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Irak am 1409ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet
Fr.01.02.08 - Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 01.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertsiebenundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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USA fordern Kampfeinsatz deutscher Truppen in Südafghanistan
Fr.01.02.08 - In der Diskussion um zusätzliche Truppen für Afghanistan
verstärken die USA ihren Druck auf die NATO-Verbündeten.
US-Verteidigungsminister Robert Gates forderte seinen deutschen
Kollegen Franz-Josef Jung (CDU) nach Informationen der
"Süddeutschen Zeitung" in einem Brief auf, Soldaten der Bundeswehr
für Kampfeinsätze in Südafghanistan zur Verfügung
zu stellen. Die Zeitung charakterisierte das Schreiben als
"ungewöhnlich scharf". In Washington mahnte
Außenamtssprecher Sean McCormack von den Verbündeten die
Bereitstellung von zunächst tausend zusätzlichen Soldaten
für Südafghanistan an.
"Diese Anfrage richtet sich an alle NATO-Partner", betonte McCormack.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" forderte Gates in
seinem Schreiben eine Verstärkung des NATO-Kontingents um 3200
Soldaten, woran sich auch Deutschland beteiligen solle. In dem Brief
erkenne Gates die Leistung der Bundeswehr im Norden Afghanistans an,
beklage dann aber schnell die Spaltung der NATO in Nationen, die
Kampfeinsätze bestreiten, und Länder, die sich wie
Deutschland nicht an der militärischen Bekämpfung der
Taliban- und El Kaida-Kämpfer beteiligen. Gates spreche von einer
drohenden Spaltung der Allianz und warne vor einem Verlust an
Glaubwürdigkeit, hieß es weiter.
Wörtlich bittet Gates laut "Süddeutscher Zeitung" den
deutschen Minister, ein neues Mandat in Erwägung zu ziehen, das es
ermögliche, zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu
entsenden. Bisher erlaubt das Mandat des Bundestags die Entsendung von
höchstens 3500 Soldaten in den kaum umkämpften Norden
Afghanistans. Gates verlangt nun den Angaben zufolge die Bereitstellung
von Hubschrauber-Einheiten und Kampftruppen wie etwa
Fallschirmjägern. Die Deutschen sollten im Herbst 3200 US-Soldaten
ablösen. Das US-Anliegen dürfte der deutschen Diskussion um
den Einsatz in Afghanistan neue Nahrung geben.
Ein entsprechender Wunsch der USA richtet sich auch an Frankreich.
Außenamtssprecher McCormack sagte vor einem Treffen des
französischen Verteidigungsministers Hervé Morin mit
US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington, die USA
würden eine Entsendung französischer Truppen in die
Kampfgebiete Südafghanistans begrüßen. Diese Anfrage
sei aber "nicht nur auf Frankreich beschränkt", unterstrich er.
Jeder NATO-Partner sei "aufgefordert zu schauen, was er tun kann". Aus
dem Umfeld Morins verlautete, Frankreich erwäge verschiedene
Möglichkeiten, dem Wunsch der USA zu begegnen.
(Quelle: afp)
Sieben Tote bei Selbstmordanschlägen in Afghanistan -
Attentäter zündete Sprengsatz in Moschee - Bus afghanischer
Streitkräfte in Kabul attackiert
Fr.01.02.08 - Bei zwei Selbstmordanschlägen in Afghanistan sind am Donnerstag
mindestens sieben Menschen getötet worden. In der
südafghanischen Provinzhauptstadt Laschkar Gah sprengte sich ein
Attentäter in einer Moschee in die Luft und riss mindestens sechs
Menschen mit sich in den Tod, unter ihnen der stellvertretende
Gouverneur der Provinz Helmand. Elf Menschen wurden nach offiziellen
Angaben verletzt.
Zuvor kam bei einem Anschlag auf einen Bus der afghanischen
Streitkräfte in Kabul mindestens ein Zivilist ums Leben. Ein Soldat
und drei weitere Zivilisten wurden nach Angaben des Innenministeriums
zum Teil schwer verletzt. Der Attentäter sprengte ein Auto neben
dem Bus in die Luft. Bei der Explosion wurde nach Polizeiangaben auch
ein vorbeifahrendes Taxi getroffen.
Busse der Streitkräfte oder der Polizei wurden im vergangenen Jahr
immer wieder zum Ziel von Selbstmordattentätern. Im September kamen
bei einem solchen Anschlag in Kabul 30 Menschen ums Leben. Im Juni
starben bei einem Anschlag auf einen Polizeibus 35 Menschen.
In der Provinz Nuristan im Osten des Landes köpften
Aufständische am Mittwoch nach Polizeiangaben vier
Straßenarbeiter. Die vier Arbeiter waren vor zehn Tagen
entführt worden.
(Quelle: ap)
Kabul - Hunderte Demonstranten verlangen Freilassung eines Journalisten
Fr.01.02.08 - In Kabul verlangte hunderte Demonstranten die Freilassung eines
afghanischen Journalisten, der vergangene Woche wegen Beleidigung des
Islams zum Tode verurteilt wurde. Die Demonstranten versammelten sich
vor einem UN-Büro, um den 23-jährigen Sayed Parwez Kaambakhsh
zu unterstützen, der von einem Gericht im nordafghanischen
Masar-i-Sharif verurteilt wurde. Es wird ihm vorgeworfen, einen Bericht
aus dem Internet an Journalismus-Studenten verteilt zu haben. Der
Artikel befasst sich mit der Frage, warum im Islam Männer vier
Ehefrauen haben dürfen, Frauen aber nicht erlaubt ist, mehrere
Ehemänner zu haben. Internationale Menschenrechtsgruppen haben
gegen den Richterspruch protestiert. Das Parlament begrüßte
die Entscheidung des Gerichts dagegen und verwahrte sich gegen
internationale Einmischung.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt: Israelische Armee tötet Extremisten im
Gaza-Streifen - Libanon: Israel-Bericht zu Krieg schürt
nächsten Konflikt
Fr.01.02.08 - Israelische Soldaten haben nach Armeeangaben im südlichen
Gaza-Streifen einen palästinensischen Extremisten erschossen.
Die Soldaten hätten den bewaffneten Mann östlich der Stadt
Rafah getötet, als er sich dem Grenzzaun zu Israel genähert
habe, teilte das Militär am Donnerstag mit. Die Al-Aksa-Brigaden,
der militante Arm der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud
Abbas, bestätigten den Tod eines ihrer Kämpfer. Nach Angaben
der Extremistenorganisation hinderten israelische Soldaten
Rettungskräfte daran, zum Ort des Geschehens zu gelangen.
Die Regierung in Beirut hat den Bericht einer unabhängigen
israelischen Kommission zum Libanon-Krieg im Sommer 2006 verurteilt:
Das Ergebnis schüre den nächsten Konflikt und ignoriere die
Verbrechen, die Israel dem Libanon zugefügt habe, erklärte
Ministerpräsident Fuad Siniora am Donnerstag. "Der Bericht ruft
zur Vorbereitung auf den nächsten Krieg auf, was zeigt, dass
Israel nichts aus seiner Niederlage gelernt hat", sagte der vom Westen
unterstützte Regierungschef. "Die Ziele des Feindes gegenüber
dem Libanon sind dieselben geblieben: ein Angriff auf den Libanon in
der Zukunft."
