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Irak am 1420sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
US-Verteidigungsminister Gates will US-Truppenreduzierung im Irak
unterbrechen. 19 Tote und 45 Verletzte durch Autobomben in Bagdad. Zwei
für US-Fernsehen tätige Journalisten im Irak entführt
Di.12.02.08 - Nach dem geplanten Abzug von rund 30.000 US-Soldaten aus dem Irak bis
Juli diesen Jahres will US-Verteidigungminister Robert Gates vorerst
keine weiteren Truppen nach Hause schicken. "Ich denke, dass dann eine
kurze Zeit der Konsolidierung und Überprüfung vielleicht Sinn
ergibt", sagte Gates bei seinem Besuch in Bagdad. Zuvor hatte er ein
Gespräch mit dem Kommandeur der US-Truppen im Irak, David Petraeus,
geführt. Eine solche Pause bei der Truppenreduzierung müsse
jedoch mit Präsident George W. Bush besprochen werden.
Die derzeit 157.000 Soldaten zählende US-Truppe soll bis Juli von
19 auf 15 Brigaden reduziert werden. Das entspricht einem Abzug von
20.000 Soldaten und weiteren 7000 bis 10.000 Angehörigen von
Unterstützungseinheiten. Gates war am Sonntag von der Münchner
Sicherheitskonferenz zu einem unangekündigten Besuch nach Bagdad
gereist.
Führende US-Demokraten, darunter auch die
Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Barack Obama,
kritisierten Gates' Vorstoß scharf. Obama plädierte in einer
Erklärung für einen schnellen Rückzug "anstelle einer
fehlerhaften Strategie". "Während die Regierung unseren Abzug
dauerhaft pausieren lässt, ist (Osama) bin Laden weiter auf der
Flucht, gleitet Afghanistan ins Chaos ab und geben wir jede Woche in
Bagdad Milliarden von Dollar aus", kritisierte er. Clinton rief Bush
dazu auf, in seiner Amtszeit "den Krieg zu beenden, den er angefangen
hat".
Bei der Explosion von Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad
sind am Montag mindestens 19 Menschen getötet worden. Mindestens
45 weitere Menschen wurden verletzt, wie Sicherheitskräfte
mitteilten.
Die zwei Autobomben detonierten fast zeitgleich im Südosten von
Bagdad auf dem El-Hurijah-Platz. Der Platz war zu der Zeit sehr belebt.
Im Irak sind nach Angaben des US-Fernsehsenders CBS am Montag zwei
Journalisten entführt worden. Die Namen seiner Mitarbeiter nannte
der Sender nicht. Die Entführung ereignete sich in der vor allem
von Schiiten bewohnten Stadt Basra im Süden.
Die Journalisten wurden nach Angaben von Polizei und Augenzeugen von
etwa acht maskierten Bewaffneten verschleppt. Der Sender erklärte,
man bemühe sich mit allen Kräften, die Journalisten zu finden.
boa (Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 12.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertachtundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.12.02.07 - US-Verteidigungsminister Gates warnt NATO-Staaten vor Scheitern der USA
im Irak +++ Mindestens 30 Tote bei Selbstmordanschlag +++ Neuer Stabschef der
US-Streitkräfte im Irak: Situation 'nicht hoffnungslos' +++ Zahl der
im Irak seit Kriegsbeginn getöteten amerikanischen Soldaten steigt
auf 3.122...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0702120.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Ranghoher Talibanführer in Pakistan festgenommen
Di.12.02.08 - Pakistanische Sicherheitskräfte haben im Südwesten des Landes
einen der ranghöchsten Talibanführer, Mullah Mansur Dadullah,
verwundet und festgenommen. Dadullah und vier weitere
Aufständische wurden in der Nähe des Dorfes Gowal Ismail Zai
in der Provinz Belutschistan im Grenzgebiet zu Afghanistan
gefangengenommen, wie der Polizeichef der Provinz, Saud Gohar,
mitteilte. Der Geheimdienst habe über seinen Aufenthaltsort
Bescheid gewusst. In der afghanischen Hauptstadt Kabul
begrüßte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums die
Festnahme. Von den Taliban gab es zunächst keine Bestätigung.
Dadullah sei am frühen Morgen verwundet und festgenommen worden,
sagte der Polizeichef weiter. Er habe Widerstand geleistet. "Wir
wussten von unseren geheimdienstlichen Quellen, wo Dadullah sich
aufhielt. Er hat sich in einem Haus in dem Dorf versteckt", sagte der
Polizeichef weiter. Mansur Dadullah soll einer der fünf Taliban
sein, die im vergangenen Jahr im Austausch des gekidnappten
italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo freigepresst wurden.
In afghanischen Sicherheitskreisen hieß es, die Festnahme sei
zustande gekommen, weil es Streit zwischen Dadullah und der
Taliban-Kommandoebene gegeben habe. Die radikalislamischen Taliban
hatten Dadullah Ende vergangenen Jahres als Kommandeur im Süden
Afghanistans abgesetzt. Zur Begründung hieß es damals, er
habe Befehle nicht befolgt. "Jeder, der Dadullah hilft, sollte wissen,
dass er nicht länger ein Taliban ist", sagte ein Taliban-Sprecher
damals. Demnach ging diese Entscheidung auf den Taliban-Anführer
Mullah Omar zurück. Später wurde die Absetzung von einem
Sprecher Dadullahs dementiert.
Mansur Dadullah war als Kommandeur im Süden Afghanistans
Nachfolger seines Bruders Mullah Dadullah, der im Mai vergangenen
Jahres bei einem NATO-Einsatz getötet wurde. Mullah Dadullah war
der ranghöchste Taliban-Kommandeur, der seit der US-geführten
Invasion in Afghanistan Ende 2001 ums Leben kam.
(Quelle: afp)
SPD-Linke sieht keine Mehrheit für Ausweitung des deutschen
Afghanistan-Einsatzes
Di.12.02.08 - Mit der Forderung der USA und Kanadas nach mehr deutschen Soldaten
für Afghanistan steht der großen Koalition eine heftige
Kontroverse über die Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes ins Haus.
