+++ Mo.04.02.08, 06:30
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Irak am 1412ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zivilpersonen bei US-Razzia in Bagdad getötet. Gesetz zur
Rehabilitierung von Mitgliedern der Baath-Partei bestätigt.
US-Streitkräfte machen Al Kaida für Anschläge vom
Freitag mit fast 100 Toten verantwortlich
Mo.04.02.08 - Die US-Streitkräfte haben bei einer Razzia südlich von Bagdad
versehentlich neun irakische Zivilpersonen getötet. Drei weitere
seien bei dem Einsatz nahe Iskandrija am Samstag verletzt worden, sagte
ein Militärsprecher am Montag der Nachrichtenagentur AP. Die
Razzia richtete sich demnach gegen Mitglieder der Terrorgruppe Al Kaida
im Irak. Die Verletzten wurden in Lazarette gebracht. Die
Streitkräfte nahmen Ermittlungen auf.
Der irakische Präsidentschaftsrat hat am Sonntag ein umstrittenes
Gesetz zur Rehabilitierung von ehemaligen Mitgliedern der verbotenen
Baath-Partei bestätigt. Mit dem Gesetz erhalten rund 38.000
frühere Mitarbeiter von Saddam Husseins politischem Apparat die
Chance, wieder für die Regierung zu arbeiten. Wer das Rentenalter
bereits erreicht hat, kann Pensionszahlungen fordern.
Das Gesetz ist das erste von 18 bedeutenden Gesetzesvorhaben, die von
den Vereinigten Staaten gefordert wurden, um die Versöhnung
zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden im Irak voranzubringen. Das so
genannte Entbaathifizierungsgesetz wurde vom Parlament am 12. Januar
verabschiedet. Der Präsidentschaftsrat äußerten
zunächst Bedenken, bestätigte das Gesetz dann aber doch wie
in der Verfassung vorgesehen zehn Tage nach seinem Eingang bei dem
Gremium. Der sunnitische Vizepräsident hatte kritisiert, dass dem
Gesetz zufolge 7.000 Mitglieder der ehemaligen Geheimpolizei und des
Geheimdienstes, die immer noch für die Regierung tätig sind,
in Rente geschickt werden.
Die US-Streitkräfte haben am Sonntag die Terrororganisation Al
Kaida im Irak für die verheerenden Bombenanschläge vom
Freitag mit fast 100 Todesopfern verantwortlich gemacht. Die Al Kaida
benutze die Schwächsten der Gesellschaft für ihre Taten:
Kinder, Frauen und sogar geistig Behinderte, sagte Militärsprecher
Gregory Smith vor Journalisten in Bagdad. Die Organisation demonstriere
damit ihre Verzweiflung und zeige, wie weit sie bereit sei zu gehen in
dem Versuch, die leuchtende Zukunft des Iraks zu zerstören.
«Wir verurteilen die Al Kaida im Irak, die für diese
Anschläge verantwortlich ist», sagte Smith. Zwei gewaltige
Sprengsätze, die zwei geistig behinderte Frauen am Körper
trugen, kosteten am Freitag mindestens 99 Menschen das Leben. 144
Menschen wurden verletzt. Die vom Down-Syndrom betroffenen Frauen waren
sich höchstwahrscheinlich nicht darüber im Klaren, dass sie
als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt wurden. Die Bomben wurden
mittels Fernzündung zur Explosion gebracht.
Beobachter befürchteten deshalb eine mögliche neue Taktik der
Terrorgruppe Al Kaida im Irak. In letzter Zeit wurden mehrere Attentate
von Frauen verübt, da diese von den Sicherheitskräften in der
Regel weniger kontrolliert werden. Behinderte wurden bislang allerdings
nur selten als Täter missbraucht. An dieser perfiden Bluttat lasse
sich erkennen, dass Al Kaida «die brutalste und
heruntergekommenste aller Bewegungen» sei, sagte
US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki verurteilte die
Anschläge als Versuch, ein normales Leben in der Hauptstadt zu
verhindern. Die Täter stellten damit ihren «Hass auf die
Menschheit und auf alle Iraker» unter Beweis, hieß es in
einer Erklärung des Regierungschefs.
Es war der blutigste Tag in Bagdad seit dem 18. April 2007, als bei der
Detonation einer Autobombe 116 Menschen in den Tod gerissen wurden. Die
Zahl der schweren Anschläge ging deutlich zurück, seit die
USA im Februar vergangenen Jahres 30.000 zusätzliche Soldaten in
den Irak schickten.
