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Aktuelle Nachrichten
Irak am 1421sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sicherheitsgespräche USA-Iran in kommenden Tagen in Bagdad.
Hilfsorganisationen wollen 265 Millionen für Irak
Mi.13.02.08 - Vertreter der USA und des Iran werden nach irakischen Angaben bereits
in den kommenden Tagen zu einer neuen Gesprächsrunde über die
Sicherheitslage im Irak zusammenkommen.
Die Vorbereitungen für das in Bagdad geplante Treffen liefen auf
Hochtouren, sagte Iraks Außenminister Hoschijar Sebari am Dienstag
bei einem Besuch in Moskau. Die USA und der Iran haben im vergangenen
Jahr mehrmals über die Situation im Irak beraten. Die
Gespräche trugen dazu bei, die Beziehungen beider seit fast 30
Jahren verfeindeten Ländern etwas zu entspannen.
Die USA verdächtigen den Iran, aufständische Milizen im Irak
auszubilden und mit Waffen zu versorgen. Die iranische Regierung hat die
Vorwürfe zurückgewiesen. Belastet werden die
amerikanisch-iranischen Beziehungen zudem durch den Streit über das
iranische Atomprogramm.
Hilfsorganisationen haben am Dienstag die internationale Gemeinschaft
um insgesamt 265 Millionen Dollar für notleidende Menschen im Irak
gebeten. Es war ein gemeinsamer Appell von 14 UN-Organisationen und
zehn unabhängigen Verbänden, wie die
UN-Unterstützungsmission für den Irak (UNAMI) mitteilte.
Schätzungsweise vier Millionen Menschen im Irak seien auf
Lebensmittelhilfen angewiesen, hieß es. Rund 2,4 Millionen Iraker
sind durch den Krieg zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden.
boa (Quellen: rtr, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 13.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertneunundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Di.13.02.07 - US-Präsidentschaftskandidat McCain befürchtet 'Tet-Offensive'
im Irak +++ Mindestens 79 Tote bei Anschlägen in Bagdad +++ Iran weist
US-Vorwürfe über Waffenlieferungen in den Irak zurück +++
Auch ehemaliger irakischer Vizepräsident zum Tode verurteilt +++
Erneut zwei Deutsche im Irak vermisst...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0702130.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Massive Kritik an Verfahren gegen 9/11-Verschwörer
Mi.13.02.08 - Menschenrechtsorganisationen haben das Militärverfahren gegen die
mutmaßlichen Verschwörer der Terroranschläge vom 11.
September 2001 scharf kritisiert. Amnesty International rief die USA zu
einem Verzicht auf die Todesstrafe auf, die die Ankläger zuvor
für sechs Männer gefordert hatten. Die in London sitzende
Organisation stellte in ihrer Erklärung außerdem die
Unparteilichkeit der Militärtribunale in Frage. Die internationale
Gemeinschaft müsse die USA dazu auffordern, unabhängige
Gerichte einzurichten, hieß es.
Amnesty befürchtet, dass während der Tribunale Aussagen, die
unter Folter gemacht wurden, verwendet würden. Vergangene Woche
hatte der Geheimdienst CIA die Anwendung der umstrittenen
Verhörmethode des "Waterboarding" eingeräumt, bei dem der
Verhörte zu ertrinken glaubt.
Auch Human Rights Watch stellte die Beweise der Ankläger in Frage.
"Jemanden hinzurichten aufgrund von Beweisen, die durch die Simulation
von Ertrinken oder nach langem Schlafentzug zustande kamen (...) ist
keine Antwort", erklärte ein Vertreter der
Menschenrechtsorganisation.
Das US-Verteidigungsministerium hatte in Washington Anklage gegen sechs
Männer erhoben, die im Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba
inhaftiert sind. Die Männer sollen für die Planung und
Ausführung der Anschläge in den USA verantwortlich sein.
Unter den Verdächtigen befinde sich auch der mutmaßliche
Drahtzieher Khaled Sheikh Mohammed.
(Quelle: afp)
Afghanistan: Präsident Karsai fordert mehr Hilfe für Bau
islamischer Schulen
Mi.13.02.08 - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat von der internationalen
Gemeinschaft und besonders den muslimischen Ländern mehr
Unterstützung beim Bau islamischer Schulen gefordert.
«Unsere Studenten sollten in unserem Land unter der Kontrolle
unserer Wissenschaftler und Kleriker sein», sagte Karsai auf
einer Konferenz zu Erziehungsfragen am Dienstag in Kabul. Zahlreiche
junge Afghanen besuchen religiöse Schulen in Pakistan, was der
Regierung in Kabul missfällt, da es sich oft um radikale
Institutionen handelt.
Die Regierung fordert daher den Bau moderner Religionsschulen, in denen
Kinder eine breitangelegte und islamische Ausbildung bekommen sollen.
Derzeit studieren rund 91.000 Jugendliche in 336 Madrassen, wie die
islamischen Schulen genannt werden. Das sind nur rund zwei Prozent der
insgesamt 5,8 Millionen afghanischen Schüler. Die
gegenwärtige Schülerzahl ist ein Erfolg der Aufbauarbeit seit
dem Sturz der Taliban 2001 - damals gab es nur 900.000 Schüler.
Die internationalen Streitkräfte der USA und der NATO haben in der
Vergangenheit immer wieder beim Aufbau von Schulen geholfen.
In der westlichen Provinz Farah waren am Dienstag noch zwei Bürger
Katars und vier Afghanen in der Gewalt von Geiselnehmern, wie die
Behörden mitteilten. Rund 20 Araber und Afghanen waren den Angaben
zufolge am Sonntag zur Jagd seltener Vögel unterwegs, als sie von
Kämpfern der Taliban ausgeraubt und zeitweise gefangengenommen
wurden. Ebenfalls in der Provinz Farah wurde ein NATO-Soldat bei einem
Selbstmordanschlag auf einen Autokonvoi verletzt.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt: Israel will in Ostjerusalem Hunderte neue Häuser
bauen - Ministerpräsident Olmert fordert mehr Druck auf Iran im
Atom-Streit - Merkel will Zusammenarbeit mit Israel intensivieren
Mi.13.02.08 - Israel will nach offiziellen Angaben bis zu 1100 neue Wohnungen im
arabischen Ostteil Jerusalems und dessen Umgebung bauen.
Die Stadtverwaltung bereite derzeit Ausschreibungen für 750
Wohnungen in Pisgat Seew im Norden Jerusalems und möglicherweise
370 weitere Wohneinheiten in Har Homa im Süden der Stadt vor, sagte
Bauminister Seew Boim dem israelischen Rundfunk am Dienstag. "Wir bauen
in Jerusalem überall innerhalb der Stadtgrenzen", fügte Boim
hinzu. Einem Ministeriumsvertreter zufolge hängt die Ausschreibung
für Har Homa allerdings noch vom Ausgang einer früheren
Bieterrunde für den Bau von 307 Häusern in der umstrittenen
Siedlung ab.
Ende 2007 hatten israelische Pläne für Hunderte neue
Häuser in Har Homa, das von den Palästinensern Dschabal Abu
Ghneim genannt wird, die Nahost-Friedensgespräche wochenlang ins
Stocken gebracht. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert
verhängte danach auf Druck der USA einen faktischen Stopp für
den Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland. Bauvorhaben
innerhalb der Grenzen Jerusalems, die nach israelischer Auffassung auch
den annektierten arabischen Ostteil umfassen, hat er jedoch nicht
rückgängig gemacht.
Die Palästinenser betrachten Har Homa als letzten Teil eines
Siedlungsrings, mit dem Israel Ostjerusalem vom Westjordanland
abschneiden wolle. Dieser Interpretation zufolge zielen entsprechende
Vorhaben darauf, bei der künftigen Gründung eines
Palästinenserstaats eine Hauptstadt Ostjerusalem zu verhindern.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat die
internationale Staatengemeinschaft im Atom-Streit mit dem Iran zu
stärkeren Anstrengungen gedrängt.
"Hier geht es im wesentlichen um eine Herausforderung an die
großen Mächte", sagte Olmert am Dienstag in Berlin nach einem
Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es müssten alle
Möglichkeiten ergriffen werden, um das Problem auf diplomatischem
Wege zu lösen. Olmert begrüßte in diesem Zusammenhang
die führende Rolle der Bundesregierung. Olmert betonte, das
Nicht-Einlenken Teherans im Streit um sein Atomprogramm zeige, dass der
Iran nach Nuklearwaffen strebe.
Der israelische Ministerpräsident kündigte zugleich harte
Reaktionen auf Gewaltakte der Palästinenser an. "Wir werden da vor
nichts zurückschrecken", betonte er. Seine Regierung sei
entschlossen, Terror aus dem Gazastreifen "auf jede Art zu begegnen".
Olmert fügte hinzu: "Wir werden niemandem einen Rabatt geben."
Neben dem entschiedenen Kampf gegen den Terror wolle Israel auch die
Friedensgespräche mit der Palästinenser-Regierung
weiterführen.
Merkel sprach von einer schwierigen Lage im Nahost-Friedensprozess. Sie
sei froh, dass die Gespräch zwischen Israel und Palästinensern
aber weiterlaufen sollten. Deutschland unterstütze eine
Zwei-Staaten-Lösung, bekräftigte die Kanzlerin. Die Zeit
für Verhandlungen dränge. Merkel sicherte Olmert zu, den
Prozess so weit wie möglich unterstützen zu wollen.
Merkel hat eine verstärkte Zusammenarbeit mit Israel
angekündigt. "Uns ist es besonders wichtig, dass neben der
historischen Verantwortung für die Existenz des Staates Israel
unsere bilateralen Beziehungen auf eine Plattform gestellt werden, die
in die Zukunft blickt", sagte Merkel nach dem Treffen mit dem
israelischen Ministerpräsidenten in Berlin. Deswegen werde die
Bundesregierung Mitte März "mit einer großen Zahl von
Ministern" zu Konsultationen nach Israel reisen - darunter auch
Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Besondere Bedeutung hätten in Zukunft der Jugend- und
Wissensaustausch zwischen beiden Ländern, sagte Merkel weiter. Die
Konsultationen, die künftig regelmäßig stattfinden
sollen, sind für den 17. März geplant.
boa (Quellen: rtr, afp)
EU beginnt Stationierung ihrer Friedenstruppe im Tschad
Mi.13.02.08 - Nach dem Abflauen der Kämpfe zwischen Armee und Rebellen im Tschad
hat die Europäische Union einen neuen Anlauf zur Entsendung ihrer
Friedenstruppe in das zentralafrikanische Land gestartet.
Ein militärisches Frachtflugzeug sei am Dienstag in der
östlichen Stadt Abeche gelandet, teilte die Eufor-Mission mit.
Damit habe der Einsatz offiziell begonnen. In den folgenden Tagen
sollten weitere Flugzeuge in Abeche sowie der Hauptstadt N'Djamena
ankommen. Einsatzfähig seien die Einheiten bis Ende März.