Der zum linken SPD-Flügel zählende Außenpolitiker Niels
Annen sprach in der "Berliner Zeitung" von einer "abenteuerlichen
Debatte". "Ich sehe keine Bundestagsmehrheit für eine Ausweitung
des Bundeswehreinsatzes", sagte er. Anstatt immer mehr Soldaten zu
fordern, wäre eine selbstkritische Überprüfung der
NATO-Strategie erforderlich. Zudem habe die Bundeswehr die Grenze ihrer
Leistungsfähigkeit für Auslandseinsätze erreicht.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten (SPD),
sagte dagegen am Rande der Sicherheitskonferenz in München dem
Bericht zufolge: "Die bisherige Mandatsobergrenze von 3500 Soldaten ist
relativ knapp bemessen." Eine Ausweitung etwa auf 4500 Soldaten halte
sie für vernünftig. Auch der verteidigungspolitische Sprecher
der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, sprach sich in der "Berliner Zeitung"
für eine personelle Aufstockung aus.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte zuvor Berichte
zurückgewiesen, wonach es in der Regierung bereits Pläne
für eine Mandatserweiterung gebe. Er ließ aber offen, welche
Soldaten-Zahl er dem Bundestag im Herbst bei der Verlängerung des
Mandats vorschlagen werde.
(Quelle: afp)
Osttimors Prsident überlebt nur knapp Angriff von Rebellen -
Regierung ruft Notstand aus
Di.12.02.08 - Der Friedensnobelpreisträger und Präsident Osttimors,
José Ramos-Horta, ist von bewaffneten Rebellen angegriffen und
schwer verletzt worden, befindet sich aber außer Lebensgefahr.
Das teilte Parlamentspräsident Fernando de Araujo mit. Bei den
Angriffen erlitt Ramos-Horta Verletzungen in Bauch und Brustkorb.
Ministerpräsident Xanana Gusmão wurde ebenfalls
angegriffen, er überlebte unverletzt.
Die Regierung in Osttimor hat am heutigen Dienstag für 48 Stunden
den Notstand ausgerufen. Der amtierende Präsident Vicente
Gutterres verkündete die Maßnahme in einer Fernsehansprache.
Die Notstandsmaßnahmen sehen ein Demonstrationsverbot vor und
geben der Polizei Sondervollmachten.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)
verurteilte für die Bundesregierung die Anschläge. In New
York sollte am Montagabend der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung
zusammenkommen.
Nach übereinstimmenden Angaben der Sicherheitskräfte und
Behörden griffen die Rebellen in Dili die Häuser von
Ramos-Horta und Gusmão sowie den Dienstwagen des
Ministerpräsidenten auf dem Weg zur Arbeit an. Drei Kugeln trafen
Ramos-Horta. Der 58-Jährige wurde zunächst im australischen
Militärhospital von Dili notoperiert und dann zur weiteren
Behandlung nach Australien geflogen.
Wieviele Rebellen sich an den Angriffen beteiligten, war zunächst
unklar. Nach Angaben Gusmãos starben bei dem Schusswechsel in
Ramos-Hortas Haus Rebellenchef Alfredo Reinado und ein weiterer
Aufständischer, die anderen konnten fliehen. In einem kurzen
Fernsehauftritt erklärte der Ministerpräsident, die Lage sei
wieder unter Kontrolle. In Osttimor wurden der Ausnahmezustand sowie
eine Ausgangssperre verhängt. Reinado stand bereits im Mai 2006
hinter einem Aufstand entlassener Soldaten gegen den damaligen
Ministerpräsidenten Mari Alkatiri, dem er Korruption und
Vetternwirtschaft vorwarf.
Die Nachricht von den Angriffen auf die Staatsführung Osttimors
löste international Besorgnis aus. Steinmeier reagierte "mit
tiefer Erschütterung" auf die Anschläge. Er sicherte der
"jungen Demokratie" Osttimors die Unterstützung und die Sympathie
Deutschlands zu. Noch für den Abend wurde eine Sondersitzung des
UN-Sicherheitsrats einberufen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
verurteilte die Angriffe und rief die Bevölkerung des Landes auf,
"Ruhe zu bewahren und sich jeden Aktes der Gewalt zu enthalten".
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte der
Regierung Osttimors weitere Hilfe beim Aufbau der Demokratie zu. Der
australische Regierungschef Kevin Rudd kündigte eine "erhebliche
Verstärkung" der 800 in Osttimor stationierten Soldaten an.
Osttimor stand jahrzehntelang unter indonesischer Besatzung. Seit dem
20. Mai 2002 ist die ehemalige portugiesische Kolonie unabhängig.
(Quelle: ap)
Iran betont am Nationalfeiertag Recht auf Atomtechnik
Di.12.02.08 -Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Jahrestag der
Islamischen Revolution vor knapp 30 Jahren das Recht seines Landes auf
umfassende Nukleartechnik betont.
Die iranische Nation werde im Atomstreit mit dem Westen in keiner Weise
von seinem Standpunkt abweichen, sagte er vor Anhängern in der
Hauptstadt Teheran am Montag. Ahmadinedschad warf den fünf
Veto-Mächten des UN-Sicherheitsrats und Deutschland Propaganda vor.
Zehntausende Iraner feierten in mehreren Städten den Sturz des von
den USA gestützten Schahs und die Errichtung eines
Religionsstaates 1979. Frauen in schwarzen Überhängen und
Männer skandierten "Tod für Amerika".
Der Westen verdächtigt den Iran, an Atomwaffen zu arbeiten. Die
Regierung in Teheran erklärt dagegen, sie betreibe das Atomprogramm
zu zivilen Zwecken. Nach monatelangem Ringen einigten sich die
fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und
Deutschland Ende Januar auf eine neue UN-Resolution, die eine moderate
Verschärfung der bestehenden Sanktionen vorsieht.
(Quelle: rtr)
Nahost-Konflikt: Angst vor Anschlag - Hamas-Führer Hanija taucht ab
Di.12.02.08 - Ismail Hanija, Führer der radikal-islamischen Hamas-Organisation,
ist nach palästinensischen Angaben wegen israelischer
Anschlagspläne in den Untergrund gegangen. Anrufe wurden am
Vormittag nicht mehr beantwortet.
Eine Mitarbeiterin des entlassenen Ministerpräsidenten in Gaza
teilte mit, man habe Anweisungen erhalten, das Bürogebäude zu
räumen. Nach israelischen Medienberichten will die israelische
Luftwaffe die gezielte Tötung militanter Palästinenser im
Gazastreifen verstärken. Dies habe die Regierung angesichts des
andauernden Beschusses israelischer Grenzorte mit Kassam-Raketen
beschlossen.
