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Irak am 1417ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fünf US-Soldaten bei Explosionen getötet - Seit Kriegsbeginn
verloren 3.958 Angehörige der US-Armee im Irak ihr Leben
Sa.09.02.08 - Bei zwei Bombenanschlägen im Irak sind nach Angaben der
US-Streitkräfte insgesamt fünf Soldaten getötet worden.
Bei einer Explosion in Bagdad starben vier Menschen, ein weiterer kam
in der Provinz Tamim ums Leben. Dabei wurden außerdem drei seiner
Kameranden verletzt, wie die Streitkräfte am Samstag mitteilten.
Seit der Invasion im Jahr 2003 sind 3.958 Angehörige des
amerikanischen Militärs im Irak ums Leben gekommen.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 09.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertfünfundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
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Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Russlands Präsident Putin wirft dem Westen neuen
Rüstungswettlauf vor
Sa.09.02.08 - Der scheidende russische Präsident Wladimir Putin hat dem Westen
in einer seiner letzten Grundsatzreden ein neues Wettrüsten
vorgeworfen.
Russland habe diesen Wettlauf nicht ausgelöst und dürfe sich
auch nicht daran beteiligen, sagte Putin am Freitag vor Ministern,
Abgeordneten und Gouverneuren aus den russischen Regionen. In der
Ansprache, die wie ein Vermächtnis für seinen designierten
Nachfolger Dmitri Medwedew wirkte, forderte der Staatschef weitere
Steuersenkungen und ein einfacheres Steuersystem.
"Es wurde bereits ein neues Wettrüsten entfesselt", sagte Putin
der nach zwei Amtszeiten bei der Präsidentenwahl am 2. März
nicht wieder antreten darf. Sein Land habe den Wettlauf nicht gestartet
und nicht Milliarden Dollar in die Entwicklung neuer Waffensysteme
gesteckt. "Die Nato expandiert", sagte Putin und warf dem westlichen
Bündnis eine Einkreisung seines Landes vor. "Wir gaben unsere
Stützpunkte auf Kuba und in Vietnam auf. Und was bekamen wir
dafür? Neue amerikanische Stützpunkte in Rumänien und
Bulgarien." Hinzu komme das geplante Raketenabwehrsystem der USA, das
zum Teil in Polen stationiert werden soll.
Die Nato, die im litauischen Vilnius mit Vertretern Russlands beriet,
reagierte zunächst nicht auf die Vorwürfe. Mehrere
Nato-Verteidigungsminister hätten den stellvertretenden russischen
Ressortchef Alexander Kolmakow aber ersucht, sein Land möge in
Auseinandersetzungen mit Mitgliedern des Bündnisses seinen Ton
mäßigen. Sie hätten auch darum gebeten, vorab über
russische Manöver in ihrer Nähe informiert zu werden, sagte
ein Sprecher der Nato. Zuletzt hatten russische Kampfbomber in Januar
in der Biskaya vor der Küste der Nato-Länder Spanien und
Frankreich Raketen getestet. Russland hat sich zudem in harten Worten
gegen die Aufnahme der früheren Sowjetrepubliken Ukraine und
Georgien in die Nato ausgesprochen.
In den acht Jahren als Präsident hat der 55-jährige Putin die
russischen Streitkräfte modernisiert und ihre Präsenz auf den
Weltmeeren verstärkt. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet zog der
Staatschef eine positive Bilanz. Im Jahr 2000 sei das einstmals reiche
Russland verarmt und im Griff von Wirtschaftsführern gewesen. "Wir
haben uns von der Praxis freigemacht, staatliche Entscheidungen unter
dem Druck von Finanz- und Medienmagnaten zu treffen", sagte Putin, der
zugleich forderte, die russische Wirtschaft international
wettbewerbsfähiger und von Öl-Exporten unabhängiger zu
machen.
Putin schlug Steuersenkungen für Firmen vor, die in die Ausbildung
und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investierten. "Alles in allem
müssen wir die Steuerlast verringern." Dank hoher Einnahmen aus
dem Verkauf von Öl und Gas boomt die russische Wirtschaft.
Die Demokratie bezeichnete Putin als Grundpfeiler der russischen
Gesellschaft. Parteien, die vom Ausland finanziert würden,
handelten jedoch unmoralisch und beleidigten das Volk. Die Opposition
wirft Putin vor, die Demokratie auszuhebeln. Die Wahl in drei Wochen,
in die der von Putin auf den Schild gehobene Medwedew als haushoher
Favorit geht, ist aus ihrer Sicht eine Farce. Die Organisation für
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wirft Russland Behinderung vor
und verzichtet wie schon zur Parlamentswahl im Dezember auch zur
Abstimmung Anfang März auf die Entsendung von Beobachtern.
(Quelle: rtr)
Jung sieht Deutschland in Afghanistan-Streit gestärkt
Sa.09.02.08 - Im Streit um Bundeswehrsoldaten für Südafghanistan sieht
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die deutsche Position
gestärkt. Er reise "mit sehr guter Einstellung" vom NATO-Rat in
Litauen zur Münchner Sicherheitskonferenz, sagte Jung am
Freitag in Vilnius. Er habe den Bündnispartnern klargemacht, dass
Deutschland bereits einen wichtigen Beitrag in Afghanistan leiste. Die
USA hatten vor dem NATO-Treffen von Ländern wie Deutschland und
Frankreich dringend Soldaten für den umkämpften Süden
Afghanistans gefordert. Die Bundesregierung lehnt dies ab. Afghanistan
steht auch im Zentrum der Sicherheitskonferenz. in München.
Von dem Münchener Treffen erhofft sich Jung auch ein "Signal"
für eine friedliche Lösung der Kosovo-Krise. Die Teilnahme des
gerade im Amt bestätigten serbischen Präsidenten Boris Tadic
sei wichtig. "Deshalb erhoffe ich mir von München auch ein Signal,
dass es weiter eine stabile und friedliche Entwicklung auf dem Balkan
gibt."
Auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD),
wies Forderungen nach einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes auf den
Süden Afghanistans zurück. Es stimme "einfach nicht, dass die
einen den harten Job machen und die anderen Drückeberger sind",
sagte Erler im rbb-Inforadio. Deutschland habe auch schon mehr als 20
Tote zu beklagen.
Natürlich müsse das Konzept, bei dem "der Wiederaufbau und
der Nutzen für die Zivilbevölkerung im Vordergrund"
ständen, "militärisch abgesichert" werden. Zur Entsendung von
Bundeswehrsoldaten als Teil einer Schnellen Eingreiftruppe im Sommer in
den Norden Afghanistans sagte Erler im Morgenecho von WDR 5, diese liege
im Rahmen des durch den Bundestag beschlossenen Mandats. Es handele
sich dabei um eine "zusätzliche Sicherung" für das
"Gesamtkonzept ziviler und militärischer
Stabilisierungsmaßnahmen. Für diesen "gefährlichen
Einsatz" gebe es einen "Konsens" im Bundestag.
Dieser Konsens könne aber wieder auseinanderbrechen, wenn
Deutschland den Wünschen anderer NATO-Staaten nach einem
Kampfeinsatz im Süden nachkäme. Gleichzeitig betonte Erler,
Deutschland habe nie ausgeschlossen, "in besonderen Situationen auch
Anderen zu Hilfe zu kommen. Das halten wir für
selbstverständlich."
Im Inforadio wies Erler zugleich Einschätzungen zurück,
wonach durch die NATO ein tiefer Riss gehe. Das sei eine
"Überdramatisierung". Die Zusammenarbeit unter den Verbündeten
funktioniere gut.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt: Arabische Liga scheitert mit Vermittlung im Libanon -
Israel drosselt Stromlieferungen an den Gazastreifen
Sa.09.02.08 - Die Arabische Liga ist mit dem Versuch gescheitert, die Parteienlager
im Libanon zu einem Kompromiss zur Lösung der seit mehr als zwei
Monaten andauernden Staatskrise zu bewegen. Der Generalsekretär
der Organisation, Amr Mussa, teilte am Freitag mit, er reise ab, ohne
die Parteien umgestimmt zu haben. Es seien noch weitere Verhandlungen
erforderlich.
Mussa traf am Freitag mit Mehrheitsführer Saad Hariri, dem
christlichen Oppositionsführer Michel Aoun und mit
Expräsident Amin Gemayel zusammen. Er erläuterte ihnen einen
Plan der Arabischen Liga zur Beilegung der Krise. Er sieht die Wahl von
General Michel Suleiman zum neuen Staatspräsidenten, die Bildung
einer Regierung der nationalen Einheit und ein neues Wahlrecht vor.
