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Irak am 1412ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Zivilpersonen bei US-Razzia in Bagdad getötet. Gesetz zur Rehabilitierung von Mitgliedern der Baath-Partei bestätigt. US-Streitkräfte machen Al Kaida für Anschläge vom Freitag mit fast 100 Toten verantwortlich

Mo.04.02.08 - Die US-Streitkräfte haben bei einer Razzia südlich von Bagdad versehentlich neun irakische Zivilpersonen getötet. Drei weitere seien bei dem Einsatz nahe Iskandrija am Samstag verletzt worden, sagte ein Militärsprecher am Montag der Nachrichtenagentur AP. Die Razzia richtete sich demnach gegen Mitglieder der Terrorgruppe Al Kaida im Irak. Die Verletzten wurden in Lazarette gebracht. Die Streitkräfte nahmen Ermittlungen auf.

Der irakische Präsidentschaftsrat hat am Sonntag ein umstrittenes Gesetz zur Rehabilitierung von ehemaligen Mitgliedern der verbotenen Baath-Partei bestätigt. Mit dem Gesetz erhalten rund 38.000 frühere Mitarbeiter von Saddam Husseins politischem Apparat die Chance, wieder für die Regierung zu arbeiten. Wer das Rentenalter bereits erreicht hat, kann Pensionszahlungen fordern.

Das Gesetz ist das erste von 18 bedeutenden Gesetzesvorhaben, die von den Vereinigten Staaten gefordert wurden, um die Versöhnung zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden im Irak voranzubringen. Das so genannte Entbaathifizierungsgesetz wurde vom Parlament am 12. Januar verabschiedet. Der Präsidentschaftsrat äußerten zunächst Bedenken, bestätigte das Gesetz dann aber doch wie in der Verfassung vorgesehen zehn Tage nach seinem Eingang bei dem Gremium. Der sunnitische Vizepräsident hatte kritisiert, dass dem Gesetz zufolge 7.000 Mitglieder der ehemaligen Geheimpolizei und des Geheimdienstes, die immer noch für die Regierung tätig sind, in Rente geschickt werden.

Die US-Streitkräfte haben am Sonntag die Terrororganisation Al Kaida im Irak für die verheerenden Bombenanschläge vom Freitag mit fast 100 Todesopfern verantwortlich gemacht. Die Al Kaida benutze die Schwächsten der Gesellschaft für ihre Taten: Kinder, Frauen und sogar geistig Behinderte, sagte Militärsprecher Gregory Smith vor Journalisten in Bagdad. Die Organisation demonstriere damit ihre Verzweiflung und zeige, wie weit sie bereit sei zu gehen in dem Versuch, die leuchtende Zukunft des Iraks zu zerstören.

«Wir verurteilen die Al Kaida im Irak, die für diese Anschläge verantwortlich ist», sagte Smith. Zwei gewaltige Sprengsätze, die zwei geistig behinderte Frauen am Körper trugen, kosteten am Freitag mindestens 99 Menschen das Leben. 144 Menschen wurden verletzt. Die vom Down-Syndrom betroffenen Frauen waren sich höchstwahrscheinlich nicht darüber im Klaren, dass sie als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt wurden. Die Bomben wurden mittels Fernzündung zur Explosion gebracht.

Beobachter befürchteten deshalb eine mögliche neue Taktik der Terrorgruppe Al Kaida im Irak. In letzter Zeit wurden mehrere Attentate von Frauen verübt, da diese von den Sicherheitskräften in der Regel weniger kontrolliert werden. Behinderte wurden bislang allerdings nur selten als Täter missbraucht. An dieser perfiden Bluttat lasse sich erkennen, dass Al Kaida «die brutalste und heruntergekommenste aller Bewegungen» sei, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki verurteilte die Anschläge als Versuch, ein normales Leben in der Hauptstadt zu verhindern. Die Täter stellten damit ihren «Hass auf die Menschheit und auf alle Iraker» unter Beweis, hieß es in einer Erklärung des Regierungschefs.

Es war der blutigste Tag in Bagdad seit dem 18. April 2007, als bei der Detonation einer Autobombe 116 Menschen in den Tod gerissen wurden. Die Zahl der schweren Anschläge ging deutlich zurück, seit die USA im Februar vergangenen Jahres 30.000 zusätzliche Soldaten in den Irak schickten.