Der israelische Infrastrukturminister Benjamin Ben-Elieser sprach sich
am Montag im israelischen Rundfunk für die gezielte Tötung von
Hamas-Führern aus. Der israelische Ministerpräsident Ehud
Olmert hatte seinem Kabinett am Sonntag gesagt, man werde weiter gegen
die für den Raketenbeschuss Israels Verantwortlichen vorgehen und
man werde dabei «keine Ausnahmen» machen. Er schloss jedoch
eine Großoffensive im Gazastreifen zum gegenwärtigen
Zeitpunkt aus. Am Samstag waren bei einem Raketenangriff auf die
Grenzstadt Sderot zwei israelische Brüder schwer verletzt worden.
Einer der beiden, ein achtjähriger Junge, verlor dabei ein Bein.
(Quelle: dpa)
Bis zu 600.000 Flüchtlinge durch Gewalt in Kenia
Di.12.02.08 - Die Gewalt nach der umstrittenen Präsidentenwahl Ende Dezember in
Kenia hat nach UN-Angaben bis zu 600.000 Menschen zu Flüchtlingen
gemacht. Rund 1.000 Menschen wurden bei den Unruhen getötet. Wie
John Holmes, der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre
Angelegenheiten, am Montag in Helsinki sagte, leben 300.000 Menschen in
Flüchtlingslagern. Darüber gebe es aber ungefähr noch
einmal 300.000 Menschen, die geflohen seien, aber bei Freunden oder
Verwandten untergekommen seien.
Ein Unterhändler der kenianischen Regierung hat unterdessen
erstmals die Möglichkeit einer Teilung der Macht mit der
Opposition angedeutet. «Wir sprechen über die
Modalitäten einer politischen Lösung», sagte Mutula
Kilonzo, einer der Unterhändler von Staatspräsident Mwai
Kibaki. Dabei gebe es verschiedene Möglichkeiten, eine sei eine
Machtteilung, eine andere die Überarbeitung der Verfassung, so
dass es eine starke Opposition und eine handlungsfähige Regierung
gebe.
Oppositionsführer Raila Odinga, der Kibaki Wahlbetrug vorwirft,
war am Montag erstmals etwas von der bislang unabdingbaren Forderung
nach einem Rücktritt seines Kontrahenten abgerückt. Beide
stehen unter wachsendem internationalen Druck, sich friedlich zu
einigen. Der in dem Streit vermittelnde frühere
UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte am Freitag vor der
Unterbrechung der Verhandlungen für das Wochenende erklärt,
es habe wichtige Fortschritte gegeben.
(Quelle: ap)
Religionsführer in Kenia rufen zu Neuanfang auf
Di.12.02.08 - In Kenia haben führende Vertreter von Christentum, Islam und
Hinduismus zu einem Neuanfang aufgerufen. In einer Erklärung
bekannten sich die Religionsführer zur Mitschuld an der politischen
Krise, wie die ökumenische Nachrichtenagentur ENI (Genf) am
Samstag berichtete. Am Freitag hatten die Glaubensgemeinschaften zu
einem Tag des Gebets aufgerufen.
Der anglikanische Erzbischof Benjamin Nzimbi sagte, Kenia brauche eine
Führung, die sich am Glauben orientiere. Das Land befinde sich mit
mehr als 1.000 Toten und 300.000 Flüchtlingen seit den umstrittenen
Wahlen Ende Dezember in einer kritischen Phase. "Wenn wir gemeinsam
beten, bringt es unserer Nation Segen", sagte Nzimbi, der Vorsitzender
eines interreligiösen Forums ist. "Wir haben die Hoffnung auf ein
besseres Kenia."
In ihrer Erklärung räumen die Religionsführer ein,
mitverantwortlich für die ethnischen Konflikte zu sein, die im
Streit um das Wahlergebnis aufbrachen. Sie bedauerten, andere Werte
gepredigt als befolgt zu haben. "Wir sind ethnozentrisch statt
kenianisch", heißt es. "Wir sind bestechlich statt rechtschaffen."
Peter Karanja, Generalsekretär des kenianischen Kirchenrats,
appellierte an Regierung und Opposition, sich für das Wohl der
Nation zu einigen. Der Dialog unter Vermittlung des früheren
UN-Generalsekretärs Kofi Annan dürfe nicht ohne konkretes
Ergebnis enden, sagte er.
Auch die Allafrikanische Kirchenkonferenz, die in Nairobi ihren Sitz
hat, wirkte an den Friedensgebeten mit. "Gottes Gerechtigkeit verletze
und zerstöre nicht", sagte der Generalsekretär der
Kirchenkonferenz, Mvume Dandala aus Südafrika. "Wenn wir selbst uns
dieser Gerechtigkeit öffnen, wird das unser Land heilen."
(Quelle: epd)
Deutsche Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul: Klimawandel schafft
'Gerechtigkeitslücke' für Afrika
Di.12.02.08 - Angesichts der zunehmenden Krisen in Afrika hat Deutschlands
Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) davor gewarnt,
die Augen davor zu verschließen. Es gebe eine "neue
Gerechtigkeitslücke", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel am
Sonntag" (Online-Ausgabe). Wieczorek-Zeul: "Der Klimawandel trifft
Afrika mit voller Wucht und in aller Unschuld."
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid (CO2)
eines Afrikaners liegt dem Ministerium zufolge bei 0,27 Tonnen pro Jahr,
der eines Europäers bei 10 und der eines Amerikaners bei 20
Tonnen. "Die Probleme Afrikas werden uns erreichen, ob wir das wollen
oder nicht", warnte Wieczorek-Zeul.
Der Afrikaexperte der Unionsfraktion, Hartwig Fischer,
äußerte sich kritisch über Entwicklungshilfe, die nicht
an Projekte gebunden, sondern direkt an den Staatshaushalt gezahlt wird:
"Es darf nur dort Budget-Hilfe geben, wo ein deutlicher Weg zu
Demokratie und einem durchsichtigen Haushalt erkennbar ist."
Ähnlich äußerte sich der Vizefraktionschef der FDP,
Werner Hoyer: "Das Problem der Afrika-Politik ist, dass wir massenhaft
Geld über den Kontinent verteilen, ohne dessen Verwendung genau zu
überwachen."
Die Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte, die
SPD-Politikerin Herta Däubler-Gmelin, mahnte dagegen: "Kooperation
aus Europa ist verstärkt erforderlich, allerdings nicht nach
besserwisserischer Gutsherrenart." Die stellvertretende Fraktionschefin
der Linkspartei, Monika Knoche, forderte die Bundesregierung auf, sich
"für einen Sitz Afrikas im Sicherheitsrat der UN einzusetzen,
anstatt ihn für sich selbst zu beanspruchen".