Die bis zu 3700 Mann starke Truppe mit einem UN-Mandat soll im Osten
des Landes helfen, Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion
Darfur zu schützen. Sie war Ende Januar beschlossen worden. Die
Entsendung der ersten Soldaten wurde zu Monatsbeginn aber ausgesetzt,
weil sich Regierungstruppen und Rebellen in N'Djamena heftige Gefechte
lieferten. Letztere fordern den Rücktritt von Präsident
Idriss Deby, der seit 1990 an der Macht ist und von der früheren
Kolonialmacht Frankreich gestützt wird.
Die Rebellen lehnen die EU-Friedenstruppe ab und warnten zuletzt, sie
würden diese als feindlich einstufen. Da die Mehrheit der Truppen
von Frankreich gestellt werde, könne die Eufor-Mission nicht
neutral sein, erklärten sie. Deby indes hatte darum gebeten, die
Truppe schnellstmöglich zu entsenden.
(Quelle: rtr)
Unabhängige Kommission soll Wahl in Kenia untersuchen
Mi.13.02.08 - In Kenia soll eine unabhängige Kommission die Umstände der
umstrittenen Präsidentenwahl untersuchen. Regierung und Opposition
hätten sich auf ein solches Gremium geeinigt, erklärte der
frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan am Dienstag. Zugleich
forderte Annan beide Seiten auf, die notwendigen Gesetze für eine
Lösung der seit Wochen andauernden Krise auszuarbeiten, die schon
mit mehr als 1.000 Menschen das Leben gekostet hat. Als Kompromiss
stehen derzeit eine zweijährige Teilung der Macht und
anschließende Wahlen im Raum.
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Die Opposition habe einen entsprechenden Vorschlag vorgebracht, sagte
der Abgeordnete William Ruto. Während der zweijährigen
Machtteilung sollten vor allem die Verfassung und die Wahlkommission
reformiert sowie ein Plan zum Wiederaufbau zerstörter Landesteile
erarbeitet werden. Außerdem schlug Ruto eine Wahrheits- und
Gerechtigkeitskommission vor, die Landstreitigkeiten untersuchen soll,
die mit ein Grund für die gewaltsamen Ausschreitungen der
vergangenen Wochen waren. Regierungsunterhändler Mutula Kilonzo
erklärte, die Partei von Präsident Mwai Kibaki prüfe den
Vorschlag. Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga, der dem
Staatschef Wahlbetrug vorwirft, stehen unter wachsendem internationalen
Druck, sich friedlich zu einigen.
(Quelle: ap)
Simbabwes Regierungspartei schließt Mugabes Gegenkandidaten aus
Mi.13.02.08 - Bei den Wahlen in Simbabwe wird der frühere Finanzminister Simba
Makoni aller Voraussicht nach als unabhängiger Kandidat gegen
Staatschef Robert Mugabe antreten.
Ein Sprecher der Regierungspartei Zanu-PF bestätigte am Dienstag,
dass Makoni nach Bekanntgabe seiner Gegenkandidatur zu Mugabe offiziell
aus der Bewegung ausgeschlossen worden sei. Über die politische
Zukunft von Makoni war seit Tagen spekuliert worden: In der vergangenen
Woche hatte ein Vertreter der Zanu-PF erklärt, der Politiker habe
sich mit seiner Ankündigung, Mugabe herauszufordern, praktisch
selbst von der Partei getrennt.
Der 57-jährige Makoni war bislang ein ranghoher Funktionär
der Zanu-PF. Er wäre der erste parteiinterne Gegenkandidat zu
Mugabe seit 20 Jahren gewesen. Mugabe regiert die frühere
britische Kolonie seit ihrer Unabhängigkeit 1980. Am 29. März
tritt der inzwischen 83-jährige Autokrat für eine weitere
fünfjährige Amtszeit an. Makoni, ein studierter Chemiker,
ging als Finanzminister von 2000 bis 2002 scharf mit der Wirtschafts-
und Finanzpolitik Mugabes ins Gericht, die das einst prosperierende
Land ruiniert hat. Unklar ist, wieviel Unterstützung er bei einer
Kandidatur als Unabhängiger von abtrünnigen
Zanu-PF-Mitgliedern bekommen würde. Noch wird in dem
südafrikanischen Land offiziell keine Kritik an Mugabe
geäußert.
(Quelle: rtr)
Unicef: Immer mehr Vergewaltigungen in Afrikas Krisengebieten
Mi.13.02.08 - In afrikanischen Krisengebieten sind Vergewaltigungen von Frauen und
Kindern nach Einschätzung des Kinderhilfswerks Unicef zunehmend an
der Tagesordnung.
In einigen Ländern würden sexuelle Übergriffe zu einer
"regelrechten Epidemie", sagte Unicef-Vizechefin Hilde Johnson am
Dienstag zum Auftakt eines Spendenaufrufs für Kinder in Not. Vor
allem in Ländern, die in einer politischen Krise steckten und
zugleich Naturkatastrophen erlebten, würden immer mehr Fälle
sexueller Gewalt registriert. In der Demokratischen Republik Kongo
fielen sowohl Kleinkinder als auch Achtzigjährige sexueller Gewalt
zum Opfer. Viele Kinder und Frauen würden vergewaltigt und an den
Genitalien verstümmelt. In Kenia hätten sich die bekannten
Fälle innerhalb von Tagen seit Beginn der Krise verdoppelt.
Johnson beklagte den zunehmenden Einsatz sexueller Gewalt als Waffe.
Dies sei neben Kenia in Ländern wie Liberia und der Region Darfur
im Sudan der Fall. "Wenn Gesellschaften kollabieren, scheint es in
einigen Ländern eine regelrechte Lizenz zur Vergewaltigung zu
geben." Unicef will in diesem Jahr insgesamt 856 Millionen Dollar in
Spenden einsammeln, um Kindern in 39 Ländern zu helfen.
(Quelle: rtr)
Deutscher Entwicklungshelfer in Somalia entführt
Mi.13.02.08 - Im Norden Somalias ist ein deutscher Entwicklungshelfer entführt
worden. Der Mann arbeitete für die Welthungerhilfe, wie die
Hilfsorganisation in Bonn bestätigte. Der Wagen des Deutschen, der
mit einer weiteren Deutschen, einem örtlichen Mitarbeiter und
einem Fahrer unterwegs gewesen sei, wurde nach Angaben aus Somalia in
einer Region im Norden des Landes überfallen, die die
abtrünnigen Gebiete Puntland und Somaliland einander streitig
machen. Der Fahrer wurde bei dem Überfall verletzt. Das
Auswärtige Amt bemühte sich "um Aufklärung des
Sachverhalts".
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"Er war in der Nähe von Erigabo in Richtung Waqadiriya unterwegs,
als er von den Milizen geschnappt wurde", sagte Abdalla Salah Botan,
ein Stammesältester in Erigabo, der Nachrichtenagentur AFP. Ein
Sprecher der Regierung des abtrünnigen Puntland bestätigte
zunächst lediglich eine Entführung. "Wir haben gehört,
dass Milizen in der Region einen ausländischen Entwicklungshelfer
entführt haben, aber die Zone, in der er verschleppt wurde,
gehört nicht zu unserem Gebiet", sagte Bile Mohamoud Qabowsade
AFP. Das Gebiet Puntland wurde 1998 von Abdullahi Yusuf Ahmed
gegründet, der heute Übergangspräsident von Somalia ist.
Der Projektleiter sei auf dem Weg von Erigabo an die Küste
gewesen, um an einem Treffen mit einheimischen Fischern teilzunehmen,
teilte die Welthungerhilfe mit. Das Auto sei 64 Kilometer nördlich
von Erigabo angehalten worden. Eine Gruppe von bewaffneten Männern
habe den Projektleiter zum Aussteigen gezwungen. Bei einem
Schusswechsel sei der Fahrer leicht verletzt und das Auto
beschädigt worden. Die Entführer seien mit dem Projektleiter
geflohen. Eine Polizeieinheit habe die Verfolgung der Entführer
aufgenommen.
Die Hilfsorganisation fügte hinzu, der Mann sei ein erfahrener
Projektleiter, der seit zwei Jahren für die Welthungerhilfe in der
Region tätig sei. Zuvor sei er in Afghanistan im Einsatz gewesen.
Ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind seit Monaten
im Visier rivalisierender Milizen in dem Bürgerkriegsland.
In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Eine US-Intervention
und zahlreiche Vermittlungsversuche zur Befriedung des Landes verliefen
erfolglos. Islamistische Milizen, die 2006 in weiten Teilen des Landes
die Macht übernommen hatten, wurden bis Anfang 2007 von Truppen
des benachbarten Äthiopien vertrieben. Die Hauptstadt Mogadischu
ist seither täglich Schauplatz von Anschlägen und
Kämpfen.
(Quelle: afp)
UNO verurteilt Anschlag auf Präsident von Osttimor
Mi.13.02.08 - Der UN-Sicherheitsrat hat den Angriff von Rebellen auf den
Präsidenten von Osttimor, José Ramos-Horta, verurteilt. Auch
den fehlgeschlagenen Anschlag auf Ministerpräsident Xanana
Gusmão verurteilte das Gremium auf das Schärfste. Die
Regierung in Dili müsse die Verantwortlichen "dieses
verachtenswerten Aktes" vor Gericht stellen, teilte der amtierende
Ratsvorsitzende aus Panama, Ricardo Alberto Arias, in New York mit.
Australien entsandte mehrere hundert Soldaten und Polizisten zur
Friedenssicherung nach Osttimor.
Einen Tag nach den Angriffen auf Ramos-Horta und Ministerpräsident
Gusmão blieb es in der Hauptstadt Dili ruhig. Gusmão, der
den Anschlag unverletzt überstand, hatte zuvor den Notstand
ausgerufen. Der Zustand von Ramos-Horta, der wegen mehreren Schusswunden
zweieinhalb Stunden lang operiert worden war, ist ernst, aber stabil.
Obwohl der Präsident "äußerst schwere" Verletzungen
erlitten habe, werde er sich voraussichtlich vollständig erholen,
teilten seine Ärzte im australischen Darwin mit. Ramos-Horta
befand sich am Dienstag noch im künstlichen Koma.
Rund 340 australische Soldaten und Polizeiangehörige brachen nach
Osttimor auf, um bei der Friedenssicherung in dem südostasiatischen
Land zu helfen. Australien hat bereits mehrere hundert Soldaten in
Osttimor stationiert. Mit der Verstärkung soll die Zahl dann auf
insgesamt 1000 steigen, wie der australische Premierminister Kevin Rudd
mitteilte. Die zusätzlichen Soldaten sollen nach den Worten von
Außenminister Stephen Smith vor allem bei der Suche nach rund 20
bis 30 Rebellen helfen, die mit den Anschlägen in Verbindung
stehen sollen.
Der UN-Sicherheitsrat rief die Bevölkerung von Osttimor auf, Ruhe
zu bewahren und zur Stabilität des Landes beizutragen.