Bombenanschläge und Granatangriffe kosteten am Sonntag drei Iraker das Leben, darunter der Fahrer eines ranghohen Mitarbeiters des Innenministeriums. Die US-Streitkräfte meldeten den Tod eines US-Soldaten am Samstag in der Provinz Ninive. Der Soldat sei nicht bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen, hieß es.

Papst Benedikt XVI. verurteilte am Sonntag die Gewalt im Irak. Die Bosheit scheine keine Grenzen zu kennen, wie die traurigen Nachrichten in diesen Tagen schließen ließen, sagte der Papst vor Pilgern auf dem Petersplatz.

boa (Quelle: ap)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 04.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am neunhundertundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

So.04.02.07 - Mehr als 130 Tote bei Bombenanschlag in Bagdad +++ US-Präsident Bush schlägt schärfere Töne in Richtung irakischer Regierung an +++ Söldner im Irak zweitstärkste Kraft nach USA +++ Großbritannien schickte Minderjährige als Soldaten in den Irak... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0702040.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit schließt Einsatz im Süden Afghanistans nicht aus

Mo.04.02.08 - Der Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, schließt einen Einsatz der Bundeswehr im Süden Afghanistans nicht aus. "Der robuste Kampfeinsatz, was immer das heißt, wird auch in Zukunft ein Ausnahmefall bleiben und die deutschen Politiker werden auch in Zukunft zögernder sein als manche andere Europäer, eine solche Entscheidung zu treffen", sagte Voigt im ARD-"Bericht aus Berlin". Ein solcher Einsatz sei aber "nicht auszuschließen", betonte Voigt.

"Wir sollten auf solche Eventualitäten uns vorbereiten, nicht weil wir so etwas wollen, sondern weil es Extremsituationen geben kann, wo wir nicht darum herumkommen," sagte Voigt weiter. Auch der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, geht davon aus, dass deutsche Kampftruppen im Süden Afghanistans unausweichlich sind. Der Einsatz von Bundeswehr-Kampftruppen dort sei "ein Schritt, der noch zu tun ist von unserer Seite und den wir tun müssen und tun werden", sagte er in der selben Sendung.

(Quelle: afp)
 


 

Nahost-Konflikt: Israels Verteidigungsminister lehnt Rücktritt nach Libanon-Bericht ab - Grenze vom Gazastreifen nach Ägypten wieder geschlossen - Ein Toter bei Schießerei an israelisch-libanesischer Grenze

Mo.04.02.08 - Nach massiver Kritik an seiner Führung der Streitkräfte hat der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak einen Rücktritt abgelehnt. Angesichts der weiter bestehenden Herausforderungen werde er im Amt bleiben, sagte Barak am Sonntag auf der wöchentlichen Kabinettsitzung in Jerusalem. Dabei wolle er sich um eine «Rehabilitierung» der Streitkräfte bemühen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht zur Kriegführung im Libanon im Sommer 2006 werden der Regierung und den Streitkräfte weitreichende Versäumnisse vorgeworfen. In dem mit einer UN-Waffenruhe beendeten Konflikt kamen im Libanon mindestens 815 Menschen, auf israelischer Seite 157 ums Leben. Auslöser war ein Überfall der libanesischen Hisbollah-Miliz, bei dem acht Soldaten erschossen und zwei entführt wurden.

Barak gehört der Arbeitspartei an. Bei einem Rücktritt und einem Austritt aus der Koalition hätte die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert die Mehrheit im Parlament verloren. Die Folge wären Neuwahlen gewesen, was die Arbeitspartei angesichts schlechter Umfrageergebnisse zu vermeiden sucht.erteidigungsminister Barak lehnt Rücktritt nach Libanon-Bericht ab

Ägyptische Sicherheitskräfte und Angehörige der Polizei der radikalislamischen Hamas haben unterdessen die Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen geschlossen. Lediglich ein Übergang für Fußgänger sei noch offen, damit Palästinenser, die sich noch in Ägypten aufhielten, zurückkehren könnten, berichteten Augenzeugen und ägyptische Sicherheitskräfte.