Der Vorsitzende der Kommission, der ehemalige Verfassungsrichter Eliahu
Winograd, hatte bei der Vorlage des Berichts am Mittwoch zu
größeren Friedensanstrengungen aufgefordert. "Zugleich muss
das Bemühen um Frieden aus einer Position der sozialen,
politischen und militärischen Stärke heraus geschehen", sagte
er.
Die Kommission hatte die politische und militärische Führung
Israels scharf für ihre Entscheidungen während der Kriegstage
kritisiert. In den Gefechten zwischen der israelischen Armee und der
südlibanesischen Hisbollah-Miliz wurden mehr als 1300 Menschen
getötet, die meisten davon libanesische Zivilisten. Zur Sicherung
des Waffenstillstands haben die Vereinten Nationen ihre Friedenstruppe
im Libanon aufgestockt. Deutschland beteiligt sich daran mit einem
Marineeinsatz.
boa (Quelle: rtr)
Erneut Abgeordneter der Opposition in Kenia erschossen
Fr.01.02.08 - Die Ermordung eines zweiten kenianischen Oppositionspolitikers hat die
Gewalt in dem ostafrikanischen Land weiter geschürt. Wütende
Anhänger der Opposition stürmten am Donnerstag in der
westlichen Stadt Eldoret auf eine Polizeistation zu, ließen sich
jedoch zurückdrängen, als Beamte in die Luft schossen. In
Kisumu kam es ebenfalls zu neuen Unruhen. Mit Macheten bewaffnete
Männer zogen durch die Straßen und setzten Barrikaden in
Brand. Auch Wohnhäuser und Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
Der Abgeordnete David Too wurde auf der Autofahrt von Nairobi nach
Eldoret an einer Straßensperre von einem Verkehrspolizisten
erschossen. Nach offiziellen Angaben handelte es sich um ein Verbrechen
aus Leidenschaft. Demnach soll Too ein Verhältnis mit der Freundin
des Täters gehabt haben. Dieser habe die beiden auf seinem
Motorrad verfolgt, an der Sperre der Frau zwei Mal in den Magen
geschossen und Too dann mit vier Kopfschüssen getötet, sagte
der stellvertretende Polizeichef Gabriel Kuya der Nachrichtenagentur
AP. Der Schütze sei festgenommen worden.
Die Opposition sprach indessen von einem politische motivierten Mord.
Ziel sei offensichtlich, die parlamentarische Mehrheit der Opposition
im Parlament allmählich auszuhöhlen, sagte Anyang Nyongo,
Generalsekretär der Orangenen Demokratischen Bewegung (ODM). Die
ODM hat bei der Parlamentswahl, die am 27. Dezember zeitgleich mit der
umstrittenen Präsidentenwahl stattfand, eine deutliche Mehrheit
errungen. Als Präsident gewann jedoch Amtsinhaber Mwai Kibaki
über Oppositionsführer Raila Odinga.
Vorwürfe von Wahlbetrug lösten seinerzeit blutige
Stammeskämpfe aus, denen schon mehr als 800 Menschen zum Opfer
gefallen sind. Erst am Dienstag war der ODM-Abgeordnete Mugabe Were in
Nairobi ermordet worden. Danach kam es zu einer neuen Eskalation der
Gewalt in den Slum-Siedlungen der kenianischen Hauptstadt.
(Quelle: ap)
In Afrika schrillen die Alarmglocken wegen Kenia
Fr.01.02.08 - Die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union schlagen wegen
der eskalierenden Gewalt in Kenia Alarm: "Wenn Kenia brennt, was bleibt
dann?", fragte der AU-Kommissionspräsident Alpha Oumar Konare am
Donnerstag zum Auftakt des dreitägigen Gipfeltreffens in Addis
Abeba. Er forderte die 53 Mitglieder des nach dem Vorbild der EU
gebildeten Bündnisses auf, einzugreifen und die Hände nicht
im Schoß zu lassen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einer Katastrophe in dem
ostafrikanischen Land, das sich binnen weniger Wochen von einer Insel
des Friedens und der Stabilität in den brennendsten Konfliktherd
des Kontinents verwandelt hat. Die Situation drohe furchtbare
Ausmaße anzunehmen, wenn Präsident Mwai Kibaki und
Oppositionsführer Raila Odinga nicht mehr zur Beilegung der Krise
unternähmen, sagte Ban in seiner Eröffnungsrede. Ban traf
sich am Rande der Beratungen mit Kibaki, der trotz zorniger Proteste
Odingas zu dem Gipfeltreffen eingeladen worden war. Odinga erhebt
Anspruch auf den Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Dezember.
(Quelle: rtr)
Birmas Politikerin Suu Kyi über Gespräche mit Regierung
unzufrieden
Fr.01.02.08 - Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist nicht zufrieden
mit dem Verlauf der Gespräche mit der Militärregierung des
Landes. Die Treffen mit Arbeitsminister Aung Kyi, der offiziellen
Kontaktperson zur Opposition, könnten fälschlicherweise die
Hoffnungen auf einen politischen Wandel erwecken, teile Suu Kyis Partei
nach Berichten des britischen Senders BBC am Mittwoch mit. Die
Friedensnobelpreisträgerin war zuvor zum fünften Mal mit Aung
Kyi zusammengetroffen. Außerdem hatte die Militärjunta eine
Begegnung mit Mitgliedern ihrer Nationalen Liga für Demokratie
erlaubt.
Suu Kyi sei nicht zufrieden mit den Treffen mit Aung Kyi, vor allem
weil es keinen Zeitplan für die Verhandlungen gebe, sagte
Parteisprecher Nyan Win. Die Junta hatte zuvor einen Fahrplan für
eine Demokratisierung des Landes angekündigt. Suu Kyi rief ihre
Anhänger zu Geduld auf.
Wegen der blutigen Niederschlagung der von buddhistischen Mönchen
angeführten Proteste war die Militärjunta international in die
Kritik geraten. Birma wird seit den 60er Jahren von Militärregimen
beherrscht. Suu Kyi hatte 1990 mit ihrer Partei die Wahlen gewonnen,
war aber nie an die Regierung gekommen. Sie steht seit Jahren unter
Hausarrest. Zuletzt hatte sie sich im November mit
Oppositionsmitgliedern treffen können.
(Quelle: epd)
Kältewelle in Afghanistan: Deutsche Regierung sagt Hilfe zu -
Bergdörfer durch Schneemassen abgeschnitten
Fr.01.02.08 - Extreme Kälte und heftiger Schneefall bedrohen die Versorgung der
Bevölkerung in Afghanistan. Das Bundesentwicklungsministerium
stellte wegen des harten Winters am Mittwoch eine Million Euro für
humanitäre Hilfe bereit. Die Menschen litten seit Anfang Januar
unter Temperaturen bis zu minus 20 Grad, erklärte Ministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) in Berlin. Das Geld ist für die
Einfuhr von Nahrungsmitteln vorgesehen. Mit der Zusage reagierte das
Ministerium auf einen UN-Hilfe-Appell.