Meinungsverschiedenheiten müssten friedlich im Rahmen der
demokratischen Institutionen gelöst werden.
Auch US-Präsident George W. Bush verurteilte die Angriffe in
Osttimor. Die für die Taten Verantwortlichen müssten wissen,
"dass sie die Demokratie nicht aufhalten können und sie für
ihre Taten verantwortlich gemacht werden", erklärte er in
Washington. Der Führung in Dili sicherte Bush seine volle
Unterstützung zu.
(Quelle: afp)
WFP-Direktorin befürchtet mehr Hunger wegen steigender Preise
Mi.13.02.08 - Die Direktorin des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten
Nationen befürchtet wegen der steigenden Lebensmittelpreise eine
Zunahme des Hungers in der Welt. Viele der ärmsten Menschen
könnten sich wegen der gestiegenen Preise heute nicht mehr
ausreichend ernähren, sagte Josette Sheeran am Montag in einem
Interview der Nachrichtenagentur. «Wir sehen mehr hungernde
Menschen als zuvor», sagte die Amerikanerin. Als Grund für
die steigenden Preise nannte Sheeran Unwetter, kürzere Erntezeiten,
höhere Ölpreise und die zunehmende Nutzung von Pflanzen zur
Produktion von Biotreibstoff.
(Quelle: ap)
"'Ich hoffe, dass ich die Kekse eines Tages nicht mehr essen muss' -
Hunger in Haiti wegen steigender Lebensmittelpreise
Es ist Mittagszeit in einem der schlimmsten Slums von Haiti, und
Charlène Dumas isst Erde. Angesichts steigender
Nahrungsmittelpreise können sich die ärmsten Bewohner des
Karibikstaats nicht einmal mehr einen Teller Reis pro Tag leisten, und
einige greifen zu verzweifelten Mitteln, um ihren Magen zu füllen.
Die 16-jährige Charlène, die ein einen Monat altes Baby hat,
verlässt sich auf ein traditionelles haitianisches Rezept gegen
Hungerattacken: Plätzchen aus gelber Erde aus dem Hochland im
Inneren des Landes.
Die Erde wird seit langem von Schwangeren und Kindern als gegen
Magensäure wirkendes Mittel und Kalziumquelle geschätzt. Doch
an Orten wie Cité Soleil, jenem Armenviertel am Meer, wo sich
Charlène mit ihrem kleinen Sohn, fünf Geschwistern und ihren
arbeitslosen Eltern zwei Zimmer teilt, sind die Kekse aus Erde, Salz
und Pflanzenfett zur regelmäßigen Mahlzeit geworden.
«Wenn meine Mutter nichts kocht, muss ich sie drei Mal am Tag
essen», sagt Charlène.
Ihr Sohn Woodson liegt regungslos in ihrem Schoß und wirkt ein
wenig dünner als die ohnehin leichten 2,8 Kilogramm, die er bei der
Geburt wog. Zwar mag Charlène den buttrigen, salzigen Geschmack
der Kekse, aber sie verursachen auch Magenschmerzen. «Wenn ich
stille, wirkt das Baby manchmal auch, als hätte es eine
Kolik.»
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist
zunehmend besorgt über die Nahrungsmittelpreise, die auf manchen
Karibikinseln zuletzt um bis zu 40 Prozent gestiegen sind.
Überschwemmungen und Ernteschäden nach der Hurrikansaison 2007
ließen die FAO für Haiti und mehrere andere Staaten den
Notstand ausrufen. Im Dezember berieten die Regierungen von
Karibikstaaten auf einem Gipfel über die Senkung von Steuern auf
Lebensmittel und die Gründung großer regionaler
Agrarbetriebe, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Auf dem Markt des Slums La Salines kosteten zwei Tassen Reis Ende
Januar bereits 60 US-Cent (40 Euro-Cent), 10 Cent mehr als im Dezember
und 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Preise für Bohnen,
Kondensmilch und Obst stiegen in ähnlichem Maß, und sogar der
Preis für die essbare Erde kletterte im Lauf des vergangenen
Jahres um fast 1,50 Dollar (1 Euro). Erde zur Herstellung von 100 Keksen
kostet jetzt 5 Dollar (3,40 Euro), wie die «Bäcker»
berichten. Trotzdem: Mit etwa fünf Cent pro Stück sind die
Kekse ein Schnäppchen im Vergleich zu den Grundnahrungsmitteln.
Händler bringen die Erde von der Stadt Hinche in Zentralhaiti zum
Markt La Salines, einem Gewirr von Tischen, auf denen süß
riechende Tropenfrüchte und von Fliegen belagertes Fleisch
angeboten werden. Frauen kaufen die Erde und verarbeiten sie an Orten
wie Fort Dimanche, einem nahe gelegenen Slum, zu Erdkeksen. Mit Eimern
voll Erde und Wasser steigen sie mit Hilfe von Leitern auf das Dach des
ehemaligen Gefängnisses, das dem Armenviertel den Namen gab, und
sortieren dort auf Laken Steine und Klumpen aus der Erde. Dann vermengen
sie die Erde mit Fett und Salz, formen aus der Masse Kekse und lassen
das Ganze in der Sonne trocknen. Die fertigen Kekse werden in Eimern
auf den Markt getragen oder auf der Straße verkauft.
Die Kekse haben eine weiche Konsistenz und entziehen dem Mund sofort
alle Feuchtigkeit. Über Stunden bleibt ein seltsamer Geschmack
zurück. Die Einschätzung der gesundheitlichen Folgen
fällt unterschiedlich aus. Erde kann tödliche Parasiten oder
Gifte enthalten, aber auch die Widerstandsfähigkeit von Embryos
gegenüber bestimmten Krankheiten stärken, wie Gerald Callahan,
Professor für Immunologie an der Colorado State University, sagt.
Haitianische Ärzte erklären, wer für seine
Ernährung auf die Kekse angewiesen sei, dem drohe
Mangelernährung. «Glauben Sie mir, wenn ich jemanden sehe,
der diese Kekse isst, dem rate ich davon ab», sagt Gabriel
Thimothée, Direktor des haitianischen Gesundheitsministeriums.
Marie Noël verkauft die Kekse auf einem Markt, um ihre sieben
Kinder zu ernähren. Ihre Familie isst die Erdkekse auch. «Ich
hoffe, dass ich eines Tages genug zu essen habe, damit ich die Kekse
nicht mehr brauche», sagt die 40-Jährige. «Ich
weiß, dass es nicht gut für mich ist.»
Quelle: ap, 13.02.2008
|
Deutsche Regierung: Entwicklungshilfe an weniger Länder
Mi.13.02.08 - Die deutsche Regierung will ihre Entwicklungshilfe auf weniger
Länder konzentrieren. Statt bisher auf rund 70 Staaten soll sich
die direkte Zusammenarbeit künftig auf knapp 60 Länder
beschränken, sagte Entwicklungsstaatssekretär Erich Stather am
Montag dem Evangelischen Presse-Dienst (epd). Dies sei im
Koalitionsvertrag vereinbart, um die Hilfe wirksamer zu machen.
Chile etwa habe große Fortschritte gemacht und falle damit als
Partnerland weg. Kuba und Eritrea wollten keine umfangreiche oder
direkte Zusammenarbeit mit Deutschland. Als neu nannte Stather, dass der
Libanon beim Wiederaufbau unterstützt werde. Kuba gehört nach
seinen Worten zu den 15 weiteren Ländern, mit denen Deutschland in
regionalen Kooperationen oder in einzelnen Bereichen wie Wasser oder
Gesundheit zusammenarbeiten will.
Der Staatssekretär trat der Darstellung der "Netzeitung"
(Dienstagsausgabe) entgegen, wonach Deutschland sich vor allem aus
Afrika zurückziehe. "Ein Drittel unserer Entwicklungshilfe geht
nach Arika", betonte er. Mit Simbabwe, Birma und dem Iran sei zurzeit
aus politischen Gründen keine direkte Zusammenarbeit denkbar.
Die neue Länderliste wurde Stather zufolge zwischen
Entwicklungsministerium und dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Am
Mittwoch soll sie dem Bundestagsausschuss für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vorgelegt werden.
(Quelle: epd)
Australien entschuldigt sich bei Aborigines - Parlament verabschiedet
einmütig als historisch gewertete Resolution
Mi.13.02.08 - Mit einer als historisch gewerteten Geste hat sich Australien bei den
Ureinwohnern des Landes für die langjährige unwürdige
und erniedrigende Behandlung entschuldigt. Das Parlament verabschiedete
am Mittwoch bei seiner konstituierenden Sitzung auf Vorschlag der neuen
Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd einmütig eine
entsprechende Resolution.
In einer gefühlsbetonten Rede appellierte Rudd vor der Abstimmung
an die Abgeordneten, der Entschließung zuzustimmen. Zugleich
entschuldigte er sich im Namen der Regierung gesondert bei den
Ureinwohnern. «Es tut mir Leid», sagte er an die Aborigines
gerichtet. Die Abgeordneten und Vertreter der Aborigines applaudierten
dem Ministerpräsidenten nach der Rede stehend.
«Wir entschuldigen uns für die Gesetze und die Politik der
aufeinanderfolgenden Parlamente und Regierungen, die unseren
australischen Mitbürgern großen Schmerz, Leid und Schaden
zugefügt haben», heißt es in der Erklärung an die
Aborigines, in der das jahrzehntelange staatliche Unrecht gegen die
Ureinwohner anerkannt wird. «Und für die Erniedrigung und
Herabsetzung, die einem stolzen Volk und einer stolzen Kultur
zugefügt wurden, sagen wir Entschuldigung.»
Die Entschuldigung richtet sich auch an die tausenden
Aborigines-Kinder, die jahrzehntelang zwangsweise der staatlichen
Fürsorge unterstellt wurden, um ihre Assimilierung in die von den
Weißen dominierte australische Gesellschaft zu erreichen.
«Für den Schmerz und das Leid dieser Gestohlenen Generation,
ihrer Nachfahren und ihrer zurückgelassenen Familien sagen wir
Entschuldigung», heißt es in dem Text. Statistiken zufolge
wurden zwischen 1910 und den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts etwa
100.000 Kinder ihren Eltern weggenommen.
Zur Verabschiedung der Erklärung am Mittwoch wurden gut 100 ihrer
Führungspersönlichkeiten offiziell eingeladen. Am Dienstag
waren erstmals Aborigines zur feierlichen Eröffnung der neuen
Sitzungsperiode des Parlaments nach Canberra eingeladen worden. Dies
gilt als Eingeständnis, dass die Hauptstadt auf Grund und Boden
steht, der den Aborigines von den europäischen Siedlern schlicht
weggenommen wurde.
Derzeit leben rund 450.000 Aborigines in Australien. Sie gehörten
zu den Ärmsten unter den 21 Millionen Australiern. Ihre
durchschnittliche Lebenserwartung ist um 17 Jahre niedriger als die
ihrer Landsleute.