Seit dem 23. Januar wurde die Grenze zu Ägypten von hunderttausenden Palästinensern durchbrochen, nachdem Hamas-Anhänger Löcher in die Grenzmauer gesprengt hatten. Der Grenzübergang Rafah war von Ägypten geschlossen worden, nachdem die Hamas-Bewegung im Gazastreifen im Juni 2007 die Macht übernahm.

Israelische Truppen haben nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise am Sonntag das Feuer auf zwei Personen jenseits der Grenze eröffnet. Dabei seien ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. Die beiden hätten sich auf libanesischem Territorium jenseits des Grenzortes Ghadschar befunden, hieß es.

Nach israelischen Angaben wurden die Soldaten, die an der mitten durch den Ort verlaufenden UN-Demarkationslinie stationiert sind, beschossen. Sie hätten das Feuer erwidert. Verletzte habe es auf israelischer Seite keine gegeben.

boa (Quellen: ap, afp)
 


 

Erbitterte Straßenkämpfe um die Macht im Tschad

Mo.04.02.08 - In der tschadischen Hauptstadt N'Djamena kämpfen Regierungstruppen und Rebellen um die Macht. 1.000 bis 1.500 Kämpfer stießen am Samstag nach einem dreitägigen Marsch von Osten kommend in die Stadt vor. Trotz des Einsatzes von Panzern und Kampfhubschraubern gelang es den Regierungstruppen zunächst nicht, die Angreifer zurückzuschlagen. Nach einer nächtlichen Pause flammten die Kämpfe am Sonntag neu auf.

Die ersten Deutschen verließen mit französischer Unterstützung das Land. Das teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin am Sonntag auf Nachfrage mit. Das Außenamt beobachte die Situation weiter mit größter Aufmerksamkeit und sei auf weitere Evakuierungen vorbereitet. Nach dem Vorrücken von Rebellen auf die Hauptstadt hatten die französischen Streitkräfte in der Nacht zum Sonntag begonnen, Ausländer aus dem Tschad nach Gabun auszufliegen. In N'Djamena wurden Sammelplätze eingerichtet, an denen rund 900 Ausländer zusammenkamen.

Die Rebellen nahmen nach eigenen Angaben den strategisch wichtigen Ort Adre im Grenzgebiet zum Sudan ein. Rebellensprecher Abderaman Koulamallah erklärte, man habe am Nachmittag die Garnison dort überwältigt. Die Regierung wies die Angaben später zurück. Der Angriff sei abgeschlagen worden.

Die Vereinten Nationen unterhalten in dem Gebiet zwölf Flüchtlingslager für 420.000 Menschen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht.

«Niemand kann sagen, wer gewinnen wird», sagte der französische Militärsprecher in N'Djamena, Hauptmann Christophe Prazuck. Als ehemalige Kolonialmacht unterstützt Frankreich die Regierung von Präsident Idriss Deby militärisch. Dieser sei in seinem Palast eingeschlossen, sagte Rebellensprecher Mahamat Hassane Boulmaye.

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sprach von einer entscheidenden Phase der Kämpfe. Deby habe 2.000 bis 3.000 Mann unter seinem Befehl. Frankreich hat etwa 1.400 Soldaten im Tschad, darunter 1.200 in der Hauptstadt. Allerdings vermeidet es Paris mit Rücksicht auf eine geplante EU-Friedenstruppe offenbar, direkt zu intervenieren.

(Quelle: ap)


 

 

Immer wieder Bürgerkriege im Tschad

Der Tschad wird seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 immer wieder von Bürgerkriegen heimgesucht. Seit der Entdeckung umfangreicher Ölvorkommen haben sich die Konflikte weiter zugespitzt. Erst 2006 scheiterte eine Rebellenoffensive gegen Deby, der 1990 an der Spitze einer Militärrevolte an die Macht kam. Bei den jetzt in die Hauptstadt eingedrungenen Rebellen handelt es sich um ein Bündnis von drei Organisationen. Die größte ist die erst Ende 2006 gegründete Union der Kräfte für Demokratie und Entwicklung (UFDD) unter der Führung des ehemaligen Offiziers Mahamat Nouri.