Auf den Kompromisskandidaten Suleiman haben sich die beiden Lager
bereits geeinigt. Die Wahl des Generals erfordert jedoch eine
Änderung der Verfassung, die bislang Angehörige der
Streitkräfte vom Präsidentenamt ausschließt. Die der
syrischen Regierung nahestehende Partei Hisbollah macht dies jedoch
davon abhängig, dass eine neue Einheitsregierung gebildet wird, an
der sie beteiligt ist. Dies wird von der antisyrischen Mehrheit
abgelehnt, da dies der Hisbollah ein faktisches Vetorecht geben
würde. Die von den USA und der EU unterstützte Regierung von
Ministerpräsident Fuad Siniora befindet sich seit mehr als einem
Jahr in einem erbitterten Machtkampf mit der Hisbollah.
Die Amtszeit des bisherigen Staatspräsidenten Emile Lahoud endete
am 23. November vergangenen Jahres, ohne dass zuvor ein Nachfolger im
Parlament gewählt werden konnte. Für Montag ist ein 14.
Versuch zur Wahl eines Präsidenten angesetzt. Es wird aber
erwartet, dass dieser Termin erneut verschoben wird.
Israel hat unterdessen wie angekündigt seine Stromlieferungen in
den Gazastreifen gedrosselt. Der israelische Stromversorger habe die
per Hochspannungsleitung gelieferte Menge um ein Prozent reduziert,
sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur
AFP. Mit der Maßnahme will Israel radikale Palästinenser im
Gazastreifen zwingen, ihre Raketenangriffe auf Südisrael zu
stoppen. Der israelische Armeerundfunk meldete, in den kommenden zwei
Wochen solle die Stromzufuhr weiter heruntergefahren werden.
Verteidigungsminister Ehud Barak hatte zuvor mit einer Fortsetzung der
militärischen Strafaktionen und der Sanktionen gedroht, bis bis der
Raketenbeschuss aufhört.
Trotz der Warnungen von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen
vor einer akuten humanitären Krise im Gazastreifen hatte das
Oberste Gericht Israels am 30. Januar grünes Licht für die
Fortsetzung der Sanktionen gegeben. Zur Begründung hieß es,
mit den verbleibenden Energie- und Brennstofflieferungen decke Israel
die Grundbedürfnisse der Zivilbevölkerung im Gazastreifen.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, die
Raketenwerfer im Gazastreifen zu zerstören. Nach ihren Angaben sind
die Abschuss-Systeme in Erdgruben verborgen und deshalb nur schwer
aufzuspüren. Filme, die bei einem Vorstoß der Armee am
Donnerstagmorgen aufgezeichnet worden waren, zeigen Raketenwerfer, die
ein bis zwei Meter tief im Boden stecken. Nach Militärangaben
werden die Geschosse per Zeitschaltung abgefeuert.
boa (Quelle: afp, ap)
Türkeis Ministerpräsident betont Rolle seines Landes als
Mittlerin zwischen Europa und dem Nahen Osten
Sa.09.02.08 - Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat die Rolle
seines Landes als Vermittler zwischen Europa und dem Nahen Osten betont.
Als NATO-Staat und EU-Beitrittskandidat befinde sich die Türkei an
der "Nahtstelle zwischen europäischer Stabilität und einem
zunehmend instabilen und frustrierten Nahen und Mittleren Osten",
schrieb Erdogan in einem Beitrag für die "Süddeutsche
Zeitung". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing Erdogan am
Freitag in Berlin.
Ihre geografische Lage mache die Türkei zu einem "zentralen Akteur
einer wirksamen westlichen Strategie" zur Lösung der Konflikte im
Mittleren und Nahen Osten, die nicht zu einer Gefahr für die
globale Sicherheit werden dürften. In der Rolle einer "Mittlerin
und Agentin für Stabilität und positiven Wandel" werde die
Türkei durch eine Vollmitgliedschaft der Europäischen Union
"zum Vorteil beider Seiten" gestärkt, betonte Erdogan, der sich
für einen Beitritt seines Landes zur EU einsetzt.
Der türkische Ministerpräsident betonte in dem Beitrag neben
der geografischen Lage der Türkei zwischen Europa und Asien auch
die politisch-gesellschaftliche Tradition seines Landes. Die Türkei
sei "eines von ganz wenigen Ländern der Welt, vielleicht sogar das
einzige, das erfolgreich Islam, Demokratie und Moderne vereint". Als
EU-Mitglied werde die Türkei zu einem "Transmissionsriemen
für demokratische Werte", die im Nahen Osten "größeren
Widerhall finden werden, wenn sie Nachbarn der EU" würden.
Erdogan wies auf die Bemühungen seines Landes zur Stabilisierung
und Integration des Irak hin. Die Einsätze der türkischen
Armee gegen kurdische Kämpfer im Nordirak seien gerechtfertigte
Aktionen, da diese eine "ernsthafte Gefahr für die Türkei und
die Region" bedeuteten. Mit Blick auf den arabisch-israelischen Konflikt
schrieb Erdogan in dem Beitrag weiter, die Türkei sei in einer
"einzigartigen Position" und profitiere von "exzellenten Beziehungen"
zu beiden Seiten, die sie zur Unterstützung des
Nahost-Friedensprozesses nutzen wolle. Zudem verfüge die
Türkei auch über gute Beziehungen zu Syrien und dem Iran,
durch die sie die beiden Länder in eine internationale
Zusammenarbeit einbinden wolle.
(Quelle: afp)
UN-Beobachter sprechen von offenem Krieg in Darfur
Sa.09.02.08 - Trotz des neuen Mandats für eine gemeinsame Friedenstruppe der
Vereinten Nationen mit der Afrikanischen Union verschlechtert sich die
Lage in der sudanesischen Region Darfur. Der für die
UN-Friedensmissionen verantwortliche stellvertretende
Generalsekretär Jean-Marie Guehenno sprach am Freitag im
Weltsicherheitsrag von einem offenen Krieg mit Offensiven und
Gegenoffensiven der Bürgerkriegsparteien.
Beide Seiten versuchten, ihre Positionen zu behaupten, sagte Guehenno.
Die Friedenstruppe stehe dazwischen und befinde sich in einer sehr
schwierigen Situation. Nach Angriffen von Rebellen der Bewegung
für Gerechtigkeit und Gleichheit auf sudanesische
Regierungstruppen sei es zu einer «sehr besorgniserregenden neuen
Zunahme der Gewalt» gekommen.
Der Chefvermittler der Vereinten Nationen in Darfur, Jan Eliasson,
äußerte sich besorgt, dass die Ereignisse im Tschad die Lage
in Darfur zusätzlich belasten. Bei den Kämpfen in und um die
Hauptstadt N'Djamena wurden mehrere hundert Menschen getötet. Dem
Bündnis von drei tschadischen Rebellengruppen gehören auch
Kämpfer an, die ihre Stützpunkte im benachbarten Darfur
haben. Eliasson äußerte sich besorgt über die langsame
Stationierung der neuen Friedenstruppe. Statt der angestrebten 26.000
Mann befinden sich bislang nur 9.000 in der Region. Das Mandat der
Friedenstruppe begann zum vergangenen Jahreswechsel.
(Quelle: ap)
Flüchtlinge fürchten Rückkehr in den Tschad
Sa.09.02.08 - Rund 30.000 Menschen sind vor den Kämpfen im Tschad geflohen und
harren nun ohne die nötige Versorgung in Kamerun aus. «Wenn
wir zurückgehen, dann sind wir zwischen dem Hammer und dem
Amboss», sagte der 23-jährige Ngarmbatinan Mbailemdana. Der
Angestellte einer Sicherheitsfirma ist mit seiner Frau und seinen zwei
Kinder aus der Hauptstadt N'Djamena ins benachbarte Kamerun geflohen.
«Bevor wir nach Hause zurückgehen, braucht das Land erst
richtigen Frieden.» Doch in Kousseri, das von N'Djamena kommend
nur wenige Kilometer hinter der Grenze liegt, fehlt es am Nötigsten.
«Die Lage ist wirklich ziemlich ernst», warnte Jeniffer
Nazaire vom Katholischen Fürsorgedienst Kamerun. Nichts stehe im
Grenzegebiet bereit, um die Flüchtlingsmassen aufzunehmen und zu
versorgen, erklärte sie. Internationale Hilfsorganisationen sind in
dem Grenzgebiet noch kaum vertreten. Hinzu kommt, dass für den
Tschad seit Beginn der Kämpfe am vergangenen Wochenende ein totales
Flugverbot herrscht. Damit müssen Hilfslieferungen über den
Landweg herbeigeschafft werden.