(Quelle: ap)
US-Vorwahlsiegen in Virginia, Maryland und Washington DC: Obama
übernimmt Führung vor Clinton - McCain gewinnt Abstimmungen
bei den Republikanern
Mi.13.02.08 - Barack Obama hat im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur
der Demokraten erstmals die Führung vor seiner Rivalin Hillary
Clinton übernommen. Nach drei Vorwahlsiegen am Dienstag in den
Staaten Virginia und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington
überholte der Senator aus Illinois Clinton bei der Zahl der
Delegierten für den Nominierungsparteitag Ende August in Denver.
Bei den Republikanern baute Senator John McCain ebenfalls mit Siegen in
den drei Abstimmungen seine Führungsposition aus.
Obama kommt nach einer neuen Zählung der Nachrichtenagentur AP auf
mindestens 1.186 Delegierte, Clinton hat mindestens 1.181 Delegierte
hinter sich. Für die Nominierung sind bei den Demokraten die
Stimmen von mindestens 2.025 Delegierten notwendig.
Die Siege Obamas bei allen drei Abstimmungen am Dienstag fielen
deutlich aus. Im Hauptstadtbezirk Washington DC kam der schwarze
Senator auf etwa 75 Prozent der Stimmen. In Virginia stimmten etwa zwei
Drittel der demokratischen Wähler für ihn. «Heute sind
wir auf unserem Weg», rief Obama vor jubelnden Anhänger in
Madison im Staat Wisconsin aus. Bereits am Wochenende hatte sich Obama
bei fünf Abstimmungen gegen die New Yorker Senatorin und
frühere First Lady durchgesetzt.
Clinton gab sich trotz der jüngsten Niederlagen zuversichtlich.
Sie schaue nach vorn und nicht zurück, satte die Senatorin am
Dienstag bei einer Wahlkundgebung in Texas. Bei den Vorwahlen in Texas
und Ohio am 4. März gelten ihre Chancen als besser, da dort viele
Latinos und Arbeiter abstimmen, bei denen sie gewöhnlich besser
ankommt als ihr Konkurrent.
Der stellvertretende Wahlkampfmanager Clintons trat unterdessen am
Dienstag zurück. Mike Henry war von der bisherigen
Wahlkampfleiterin Patti Solis Doyle angeworben worden, die nach einer
Reihe von Vorwahlniederlagen am Sonntag von Clinton abgesetzt worden
war. Die New Yorker Senatorin betraute ihre langjährige Vertraute
Maggie Williams mit der Führung ihres Wahlkampfs.
Bei den Republikanern baute Senator McCain mit den drei Siegen am
Dienstag seine Führung gegenüber seinem letzten ernsthaften
Rivalen Mike Huckabee weiter aus. Am Wochenende hatte der von Teilen
der Partei als zu moderat angesehene Vietnamveteran McCain aus Arizona
die Staaten Louisiana und Kansas an den ehemaligen Baptistenprediger
Huckabee verloren, im Staat Washington gewann er nur knapp.
McCain führt mit mindestens 789 zu 241 Delegiertenstimmen vor
Huckabee. Der ausgeschiedene Bewerber Mitt Romney hat sich noch
für keinen Kandidaten ausgesprochen - er konnte sich bislang 288
Stimmen sichern.
Würden die Amerikaner schon jetzt ihren neuen Präsidenten
wählen, würde Obama knapp vor McCain liegen. Das ergab am
Montag eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des
Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Wäre Hillary Clinton die
Kandidatin der Demokraten, lägen sie und McCain praktisch
gleichauf.
(Quelle: ap)
Neuseeland plant ehrgeizige Klimaschutz-Maßnahmen
Mi.13.02.08 - Im Kampf gegen die globale Erwärmung hat die neuseeländische
Regierung am Dienstag ambitionierte Schritte angekündigt.
Neuseeland müsse «Teil der Lösung der größten
Probleme der Welt sein», erklärte Ministerpräsidentin
Helen Clark am Dienstag vor dem Parlament. Geplant sind unter anderem
die Einführung eines CO2-Emissionshandels und Gesetze, die
sicherstellen sollen, dass «saubere» Kraftstoffe in vier
Jahren mindestens 3,4 Prozent des verkauften Sprits ausmachen.
Bis 2040 soll der Verkehrssektor komplett
«kohlenstoff-neutral» werden, für die Stromerzeugung
soll dieses Ziel bereits 2025 erreicht sein. Schon jetzt liegt der
Anteil erneuerbarer Energien an der Stromgewinnung in Neuseeland bei
fast 70 Prozent. Auch aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus
müsse das Land Klimaschutz-Initiativen ergreifen oder deutliche
Einschränkungen auf wichtigen ausländischen Märkten
hinnehmen, «wo die Verbraucher zunehmend ethisch motivierte
Entscheidungen treffen», sagte Clark.
(Quelle: ap)
Russland und Ukraine legen Gasstreit bei - Putin droht mit
Vergeltungsmaßnahmen bei NATO-Beitritt
Mi.13.02.08 - Der russische Präsident Wladimir Putin und der ukrainische
Staatschef Viktor Juschtschenko haben den Streit um Gaslieferungen
beigelegt. Nach vierstündigen Gesprächen im Kreml
verkündeten sie am Dienstag die Einigung. Demnach wird die Ukraine
bereits am Donnerstag mit der Zahlung der umstrittenen Schulden
beginnen. Der russische Staatskonzern Gazprom wird Kiew dafür
nicht wie zuvor angedroht ab Dienstagabend den Gashahn abdrehen.
Die beiden Präsidenten einigten sich außerdem darauf, dass
der derzeit gültige Preis für 1.000 Kubikmeter Gas von
umgerechnet 123 Euro für das gesamte Jahr weiter gelten soll. Die
entsprechenden Vereinbarungen sollten bereits in den kommenden Tagen
unterzeichnet werden, hieß es. Darüber hinaus soll eine
Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die über die weiteren
Modalitäten des Gashandels und Transits verhandeln soll. Nach
Angaben Moskaus schuldet die Ukraine Russland umgerechnet 975 Millionen
Euro für geliefertes Gas, Ministerpräsidentin Julia
Timoschenko sprach am Montag in Kiew jedoch lediglich von 735 Millionen
Euro.
Die Ukraine bezieht etwa ein Viertel ihrer Gasimporte aus Russland, der
Rest kommt aus Zentralasien. Alle Lieferungen erfolgen jedoch über
Leitungen, die durch Russland führen. Gazprom hatte zuvor
erklärt, sollte die Ukraine nicht zahlen, werde nur das Gas aus
Russland gestoppt. Lieferungen, die für Westeuropa bestimmt seien,
wären nicht betroffen. Der jüngste Konflikt erinnerte an den
Gasstreit der beiden Nachbarn im Januar 2006. Damals stoppte Gazprom
die Lieferungen und führte damit auch Lieferengpässe in
Westeuropa herbei, denn viele wichtige Pipelines führen über
ukrainischen Boden.
Putin drohte der Ukraine unterdessen mit einer Ausrichtung von
Atomwaffen auf das Nachbarland. Falls die frühere Sowjetrepublik
der NATO beitrete und die Stationierung eines Raketenabwehrsystems auf
ihrem Territorium zulasse, würde Russland über
Vergeltungsmaßnahmen nachdenken. Es sei beängstigend, aber
falls NATO-Raketen installiert würden, «wird Russland seine
Sprengköpfe auf ukrainisches Territorium richten
müssen», sagte Putin vor Journalisten. Juschtschenko
hingegen verteidigte das Recht der Ukraine auf eine eigene Außen-
und Verteidigungspolitik. Zudem verbiete die Verfassung eine
Stationierung ausländischer Truppen, erklärte Juschtschenko.
(Quelle: ap)
Russland sieht Europas Sicherheit wegen Kosovo in Gefahr
Mi.13.02.08 - Eine einseitige Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner
würde nach Ansicht von Russland die Sicherheit in Europa
gefährden.
Eine offizielle Loslösung der Provinz von Serbien würde auf
dem Kontinent alle fundamentalen Grundsätze des Völkerrechts
infrage stellen, sagte der russische Außenministers Sergej Lawrow
am Dienstag in Genf. Eine Unabhängigkeitserklärung des Kosovo
würde daher die Sicherheit in Europa unterwandern und die
Grundlagen der Charta der Vereinten Nationen gefährden.
Die Kosovo-Albaner könnten sich Kreisen zufolge am kommenden
Sonntag für unabhängig erklären, nachdem der Schritt im
vergangenen Jahr drei Mal verschoben wurde. Die USA und zahlreiche
EU-Mitglieder dürften ein unabhängiges Kosovo anerkennen.
Serbien lehnt dagegen eine Abtrennung der südlichen Provinz strikt
ab und wird dabei von der Regierung in Moskau unterstützt. Mehrere
Versuche, in Verhandlungen eine gütliche Einigung zu finden, waren
gescheitert - zuletzt im Dezember.
Mit Blick auf die erwartete Unabhängigkeitserklärung
versetzte die Polizei in der Serbischen Republik von
Bosnien-Herzegowina ihre Kräfte in Alarmbereitschaft. Die
Führung der weitgehend autonomen Republik ist eng mit der
serbischen Regierung in Belgrad verbündet und droht ihrerseits mit
einer Abspaltung, sollte sich der Kosovo von Serbien lösen.
(Quelle: rtr)
Serbien will Unabhängigkeit des Kosovo für ungültig
erklären
Mi.13.02.08 - Die serbische Regierung will die erwartete
Unabhängigkeitserklärung des Kosovo für ungültig
erklären lassen. "Alle staatlichen Institutionen müssen
notwendige Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen, um
jeden rechtswidrigen Akt einseitiger Unabhängigkeit außer
Kraft zu setzen", erklärten Präsident Boris Tadic,
Ministerpräsident Vojislav Kostunica und Parlamentspräsident
Oliver Dulic nach einem Treffen in Belgrad. Kostunica werde eine
Kabinettssitzung abhalten, um eine entsprechende Entscheidung zu
treffen. Diese solle dann dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden.
Tadic soll den Angaben zufolge den serbischen Rat für nationale
Sicherheit unterrichten.
Genauere Angaben zu den geplanten Maßnahmen wurden nicht gemacht.
Bereits im Januar hatte die serbische Regierung einen Aktionsplan
beschlossen, der im Fall einer Unabhängigkeitserklärung des
Kosovo in Kraft treten soll. Welche Maßnahmen in dem Plan
vorgesehen sind, wurde nicht mitgeteilt. Laut Regierungsvertretern
könnte Serbien die diplomatischen Beziehungen zu denjenigen Staaten
abbrechen, die ein unabhängiges Kosovo anerkennen. Belgrad
erwartet die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am kommenden
Sonntag.
(Quelle: afp)
Dänemark deckt Mordkomplott gegen Mohammed-Zeichner auf
Mi.13.02.08 - Die dänische Polizei hat ein Mordkomplott gegen einen
Mohammed-Karikaturisten aufgedeckt.