Zu den Hintergründen des Aufstands gehört neben internen Spannungen in den Streitkräften auch der Konflikt in der sudanesischen Region Darfur. Die Rebellen werfen Deby vor, die Rebellen in Darfur nicht genügend zu unterstützen, obwohl diese Debys Stamm, den Zaghawa, angehören. Die Afrikanische Union (AU) erklärte auf ihrem Gipfel in Addis Abeba, sie werde eine von den Rebellen gebildete Regierung nicht anerkennen. Sie rief den libyschen Staatschef Muammar el Gaddafi und den Präsidenten von Kongo-Brazzaville, Denis Sassou-Nguesso, auf, ein Friedensabkommen herbeizuführen.

Quelle: ap, 03.02.2008

 


 


 

Mindestens 20 Tote bei neuer Gewalt in Kenia

Mo.04.02.08 - Bei neuer Gewalt in Kenia sind am Wochenende mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Trotz der Einigung der kenianischen Regierung und der Opposition auf ein Ende des Blutvergießens kam es nach Angaben des Roten Kreuzes vielfach wieder zu Übergriffen. Erneut seien Häuser in Brand gesteckt worden, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation in der Hauptstadt Nairobi. Seit der Präsidentenwahl Ende Dezember kamen bislang rund 900 Menschen bei den Unruhen ums Leben. Über 300 000 Kenianer sind auf der Flucht.

(Quelle: dpa)
 


 

Sri Lanka im Bombenterror

Mo.04.02.08 - Vor dem srilankischen Unabhängigkeitstag haben Terroranschläge am Wochenende mindestens 29 Menschen das Leben gekostet. Offenbar weitet sich der bislang auf den Nordosten beschränkte Bürgerkrieg auf weitere Teile der Insel aus.

Auf dem Hauptbahnhof der Hauptstadt Colombo zündete am Sonntag eine Selbstmordattentäterin beim Aussteigen aus dem Zug einen Sprengsatz. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben einer Klinik getötet und 92 weitere verletzt. Ein Fahrkartenverkäufer sah, wie nach der gewaltigen Explosion viele Männer und Frauen zu Boden stürzten.

Am Samstag waren buddhistische Pilger das Ziel eines Bombenanschlags auf einen Bus, bei dem mindestens 18 Menschen ums Leben kamen. Der am Straßenrand versteckte Sprengsatz explodierte in der Stadt Dambulla, 150 Kilometer nordöstlich von Colombo. Für den Anschlag machten die Streitkräfte tamilische Rebellen verantwortlich. Die Region um Dambulla war bislang vom Bürgerkrieg verschont geblieben. Dambulla ist ein beliebtes Touristenziel, die dortigen Höhlentempel stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Anlässlich des 60. Jahrestags der Unabhängigkeit von Großbritannien am (morgigen) Montag wurden im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Bei anhaltenden Kämpfen im Nordosten wurden am Wochenende nach Angaben des Verteidigungsministeriums 27 Rebellen getötet. Schwerpunkte der Gefechte waren die Bezirke Vavuniya und Mannar und das an der Frontlinie gelegene Dorf Welioya. Seit dem offiziellen Ende des Waffenstillstands am 16. Januar kamen mehr als 700 Menschen ums Leben.

Der seit andauernde Bürgerkrieg in Sri Lanka konzentrierte sich bisher auf den Norden und Osten der Insel Ceylon konzentriert, einzelne Anschläge gab es auch in der Hauptstadt Colombo. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat im Nordosten der Insel. Die Tamilen werfen der Mehrheitsbevölkerung der Singhalesen jahrzehntelange Diskriminierung vor.

(Quelle: ap)
 


 

US-Vorwahlkampf: Clinton und Obama liegen angeblich praktisch gleichauf

Mo.04.02.08 - Kurz vor dem Vorwahlmarathon am sogenannten "Super Tuesday" liegen die Anwärter für die demokratische Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton und Barak Obama, in einer Umfrage in der Wählergunst praktisch gleichauf. Laut einer Umfrage der Zeitung "Washington Post" und des Fernsehsenders ABC kommt Clinton auf 47 und Obama auf 43 Prozent. Die Fehlermarge der Umfrage liegt bei vier Prozent. Bei den Republikanern lag Senator John McCain mit 48 Prozent vorne.

Weit abgeschlagen dahinter folgt der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, mit 24 Prozent. Der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, kam auf 16 Prozent.