Der Vorsitzende des Entwicklungsausschusses im Bundestag,
Grünen-Politiker Thilo Hoppe, kritisierte gegenüber dem
"Tagesspiegel", dass es keine deutsche Strategie in Afrika gebe. Viele
Akteure verfolgten unterschiedliche Ziele.
(Quelle: epd)
Venezuela: Präsident Chavez droht mit Stopp von Öllieferungen
an die USA
Di.12.02.08 - Venezuela als fünftgrößter Erdöl-Produzent der
Welt hat mit einem Stopp der Lieferungen in die USA gedroht: Wenn die
USA weiterhin planten, Venezuela wirtschaftlich zu schädigen, werde
kein Öl mehr an das Land geliefert, sagte Präsident Hugo
Chavez am Sonntag in einer wöchentlichen Ansprache. Die USA
beziehen etwa neun Prozent ihres Öls aus Venezuela.
Sollten sich die Amerikaner weiter so aggressiv wie zuletzt verhalten,
könne dies an den Weltmärkten zu einer Verdoppelung des
Ölpreises auf nahezu 200 Dollar führen, sagte Chavez. Er bezog
sich dabei auf den Streit mit dem US-Ölkonzern Exxon Mobil. Exxon
hatte in der vergangenen Woche erklärt, er habe von Gerichten
Vermögen der staatlichen venezolanischen Ölfirma PDVSA im
Wert von bis zu zwölf Milliarden Dollar einfrieren lassen. Damit
will Exxon die Zahlung von Entschädigungen sichern, die der
Konzern vor einem Schiedsgericht beantragt hat.
Chavez hatte im Juni die Anteile von Exxon und dessen US-Konkurrenten
ConocoPhillips in der Orinoco-Region im Zuge einer Verstaatlichung
übernommen. Exxon hatte dagegen Einspruch eingelegt. Die
Nationalisierung war Teil einer Verstaatlichungswelle in Venezuela.
Chavez hat erklärt, die Gewinne aus dem Ölgeschäft
gerechter verteilen zu wollen.
(Quelle: rtr)
USA: Anklage will Todesstrafe für mutmaßliche
9/11-Verschwörer
Di.12.02.08 - Im Militärverfahren gegen die mutmaßlichen Verschwörer
der Terroranschläge vom 11. September 2001 wollen die
Ankläger die Todesstrafe fordern. Das US-Verteidigungsministerium
verkündete die Anklageerhebung gegen sechs Männer, die in
Guantanamo auf Kuba inhaftiert sind. Ihnen werde vorgeworfen, für
die Planung und Ausführung der Anschläge in den USA
verantwortlich zu sein, sagte Brigadegeneral Thomas Hartmann. Unter den
Angeklagten ist Khalid Sheikh Mohammed, der sich selbst als Planer der
Anschläge bezeichnet.
Ebenfalls angeklagt wurde Ramzi Binalshibh, der als Cheflogistiker der
Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta gilt. Die Behörde für
die Militärkommissionen - die extra für den "Kampf gegen den
Terror" in den USA eingerichteten Sondergerichte - habe die Anklage
gegen die sechs erhalten, sagte Hartmann. Die Anklage gehe von einem
von langer Hand geplanten und hochkomplexen Plan des Terrornetzwerks El
Kaida aus, die Vereinigten Staaten anzugreifen. Die Ankläger
hätten gefordert, dass die sechs Verdächtigen vor eine
Militärkommission gestellt und wegen Kapitalverbrechen abgeurteilt
würden. Wenn die zuständige Richterin Susan Crawford dies
genehmige, könne im Falle eines Schuldspruchs die Todesstrafe
verhängt werden.
Konkret werden den sechs Männern unter anderem Verschwörung,
Mord, Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen und Terrorismus
vorgeworfen. Vier von ihnen würden außerdem der
Flugzeugentführung beschuldigt. Khalid Sheikh Mohammed steht im
Verdacht, El-Kaida-Chef Osama bin Laden 1996 Vorschläge für
den Anschlag unterbreitet und die gesamte Vorbereitung überwacht
zu haben. Er selbst hat angegeben, auch hinter rund 30 weiteren
Anschlägen und Anschlagsplänen weltweit gesteckt zu haben.
Zwar können bis zu einer Prozesseröffnung noch Monate
vergehen. Ein Prozess gegen die sechs Männer in Guantanamo
dürfte den Blick der Weltöffentlichkeit erneut auf das nach
den Terroranschlägen von 2001 speziell entwickelte Justizsystem
für den "Kampf gegen den Terror" lenken, das den Angeklagten
deutlich weniger Rechte gewährt als traditionelle US-Zivilgerichte.
Heftige Diskussionen gibt es unter anderem um Aussagen, die unter Zwang
gemacht wurden: Vergangene Woche hatte der Geheimdienst CIA
eingeräumt, bei der Befragung von Khalid Sheikh Mohammed sei die
umstrittene Verhörmethode des "Waterboarding" - bei dem der
Verhörte zu ertrinken glaubt - angewandt worden.
(Quelle: afp)
US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten: Obama geht als
Favorit in die Vorwahlen am Potomac - Clinton setzt ihre
Wahlkampfmanagerin ab
Di.12.02.08 - Beflügelt durch seine jüngsten Erfolge geht Senator Barack
Obama bei den US-Demokraten am heutigen Dienstag als Favorit in die
Vorwahlen rund um den Fluss Potomac.
In Umfragen lag Obama, der erster schwarzer Präsident der USA
werden will, in der Hauptstadt Washington sowie deren Nachbarstaaten
Maryland und Virginia vor der früheren First Lady Hillary Clinton,
die inzwischen ihre Wahlkampfmanagerin auswechselte. Bei den
Republikanern stellte sich der scheidende Präsident George W. Bush
hinter den innerparteilich umstrittenen Senator John McCain, dem die
Nominierung als Kandidat für die Wahl am 4. November kaum noch zu
nehmen ist.
Obama gewann am Wochenende die Vorwahlen in Maine, Louisiana, Nebraska
und im Bundesstaat Washington. Damit liegt der Senator aus Illinois
faktisch gleichauf mit Clinton, die vor Monaten als Favoritin in das
Rennen der Demokratischen Partei gestartet war. "Wir haben die
Ostküste gewonnen, wie siegten an der Nord- und der
Pazifikküste und wir haben zwischen den Küsten gewonnen",
sagte Obama nach Bekanntgabe des Ergebnisses in Maine am Sonntagabend.