Mehrere Verdächtige seien am Dienstag nach längerer
Observierung in der Nähe von Aarhus festgenommen worden, teilte
der dänische Geheimdienst mit. Die Planungen zu der Tat
hätten sich noch in einem frühen Stadium befunden. Die Anzahl
der Festgenommenen blieb zunächst unklar. Nach Angaben der
dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" sollen die Verdächtigen
einen Anschlag auf den 73-jährigen Karikaturisten Kurt Westergaard
geplant haben.
Das Blatt hatte ursprünglich im September 2005 eine Reihe von
Mohammed-Karikaturen von insgesamt zwölf Künstlern
veröffentlicht, was zunächst kaum für
größeres Aufsehen sorgte. Die Zeichnungen wurden später
aber auch außerhalb Dänemarks nachgedruckt und führten
vor allem in der muslimischen Welt zu gewaltsamen Ausschreitungen.
Dänische Botschaften wurden mit Brandsätzen angegriffen, bei
Protesten im Nahen Osten, Afrika und Asien starben mindestens 50
Menschen.
Viele Muslime betrachten die Abbildung von Mohammed als
Gotteslästerung. Westergaard hatte den Propheten mit einer Bombe
im Turban gezeichnet. Die Zeitung verteidigte später den Abdruck
der Karikaturen und berief sich dabei auf die Pressefreiheit.
(Quelle: rtr)
Deutsches Institut erwartet weltwirtschaftliche Turbulenzen
Mi.13.02.08 - Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) sagt
weltwirtschaftliche Turbulenzen voraus und fordert deswegen ein Programm
zur Ankurbelung der Binnenwirtschaft.
Nach den Olympischen Spielen werde in der zweiten Jahreshälfte
auch in China die Blase platzen, sagte HWWI-Chef Thomas Straubhaar der
"Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. "Ein Rückschlag dort wird
sich für Deutschland noch stärker negativ auswirken als die
Folgen der US-Wachstumsschwäche. Deshalb müsste jetzt ein
Programm vorbereitet werden, das die Binnenkonjunktur stärkt,"
fügte er hinzu. Am sinnvollsten ist dafür seiner Ansicht ein
Steuer- und Abgabensenkungsprogramm.
(Quelle: rtr)
Hängepartie um IKB-Rettung - Bund wohl zu Hilfe bereit
Mi.13.02.08 - Die Bundesregierung ist offenbar doch zu Hilfen für die schwer
angeschlagenen Mittelstandsbank IKB bereit.
Zur Rettung des Instituts sei ein Darlehen des Bundes von rund einer
Milliarde Euro an den Hauptanteilseigner KfW im Gespräch,
hieß es am Dienstag im Umfeld der IKB-Krisengespräche. In
diesem Zusammenhang könnte sich die staatseigene KfW von
Post-Aktien trennen. Finanzminister Peer Steinbrück warnte
eindringlich vor den Folgen einer Insolvenz für die Finanzwelt. In
der Union wurde der Ruf nach personellen Konsequenzen laut.
Die IKB hat sich mit US-Schrottanleihen verspekuliert und muss bereits
zum dritten Mal gestützt werden. In Finanzkreisen hieß es,
um eine Pleite abzuwenden, brauche das Geldhaus weitere zwei Milliarden
Euro. Die staatseigene Förderbank KfW hat der IKB bereits
fünf Milliarden Euro bereitgestellt. Sie kann ohne
Einschränkung ihres Fördergeschäftes keine neuen
Geldmittel mehr freimachen.
In der Diskussion sei nun ein zeitlich befristeter Zuschuss des Bundes,
sagte eine mit den Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundes, der
staatseigenen KfW und privater Banken vertraute Person. Denkbar sei,
dass die KfW Post-Aktien, die sie für den Bund hält, verkaufe
und den Erlös zur Rettung der IKB einsetze. Der Bund würde
damit auf seine Einnahmen zunächst verzichten. Dafür
könnte er sich aber als erster aus dem Erlös bedienen, den
die KfW mit einem späteren Verkauf ihres IKB-Anteils erzielen will.
Ob diese Variante tatsächlich gewählt wird, ist noch nicht
entschieden. Eine Entscheidung könnte frühestens am Mittwoch
bei einer Sitzung des KfW-Verwaltungsrates fallen. Die "Financial Times
Deutschland" berichtete, es werde auch weiter erwogen, die IKB schon
jetzt abzuwickeln und Teile der Bank in die Insolvenz gehen zu lassen.
In Finanzkreisen hieß es, werde der Weg über den Verkauf von
Post-Aktien und ein Sonderdarlehen des Bundes gegangen, müssten
sich auch die Banken mit einer Milliarde Euro an der Rettung
beteiligen. Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Institute
sind bisher mit einer Milliarde Euro im Boot.
Auch der IKB-Aktionär Sal. Oppenheim kann sich einem
Zeitungsbericht zufolge unter Umständen eine Beteiligung an einer
Kapitalerhöhung der Bank vorstellen. Die Privatbank werde aber nur
dann neues Geld nachschießen, wenn damit auch eine Lösung
für die IKB verbunden sei, sagte Mitgesellschafter Friedrich Carl
Janssen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" laut Vorabbericht. Sal.
Oppenheim hält rund fünf Prozent an der IKB.
Steinbrück ließ einstweilen alle Optionen offen. "Es ist
nicht leicht, die Nachteile einer Insolvenz im Verhältnis zu einer
weiteren Stabilisierung mit gutem Geld zu bewerten", sagte er der
Zeitung "Die Welt". Zugleich warnte er aber, eine Pleite könne
"eine Breitenwirkung entwickeln, die keiner will." In der Regierung
wird befürchtet, dass Sparer dann das Vertrauen in die Banken
verlieren und massiv Gelder von ihren Konten abziehen.
SPD-Fraktionschef Peter Struck lehnte den Einsatz von Steuergeldern zur
Rettung der IKB strikt ab. Die KfW habe sich bereits engagiert: "Ich
sehe nicht, dass wir weitere finanzielle Möglichkeiten haben." Die
"Süddeutsche Zeitung" berichtete vorab unter Berufung auf eine
Beschlussempfehlung für den KfW-Verwaltungsrat, Regierung und KfW
wollten einen Konkurs mit allen Mitteln vermeiden. So bekenne sich die
KfW zu ihrer "Verantwortung als maßgebliche Gesellschafterin der
IKB" und kündige "weiteres finanzielles Engagement" an. Dem
Gremium gehören Politiker, Gewerkschafter und Verbandsvertreter an.
Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Peter Ramsauer, forderte
Steinbrück auf, die Frage zu beantworten, warum KfW-Chefin Ingrid
Matthäus-Maier unbedingt im Amt bleiben müsse: "Die
Verantwortlichen müssen gnadenlos zur Verantwortung gezogen
werden." Er warte nur darauf, dass die Opposition im Bundestag einen
Untersuchungsausschuss fordere. SPD-Vize-Fraktionschef Joachim
Poß nannte Ramsauers Äußerungen dagegen
"unerträglich".
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Dienstag, der
Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
BaFin, Jochen Sanio, habe mit der Schließung der IKB gedroht. Nur
auf Drängen von Bundesbankpräsident Axel Weber habe Sanio den
Beteiligten zusätzliche Zeit eingeräumt, berichtete das
"Handelsblatt". Die Aussicht auf eine neue Finanzspritze ließ die
IKB-Aktie am Dienstag um zwölf Prozent auf 5,50 Euro nach oben
schnellen, nachdem sie am Vortag noch eingebrochen war.
(Quelle: rtr)
Neue Spekulationen um hohe Abschreibungen bei BayernLB
Mi.13.02.08 - Die Spekulationen um neue Abschreibungen bei der BayernLB reißen
nicht ab: Deutschlands zweitgrößte Landesbank müsse bis
zu 2,5 Milliarden Euro wegen der US-Hypothekenkrise und den Turbulenzen
an den Börsen abschreiben, berichtete die "Leipziger Volkszeitung"
in ihrer Dienstagausgabe. Die Zeitung beruft sich auf einen
führenden Unions-Politiker.
Ein Sprecher der BayernLB sagte, die Bank wolle dies nicht
kommentieren. Zahlen für 2007 würden erst Ende April
veröffentlicht.
Die US-Hypothekenkrise werde tiefe Spuren in der Bilanz der
Münchner Bank hinterlassen, sagte der bayerische Finanzminister
und CSU-Chef Erwin Huber, der auch im BayernLB-Verwaltungsrat sitzt.
Eine endgültige Zahl zum Abschreibungsbedarf gebe es noch nicht.
Es würden aber mehr als die bislang genannten über 100
Millionen Euro werden. Die BayernLB werde trotz der Probleme für
2007 noch einen Gewinn ausweisen und eine Dividende an ihre
Eigentümer, je zur Hälfte der Freistaat und der bayerische
Sparkassenverband, zahlen. Zudem würden die Gewinnrücklagen
wieder aufgestockt, sagte Huber.
Die BayernLB wird zunehmend zum Thema im Kommunalwahlkampf in Bayern.
Die Opposition forderte die Landesregierung auf, genaue Zahlen auf den
Tisch zu legen: "Es geht nicht an, dass alle anderen Bankhäuser in
der Lage sind, sechs Wochen nach dem Bilanzstichtag konkrete Zahlen zu
nennen, die BayernLB dazu aber nicht in der Lage sein will", sagte der
Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Franz Maget. Huber und dem
bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) warf
er vor, die Veröffentlichung vor den Kommunalwahlen Anfang
März verhindern zu wollen.
Zuletzt hatte schon das "Handelsblatt" über einen
Abschreibungsbedarf von gut einer Milliarde Euro berichtet, der "Focus"
nannte mehr als zwei Milliarden. Die US-Hypothekenkrise hat weltweit
Banken in Mitleidenschaft gezogen, in Deutschland sind nicht zuletzt
die Landesbanken betroffen.
(Quelle: rtr)
Union stellt System der Landesbanken infrage
Mi.13.02.08 - Nach der jüngsten Finanzmarktkrise stellt die Union das derzeitige
System der Landesbanken infrage. Die öffentlich-rechtlichen Banken
hätten den nationalen Rahmen verlassen und nähmen nun den
Steuerzahler in Haftung für privates Missmanagement, sagte der
Parlamentarische Geschäftsführer der
Unions-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), am Dienstag in
Berlin. «Das bringt die Frage nach Rechtfertigung der
öffentlich-rechtlichen Banken auf die Tagesordnung.»
Als Beispiele für solches Missmanagement nannte Röttgen die
WestLB und die sächsische Landesbank. Jedoch wolle er dies
ausdrücklich nicht als Rücktrittsforderung gegen den
sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU)
verstanden wissen, fügte der CDU-Politiker hinzu.
Die sächsische Landesbank war aufgrund von Fehlspekulationen am
US-Immobilienmarkt in Schieflage geratenen und daraufhin 2007 von der
Landesbank Baden-Württemberg übernommen worden. Der Freistaat
Sachsen gewährte im Gegenzug eine Ausfallbürgschaft in
Höhe von 2,75 Milliarden Euro. Bei der WestLB hatten sich die
Eigentümer in der vergangenen Woche auf ein Rettungspaket geeinigt.