Am kommenden Dienstag fällt die wichtigste Vorentscheidung über die Spitzenkandidaturen für die Präsidentschaftswahl im November. In mehr als 20 der 50 US-Staaten stimmen die Anhänger von Republikanern und Demokraten über die Bewerber ab.

(Quelle: afp)
 


 

Serbiens Wähler entscheiden sich für Pro-Europäer Tadic

Mo.04.02.08 - Amtsinhaber Boris Tadic hat die Präsidentenwahlen in Serbien gewonnen. Der pro-westliche Politiker erreichte in der Stichwahl 51,2 Prozent, berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen am Sonntagabend in Belgrad.

Sein Herausforderer Tomislav Nikolic kam danach auf 47,2 Prozent. Der extreme Nationalist Nikolic erkannte seine Niederlage an. «Ich gratuliere dem Gewinner», sagte er sichtlich enttäuscht vor Anhängern. Er kündigte jedoch noch «große politische Kämpfe» an. Die Wahlbeteiligung erreichte mit über 67 Prozent einen Rekord seit der demokratischen Wende vor acht Jahren.

«Wir haben alle gemeinsam gewonnen», erklärte Tadic in der Zentrale seiner Partei. «Wir haben gezeigt, welches demokratisches Potenzial Serbien besitzt». Der 50-Jährige hatte im Wahlkampf die Bürger aufgerufen, sich für oder gegen Europa zu entscheiden. «Die europäische Vision» wurde am Leben erhalten, sagte er nach dem Wahlsieg. Da das Land aber vor großen Problemen stehe, «ist jetzt keine Zeit zum Feiern».

Der liberal eingestellte Tadic will sein Land in die EU und die NATO führen. Der extreme Nationalist Nikolic (55) strebt dagegen die Abkehr von Europa und ein enges Bündnis mit Russland an. «Serbien wählt heute sein Schicksal», hatte die Belgrader Zeitung «Blic» getitelt. Die USA und die EU stehen offen auf der Seite von Tadic. Brüssel will nach einem Tadic-Sieg schon am kommenden Donnerstag ein Abkommen unterschreiben, in dem Serbien Erleichterungen im Umgang mit der EU eingeräumt werden. Viele EU-Länder sehen diesen Vertrag als Anreiz und «Belohnung» für das sogenannte demokratische Lager in Serbien.

Mit dem Wahlsieg von Tadic kann die EU auch hoffen, dass die geplante Selbstständigkeit der abtrünnigen südserbischen Provinz Kosovo ohne größere Probleme über die Bühne geht. Zwar lehnt auch Tadic die Abtrennung der fast nur noch von Albanern bewohnten Provinz ab, doch hatte er versprochen, mit ausschließlich diplomatischen Mitteln dagegen vorgehen zu wollen.

(Quelle: dpa)
 


 

Deutschland

Bundesländer erzielten 2007 offenbar Haushaltsüberschuss

Mo.04.02.08 - Die 16 Bundesländer haben im abgelaufenen Jahr offenbar in ihren Haushalten einen Überschuss von 2,9 Milliarden Euro erzielt und damit ihre ursprünglichen Pläne weit übertroffen. Die Länder hätten in ihren Etatansätzen für 2007 insgesamt mit einem Defizit von rund zehn Milliarden Euro und damit einem im Vergleich zu 2006 konstanten Ergebnis gerechnet, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Übersicht des Bundesfinanzministeriums. Nun konnten sie von den massiv gestiegenen Steuereinnahmen profitieren, die gut zehn Prozent höher waren als im Vorjahr.

Die Konsolidierung erfolgte dem Bericht zufolge aber nicht nur auf der Einnahmenseite. Auch die Ausgaben hätten mit einem Zuwachs von 2,1 Prozent recht moderat zugelegt und seien um 2,5 Milliarden Euro hinter den Planungen zurückgeblieben. Allerdings sei der Sparkurs nicht überall von gleichem Erfolg gekrönt gewesen: Hamburg, Hessen und Niedersachsen machten demnach 2007 sogar mehr neue Schulden als im Jahr zuvor.

Genau die Hälfte aller 16 Länder erzielten laut "Handelsblatt" im vergangenen Jahr Überschüsse. Klar an der Spitze stehen demnach Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg, die positive Salden in Milliardenhöhe auswiesen. Ebenfalls Überschüsse hätten alle übrigen neuen Länder und Berlin gemacht. "Der erste Finanzierungsüberschuss in der Landesgeschichte ist die Belohnung für den strikten Konsolidierungskurs des Landes und die bis zuletzt gezeigte Ausgabendisziplin", sagte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) dem Blatt.