Vor allem im Westen Afghanistans benötigen 300.000 Menschen nach
Angaben der Hilfsorganisation Caritas dringend Heizöfen,
Brennmaterial, Lebensmittel und Medikamente. 300 Menschen seien bisher
wegen der Kälte gestorben. "Der Wintereinbruch kam
überraschend schnell", sagte Caritas-Sprecherin Angela Steinegger
in Freiburg. Rund 240 Bergdörfer seien durch Schneemassen von der
Außenwelt abgeschnitten. Mit Hilfe der örtlichen Caritas
würden Zufahrtsstraßen geräumt und Hilfsgüter
verteilt.
Das katholische Hilfswerk stellt 120.000 Euro Soforthilfe für die
Afghanen zur Verfügung. Das Auswärtige Amt bewilligte
zusätzlich 200.000 Euro für die Caritas-Aktion. Besonders hart
trifft der Winter die Kriegsflüchtlinge. Über 10.000
Vertriebene, darunter 1.500 aus dem Iran abgeschobene Afghanen,
campierten derzeit im Grenzgebiet großteils in Zelten ohne
Heizöfen, so Steinegger.
Nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe mit Sitz in Bonn handelt es
sich um den schlimmsten Wintereinbruch in Afghanistan seit zehn Jahren.
Vor allem die Armen litten unter der Kälte. Sie müssten mit
Stroh heizen, da Brennstoff und Lebensmittel durch die Krise fast
unerschwinglich geworden seien, hieß es.
(Quelle: epd)
2,5 Millionen Chinesen fliehen vor Schneekatastrophe
Fr.01.02.08 - Wenige Tage vor dem Neujahrsfest in China haben die Behörden rund
2,5 Millionen Menschen aus von der Schneekatastrophe betroffenen
Gebieten in Sicherheit gebracht. Die Zahl der Todesopfer durch das
Wetterchaos stieg auf 64, wie die Zeitung "China Daily" am Donnerstag
berichtete. Insgesamt seien 105 Millionen Chinesen von dem
ungewöhnlich schweren Wintereinbruch betroffen. Das schlechte
Wetter sollte nach Angaben des nationalen Wetterbüros auch in den
nächsten Tagen anhalten. Peking hatte am Mittwoch die nationale
Volksarmee mobilisiert, den auf der Heimreise zu den Neujahrsfeiern
gestrandeten Menschen zu helfen.
Heftige Schneefälle und Eiseskälte sorgten in weiten Teilen
Chinas für Verkehrschaos und Stromausfälle, hunderttausende
Menschen steckten an den Bahnhöfen fest. Die Behörden riefen
die Wanderarbeiter auf, zum Neujahrsfest am 7. Februar nicht - wie
traditionell üblich - zu ihren Familien zurückzukehren. Laut
"China Daily" wollten manche nun versuchen zu Fuß nach Hause zu
kommen. Ein Student aus der Provinz Hubei habe sich Ski besorgt, um
über die verschneite Autobahn ins 200 Kilometer von seinem
Studienort entfernte Wuhan zu gelangen. Die Polizei habe seine Reise
aber vorzeitig beendet.
(Quelle: afp)
Deutschland will mit China bei Klima und Energie kooperieren
Fr.01.02.08 - Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich in
Gesprächen mit chinesischen Regierungsvertretern für eine
engere Zusammenarbeit beim Klimaschutz ausgesprochen. "Es gibt ein
wachsendes Interesse an der Lösung von Umweltfragen" sagte Gabriel
in Peking nach einem Treffen mit Chinas Vizeaußenminister Zhang
Yesui zu der geplanten technischen Zusammenarbeit. Der Umweltminister
traf später auch mit seinem chinesischen Kollegen Zhou Shengxian
sowie mit Vertretern der Kommunistischen Partei Chinas zusammen. Im
Gespräch mit chinesischen Umweltaktivisten sagte Gabriel zu, auch
die Kooperation auf nicht-staatlicher Ebene zu fördern.
"China ist der wahre Weltmeister bei der Installation von Windenergie",
begrüßte Gabriel im Rahmen einer energiepolitischen
Konferenz die Pläne Chinas für den massiven Ausbau
erneuerbarer Energien. Er verwies auf bereits installierte
Windenergieanlagen mit sechs Gigawatt Leistung. Bis 2020 sollen es 30
Gigawatt sein. Vertreter der chinesischen
Wirtschaftsplanungsbehörde NDRC bekräftigten das Ziel, bis
2020 in China 16 Prozent der Primärenergie aus erneuerbaren
Quellen zu erzeugen. Am Strommarkt sollen es sogar 30 Prozent sein.
Eine geplante Vereinbarung über Zusammenarbeit besonders im
Bereich der Windenergie kam allerdings nicht zustande. Die NDRC
begründete die Absage mit Verpflichtungen der zuständigen
Minister wegen des aktuellen Schneechaos und dadurch ausgelöster
Energieprobleme. Gabriel kündigte an, die Unterzeichnung solle
später in Berlin nachgeholt werden. Abgeschlossen wurde aber auf
Verbandsebene ein Kooperationsvertrag im Bereich Wasser und Abwasser.
In einer Ansprache zur Energiepolitik verwies Gabriel auf die doppelte
Herausforderung, eine drastisch wachsende Bevölkerung angemessen
zu versorgen und zugleich dem Klimawandel entgegenzutreten. Er bot
dabei China technologische Zusammenarbeit "auf Augenhöhe" an. Es
gelte Wachstum und Klimaschutz zu verbinden. Vor Journalisten wies
Gabriel darauf hin, es gebe in China durchaus anspruchsvolle
Umweltrichtlinien, jedoch "eine mangelnde Durchsetzung solcher
Vorschriften" vor Ort.
Vize-Außenminister Zhang ging im Gespräch mit Gabriel auch
auf die zurückliegende diplomatische Krise zwischen beiden
Ländern ein. Der Besuch des Umweltministers sei
"symbolträchtig", da er der erste deutsche Minister in China seit
vier Monaten sei, sagte Zhang gleich zur Begrüßung. In der
Zwischenzeit hatte die chinesische Führung solche Besuche aus
Ärger darüber verhindert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) im September den Dalai Lama im Kanzleramt empfangen hatte.
(Quelle: afp)
Bekämpfung des Klimawandels wird laut Ban Billionen kosten
Fr.01.02.08 - Die Bekämpfung des globalen Klimawandels in den nächsten zwei
Jahrzehnten könnte die internationale Gemeinschaft bis zu 20
Billionen Dollar (13,5 Billionen Euro) kosten. Das geht aus einem neuen
Bericht des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon hervor. Das Geld werde
vor allem für Investitionen in eine ökologisch nachhaltigere
Energieerzeugung gebraucht. Der 52-seitige Bericht sollte als Grundlage
einer zweitägigen Debatte der UN-Vollversammlung im Februar zum
Klimawandel dienen.