Zahlreiche Flüchtlinge haben ihr karges Lager in Kousseri auf dem
Gelände einer abbruchreifen Schule aufgeschlagen. Familien schlafen
unter freiem Himmel, manche haben sich für die Nacht mit
Ästen und Stoffen, die die Frauen untertags als Röcke nutzen,
ein Zelt gebaut. Toiletten gibt es keine, ein Wasserhahn muss für
alle ausreichen. Zu Essen gab es nur für die, die Geld hatten, sich
auf dem lokalen Markt zu versorgen. Die Preise sind dort allerdings
wegen der hohen Nachfrage durch die Flüchtlinge explodiert: Ein
Laib Brot kostete beispielsweise nicht mehr 20 CFA-Francs (3 Cent),
sondern 100 CFA-Francs (15 Cent).
Am Donnerstag schwoll der Flüchtlingsstrom ab, die wenigsten waren
jedoch bereit zurückzukehren, trotz entsprechender Appelle der
Regierung des Tschad. Präsident Idriss Déby erklärte,
die Lage in N'Djamena und im Rest des Landes sei wieder unter Kontrolle.
Doch am Donnerstag wurde für die Hauptstadt und sechs weitere
Regionen ein Ausgehverbot verhängt. Nach der Rebellenoffensive vom
Wochenende solle die Maßnahme wieder Ruhe im Land herstellen und
bei der Schadensbewältigung helfen, erklärte
Ministerpräsident Nouradin Koumakoye.
Rebellen aus dem Osten des Landes, der Grenzregion zum Sudan, hatten
die Hauptstadt angegriffen. Hunderte Menschen wurden getötet und
laut UN-Angaben weitere 30.000 in die Flucht getrieben.
Flüchtling Mbailemdana hatte sich am Dienstag über den
Grenzfluss zurückgewagt: Sein Haus sei niedergebrannt gewesen,
Leichen seien überall auf den Straßen, sagte er. Mbaire
Wanda, ein anderer Flüchtling, sagte, Regierungsbeamte seien
über die Grenze gekommen, um sie zurückzulocken. «Ich
glaube nicht, dass die Leute jetzt nach Hause wollen. Wie würden
sie sich um ihre Kinder kümmern? Die Märkte sind
niedergebrannt, die Apotheken geplündert», sagte er. Die
Häuser vieler seien bei den Kämpfen beschädigt worden.
«Es gibt keine Jobs und kein Geld», sagte Wanda.
Die Lage in dem zentralafrikanischen Land hat sich seit dem Vormarsch
der Rebellen, der angeblich von der sudanesischen Regierung
unterstützt worden sein soll, weiter zugespitzt. Im Osten des
Landes, an der Grenze zum Sudan, harren bereits Zehntausende
Flüchtlinge aus der Krisenprovinz Darfur aus. Wegen des Flugverbots
im Tschad wird auch hier der Nachschub knapp. Die Hilfsorganisation
Save The Children erklärte, dass die Versorgung von
Flüchtlingslagern mit bis zu 500.000 Menschen im Osten des Landes
nicht mehr lange garantiert werden könne.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) forderte die Errichtung eines
«humanitären Luftkorridors», um dringend
benötigtes Essen und Medikamente in die Grenzregion bringen zu
können. Die jüngsten Kämpfe haben auch die Stationierung
der europäischen Friedensmission EUFOR verzögert. Die EU will
rund 3.700 Soldaten im Laufe des Monats in der Grenzregion zur
sudanesischen Krisenprovinz Darfur stationieren, um
Flüchtlingslager zu sichern.
(Quelle: ap)
Annan sieht Annäherung bei Gesprächen in Kenia
Sa.09.02.08 - Bei den Gesprächen zwischen Opposition und Regierung in Kenia gibt
es nach wochenlangem Machtkampf eine Annäherung. Die
Verhandlungspartner seien zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu
können, sagte der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan,
der in dem Konflikt vermittelt. Er hoffe darauf, dass es Anfang der
kommenden Woche eine politische Einigung gibt. Zuvor hatte der
britische Sender BBC berichtet, Opposition und Regierung hätten
sich auf eine Übergangsregierung geeinigt.
(Quelle: dpa)
Iran baut zweites Atomkraftwerk
Sa.09.02.08 - Der Iran hat mit dem Bau eines zweiten Atomkraftwerks begonnen: Die
360-Megawatt-Anlage entstehe in Darchowin in der südwestlichen
Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak, sagte der iranische
Botschafter in Moskau, Gholamresa Ansari, am Freitag. Jetzt müsse
sich sein Land Gedanken über die Belieferung des neuen Kraftwerks
mit Brennstäben machen. Das erste iranische Atomkraftwerk,
für das Russland die Brennstäbe geliefert hat, entsteht
derzeit nahe der Stadt Buschehr im Süden des Landes. Der Regierung
in Teheran zufolge kann es in diesem Jahr den Probebetrieb aufnehmen.
Wegen des rapide ansteigenden Energiebedarfs plant der Iran bis 2020
den Bau von zusätzlichen Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von
20.000 Megawatt. Die Internationale Atomenergiebehörde hat das
neue Projekt in Darchowin mehrmals erwähnt. Ob sie derzeit Zugang
zu dem Projekt hat, sagte ein IAEA-Vertreter nicht. Länder des
Westens verdächtigen den Iran, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu
verfolgen. Der Iran hat die Vorwürfe zurückgewiesen und stets
erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich der
zusätzlichen Energiegewinnung, um mehr Erdöl und Erdgas
für den Export zur Verfügung zu haben.
Der Botschafter versuchte zugleich, nach dem jüngsten Raketentest
aufgekommene russische Bedenken über das iranische
Raumfahrtprogramm zu zerstreuen. "Wir erklären unseren Freunden,
dass wir keine militärischen Ziele verfolgen, was die
Raumforschung betrifft", gab Itar-Tass Äußerungen Ansaris
vor Journalisten in Moskau wider. Russlands Vizeaußenminister
Alexander Losjukow hatte erklärt, der Raketentest werfe Fragen
über den wahren Charakter des iranischen Atomprogramms auf.
(Quelle: rtr)
EU in Sorge über Menschenrechtslage im Iran
Sa.09.02.08 - Die Europäische Union ist zunehmend besorgt über die Lage der
Menschenrechte im Iran. Die slowenische EU-Präsidentschaft forderte
die iranische Regierung am Donnerstag auf, drei Menschen zu begnadigen,
die zum Tod durch Steinigung verurteilt worden waren. Auch die
jüngst verhängten Gefängnisstrafen für
Angehörige der Bahai-Religion gäben Anlass zur Sorge,
hieß es in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung.
"Es ist verurteilenswert, dass im Iran zunehmend auf die Todesstrafe
und auf Hinrichtungen zurückgegriffen wird", so die
Präsidentschaft weiter. Wenn der Iran die Todesstrafe nicht
vollständig abschaffen wolle, müsse das Land zumindest
international vereinbarte Mindeststandards einhalten. Die Steinigung sei
eine "grausame und entwürdigende" Methode. Auch Todesurteile bei
weniger schweren Straftaten wie etwa Korruption oder gegen
Minderjährige seien inakzeptabel.
Besorgt zeigte sich die EU auch mit Blick auf die Religionsfreiheit.
Angehörige der Bahai-Religion würden systematisch
diskriminiert, hieß es. Sie würden verhaftet, von
Universitäten verwiesen und im Beruf benachteiligt. Die
Festgenommenen müssten umgehend freigelassen und die
Glaubensfreiheit gewährleistet werden, verlangte die
EU-Präsidentschaft.
(Quelle: epd)
14 Tote bei Gefechten in Sri Lanka
Sa.09.02.08 - Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen in
Sri Lanka sind am Freitag nach Militärangaben zwölf Rebellen
und zwei Soldaten getötet worden. Die Regierungstruppen eroberten
in dem erbittert geführten Gefecht nach eigenen Angaben einen rund
einen Kilometer breiten Streifen Land und befanden sich damit kurz vor
der strategisch wichtigen Ortschaft Adampan im Norden der Insel, die
derzeit noch von den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) gehalten
wird.
Die Einnahme von Adampan wäre ein beträchtlicher Erfolg in
dem Versuch der Regierung, den Rebellen die Kontrolle über den
Nordosten der Insel Ceylon wieder zu entreißen. Die LTTE
kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat im Nordosten der
Insel. Der Bürgerkrieg hat bereits mehr als 70.000 Menschen das
Leben gekostet.
(Quelle: ap)
USA: Fed-Mitglied warnt vor Rezession - Uneinigkeit über
Zinsschritt
Sa.09.02.08 - In der US-Notenbank sind Befürchtungen laut geworden, die USA
könnten tatsächlich in eine Rezession abgleiten.