(Quelle: afp)
 


 

Lebensmittel-Tafeln rechnen mit einer Million Bedürftigen

Mo.04.02.08 - Mehr Bedürftige als je zuvor sind nach Einschätzung des Bundesverbandes der Tafeln in Deutschland auf Lebensmittel-Spenden angewiesen. Der Verband gehe davon aus, dass in diesem Jahr eine Million Menschen aus wirtschaftlicher Not regelmäßig Unterstützung bei der Versorgung mit Nahrung benötigten, sagte Sprecherin Anke Assig der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Vor einem Jahren waren es nach einer Erhebung des Tafel-Verbandes noch 300.000 Bedürftige weniger.

Die Zahl der Tafeln in Deutschland hat inzwischen einen neuen Höchststand erreicht. Derzeit gebe es bundesweit 766 registrierte Standorte, an denen Lebensmittel oder warmes Essen ausgeben oder soziale Einrichtungen beliefert würden, sagte Assig. Das sind hundert Tafeln mehr als vor einem Jahr. Mehr als ein Drittel der Bedürftigen bezieht den Angaben zufolge Arbeitslosengeld II. Im vergangenen Jahr war fast jeder vierte Bedürftige ein Kind.

(Quelle: epd)
 


 

Wulff nennt die Wirtschaft Thema Nummer eins für die Union

Mo.04.02.08 - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) fordert seine Partei auf, Wirtschaftsthemen wieder mehr in den Mittelpunkt der künftigen Wahlkämpfe zu stellen. «Für mich ist die Konsequenz aus dem vergangenen Wahlsonntag: Besonnenheit im Stil und in den Inhalten ein klares wirtschaftspolitisches Profil - dann können CDU und FDP auch in einem Fünf-Parteien-Parlament Mehrheiten erringen», sagte Wulff der Zeitung «Bild am Sonntag» laut Vorabbericht. Wegen der Globalisierung sei die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands das entscheidende Thema.

"Wenn wir als CDU deutlich machen, dass Erwirtschaften und Verteilen zwei Seiten derselben Medaille sind, gewinnen wir Wahlen. Wenn wir den linken Parteien, die ´Freibier für alle´ versprechen, das Feld überlassen, werden wir Probleme bekommen», sagte Wulff. In der großen Koalition in Berlin müsse die CDU «Anwalt von Haushaltskonsolidierung, sinkender Staatsquote, Entbürokratisierung und von weiteren Reformen der sozialen Sicherungssysteme hin zur Eigenverantwortung und Wettbewerb sein».

Um der internationalen Finanzkrise und der Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu begegnen, schlug der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende einen «konjunkturpolitischen Dreiklang» vor. Dieser bedeute: «Das Versprechen, fünf Jahre lang die Steuerlast in Deutschland um keinen einzigen Cent zu erhöhen. Die Rückführung der Nettoneuverschuldung auf Null, damit der Staat mit dem Geld auskommt, das er zur Verfügung hat. Drittens sollten wir die staatlichen Ausgaben für den Konsum drosseln und die für Forschung und Investitionen erhöhen.»

(Quelle: ddp)
 


 

Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor Festlegung auf Schwarz-Gelb

Mo.04.02.08 - Angesichts der Landtagswahl in Hessen hat die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Partei vor einer Festlegung auf eine Koalition mit der CDU auf der Bundesebene gewarnt. Es sei nicht klug, bestimmte Koalitionen kategorisch auszuschließen, sagte die Bundestagsabgeordnete der «Bild am Sonntag».

Zwar sollte die FDP vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr eine Priorität für Schwarz-Gelb zum Ausdruck bringen, wurde Leutheusser-Schnarrenberger zitiert. «Aber wir sollten uns Bewegungsspielraum zu anderen Koalitionen erhalten, um eine Regierungsbeteiligung der Linken verhindern zu können.» Die Liberalen hätten eine staatspolitische Verantwortung.