Clinton rief dazu auf, eine "erfahrene und erprobte Kandidatin zu
wählen, die die volle Distanz gegen John McCain gehen kann". Auf
den Sieg Obamas in Maine und die Auswechselung ihrer Wahlkampfleiterin
ging die New Yorker Senatorin, die erste Präsidentin werden will,
nicht ein.
Nach dem bislang eher enttäuschenden Verlauf ihrer Kandidatur
wechselte Clinton ihre Wahlkampf-Leiterin aus. Die langjährige
Beraterin Maggie Williams werde ab sofort den Posten übernehmen,
sagte ein Sprecher Clintons. Sie ersetze Patti Solis Doyle, die der
Senatorin aber als Beraterin erhalten bleibe.
Ungeachtet ihrer jüngsten Niederlagen kann Clinton das Rennen um
die Nominierung dennoch gewinnen. Dazu reiche ein gutes Abschneiden in
Ohio, Texas und Pennsylvania, sagte der Politikprofessor Larry Sabato
von der University of Virginia.
Präsident Bush sagte McCain seine Unterstützung zu und
würdigte ihn als "wahren Konservativen". Bush sagte in einem
Fernsehinterview, allerdings müsse McCain beim konservativen
Flügel der Republikanischen Partei noch Überzeugungsarbeit
leisten. Der konservative Flügel der Republikaner wirft McCain
vor, konservative Werte wie etwa den Lebensschutz nicht vehement genug
zu vertreten. Bush sagte, McCain trete für eine starke
Landesverteidigung, dauerhafte Steuersenkungen und den Schutz des
werdenden Lebens ein. Der Präsident hatte sich bisher aus dem
Kandidatenrennen seiner Partei herausgehalten.
(Quelle: rtr)
Brüssel prüft schärfere Anti-Diskriminierungsregeln
Di.12.02.08 - Brüssel prüft eine Verschärfung der in der deutschen
Regierung umstrittenen Anti-Diskriminierungsregeln. EU-Sozialkommissar
Vladimir Spidla will bis Juni Beschwerden von Behindertenverbänden
und des Europaparlaments nachgehen, wie seine Sprecherin Katharina von
Schnurbein auf Anfrage sagte. Der tschechische Kommissar könnte
demnach noch in diesem Jahr eine Ausweitung der geltenden EU-Gesetze
vorschlagen. Spidla prüft seiner Sprecherin zufolge unter anderem
Angaben, wonach Behinderte von Banken schlechter behandelt werden als
andere Kunden.
So müsse ein Behinderter für Finanzdienstleistungen nach
Angabe von Verbänden teilweise mehr zahlen, weil seine
Lebenserwartung als kürzer gelte. Bestätigten sich die
Vorwürfe, wären neue Gesetze "eine Möglichkeit", sagte
Schnurbein. In der Großen Koalition droht damit neuer Streit. Vor
allem in der Union gehen vielen bereits die geltenden Regeln zu weit.
Mit dem Antidiskriminierungsgesetz von 2006 hat die Bundesregierung vier
EU-Richtlinien umgesetzt. Ziel ist es, eine Diskriminierung von
älteren Menschen, Frauen, Homosexuellen, Andersgläubigen oder
Behinderten zu unterbinden.
Wegen der Umsetzung in Deutschland hatte die EU-Kommission Ende Januar
bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Spidla hält
unter anderem die Vorgaben für Arbeitgeber zum Schutz von
Behinderten für nicht streng genug. Die Bundesregierung hat zwei
Monate Zeit zur Antwort.
(Quelle: afp)
Merkel hadert mit Erdogans Integrationverständnis
Di.12.02.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Warnung des türkischen
Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan an seine in Deutschland
lebenden Landsleute vor Assimilation kritisiert.
Die CDU-Vorsitzende hielt Erdogan eine falsche Vorstellung von
Integration vor. Integration bedeute, sich in die Lebensweise eines
Landes hineinzufinden, sagte sie am Montag in Hamburg. Wer die deutsche
Staatsbürgerschaft besitze, sei Staatsbürger ohne Abstriche.
"Die Loyalität gehört dann dem deutschen Staat", sagte sie in
Hamburg. "Deshalb glaube ich, dass wir über das
Integrationsverständnis schon auch mit dem türkischen
Ministerpräsidenten noch weiter diskutieren müssen."
Erdogan hatte die Deutsch-Türken am Sonntag auf einer
Veranstaltung in Köln vor Assimilation gewarnt. Zugleich betonte
er aber auch, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache sei.
Merkel begrüßte diese Äußerungen, unterstrich
allerdings, das dauerhafte Leben in einem Land bringe es auch mit sich,
die Gewohnheiten in diesem Land anzunehmen. "Deshalb, denke ich, sind
wir hier noch nicht am Ende der Diskussion."
Der Vorsitzende des Islamrats in Deutschland, Ali Kizilkaya, nannte die
Aufregung um Erdogan unverständlich. "Assimilation abzulehnen
steht doch nicht im Gegensatz zu Integration, sagte er dem
"Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). "Wir leiden schließlich in
Deutschland darunter, dass viele junge Migranten gar keine
Identität mehr haben." Der Regierungschef dürfte vielen
Türken aus dem Herzen gesprochen haben, als er seine Landsleute
aufgefordert habe, die Ursprungskultur nicht zu vergessen, aber sich zu
integrieren und die deutsche Sprache zu lernen.
Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bewertete die Auftritte
Erdogans in Deutschland positiv und monierte, die gegenwärtige
Integrationsdebatte sei von großer Unkenntnis geprägt.
Erdogan habe dazu beigetragen, nach der Brandkatastrophe von
Ludwigshafen die Emotionen einzudämmen. Es sei bemerkenswert, dass
er als erster türkischer Regierungschef seine Landsleuten in
Deutschland aufgerufen habe, deutsch zu lernen.
Bayerns Europaminister Markus Söder hielt Erdogan vor, ihm gehe es
einzig darum, Politik von Ankara aus zu machen. Er halte es für
möglich, dass Erdogan mit seinen Äußerungen den Weg
für eine türkische Partei in Deutschland bereiten wolle",
sagte der CSU-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe). Die
Integrationsprozesse würde damit aber in die gegenteilige Richtung
laufen.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck mahnte, beide Seiten seien aufgefordert
deutlich zu machen, "dass wir zusammengehören". Mit den
Integrationsbemühungen verbinde die deutsche Seite keinesfalls den
Anspruch, " dass Menschen, die aus der Türkei zu uns gekommen
sind, ihre kulturelle oder religiöse Integrität aufgeben
müssen"
Merkel wies außerdem Erdogans Vorschlag zurück, Lehrer aus
der Türkei zu holen und türkische Schulen in Deutschland
einzurichten. Sie glaube nicht, dass dies der Integration diene. Auch
Beck nannte es falsch, eigene türkische Schulen oder Hochschulen
in Deutschland einzurichten.