Bombenanschläge und Granatangriffe kosteten am Sonntag drei Iraker
das Leben, darunter der Fahrer eines ranghohen Mitarbeiters des
Innenministeriums. Die US-Streitkräfte meldeten den Tod eines
US-Soldaten am Samstag in der Provinz Ninive. Der Soldat sei nicht bei
Kampfhandlungen ums Leben gekommen, hieß es.
Papst Benedikt XVI. verurteilte am Sonntag die Gewalt im Irak. Die
Bosheit scheine keine Grenzen zu kennen, wie die traurigen Nachrichten
in diesen Tagen schließen ließen, sagte der Papst vor
Pilgern auf dem Petersplatz.
boa (Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 04.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
So.04.02.07 - Mehr als 130 Tote bei Bombenanschlag in Bagdad +++
US-Präsident Bush schlägt schärfere Töne in
Richtung irakischer Regierung an +++ Söldner im Irak
zweitstärkste Kraft nach USA +++ Großbritannien schickte
Minderjährige als Soldaten in den Irak...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0702040.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische
Zusammenarbeit schließt Einsatz im Süden Afghanistans nicht
aus
Mo.04.02.08 - Der Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische
Zusammenarbeit, Karsten Voigt, schließt einen Einsatz der
Bundeswehr im Süden Afghanistans nicht aus. "Der robuste
Kampfeinsatz, was immer das heißt, wird auch in Zukunft ein
Ausnahmefall bleiben und die deutschen Politiker werden auch in Zukunft
zögernder sein als manche andere Europäer, eine solche
Entscheidung zu treffen", sagte Voigt im ARD-"Bericht aus Berlin". Ein
solcher Einsatz sei aber "nicht auszuschließen", betonte Voigt.
"Wir sollten auf solche Eventualitäten uns vorbereiten, nicht weil
wir so etwas wollen, sondern weil es Extremsituationen geben kann, wo
wir nicht darum herumkommen," sagte Voigt weiter. Auch der ehemalige
Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, geht davon aus, dass
deutsche Kampftruppen im Süden Afghanistans unausweichlich sind.
Der Einsatz von Bundeswehr-Kampftruppen dort sei "ein Schritt, der noch
zu tun ist von unserer Seite und den wir tun müssen und tun
werden", sagte er in der selben Sendung.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt: Israels Verteidigungsminister lehnt Rücktritt
nach Libanon-Bericht ab - Grenze vom Gazastreifen nach Ägypten
wieder geschlossen - Ein Toter bei Schießerei an
israelisch-libanesischer Grenze
Mo.04.02.08 - Nach massiver Kritik an seiner Führung der Streitkräfte hat
der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak einen Rücktritt
abgelehnt. Angesichts der weiter bestehenden Herausforderungen werde er
im Amt bleiben, sagte Barak am Sonntag auf der wöchentlichen
Kabinettsitzung in Jerusalem. Dabei wolle er sich um eine
«Rehabilitierung» der Streitkräfte bemühen.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht zur
Kriegführung im Libanon im Sommer 2006 werden der Regierung und den
Streitkräfte weitreichende Versäumnisse vorgeworfen. In dem
mit einer UN-Waffenruhe beendeten Konflikt kamen im Libanon mindestens
815 Menschen, auf israelischer Seite 157 ums Leben. Auslöser war
ein Überfall der libanesischen Hisbollah-Miliz, bei dem acht
Soldaten erschossen und zwei entführt wurden.
Barak gehört der Arbeitspartei an. Bei einem Rücktritt und
einem Austritt aus der Koalition hätte die Regierung von
Ministerpräsident Ehud Olmert die Mehrheit im Parlament verloren.
Die Folge wären Neuwahlen gewesen, was die Arbeitspartei angesichts
schlechter Umfrageergebnisse zu vermeiden sucht.erteidigungsminister
Barak lehnt Rücktritt nach Libanon-Bericht ab
Ägyptische Sicherheitskräfte und Angehörige der Polizei
der radikalislamischen Hamas haben unterdessen die Grenze zwischen
Ägypten und dem Gazastreifen geschlossen. Lediglich ein
Übergang für Fußgänger sei noch offen, damit
Palästinenser, die sich noch in Ägypten aufhielten,
zurückkehren könnten, berichteten Augenzeugen und
ägyptische Sicherheitskräfte.