Die Präsidentin der Notenbank von San Francisco, Janet Yellen,
sagte am Donnerstag, sie sei "nicht zuversichtlich", dass eine
Rezession abgewendet werden könne. Zwar sei es am
wahrscheinlichsten, dass es in der weltgrößten
Volkswirtschaft über eine längere Zeit zu einem verlangsamten
Wachstum kommen werde. Allerdings sei eine Rezession, also zwei
Quartale mit schrumpfender Wirtschaft, im Rahmen der möglichen
Prognosefehler. Yellen äußerte sich vor Experten und
Journalisten auf Hawaii.
Die Zinspolitik der Fed müsse sich weiter darauf konzentrieren,
die größten Risiken für einen Abschwung im Zaum zu
halten, sagte Yellen mit Blick auf die Folgen der Immobilien- und der
Finanzmarktkrise weiter. Sie stellte sich damit gegen die Meinung einer
Reihe von Fed-Mitgliedern, die jüngst eher vor den
Inflationsgefahren gewarnt haben und Widerstand gegen die von den
Finanzmärkten bereits erwartete weitere Zinssenkung
ankündigten.
So sagte der Präsident der Notenbank von Dallas, Richard Fisher,
am Donnerstag, die Fed müsse sorgfältig die
Inflationsbegrenzung und den Wunsch nach Konjunkturbelebung
abwägen. Die hohe Inflation binde der Notenbank die Hände.
Die Fed hat seit Mitte September den Zinssatz auf drei Prozent von
zuvor 5,25 Prozent gesenkt.
(Quelle: rtr)
Gazprom droht Ukraine mit Lieferstopp
Sa.09.02.08 - Der russische Staatskonzern Gazprom droht der Ukraine mit einem Stopp
der Gaslieferungen. Die Lieferungen könnten schon am
Dienstagmorgen eingestellt werden, wenn man sich nicht auf einen Weg
zur Beilegung offener Rechnungen einigen könne, zitierten
russische Nachrichtenagenturen den Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow.
Gazprom fordert von der Ukraine bis Montag einen Vorschlag zur
Begleichung von Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (975
Milliarden Euro).
Zuvor hatte der ukrainische Gaskonzern Naftogas Schulden
eingeräumt, allerdings betonte, man schulde das Geld nicht
Gazprom, sondern einem Zwischenhändler. Der stellvertretende
Naftogas-Vorsitzende Igor Didenko verhandelte am Freitag in Moskau mit
Gazprom, die Gespräche gingen jedoch ohne Ergebnis zu Ende. Die
Ukraine bezieht etwa ein Viertel ihrer Gasimporte aus Russland, der
Rest kommt aus Zentralasien. Alle Lieferungen erfolgen jedoch über
Leitungen, die durch Russland führen. Gazprom erklärte,
sollte die Ukraine nicht zahlen, werde nur das Gas aus Russland
gestoppt. Lieferungen, die für Westeuropa bestimmt seien,
wären nicht betroffen.
Die Drohung von Gazprom erinnert an einen Streit zwischen Russland und
der Ukraine um Gaspreise im Januar 2006. Damals stoppte Gazprom die
Lieferungen und störte damit auch die Exporte nach Westeuropa.
(Quelle: ap)
Polens Ministerpräsident Tusk macht in Moskau Ablehnung von
Ostsee-Pipeline deutlich
Sa.09.02.08 - Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat bei einem Besuch
in Moskau seine Ablehnung der deutsch-russischen Pläne zum Bau
einer Ostsee-Pipeline bekräftigt. Polen sorgt sich um seine
Erdgasversorgung, wenn die Leitung nicht mehr über das eigene
Territorium führt. Ministerpräsident Viktor Subkow habe ihm
jedoch versichert, dass Russland seine Lieferverpflichtungen
gegenüber Polen erfüllen werde, sagte Tusk nach einer
Unterredung mit Subkow.
Die Gasleitung soll vom russischen Hafen Wyborg bei St. Petersburg
durch die Ostsee nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern führen.
Für das Projekt sind rund 5,7 Milliarden Euro veranschlagt. Ab
2010 sollen jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas durch die
Pipeline gepumpt werden.
Bei Tusks Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin stand das
geplante Raketenabwehrsystem der USA in Polen und Tschechien im
Mittelpunkt. Putin habe das Recht Polens anerkennt, auf seinem Boden
Verteidigungssysteme anderer Staaten zu stationieren, sagte Tusk. Er
habe das russische Interesse deutlich gemacht, die
Raketenabwehrstellung zu beobachten um sicherzustellen, dass von ihr
keine Bedrohung ausgehe. Putin sagte: «Trotz all der Probleme in
unseren bilateralen Beziehungen würde ich das nicht
überdramatisieren.»
Den Vereinigten Staaten warf Putin jedoch ein neues Wettrüsten
vor. «Wir sind zu Vergeltungsmaßnahmen gezwungen»,
sagte er am Freitag in einer Fernsehansprache. Russland werde auf die
geplante Stationierung von US-Abwehrraketen in Polen mit einer
Modernisierung seiner Streitkräfte und Waffensysteme reagieren.
(Quelle: ap)
Vorerst kein Sieger bei Präsidentenwahl in Tschechien
Sa.09.02.08 - Die Wahl eines neuen tschechischen Präsidenten ist im ersten
Durchgang gescheitert: Weder Amtsinhaber Vaclav Klaus noch sein
Herausforderer Jan Svejnar konnten bei der Abstimmung beider Kammern
des Parlaments die nötige absolute Mehrheit erzielen. In der
Prager Burg votierten für Klaus 92 Abgeordnete und 47 Senatoren.
Sein Herausforderer erhielt die Stimmen von 106 Abgeordneten und 32
Senatoren.
Um als Präsident gewählt zu werden, ist im ersten Durchgang
nach der Verfassung die absolute Mehrheit in beiden Kammern
erforderlich. Das sind 101 von 200 Abgeordnetenstimmen und 41 von 81
Senatorenstimmen - was vorerst aber keiner der beiden Kandidaten
erreichte. Das dreistufige Verfahren zur Präsidentenwahl kann sich
über mehrere Wochen hinziehen - in jeder Runde werden die
Hürden allerdings niedriger: Im zweiten Wahlgang entscheidet in
jeder Kammer die absolute Mehrheit aller Anwesenden. In der dritten
Runde entscheidet die einfache Mehrheit der anwesenden Delegierten aus
beiden Häusern gemeinsam.
Klaus verfügt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der
tschechischen Politik, während Svejnar auf der politischen
Bühne seines Heimatlandes bislang ein Unbekannter war. Der
55-jährige Ökonom, der jahrelang in den USA lebte, machte
diesen Nachteil allerdings durch eine sehr bürgernahe und vom
typischen US-Wahlkampfstil geprägte Kampagne wett.
(Quelle: afp)
Frankreich: Sarkozy will mit Sofortprogramm Vorstädte aus Misere
holen
Sa.09.02.08 - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will die von hoher
Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Vorstädte
des Landes durch mehr Arbeitsangebote für Jugendliche und mehr
Polizei aus der Misere holen. Durch ein neues Ausbildungsprogramm
sollten in den kommenden drei Jahren 100.000 Jugendliche aus den
Vierteln auf dem Weg in den Job begleitet werden, sagte Sarkozy in
Paris. Gleichzeitig werde er einen "gnadenlosen Krieg" gegen den
Drogenhandel führen. Im Herbst 2005 hatte es in den
Vorstädten wochenlange Jugendkrawalle gegeben.
"Wir werden die Städte neu erfinden", sagte Sarkozy, der mit dem
Plan neun Monate nach seinem Amtsantritt eines seiner wichtigsten
Versprechen einlösen will. Vier Wochen vor der Kommunalwahl kommt
das Programm "Hoffnung Vorstadt" aber deutlich später als geplant.
Vertreter der Opposition sprachen "von einer echten Enttäuschung".
Sarkozy setze weiter darauf, die Bewohner der Viertel für ihre
Misere verantwortlich zu machen, sagte der sozialistische
Bürgermeister der Pariser Vorstadt Sarcelles, François
Pupponi. Die Anti-Rassismus-Organisation SOS Racisme lobte dagegen,
dass Sarkozy nun verbal nicht mehr die Konfrontation mit den oft von
Einwanderern geprägten Vorstädten suche. Sonst habe es aber
viele Absichtserklärungen gegeben, deren Zukunft ungewiss sei.
Weitere Punkte des Aktionsplans sind nun die Gründung von
Ausbildungszentren und Internaten für besonders schwache und
besonders vielversprechende Schüler aus den Vorstädten, wo
die Jugendarbeitslosigkeit teils bei 40 Prozent liegt. Gleichzeitig
will der Staat die Gründung von 20.000 neuen Unternehmen durch
Bewohner der Viertel fördern. Eine halbe Milliarde Euro soll nach
Angaben des Präsidenten für eine bessere Verkehrsanbindung
der Viertel bereitgestellt werden.