Es sieht den Abbau von bis zu 1500 der knapp 6000 Stellen sowie
milliardenschwere Garantien für die drittgrößte
deutsche Landesbank vor. Die Hauptlast trägt auch hier das Land.
(Quelle: ddp)
Ab Donnerstag Warnstreiks in Kitas, Kliniken und Ämtern
Mi.13.02.08 - Im öffentlichen Dienst kommt es von Donnerstag an zu ersten
Warnstreiks «quer durch die Bundesrepublik». Betroffen
seien «über die nächsten Tage»
Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Müllentsorgung, die
Verwaltung, Sparkassen, Bundeswehr und der Wasser- und
Schifffahrtsverkehr.
Das kündigte ver.di-Chef Frank Bsirske am Dienstag in Potsdam an.
Nach drei ergebnislosen Tarif- Verhandlungsrunden wurde das
nächste Treffen von Gewerkschaften und Arbeitgebern für den
25. Februar angesetzt.
Die Gewerkschaften wollten «ein klares Signal an die Arbeitgeber
senden, sich zu bewegen», sagte Bsirske. Die Beschäftigten
beharrten auf einer «nachhaltigen Lohnerhöhung». An
den Warnstreikaktionen würden sich mehrere tausend Mitarbeiter im
öffentlichen Dienst beteiligen. Es gebe dabei keine Schwerpunkte.
Aktionen im öffentlichen Nahverkehr und bei
Kindertagesstätten würden vorher angekündigt.
Bsirske machte deutlich, dass das derzeitige Angebot der
Arbeitgeberseite nicht weiter führe. Es führe lediglich die
«Politik des Reallohnverlustes» für de
Beschäftigten im öffentlichen Dienst fort. Im Gegenzug warf
die Arbeitgeberseite von Bund und Kommunen den Gewerkschaften vor,
schon vor den Verhandlungen Warnstreiks fest eingeplant zu haben.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW) sowie Beamtenbund (dbb) machten ebenfalls deutlich,
dass sie sich den Aktionen anschließen werden. GdP-Chef Konrad
Freiberg kündigte Warnstreiks der Bundespolizei unter anderem an
Flughäfen an. Die Tarif-Kommission von ver.di folgte am
frühen Abend wie erwartet der Empfehlung Bsirskes zu Warnstreiks.
Die beiden letzten der insgesamt fünf Verhandlungsrunden sind
für den 25. Februar und dann Anfang März geplant.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies darauf hin, dass
im öffentliche Dienst eigentlich noch Friedenspflicht bestehe. Er
warnte die Gewerkschaften, sich mit ihren Aktionen nicht
außerhalb des rechtlichen Rahmens zu stellen. Das Angebot der
Arbeitgeberseite verdiene, seriös behandelt zu werden.
Ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes verlangen für die 1,3
Millionen unmittelbaren Tarifangestellten des Bundes und der Kommunen
acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die
Arbeitgeber boten bei längeren Arbeitszeiten fünf Prozent an,
verteilt auf zwei Jahre und drei Schritte. Ein Prozent soll mit dem
Ausbau der leistungsbezogenen Bezahlung verrechnet werden. Bund und
Kommunen wollen die Wochenarbeitszeit in zwei Schritten bis 2009
generell auf 40 Stunden anheben. Insbesondere die kommunalen
Arbeitgeber argumentierten mit dem hohen Schuldenberg, der nur wenig
Spielräume biete.
Nach Darstellung des ver.di-Chefs läuft das Arbeitgeberangebot auf
«Minusrunden» hinaus. Denn die 5 Prozent auf zwei Jahre
verteilt bedeuteten für 2008 gerade mal eine Lohnsteigerung von
2,5 Prozent und entspreche damit in etwa der Preissteigerung. 2009
mache dann die Lohnsteigerung nur noch 0,41 Prozent aus. «Das ist
ein Angebot, das zurecht als Rosstäuscherei bezeichnet
wurde», sagte Bsirske. Denn zugleich hätten die
Steuermehreinnahmen erheblich zugelegt. Die Kommunen hätten 2007
einen Überschuss von 4,6 Milliarden Euro und für 2008 werde
erneut mit einem Plus von 4 Milliarden gerechnet.
(Quelle: dpa)
IG Metall lehnt Arbeitgeberangebot für Stahlindustrie ab
Mi.13.02.08 - Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall
ein erstes Angebot der Arbeitgeber abgelehnt und weitere Warnstreiks
angekündigt.
Die vorgeschlagene Erhöhung der Löhne und Gehälter von
3,5 Prozent sei zu niedrig, sagte der nordrheinwestfälische IG
Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard am Dienstagabend in Gelsenkirchen.
Die Gewerkschaft kündigte an, ihre Warnstreiks auszuweiten. Am
Freitag würden Beschäftigte bei den Branchenführer
ThyssenKrupp und Salzgitter die Arbeit niederlegen.
Der Arbeitgeberverband Stahl hat seinen Vorschlag an eine
Mindestlaufzeit von 16 Monaten gebunden. "Wir lehnen eine generelle
Arbeitszeitverkürzung für alle Beschäftigten über
50 Jahre ab", wies Verhandlungsführer Helmut Koch zudem eine
zentrale Forderung der Gewerkschaft zurück. Eine solche Regelung
sei viel zu teuer. Die Arbeitgeber seien aber bereit, über eine
"Weiterentwicklung des Tarifvertrages zur Gestaltung des
demographischen Wandels" zu verhandeln.
"Das Angebot ist in der Höhe zu wenig, in der Laufzeit zu lang und
ist in Gänze abzulehnen", sagte IG Metall-Bezirksleiter Burkhard.
Die Gewerkschaft hoffe, dass sich die Arbeitgeber in der für
kommenden Dienstag geplanten vierten Verhandlungsrunde deutlich
bewegten. Die IG Metall will dann eine Entscheidung herbeizwingen.
Sollte dann kein Angebot vorliegen, dem die Gewerkschaft zustimmen
könne, werde sie die Urabstimmung über Streiks einleiten. "Es
wird mit uns kein Verhandlungsmarathon geben", betonte ein IG
Metall-Sprecher.
Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Lohn und Gehalt für die
rund 85.000 Beschäftigten im Nordwesten. Sie verlangt zudem
für Arbeitnehmer über 50 Jahre eine Verkürzung der
Arbeitszeit und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um
monatlich 100 Euro. Die IG Metall begründet ihre Forderungen mit
den seit Jahren florierenden Geschäften der Stahlindustrie mit
ihren führenden Konzernen ThyssenKrupp und Salzgitter. Im
vergangenen Jahr hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf
Lohnerhöhungen von 3,8 Prozent sowie Einmalzahlungen bei einer
Laufzeit von 13 Monaten verständigt.
Die Gewerkschaft hatte unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht am 31.
Januar ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. In
zahlreichen Werken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen
legten nach Gewerkschaftsangaben in den vergangenen Tagen zeitweise
10.000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Vor dem Tagungshotel in
Gelsenkirchen verliehen hunderte Auszubildende am Dienstag ihrer
Forderung lautstark Nachdruck. Auf Transparenten hieß es "Mehr
muss her" und "Wir wollen die 8, sonst kracht's."
In Ostdeutschland traten der IG Metall zufolge knapp 2000
Beschäftigte in den Warnstreik. Mit Beginn der Frühschicht
hätten 1500 Beschäftigte von ArcelorMittal in
Eisenhüttenstadt und 400 Mitarbeiter der Schmiede- und
Elektrostahlwerke in Gröditz für zwei Stunden die Arbeit
nieder gelegt. Im Osten ist Donnerstag die nächste Tarifrunde
geplant.
(Quelle: rtr)
Widerstand in der Union gegen Mindestlohn für Zeitarbeit
Mi.13.02.08 - In der Union gibt es Widerstand gegen einen Mindestlohn in der
Zeitarbeitsbranche. Der wirtschaftspolitische Sprecher der
Unionsfraktion, Laurenz Meyer (CDU), sagte der «Süddeutschen
Zeitung « (Dienstagausgabe), er habe große Bedenken gegen
die Aufnahme der Zeitarbeit, da es in der Branche miteinander
konkurrierende Tarifverträge gebe.
Wenn jetzt der Tarifvertrag mit den höheren Lohnabschlüssen
für allgemeinverbindlich erklärt würde, wäre es
ausgerechnet der Staat, der einen existierenden Tarifvertrag außer
Kraft setze, sagte Meyer. «Ob wir das wirklich machen wollen,
muss sehr, sehr genau geprüft werden», fügte der
CDU-Politiker hinzu.
Auch der Vorsitzende des Mittelstandskreises der Union, Michael Fuchs
(CDU), kündigte massiven Widerstand der Fraktion an. «Es ist
nicht Aufgabe der Politik, die Tarifkonkurrenz auszuschalten.» Er
warf Arbeitsminister Olaf Scholz vor, sich vor den Karren des DGB
spannen zu lassen, um die Christlichen Gewerkschaften auszuboten.
Zuvor hatten die Zeitarbeitsverbände IGZ und BZA bei Scholz die
Aufnahme der Branche in das Entsendegesetz beantragt. Ziel ist es, einen
flächendeckenden Mindestlohn für die gut 600.000
Beschäftigten in Deutschland durchzusetzen. Der Tarifvertrag, den
die beiden Verbände 2006 mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund
abgeschlossen hatten, sieht Stundenlöhne von mindestens 6,36 Euro
im Osten und 7,31 Euro im Westen vor. Der Arbeitgeberverband
Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) lehnt den
Vorstoß allerdings strikt ab und will sich notfalls vor Gericht
dagegen wehren. Der Verband hat mit den Christlichen Gewerkschaften
einen niedrigeren Tarifvertrag vereinbart.
(Quelle: ap)
Nokia beharrt auf Werkschließung - Hoffnung auf Käufer
Mi.13.02.08 - Nach dem Scheitern weiterer Gespräche über die Zukunft des
Nokia-Werkes Bochum setzen die Gewerkschaften jetzt auf einen Verkauf
des Standortes und die Suche nach neuen Arbeitsplätzen.
"Es gibt Interessenten für dieses Nokia-Werk", sagte die
IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm am Dienstag in
Bochum. Man müsse jedoch deren Ernsthaftigkeit prüfen. "Ein
zweites BenQ will keiner", sagte sie mit Blick auf den Verkauf der
Siemens-Handysparte an das taiwanesische Unternehmen, das wenig
später die Produktion in Deutschland einstellte.