Seit dem 23. Januar wurde die Grenze zu Ägypten von
hunderttausenden Palästinensern durchbrochen, nachdem
Hamas-Anhänger Löcher in die Grenzmauer gesprengt hatten. Der
Grenzübergang Rafah war von Ägypten geschlossen worden,
nachdem die Hamas-Bewegung im Gazastreifen im Juni 2007 die Macht
übernahm.
Israelische Truppen haben nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise
am Sonntag das Feuer auf zwei Personen jenseits der Grenze
eröffnet. Dabei seien ein Mensch getötet und ein weiterer
verletzt worden. Die beiden hätten sich auf libanesischem
Territorium jenseits des Grenzortes Ghadschar befunden, hieß es.
Nach israelischen Angaben wurden die Soldaten, die an der mitten durch
den Ort verlaufenden UN-Demarkationslinie stationiert sind, beschossen.
Sie hätten das Feuer erwidert. Verletzte habe es auf israelischer
Seite keine gegeben.
boa (Quellen: ap, afp)
Erbitterte Straßenkämpfe um die Macht im Tschad
Mo.04.02.08 - In der tschadischen Hauptstadt N'Djamena kämpfen Regierungstruppen
und Rebellen um die Macht. 1.000 bis 1.500 Kämpfer stießen
am Samstag nach einem dreitägigen Marsch von Osten kommend in die
Stadt vor. Trotz des Einsatzes von Panzern und Kampfhubschraubern
gelang es den Regierungstruppen zunächst nicht, die Angreifer
zurückzuschlagen. Nach einer nächtlichen Pause flammten die
Kämpfe am Sonntag neu auf.
Die ersten Deutschen verließen mit französischer
Unterstützung das Land. Das teilte ein Sprecher des
Auswärtigen Amts in Berlin am Sonntag auf Nachfrage mit. Das
Außenamt beobachte die Situation weiter mit größter
Aufmerksamkeit und sei auf weitere Evakuierungen vorbereitet. Nach dem
Vorrücken von Rebellen auf die Hauptstadt hatten die
französischen Streitkräfte in der Nacht zum Sonntag begonnen,
Ausländer aus dem Tschad nach Gabun auszufliegen. In N'Djamena
wurden Sammelplätze eingerichtet, an denen rund 900 Ausländer
zusammenkamen.
Die Rebellen nahmen nach eigenen Angaben den strategisch wichtigen Ort
Adre im Grenzgebiet zum Sudan ein. Rebellensprecher Abderaman
Koulamallah erklärte, man habe am Nachmittag die Garnison dort
überwältigt. Die Regierung wies die Angaben später
zurück. Der Angriff sei abgeschlagen worden.
Die Vereinten Nationen unterhalten in dem Gebiet zwölf
Flüchtlingslager für 420.000 Menschen. Eine unabhängige
Bestätigung für die Angaben gab es nicht.
«Niemand kann sagen, wer gewinnen wird», sagte der
französische Militärsprecher in N'Djamena, Hauptmann
Christophe Prazuck. Als ehemalige Kolonialmacht unterstützt
Frankreich die Regierung von Präsident Idriss Deby
militärisch. Dieser sei in seinem Palast eingeschlossen, sagte
Rebellensprecher Mahamat Hassane Boulmaye.
Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sprach
von einer entscheidenden Phase der Kämpfe. Deby habe 2.000 bis
3.000 Mann unter seinem Befehl. Frankreich hat etwa 1.400 Soldaten im
Tschad, darunter 1.200 in der Hauptstadt. Allerdings vermeidet es Paris
mit Rücksicht auf eine geplante EU-Friedenstruppe offenbar, direkt
zu intervenieren.
(Quelle: ap)
Immer wieder Bürgerkriege im Tschad
Der Tschad wird seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr
1960 immer wieder von Bürgerkriegen heimgesucht. Seit der
Entdeckung umfangreicher Ölvorkommen haben sich die Konflikte
weiter zugespitzt. Erst 2006 scheiterte eine Rebellenoffensive gegen
Deby, der 1990 an der Spitze einer Militärrevolte an die Macht
kam. Bei den jetzt in die Hauptstadt eingedrungenen Rebellen handelt es
sich um ein Bündnis von drei Organisationen. Die größte
ist die erst Ende 2006 gegründete Union der Kräfte für
Demokratie und Entwicklung (UFDD) unter der Führung des ehemaligen
Offiziers Mahamat Nouri.