Sarkozy betonte, er stehe zu allem, was er in der Vergangenheit zu den
Vorstädten gesagt habe. Als Innenminister hatte der Präsident
2005 für eine heftige Debatte gesorgt, weil er straffällige
Jugendliche als "Gesindel" bezeichnet hatte und ein Viertel nach dem
Tod eines Kindes bei einer Bandenschießerei "mit dem Kärcher
reinigen" wollte. Sarkozys Umfragewerte sind wegen ausbleibender
Erfolge seiner Reformpolitik und den Turbulenzen um sein Privatleben in
den vergangenen Wochen dramatisch gefallen.
(Quelle: afp)
Erzbischof von Canterbury für Anerkennung der Scharia
Sa.09.02.08 - Der Erzbischof von Canterbury hat mit dem Vorschlag, Teile der Scharia
für Muslime in Großbritannien als Rechtspraxis anzuerkennen,
einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Die Äußerungen von Erzbischof Rowan Williams, der das
geistliche Oberhaupt von weltweit rund 80 Millionen anglikanischen
Gläubigen ist, schürten auch am Freitag Debatten über die
Integration von Muslimen in Großbritannien und in anderen
christlich geprägten Gesellschaften.
Wie zahlreiche andere Politiker ging auch Premierminister Gordon Brown
umgehend und deutlich auf Distanz zu dem Kirchenführer. Die
britische Gesetzgebung werde «stets auf britischen Werten
beruhen», erklärte der Regierungschef. Dass Muslime die
Vorschriften der Scharia beachten wollen, könne «weder als
Rechtfertigung für Verstöße gegen englisches Recht
gelten, noch dürfen Scharia-Grundsätze bei der Lösung von
Streitfragen vor Zivilgerichten anerkannt werden».
Williams hatte es am Donnerstag in einem Interview der BBC als
«unvermeidlich» bezeichnet, dass Elemente der Scharia im
britischen Zivilrecht anerkannt werden.
(Quelle: dpa)
Erdogan fordert türkische Schulen in Deutschland
Sa.09.02.08 - Nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen hat der türkische
Ministerpräsident Tayyip Erdogan mehr Anstrengungen für die
Integration der in Deutschland lebenden Türken gefordert.
Sein Land werde dazu alles Notwendige tun und erwarte dies auch von der
Bundesregierung, sagte Erdogan am Freitag nach einem Gespräch mit
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. So warb er dafür, in
Deutschland türkischsprachige Gymnasien zu gründen. Die
Türkei sei auch bereit, Lehrer an deutsche Schulen zu entsenden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte verhalten auf den
Vorstoß. Sie sagte Erdogan eine rasche Untersuchung des Brandes
zu, bei dem am vergangenen Sonntag neun Menschen getötet und 60
verletzt worden waren.
"In Deutschland sollten Gymnasien gegründet werden können,
die in türkischer Sprache unterrichten, und die Bundesregierung
sollte darin kein Problem sehen", sagte Erdogan. Auch
türkischsprachige Universitäten müsse es in der
Bundesrepublik geben. "Wissenschaft kennt keine Grenzen", fügte
Erdogan hinzu.
Union, SPD und FDP lehnten dies umgehend ab. "Türkische Gymnasien
und Universitäten in Deutschland wären die reinste
Integrationsbremse", erklärte CSU-Generalsekretärin Christine
Haderthauer. Die wichtigste Voraussetzung für Integration und
Bildungschancen sei die Beherrschung der Landessprache. "Wer
türkische Hochschulen besuchen will, soll in der Türkei
studieren", so Haderthauer. Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach
äußerte sich in der Berliner Tageszeitung "B.Z."
ähnlich: "Wir brauchen mehr Integration, aber keine Schulen und
Hochschulen in türkischer Sprache in Deutschland." Ablehnung kam
auch von SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper.
Erdogan sagte bei einer Diskussion mit türkischen und deutschen
Jugendlichen im Kanzleramt, bei aller Integration müssten die
Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden. Er sage "Nein
zu Assimilation". Um Deutsch sprechen zu können, müssten
Migranten zuerst ihre Muttersprache beherrschen. Dies sei bei vielen in
Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen nicht der Fall. "Deswegen
wünschen wir als Türkei, dass wir türkische Lehrer auch
nach Deutschland entsenden." In seinem Land gebe es ebenfalls deutsche
Schulen.
Merkel betonte, das Thema Integration bewege beide Seiten sehr. Zur
Entsendung türkischer Lehrer äußerte sie sich
zurückhaltend. Ein deutscher Lehrer müsse "zu all seinen
Schülern die notwendige Offenheit" haben. Für eine gute
Entwicklung der Kinder seien keine Lehrkräfte mit
Migrationshintergrund notwendig. Merkel zeigte sich aber offen
dafür, Sozialpädagogen etwa zur Überwindung von
Lernschwierigkeiten einzusetzen. "Aber für die Lehrer, für
die eigentlichen Stunden, stelle ich es mir schwer vor", fügte sie
hinzu. Gleichwohl betonte sie, dass es türkischstämmige
Lehrer und Polizisten in Deutschland geben müsse.
Mit Blick auf den Wohnhausbrand mahnten beide Politiker, die
Ermittlungen abzuwarten. "Wir werden in Deutschland alles dafür
tun, damit diese schreckliche Brandkatastrophe so schnell wie
möglich aufgeklärt wird", sagte Merkel. Überhitzte
Reaktionen seien nicht förderlich für die Integration.
Erdogan würdigte das Engagement von Feuerwehr und Polizei. "Die
große Aufmerksamkeit und das große
Verantwortungsbewusstsein nehme ich mit großem Dank zur
Kenntnis." Am Vorabend hatte er die Brandruine besucht.
Die Polizei vor Ort hat noch keine neuen Erkenntnisse zur Ursache des
Feuers. Spürhunde hätten bislang keine Brandmittel
aufspüren können, sagte ein Sprecher. Die Sonderkommission
sei von 50 auf 80 Mitarbeiter aufgestockt worden. Die Ermittlungen
könnten sich aber noch lange hinziehen. Die Experten kämen
wegen der Einsturzgefahr nur schwierig ins Haus. Die Zusammenarbeit mit
den Brandschutzexperten aus der Türkei verlaufe professionell und
produktiv, sagte ein anderer Sprecher. Nicht bestätigt hätten
sich Gerüchte, wonach es früher schon Drohungen gegen die
Hausbesitzer gegeben haben soll.
(Quelle: rtr)
Jeder 5. ausländische Jugendliche bricht Schule ab
Sa.09.02.08 - Ausländische Jugendliche in Deutschland brechen nach Angaben der
Bertelsmann Stiftung deutlich häufiger die Schule ab als deutsche
Schüler. Bundesweit verließen 19,4 Prozent der Jugendlichen
aus ausländischen Familien die Schule ohne Abschluss.
Das teilte die Stiftung am Freitag in Gütersloh mit. Bei deutschen
Jugendlichen sind es 9,3 Prozent. Die Stiftung beruft sich dabei auf
Berechnungen das Internet-Frühwarnsystem «Wegweiser
Demografie» zur Bevölkerungsentwicklung.
Die niedrigsten Schulabbrecherquoten unter ausländischen
Jugendlichen gibt es demnach in Hessen (10,3 Prozent) und
Mecklenburg-Vorpommern (13,0), die höchsten in Bremen (29,0) und
Sachsen-Anhalt (29,4).
(Quelle: dpa)
Deutschlands Exporteure verteidigen Spitzenstellung mit Rekordumsatz
Sa.09.02.08 - Die deutschen Exporteure haben 2007 mit einem Rekordumsatz ihre
weltweit führende Position behauptet.
Sie verkauften Waren im Wert von 969,1 Milliarden Euro ins Ausland, wie
das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die alte Bestmarke von
2006 wurde um 8,5 Prozent übertroffen, vor allem wegen des
boomenden Handels mit den EU-Ländern. "Deutschland ist damit das
fünfte Jahr in Folge Exportweltmeister geworden, vor China", sagte
ein Statistiker. Verkaufsschlager waren erneut Maschinen, Anlagen und
Fahrzeuge.
Für 2008 erwartet der Bundesverband Groß- und
Außenhandel (BGA) wegen der schwächelnden US-Wirtschaft, dem
starken Euro und der Finanzkrise nur noch ein Plus von fünf bis
sechs Prozent. 2006 waren es noch 14 Prozent. BGA-Präsident Anton
Börner sagt deshalb ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem stark
aufstrebenden China um die Spitzenposition voraus. "Doch selbst wenn
wir den schmückenden Titel Exportweltmeister an China abgeben
sollten, ist dies eine gute Nachricht, weil steigender Wohlstand
unserer Kunden auch für uns bessere Geschäfte bedeutet",
sagte Börner.