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende FDP-Chefin Cornelia Pieper. Die Partei dürfe sich erst kurz vor der Wahl für eine Koalition entscheiden. «Die FDP muss ihrem Programm treu bleiben. Sie sollte sich nicht an die Union ketten.»

Nach der Wahl in Hessen reichen die Mehrheiten weder für Schwarz-Gelb noch Rot-Grün. Eine Große Koalition lehnt die SPD ab und will stattdessen mit FDP und Grünen regieren. Dies haben aber die hessischen Liberalen ausgeschlossen.

(Quelle: ap)
 


 

Steinmeier warnt SPD vor Linksruck und kritisiert die Linke

Mo.04.02.08 - Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat seine Partei vor einem Linksruck gewarnt. «Unsere Wähler verlangen ein Gesamtkonzept, nicht nur Sozialpolitik», sagte der Außenminister und Vizekanzler dem «Handelsblatt» (Montagausgabe). «Nur wenn die SPD auch für die Millionen Leistungsträger in der Mitte der Gesellschaft Politik macht, sind wir erfolgreich.»

Union und FDP warf er vor, sie wollten die SPD verbal aus der «Mitte der Gesellschaft» ausgrenzen. «Aber da sind wir schon lange, und da bleiben wir auch», bekräftigte Steinmeier. Die SPD habe Politik für die Mitte nicht nur versprochen, sondern gemacht, sagte er mit Hinweis auf die Agenda 2010. Sie habe in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung den «Mut zur Umkehr aufgebracht und dabei nicht auf den nächsten Wahltag geschaut».

Deutlich bekräftigte Steinmeier sein Nein zu Koalitionen mit der Linken und warf ihr Populismus ohne Verständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge vor. «Die Linkspartei hat nicht den Ansatz einer tragfähigen Vision, weder innen- noch außenpolitisch.» Damit unterscheide sie sich grundlegend von den Grünen, die Anfang der 80er-Jahre mit einer neuen Idee angetreten seien. «Noch ist die Linkspartei im Westen eine reine Protestpartei. Jetzt muss unser Ehrgeiz darin liegen, dass sie sich mittelfristig in westdeutschen Parlamenten nicht festsetzt», sagte Steinmeier.

(Quelle: ap)
 


 

Linke wehrt sich gegen das Etikett 'Protestpartei'

Mo.04.02.08 - Die Linke will sich nach ihren Wahlerfolgen in Hessen und Niedersachsen nicht als Protestpartei abstempeln lassen. «Die Wähler- und Mitgliederbasis der Linken ist keineswegs nur Protest und schon gar keiner von Rechtsaußen», erklärte Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.

«Union und SPD werden sich daran gewöhnen müssen, dass Die Linke die politische Landschaft in Deutschland dauerhaft verändert», sagte Bartsch weiter. Er verwies darauf, dass die Partei mehr als 200 Landtags- und Bundestagsabgeordnete habe, 200 Bürgermeister und im Wahlkreis der Bundeskanzlerin die Landrätin stelle.

Die Linke sei keine Randerscheinung, sondern eine sozialistische Volkspartei. Bartsch: «Alles Gefasel vom linken Rand verkennt die Realität.» Die Abschottungsversuche von Kurt Beck (SPD) bis Angela Merkel (CDU) würden auch im Westen auf Dauer nicht verfangen. «Die Linke ist in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Brandenburg zweitstärkste Partei.» Sie liege dabei vor der SPD oder der CDU.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) warnte seine Partei davor, «den Positionen der Linken hinterherzurennen». Darin könne nicht «das Heil der SPD» bestehen, sagte er der «Welt am Sonntag». Zur Begründung verwies er auf die überproportional hohen Zugewinne bei der Landtagswahl in Hessen bei Selbstständigen und Angestellten. Neben der sozialen Gerechtigkeit müsse die SPD auch stets als Partei der Wirtschaftskompetenz wahrgenommen werden. Das «Spielfeld der SPD» reiche von Andrea Ypsilanti bis Peer Steinbrück. «Wenn wir Wahlen gewinnen wollen, dann müssen wir auch die gesamte Breite nutzen», sagte Platzeck.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende warnte davor, die Linke als ein Phänomen auf Zeit zu betrachten: «Die Linke ist da. Und sie wird nicht von allein wieder verschwinden - auch nicht im Westen.» Platzeck rief die SPD dazu auf, sich stärker inhaltlich mit ihr auseinanderzusetzen: «Die Dämonisierung, die ausdauernde Beschimpfung wertet die Linke nur auf.»