Zu den Hintergründen des Aufstands gehört neben internen
Spannungen in den Streitkräften auch der Konflikt in der
sudanesischen Region Darfur. Die Rebellen werfen Deby vor, die Rebellen
in Darfur nicht genügend zu unterstützen, obwohl diese Debys
Stamm, den Zaghawa, angehören. Die Afrikanische Union (AU)
erklärte auf ihrem Gipfel in Addis Abeba, sie werde eine von den
Rebellen gebildete Regierung nicht anerkennen. Sie rief den libyschen
Staatschef Muammar el Gaddafi und den Präsidenten von
Kongo-Brazzaville, Denis Sassou-Nguesso, auf, ein Friedensabkommen
herbeizuführen.
Quelle: ap, 03.02.2008
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Mindestens 20 Tote bei neuer Gewalt in Kenia
Mo.04.02.08 - Bei neuer Gewalt in Kenia sind am Wochenende mindestens 20 Menschen ums
Leben gekommen. Trotz der Einigung der kenianischen Regierung und der
Opposition auf ein Ende des Blutvergießens kam es nach Angaben
des Roten Kreuzes vielfach wieder zu Übergriffen. Erneut seien
Häuser in Brand gesteckt worden, sagte ein Sprecher der
Hilfsorganisation in der Hauptstadt Nairobi. Seit der
Präsidentenwahl Ende Dezember kamen bislang rund 900 Menschen bei
den Unruhen ums Leben. Über 300 000 Kenianer sind auf der Flucht.
(Quelle: dpa)
Sri Lanka im Bombenterror
Mo.04.02.08 - Vor dem srilankischen Unabhängigkeitstag haben
Terroranschläge am Wochenende mindestens 29 Menschen das Leben
gekostet. Offenbar weitet sich der bislang auf den Nordosten
beschränkte Bürgerkrieg auf weitere Teile der Insel aus.
Auf dem Hauptbahnhof der Hauptstadt Colombo zündete am Sonntag
eine Selbstmordattentäterin beim Aussteigen aus dem Zug einen
Sprengsatz. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben einer Klinik
getötet und 92 weitere verletzt. Ein Fahrkartenverkäufer sah,
wie nach der gewaltigen Explosion viele Männer und Frauen zu Boden
stürzten.
Am Samstag waren buddhistische Pilger das Ziel eines Bombenanschlags
auf einen Bus, bei dem mindestens 18 Menschen ums Leben kamen. Der am
Straßenrand versteckte Sprengsatz explodierte in der Stadt
Dambulla, 150 Kilometer nordöstlich von Colombo. Für den
Anschlag machten die Streitkräfte tamilische Rebellen
verantwortlich. Die Region um Dambulla war bislang vom Bürgerkrieg
verschont geblieben. Dambulla ist ein beliebtes Touristenziel, die
dortigen Höhlentempel stehen auf der UNESCO-Liste des
Weltkulturerbes. Anlässlich des 60. Jahrestags der
Unabhängigkeit von Großbritannien am (morgigen) Montag
wurden im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
Bei anhaltenden Kämpfen im Nordosten wurden am Wochenende nach
Angaben des Verteidigungsministeriums 27 Rebellen getötet.
Schwerpunkte der Gefechte waren die Bezirke Vavuniya und Mannar und das
an der Frontlinie gelegene Dorf Welioya. Seit dem offiziellen Ende des
Waffenstillstands am 16. Januar kamen mehr als 700 Menschen ums Leben.
Der seit andauernde Bürgerkrieg in Sri Lanka konzentrierte sich
bisher auf den Norden und Osten der Insel Ceylon konzentriert, einzelne
Anschläge gab es auch in der Hauptstadt Colombo. Die
Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpfen seit 1983 für
einen eigenen Staat im Nordosten der Insel. Die Tamilen werfen der
Mehrheitsbevölkerung der Singhalesen jahrzehntelange
Diskriminierung vor.
(Quelle: ap)
US-Vorwahlkampf: Clinton und Obama liegen angeblich praktisch gleichauf
Mo.04.02.08 - Kurz vor dem Vorwahlmarathon am sogenannten "Super Tuesday" liegen die
Anwärter für die demokratische
Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton und Barak Obama, in
einer Umfrage in der Wählergunst praktisch gleichauf. Laut einer
Umfrage der Zeitung "Washington Post" und des Fernsehsenders ABC kommt
Clinton auf 47 und Obama auf 43 Prozent. Die Fehlermarge der Umfrage
liegt bei vier Prozent. Bei den Republikanern lag Senator John McCain
mit 48 Prozent vorne.
Weit abgeschlagen dahinter folgt der Ex-Gouverneur von Massachusetts,
Mitt Romney, mit 24 Prozent. Der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike
Huckabee, kam auf 16 Prozent.
