mehr als alles
andere brauche sein Land Hilfe beim Aufbau «unseres Humankapitals
und unserer Institutionen», so Karsai. Es gehe etwa um die Armee,
die Polizei, die Beamten und Richter. «Wir müssen unseren
institutionellen Standard heben», sagte Karsai.
Die seit längerem erwartete Bitte der NATO nach Entsendung einer
schnellen Eingreiftruppe ging am Dienstag beim Verteidigungsministerium
in Berlin ein. Damit steht die Bundeswehr vor ihrem ersten Einsatz mit
einem Kampfverband für die NATO in Nordafghanistan.
(Quelle: dpa)
Verteidigungsminister Jung: Deutsche müssen Soldaten im Ausland
mehr unterstützen
Do.31.01.08 - Verteidigungsminister Franz Josef Jung wünscht sich eine
stärkere Auseinandersetzung der deutschen Bevölkerung mit
gefährlichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
Bei den Bürgern herrsche oft nicht das Bewusstsein, dass der
Einsatz der deutschen Soldaten ihrer eigenen Sicherheit in Deutschland
diene, sagte Jung am Mittwoch bei einem Besuch der deutschen Soldaten im
nordafghanischen Masar-i-Scharif. Es werde nicht ausreichend zur
Kenntnis genommen, dass sich die Bedrohungslage auf Deutschland
verändert habe. Wenn man den neuen Risiken durch den Terrorismus
aber entgegentreten wolle, müsse man die Gefahr an der Quelle
beseitigen. Er würde sich daher wünschen, dass den Soldaten im
Einsatz mehr Unterstützung zuteil werde.
Zur Debatte über das Thema Kampfeinsätze sagte der Minister,
die deutschen Soldaten in Afghanistan leisteten einen
Stabilisierungseinsatz. Auch die Gefechte der Nato-Schutztruppe Isaf
Ende vergangenen Jahres gegen radikal-islamische Taliban, die in den
sonst ruhigeren Norden Afghanistans eingesickert waren, hätten der
Stabilisierung des Landes gedient. Wenn dort militärisch keine
Sicherheit geschaffen würde, könnten auch die
Entwicklungshelfer die Aufbauarbeiten nicht leisten. Die Taliban aber
nutzten die Armut der afghanischen Bevölkerung, um ihre Machtbasis
aufzubauen.
Mit Blick auf die Debatte über die Entsendung eines deutschen
Kampfverbandes nach Afghanistan verwies Jung darauf, dass
Bundeswehrsoldaten in Afghanistan auch in der Vergangenheit bereits in
Kampfsituationen gewesen seien. Als Beispiel nannte der Minister
Angriffe auf deutsche Patrouillen. Die Nato hatte Deutschland zuvor
offiziell gebeten, ab dem Sommer die schnelle Eingreiftruppe im Norden
des Landes zu übernehmen. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan
prüft diese Anfrage. Die Entscheidung liegt bei Jung. Die
Entsendung einer deutschen Eingreiftruppe gilt jedoch als so gut wie
sicher, da die Bundeswehr das Kommando über den Norden führt
und daher besonders auf die Reserve für militärische
Notfälle angewiesen ist. Jung hatte seinen Überraschungsbesuch
in Afghanistan am Dienstag in der Hauptstadt Kabul begonnen und war
später nach Masar-i-Scharif weitergereist. Am Mittwoch besuchte er
die Bundeswehrsoldaten im deutschen Wiederaufbaugebiet im
nordafghanischen Kundus.
(Quelle: rtr)
Nahost-Konflikt: Kommission bescheinigt Israel große Fehler im
Libanon-Krieg. Machkampf zwischen Palästinenserpräsident
Abbas und Hamas um Gaza-Grenze
Do.31.01.08 - Die sogenannte Winograd-Kommission hat Israels politische und
militärische Führung für schwere Fehler während des
Libanonkriegs im Sommer 2006 verantwortlich gemacht.
Gleichzeitig betonte der Vorsitzende der Kommission, der ehemalige
Richter Eliahu Winograd, man wolle keine Empfehlungen zu personellen
Konsequenzen abgeben. Vertraute des israelischen
Ministerpräsidenten Ehud Olmert sagten, der Regierungschef habe
mit «großer Erleichterung» auf den mehr als 500
Seiten langen Bericht reagiert, der als entscheidend für seine
politische Zukunft gilt. Die oppositionelle Likud-Partei
bekräftigte Forderungen nach seinem Rücktritt. Olmert hatte
das zuvor ausgeschlossen.
Israel habe den Krieg trotz seiner großen militärischen
Überlegenheit nicht gewonnen, betonte Winograd vor Journalisten in
Jerusalem. Er bezeichnete den Krieg insgesamt als «verpasste
Chance». «Wir haben schwere Fehler im Entscheidungsprozess
der politischen und militärischen Führung gefunden»,
sagte Winograd. Die Bodenoffensive im Süden Libanons in den
letzten 60 Stunden des Kriegs habe ihr Ziel nicht erreicht. Dabei waren
33 israelische Soldaten getötet worden.
Gleichzeitig erklärte Winograd, unter den gegebenen Umständen
sei die Bodenoffensive «fast unvermeidlich» gewesen. Die
Entscheidung zu der Offensive in letzter Minute sei politisch und
professionell angemessen und die Ziele des Militäreinsatzes
legitim gewesen. «Die Entscheidung selbst war kein Misserfolg,
trotz ihrer begrenzten Erfolge und ihres hohen Preises», sagte
Winograd. Die Bodenoffensive war von Gegnern Olmerts am schärfsten
kritisiert worden.
Ein Ende April vorigen Jahres vorgelegter Zwischenbericht der
Kommission hatte Olmert sowie den damaligen Verteidigungsminister Amir
Perez und Generalstabschef Dan Haluz scharf kritisiert und ihnen
schwere Fehler angelastet. Haluz und Perez traten danach zurück.
Olmert hatte zuletzt betont, er werde auch im Falle harter Kritik sein
Amt nicht niederlegen. Kritiker fordern seinen Rücktritt und
vorzeitige Wahlen.
Verteidigungsminister Ehud Barak, der Vorsitzende der Arbeitspartei,
wollte sich zunächst nicht unmittelbar nach der
Veröffentlichung des Berichts äußern. Er wolle ihn erst
studieren und dann in den nächsten Tagen über sein Vorgehen
entscheiden. Barak hatte vergangenes Jahr erklärt, seine Partei
werde aus der Koalition mit Olmert ausscheiden und sich für die
Bildung einer neuen Regierung oder Neuwahlen einsetzen, sollte dieser
bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichts nicht
zurücktreten. Sollte mit der Arbeitspartei (19 Mandate) Olmerts
größter Koalitionspartner ausscheiden, würde seine
Regierung die Mehrheit von 67 der 120 Parlamentssitze
einbüßen.
Der Krieg hatte am 12. Juli 2006 nach einem massiven Angriff der
libanesischen Hisbollah-Miliz auf den israelischen Norden begonnen.
Dabei wurden zwei israelische Soldaten entführt, deren Schicksal
seitdem ungewiss ist. Während des einmonatigen Kriegs wurden auf
libanesischer Seite mehr als 1200 Menschen getötet, auf
israelischer Seite starben rund 160 Zivilisten und Soldaten.
Im Konflikt um die Grenzkontrollen im Gazastreifen steht derweil der
Machtkampf zwischen Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und
der radikalen Hamas-Bewegung vor einer neuen Eskalation.
Abbas wies die Forderungen der Extremisten nach einer Beteiligung an
den Kontrollen kategorisch zurück und verlangte stattdessen einen
Machtverzicht der Rivalen, die das Gebiet seit Sommer beherrschen. Die
Hamas pochte dagegen auf eine Schlüsselrolle am Übergang zu
Ägypten, den sie vor einer Woche gewaltsam geöffnet hatte.
Damit drohten die von Ägypten moderierten
Vermittlungsgespräche in Kairo zu platzen. Die Anreise von
Hamas-Chef Chaled Maschaal aus dem syrischen Exil hatte zunächst
Hoffnungen auf eine Annäherung ausgelöst.
Abbas bezeichnete seine Gegner bei einer Pressekonferenz in Kairo als
"illegitime Gesprächspartner". "Die Hamas muss ihren Putsch in
Gaza beenden, alle internationalen Verpflichtungen akzeptieren und
Wahlen ansetzen. Danach sind unsere Herzen offen für einen
Dialog", betonte er.
Abbas hat die Unterstützung der USA, der EU und der Arabischen
Liga für seinen Vorschlag, eigene Sicherheitskräfte in den
Gazastreifen zurückzuschicken und die Kontrollen in Rafah zu
übernehmen. Die EU erwägt zudem, ihren Beobachtereinsatz
wiederaufzunehmen und damit eine geregelte Öffnung der einzigen
nicht-israelischen Grenze des Palästinensergebiets zu
unterstützen. Unklar ist allerdings, wie sich die
Abbas-Kräfte durchsetzen sollen.