Zuvor hatte die Nokia-Geschäftsführung in einem Gespräch
mit Betriebsräten in Helsinki auf der Schließung des
Standortes bestanden. Vorschläge der Arbeitnehmerseite für
eine weitere Produktion wurden abgelehnt: "Das Management von Nokia
musste diese alternativen Vorschläge leider als nicht umsetzbar
bewerten", hieß es in einer Stellungnahme nach den
Gesprächen. "Die notwendige Effizienz würde dadurch nicht
erreicht und die Gesamtstrategie von Nokia nicht unterstützt." Und
weiter: "Beide Seiten einigten sich darauf, dass das vorrangige Ziel
ist, für die Nokia-Beschäftigen in Bochum Arbeitsplätze
bei Unternehmen zu finden, die vertrauensvoll sind und langfristige
Geschäftsziele verfolgen."
Kleinebrahm von der IG Metall räumte eine Niederlage ein: "Das ist
nicht das, was wir im Endeffekt erreichen wollten." In Bochum werde
unter dem Namen "Nokia" nicht mehr produziert. Allerdings habe der
Druck der Arbeitnehmer bewirkt, dass der Konzern sich nun für die
Suche nach anderen Arbeitsplätzen engagieren werde. Gespräche
darüber sollten am 20. Februar aufgenommen werden.
Nokia will sein Bochumer Werk mit 2300 Festangestellten und 1000
Leiharbeitern aus Kostengründen zur Jahresmitte aus der
Ruhrgebietsstadt abziehen. Der größte Teil der Produktion
soll in ein neues Werk nach Rumänien verlagert werden. Die
Pläne hatten bei Beschäftigten, Gewerkschaften und in der
Politik Proteststürme ausgelöst.
Das Ergebnis des Gesprächs zwischen Betriebsrat und der
Konzernführung dürfte mitentscheidend für eine vom Land
Nordrhein-Westfalen geforderte Subventionsrückzahlung sein.
Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) verlangt 41 Millionen Euro
zurück, weil Nokia die zugesagte Zahl an Dauerarbeitsplätzen
nicht eingehalten habe. Sie hat dem Konzern bis heute Zeit gegeben,
seine Sicht der Dinge darzulegen und ihr Vorgehen von "weiteren
Verhandlungsschritten" abhängig gemacht.
(Quelle: rtr)
Hartz-IV-Empfänger sollten mehr dazuverdienen dürfen
Mi.13.02.08 - Führende Wirtschaftsexperten haben eine Neuregelung der
Zuverdienstmöglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger
gefordert. "Die Hinzuverdienst-Grenze sollte von 100 auf 500 Euro
hochgesetzt werden, und auch danach sollte der Staat nicht so viel
wegnehmen", sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts,
Hans-Werner Sinn, der "Bild"-Zeitung. Der Staat solle mehr fürs
Mitmachen zahlen, damit er weniger fürs Wegbleiben ausgeben
müsse.
Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup, sagte
der "Bild", die geltende Zuverdienst-Regelung mache Mini-Jobs im
Vergleich zu einer regulären Beschäftigung viel zu attraktiv.
Zugleich forderte er mehr Druck der Arbeitsagenturen auf Arbeitslose.
"Im Gesetz steht, dass Hartz-VI-Empfänger jede zumutbare Arbeit
annehmen müssen. Diesen Grundsatz in der Praxis durchzusetzen ist
die Aufgabe der Arbeitsvermittler."
(Quelle: afp)
Wahl Dreiers zum Vizepräsidenten des Verfassungsgerichts geplatzt
Mi.13.02.08 - Die für diesen Freitag im Bundesrat geplante Wahl des
Würzburger Staatsrechtlers Horst Dreiers zum Vizepräsidenten
des Bundesverfassungsgerichts ist geplatzt. Der «Neuen
Osnabrücker Zeitung» (Dienstagausgabe) sagte Hermann Kleen,
Sprecher des SPD-Wahlkoordinators und Bremer Regierungschefs, Jens
Böhrnsen: «Bremen müsste im Bundesrat den Antrag auf
Neuwahl des Vizepräsidenten des Verfassungsgerichts stellen. Darauf
werden wir definitiv verzichten».
Die SPD wolle damit im aufgeheizten Streit um ihren Kandidaten
«den Druck aus dem Kessel nehmen», erklärte Kleen.
«Das eröffnet die Chance, mit der Union in den nächsten
Wochen in Ruhe einen gangbaren Weg im Fall Dreier zu finden.»
Böhrnsen steht trotz des Widerstands aus der Union weiterhin fest
zu Dreier.
Dreier hatte als Mitglied des Nationalen Ethikrates dafür
plädiert, die Verwendung embryonaler Stammzellen nach einer
Einzelfallprüfung zur Behandlung von Krankheiten zu erlauben.
Außerdem schließt der Staatsrechtsprofessor in dem von ihm
herausgegebenen Grundgesetz-Kommentar nicht völlig aus, dass ein
Verbrecher gefoltert werden dürfte, um das Leben eines Opfers zu
retten.
Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Ernst
Benda, hält die Vorbehalte in der Union gegen Dreier hingegen
für «sehr verständlich». Benda sagte der Zeitung:
«Dreier repräsentiert in fundamentalen Fragen unserer
Werteordnung nicht den gesellschaftlichen Konsens.» Seine
Ansichten zum Schutz der Menschenwürde und des ungeborenen Lebens
stießen auch bei den Kirchen oder amnesty international auf
massive Vorbehalte. «Deshalb halte ich den Widerstand der Union
für völlig legitim und sehr verständlich.»
(Quelle: ddp)
Datenschutzbeauftragter kritisiert Pläne für
Bundesmelderegister
Mi.13.02.08 - Die Regierungspläne für ein neues Bundesmelderegister
stoßen beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter
Schaar, auf schwere Bedenken. Dieses Melderegister könne
«eine Art Superdatei werden», in der nicht nur die zur
Identifikation einer Person erforderlichen
«Grundpersonalien» gespeichert werden, sagte Schaar am
Dienstag im Deutschlandfunk. Neben der Steuer-Identifikationsnummer
nannte er dabei unter anderem «Beziehungsdaten, familiäre
Zusammenhänge» und die Frage, wer über einen
Waffenschein verfügt.
Schaar verwies darauf, dass es bisher ein «föderales System
mit kommunalen Melderegistern» gebe, die zu 95 Prozent auch auf
kommunaler Ebene genutzt würden. Da die über die
Grundpersonalien hinausgehenden Daten eigentlich nur für die
Kommunalverwaltung von Interesse seien, frage er sich, was «die
Speicherung dieser sehr umfangreichen Informationen in einer
Zentraldatei» solle.
Der Datenschutzbeauftragte wandte sich unter anderem gegen eine
Aufnahme der Steuer-Identifikationsnummer in ein zentrales
Melderegister. Dies wäre eine «schleichende Verlagerung und
Zweckänderung» dieser Nummer «hin zu einem allgemeinen
Personenkennzeichen». Damit würde weiter erleichtert, dass
immer mehr Dateien unterschiedlicher Stellen vernetzt und abgeglichen
werden. Dies mache ihm «als Datenschützer natürlich
Sorgen».
(Quelle: ddp)
Grüne klagen gegen Datenspeicherung auf Vorrat
Mi.13.02.08 - Die Grünen im Bundestag reichen gegen das neue Gesetz zur
massenhaften Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten
Verfassungsbeschwerde ein, weil sie damit ihre Arbeit als Parlamentarier
beeinträchtigt sehen. «Das Gesetz greift
unverhältnismäßig in den Status der Abgeordneten ein",
sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der «Neuen
Osnabrücker Zeitung» (Dienstagausgabe). Die seit Januar
mögliche sogenannte Vorratsdatenspeicherung gefährde die
Vertrauensbeziehung der Bürgerinnen und Bürger zu ihren
Abgeordneten.
«Der Weg in den präventiven Überwachungsstaat muss
gestoppt werden», unterstrich Künast außerdem die
grundsätzlichen Bedenken ihrer Fraktion gegen das Gesetz. Dieses
soll Polizei und Geheimdiensten die Jagd auf Kriminelle erleichtern.
(Quelle: ddp)
Lehrerverband fordert Abschaffung der Zwischenzeugnisse
Mi.13.02.08 - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordert eine
Abschaffung der Zwischenzeugnisse. BLLV-Präsident Klaus Wenzel
kritisierte am Dienstag in München, die Zeugnisse sorgten oft
für Streit in den Familien: «Das kann eine starke Last sein,
an der Kinder schwer zu tragen haben.» Er appellierte an die
Eltern, «das Zeugnis der Kinder nicht überzubewerten und
ihre Zuneigung nicht von Noten abhängig zu machen».
Wenzel bezeichnete die Notenvergabe als Ausdruck einer
«pervertierten» Lernkultur. Leider seien die Lehrer derzeit
gezwungen, dabei mitzumachen. Er setze stattdessen auf eine enge
Zusammenarbeit und regelmäßige Kontakte zwischen Eltern und
Lehrern. Am Freitag bekommen die bayerischen Schüler ihre
Zwischenzeugnisse.
(Quelle: ddp)
Handwerksmeister in Bayern dürfen künftig auch ohne Abitur
studieren
Mi.13.02.08 - Alle Handwerksmeister sollen in Bayern künftig auch ohne Abitur an
Fachhochschulen studieren können. Das bayerische Kabinett brachte
am Dienstag eine entsprechende Änderung des bayerischen
Hochschulgesetzes auf den Weg, wie die Staatskanzlei mitteilte. Bislang
erwarben nur jeweils die besten 20 Prozent eines Prüfungsjahrgangs
einen direkten fachgebundenen Hochschulzugang.
Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) sagte, die im
Lehrberuf und Meisterbrief erworbene Erfahrung und Kompetenz sei eine
hervorragende Grundlage für eine erfolgreiche
Fachhochschulausbildung. «Nach dem Grundsatz ´Kein
Abschluss ohne Anschluss´ bauen wir künftig verstärkt
darauf, dass jeder, der zuerst einen Beruf lernt, noch leichter auch
eine akademische Laufbahn einschlagen kann», sagte der
CSU-Politiker.
(Quelle: rtr)
Student klagt gegen Exmatrikulation wegen Verwaltungsgebühren
Mi.13.02.08 - Ein Student der Technischen Universität Ilmenau kämpft vor
Gericht gegen seinen Hinauswurf: Weil er den in Thüringen
geforderten Verwaltungskostenbeitrag von 50 Euro aus Protest nicht
zahlte, wurde er mit sofortiger Wirkung exmatrikuliert. In einer
Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes Weimar erzielte er einen
ersten Erfolg, wie die Gerichtssprecherin Katharina Hoffmann am
Dienstag der AP auf Anfrage sagte. Er bleibt weiterhin immatrikuliert,
bis das Gericht ein abschließendes Urteil getroffen hat.
Die Entscheidung, den Sofortvollzug der Exmatrikulation anzuordnen,
hätten die Richter der Zweiten Kammer nicht nachvollziehen
können, sagte Hoffmann. Das Gericht habe «keine gewichtigen
Gründe gesehen, weshalb die Finanzierung höher zu bewerten
sei als das Interesse des Studenten, einstweilen seinen Berufsweg
fortzusetzen».