Im Dezember lief es wegen des raueren Umfelds deutlich schlechter: Die
Ausfuhren stagnierten mit 73,4 Milliarden Euro auf dem Niveau des
Vorjahresmonats. Zuvor hatte es gut vier Jahre lang ununterbrochen
Wachstum gegeben. Im Vergleich zum November gab es saisonbereinigt ein
unerwartetes Minus von 1,2 Prozent. Wegen dicker Auftragspolster
erwartet die Branche aber bald wieder bessere Bilanzen. Im vierten
Quartal hatte die Industrie fünf Prozent mehr Aufträge
eingesammelt - das war der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2000.
Die Importe stiegen 2007 um fünf Prozent auf 770,4 Milliarden
Euro. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Ausfuhren und
Einfuhren - wies mit knapp 200 Milliarden Euro einen
Rekordüberschuss aus. Damit blieb der Außenhandel die
wichtigste Konjunkturstütze: Auf dessen Konto geht mehr als die
Hälfte des Wirtschaftswachstums von 2,5 Prozent. 2008 soll nun der
private Konsum in die Rolle der Konjunkturlokomotive schlüpfen.
Der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt bleiben die EU-Staaten mit einem
Umsatzanteil von rund zwei Dritteln. Insgesamt landeten dort Waren im
Wert von 627,6 Milliarden Euro - 11,1 Prozent mehr als 2006. In Staaten
außerhalb der EU kletterten die Ausfuhren um 4,1 Prozent auf
341,5 Milliarden Euro. Immer wichtiger für deutsche Firmen wird
Russland. Dorthin seien Exporte für 30,4 Milliarden Euro
geflossen, nach China dagegen nur für gut 29 Milliarden Euro,
sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft,
Klaus Mangold.
Außerhalb Europas macht den deutschen Firmen der starke Euro zu
schaffen, der die Waren verteuert. Der Euro hatte 2007 mit knapp 1,50
Dollar ein neues Rekordhoch erreicht.
(Quelle: rtr)
Milliarden-Garantien und Jobabbau sollen WestLB retten
Sa.09.02.08 - Die angeschlagene WestLB soll mit einem neuen milliardenschweren
Hilfspaket der Eigentümer und einem massiven Stellenabbau wieder
auf Kurs gebracht werden.
Auf Druck von Finanzaufsicht und Bundesbank verständigten sich die
chronisch zerstrittenen Eigner in einer nächtlichen Krisensitzung
auf die dringend benötigten zusätzlichen Garantien in
Höhe von drei Milliarden Euro. Dafür muss im Notfall der
Steuerzahler aufkommen. Die WestLB, bei der Chef Alexander Stuhlmann
vor dem Abschied steht, will nun auf die vom Land NRW gewünschte
Fusion mit der Helaba hinarbeiten. In deren Umfeld hießt es aber
seit längerem, ein Zusammenschluss sei schwer vorstellbar.
In einem bis zum frühen Freitagmorgen dauernden
Verhandlungsmarathon hatten Aufsichtsrat und Eigner das Rettungspaket
geschnürt. Dieses löse "gemischte Gefühle" aus, sagte
WestLB-Chef Alexander Stuhlmann. Einerseits sei er erfreut, dass die
Eigentümer der Bank mit den Milliarden-Zusagen ihr Vertrauen
ausgesprochen hätten. Andererseits sollen bis zum Jahr 2010
zwischen 1300 und 1500 der derzeit knapp 6000 Mitarbeiter sowohl im In-
als auch im Ausland ihren Job verlieren. Nordrhein-Westfalens
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sprach von einem
schmerzlichen Anpassungsprozess.
"Die Arbeit fängt eigentlich erst an", kündigte Stuhlmann an.
Er ließ aber offen, wie lang er selbst noch bleiben will. Reuters
erfuhr von mit der Situation vertrauten Personen, Stuhlmann werde die
Bank wohl Ende März verlassen. Ein Banksprecher sagte dazu am
Abend, Stuhlmann habe von Beginn an klar gemacht, dass er nicht
für eine übliche Amtszeit zur Verfügung stehe.
Rüttgers sagte, die Restrukturierung solle von einem neuen
Management umgesetzt werden.
Mit dem Personalabbau sollen 300 Millionen Euro gespart werden, um das
mit hohen Kosten kämpfende Geldhaus wieder auf Kurs zu bringen.
Aufsichtsratschef Michael Breuer sprach von "schmerzhaften
Einschnitten" bei dem Institut, das als "Bank der neuen Antworten"
für sich wirbt. Der Jobabbau sei aber nötig, um die anderen
Arbeitsplätze bei der WestLB zu retten, die durch hohe Verluste im
Eigenhandel und die US-Finanzmarktkrise in eine Schieflage geraten war.
Um die Bilanzen der Bank dauerhaft zu entlasten, sollen riskante
Investments mit einem Volumen von nominal 23 Milliarden Euro
ausgegliedert werden. Dafür werden auch die drei Milliarden Euro
Garantien des Landes fällig. Wird das Land tatsächlich zur
Kasse gebeten, kann es im Gegenzug Aktien der WestLB von den anderen
Anteilseignern - Sparkassen und Landschaftsverbänden -
übernehmen. "Das Land strebt nicht von sich aus die Mehrheit an",
stellte Linssen aber klar. Die Einigung sieht vor, dass auch ein
Barausgleich erfolgen könne.
Die Vereinbarung muss noch einige Hürden nehmen. So muss die
EU-Kommission prüfen, ob die öffentliche Garantie für
die WestLB mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Einklang steht. Auch hatten
die Sparkassen dem Land vorgeworfen, die Institute und die WestLB
letztlich an private Investoren weitergeben zu wollen. Aus seiner Sicht
sei dies vom Tisch, betonte Breuer, der auch Chef der rheinischen
Sparkassen ist. Übertragungen der Trägerschaft von Sparkassen
an die WestLB seien nur "auf Zeit" möglich.
Die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin hatten die Verhandlungen
begleitet. Bundesbank-Präsident Axel Weber und BaFin-Chef Jochen
Sanio schalteten sich persönlich ein. "Die Bundesbank und die
BaFin begrüßen die Einigung der Anteilseigner auf eine
umfassende Abschirmung der Risiken", teilten sie mit. Die Anteilseigner
der WestLB hätten damit "auch im Interesse des Finanzplatzes
Deutschland" Handlungsfähigkeit bewiesen.
Auch Finanzminister Peer Steinbrück begrüßte die
Einigung auf einen Rettungsplan ohne Teilnahme des Bundes. Nun
müsste es zu weiteren Fusionen deutscher Landesbanken kommen,
forderte er in der "Westdeutschen Zeitung".
Die WestLB-Eigner hatten erst im Januar ein Hilfspaket von rund zwei
Milliarden Euro geschnürt, um Verluste und Risiken aus der
US-Immobilienkrise auszugleichen. Diese Milliarden-Zusage reichte aber
nicht mehr aus, denn in den Büchern der Bank schlummern weitere
Risiken. Insgesamt stehen der Bank nun fünf Milliarden Euro aus
Finanzspritzen und Garantien zur Verfügung. Die Garantien sind
für die Bank von entscheidender Bedeutung, drohte doch eine
schlechtere Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit. Dies hätte die
Refinanzierung der Bank verteuert und sie weiter in den
Abwärtsstrudel gerissen.
(Quelle: rtr)
SPD dringt trotz Unionseinspruchs auf Mindestlohn-Gesetze
Sa.09.02.08 - Die SPD dringt trotz des Einspruchs der Union gegen die geplanten
Mindestlohn-Gesetze auf eine baldige Einführung der Regelungen.
"Das ist in der Koalition fest vereinbart", erklärte
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil in Berlin. "Und die SPD wird
dafür sorgen, dass es so bleibt." Bundesarbeitminister Olaf Scholz
(SPD) habe seine Gesetzentwürfe entsprechend der
Koalitionsvereinbarung vorgelegt. "Wenn sich jetzt das
Bundeswirtschaftsministerium mit Jammern und Wehklagen zu Wort meldet,
so ist das reine Verzögerungstaktik." Offenbar habe die Union
"immer noch nicht begriffen, dass gute Arbeit auch gerecht bezahlt
werden muss".