Die Hamas verwies im Gegenzug kühl auf die Lage vor Ort und
signalisierte ihre Entschlossenheit, eine Abriegelung weiterhin mit
Gewalt zu verhindern. "Gespräche über eine partielle Rolle
widersprechen der Realität", sagte Unterhändler Mahmud Sahar,
als er den Grenzübergang Rafah unter dem Blitzlichtgewitter der
demonstrativ eingeladenen Medien passierte und seinen Pass von
Hamas-Kräften stempeln ließ. Die Extremisten hatten Breschen
in Mauern und Stacheldrahtzäune geschlagen, um eine israelische
Blockade des Gazastreifens zu brechen. Hunderttausende
Palästinenser strömten daraufhin nach Ägypten, um sich
mit Vorräten einzudecken.
Israel kündigte eine weitere Lockerung des bald zwei Wochen
anhaltenden Boykotts an. Am Grenzübergang Karni würden
derzeit 70 Lastwagen mit Weizen und anderem Getreide abgefertigt, sagte
ein Grenzoffizier. Das Oberste Gericht in Jerusalem hieß
unterdessen die Entscheidung gut, Diesel-Lieferungen drastisch zu
reduzieren und damit die Stromversorgung zu gefährden. "Die
gelieferte Menge reicht vorläufig aus, um den grundlegenden Bedarf
des Gazastreifens zu decken", urteilte es.
boa (Quellen: dpa, rtr)
UN schickt Völkermordermittler nach Kenia
Do.31.01.08 - Der UN-Sonderberater zur Verhinderung von Völkermord und
Massenverbrechen Francis Deng will einen Ermittler nach Kenia entsenden,
um die ethnische Gewalt der vergangenen Wochen zu untersuchen.
Die kenianische Zeitung «Daily Nation» berichtete am
Mittwoch, Deng habe die Führer der verfeindeten politischen Lager
darauf hingewiesen, dass sie für Gewalttaten bestraft werden
können, die sie initiert hätten. Auch die Polizei könne
zur Rechenschaft für Gewalttaten gezogen werden.
Seit den Präsidentenwahlen im vergangenen Dezember ist es in Kenia
zu blutigen Unruhen mit mehr als 800 Toten gekommen. Nach UN-
Schätzungen flohen etwa 250 000 Menschen vor der Gewalt und den
brutalen Stammesfehden. Opposiitonsführer Raila Odinga erkennt den
umstrittenen Wahlsieg von Amtsinhaber Mwai Kibaki nicht an und spricht
von Wahlbetrug.
Die ethnischen Gruppen der beiden Politiker liefern sich seitdem
schwere Kämpfe, allein in den vergangenen Tagen wurden fast 100
Menschen mit Macheten zu Tode gehackt. Es kommt auch immer öfter zu
systematischen Vergewaltigungen von Frauen des
«gegnerischen» Stammes.
Inmitten der neuen Welle der Gewalt nach der Ermordung eines
Oppositionspolitikers hat unterdessen die möglicherweise
entscheidende Vermittlungsrunde begonnen. Zum Auftakt eines Dialogs
zwischen den Konfliktparteien sagte der frühere
UN-Generalsekretär Kofi Annan am Dienstag, die Unruhen könnten
innerhalb von vier Wochen eingedämmt werden. Für die
Lösung der längerfristigen Probleme rechne er aber mit einem
Zeitraum von bis zu einem Jahr. Beide Kontrahenten riefen zu nationaler
Versöhnung auf und verurteilten die ethnische Gewalt.
In einer vom Fernsehen übertragenen Rede warnte Annan vor den
schweren Konsequenzen, die die wochenlangen Gewaltexzesse für das
Land habe. Felder lägen brach, der soziale Zusammenhalt sei
gefährdet. «Die Parteien sind bereit für die
Gespräche», sagte Annan, der die Dringlichkeit einer
friedlichen Lösung betonte. An die Kontrahenten gewandt mahnte er:
«Die Menschen brauchen Sie, sie wollen, dass Sie (...) Ihr
Möglichstes tun, um die Talfahrt ins Chaos aufzuhalten. In diesem
schönen und reichen Land droht Anarchie.»
Wütende Proteste wurden am Dienstag aus der Stadt Naivasha im
Westen des ostafrikanischen Landes sowie aus dem Slum von Kibera in der
Hauptstadt Nairobi gemeldet. Dort gingen Angehörige rivalisierender
Volksgruppen aufeinander los, errichteten Barrikaden aus brennenden
Reifen und zündeten Autos und Häuser an. Mehrere Menschen
wurden getötet. In Naivasha feuerten Soldaten aus Hubschraubern
Warnschüsse ab, um die Krawalle zu beenden.
An den Auseinandersetzungen sind vor allem Angehörige vom Stamm
der Kikuyu, zu dem Kibaki gehört, sowie Volksgruppen beteiligt, die
Odinga unterstützen. Die Hilfsorganisation Caritas International
rief am Dienstag dringend zu Spenden auf. Benötigt würden
mindestens 1,8 Millionen Euro, um die Flüchtlinge in den kommenden
drei Monaten mit Wasser, Medikamenten und Lebensmitteln zu versorgen.
Ein Mitarbeiter des Christoffel-Blindenwerks berichtete von einer
zunehmenden Beeinträchtigung der im Lande tätigen
Hilfsorganisation.
(Quelle: dpa)
Kindernothilfe: Im Norden Sri Lankas fallen jeden Tag Bomben
Do.31.01.08 - Im Norden Sri Lankas fallen nach Angaben der Kindernothilfe jeden Tag
Bomben. Nur drei Kilometer von dem Waisenhaus der Kindernothilfe in
Kilinochchi entfernt, seien schon Gebäude getroffen worden,
berichtete Rubel Wedel am Dienstag in einem telefonischen
epd-Gespräch aus der Region. Seit anderthalb Jahren tobten
Kämpfe im Nordosten der Insel. Jetzt eskalierten sie. "Die Lage im
Norden hat sich wahnsinnig verschärft", so der Projektkoordinator.
Der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den tamilischen
Rebellen, die für einen unabhängigen Staat im Nordosten Sri
Lankas kämpfen, dauert seit Jahrzehnten an. Doch nun bombardiere
die Luftwaffe die Hochburg der Rebellen, Kilinochchi, ohne
Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. "60.000 Flüchtlinge
gibt es bereits in der Region", sagte Wedel: "Wir haben einige schon mit
Zelten, Essen und Medizin versorgt." Neue Flüchtlingsströme
seien zu erwarten.
Auch die 54 Mädchen im Waisenhaus in Kilinochchi müssen nach
seinen Worten fliehen. In der nächsten Woche würden die 5- bis
15-Jährigen in eine andere Einrichtung der Kindernothilfe in den
Süden Sri Lankas gebracht. Das Mädchenwohnheim müsse
komplett evakuiert werden. Seit dem Dauer-Bombardement könnten die
Kinder nicht mehr schlafen und hätten Angst.
Die Kindernothilfe will den Angaben zufolge die Mädchen
schützen und zugleich die Flüchtlingshilfe ausweiten. Für
Bürgerkriegsopfer hat die Organisation mit Sitz in Duisburg 30.000
Euro Soforthilfe bewilligt.
(Quelle: epd)
UNHCR braucht 61 Millionen Euro für Binnenvertriebene
Do.31.01.08 - Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) braucht nach eigenen Angaben
in diesem Jahr zusätzlich rund 61 Millionen Euro für den
Schutz von Binnenvertriebenen. Besonders dringend werde das Geld
für die humanitäre Hilfe in sechs afrikanischen Staaten sowie
in Kolumbien benötigt, teilte das UNHCR am Dienstag in Berlin mit.
In der Demokratischen Republik Kongo etwa warteten 1,3 Millionen
Flüchtlinge innerhalb der Landesgrenzen auf Hilfe.
In Kolumbien finde derzeit die weltweit größte Vertreibung
von Menschen innerhalb des eigenen Landes statt, so das UNHCR weiter.
Knapp drei Millionen seien vor bewaffneten Rebellen auf der Flucht.
Der Zahlungsaufruf der UN-Organisation richtet sich an Regierungen. Das
UNHCR erklärte, der Aufruf für weitere Hilfe betreffe neben
Kongo und Kolumbien den Tschad, Uganda, die Zentralafrikanische
Republik, Liberia und die Elfenbeinküste.
In den meisten Konfliktregionen bleibe die Achtung vor humanitärem
Recht und Menschenrechten auf der Strecke, unterstrich die Organisation.
Opfer seien oft die Binnenvertriebenen. Das UNHCR hilft diesen Menschen
nach eigenen Angaben in derzeit 25 Ländern, darunter auch den
Opfern der jüngsten Vertreibungen in Kenia..
