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Irak am 1422sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.14.02.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 14.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.14.02.07 - US-Repräsentantenhaus stellt Bushs Irak-Pläne auf
Prüfstand +++ Mindestens 15 Tote bei Selbstmordanschlag in Bagdad +++
Irakische Regierung kündigt Sicherheitsoffensive mit
Grenzschließungen an +++ Radikaler Schiitenführer al Sadr soll
sich in den Iran abgesetzt haben +++ Schicksal deutscher Geiseln im Irak
weiter ungewiss +++ Weiterer US-Soldat wegen Mordes an Iraker vor
Militärgericht...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0702140.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Kinder in 13 Ländern werden laut UN als Soldaten rekrutiert
Do.14.02.08 - In 13 Ländern der Welt werden Kinder einem Bericht der Vereinten
Nationen zufolge nach wie vor von Streitkräften oder
Rebellengruppen als Soldaten rekrutiert. Die Lage von Kindern in
Konflikt- und Kriegsgebieten sei weiterhin schlimm und völlig
inakzeptabel, erklärte UN-Untergeneralsekretärin Radhika
Coomaraswamy am Dienstag vor dem Sicherheitsrat in New York. In vielen
Konfliktländern würden Kinder entführt, verstümmelt
oder es komme zu systematischen Vergewaltigungen.
Der Sicherheitsrat hatte 2005 eine Gruppe zur Untersuchung des Themas
eingesetzt, die am Dienstag ihren Bericht vorlegte. Coomaraswamy
forderte vom Sicherheitsrat, entschieden gegen die Rekrutierung von
Kindersoldaten vorzugehen. Auch der französische
Außenminister Bernard Kouchner, dessen Land die Untersuchung
leitete, forderte zum Handeln auf: «Es gibt keine glaubhafte
Abschreckung ohne Sanktionen». Hier stehe die
Glaubwürdigkeit der Weltgemeinschaft auf dem Spiel. Dem Bericht
zufolge rekrutieren 58 Gruppen in 13 Ländern Kindersoldaten, zum
Beispiel in Afghanistan, Birma, Nepal, Somalia, Sudan, Kolumbien oder
dem Kongo.
(Quelle: ap)
US-Senat stimmt erweitertem Spionagegesetz zu
Do.14.02.08 - Der US-Senat hat einem erweiterten Spionagegesetz zugestimmt, das den
amerikanischen Geheimdiensten das Abhören von
Telefongesprächen im Ausland spürbar erleichtert. Das neue
Spionagegesetz erlaubt das Abhören und Auswerten
größerer Mengen ausländischer Telefonate ohne
Genehmigung amerikanischer Behörden. Lediglich US-Bürger
dürften nicht Ziel dieser Lauschaktionen sein.
(Quelle: dpa)
Russland rückt im Atomstreit von Iran ab
Do.14.02.08 - Russland hat sich im Atomstreit mit dem Iran erstmals deutlich kritisch
gegenüber Teheran geäußert. Außenminister Sergej
Lawrow sagte laut Meldungen russischer Nachrichtenagenturen, seine
Regierung missbillige die "permanente Demonstration" der iranischen
Absichten, Raketentechnologie zu entwickeln und Uran anzureichern.
Lawrow, der sich auf dem Rückweg von einem EU-Russland-Treffen in
Ljubljana befand, sagte demnach vor Journalisten, es gebe keine
Zweifel, dass "in den letzten Jahren Probleme mit dem iranischen
Atomprogramm entstanden sind."
Der russische Außenminister forderte Teheran auf, "Aktionen zu
unterlassen, die die Spannungen verschärfen". Der Iran solle nicht
ständig den Eindruck erwecken, die internationale Gemeinschaft
interessiere ihn nicht.
Anfang Februar hatte der Iran anlässlich der Eröffnung seines
ersten Raumfahrtzentrums einen Raketentest unternommen. Die iranische
Führung nannte die Einweihung des Raumfahrtzentrums einen Schritt
im Kampf gegen westliche Dominanz. Gleichzeitig setzte Iran sein
Programm zur Urananreicherung fort, obwohl das Land von Russland mit
Brennstoff für das Atomkraftwerk in Buschehr beliefert wird.
Buschehr wurde mit Hilfe Moskaus im Südiran errichtet.