(Quelle: rtr)
CDU und SPD wollen Kindergeld erhöhen
Di.12.02.08 - Nach der CDU/CSU hat sich auch die SPD auf eine Erhöhung des
Kindergeldes ab 2009 festgelegt. Das teilte Parteichef Kurt Beck nach
einer Sitzung des SPD-Präsidiums mit. Bislang hatten die
Sozialdemokraten einem Ausbau von Sachleistungen wie zum Beispiel
kostenlosen Angeboten für Betreuung oder Schulessen den Vorzug
geben wollen. Nun kündigte Beck an, das zur Verfügung
stehende Geld solle je zur Hälfte für beide Zwecke eingesetzt
werden. Das CDU-Präsidium bekräftigte das Ziel einer
Erhöhung des Kindergeldes.
Beck sagte, die geplanten Verbesserungen für Familien sollten ab
1. Januar 2009 gelten, "gegebenenfalls auch rückwirkend". Als
unmittelbare Hilfen nannte er Schulstarterpakete, Essensgeldfonds oder
die Ausstattung von Schülern mit Schülerlaptops. Eine
Anhebung des Kindergelds um zum Beispiel zehn Euro würde laut Beck
einen Betrag von knapp zwei Milliarden Euro an Ausgaben ausmachen. Die
Finanzierung ließ die SPD ebenso wie die CDU offen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Hamburg, mit dem höheren
Kindergeld wolle ihre Partei "Eltern den Rücken stärken" und
Familien mit mittleren Einkommen finanziell besserstellen. Über
die Höhe des Anstiegs will auch sie im Herbst nach der
routinemäßigen Überprüfung des Existenzminimums
für Kinder entscheiden. Auf Nachfragen stellte Merkel klar, auch
ihre Partei wolle sich neben der Erhöhung des Kindergeldes
über den weiteren Ausbau der Betreuung sowie über das
Schulessen "noch Gedanken machen".
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) lehnte Abstriche
beim Kindergeld zugunsten von Betreuungsangeboten oder anderen
Sachleistungen erneut ab. Eltern seien auch auf das Kindergeld
angewiesen, um familienbedingte Mehrkosten etwa für eine
größere Wohnung oder den häufigeren Gebrauch der
Waschmaschine abzudecken, wandte sie sich im ZDF gegen eine
Beschränkung auf Sachleistungen.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) griff
Familienministerin von der Leyen (CDU) in der Kindergeld-Debatte scharf
an. Die CDU-Politikerin betreibe vor der Landtagswahl in Hamburg Ende
Februar eine "vordergründige Debatte" mit dem "Blinkwort
Kindergeld", kritisierte Steinbrück am Rande eines Treffens der
Eurogruppe in Brüssel.
Umstritten zwischen Union und SPD bleibt die Frage eines
Betreuungsgeldes, das ab 2013 gezahlt würde. Einig sind sind Union
und SPD über den geplanten Kinderzuschlag für sozial Schwache.
(Quelle: afp)
Grünen-Fraktionschef Kuhn greift Die Linke an
Di.12.02.08 - Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Fritz Kuhn, hat die Partei
Die Linke scharf angegriffen und Koalitionen mit ihr ausgeschlossen. Was
Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine von sich gebe, sei "blanker
Rechtspopulismus", sagte Kuhn der "Leipziger Volkszeitung". Das betreffe
sowohl die Innen- als auch die Sozialpolitik. "Mit so etwas können
wir nicht koalieren", fügte der Grünen-Politiker hinzu. Die
Politik der Linkspartei setze nicht an der Wirklichkeit an, sondern sei
"beliebiger Populismus."
Die Aussagen seines Stellvertreters Jürgen Trittin über ein
Regierungsbündnis aus SPD, Linkspartei und Grünen nach der
Landtagswahl in Saarland im kommenden Jahr hält Kuhn bei den
Grünen nicht für mehrheitsfähig. Der Parteirat werde
klären, was Trittin "da geritten" habe. Zugleich erteilte Kuhn auch
einer Koalition aus CDU und Grünen in Hamburg nach der dortigen
Bürgerschaftswahl am 24. Februar eine klare Absage. In Hamburg
stehe ein Bündnis aus SPD und Grünen auf der Tagesordnung.
Mit der Union gebe es dagegen kaum Schnittmengen.
(Quelle: afp)
Zeitarbeitsbranche will Mindestlohn
Di.12.02.08 - Nach dem Koalitionsstreit über Mindestlöhne für
Briefzusteller droht ein neuer Konflikt um Lohnuntergrenzen für
Zeit- und Leiharbeiter. Die Zeitarbeitsverbände IGZ und BZA
beantragten am Montag bei Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) die
Aufnahme der Branche in das Entsendegesetz.
Ziel ist es, einen flächendeckenden Mindestlohn für die gut
600.000 Beschäftigten in Deutschland durchzusetzen. Der
Tarifvertrag, den die beiden Verbände 2006 mit dem Deutschen
Gewerkschaftsbund abgeschlossen hatten, sieht Stundenlöhne von
mindestens 6,36 Euro im Osten und 7,31 Euro im Westen vor.
Der Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister
(AMP) lehnt den Vorstoß allerdings strikt ab und will sich
notfalls vor Gericht dagegen wehren. Er hatte mit den Christlichen
Gewerkschaften einen Tarifvertrag geschlossen, der etwas geringere
Stundenlöhne vorsieht.
AMP-Präsident Peter Mumme vertrat die Ansicht, der Vorstoß
ziele allein darauf ab, unliebsame Tarifkonkurrenz auszuschalten. Die
Folge wäre die Vernichtung von Arbeitsplätzen, von der vor
allem Nicht- und Geringqualifizierte betroffen wären. Der Verband
legte ein Rechtsgutachten vor, wonach es verfassungswidrig wäre,
den mit dem DGB vereinbarten Tarifvertrag anderen konkurrierenden
Vereinbarungen vorzuziehen.
Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnte die Aufnahme der
Zeitarbeit ins Entsendegesetz strikt ab. «In dieser Branche gibt
es derzeit keine Entsendeproblematik», erklärte er.
«Vielmehr droht ein schwerer Eingriff in die Tarifautonomie, weil
es durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für jeden
Zeitarbeitnehmer praktisch schon einen Tariflohn gibt.»