(Quelle: epd)
Indien: Asche 'Mahatma' Gandhis im Meer verstreut
Do.31.01.08 - Zum 60. Todestag von Mohandas Gandhi hat eine Urenkelin des indischen
Unabhängigkeitsführers am Mittwoch dessen Asche im Meer vor
der Metropole Bombay verstreut. Im Gedenken an Gandhi trugen seine
Anhänger die Asche durch die Straßen der Stadt zum Strand.
Dort versammelten sich etwa 300 Menschen, während Mitglieder der
Familie Gandhis in einem geschmückten Motorboot aufs Meer
hinausfuhren. Die 75-jährige Neelam Parikh verstreute dann die
Asche.
«Es ist ein sehr bewegender Tag für uns, und ein Tag zum
Nachdenken. Ein Tag, an dem wir Seiner gedenken und uns an seine Lehren
erinnern sollten», sagte sie später. In Neu-Delhi war am
Mittwoch eine Gebetszeremonie geplant, an der auch
Ministerpräsident Manmohan Singh teilnehmen wollte.
Die Asche war von einem indischen Geschäftsmann aufbewahrt worden,
der sie im vergangenen Jahr einem Museum in Bombay, dem heutigen Mumbai,
übergab. Das Museum wollte die Asche öffentlich ausstellen,
Gandhis Familie erklärte aber, er selbst hätte eine
Beisetzung auf See gewünscht. Nach dem Tod Gandhis am 30. Januar
1948 und der Kremierung seines Leichnams wurde die Asche in Urnen
für Gedenkzeremonien in zahlreiche Städte und Dörfer
Indiens versandt. Wie viele Urnen es noch gibt, ist nicht bekannt.
Gandhis Philosophie Satyagraha, die Lehre vom gewaltlosen Widerstand im
Kampf um Gerechtigkeit, stand am Anfang der erfolgreichen Auflehnung
Indiens gegen die britische Kolonialherrschaft und inspirierte
Bürgerrechtler wie Martin Luther King oder die friedliche
Abschaffung der Apartheid in Südafrika. Gandhi, von seinen
Anhängern «Mahatma» (große Seele) genan
(Quelle: ap)
US-Wahlkampf wird zum Doppelduell - Reihen lichten sich
Do.31.01.08 - Wenige Tage vor dem "Super Tuesday" haben sich die Reihen unter den
Kandidaten für die US-Präsidentenwahl deutlich gelichtet.
Nach dem Sieg von John McCain bei der Vorwahl in Florida läuft es
bei den Republikanern nun auf ein Duell zwischen dem Senator aus
Arizona und Mitt Romney hinaus. Erwartet wurde der Ausstieg von New
Yorks ehemaligem Bürgermeister Rudy Giuliani. Bei den Demokraten
kündigte der ehemalige Senator John Edwards an, aus dem Rennen
auszusteigen. Damit haben faktisch nur noch Hillary Clinton und Barack
Obama bei dem Demokraten Aussicht auf die Kandidatur.
Am kommenden Dienstag werden in mehr als 20 Bundesstaaten Vorwahlen
abgehalten, darunter in Staaten mit großen Bevölkerungen wie
New York und Kalifornien. Dabei könnte eine Vorentscheidung
über die Kandidaten für die Nachfolge von George W. Bush
fallen.
"Mac ist zurück", jubelten die Wähler des Vietnam-Veteranen
McCain, der den Irak-Krieg unterstützt hat und
außenpolitisch als Falke gilt. "Unser Sieg mag kein
erdrutschartiges Ausmaß erreicht haben", räumte der
71-Jährige ein. "Aber er ist trotzdem süß." McCain lag
mit 36 Prozent vor dem ehemaligen Gouverneur Romney. Der Mormone
lieferte dem Senator aus Arizona zwar weiterhin ein hartes Rennen, kam
trotz deutlich höherer Wahlkampfausgaben nur auf 31 Prozent.
Abgeschlagen auf Platz drei landete Giuliani. Seine Strategie, mit
einem Sieg in Florida spät in den Wahlkampf einzusteigen,
scheiterte damit.
Das Wahlkampfkomitee des Demokraten Edwards kündigte an, der
54-Jährige werde am Abend in New Orleans offiziell seinen Ausstieg
bekanntgegeben. Er war 2004 als Vizepräsidentschaftskandidat an
der Seite von John Kerry vergebens gegen Bush und Dick Cheney
angetreten. Edwards gilt als äußerst telegen und kommt als
Kandidat für eine Vizepräsidentschaft an der Seite des
Siegers seiner Partei infrage.
Mit Spannung wurde erwartet, für wen sich Giuliani und Edwards
jeweils aussprechen würden. Für die Republikaner ergibt sich
noch am Freitag bei einer Vorwahl im kleineren Ostküstenstaat
Maine dazu die Gelegenheit. Auf Seite der Demokraten gibt es keine
Abstimmung mehr vor Dienstag.
Formell wählten auch die Demokraten in Florida ihren Kandidaten.
Dabei setzte sich Clinton deutlich vor Obama durch. Die Demokratische
Partei will wegen eines Streits um den Wahltermin die Delegierten aus
Florida aber nicht anerkennen.
Die Wahl in Florida bestätigte, dass die größte Sorge
der US-Bürger die ins Trudeln geratene Konjunktur ist. Rund die
Hälfte der republikanischen Wähler nannte in
Nachwahlbefragungen die Wirtschaftspolitik als entscheidendes
Kriterium. Andere Themen sind die Einwanderungspolitik und der
Irak-Krieg.
(Quelle: rtr)
Zinsen in den USA erneut gesenkt - Zentralbank beschließt
Reduzierung des Leitzinses auf 3 Prozent - Fed sieht Finanzmärkte
weiter unter starkem Druck
Do.31.01.08 - Zum zweiten Mal binnen acht Tagen hat die US-Zentralbank zur
Ankurbelung Konjunktur die Zinsen gesenkt und weitere Zinsschritte nach
unten signalisiert. Die Notenbanker reduzierten am Mittwoch den
wichtigsten Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte auf 3 Prozent.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Fed wegen der dramatischen
Kurseinbrüche an den Aktienmärkten den Zinssatz um 0,75
Prozentpunkte gesenkt.
Die neuerliche Zinssenkung beim turnusmäßigen Treffen der
Notenbanker unter Vorsitz ihres Präsidenten Ben Bernanke war
erwartet worden. Die Finanzmärkte stünden weiter unter
«erheblichem Druck» hieß es in einer Begründung
der Notenbanker zum Abschluss ihrer zweitägigen Sitzung in
Washington. Die Entscheidung sei mit neun gegen eine Stimme getroffen
worden, sagte Richard Fisher, der Präsident der Regionalbank der
Fed in Dallas.
Die Sitzung am Dienstag und Mittwoch stand im Zeichen der Sorgen vor
einer Rezession in den USA. So hatte das US-Handelsministerium erst
Anfang der Woche dramatische Zahlen vom Immobilienmarkt bekanntgegeben.
Demnach brach die Zahl der Hausverkäufe 2007 förmlich ein,
26,4 Prozent weniger Immobilien wechselten den Besitzer. Es war das
schlechteste Jahr für den US-Häusermarkt seit Beginn der
Aufzeichnungen.
Auch die Preise litten unter der Hypothekenkrise. Die Probleme auf dem
US-Immobilienmarkt und die Zahlungsausfälle bei Krediten mit
schlechter Bonität, den sogenannten Suprime-Mortgages, haben auch
die Finanzwelt erschüttert und drohen, die USA in eine Rezession
zu stürzen.
Im Gegensatz zur US-Notenbank scheinen die europäischen
Währungshüter keine baldige Zinssenkung zu planen. Erst am
Wochenende hatte Bundesbank-Präsident Axel Weber, der auch
Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank ist, in einem
Interview erklärt: «Wir legen unseren Konjunktur- und
Inflationsausblick für den Euro-Raum unseren geldpolitischen
Beschlüssen zugrunde. Dieser Ausblick ist gegenwärtig ein
anderer als in den USA», sagte Weber. Die EZB hält ihren
Schlüsselzins seit gut einem halben Jahr bei 4 Prozent.
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, kritisierte in
einem Interview der «Berliner Zeitung (Donnerstagausgabe) die
neuerliche Zinssenkung der Fed als riskant. «Die jüngsten
Konjunkturdaten, vor allem zu den langlebigen Gütern,
signalisieren keine Rezession in den USA», sagte Walter.
(Quelle: rtr)
Greenspan schätzt Gefahr von US-Rezession auf 'mindestens 50
Prozent'
Do.31.01.08 - Der frühere Präsident der US-Notenbank Alan Greenspan
schätzt die Gefahr einer Rezession in den USA auf «mindestens
50 Prozent». «Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit einer
Rezession mindestens 50 Prozent beträgt, doch bisher gibt es wenig
Hinweise dafür, dass wir schon in einer stecken», zitierte
die Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» den legendären
Ex-Notenbankchef.