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht auch nach dem Einzug der Linken in mehrere Parlamente extremistische Tendenzen in der Partei. «Es gibt in den Reihen der Linkspartei nach der Vereinigung mit der WASG sicher auch einige brave Gewerkschafter, aber auch eine Vielzahl von Altkommunisten», sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Partei stehe «in einer ungebrochenen Tradition der SED und PDS» und müsse weiter vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

(Quelle: dpa)
 


 

SPD ist bald nicht mehr größte Volkspartei

Mo.04.02.08 - Die SPD steht kurz davor, ihre traditionelle Rolle als größte deutsche Volkspartei an die CDU zu verlieren. Ende vergangenen Jahres war die Zahl der eingeschriebenen Parteimitglieder nur noch um 3200 größer als die der Christdemokraten, berichtet das «Handelsblatt» (Montagsausgabe). Mitte der 70er Jahre zählte die SPD noch mehr als eine Million Mitglieder, Ende 2007 waren es den Angaben zufolge noch 539 861 Mitglieder.

Auch die Christdemokraten verlieren Jahr für Jahr mehr Mitglieder, als sie neu hinzugewinnen. Im vergangenen Jahr betrug das Minus rund 17 000, am Jahresende waren noch 536 668 Mitglieder registriert. Die CSU meldete Stagnation: Der Mitgliederstand von rund 167 000 Christsozialen sei im Laufe des vergangenen Jahres nahezu unverändert geblieben.

(Quelle: ddp)
 


 

SPD-Politiker für Verkauf der Goldreserven der Bundesbank

Mo.04.02.08 - Die Goldreserven der Bundesbank sollten nach Ansicht des SPD-Politikers Hermann Scheer zur Mittelstandförderung und für kommunale Investitionen verwandt werden.

"Die Goldreserven sollten Zug um Zug aufgelöst werden", sagte der SPD-Linke, der von der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti als Wirtschaftsminister vorgesehen ist, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Denkbar sei ein Zeitraum von zehn bis 15 Jahren, um einen Preisverfall zu vermeiden.

"Ein Drittel des Erlöses sollte dann der Bund erhalten, zwei Drittel die Länder - mit dem Ziel, den Mittelstand und Kommunalkredite zu finanzieren", sagte Scheer. Die zinsbringenden Geldreserven der Notenbank sollten nicht angetastet werden. Die Bundesbank verfügt über rund 3400 Tonnen Gold im Marktwert von knapp 69 Milliarden Euro.

Eine Sprecherin der Bundesbank lehnte gegenüber der Zeitung den Verkauf sämtlicher Gold-Reserven ab. In diesem Jahr sollen nach ihren Angaben lediglich acht Tonnen Gold im Rahmen des Goldmünzprogramms des Bundesfinanzministeriums veräußert werden.

(Quelle: rtr)
 


 

Bremer Umweltsenator Loske fordert Verbot von Plastiktüten

Mo.04.02.08 - Der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) spricht sich für ein Verbot von Plastiktüten aus. «Australien hat den Anfang gemacht und die Plastiktüte verboten, Deutschland und Europa sollten folgen», schrieb Loske in der Zeitung «Bild am Sonntag» laut Vorabbericht. Es sei kein unvertretbarer Aufwand, zum Einkaufen eine Stofftasche, einen Korb oder eine Kiste mitzunehmen.

Kaum ein Produkt symbolisiere die Wegwerfgesellschaft mehr als die Plastiktüte, urteilte Loske. «Sie wird mit hohem Energieaufwand hergestellt, verschandelt Landschaften und führt nicht selten zum Tod von Wildtieren, die elendig daran ersticken. Wer auf Plastiktüten verzichtet, schont also Ressourcen wie Erdöl und tut etwas für Natur und Klimaschutz», argumentierte er. Mehrweg sei das Gebot der Stunde. «Dazu passt die Plastiktüte als Einmal-Wegwerfprodukt nicht. Sie gehört nicht in den Hausmüll, sondern auf den Müllhaufen der Geschichte», forderte der Bremer Umweltsenator.

(Quelle: ddp)
 
 
 
 

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