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Ein Sprecher von Scholz bestätigte, dass sich die geplante
Ausweitung des Entsendegesetzes sowie die Novellierung des
Mindestarbeitsbedingungen-Gesetzes wegen der von unionsgeführten
Ressorts beantragten Fristverlängerung verschieben werden. Dies
werde das Gesetzgebungsverfahren um "vier Wochen nach hinten
verlagern". Welche Auswirkungen dies habe und wann die Gesetze dann in
Kraft treten könnten, lasse sich derzeit noch nicht sagen.
Berichten zufolge haben das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium
die Fristverlängerung für die Ressortabstimmung wegen
erheblicher Bedenken gegen die Entwürfe von Scholz beantragt.
Kritik daran übte der Deutsche Gewerkschaftsbund. Diese
"Hinhaltetaktik" sei für die 2,5 Millionen Niedriglöhner in
Deutschland unzumutbar, erklärte DGB-Chef Michael Sommer in
Berlin. Offenbar wolle sich die Union von den Beschlüssen der
Meseberger Kabinettsklausur von 2007 verabschieden. Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) müsse ihren Widerstand gegen Mindestlöhne
endlich aufgeben.
"Die Union tritt wie schon beim Post-Mindestlohn als Bremserin auf",
kritisierte auch Linken-Fraktionsvize Werner Dreibus. Dabei würden
die Pläne von Scholz nicht einmal Mindestlöhne in einer
Höhe oberhalb des "kulturellen Existenzminimums" ermöglichen.
Ein Anhaltspunkt dafür sei die Pfändungsfreigrenze, sie liege
derzeit bei rund tausend Euro.
(Quelle: afp)
CDU-Haushaltsexperte kritisiert Wohngeld-Pläne der SPD
Sa.09.02.08 - Die von der SPD vorgeschlagene Wohngelderhöhung stößt
bei Haushaltspolitikern der Union auf Kritik: "Das ist Stückwerk",
sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Steffen
Kampeter, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Gleichzeitig
müsse der Zugang zur vollen Wohnkosten-Erstattung bei Hartz IV
eingeschränkt werden. Für Bauminister Wolfgang Tiefensee
steht die Erhöhung bereits fest. "Die geforderte
Wohngelderhöhung ist damit innerhalb der Bundesregierung quasi
verabschiedet", sagte sein Sprecher.
Das Finanzministerium ließ offen, wie hoch die tags zuvor von
Ressortchef Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz
geforderte Anhebung ausfallen soll. Ein Sprecher wies darauf hin, dass
die für das Wohngeld bereitgestellten Mittel von einer Milliarde
Euro mit etwa 880 Millionen Euro 2007 zu weniger als 90 Prozent
ausgeschöpft wurden. Rein rechnerisch wäre damit Spielraum
für eine zehnprozentige Anhebung.
Mit dem Vorstoß hatten Scholz und Steinbrück eine Ausweitung
des Kinderzuschlages von bis zu 140 Euro für Geringverdiener
verbunden. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete dies
als Zustimmung zu ihren Plänen, die Einkommensgrenzen zu senken,
um etwa 250.000 statt bislang 100.000 Kinder durch den Zuschlag aus dem
Hartz-IV-Bezug herauszuhalten. Für das Inkrafttreten peilt ihr
Ministerium den 1. Oktober an.
Ein Sprecher von Scholz räumte zudem ein, dass der von der SPD
geplante Erwerbstätigenzuschuss für Geringverdiener vorerst
keine Chancen mehr hat. Er sei "im Moment jedenfalls nicht weiter zu
verfolgen", komme aber wieder auf den Tisch. "Die Frage ist wann und in
welcher Form", sagte der Sprecher. Die SPD wollte durch einen "Bonus
für Arbeit" in Form eines 20-Prozent-Zuschusses Geringverdiener
vor dem Hartz-IV-Bezug bewahren. Dies wäre in der Praxis aber nur
mit einem Mindestlohn als Untergrenze zu realisieren, was die Union
ablehnt.
Kampeter kritisierte, es fehle ein Gesamtkonzept für den
Niedriglohnsektor. Ohne Abgrenzung von den Hartz-IV-Leistungen verpuffe
eine Wohngelderhöhung. Über eine Anhebung könne auch
erst nach Vorlage des Existenzminimumsberichts im Herbst gesprochen
werden: "Da reden wir nicht über einige hundert Millionen Euro,
das geht in die Milliarden", sagte Kampeter.
Das Wohngeld beziehen etwa 700.000 Haushalte als Zuschuss. Es
konkurriert mit den Hartz-IV-Unterkunftskosten, mit denen die gesamten
Wohn- und Heizkosten in voller Höhe übernommen werden. Rund
550.000 Geringverdiener beziehen nur wegen ihrer Wohnkosten oder
ergänzender Sozialbeiträge Hartz IV.
Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Klaas Hübner sprach
von einem guten Signal für die Mieter. Aus der FDP kamen
unterschiedliche Stimmen. Ihr Haushaltsexperte Otto Fricke mahnte die
CDU, in der Debatte hart zu bleiben. Der FDP-Wohnungsexperte Joachim
Günther erklärte indes, Fachleute seien sich einig, dass die
Erhöhung des Wohngeldes erforderlich sei, weil die Energiekosten
drastisch gestiegen seien.
(Quelle: rtr)
Linke festigt sich in Umfragen als drittstärkste Partei - Union
sackt in Wählergunst ab
Sa.09.02.08 - Die Linke kann in Umfragen ihre Position als drittstärkste Partei
festigen.
Auch in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer legt
die aus der PDS und der WASG hervorgegangene Partei zu und kann ihren
Vorsprung vor FDP und Grünen ausbauen. Im ARD-Deutschlandtrend
hatte die Partei sogar noch stärker zugelegt. Die Union muss in
beiden Erhebungen Verluste hinnehmen, während die SPD ihre
Vormonatswerte halten kann.
Im Politbarometer legt die Linkspartei um einen Punkt auf zehn Prozent,
im Deutschlandtrend um zwei Punkte auf elf Prozent. In Umfragen anderer
Institute war die Linke, die in Hessen und Niedersachsen erstmals den
Einzug in die Parlamente westdeutscher Flächenländer
geschafft hatte, jüngst sogar bis 14 Prozent gestiegen.
Die Union kommt im Deutschlandtrend auf 38 Prozent, das Politbarometer
ermittelte 41 Prozent. In beiden Erhebungen Fällen ist dies ein
Punkt weniger als vor Monatsfrist. Die SPD verharrt bei ZDF und ARD
unverändert bei 30 Prozent. Keine Veränderungen ergaben sich
auch bei FDP und Grünen. Allerdings sieht der Deutschlandtrend
beide Parteien mit je neun Prozent stärker als das Politbarometer,
wo sie auf je sieben Prozent kommen.
(Quelle: rtr)
Dieselrußfilterskandal - Umweltministerium belog den Bundestag
Sa.09.02.08 - Im Dieselrußfilterskandal hat das Bundesumweltministerium (BMU)
mit Aussagen gegenüber dem Umweltausschuss und mit Antworten auf
Anfragen der Opposition den Bundestag belogen. Zentrale Angaben des
Ministeriums zu dessen Rolle in der Affäre entsprechen nicht den
Tatsachen, wie Dokumente belegen, die der Nachrichtenagentur ddp
vorliegen. Deren Inhalt deckt sich mit ausführlichen Antworten des
Umweltbundesamtes (UBA) auf ddp-Fragen und mit Expertenaussagen.
Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH),
Jürgen Resch, sagte der Nachrichtenagentur ddp, er sei
überrascht, dass das Parlament von der Regierung derart falsch
informiert worden ist. Resch: «Die Aussagen des Ministeriums
enthalten eindeutig Unwahrheiten.» Der Grünen-Umweltexperte
Winfried Hermann forderte eine «sofortige Aufklärung dieser
Vorwürfe». Eine solche «Vertuschungsaktion» durch
das Ministerium sei skandalös und müsse personelle
Konsequenzen haben. Der FDP-Verkehrsfachmann Patrick Döring warf
dem BMU ein Verhalten des Tarnens, Täuschens und Verschleierns vor.
Die Affäre müsse endlich aufgeklärt werden.
Ende 2007 war bekanntgeworden, dass in bis zu 60 000 Fahrzeuge
wirkungslose Dieselrußfilter eingebaut worden waren. Der Einbau
war steuerlich gefördert worden. Der Gesamtschaden beläuft
sich auf rund 70 Millionen Euro. Zum Skandal entwickelte sich der
Vorgang, als bekanntwurde, dass im Umweltministerium bereits im Herbst
2006 verheerende Messergebnisse eines Forschungsprojekts zur Wirksamkeit
der Filter vorlagen.
Trotzdem handelte das Ministerium fast ein Jahr lang nicht. Die
Messergebnisse seien nicht nach Straßenverkehrszulassungsordnung
(STVZO, Anlage XXVI) durchgeführt worden und daher nicht belastbar.