Am kommenden Dienstag fällt die wichtigste Vorentscheidung
über die Spitzenkandidaturen für die
Präsidentschaftswahl im November. In mehr als 20 der 50 US-Staaten
stimmen die Anhänger von Republikanern und Demokraten über
die Bewerber ab.
(Quelle: afp)
Serbiens Wähler entscheiden sich für Pro-Europäer Tadic
Mo.04.02.08 - Amtsinhaber Boris Tadic hat die Präsidentenwahlen in Serbien
gewonnen. Der pro-westliche Politiker erreichte in der Stichwahl 51,2
Prozent, berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung
von knapp der Hälfte der Stimmen am Sonntagabend in Belgrad.
Sein Herausforderer Tomislav Nikolic kam danach auf 47,2 Prozent. Der
extreme Nationalist Nikolic erkannte seine Niederlage an. «Ich
gratuliere dem Gewinner», sagte er sichtlich enttäuscht vor
Anhängern. Er kündigte jedoch noch «große
politische Kämpfe» an. Die Wahlbeteiligung erreichte mit
über 67 Prozent einen Rekord seit der demokratischen Wende vor
acht Jahren.
«Wir haben alle gemeinsam gewonnen», erklärte Tadic in
der Zentrale seiner Partei. «Wir haben gezeigt, welches
demokratisches Potenzial Serbien besitzt». Der 50-Jährige
hatte im Wahlkampf die Bürger aufgerufen, sich für oder gegen
Europa zu entscheiden. «Die europäische Vision» wurde
am Leben erhalten, sagte er nach dem Wahlsieg. Da das Land aber vor
großen Problemen stehe, «ist jetzt keine Zeit zum
Feiern».
Der liberal eingestellte Tadic will sein Land in die EU und die NATO
führen. Der extreme Nationalist Nikolic (55) strebt dagegen die
Abkehr von Europa und ein enges Bündnis mit Russland an.
«Serbien wählt heute sein Schicksal», hatte die
Belgrader Zeitung «Blic» getitelt. Die USA und die EU
stehen offen auf der Seite von Tadic. Brüssel will nach einem
Tadic-Sieg schon am kommenden Donnerstag ein Abkommen unterschreiben,
in dem Serbien Erleichterungen im Umgang mit der EU eingeräumt
werden. Viele EU-Länder sehen diesen Vertrag als Anreiz und
«Belohnung» für das sogenannte demokratische Lager in
Serbien.
Mit dem Wahlsieg von Tadic kann die EU auch hoffen, dass die geplante
Selbstständigkeit der abtrünnigen südserbischen Provinz
Kosovo ohne größere Probleme über die Bühne geht.
Zwar lehnt auch Tadic die Abtrennung der fast nur noch von Albanern
bewohnten Provinz ab, doch hatte er versprochen, mit
ausschließlich diplomatischen Mitteln dagegen vorgehen zu wollen.
(Quelle: dpa)
Deutschland
Bundesländer erzielten 2007 offenbar Haushaltsüberschuss
Mo.04.02.08 - Die 16 Bundesländer haben im abgelaufenen Jahr offenbar in ihren
Haushalten einen Überschuss von 2,9 Milliarden Euro erzielt und
damit ihre ursprünglichen Pläne weit übertroffen. Die
Länder hätten in ihren Etatansätzen für 2007
insgesamt mit einem Defizit von rund zehn Milliarden Euro und damit
einem im Vergleich zu 2006 konstanten Ergebnis gerechnet, berichtete
das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Übersicht des
Bundesfinanzministeriums. Nun konnten sie von den massiv gestiegenen
Steuereinnahmen profitieren, die gut zehn Prozent höher waren als
im Vorjahr.
Die Konsolidierung erfolgte dem Bericht zufolge aber nicht nur auf der
Einnahmenseite. Auch die Ausgaben hätten mit einem Zuwachs von 2,1
Prozent recht moderat zugelegt und seien um 2,5 Milliarden Euro hinter
den Planungen zurückgeblieben. Allerdings sei der Sparkurs nicht
überall von gleichem Erfolg gekrönt gewesen: Hamburg, Hessen
und Niedersachsen machten demnach 2007 sogar mehr neue Schulden als im
Jahr zuvor.