Erst am Dienstag hatte der Internationale Währungsfonds (IWF)
seine Prognosen für die Weltkonjunktur deutlich nach unten
korrigiert, erwartet aber keine Rezession in den USA. Ein vom
US-Kongress und dem Weißen Haus vereinbarte Konjunkturpaket werde
zur Jahresmitte greifen und der US-Wirtschaft neue Impulse geben,
erklärte der IWF.
Greenspan erklärt dagegen, Notenbanker und Haushaltspolitiker
könnten eine Rezession wohl kaum noch abwenden. Auf eine
entsprechende Frage wurde er mit den Worten zitiert:
«Wahrscheinlich nicht. Wirtschaftliche Einflüsse sind heute
stärker als fast alles, was die Geld- und Fiskalpolitik ihnen
entgegensetzen kann.» Die Zentralbanken hätten den Einfluss
auf die langfristigen Zinsen verloren, sagte der 81-Jährige, der
von 1987 bis 2006 die US-Notenbank geführt hatte.
(Quelle: ap)
Immobilienkrise sorgt bei UBS 2007 für Milliardenverlust
Do.31.01.08 - Die US-Immobilienkrise hat der weltgrößten
Vermögensverwaltungsbank UBS erstmals in ihrer zehnjährigen
Geschichte rote Zahlen beschert.
Der Verlust für 2007 summiert sich auf rund 4,4 Milliarden Franken
(2,7 Milliarden Euro), nachdem 2006 noch 11,3 Milliarden Franken
Reingewinn erzielt wurden. Allein im vierten Quartal haben sich Verluste
von 12,5 Milliarden Franken aufgetürmt, teilte UBS am Mittwoch mit.
UBS musste wegen der Schieflage auf dem US-Häusermarkt im
vergangenen Jahr insgesamt rund 18,4 Milliarden Dollar abschreiben, wie
ein Sprecher erläuterte. Im Vergleich zu Mitte Dezember, als Bank
zum letzten Mal Angaben zum Subprime-Debakel gemacht hatte, sind damit
noch einmal vier Milliarden Dollar hinzugekommen.
Das Schweizer Vorzeigeinstitut ist eines der größten Opfer
der Kreditkrise, die die Banken weltweit bisher rund 130 Milliarden
Doller gekostet und einige der klangvollsten Namen an der Wall Street
wie Citigroup oder Merrill Lynch dazu veranlasst hat, ihre
Kapitalpolster hastig aufzubessern.
An der Börse rutschten die UBS-Aktien zur Eröffnung
zunächst vier Prozent ab, konnten die Kursverluste aber schnell auf
knapp ein Prozent eingrenzen. Die Aktie ist seit Mitte 2007, als sich
die Subprime-Krise abzuzeichnen begann und UBS die Hedgefonds-Tochter
Dillon Read geschlossen hatte, auf Talfahrt.
UBS hat auch nach den jüngsten Abschreibungen nach
Schätzungen von Analysten noch Subprime-Verpflichtungen von rund 20
Milliarden Dollar in ihren Bücher, welches den Aktienkurs auch
zukünftig belasten dürfte. Die Positionen sollen in eine
Abwicklungsgesellschaft ausgelagert werden.
Als größter Vermögensverwalter der Welt muss die Bank
darauf achten, dass der missglückte Ausflug ihrer Investmentbanker
in das Geschäft mit amerikanischen Hypothekenverbriefungen nicht
reiche Kunden abschreckt und die milliardenhohen Erträge sinken,
die die Bank in der Vermögensverwaltung erzielt. Mitte 2007
summierten sich die verwalteten Vermögen auf rund 3300 Milliarden
Franken.
Um einem drohenden Vertrauensverlust entgegenzuwirken, will UBS den
Staatsfonds GIC aus Singapur und einen nicht genannten Investor aus dem
Nahen Osten ins Boot holen, die zusammen 13 Milliarden Franken in die
Bank stecken wollen. Dies muss am 27. Februar noch von den bisherigen
Aktionären genehmigt werden. Ohne die Kapitalspritze würde die
Kapitalquote auf 8,8 Prozent absinken, was Marktexperten in Anbetracht
der Schweizer Verhältnisse als "alarmierend tief" einstufen.
Vereinzelt regt sich freilich Widerstand gegen das Vorhaben, da die
Altaktionäre von der Kapitalerhöhung ausgeschlossen werden
sollen. Ebenfalls zu hören ist der Ruf nach einem Rücktritt
von UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel. Allerdings sitzt im
gegenwärtigen Verwaltungsrat kein ausgewiesener Bankfachmann, der
an Ospels Stelle treten könnte. Zudem haben die Schweizer
Bankenaufsicht wie auch Stimmen aus der Politik davor gewarnt, mitten
im Sturm den Steuermann zu wechseln.
(Quelle: rtr)
IWF senkt Wachstumsprognosen für 2008
Do.31.01.08 - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen
für das Wachstum der Weltwirtschaft und der wichtigsten Regionen in
diesem Jahr zum Teil deutlich gesenkt. Wie der IWF am Dienstag im
Rahmen einer Aktualisierung seines «World Economic Outlook»
(WEO) mitteilte, rechnet er für 2008 nur noch mit einem Wachstum
der Weltwirtschaft von 4,1 Prozent. Damit wurde die bisherige Prognose
um 0,3 Prozentpunkte zurückgeschraubt. Der IWF führte die
Abwärtsrevision vor allem auf die Folgen der anhaltenden
Finanzturbulenzen zurück, die von der US-Subprimekrise
ausgelöst wurden.
Für die US-Wirtschaft rechnet der IWF jetzt für 2008 mit
einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur noch 1,5 Prozent
(bisher: 1,9), für den Euroraum wird ein BIP-Wachstum um 1,6
Prozent (2,1) vorhergesagt. Für einzelne Länder des Euroraums
machte der IWF keine Angaben, allerdings dürfte die entsprechende
Wachstumsprognose für Deutschland - bisher 2,0 Prozent - nun
niedriger anzusetzen sein.
Mit Blick auf die USA erklärte der IWF, dass es Zeichen für
eine schwächere Entwicklung in der Industrie und auf dem
Immobilienmarkt gebe, ferner Anzeichen für eine Schwäche beim
Konsum und auf dem Arbeitsmarkt. In Europa hätten sich bisher vor
allem die Vertrauensindikatoren eingetrübt. Schwellenländer
wie China und Indien würden hingegen weiterhin kräftig
expandieren. Den jüngsten Kurssturz an den Aktienmärkten
begründete der IWF mit der wachsenden Unsicherheit der Marktakteure.
(Quelle: ddp)
FBI ermittelt gegen 14 Unternehmen wegen Immobilienkrise
Do.31.01.08 - Im Zusammenhang mit der Immobilienkrise in den USA ermittelt die
US-Bundespolizei FBI gegen 14 Unternehmen. Den Firmen werde vor allem
Betrug und Insiderhandel vorgeworfen, berichtete die US-Zeitung "Wall
Street Journal" auf ihrer Internetseite. Die Namen der betroffenen
Firmen seien noch nicht bekannt. Dem Zeitungsbericht zufolge ermittelt
das FBI aber gegen verschiedene Arten von Finanzinstituten - darunter
Banken, die Kredite vergeben und auch Unternehmen, die Hypotheken
bündeln und weiter verkaufen.
Die Ermittler untersuchten laut "Wall Street Journal" auch die
Bücher von Finanzunternehmen, die in Folge der Immobilienkrise
Konkurs anmelden mussten, um Hinweise auf Insidergeschäfte zu
finden. In den USA häuften sich 2007 die Fälle, in denen
einkommensschwache US-Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen
nicht mehr abzahlen konnten. In einer Art Domino-Effekt löste dies
eine weltweite Krise aus, weil die schlecht abgesicherten Kredite von
Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht worden waren. In Deutschland
konnten die Sächsische Landesbank und die Mittelstandsbank IKB nur
durch eine Übernahme beziehungsweise Milliardenhilfen der Branche
vor der Pleite gerettet werden.
(Quelle: afp)
Millionenstrafe für E.ON wegen Behinderung von EU-Ermittlungen
Do.31.01.08 - Der Energiekonzern E.ON soll wegen Behinderung wettbewerbsrechtlicher
Ermittlungen 38 Millionen Euro Strafe an die EU zahlen. Die
EU-Kommission warf E.ON am Mittwoch vor, nach einer Durchsuchung von
Geschäftsräumen des Konzerns im Mai 2006 sei ein von den
Ermittlern angebrachtes Siegel aufgebrochen worden. In dem versiegelten
Raum hätten sich von den Wettbewerbshütern zusammengetragene
Unterlagen befunden. Es handele sich um den ersten Fall dieser Art bei
Kommissionsermittlungen, teilte die Brüsseler Behörde mit.