Ban warnt darin, dass viele der ärmsten Staaten am schlimmsten von
den klimatischen Veränderungen infolge der globalen Erwärmung
betroffen sein würden. In den nächsten 20 bis 25 Jahren
bedürfe es daher im Energiesektor Investitionen von 15 bis 20
Billionen Dollar, «um die Welt auf einen deutlich anderen und
nachhaltigen Weg der Energieversorgung zu bekommen». Derzeit
investiert die globale Energiewirtschaft nach UN-Angaben jährlich
300 Milliarden Dollar (202 Milliarden Euro) in neue Kraftwerke und
Infrastruktur.
(Quelle: ap)
Kursverluste trotz US-Zinssenkung
Fr.01.02.08 - Kursverluste statt Kursfeuerwerk: Auch die zweite US-Zinssenkung binnen
acht Tagen hat die Sorgen der Anleger vor einer Rezession in den USA und
anhaltenden Problemen wegen der Immobilienkrise nicht ausräumen
können. Der Deutsche Aktienindex DAX verlor am Donnerstag bis zum
Mittag 1,8 Prozent auf 6.754 Punkte. Der MDAX gab 1,9 Prozent und der
TecDAX 1,8 Prozent nach. Vor allem Bank-Aktien standen unter Druck.
Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte angekündigt, im
Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise Papiere im Wert von mehr als 500
Milliarden Dollar (360 Milliarden Euro) herabstufen zu wollen. Eine
Verschlechterung der Bonitätsbewertung in dieser
Größenordnung würde praktisch alle Großbanken
betreffen. Sie müssten weitere Wertberichtigungen vornehmen, und
viele Fonds müssten die schlechter beurteilten Papiere verkaufen.
Die wichtigsten asiatischen Börsen nahmen kaum Notiz von der
Zinsentscheidung der US-Notenbank. Zwar konnte sich der Nikkei-Index in
Japan leicht behaupten. Er legte um 72.95 Punkte auf 13.417,98 Punkte
zu, ein Anstieg von 0,55 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor
jedoch 484 Punkte und lag mit einem Minus von 2,1 Prozent bei 23.170
Punkten. Händlern zufolge waren die Hauptgründe dafür
die Skepsis über die weitere Konjunkturentwicklung in den USA und
die Kältewelle auf dem chinesischen Festland.
Der New Yorker Aktienmarkt hat zuvor kurzzeitig mehr als 100 Punkte
zugelegt, war dann aber wieder in die Verlustzone gerutscht. Der
Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte gab um 0,30
Prozent auf 12.442,83 Zähler nach, der Index der
Technologiebörse Nasdaq fiel um 9,06 Punkte oder 0,38 Prozent auf
2.349,00 Zähler.
Die Federal Reserve Bank hatte am Mittwochabend zur Ankurbelung der
Konjunktur die Zinsen erneut gesenkt und weitere Lockerungen der
geldpolitischen Zügel in Aussicht gestellt. Die Notenbanker
reduzierten den wichtigsten Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 3 Prozent.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Fed wegen der dramatischen
Kurseinbrüche an den Aktienmärkten den Zinssatz um 0,75
Prozentpunkte gesenkt.
Die neuerliche Zinssenkung beim turnusmäßigen Treffen der
Notenbanker unter Vorsitz ihres Präsidenten Ben Bernanke war
erwartet worden. Die Finanzmärkte stünden weiter unter
«erheblichem Druck» hieß es in einer Begründung
zum Abschluss der zweitägigen Sitzung in Washington. Die
Entscheidung sei mit neun gegen eine Stimme getroffen worden, sagte
Richard Fisher, der Präsident der Regionalbank der Fed in Dallas.
Die Sitzung stand im Zeichen der Sorgen vor einer Rezession in den USA
wegen der schweren Immobilienkrise in dem Land. Zum Jahresende 2007
hatte die US-Wirtschaft bereits deutlich an Schwung verloren. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im letzten Quartal nur noch um 0,6
Prozent. Im dritten Quartal hatte die Konjunktur noch um 4,9 Prozent
zugelegt.
(Quelle: ap)
USA und Russland treten in regelmäßigen Wirtschaftsdialog
Fr.01.02.08 - Die USA und Russland haben wegen ihrer wachsenden Handelsbeziehungen
regelmäßige Wirtschaftskonsultationen auf Ministerebene
verabredet. Das erste Treffen solle im Frühjahr in Washington
stattfinden, teilte die US-Botschaft in Moskau am Donnerstag mit. An
diesem Wirtschaftsdialog sollten verschiedene Ministerien, weitere
Behörden und Wirtschaftsvertreter teilnehmen.
Trotz politischer Spannungen in Fragen wie etwa den US-Plänen
für ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa und einer
Unabhängigkeit der serbischen Provinz Kosovo sind die
Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Russland in den vergangenen
Jahren deutlich gewachsen.
(Quelle: rtr)
Ministerpräsident des Kosovo: Unabhängigkeitserklärung
nich an Wahlausgang gebunden
Fr.01.02.08 - Der Ministerpräsident des Kosovo Hashim Thaci hat eine rasche
Unabhängigkeitserklärung der serbischen Provinz
angekündigt - unabhängig vom Ergebnis der
Präsidentschaftswahlen im Land. "Die Unabhängigkeit des Kosovo
wird in den kommenden Tagen erfolgen, egal ob (Boris) Tadic oder
(Tomislav) Nikolic gewinnt", sagte Thaci. Im entscheidenden zweiten
Wahlgang stehen sich am Sonntag in Serbien der pro-europäische
Amtsinhaber Tadic und der Ultranationalist Nikolic gegenüber. "Die
Entwicklungen in Serbien haben keinen Einfluss auf das Kosovo. Das
Kosovo hat seinen eigenen Weg", sagte Thaci weiter.
Das Datum der Unabhängigkeitserklärung will die Regierung des
Kosovo allein von den Gesprächen mit der EU und den USA
abhängig machen, wie ein hochrangiger Vertreter aus Pristina
erklärte. Experten waren bisher davon ausgegangen, dass ein
Wahlsieg des Europa-Skeptikers Nikolic eine Abspaltung der mehrheitlich
von Albanern bewohnten Provinz beschleunigen werde.
Tadic und Nikolic warben in einem Fernsehduell für
Unterstützung bei ihren Wählern. Tadic bekannte sich erneut zu
einer Annäherungen seines Landes an die Europäische Union
während Nikolic engere Beziehungen zu Russland propagierte. Eine
Unabhängigkeitserklärung des Kosovo lehnen aber beide
Kandidaten ab.
(Quelle: afp)
Deutschland und Spanien bei Mittelmeer und Kosovo weiter uneins
Fr.01.02.08 - Deutschland und Spanien haben in wichtigen europapolitischen Themen
auch bei ihren jüngsten Regierungskonsultationen keine
Annäherung erzielt.
Zu der unter anderem von Spanien befürworteten Mittelmeer-Union
sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in Palma de Mallorca,
eine engere Kooperation dieser Staaten sei zwar nötig. Deutschland
sei sich der Verantwortung für den Mittelmeerraum aber genauso
bewusst wie die eigentlichen Anrainerstaaten, daher sollte eine solche
Kooperation dem auch Rechnung tragen.