Genau die Hälfte aller 16 Länder erzielten laut
"Handelsblatt" im vergangenen Jahr Überschüsse. Klar an der
Spitze stehen demnach Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg, die
positive Salden in Milliardenhöhe auswiesen. Ebenfalls
Überschüsse hätten alle übrigen neuen Länder
und Berlin gemacht. "Der erste Finanzierungsüberschuss in der
Landesgeschichte ist die Belohnung für den strikten
Konsolidierungskurs des Landes und die bis zuletzt gezeigte
Ausgabendisziplin", sagte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) dem Blatt.
(Quelle: afp)
Lebensmittel-Tafeln rechnen mit einer Million Bedürftigen
Mo.04.02.08 - Mehr Bedürftige als je zuvor sind nach Einschätzung des
Bundesverbandes der Tafeln in Deutschland auf Lebensmittel-Spenden
angewiesen. Der Verband gehe davon aus, dass in diesem Jahr eine Million
Menschen aus wirtschaftlicher Not regelmäßig
Unterstützung bei der Versorgung mit Nahrung benötigten, sagte
Sprecherin Anke Assig der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagsausgabe).
Vor einem Jahren waren es nach einer Erhebung des Tafel-Verbandes noch
300.000 Bedürftige weniger.
Die Zahl der Tafeln in Deutschland hat inzwischen einen neuen
Höchststand erreicht. Derzeit gebe es bundesweit 766 registrierte
Standorte, an denen Lebensmittel oder warmes Essen ausgeben oder soziale
Einrichtungen beliefert würden, sagte Assig. Das sind hundert
Tafeln mehr als vor einem Jahr. Mehr als ein Drittel der
Bedürftigen bezieht den Angaben zufolge Arbeitslosengeld II. Im
vergangenen Jahr war fast jeder vierte Bedürftige ein Kind.
(Quelle: epd)
Wulff nennt die Wirtschaft Thema Nummer eins für die Union
Mo.04.02.08 - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) fordert
seine Partei auf, Wirtschaftsthemen wieder mehr in den Mittelpunkt der
künftigen Wahlkämpfe zu stellen. «Für mich ist die
Konsequenz aus dem vergangenen Wahlsonntag: Besonnenheit im Stil und in
den Inhalten ein klares wirtschaftspolitisches Profil - dann können
CDU und FDP auch in einem Fünf-Parteien-Parlament Mehrheiten
erringen», sagte Wulff der Zeitung «Bild am Sonntag»
laut Vorabbericht. Wegen der Globalisierung sei die
Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands das entscheidende Thema.
"Wenn wir als CDU deutlich machen, dass Erwirtschaften und Verteilen
zwei Seiten derselben Medaille sind, gewinnen wir Wahlen. Wenn wir den
linken Parteien, die ´Freibier für alle´ versprechen,
das Feld überlassen, werden wir Probleme bekommen», sagte
Wulff. In der großen Koalition in Berlin müsse die CDU
«Anwalt von Haushaltskonsolidierung, sinkender Staatsquote,
Entbürokratisierung und von weiteren Reformen der sozialen
Sicherungssysteme hin zur Eigenverantwortung und Wettbewerb sein».
Um der internationalen Finanzkrise und der Abschwächung des
Wirtschaftswachstums zu begegnen, schlug der stellvertretende
CDU-Bundesvorsitzende einen «konjunkturpolitischen
Dreiklang» vor. Dieser bedeute: «Das Versprechen, fünf
Jahre lang die Steuerlast in Deutschland um keinen einzigen Cent zu
erhöhen. Die Rückführung der Nettoneuverschuldung auf
Null, damit der Staat mit dem Geld auskommt, das er zur Verfügung
hat. Drittens sollten wir die staatlichen Ausgaben für den Konsum
drosseln und die für Forschung und Investitionen
erhöhen.»
(Quelle: ddp)
Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor Festlegung auf Schwarz-Gelb
Mo.04.02.08 - Angesichts der Landtagswahl in Hessen hat die FDP-Politikerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger ihre Partei vor einer Festlegung auf eine
Koalition mit der CDU auf der Bundesebene gewarnt. Es sei nicht klug,
bestimmte Koalitionen kategorisch auszuschließen, sagte die
Bundestagsabgeordnete der «Bild am Sonntag».
Zwar sollte die FDP vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr eine
Priorität für Schwarz-Gelb zum Ausdruck bringen, wurde
Leutheusser-Schnarrenberger zitiert. «Aber wir sollten uns
Bewegungsspielraum zu anderen Koalitionen erhalten, um eine
Regierungsbeteiligung der Linken verhindern zu können.» Die
Liberalen hätten eine staatspolitische Verantwortung.