Der Student wird bei seiner Klage von der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW) unterstützt, die ihm einen erfahrenen Anwalt
vermittelte und die Kosten übernommen wird. «Der DGB
Thüringen steht für ein kostenfreies Studium»,
kommentierte auch der DGB-Vorsitzende Steffen Lemme das Verfahren.
Abgesehen vom Problem des Fachkräftemangels in Thüringen
müsse jedem Jugendlichen, unabhängig vom sozialen
Hintergrund, ein Studium möglich sein. Die Einführung des
Verwaltungskostenbeitrags komme einer versteckten Studiengebühr
gleich.
Rechtsanwalt Sven Haak, der den Studenten vertritt, verwies auf die
besondere Situation der TU Ilmenau. Von den dort rund 6.500
eingeschriebenen Studenten hätten 1.011 den
Verwaltungskostenbeitrag von 50 Euro nur unter dem ausdrücklichen
Vorbehalt der Rückforderung gezahlt. Sein Mandant habe
sämtliche geforderten Zahlungen mit Ausnahme der 50 Euro
geleistet, sagte der Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Mit ihrem
Vorgehen habe die TU Ilmenau den Gleichheitsgrundsatz und das
Sozialstaatsprinzip verletzt.
Der Sprecher der Konferenz der Thüringer Studentenschaften, Felix
Ihle, erinnerte daran, dass im Jahr 2006 Tausende Studenten auf die
Straße gegangen seien, um gegen ein neues Hochschulgesetz zu
protestieren. Kritikpunkte seien neben dem hochschulinternen
Demokratieabbau auch die Einführung neuer Gebühren, darunter
der Verwaltungskostenbeitrag gewesen, sagte Ihle. Einwände dagegen
seien von der Landesregierung ignoriert worden.
(Quelle: ap)
Bildungsministerium fördert Weiterbildung nach der Lehre
Mi.13.02.08 - Das Bundesbildungsministerium (BMBF) vergibt seit Januar 2008 auch
Weiterbildungsstipendien an junge Menschen mit klassischer
Berufsausbildung. Möglich ist die Förderung von Sprach- oder
Meisterkursen, aber auch ein Zuschuss zum berufsbegleitenden Studium.
Das Programm richtet sich an besonders qualifizierte Absolventinnen und
Absolventen einer Berufsausbildung unter 25 Jahren. Der Zuschuss ist auf
5100 Euro begrenzt. Grundsätzlich müssen Bewerber mindestens
15 Stunden pro Woche berufstätig sein.
Soll das Stipendium ein Studium finanzieren, muss das Studienfach auf
der Berufsausbildung aufbauen. Außerdem darf das Stipendium nur
für Studiengebühren, Lehrbücher und andere direkt mit der
Ausbildung verbundene Ausgaben ausgegeben werden, nicht jedoch zur
Finanzierung des Lebensunterhalts.
Voraussetzung für die Aufnahme in das Stipendienprogramm ist
mindestens die Note 2,0 in der Berufsabschlussprüfung.
Überdurchschnittliche Leistungen lassen sich auch durch die
erfolgreiche Teilnahme an überregionalen Vergleichswettbewerben
oder eine Bescheinigung des Ausbilders belegen. Allerdings reichen gute
Noten allein in der Regel nicht aus. Da es regelmäßig mehr
Bewerber als Stipendien gibt, entscheidet ein persönliches
Auswahlverfahren über die Vergabe der Fördermittel.
Nähere Informationen zur Begabtenförderung für
Berufstätige gibt es im Internet unter der Adresse http://
begabtenfoerderung.de.
(Quelle: ddp)
Studie - Jugendliche sehnen sich nach ethisch-moralischen Werten
Mi.13.02.08 - Jugendliche und junge Erwachsene orientieren sich einer Studie zufolge
viel stärker an ethisch-moralischen Werten als vielfach angenommen.
Die Weltanschauung von befragten Berufsschülern hätten oft
eine religiöse Dimension, ohne dass die Jugendlichen dabei selbst
an Kirche oder Religion dächten, sagte der Autor der Studie
"Lebensorientierung Jugendlicher", der Braunschweiger
Sozialwissenschaftler Andreas Feige, am Montag in Schwerte.
Feige sagte, die größte Sehnsucht der Jugendlichen sei
Beziehungssicherheit. "Das zeigt, dass sie in einer Welt groß
werden, die ihnen Schwierigkeiten macht", sagte der
Sozialwissenschaftler. Die Zerbrechlichkeit von Beziehungen werde den
Jugendlichen im Elternhaus vorgelebt.
"Jugendliche und junge Erwachsene haben ein feines Gespür für
die Alltagsethik in ihrem Leben", erklärte Feige. So nannten 82
Prozent der über 8.000 Befragten zwischen 15 und 25 Jahren
Vertrauensbruch eine Sünde. Die Jugendlichen verständen solche
Fragestellungen jedoch nicht unbedingt als religiös. Bei den
zukünftigen Erziehungszielen für eigene Kinder gaben laut der
Studie 60 Prozent der Jugendlichen an, es sei mehr oder weniger
wichtig, "dass mein Kind das Vertrauen lernt, von Gott geliebt und
beschützt zu sein".
Die Studie zeigt auch eine große Gemeinsamkeit zwischen
Jugendlichen christlichen, muslimischen und anderen Glaubens. Die
Jugendlichen muslimischen Glaubens unterschieden sich bei den
Wertorientierungen kaum von den nicht-muslimischen Altersgenossen,
heißt es. Nur bei ausdrücklich religiösen Fragen sei die
Zustimmung der muslimischen Jugendlichen deutlich größer
gewesen. Feige betonte jedoch, dass es auch unter den muslimischen
Befragten große Unterschiede gebe.
Für die Studie "Lebensorientierung Jugendlicher. Alltagsethik,
Moral und Religion in der Wahrnehmung von Berufsschülerinnen und
-schülern in Deutschland" wurden über 8.000 Berufsschüler
zwischen 15 und 25 Jahren befragt. Die Untersuchung wurde im Auftrag
der evangelischen und katholischen Kirche erstellt.
(Quelle: epd)
Wissenschaft
Europa hat mit Columbus eigenes Forschungslabor im All
Mi.13.02.08 - Nach jahrelangen Verzögerungen hat Europa mit Columbus ein eigenes
Forschungslabor im All. Die US-Astronauten Rex Walheim und Stanley Love
montierten das Columbus-Modul erfolgreich an der Internationalen
Raumstation ISS, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA in Houston
mitteilte. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel, der eigentlich für
die Außenarbeiten vorgesehen war, übernahm mit seinem
Kollegen Alan Poindexter die Beaufsichtigung der Montage. Der
Außeneinsatz hatte ursprünglich bereits am Sonntag
stattfinden sollen, war jedoch wegen eines Unwohlseins Schlegels
verschoben worden.
"Das europäische Columbus-Modul ist offiziell Teil der
Internationalen Raumstation", verkündete der französische
Astronaut Léopold Eyharts nach der erfolgreichen Montage im All.
Columbus ist Europas erstes Labor für Langzeitforschung unter
Weltraumbedingungen. Gesteuert wird es aus dem deutschen Kontrollzentrum
in Oberpfaffenhofen bei München. Bisher hatten nur die USA und
Russland ein eigenes Labor in der ISS. Im März soll das japanische
Weltraum-Labor Kibo an der ISS angebracht werden.
Der von Schlegel und Poindexter überwachte Außeneinsatz
dauerte rund sieben Stunden. Dabei richteten Walheim und Love das
Columbus-Labor so aus, dass ein aus dem Inneren der ISS gesteuerter
Roboterarm es in die richtige Position bringen konnte. Am Dienstag
sollte ein Astronaut das Innere des Columbus-Labors betreten und die
Ausrüstung testen. Weitere Außeneinsätze waren für
Mittwoch und Freitag geplant.
Die NASA machte keine Angaben zu Schlegels Befinden. Der Sprecher der
Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, Markus Bauer, hatte zuvor
erklärt, der 56-Jährige habe sich anscheinend erholt und werde
voraussichtlich am zweiten Weltraumspaziergang teilnehmen.
Die Atlantis war am Donnerstagabend (MEZ) in Cape Canaveral gestartet.
Laut NASA-Missionschef Shannon ist ihre Rückkehr nun
frühestens für den 19. Februar vorgesehen. Über eine
Verlängerung um einen Tag soll am Dienstag entschieden werden.
Ursprünglich sollte das Columbus-Labor bereits 2004 zur ISS
gebracht werden. Doch nach dem tragischen Unfall der Raumfähre
"Columbia", bei der 2003 alle sieben Insassen ums Leben kamen, wurde das
Projekt zunächst auf Eis gelegt. Für eine weitere
Verzögerung sorgten im Dezember technische Probleme der
Raumfähre Atlantis.
(Quelle: afp)
Discovery Channel visualisiert Klimawandel im Internet
Mi.13.02.08 - Ein Tool zur Visualisierung der Effekte der globalen Erwärmung hat
jetzt der Discovery Channel auf seiner Internet-Seite eingerichtet. Das
englischsprachige Portal zeigt Satellitenbilder der Erde in nahezu
Echtzeit und klärt über die komplexen Zusammenhänge des
Klimawandels auf: http://www.discovery.com/discoveryearthlive.
(Quelle: gp)
UNESCO startet das 'Internationale Jahr des Planeten Erde'
Mi.13.02.08 - Die UN-Bildungs- und Wissenschaftsorganisation UNESCO hat den
Startschuss für das "Internationale Jahr des Planeten Erde"
gegeben. Um wirksam auf die Bedrohungen des Planeten reagieren,
müsse die Menschheit das Wissen der Geowissenschaften nutzen,
sagte UNESCO-Generalsekretär Koichiro Matsuura zum Auftakt einer
zweitägigen Expertenkonferenz mit tausend Teilnehmern in Paris. Er
nannte dabei unter anderem die Herausforderungen durch den Klimawandel,
Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und fortschreitende
Verstädterung.
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Ziel für das Jahr des Planeten Erde ist die "Verbesserung der
Lebensqualität künftiger Generationen". Aus der Diskussion
und Analyse der Forschungserkenntnisse von 400.000 Geowissenschaftlern
weltweit sollen laut der UNESCO "neue und originelle Programme"
entstehen, um aus der Erde "einen sichereren, gesünderen und
reicheren Planeten" zu machen.
Das Erd-Jahr findet dabei in Zusammenarbeit mit der Internationalen
Vereinigung der Geowissenschaften (IUGS) statt. IUGS-Präsident
Zhang Hongren sagte, Teil der Kampagne sei auch das Informieren der
Öffentlichkeit über die nachhaltige Nutzung von Ressourcen
wie Brennstoffe und Wasser. Insgesamt gibt es während des Jahres
des Planeten zehn Forschungsschwerpunkte: Gesundheit, Klima,
Grundwasser, Ozeane, Erdboden, das Erdinnere, Meagstädte,
Naturrisiken, Bodenschätze und Leben.
(Quelle: afp)