Die Idee einer Mittelmeer-Union hatte ursprünglich Frankreichs
Präsident Nicolas Sarkozy ins Gespräch gebracht. Im Kern geht
es um die Forderung, eine Allianz von Mittelmeer-Staaten nach dem
Vorbild der Europäischen Union zu bilden. Wie weit diese Allianz
gehen und inwiefern die Türkei dazu gehören soll,
darüber gibt es noch Uneinigkeit. Zapatero hatte sich zuletzt eher
dafür ausgesprochen, den sogenannten "Barcelona-Prozess" zu
stärken. Diese vor mehr als zehn Jahren eingeleitete Partnerschaft
der Länder in der Region zielt vor allem darauf ab, den
politischen Dialog auszubauen. Merkel betonte nun, Deutschland habe
wiederholt seine Unterstützung für den "Barcelona-Prozess"
gezeigt. Dieser könnte noch intensiviert werden.
Auch zum Thema Kosovo gebe es unterschiedliche Positionen, betonten
sowohl Merkel als auch Zapatero, machten jedoch keine detaillierten
Angaben zum Inhalt ihrer Gespräche. Weithin wird erwartet, dass
sich die Kosovo-Albaner in Kürze einseitig für
unabhängig erklären und dies von einer Mehrheit der
EU-Staaten, darunter auch Deutschland, anerkannt wird - trotz des
Widerstands von serbischer Seite und Russlands. Spanien hatte sich dazu
zuletzt verhalten gezeigt.
Einig waren sich Merkel und Zapatero hingegen, dass es in der
Europäischen Union eine noch engere Zusammenarbeit im Kampf gegen
den internationalen Terrorismus geben müsse. "Wenn man auf
Prävention setzt, braucht man eine enge Kooperation", betonte
Zapatero. Dies hätten die Innenminister beider Länder bei
ihren bilateralen Gesprächen nun auch vereinbart, fügte er
an. Neben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble war Merkel in
Begleitung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung,
Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Wirtschaftsminister
Michael Glos und einigen Staatssekretären auf die Ferieninsel
gereist.
Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten
sprachen sich Merkel und Zapatero für eine strengere Regulierung
aus, um künftigen Probleme früher vorbeugen zu können.
Ihrer Einschätzung nach dürften die aktuellen Verwerfungen an
den Märkten das Wirtschaftswachstum zwar etwas abschwächen.
Die europäische Wirtschaft sei aber solide, betonten sie.
(Quelle: rtr)
Human Rights Watch - EU und USA stärken zweifelhafte Demokratien
Fr.01.02.08 - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der EU und
den USA vorgeworfen, aus politischem Kalkül unfaire und
fehlerhafte Wahlen im Ausland hinzunehmen. "Offensichtlich akzeptieren
Washington und die europäischen Regierungen auch die
fragwürdigsten Wahlen, solange es sich beim 'Wahlsieger' um einen
strategischen oder wirtschaftlichen Partner handelt", sagte
HRW-Geschäftsführer Kenneth Roth anlässlich der
Präsentation des Jahresberichts 2008 seiner Organisation. Als
Beispiele für unfreie und unfaire Wahlen unter dem Deckmantel
angeblicher Demokratie nennt HRW unter anderem Russland, Thailand und
Nigeria.
Indem sie zuließen, dass Autokraten sich als Demokraten ausgeben,
liefen etablierte Demokratien Gefahr, weltweit die Menschenrechte zu
untergraben, konstatiert der HRW-Bericht, der die Situation in mehr als
75 Ländern beleuchtet. Zu einer funktionierenden Demokratie
gehörten nicht nur das bloße Abhalten eines Urnengangs,
sondern auch eine freie Presse, Versammlungsfreiheit und eine aktive
Zivilgesellschaft. Diese Kontrollinstanzen müssten auch Staaten
wie Kenia und Pakistan garantieren, die sich als Demokratien
präsentierten.
Insgesamt zählt der Bericht mehr als 25 Länder auf, die "auf
verschiedenste Weise" Wahlen verfälscht hätten, darunter auch
Israel durch "Behinderung und Zermürbung" von
Oppositionskandidaten in den Palästinensergebieten. Nach Ansicht
von HRW schritten etablierte Demokratien oft nicht ein, "weil sie
fürchten, dadurch den Zugang zu Ressourcen oder wirtschaftliche
Vorteile zu verlieren". Außerdem wollten sie bei der
Terrorismusbekämpfung weiterhin auf die Unterstützung solcher
Länder zurückgreifen.
Der HRW-Bericht beklagt Menschenrechtsverletzungen auch in Frankreich,
Großbritannien und den USA, wo der "Krieg gegen den Terror"
Menschenrechtsverletzungen mit sich gebracht habe. Im Irak habe sich
die Lage aufgrund von Angriffen der US-Truppen sowie einheimischer
Gruppen im vergangenen Jahr weiter verschlechtert: Fortgesetzte Gewalt
gegen Zivilisten habe die Zahl der Vertriebenen ansteigen lassen.
Die Menschenrechtslage in China verschlechtere sich im Vorfeld der
Olympischen Spiele. Es komme vermehrt zu Vertreibungen, und Dissidenten
würden verstärkt unter Hausarrest gestellt. HRW fordert die
internationale Gemeinschaft daher zu anhaltendem Druck auf Peking auf.
Außerdem erinnert der Bericht an die "vergessene Tragödie"
in Somalia und im Osten Äthiopiens sowie an die blutige
Niederschlagung der Demokratiebewegung in Birma. In Lateinamerika nahm
sich HRW unter anderen Kuba, Venezuela, Kolumbien und Brasilien vor.
(Quelle: afp)
Deutschland
Integrations-Streit in Union geht weiter - Offener Brief sorgt für
Verwirrung
Fr.01.02.08 - In der CDU sorgt ein Brief von 17 Unions-Politikern zur
Integrationspolitik weiter für Unruhe. Mehrere Unterzeichner des
Schreibens versicherten am Donnerstag zwar, man habe sich damit nicht
vom Wahlkampf des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU)
distanzieren wollen. Ihr Vorgehen stieß aber dennoch auf
parteiinterne Kritik. Die CDU-Spitze bemühte sich um ein Ende des
Streits.
In dem Schreiben war unter anderem gemahnt worden, die
Integrationspolitik dürfe «nicht zum Wahlkampfthema
degradiert» werden. Mitunterzeichner sind der Hamburger
Regierungschef Ole von Beust, der nordrhein-westfälische
Integrationsminister Armin Laschet (beide CDU) sowie der Berliner
CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger, die bayerische
Sozialministerin Christa Stewens (CSU) und der CDU-Außenexperte
Ruprecht Polenz.
Pflüger sagte, das Schreiben sei eine Antwort auf den offenen
Brief mehrerer Deutsch-Türken, die Koch das Schüren
rassistischer Ressentiments vorgeworfen hatten. Der hessische
Ministerpräsident sei «ein glänzender Politiker».
Pflüger fügte hinzu, der Brief sei «keine Korrektur von
Koch, allenfalls eine Ergänzung». Neben Strafen seien auch
Prävention und Bildung wichtig.