Ähnlich äußerte sich die stellvertretende FDP-Chefin
Cornelia Pieper. Die Partei dürfe sich erst kurz vor der Wahl
für eine Koalition entscheiden. «Die FDP muss ihrem Programm
treu bleiben. Sie sollte sich nicht an die Union ketten.»
Nach der Wahl in Hessen reichen die Mehrheiten weder für
Schwarz-Gelb noch Rot-Grün. Eine Große Koalition lehnt die
SPD ab und will stattdessen mit FDP und Grünen regieren. Dies haben
aber die hessischen Liberalen ausgeschlossen.
(Quelle: ap)
Steinmeier warnt SPD vor Linksruck und kritisiert die Linke
Mo.04.02.08 - Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat seine
Partei vor einem Linksruck gewarnt. «Unsere Wähler verlangen
ein Gesamtkonzept, nicht nur Sozialpolitik», sagte der
Außenminister und Vizekanzler dem «Handelsblatt»
(Montagausgabe). «Nur wenn die SPD auch für die Millionen
Leistungsträger in der Mitte der Gesellschaft Politik macht, sind
wir erfolgreich.»
Union und FDP warf er vor, sie wollten die SPD verbal aus der
«Mitte der Gesellschaft» ausgrenzen. «Aber da sind
wir schon lange, und da bleiben wir auch», bekräftigte
Steinmeier. Die SPD habe Politik für die Mitte nicht nur
versprochen, sondern gemacht, sagte er mit Hinweis auf die Agenda 2010.
Sie habe in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung den
«Mut zur Umkehr aufgebracht und dabei nicht auf den nächsten
Wahltag geschaut».
Deutlich bekräftigte Steinmeier sein Nein zu Koalitionen mit der
Linken und warf ihr Populismus ohne Verständnis der
wirtschaftlichen Zusammenhänge vor. «Die Linkspartei hat
nicht den Ansatz einer tragfähigen Vision, weder innen- noch
außenpolitisch.» Damit unterscheide sie sich grundlegend
von den Grünen, die Anfang der 80er-Jahre mit einer neuen Idee
angetreten seien. «Noch ist die Linkspartei im Westen eine reine
Protestpartei. Jetzt muss unser Ehrgeiz darin liegen, dass sie sich
mittelfristig in westdeutschen Parlamenten nicht festsetzt»,
sagte Steinmeier.
(Quelle: ap)
Linke wehrt sich gegen das Etikett 'Protestpartei'
Mo.04.02.08 - Die Linke will sich nach ihren Wahlerfolgen in Hessen und Niedersachsen
nicht als Protestpartei abstempeln lassen. «Die Wähler- und
Mitgliederbasis der Linken ist keineswegs nur Protest und schon gar
keiner von Rechtsaußen», erklärte
Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.
«Union und SPD werden sich daran gewöhnen müssen, dass
Die Linke die politische Landschaft in Deutschland dauerhaft
verändert», sagte Bartsch weiter. Er verwies darauf, dass
die Partei mehr als 200 Landtags- und Bundestagsabgeordnete habe, 200
Bürgermeister und im Wahlkreis der Bundeskanzlerin die
Landrätin stelle.
Die Linke sei keine Randerscheinung, sondern eine sozialistische
Volkspartei. Bartsch: «Alles Gefasel vom linken Rand verkennt die
Realität.» Die Abschottungsversuche von Kurt Beck (SPD) bis
Angela Merkel (CDU) würden auch im Westen auf Dauer nicht
verfangen. «Die Linke ist in Sachsen-Anhalt, Thüringen,
Sachsen und Brandenburg zweitstärkste Partei.» Sie liege
dabei vor der SPD oder der CDU.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) warnte
seine Partei davor, «den Positionen der Linken
hinterherzurennen». Darin könne nicht «das Heil der
SPD» bestehen, sagte er der «Welt am Sonntag». Zur
Begründung verwies er auf die überproportional hohen
Zugewinne bei der Landtagswahl in Hessen bei Selbstständigen und
Angestellten. Neben der sozialen Gerechtigkeit müsse die SPD auch
stets als Partei der Wirtschaftskompetenz wahrgenommen werden. Das
«Spielfeld der SPD» reiche von Andrea Ypsilanti bis Peer
Steinbrück. «Wenn wir Wahlen gewinnen wollen, dann
müssen wir auch die gesamte Breite nutzen», sagte Platzeck.