«Die Kommission kann und will solche Verstöße nicht
hinnehmen», erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes
in einer Pressemitteilung. Sie warf E.ON vor, der Konzern habe versucht,
«das Vorgehen der Kommission gegen Kartelle und andere
wettbewebsschädigende Praktiken zu untergraben». Mit der
Durchsuchung der E.ON-Büros im Mai 2006 war die EU-Kommission
Hinweisen auf Wetttbewerbsverstöße auf den deutschen
Energiemärkten nachgegangen. Im vergangenen Juli eröffnete sie
dann wegen Verdachts auf unzulässige Marktabsprachen ein
Kartellverfahren gegen E.ON und Gaz de France.
Das Siegel bestand nach Angaben der EU-Kommission aus einer speziellen
Plastikfolie. Diese reiße nicht, wenn sie jemand zu entfernen
versuche, sondern auf ihrer Oberfläche erscheine dann an mehreren
Stellen der Schriftzug «Void» (Englisch für
«nichtig»).
E.ON wies nach Angaben der EU-Kommission den Vorwurf des Siegelbruchs
zurück. Die von dem Unternehmen vorgebrachten Erklärungen
für die Beschädigung der Folie seien jedoch auch nach
Auffassung externer Gutachter nicht stichhaltig, erklärte die
Brüsseler Behörde. E.ON habe vorgebracht, das Erscheinen des
Schriftzugs «Void» könnte auf Schwingungen, auf die
Einwirkung eines scharfen Reinigungsmittels, eine altersbedingte
Vorbeschädigung des Siegels oder hohe Luftfeuchtigkeit
zurückzuführen sein. Sowohl der Hersteller des Siegels als
auch ein unabhängiger Sachverständiger hätten jedoch
bestätigt, dass sich der Zustand des Siegels am Morgen des 30. Mai
nur auf den Versuch, es zu entfernen, zurückführen lasse.
E.ON kann gegen die Geldbuße Widerspruch vor dem
Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg einlegen.
(Quelle: ap)
Albanien will dem Kosovo im Fall serbischer Sanktionen beistehen
Do.31.01.08 - Albanien will das Kosovo im Falle serbischer Sanktionen nach einer
Unabhängigkeitserklärung der serbischen Provinz
unterstützen. Seine Regierung habe Pläne ausgearbeitet, um
einer möglichen Blockade des Kosovos von serbischer Seite
entgegenzuwirken, sagte Ministerpräsident Sali Berisha am Mittwoch
in einem Interview der Nachrichtenagentur AP während eines Besuchs
in Brüssel. Albanien werde seine Straßen-, See- und
Luftverbindungen in das überwiegend von Albanern bewohnte Kosovo
öffnen, sagte er.
Auch die USA und die meisten Staaten der Europäischen Union
unterstützen die Bestrebungen der Kosovo-Albaner nach
Unabhänigkeit. Bislang wurde die formelle
Unabhängigkeitserklärung für Februar oder März
erwartet. Als wahrscheinlich gilt, dass zuerst die Stichwahl um die
serbische Präsidentschaft am 3. Februar abgewartet würde, um
die Wahlentscheidung in Belgrad nicht weiter zu polarisieren. Russland
und Serbien lehnen die völlige Unabhängigkeit der seit dem
Kosovo-Krieg 1999 unter UN-Verwaltung stehenden Provinz ab.
(Quelle: ap)
OSZE-Wahlbeobachter drohen mit Absage an Russland
Do.31.01.08 - Die Wahlbeobachter der OSZE haben mit einer Absage ihres Einsatzes bei
der russischen Präsidentenwahl gedroht. Sollte die Regierung in
Moskau keinen Arbeitsbeginn in der kommenden Woche erlauben, könne
die Organisation ihre Aufgabe nicht erfüllen, sagte Curtis Budden,
Sprecher des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und
Menschenrechte (ODIHR) am Mittwoch. "Wir haben ein Mandat für eine
langfristige Beobachtung. Eine Wahl ist kein Tagesereignis", sagte er.
Wegen eines Konflikts um die Rahmenbedingen hatte die OSZE bereits die
Beobachtung der russischen Parlamentswahl im Dezember abgesagt.
Das ODIHR hatte am Vortag "schwerwiegende Einschränkungen" von
russischer Seite kritisiert. Unter anderem legte die Regierung den
Angaben zufolge fest, dass der Einsatz lediglich drei Tage vor der
Abstimmung am 2. März beginnen solle. Auch ist die Zahl der
Beobachter auf 70 begrenzt.
Streit um die Wahlbeobachtung hatte vor der Wahl im Dezember für
heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Organisation für
Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, in der
Russland Mitglied ist. Die Abstimmung wurde von anderen Beobachtern als
unfair gegenüber der Opposition kritisiert.
(Quelle: rtr)
Keine Neuwahl in Italien - Senatspräsident soll
Übergangsregierung bilden
Do.31.01.08 - Eine Woche nach dem Rücktritt des italienischen
Ministerpräsidenten Romano Prodi hat der italienische
Staatspräsident Giorgio Napolitano die Bildung einer
Übergangsregierung in die Wege geleitet. Sie soll eine
Wahlrechtsreform erarbeiten, die stabilere politische Verhältnisse
in Italien ermöglicht. Napolitano entschied sich damit gegen eine
vom konservativen Oppositionsführer Silvio Berlusconi geforderte
sofortige Neuwahl.
Der Präsident beauftragte am Mittwochabend Senatspräsident
Franco Marini mit der Bildung der Übergangsregierung. In der
vergangenen Woche war die Mitte-Links-Koalition Prodis zerbrochen. Der
Ministerpräsident trat nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung
zurück.
Marini war neben Zentralbankchef Mario Draghi und dem ehemaligen
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti schon seit Tagen als Kandidat
für die Bildung einer Übergangsregierung gehandelt worden.
Der 74-Jährige war Vorsitzender einer der größten
italienischen Gewerkschaften und hat den Ruf, ein geschickter Moderator
zu sein.
Berlusconi hatte sich am Dienstag in einem Gespräch mit Napolitano
für baldige Neuwahlen eingesetzt und die Bildung eines
Übergangskabinetts abgelehnt. In Umfragen haben seine
Konservativen einen Vorsprung von etwa zehn Prozent.
(Quelle: ap)
Merkel begrüßt Sarkozys Mittelmeerinitiative - Deutsche
Kanzlerin Merkel hält Atomkraft für notwendig
Do.31.01.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach anfänglich scharfer
Kritik hinter die Mittelmeerinitiative des französischen
Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy gestellt. Sie unterstütze
ausdrücklich den Plan Sarkozys, sich mehr um den Mittelmeerraum zu
kümmern, sagte Merkel am Mittwoch auf einem Europakongress der
konservativen französischen Partei UMP in Paris. Der
Barcelona-Prozess der EU sei zu bürokratisch und es machten zu
wenige Länder mit, dabei entscheide sich in der Region die Frage
nach Krieg und Frieden.
Allerdings warnte Merkel Sarkozy erneut, mit dem Projekt einer
Mittelmeerunion einen Keil in die EU zu treiben: «Das ist eine
gesamteuropäische Aufgabe», sagte Merkel. Es könne
nicht sein, dass die Länder mit Grenzen ans Mittelmeer für
die Region zuständig sein sollten und die anderen EU-Länder
nicht. «Deutschland ist Willens, dabei Verantwortung zu
übernehmen», und jeder EU-Staat sollte dazu die Chance
erhalten, forderte die Kanzlerin.
Sarkozy will die Mittelmeerunion mit den Anrainerstaaten im Juli aus
der Taufe heben. Das Ziel: Ein Bündnis nach EU-Vorbild
zunächst für Umwelt-, Erziehungs- und Energiepolitik. Sarkozy
begrüßte am Mittwoch Merkels Bereitschaft zum Mitmachen.
«Natürlich kann sich Deutschland einklinken», sagte
er. Aber wer sich nicht beteiligen wolle, dürfe das Projekt auch
nicht aufhalten.
Beide Politiker bekräftigten ihre ablehnende Haltung
gegenüber einer Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU. UMP,
CDU und CSU seien sich in ihrer Skepsis dazu einig, sagte Merkel.
«Aber wir haben auch ein positives Angebot, wir wollen die
privilegierte Partnerschaft», erklärte Merkel unter dem
Beifall der Kongressteilnehmer. Die EU sei auf die Türkei
angewiesen und müsse klar machen, «dass wir sie nicht
wegstoßen wollen». Eine Vollmitgliedschaft der Türkei
komme für ihn nicht in Frage, sagte Sarkozy. «Ganz einfach
weil sie in Kleinasien liegt.»