Polenz betonte, man habe mit dem Brief zeigen wollen, dass die
Integration «ein Anliegen der Unions-Parteien» sei. Er
wolle das Thema «voranbringen und nicht durch Wahlkampfpopulismus
gefährdet sehen, egal, von wem er kommt«. Polenz fügte
hinzu, er glaube, dass «mancher Zungenschlag im hessischen
Wahlkampf übers Ziel rausgeschossen» sei.
CSU-Chef Erwin Huber verteidigte dagegen Koch. Man dürfe im
Wahlkampf auch ansprechen, dass es «sehr viele»
gewalttätige ausländische Jugendliche gebe. Zwar sei es
völlig richtig, was die Briefschreiber an notwendiger
Integrationsarbeit darstellten. Es fehle aber «die Tatsache, dass
es eine Menge von Fällen gibt, wo eben die Integration nicht
gelingt und wo es zu schlimmen Gewalttätigkeiten kommt».
Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte, die Unterzeichner
wollten zwar klar machen, «dass sie Roland Koch und der
hessischen CDU mit diesem Brief nicht in den Rücken fallen
wollen». Er fügte hinzu: «Aber nicht nur Teile der
Medien, auch die politische Konkurrenz interpretiert den Brief genau so
- und das ist sehr bedauerlich.»
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hatte zuvor betont: «Es
ist ein gutes Zeichen, dass die Union langsam auch spürt und
merkt, dass rechtspopulistische Kampagnen auf dem Buckel von
Minderheiten sich nicht auszahlen.» Der Hamburger
SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann sagte: «Hätte Koch
gewonnen, hätten wir diesen Brief natürlich niemals
gesehen.« Beust zeige «unhanseatischen Mut nach
Ladenschluss».
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, die Unterzeichner
hätten deutlich gemacht, dass sich das Schreiben nicht gegen Koch
richte. Er mahnte: «Das sollte jetzt von allen akzeptiert
werden.« Beust hatte bereits am Mittwochabend versichert, der
Brief habe mit dem Wahlkampf von Koch nichts zu tun. Auch Laschet
betonte, das Schreiben sei »kein Aufstand gegen Roland
Koch«.
Grünen-Chefin Claudia Roth sagte dazu: »Die Koch-Kritiker in
der Union bekommen offensichtlich kalte Füße. Denn wer Koch
kritisiert, muss auch K wie Kanzlerin sagen.« Schließlich
habe Angela Merkel »den ausländerfeindlichen Koch-Wahlkampf
bis zuletzt unterstützt«.
Eine Analyse der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung sieht
schwerwiegende Fehler beim Koch-Wahlkampf. Das Thema
Jugendkriminalität von Ausländern habe zwar die politische
Agenda dominiert und eine Mobilisierung der Wähler gebracht -
»doch führte es auch dazu, dass die CDU in ein negatives
Meinungsklima rutschte«. Weiter heißt es:
»Landesregierung und Partei büßten kurzfristig an
Glaubwürdigkeit und Kompetenz ein.« Auch in der eigenen
Anhängerschaft sei Verunsicherung ausgelöst worden, »da
Zweifel an Kochs Lösungsvorschlägen bestanden".
(Quelle: ddp)
Merkel steht zu Kochs Wahlkampf
Fr.01.02.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den umstrittenen Wahlkampf von
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (beide CDU) zum Thema
Jugendkriminalität verteidigt. Der «Frankfurter Allgemeinen
Zeitung» (Freitagausgabe) sagte die CDU-Chefin, die
Jugendkriminalität sei im Wahlkampf zu Recht thematisiert wurde:
«Ich stand und ich stehe dazu.» Dieses Thema sei auch in
Zukunft nicht zu «tabuisieren». Der Wahlkampf Kochs habe
die «volle Unterstützung der CDU und meine als
Vorsitzende» gehabt.
Eine Kritik an Koch durch einen offenen Brief von 17 Unionspolitiker
vermag Merkel nicht erkennen. Vielmehr hätten die Autoren
«den Eindruck zurückgewiesen, dass sie mit ihm Roland Koch
kritisieren wollten», sagte die Kanzlerin und fügte hinzu:
«Das schloss und schließt mit ein, dass wir als CDU
für verstärkte Anstrengungen in der Integrationspolitik
eintreten.»
Merkel versicherte, sie wolle das Thema Jugendkriminalität auch
künftig nicht meiden: «Themen wie etwa die Bekämpfung
der Jugendkriminalität oder die Innere Sicherheit werden immer
wieder einmal Kontroversen auslösen. Die werden wir im Interesse
der Sache austragen.»
Die Stimmenverluste in Hessen haben Merkel zufolge vor allem an einer
schlechten Vermittlung der Erfolge in der Bildungspolitik gelegen. Dies
müsse Konsequenzen nach sich ziehen: "Wir müssen den Menschen
unsere Politik erklären. So sei das Niveau des hessischen Abiturs
in den letzten Jahren im Gegensatz zu den Zeiten der SPD-Regierungen
deutlich verbessert worden.
(Quelle: ddp)
Linke macht Druck auf SPD nach Hessen-Wahl
Fr.01.02.08 - Die Linke hat ihre Bereitschaft zur Wahl der SPD- Spitzenkandidatin
Andrea Ypsilanti zur hessischen Regierungschefin bekräftigt. Die
Linke sei bereit, sie zu wählen, um eine Alternative in Hessen zu
ermöglichen, sagte der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gregor
Gysi, der «Braunschweiger Zeitung». Zugleich kritisierte er
die Position von SPD-Chef Kurt Beck. Es sei «ein merkwürdiger
Ansatz», eine Koalition von SPD und Linkspartei in Ostdeutschland
zu akzeptieren, in Westdeutschland dagegen nicht.
(Quelle: dpa)
Stellvertretende SPD-Vorsitzende Nahles: Nicht mit Existenz der
Linkspartei abfinden
Fr.01.02.08 - Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat ihre Partei
davor gewarnt, sich mit einer dauerhaften Existenz der Linkspartei zu
arrangieren. «Ich halte die Linkspartei im Westen immer noch
für sehr instabil. Und ich bin sicher, dass die SPD viele ihrer
Wähler erreichen kann«, sagte Nahles der Wochenzeitung
»Die Zeit«. Interessanterweise seien das neben Rentnern und
Arbeitslosen vor allem Wähler, die einen Denkzettel abgeben
wollten, nach dem Motto: Die Linke hat keine Lösungen, spricht aber
die richtigen Probleme an. Das sei ein Signal an die anderen Parteien,
sich um diese Themen zu kümmern und im Gegensatz zur Linken auch
Lösungen anzubieten. »Deshalb sollte die SPD die Linkspartei
nicht jetzt schon als dauerhafte Kraft in Westdeutschland
akzeptieren», sagte Nahles.
Die SPD-Vize-Vorsitzende riet zu einer Strategie der «kritischen
Normalisierung». Die Linkspartei schüre vor allem
Ängste, das sei ein Politikstil, den sie nicht akzeptiere.