Der ehemalige SPD-Vorsitzende warnte davor, die Linke als ein
Phänomen auf Zeit zu betrachten: «Die Linke ist da. Und sie
wird nicht von allein wieder verschwinden - auch nicht im
Westen.» Platzeck rief die SPD dazu auf, sich stärker
inhaltlich mit ihr auseinanderzusetzen: «Die Dämonisierung,
die ausdauernde Beschimpfung wertet die Linke nur auf.»
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht auch nach dem Einzug
der Linken in mehrere Parlamente extremistische Tendenzen in der
Partei. «Es gibt in den Reihen der Linkspartei nach der
Vereinigung mit der WASG sicher auch einige brave Gewerkschafter, aber
auch eine Vielzahl von Altkommunisten», sagte er am Sonntag der
Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Partei stehe «in einer
ungebrochenen Tradition der SED und PDS» und müsse weiter
vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
(Quelle: dpa)
SPD ist bald nicht mehr größte Volkspartei
Mo.04.02.08 - Die SPD steht kurz davor, ihre traditionelle Rolle als
größte deutsche Volkspartei an die CDU zu verlieren. Ende
vergangenen Jahres war die Zahl der eingeschriebenen Parteimitglieder
nur noch um 3200 größer als die der Christdemokraten,
berichtet das «Handelsblatt» (Montagsausgabe). Mitte der
70er Jahre zählte die SPD noch mehr als eine Million Mitglieder,
Ende 2007 waren es den Angaben zufolge noch 539 861 Mitglieder.
Auch die Christdemokraten verlieren Jahr für Jahr mehr Mitglieder,
als sie neu hinzugewinnen. Im vergangenen Jahr betrug das Minus rund 17
000, am Jahresende waren noch 536 668 Mitglieder registriert. Die CSU
meldete Stagnation: Der Mitgliederstand von rund 167 000 Christsozialen
sei im Laufe des vergangenen Jahres nahezu unverändert geblieben.
(Quelle: ddp)
SPD-Politiker für Verkauf der Goldreserven der Bundesbank
Mo.04.02.08 - Die Goldreserven der Bundesbank sollten nach Ansicht des SPD-Politikers
Hermann Scheer zur Mittelstandförderung und für kommunale
Investitionen verwandt werden.
"Die Goldreserven sollten Zug um Zug aufgelöst werden", sagte der
SPD-Linke, der von der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti
als Wirtschaftsminister vorgesehen ist, dem "Tagesspiegel am Sonntag".
Denkbar sei ein Zeitraum von zehn bis 15 Jahren, um einen Preisverfall
zu vermeiden.
"Ein Drittel des Erlöses sollte dann der Bund erhalten, zwei
Drittel die Länder - mit dem Ziel, den Mittelstand und
Kommunalkredite zu finanzieren", sagte Scheer. Die zinsbringenden
Geldreserven der Notenbank sollten nicht angetastet werden. Die
Bundesbank verfügt über rund 3400 Tonnen Gold im Marktwert von
knapp 69 Milliarden Euro.
Eine Sprecherin der Bundesbank lehnte gegenüber der Zeitung den
Verkauf sämtlicher Gold-Reserven ab. In diesem Jahr sollen nach
ihren Angaben lediglich acht Tonnen Gold im Rahmen des
Goldmünzprogramms des Bundesfinanzministeriums veräußert
werden.
(Quelle: rtr)
Bremer Umweltsenator Loske fordert Verbot von Plastiktüten
Mo.04.02.08 - Der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) spricht sich
für ein Verbot von Plastiktüten aus. «Australien hat den
Anfang gemacht und die Plastiktüte verboten, Deutschland und
Europa sollten folgen», schrieb Loske in der Zeitung «Bild
am Sonntag» laut Vorabbericht. Es sei kein unvertretbarer Aufwand,
zum Einkaufen eine Stofftasche, einen Korb oder eine Kiste mitzunehmen.
Kaum ein Produkt symbolisiere die Wegwerfgesellschaft mehr als die
Plastiktüte, urteilte Loske. «Sie wird mit hohem
Energieaufwand hergestellt, verschandelt Landschaften und führt
nicht selten zum Tod von Wildtieren, die elendig daran ersticken. Wer
auf Plastiktüten verzichtet, schont also Ressourcen wie Erdöl
und tut etwas für Natur und Klimaschutz», argumentierte er.
Mehrweg sei das Gebot der Stunde. «Dazu passt die Plastiktüte
als Einmal-Wegwerfprodukt nicht. Sie gehört nicht in den
Hausmüll, sondern auf den Müllhaufen der Geschichte»,
forderte der Bremer Umweltsenator.
(Quelle: ddp)