Merkel warb in Paris überdies für ein Festhalten an der
Atomenergie in Deutschland. «Ich glaube, wir brauchen ein
diversifiziertes Angebot der Energieerzeugung», sagte sie. Dieses
müsse sich «von erneuerbaren Energien über Kohle und
Gas bis zur Kernenergie» erstrecken. Wenn Deutschland aus der
Kernenergie aussteige, ohne Alternativen zu haben, «dürfen
wir uns natürlich nicht wundern, wenn die Strompreise
steigen», sagte die Kanzlerin. Die Atomkraft sei auch ein
wichtiges Element, um die Energie- und Klimafrage in der EU zu
lösen. «Sie haben es einfacher», sagte sie mit Blick
auf den hohen Konsens zur Kernenergienutzung in Frankreich zu den
Kongressteilnehmern.
(Quelle: ap)
CDU/CSU-Mittelstand: Linksruck der Union schuld an Verlusten in
Niedersachsen und Hessen
Do.31.01.08 - Nach dem CDU-Wahldebakel in Hessen verlangt der
CDU-Wirtschaftsflügel von Parteichefin Angela Merkel in der
Bundespolitik eine Kurskorrektur. «Die große Koalition hat
erhebliche Verantwortung für die Verluste in Niedersachsen und
Hessen.»
Das sagte der Vorsitzende der Mittelstands-Union Josef Schlarmann. Die
Bundeskanzlerin fahre in der Koalition mit der SPD einen Linkskurs, der
von den bürgerlichen Stammwählern der Union nicht mitgetragen
werde. Aus der Partei war dies seit dem Wahlsonntag die erste
öffentliche Kritik an Merkel. Dabei büßte die CDU in
Hessen unter Ministerpräsident Roland Koch 12 Prozentpunkte ein,
in Niedersachsen unter Regierungschef Christian Wulff rund 6 Punkte.
Trotz der Einbußen sieht Merkel keinerlei bundespolitischen
Korrekturbedarf. Die Verluste in Hessen führte sie nach einer
Vorstandssitzung vor allem auf die Landespolitik zurück.
Schlarmann erinnerte die Parteivorsitzende daran, dass sich die Union
aus Liberalen, Konservativen und einem sozialen Flügel
zusammensetze. Eine stärkere Ausrichtung der Union nach links sei
falsch. Auch der Mittelstand in der Unionsfraktion dringt nach den
CDU-Verlusten auf mehr Reformen.
«Wir müssen auch für die 40 Millionen
Erwerbstätigen Politik machen, die den Aufschwung erst
ermöglichen», sagte der Chef des Parlamentskreises
Mittelstand, Michael Fuchs (CDU), der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Wir können nicht nur Politik machen für dreieinhalb
Millionen Arbeitslose.» Fuchs verlangte von Merkel, den
marktwirtschaftlichen Ansatz der Union deutlicher zu machen.
«Meine Hauptforderung ist, dass wir klar den Reformkurs
weiterfahren und den Haushalt konsolidieren, damit sobald wie
möglich Entlastungen machbar sind.»
Unterdessen machte sich der CDU-Wirtschaftsrat dafür stark,
Hessens Ministerpräsident Koch 2009 als Bundeswirtschaftsminister
nach Berlin zu holen. «Koch ist und bleibt einer der besten
Köpfe der Union. Insofern wäre er als Wirtschaftspolitiker
beispielsweise eine glänzende Besetzung», sagte der
Vorsitzende des Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, der «Leipziger
Volkszeitung». In der nächsten Bundesregierung wäre
Koch «ein sehr glaubwürdiger Kandidat für das Amt des
Bundeswirtschaftsministers».
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) warnte
indes vor falschen Schlussfolgerungen: «Für mich und die CSU
in Bayern darf nun die Konsequenz nicht sein, dass auch wir weich
gespült werden», sagte er dem «Handelsblatt».
«Selbstverständlich haben wir die Aufgabe, auch den
konservativen Teil der Union herauszustellen, wie ihn Koch
repräsentiert. Wir müssen auch den patriotischen und
demokratischen Rechten ansprechen.» Zugleich forderte der
Ministerpräsident, die «Frage der sozialen Symmetrie in der
Gesellschaft» nicht allein der SPD und der Linken zu
überlassen.
(Quelle: dpa)
Unmut in der Union über Kochs Wahlkampfrhetorik
Do.31.01.08 - Nach dem hitzigen Wahlkampf in Hessen bemüht sich die Union, die
Wogen wegen der Diskussion um ausländische Straftäter wieder
zu glätten. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria
Böhmer (CDU), sagte nach einem Treffen mit Migrantenvertretern,
"Zuspitzungen von allen Seiten" in einem Wahlkampf "dienen nicht der
Integration". Auch auf Seiten der Migrantenvertreter wurden die
scharfen Wahlkampftöne in Hessen bedauert. Andere Unionspolitiker
gingen in einem offenen Brief auf Distanz zu Hessens
Ministerpräsident Roland Koch (CDU).
Mit Blick auf das schlechte Abschneiden der CDU in Hessen sagte
Böhmer, sie glaube schon, dass "die Art und Weise, wie über
Jugendkriminalität gesprochen wurde, zu einer Mobilisierung
geführt hat". Allerdings seien die "Zuspitzungen" von "beiden
Seiten" betrieben worden. Gleichwohl sei es wichtig, dass auch in
Wahlkampfzeiten schwierige Themen wie Jugendgewalt angesprochen
würden. Gewaltprävention sei hier der "unverzichtbare
Ansatz", verbunden mit der Schaffung beruflicher Perspektiven durch
Bildungsangebote für Jugendliche.
Yasar Bilgin von der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung sagte,
dass die Wahlkampfzeit "bestimmt nicht die einfachste Zeit für
Migranten" in Deutschland gewesen sei. Ein Signal, das von dem Treffen
im Bundeskanzleramt ausgehe sei aber, dass das Integrationsbündnis
standgehalten habe.
In einem offenen Brief, der unter anderem vom
nordrhein-westfälischen Integrationsminister Armin Laschet (CDU)
unterzeichnet wurde, heißt es, Integrationspolitik sei "so
fundamental für die Zukunft unseres Landes, dass sie nicht zu
einem schnelllebigen Wahlkampfthema degradiert werden darf". Laschet
sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei der Integrationspolitik
hätten "alle Seiten Fehler gemacht". Deutschland habe sich
verändert. Dabei habe die Union erkennen müssen, "dass
Deutschland de facto ein Einwanderungsland ist". Gewalt sei kein
ethnisches, sondern ein Bildungsproblem. Zu den Unterzeichnern des
offenen Briefes gehörte auch Hamburgs Bürgermeister Ole von
Beust (CDU), der in der "Welt" allerdings klarstellte, dass er Koch
nicht inhaltlich kritisiert habe.
Unterstützer des Schreibens sind neben Beust und Laschet auch der
Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger, die bayerische
Sozialministerin Christa Stewens (CSU), die frühere
Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, der Parlamentarische
Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Peter Altmaier und der
(Quelle: afp)
SPD-Chef Beck bleibt bei Nein zur Koalition mit Linken in Hessen
Do.31.01.08 - SPD-Chef Kurt Beck hat sich erneut gegen eine Koalition seiner Partei
mit der Linken ausgesprochen: "Wir werden uns nicht an den Tropf der
Linksgruppierung hängen", sagte Beck am Mittwoch im Deutschlandfunk
zur schwierigen Koalitionsbildung in Hessen. Es gelte, was die
hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti gesagt habe,
fügte Beck hinzu. Ypsilanti hatte eine Koalition mit der
Linkspartei strikt abgelehnt.
Beck sagt, Ziel müsse es sein, eine verlässliche Koalition in
Hessen zu bilden, mit der man Haushalte und Gesetze verabschieden
könne. Die Linkspartei sei aber in Westdeutschland eine "nicht
ausgegorene" Gruppierung, in der sich auch Enttäuschte und alte
kommunistische Gruppen sammelten. Im Osten, wo es auf Landesebene
Koalitionen mit der SPD gibt, sei die Linke eine völlig andere,
stabile Partei, sagte Beck.
Im Wiesbadener Landtag verfügen nach der Landtagswahl am Sonntag
weder CDU/FDP noch SPD/Grüne über eine ausreichende Mehrheit,
um die Regierung zu bilden. Die SPD favorisiert eine Ampelkoalition mit
Grünen und FDP. Die Liberalen haben ein Bündnis mit den
Sozialdemokraten aber abgelehnt.
(Quelle: rtr)
Bochumer Nokia-Werk erzielte angeblich 134 Mio Euro Betriebsgewinn
Do.31.01.08 - Der finnische Nokia-Konzern hat nach Informationen des
Wirtschaftsmagazins «Capital» mit der Handy- Produktion im
Werk Bochum 2007 ein Betriebsergebnis vor Zinsen von 134 Millionen Euro
erzielt.