«Aber wenn sich, wie in Hessen, 25 Prozent der Arbeitslosen
für die Linkspartei entscheiden, ist das für die SPD eine
Aufforderung, hier aktiver zu werden», sagte Nahles.
(Quelle: ddp)
Nokia stellt Bochumer Werk schlechtes Zeugnis aus
Fr.01.02.08 - Der Handyhersteller Nokia hat noch einmal unterstrichen, dass sein vor
der Schließung stehendes Bochumer Werk das höchste
Kostenniveau seiner weltweiten Produktionsstätten hat.
Während in Bochum nur etwa sechs Prozent des gesamten
Produktionsvolumens an mobilen Endgeräten hergestellt würden,
fielen rund 23 Prozent der gesamten direkten Lohnkosten an, teilte Nokia
am Donnerstag mit. Der Konzern reagierte damit auf einen Pressebericht,
nach dem Nokia in dem Werk einen Betriebsgewinn vor Zinsen von 134
Millionen Euro erzielt hat. Die Marktprofitabilität sei sehr viel
niedriger als sie sich aus den steuerlichen Werten ergebe,
erklärte Nokia weiter.
Nokia hatte angekündigt, bis Jahresmitte die Produktion von Bochum
aus Kostengründen zum größten Teil in ein neues Werk in
Rumänien verlegen zu wollen. Bei Arbeitnehmervertretern und Politik
stößt die Entscheidung auf harsche Kritik.
(Quelle: rtr)
Zahl der Arbeitslosen steigt um 253 000 auf 3,66 Millionen
Fr.01.02.08 - Der relativ milde Winter und die gute Konjunktur haben die
Arbeitslosigkeit in Deutschland schwächer als jahreszeitlich
üblich steigen lassen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA)
am Donnerstag mitteilte, wuchs die Zahl der Arbeitslosen im Januar um
253 000 auf 3,659 Millionen. Die Quote kletterte um 0,6 Punkte auf 8,7
Prozent. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte, die
Arbeitslosigkeit sei damit im Januar schwächer als im Durchschnitt
der beiden Vorjahre mit plus 341 000 ausgefallen.
«Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Das
Beschäftigungswachstum hält an, und die Nachfrage nach
Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau», sagte Weise.
Ursachen für den relativ moderaten Zuwachs seien zum einen die
milde Witterung, zum anderen habe sich das im vergangenen Winter
eingeführte Saisonkurzarbeitergeld für Bauberufe günstig
ausgewirkt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank die
Erwerbstätigkeit von November auf Dezember um 166 000 auf 40,2
Millionen Menschen, im Vergleich zum Vorjahr nahm sie jedoch um 586 000
zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im November
nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,46
Millionen, das ist ein Zuwachs im Vergleich zum November 2006 von 545
000. Knapp die Hälfte des Zuwachses sind
sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen.
Für 2008 prognostiziert die Bundesagentur weiter eine
durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 3,5 Millionen Menschen nach 3,8
Millionen im Jahr 2007. «Bei aller Kenntnis der internationalen
Finanzkrise, des hohen Ölpreises und der Dollarkrise halten wir
diese Prognose aufrecht», erklärte der
BA-Vorstandsvorsitzende.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf im Januar vor allem Bezieher
von Arbeitslosigkeit I. Deren Zahl wuchs um rund 200 000, wie
BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker erläuterte. Etwa ein
Fünftel der im Januar arbeitslos gewordenen Menschen sind Bezieher
von Grundsicherung (sogenannte Hartz-IV-Empfänger). Der Anstieg
fiel außerdem in den neuen Bundesländern
verhältnismäßig stärker aus als im Westen
Deutschlands. In den fünf östlichen Bundesländern
verzeichnete die Behörde ein Plus von 101 000 auf 1,276 Millionen
Arbeitslosen, in den alten Ländern betrug der Anstieg 152 000 auf
2,383 Millionen Menschen ohne Job. Weise begründete dies mit der
relativ höheren Zahl an Jobs in Außenberufen in den neuen
Ländern.
(Quelle: ddp)
'Qualitätslücke' am Lehrstellenmarkt - Ausbildungspakt hat
mehr Angebote als Bewerber - Kritik vom DGB
Fr.01.02.08 - Der Ausbildungspakt in Deutschland hat sich aus Sicht der Wirtschaft
und der Arbeitsverwaltung bewährt. «Das Paktjahr 2007 war
ein Rekordjahr!» betonte der Hauptgeschäftsführer des
Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, am
Donnerstag in Nürnberg. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)
begrüßte den Anstieg der Zahl der Ausbildungsplätze,
kritisierte aber gleichzeitig, dass sich viele Betriebe aus der
Ausbildung verabschiedeten.
Die Zahl der in der gemeinsamen Nachvermittlungsaktion von Kammern und
Arbeitsagenturen betreuten Bewerber «im fünften
Quartal» von September bis Januar sank von 29 100 auf 11 300, wie
das Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit, Raimund
Becker, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern von
Handwerk, Industrie und freien Berufen erläuterte. Für diese
noch unversorgten Lehrstellen-Bewerber gebe es aktuell 4 200 unbesetzte
Berufsausbildungsplätze und 19 500 Stellen für die sogenannte
Einstiegsqualifizierung. «Jeder Bewerber, der zu uns kam, hat ein
Angebot bekommen», betonte Becker.
Insgesamt wurden in der Aktion rund 89 000 neue Lehrstellen eingeworben
und knapp 54 000 Betriebe erstmals für Ausbildung gewonnen.
Für Einstiegsqualifizierungen stellten Unternehmen etwa 43 000
Plätze zur Verfügung, bis Mitte Januar hatten knapp 24 000
Jugendliche diese durch ein Sonderprogramm des Bundes geförderte
Maßnahme begonnen. Als Ergebnis all dieser Bemühungen sei
die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Stichtag
30. September um knapp 50 000 oder 8,6 Prozent auf knapp 626 000
gestiegen. An die Stelle der Lehrstellen-Lücke trete inzwischen
eine «Qualitätslücke», da die Unternehmen immer
häufiger keine geeigneten Bewerber mehr fänden, betonte
Wansleben. Etwas mehr als die Hälfte der ausbildungsfähigen
Betriebe stellen der Statistik zufolge Lehrstellen zur Verfügung.
Aus der Sicht der Vertreter der Wirtschaft belegen die Zahlen, dass die
Verlängerung des Pakts richtig gewesen sei. Seit dem Start der
Aktion vor vier Jahren seien die Ausbildungschancen für
Schulabgänger deutlich gestiegen. Verstärkt werden müsse
aber das Engagement um sogenannte Altbewerber, forderte etwa der
Generalsekretär des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH),
Hanns-Eberhard Schleyer. Für diese Jugendlichen mit
Ausbildungsproblemen müssten neben der «zur
Erfolgstory» gewordenen Einstiegsqualifizierung weitere
ausbildungsbegleitende Hilfen wie «Ausbildungspaten» treten.