Scholz zeigte sich gleichwohl davon überzeugt, dass der Antrag
Erfolg haben werde. Die in den beiden Verbänden organisierten
Unternehmen verträten weit über 50 Prozent der
Beschäftigten, sagte der SPD-Politiker. Damit dürften die
Voraussetzungen für die Aufnahme in das Entsendegesetz
erfüllt sein. Ähnlich äußerte sich
SPD-Fraktionschef Peter Struck: «Der Mindestlohn wird
kommen», sagte er. In der Zeit- und Leiharbeit sei großer
Missbrauch festzustellen.
Auch das Bundeswirtschaftsministerium und die Union haben allerdings
Bedenken gegen die Aufnahme der Zeitarbeit in das Entsendegesetz
angemeldet, weil sie den Verlust Tausender Arbeitsplätze
befürchten. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Michael Glos
(CSU) sagte, man werde die Anträge überprüfen und nach
Ablauf der Frist inhaltlich bewerten. Dies gelte auch für die
Frage, ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme ins Entsendegesetz
vorlägen.
Die Frist für die Aufnahme in das Entsendegesetz läuft Ende
März ab. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsamer Antrag
beider Tarifpartner sowie eine Tarifbindung von mindestens 50 Prozent.
Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und der Interessenverband Deutscher
Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) vertreten nach eigener Darstellung rund
385.000 der insgesamt 600.000 Mitarbeiter. Hinzu kämen noch einmal
50.000 bis 100.000 Beschäftigte, die entsprechende
Haustarifverträge hätten.
(Quelle: ap)
Wirtschaft sieht keine rechtliche Verpflichtung zu Umweltzonen
Di.12.02.08 - Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Niederrheinischen Industrie- und
Handelkammer Duisburg-Wesel-Kleve sieht keine europarechtliche
Verpflichtung zur Festlegung einer Umweltzone. Auch sei eine
mögliche «Umweltzone Ruhrgebiet» unter dem Aspekt der
Verhältnismäßigkeit in Frage zu stellen.
«Dies widerlegt die vielfachen Aussagen aus Politik und
Behörden, es gäbe juristische Zwänge, die angedachte
großräumige Umweltzone auf Gedeih und Verderb durchsetzen zu
müssen», erklärte am Samstag Stefan Dietzfelbinger von
der Niederrheinischen IHK, bei der die Federführung in Verkehrs-
und Umweltfragen für alle IHKs in Nordrhein-Westfalen liegt.
Das Gutachten sei einmal mehr ein stichhaltiges Argument, in dem von
der EU eingeräumten Moratorium bis 2011 die über 80
wirksameren Maßnahmen zu prüfen, um das Ziel der
Luftreinhalteplanung zu erreichen. «Die Wirtschaft darf nicht
unnötig eingeschränkt, die gesamte Region nicht stigmatisiert
werden», forderte Dietzfelbinger.
Sollten die Luftreinhalteziele bis Ende 2011 nicht erreicht werden, sei
es aus Sicht der IHKs in NRW erst dann der richtige Schritt,
kleinräumige, zeitlich befristete und nachweisbar wirksame
Umweltzonen zu diskutieren.
Als erste NRW-Kommune hat Köln am 1. Januar eine Umweltzone in der
Innenstadt eingerichtet. Für besonders umweltbelastende Fahrzeuge
herrscht in diesem Bereich ein Fahrverbot. Die Vorschrift beruht auf dem
Luftreinhalteplan der Landesregierung.
(Quelle: ddp)
Umsatz der Industrie 2007 um 6 Prozent gestiegen
Di.12.02.08 - Der Umsatz der deutschen Industrie ist im vergangenen Jahr etwas
langsamer gestiegen als 2006. Vor allem zum Jahresende flachte sich das
Wachstum deutlich ab. Nach Angaben des Statischen Bundesamtes vom Montag
setzte die Industrie 2007 real 6 Prozent mehr um als im Jahr zuvor.
2006 hatte das Umsatzplus noch 6,6 Prozent betragen.
Das Inlandsgeschäft wuchs den Angaben zufolge 2007 um 3,9 Prozent,
das Auslandsgeschäft legte um 8,7 Prozent zu. Zum Jahresende
verlangsamte sich das Umsatzwachstum merklich: Im Dezember lag das Plus
noch bei 3,7 Prozent.
Innerhalb der umsatzmäßig wichtigsten Wirtschaftszweige
schnitt die Produktion von Autos und Autoteilen im Dezember mit einer
Zuwachsrate von 8,9 Prozent am besten ab (Inland: 5,3 Prozent, Ausland:
11,2 Prozent), gefolgt vom Maschinenbau mit einem Plus von 4,8 Prozent
(Inland: 2,5 Prozent, Ausland: 6,6 Prozent). Am schlechtesten
entwickelte sich die Rundfunk- und Nachrichtentechnik mit einem
Rückgang um 0,1 Prozent (Inland: plus 4,6 Prozent, Ausland: minus 3
Prozent).
Im Vergleich zu November 2007 stieg der reale Umsatz im Verarbeitenden
Gewerbe im Dezember 2007 saison- und arbeitstäglich bereinigt
insgesamt um 0,2 Prozent (nach minus 0,9 Prozent im November 2007).
Während der Inlandsabsatz um 1,4 Prozent abnahm, stieg das
Geschäft mit ausländischen Abnehmern um 2,2 Prozent.
(Quelle: ap)
Nachfrage nach Bioprodukten wächst deutlich
Di.12.02.08 - Die Nachfrage nach Bioprodukten boomt: Der Umsatz damit ist im
vergangenen Jahr auch wegen des Einstiegs der Discounter in das
Geschäft um mehr als 40 Prozent gestiegen, gegenüber 2005 hat
er sich sogar verdoppelt, wie das Marktforschungsinstitut ACNielsen am
Montag in Frankfurt am Main berichtete. Der Absatz der Bioprodukte stieg
um mehr als ein Drittel, im Vergleich zu 2005 verdoppelte er sich
nahezu.
Gefragt ist der Studie zufolge vor allem biologischer Gemüsesaft,
bei dem inzwischen die 30-Prozent-Marke beim Umsatzanteil in Sicht ist.
Joghurt, Fruchtsäfte, Butter, Süßgebäck und Quark
verzeichneten noch Bioanteile deutlich unter 5 Prozent. Bei allen
Warengruppen sei jedoch der Bioanteil am Umsatz im vergangenen Jahr mehr
oder weniger deutlich gestiegen.