Damit erwirtschaftete jeder der 1500 Mitarbeiter in der Produktion
einen Gewinn von 90 000 Euro, berichtet das Magazin in seiner am
Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Wie «Capital» unter Bezug
auf vertrauliche Dokumente weiter meldet, schaffte die deutsche Nokia
GmbH mit den Standorten in Bochum, Ulm, Düsseldorf, München
und Frankfurt sogar ein Betriebsergebnis nach Zinsen von 246 Millionen
Euro.
Der vom Land Nordrhein-Westfalen subventionierte Standort Bochum habe
«zudem eine gewaltige Summe auf der hohen Kante», schreibt
das Wirtschaftsmagazin. Sie sorgte für ein Zinsergebnis, das sich
in der Bilanz der Nokia GmbH mit plus 70 Millionen Euro niederschlage.
Die Bochumer Werksleitung habe zudem ein Konzept entwickelt, um mit
Hilfe von Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro im ersten
Halbjahr 2008 das Werk so lukrativ und effizient zu machen wie eine
Nokia- Fabrik in Ungarn und das, obwohl in Deutschland je Arbeitsstunde
rund 28,70 Euro anfallen, in Ungarn hingegen nur 6,90 Euro. Diese Zahlen
nennt Nokia in einem zehnseitigen internen «Memorandum»
über die «Betriebliche Restrukturierung der Nokia
GmbH». Das Vorhaben ist auch in einem Betriebsratsprotokoll von
Juli 2007 vermerkt, das dpa vorliegt.
Um die ursprünglich geplante Werksoptimierung vorzubereiten,
fuhren die Manager laut «Capital» in Bochum die
Investitionen im zweiten Halbjahr 2007 schon von 5,5 auf 3,3 Millionen
Euro zurück. Dann seien sie plötzlich vom geplanten Kahlschlag
informiert worden. Zuvor habe die Belegschaft mit Hilfe von
Überstunden und Wochenendarbeit die Produktion kräftig
erhöht: Statt der ursprünglich geplanten 16,3 Millionen
Geräte seien von Juli bis Dezember 18,7 Millionen Handys produziert
worden.
(Quelle: dpa)
Vorerst keine europaweiten Streiks bei Nokia
Do.31.01.08 - Wegen der geplanten Schließung des Nokia-Werkes in Bochum wird es
vorerst nicht zu europaweiten Arbeitsniederlegungen bei dem
Handy-Hersteller kommen. Das machte der Generalsekretär des
Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB), Peter Scherrer, am
Mittwoch nach einem Treffen der Betriebsräte aus den
europäischen Nokia-Standorten in Brüssel deutlich.
Scherrer forderte eine außerordentliche Euro-Betriebsratssitzung
vor dem 28. Februar. An diesem Tag soll der Nokia-Aufsichtsrat nach dem
Willen des Managements der Werkschließung in Deutschland
zustimmen. Scherrer sagte, die Forderung nach einer solchen Sitzung sei
«ein klarer Indikator: Wir sind weiter zu Gesprächen bereit,
und wir wollen diese Sache nicht eskalieren lassen». Berichte,
wonach die Betriebsräte aus anderen Ländern den Deutschen die
Solidarität verweigerten, wies Scherrer zurück: «Die
Kollegen sind solidarisch, sind aber der Auffassung, dass man andere
Wege gehen sollte als jetzt sofort mit sehr aggressiven Methoden das
Management unter Druck zu setzen.»
(Quelle: ap)
BMW erzielt 2007 mit 56 Milliarden Euro weiteren Umsatzrekord
Do.31.01.08 - Der Autobauer BMW hat im vergangenen Jahr erneut einen Rekordumsatz
eingefahren.
Die Erlöse kletterten auf 56,02 Milliarden Euro, 14,3 Prozent mehr
als 2006, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Im
Kerngeschäft Automobile stieg der Umsatz um 12,7 Prozent auf 53,82
Milliarden Euro. BMW bekräftigte, das Ergebnis werde 2007 über
dem bereinigten Vorjahreswert von rund 3,75 Milliarden Euro liegen.
Genaue Zahlen will der Konzern im März veröffentlichen.
Für 2008 kündigte BMW einen neue Spitzenwert bei den
Auslieferungen an, die 2007 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge gestiegen waren.
(Quelle: rtr)
Volkswagen erwartet Rekordabsätze für alle Marken
Do.31.01.08 - Volkswagen rechnet 2008 trotz eines schwachen Heimatmarktes weltweit
mit weiter steigenden Verkaufszahlen.
"Es sieht nicht danach aus, dass wir bei unserer Dynamik auch nur
ansatzweise verlieren", zitierte die am Donnerstag erscheinende
Zeitschrift "auto motor und sport" Vertriebschef Detlef Wittig am
Mittwoch. Zu dem Wachstum sollten erneut alle Marken des Konzerns
beitragen. Volkswagen gehe "vorsichtig von prozentual höherem,
einstelligen Wachstum aus". 2007 steigerte der Konzern seinen Absatz um
acht Prozent auf 6,2 Millionen Auslieferungen.
Im laufenden Jahr wollen die Wolfsburger die mittlerweite sechste
Generation des Bestsellers Golf und das neue Sportcoupe Scirocco auf den
Markt bringen.
Das Wachstum speist sich vor allem aus den Schwellenländern
Brasilien, Russland, Indien und China. China ist schon heute der
größte Markt für die Marke VW. Im laufenden Jahr will
die Marke die Zahl der Verkäufe im Reich der Mitte auf etwa eine
Million Einheiten von zuletzt 777.500 steigern, wie Wittig
ankündigte. Brasilien könne Deutschland bereits 2008 als
zweitgrößten Markt ablösen. Der Vertriebschef geht davon
aus, dass VW die Auslieferungen in dem südamerikanischen Land um
zehn Prozent steigern kann. Im vergangenen Jahr waren dort knapp
494.000 VW verkauft worden.
In Deutschland brachte die Wolfsburger Traditionsmarke im vergangenen
Jahr 519.000 Fahrzeuge an die Kunden. "Westeuropa im Allgemeinen und
Deutschland im Speziellen bleiben schwierig. Bestenfalls erwarten wir
eine ganz leichte Steigerung", sagte Wittig.
(Quelle: rtr)
So viele Verfahren wie nie zuvor am Bundesarbeitsgericht
Do.31.01.08 - Beim Bundesarbeitsgericht sind im vergangenen Jahr so viele Verfahren
wie nie zuvor in der Geschichte der Behörde eingegangen. Mit
insgesamt 2.715 habe es hundert Eingänge mehr gegeben als im Jahr
2006, in dem das Niveau bereits schon sehr hoch gewesen sei, sagte die
Präsidentin des Bundesarbeitsgericht, Ingrid Schmidt, am Mittwoch
in Erfurt.
2007 seien 2.613 Fälle erledigt worden, 429 mehr als im Jahr
zuvor. «Wir bemühen uns um möglichst zeitnahe
Entscheidungen», betonte Schmidt. Die durchschnittliche
Verfahrensdauer habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,5 Monate
betragen. Von den Revisionen seien 383 zu Gunsten der Arbeitgeber und
260 zu Gunsten der Arbeitnehmer entschieden worden.
Erstmals hatten sich die obersten deutschen Arbeitsrichter im
vergangenen Jahr mit dem Thema Mobbing zu befassen. Dabei stellten sie
klar, dass Mobbing kein Rechtsbegriff sei. Die rechtliche Besonderheit
liege darin, dass es dabei durch mehrere Handlungen zu einer Verletzung
des Persönlichkeitsrechts oder der Gesundheit des Arbeitnehmers
komme, erklärte die Präsidentin. Die Beweislast trage der
Arbeitnehmer. Habe ihn der Arbeitgeber in seinen Rechten schuldhaft
verletzt, könne er eine Entschädigung in Geld verlangen. Eine
Kündigung des Vorgesetzten, der ihn gemobbt habe, entspreche aber
nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
Schmidt sagte, die Zeit sei längst reif für ein einheitliches
Arbeitsvertragsgesetz. Es wäre ein großer Fortschritt und
würde eine deutliche Entlastung der Richterschaft bedeuten. Bisher
gebe es in Deutschland zu dieser Problematik nur eine Vielzahl von
Einzelgesetzen. Die Initiative liege beim Gesetzgeber, der mit einem
einheitlichen Arbeitsvertragsgesetz der Rechtssicherheit einen
großen Dienst erweisen könne, sagte Schmidt.
(Quelle: ap)
Bahn und GDL einigen sich auf Tarifvertrag
Do.31.01.08 - Nach mehr als zehn Monaten ist der erbitterte Tarifstreit zwischen der
Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zu Ende. Der
Tarifkonflikt sei "abschließend beigelegt", sagte GDL-Chef
Manfred Schell nach stundenlangen Verhandlungen mit der Bahn in Berlin.