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock erklärte in
Berlin, es bestehe «ein Missverhältnis zwischen den
Erfolgsmeldungen der Paktpartner und der Lebenswirklichkeit junger
Menschen». Es sei zwar gelungen, neue Ausbildungsplätze zu
schaffen. Die Zahl derjenigen Betriebe, die sich aus der Ausbildung
verabschieden, werde aber nicht gegengerechnet. Nicht einmal jeder
vierte Betrieb bilde aus. Sehrbrock zufolge sind bundesweit nach wie
vor mehr als 300 000 junge Menschen als sogenannte Altbewerber auf der
Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sie stellten inzwischen mehr als die
Hälfte aller registrierten Bewerberinnen und Bewerber.
(Quelle: ddp)
Verbraucherpreise im Januar um 2,7 Prozent gestiegen
Fr.01.02.08 - Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Januar um 2,7 Prozent
gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag unter Berufung
auf Schätzungen mitteilte, schwächte sich der Preisauftrieb
leicht ab. Im Dezember hatte die Inflationsrate im Vergleich zum
Vorjahresmonat noch bei 2,8 Prozent gelegen. Gegenüber Dezember
2007 gingen die Preise um 0,3 Prozent zurück. Das Bundesamt wies
darauf hin, dass die Schätzung für Januar nicht auf den
üblichen Ergebnissen aus sechs Bundesländern basiere, sondern
stärker auf Prognosen, was gewisse Unsicherheiten mit sich bringe.
Hintergrund sei die Umstellung des Verbraucherpreisindex auf das neue
Basisjahr 2005. Das endgültige Ergebnis zur Entwicklung der
Verbraucherpreise im Januar werde am 29. Februar vorliegen, gemeinsam
mit dem vorläufigen Resultat für Februar.
Im Jahr 2007 waren die Lebenshaltungskosten unterm Strich um 2,2
Prozent gestiegen, so stark wie seit 13 Jahren nicht mehr.
(Quelle: ap)
Deutscher Einzelhandel verbuchte 2007 Umsatzminus
Fr.01.02.08 - Nach drei erfolgreichen Jahren haben die deutschen Einzelhändler
2007 erstmals wieder ein Umsatzminus erzielt.
Die Branche nahm 1,2 Prozent weniger ein als im Vorjahr, wie das
Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Bereinigt
um die gestiegenen Preise (real) fiel das Minus mit 2,2 Prozent noch
deutlicher aus. Experten führen den Rückgang vor allem auf die
Mehrwertsteuererhöhung im Januar 2007 zurück. Im weiteren
Jahresverlauf dämpften dann gestiegene Lebenshaltungskosten die
Kauflaune der Verbraucher.
Im Dezember hatten die Einzelhändler nach Angaben des Amtes 4,9
Prozent weniger in den Kassen als im Vorjahr. Real gingen die
Umsätze sogar um 6,9 Prozent zurück. Zum Vormonat sanken die
Umsätze nominal um 0,4 und real um 0,1 Prozent. Von Reuters
befragte Analysten hatten einen realen Umsatzrückgang zum
Vorjahresmonat um 4,8 Prozent erwartet.
(Quelle: rtr)
Kommunen drohen Steuerausfälle wegen WestLB-Krise
Fr.01.02.08 - Die Finanzkrise bei der Westdeutschen Landesbank (WestLB) kommt
offenbar auch die Kommunen in Nordrhein-Westfalen teuer zu stehen. Weil
die Sparkassen die Landesbank massiv stützen müssen, drohen
Städten und Gemeinden Steuerausfälle in Millionenhöhe,
berichten die in Dortmund erscheinenden «Ruhr Nachrichten»
(Donnerstagausgabe). Nach Informationen der Zeitung müsste allein
die Sparkasse Dortmund nach derzeitigem Stand bis zu 23 Millionen Euro
für die WestLB bereitstellen. Weil diese Summe den Ertrag der
Sparkasse schmälert, würden der Stadt rund 9,2 Millionen Euro
an Gewerbe- und Körperschaftssteuern entgehen.
«Weniger Gewinn bedeutet logischerweise auch weniger
Steuern», sagte ein Sprecher des Westfälisch-Lippischen
Sparkassen- und Giroverbandes (WLSGV) am Donnerstag in Münster auf
ddp-Anfrage und bestätigte den Zeitungsbericht teilweise.
Allerdings lägen noch keine Zahlen für die einzelnen
Sparkassen und Kommunen vor.
Die WestLB ist durch Fehlspekulationen und die Auswirkungen der
internationalen Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht.
Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet die WestLB einen Verlust
von etwa einer Milliarde Euro. Die Anteilseigner der Bank haben der
WestLB deshalb bereits eine Kapitalspritze von zwei Milliarden Euro
zugesagt. Die beiden Sparkassenverbände Westfalen und Rheinland
sollen jeweils rund 500 Millionen Euro aufbringen, das Land NRW muss der
Landesbank mit 760 Millionen Euro beispringen.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Wärmerer Atlantik verursacht mehr Hurrikans
Fr.01.02.08 - Die wachsende Zahl von Hurrikans über dem Nordatlantik hängt
nach Untersuchungen britischer Klimaforscher eng mit den steigenden
Wassertemperaturen zusammen. Seit 1995 ist die Zahl der
Wirbelstürme im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1950 bis 2000
deutlich gestiegen.
Das schreiben Mark Saunders und Adam Lea vom University College London
im Journal «Nature» (Bd. 451, S. 557). Dieser Anstieg sei zu
40 Prozent durch die wärmere Oberfläche des Atlantiks bedingt.
Über den Anteil des Treibhauseffekts an den stärkeren und
häufigeren Stürme macht die Studie keine Aussage. Sowohl die
vom Menschen verursachte Klimaerwärmung als auch
turnusmäßige Strömungsveränderungen im Atlantik
werden dafür verantwortlich gemacht. Saunders und Lea bestimmten
nun erstmals den konkreten Anteil, den die Wassertemperaturen an der
stürmischen Entwicklung haben. Demnach war bereits ein
Temperaturanstieg von 0,5 Grad Celsius zwischen August und September
für einen 40-prozentigen Zuwachs der Hurrikan-Häufigkeit
verantwortlich.
Die Forscher werteten dazu monatliche Daten des US National Hurricane
Centers zwischen 1950 und 2005 sowie des National Centers for
Environmental Prediction aus. Sie betrachteten sowohl die
Oberflächentemperaturen des Ozeans als auch die Spitzen-
Windgeschwindigkeiten. Demnach machen Wasserwärme und
atmosphärische Veränderungen insgesamt 75 bis 80 Prozent des
seit 1965 zunächst langsamen und seit 1995 verstärkten
Hurrikan-Anstiegs aus (82 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt 1950 bis
2005). Durch statistische Verfahren berechneten die Forscher dann
erstmals den konkreten Anteil der Oberflächentemperaturen.
«Unsere Analyse zeigt nicht, inwieweit die Klimaerwärmung
durch Treibhausgase an der Zunahme der Hurrikan-Aktivität mitwirkt,
aber die Möglichkeit, durch Klimamodelle den beobachteten
Zusammenhang zwischen Hurrikanen und der Oberflächentemperatur
wiederzugeben, wird dabei helfen, glaubwürdige Vorauss
(Quelle: dpa)