Schuld sei das UBA. Dort sei es versäumt worden, die richtigen
Messungen einzufordern, trotz klarer Vorgaben des BMU. Dazu schrieb das
BMU in seiner Antwort auf Kleine Anfragen der Grünen und der FDP
unter anderem, es habe «von Anfang an die Durchführung von
Tests nach Anlage XXVI gefordert». Dies behauptete
Staatssekretär Matthias Machnig laut Protokoll auch vor dem
Umweltausschuss.
Dem widerspricht das UBA: «Die Leistungsbeschreibung des
Projekts, der das BMU 2005 zugestimmt hatte, sah solche Messungen nicht
vor.» Dies bestätigte auch das beauftragte Prüflabor. Im
Vertrag mit dem Labor wird die Anlage XXVI nicht erwähnt. Das
Verwaltungsgericht Dessau bemerkte in einem Prozess um die Offenlegung
der Messdaten: Messungen nach Anlage XXVI seien nicht Ziel des
ursprünglichen Prüfauftrags gewesen.
(Quelle: ddp)
BUND fordert mehr Einsatz zum Schutz des Waldes
Sa.09.02.08 - Der Naturschutzverband BUND hat von der Politik wirksamere
Maßnahmen zum Schutz der Wälder angemahnt. Vertreter beider
Organisationen kritisierten am Freitag, dass es derzeit in keinem
einzigen Bundesland einen Handlungskatalog gebe, der wirkungsvolle
Schritte gegen das Absterben und die Schädigung von Bäumen
festlege. Zwar sei bei einigen Baumarten ein leicht verbesserter Zustand
attestiert worden, sagte der Waldexperte des Bundes für Umwelt und
Naturschutz (BUND), Helmut Klein, in einem Interview der
Nachrichtenagentur ddp. Grundsätzlich sei die Situation aber
weiterhin dramatisch. Besonders schlecht gehe es der Eiche.
Kritisch äußerte sich Klein zur zunehmenden Verfeuerung von
Holz. Dabei liefen die gleichen chemischen Prozesse ab, wie beim Einsatz
von Kohle, Gas oder Öl, sagte er. Der Klimawandel lasse sich so
nicht aufhalten. Er warf Waldbesitzern vor, beim Abholzen wegen der
großen Nachfrage und steigender Preise zu übertreiben, ohne
das ausreichend junge Bäume nachgepflanzt würden. Dadurch
bestehe die Gefahr, dass der Wald als Filter zur Luftreinigung verloren
gehe.
(Quelle: ddp)
Internet-Zugang: Providerwechsel oft nicht reibungslos
Sa.09.02.08 - Der Telefon- und DSL-Markt ist in ständiger Bewegung und viele
Kunden wechseln den Anbieter. Was als problemlos angepriesen wird,
läuft in Wahrheit oft nicht reibungslos ab. Im schlimmsten Fall ist
der Kunde wochenlang von Internet und Telefon abgeschnitten.
Kunden, die von der Telekom oder T-Com zu einem anderen Anbieter
wechseln möchten, müssen meist nur ein Formular ausfüllen
und ihnen wird eine schnelle Bearbeitung versprochen. Seitens des neu
gewählten Service-Anbieters geht die Antragsbearbeitung meist
rasch vonstatten, aber dann beginnt nicht selten eine Wartezeit.
So klagen beispielsweise Kunden, die zum Anbieter Arcor gewechselt
haben, dass sie mehrere Wochen ohne Telefon- und Internet-Anschluss
auskommen mussten. Ihre Nachfragen bei Arcor haben ergeben, dass die
Telekom die Leitung offenbar nicht rechtzeitig freigegeben hat. Auch von
1&1- und Freenet-Neukunden sind ähnliche Beschwerden zu
hören.
Die Telekom hat den Kunden indes versichert, die Bearbeitung würde
schnellstmöglich erfolgen - und das Warten ging trotzdem noch
einige Zeit weiter.Ob bewusst Aufträge auf die lange Bank geschoben
worden sind, ist schwer zu beurteilen. Allerdings wirft der
jüngste Skandal um die Telekom einige Fragen in Bezug auf die
angeblich zügige Bearbeitung auf. Wie das Magazin "Stern"
jetzt berichtet hat, sollen angeblich Zehntausende Kundenbeschwerden bei
der Telekom bewusst unbearbeitet geblieben und in einem "toten
Briefkasten" gelandet sein.
Wer plant, den Telefon- oder Internet-Anbieter zu wechseln, sollte sich
entsprechend rüsten. Zumindest ein Handy sollte zur Verfügung
stehen, um wichtige Telefonate in der Zeit ohne Festnetzanschluss
führen zu können. Soll nur der Provider für den
Internet-Anschluss gewechselt werden, ist es ratsam, ein analoges Modem
zur Überbrückung zu organisieren. Freunde und Bekannte haben
vielleicht noch ein ungenutztes Gerät übrig oder aber der PC
verfügt über ein integriertes Modem. Zwar ist mit alten Modems
nur ein langsamer Zugang zum Internet über die normale
Telefonleitung möglich, aber Text-E-Mails lassen sich dennoch
verschicken und die Zeit ohne DSL ist leichter zu überstehen.
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Forscher entdecken sechs neue Echsenarten in Panama
Sa.09.02.08 - Forscher des Frankfurter Senckenberg- Instituts haben in Panama sechs
neue Echsenarten entdeckt. Vier neue Arten habe das Expeditionsteam
unter der Leitung von Gunther Köhler an einem einzigen Tag in den
Serranía de Tabasará auf rund 2000 Metern Höhe
gefunden.
Dies berichtete das Institut am Donnerstag. Zwei weitere bislang
unbeschriebene Arten seien im Tiefland auf der Karibik-Seite Panamas
gefunden worden. Bis dahin waren in Panama 31 Vertreter der Gattung
Anolis bekannt, berichtete der Frankfurter Reptilienexperte. «Vier
Neufunde innerhalb von 24 Stunden war für uns alle eine
spektakuläre Entdeckung. Das erlebt man wohl nur einmal im
Leben», sagte Köhler, der die vier Neufunde aus dem Hochland
inzwischen in der Fachpublikation «Herpetologica» (Bd. 63,
S. 375) ausführlich beschrieben hat.
(Quelle: dpa)
Knie-Dynamo für Fußgänger liefert Strom für zehn
Handys
Sa.09.02.08 - Kanadische Forscher haben einen Knie-Dynamo für
Fußgänger entwickelt, der genug Strom für elektrisch
getriebene Prothesen, medizinische Implantate oder umgerechnet zehn
Handys liefert.
Das Gerät gewinnt die Elektrizität am Ende jener Phase, in
der das Bein nach vorne schwingt und ohnehin gebremst werden müsse,
wie die Gruppe um Max Donelan von der Simon-Fraser-Universität im
kanadischen Burnaby berichtet. Damit ähnele das Verfahren der
Technik von Hybridautos, die beim Bremsen Energie zurückgewinnen,
heißt es im US-Fachjournal «Science» (Bd. 319, S.
807). Dort ist von einer «biomechanischen
Energie-Erntemaschine» die Rede. Im normalen Schrittempo kommt
sie auf eine elektrische Leistung von fünf Watt.
Das etwa 1,6 Kilogramm schwere Gerät ähnelt
orthopädischen Kniestützen. Seitlich ist ein kleiner Generator
montiert, der besonders in der letzten Phase der Bewegung - beim
Vorausschwingen des Beins - angetrieben wird. Dabei bremst der
Generator lediglich das Vorwärtsschwingen des Unterschenkels,
erklärt Donelan. Normales Laufen ohne Knie-Dynamo kostete seine
Probanden im Test eine Leistung von durchschnittlich 307 Watt. Mit dem
Dynamo am Knie waren es 366 Watt, also rund 20 Prozent mehr. Dieser
Mehraufwand sei noch inakzeptabel hoch, heißt es in
«Science». Er lasse sich aber aller Voraussicht nach durch
neue, leichtere Versionen des Gerätes verringern. Damit könne
auch noch mehr Bewegungs- in elektrische Energie gewandelt werden.
Sechs Freiwillige hatten den «Energie-Ernter» auf einem
Laufband getestet. Dabei wurden auch ihr Sauerstoff-Verbrauch und die
Kohlendioxid-Produktion gemessen - daraus lässt sich der
Energieumsatz der Probanden bestimmen. Einer von ihnen entlockte dem
Dynamo beim Rennen eine elektrische Leistung von 54 Watt - dabei blieb
allerdings unklar, wie viel zusätzliche Muskelleistung dieser
Versuchsteilnehmer dafür aufwenden musste.
(Quelle: dpa)