"Der Tarifvertrag steht", bestätigte auch Bahn-Personalvorstand
Margret Suckale. Vor Inkrafttreten müsse die GDL sich aber mit den
anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA auf die Modalitäten
ihrer künftigen Zusammenarbeit einigen, betonten Bahn, Transnet
und GDBA.
Der Tarifvertrag für die Lokführer gilt bis Ende 2009 und
soll am Donnerstag unterzeichnet werden. Danach bekommen die
Lokführer schrittweise durchschnittlich elf Prozent mehr Gehalt
sowie eine Einmalzahlung von 800 Euro. Ab Februar 2009 müssen sie
zudem nur noch 40 statt 41 Stunden die Woche arbeiten. Mit dem
Abschluss seien die wesentlichen Forderungen der Gewerkschaft
erfüllt, sagte Schell. "Wir sind aus der erbarmungswürdigen
Bezahlung für Lokführer herausgekommen." Dies sei "ein
historischer Tag in der Geschichte der GDL."
Bahn und GDL hatten sich bereits Mitte Januar auf die Eckpunkte eines
eigenen Tarifwerks geeinigt. Die GDL hatte anfänglich bis zu 31
Prozent mehr Lohn gefordert, doch mit dem nun geschlossenen Kompromiss
sei die Gewerkschaft zufrieden, sagte Schell. Hauptvorstand und
Tarifkommission der GDL sollen den Abschluss in der kommenden Woche in
Frankfurt am Main absegnen.
Verhandeln muss die GDL nun mit Transnet und GDBA über das so
genannte Kooperationsabkommen. Die Gewerkschaften und die Bahn hatten
im August vereinbart, dass sich ein Lokführer-Tarifvertrag
"konflikt- und widerspruchsfrei" in das Tarifwerk der Bahn
einfügen muss. Das Abkommen sei "Voraussetzung für das
Inkrafttreten des Tarifvertrages", betonte Transnet-Sprecher Michael
Klein in Berlin. "Wir hoffen, dass wir kurzfristig zu einer
Verständigung kommen." Die Gespräche sollen laut Bahn in der
kommenden Woche fortgesetzt werden.
Strittig ist laut Schell und Klein auch noch, wer künftig für
die Lokrangierführer zuständig sein soll. Die GDL will diese
Berufsgruppe in den Lokführer-Tarifvertrag aufgenommen wissen,
Transnet reklamiert die Zuständigkeit dafür ebenfalls. Schell
zeigte sich zuversichtlich, dass der jahrelange "Kampf" zwischen den
Gewerkschaften "endlich der Vergangenheit angehört".
(Quelle: afp)
Privathaushalte müssen immer mehr für Energie zahlen
Do.31.01.08 - Privathaushalte in Deutschland müssen für Energie immer
tiefer in die Tasche greifen. Verbraucher müssten inzwischen im
Schnitt rund 50 Prozent mehr für ihren Energieverbrauch ausgeben
als noch vor zehn Jahren, lautet das Fazit einer in Bonn vorgelegten
Studie der Postbank. Die Öffnung des Strom- und Gasmarkts, die zu
mehr Wettbewerb führen sollte, habe den Verbrauchern wegen
gleichzeitig deutlicher Endpreissteigerungen «keine Entlastung
gebracht».
(Quelle: dpa)
Schlechte Noten für Schulpolitik der CSU
Do.31.01.08 - In der Bildungspolitik haben die bayerischen Bürger eine schlechte
Meinung von der CSU. Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind 51
Prozent der Bayern unzufrieden mit der Schul- und Bildungspolitik der
Regierungspartei. Bei denjenigen, die schulpflichtige Kinder im
Haushalt haben, sind sogar 69 Prozent nicht zufrieden, wie die Erhebung
von infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins
«kontrovers» ergab.
Die größten Probleme sehen die Befragten im Lehrermangel (26
Prozent) und den großen Klassenstärken (14 Prozent). Aber
auch der hohe Leistungsdruck auf den Kindern und zu wenige
Ganztagsschulen machen die Bürger besorgt. Die Einführung des
achtstufigen Gymnasiums (G8) geht nach Ansicht von 57 Prozent der
Bayern in die falsche Richtung. Nur 34 Prozent sehen die kürzere
Schulzeit positiv. Die schnelle Umstellung halten nur 16 Prozent der
Eltern von schulpflichtigen Kindern für gelungen.
Das bayerische Kultusministerium räumte ein, dass es noch
Verbesserungsmöglichkeiten gebe. Die durchschnittliche
Klassenstärke liege in Bayern derzeit je nach Schulart zwischen 21
Schülern an der Hauptschule und 28,5 Schülern an Realschulen
und Gymnasien. Es seien bereits weitere Stellen bewilligt worden, um
große Klassen abzubauen. Man werde diesen Weg konsequent
fortsetzen.
Die sehr rasche Einführung des G8 sei notwendig gewesen, um mit
der internationalen Entwicklung Schritt zu halten. In den meisten
Ländern Europas erreichten Schüler im Alter von 18 Jahren das
Abitur. «Bayern musste mitziehen», betonte das Ministerium.
Zudem werde das Angebot von Ganztagsschulen stark ausgebaut. Die Zahl
sei im aktuellen Schuljahr an Hauptschulen von 62 auf 162 erhöht
worden. Im kommenden Schuljahr sollen 100 weitere Standorte dazu kommen.
(Quelle: ddp)
Studiengebühren-Boykott an der Universität Hannover
gescheitert
Do.31.01.08 - Der vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) der Universität
Hannover organisierte Gebühren-Boykott ist deutlich gescheitert.
Bis zum Stichtag 30. Januar hätten nur 1040 Studenten ihre 500
Euro Studiengebühr auf ein Treuhandkonto des AStA überwiesen,
sagte AStA-Sprecherin Friederike Beier am Mittwoch in Hannover. Das
selbst gesetzte Quorum von 5000 Studenten sei somit weit verfehlt
worden. Die auf dem AStA-Treuhandkonto gesammelten Studiengebühren
würden nun fristgerecht an die Universität weitergeleitet.
Die AStA-Sprecherin zeigte sich von der geringen Anzahl der Teilnehmer
überrascht. Ein Großteil der Studenten habe sich «klar
gegen Studiengebühren ausgesprochen», sagte Beier. Im
Vergleich zum Vorjahr habe das Engagement unter den Studenten in diesem
Jahr gegen Studiengebühren deutlich zugenommen. Beier führt
das Scheitern des Boykotts auf eine «politische
Resignation» der Studenten zurück. Die meisten Studenten
schienen sich als «völlig machtlos gegenüber den
bildungspolitisch Verantwortlichen zu sehen», betonte Beier.
(Quelle: ddp)
Internet
Firefox-Browser erreicht in Europa fast 30 Prozent Marktanteil
Do.31.01.08 - Bei fast 30 Prozent hat der Marktanteil des Firefox-Browsers in Europa
Ende 2007 gelegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Verbreitung des
Internet-Zugriffprogramms in den 32 europäischen Staaten demnach um
fünf Prozent gestiegen. In Deutschland hat der Open-Source-Browser
das Jahr mit 34,2 Prozent Marktanteil abgeschlossen, die höchste
Verbreitung hat der Firefox in Finnland mit 45,4 Prozent. Bei 66,1
Prozent hat Ende 2007 der Marktanteil des Internet Explorers in Europa
gelegen. Diese Zahlen hat der "XiTi Monitor" des französischen
Unternehmens Applied Technologies Internet ergeben.
(Quelle: gp)
Wissenschaft
US-Forscher entwickeln Impfstoff gegen Drogensucht
Do.31.01.08 - US-Wissenschaftler haben einen Impfstoff entwickelt, der
Drogenabhängigkeit verhindern soll. Das Mittel mache den
menschlichen Körper immun gegen die Wirkung von Drogen,
erklärte der Psychiater und Neurowissenschaftler, Thomas Kosten,
vom Baylor College für Medizin in Houston. Der Impfstoff bringe das
Immunsystem dazu, Drogen als Fremdkörper einzustufen und sie zu
bekämpfen. Das Institut arbeitet nach eigenen Abgaben seit 1995 an
dem Serum. Dem Patienten werde dabei eine mit einem speziellen Protein
versetzte Form der Droge verabreicht, erklärte Kosten in einem
Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.
Daraufhin produziere der Organismus dann Anti-Körper gegen die
Drogen. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit dem Impfstoff
Rückfälle bei früheren Drogenabhängigen vermeiden
können. Bei Kokain habe das Serum bereits vielversprechende Wirkung
gezeigt. Die ehemals drogenabhängigen Patienten hätten
während der Therapie nicht einmal Entzugserscheinungen gehabt,
sagte Kosten.
(Quelle: afp)