Die einzige Ausnahme bilde Biobutter, deren Umsatzanteil bei 2,3
Prozent stagnierte. Unter dem Strich kam jedoch die Bioqualität von
Milchprodukten (Weiße Linie) gut an. Nachdem Aldi 2007 Bioprodukte
ins Sortiment genommen habe, sei der Umsatz damit um fast 50 Prozent
gestiegen, davon sei knapp ein Viertel auf Aldi
zurückzuführen. «Da inzwischen nahezu alle
Verbrauchermärkte und auch Discounter in der Weißen Linie
Produkte in Bioqualität aufgeschaltet haben, werden diese
Wachstumsraten 2008 nicht mehr ganz so steil ausfallen wie 2007»,
sagte Brigitte Arndt-Rausch von ACNielsen voraus.
Das Verbraucherinteresse an Bioprodukten sei aber ungebrochen: 37
Prozent der Haushalte geben an, beim Kochen so oft wie möglich
Zutaten aus biologischem Anbau und frische Kräuter zu benutzen.
(Quelle: ap)
Wirtschaftsminister Glos befürchtet negative Folgen von
Bankenkrise für Mittelstand
Di.12.02.08 - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) befürchtet negative
Auswirkungen der Bankenkrise für den Mittelstand.
"Gerade in der Bankenkrise, in der die Kreditvergabe an den Mittelstand
voraussichtlich restriktiver wird, darf nicht bei den Innovations- und
Forschungsprogrammen gespart werden", schrieb Glos in einem Beitrag
für das "Handelsblatt" vom Montag laut Vorabbericht. Vielmehr sei
es vorrangige Aufgabe der Regierung, Innovationen und Forschung noch
mehr Gewicht zu geben. "Wer daran knausert, setzt an der falschen Stelle
an."
Eine zentrale Antwort von Wirtschaft und Staat könne angesichts
aktueller Krise nur lauten: mehr Investitionen in Bildung, Forschung und
Innovation. Dazu gehöre auch er rasche Abbau der Defizite bei
Bildung und Ausbildung, schrieb Glos weiter.
(Quelle: rtr)
Steuerausfälle von bis zu 10 Mrd Euro wegen Finanzkrise
Di.12.02.08 - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) drohen einem
Pressebericht zufolge durch die Finanzkrise bei den
öffentlich-rechtlichen Banken Steuerausfälle von bis zu zehn
Milliarden Euro.
Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) vorab unter Berufung
auf Berechnungen von Wirtschaftspolitikern der Großen Koalition.
Zudem rechneten Experten mit dem Abbau weiterer Stellen bei den
öffentlich-rechtlichen Banken. "Es steht zu befürchten, dass
die WestLB, die 1500 Stellen abbauen muss, nicht die einzige Bank sein
wird. Ingesamt dürften sich die Steuerausfälle durch die Krise
der Banken in Deutschland auf bis zu zehn Milliarden Euro summieren,"
sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs, Vorsitzender des
Parlamentskreises Mittelstand, der Zeitung.
(Quelle: rtr)
92 Parlamentarier wollen Stichtag im Stammzellengesetz streichen
Di.12.02.08 - Bislang 92 Abgeordnete verschiedener Bundestagsfraktionen wollen die
Stichtagsregelung im Stammzellengesetz streichen. Zugleich sollten auch
Strafandrohungen gegen deutsche Wissenschaftler unterbleiben, die sich
an internationalen Forschungsprojekten beteiligen.
Das sagten die Initiatoren des Antrags am Montag in Berlin. Zu den
Erstunterzeichnern des Antrages gehören Ulrike Flach (FDP),
Katherina Reiche (CDU) und Rolf Stöckel (SPD).
Nach dem geltenden Recht darf in Deutschland nur mit aus dem Ausland
importierten menschlichen Stammzellen geforscht werden, die vor dem 1.
Januar 2002 gewonnen wurden. Der Bundestag wird am Donnerstag über
vier verschiedene Gesetzesentwürfe sowie über einen
Gruppenantrag zur Stammzellenforschung diskutieren. Auslöser der
Debatte sind die Forderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die
strengen Auflagen in der Bundesrepublik zu lockern und auch Arbeiten mit
neueren Stammzellenlinien zu ermöglichen.
Flach sagte, die deutsche Forschung sei verantwortungsbewusst mit dem
bisherigen Gesetz umgegangen. Seit dem Inkrafttreten im Jahr 2002 seien
insgesamt 25 Genehmigungen durch das Robert-Koch-Institut erteilt
worden. Die vorhandenen Zelllinien seien aber inzwischen für die
Forschung veraltet und teilweise unbrauchbar. Die einmalige Verschiebung
des Stichtages - wie dies eine Gruppe von 185 Abgeordneten um
René Röspel (SPD) und Ilse Aigner (CSU) möchte - werde
in fünf Jahren wieder zu ähnlichen Problemen führen.
Zur Kritik der Katholischen Kirche in Deutschland sagte Reiche, was im
katholischen Italien, im anglikanischen England und im protestantischen
Skandinavien möglich sei, könne hierzulande der Forschung
nicht verboten werden. Dies gebiete die Forschungsfreiheit im
Grundgesetz. Nach Aussage von Stöckel ist die Forschung zu
Heilungschancen krebskranker Kinder auch eine Form von Lebensschutz.
(Quelle: dpa)
Kunst
Mehrere berühmte Meisterwerke aus Museum in Zürich geraubt
Di.12.02.08 - Eine Gruppe bewaffneter Kunstdiebe hat aus einem Zürcher Museum
mehrere wertvolle Gemälde berühmter Maler wie Paul
Cézanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh und Claude Monet
gestohlen. Der Wert der gestohlenen Werke wird auf umgerechnet mehr als
66 Millionen Euro geschätzt. Zum Ort des Diebstahls teilte die
Polizei zunächst lediglich mit, dass sich dieser im Zürcher
Stadtkreis 8 ereignete.
In dem Viertel befindet sich die Sammlung E. G. Bührle, in der
unter anderem Werke von Meistern des Impressionismus und des
Post-Impressionismus des 19. Jahrhunderts ausgestellt sind. Das Museum
war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Diebstahl am
Sonntagnachmittag. Näheres sollte am Montagnachmittag bei einer
Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Am vergangenen Mittwoch waren
bereits aus einer Ausstellung in Pfäffikon zwei Ölgemälde
von Picasso im Wert von fast drei Millionen Euro gestohlen worden.
(Quelle: afp)