Die westlichen Staaten verdächtigen den Iran, an der Entwicklung
von Atomwaffen zu arbeiten. Russland ist ständiges
UN-Sicherheitsratsmitglied und unterhält enge Beziegungen zu
Teheran.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt: Führendes Hisbollah-Mitglied in Syrien
getötet - Israelischer Minister lobt Anschlag auf Imad Mughnijeh
Do.14.02.08 - Bei einem Autobombenanschlag in Damaskus ist ein wegen zahlreicher
Attentate gesuchtes Führungsmitglied der Hisbollah getötet
worden. Nach der schiitischen Miliz bestätigte am Mittwochabend
auch das syrische Innenministerium den Tod von Imad Mughnijeh. Der
frühere Sicherheitschef der Organisation war seit Jahren
untergetaucht und galt in den 80er Jahren als einer der
berüchtigtsten Terroristen weltweit. Die Hisbollah und der Iran
machten Israel für den Anschlag verantwortlich.
Mughnijeh sei von israelischen Attentätern zum Märtyrer
gemacht worden, erklärte die Hisbollah. Der Iran sprach von
Staatsterrorismus Israels. Die Regierung in Jerusalem wies die
Vorwürfe zurück.
Der israelische Umweltminister Gideon Esra hat den Autobombenanschlag
auf den Hisbollah-Militärchef gelobt: "Ich weiß
natürlich nicht, wer den Anschlag ausgeführt hat, aber es
gebühren ihm Ruhm und Ehre", sagte der frühere
Geheimdienstoffizier am Mittwoch. Es war die erste Reaktion eines
israelischen Regierungsmitglieds auf die Tötung Mughnijas.
Der Anschlag ereignete sich am Dienstagabend im Stadtviertel Kafar
Susse von Damaskus, wie der syrische Innenminister Brigadegeneral
Bassam Abdul Madschid betätigte. Ermittlungen seien im Gange,
zitierte die amtliche Nachrichtenagentur SANA aus einer Erklärung
des Ministers. Die Ermordung Mughnijehs wurde darin als «feiger
Terrorakt» verurteilt, mutmaßliche Schuldige wurden jedoch
nicht genannt. Im September hatte die israelische Luftwaffe ein Ziel in
der syrischen Wüste angegriffen, bei dem es sich Spekulationen
zufolge um eine Atomanlage gehandelt haben soll.
Mughnijeh war in den 80er Jahren Sicherheitschef der vom Iran
unterstützten Hisbollah. Er soll unter anderem für die
Selbstmordanschläge 1983 auf die US-Botschaft und
Marine-Stützpunkte in Beirut verantwortlich gewesen sein, bei
denen mehr als 300 Menschen getötet wurden. Israel
verdächtigte ihn, in den Anschlag 1992 auf die Botschaft in
Argentinien mit 29 Toten verwickelt gewesen zu sein, ebenso für
den Angriff auf ein jüdisches Zentrum dort zwei Jahre später,
bei dem 95 Menschen starben.
1984 soll er an der Verschleppung und Ermordung des CIA-Chefs im
Beiruter Büro, William Buckley, beteiligt gewesen sein und 1985 an
der Entführung eines amerikanischen TWA-Flugzeugs, dabei war ein
US-Marinetaucher getötet worden. Die US-Bundespolizei FBI hatte
auf Mughnijehs Ergreifung fünf Millionen Dollar (3,4 Millionen
Euro) ausgesetzt. Die US-Regierung begrüßte die Nachricht
von seinem Tod. «Die Welt ist ein besserer Ort ohne diesen
Mann», sagte Außenamtssprecher Sean McCormack.
Der iranische Satellitensender Press TV meldete, der Berichten zufolge
45 Jahre alte Mughnijeh habe zum Zeitpunkt des Anschlags gerade sein
Haus verlassen. Der libanesische Fernsehsender LBC berichtete, er habe
vor seinem Tod an einer Feier in einer iranischen Schule in Damaskus
teilgenommen. Der Hisbollah-Sender Al Manar strahlte ein Bild des
Terroristen aus, der sich nach seinem Untertauchen in den 90er Jahren
einer Gesichtsoperation unterzogen haben soll, um nicht erkannt zu
werden. Zuletzt hatte er sich angeblich bei der Beerdigung seines
Bruders im Dezember 1994 in der Öffentlichkeit gezeigt. Vor zwei
Jahren soll er mit dem iranischen Präsidenten Mahmud
Ahmadinedschad in Syrien zusammengetroffen sein.
Zuletzt war 1992 ein Hisbollah-Mitglied bei einem Anschlag getötet
worden: Damals kam der damalige Generalsekretär Scheich Abbas
Mussawi bei einem Hubschrauberangriff im Südlibanon ums Leben.
boa (Quellen: ap, rtr)
In Somalia entführter deutscher Entwicklungshelfer ist frei
Do.14.02.08 - Der in Somalia entführte deutsche Entwicklungshelfer ist wieder
frei: Die Sicherheitskräfte in Somaliland befreiten den Mann. Das
sagte ein Behördenvertreter vor Ort der Nachrichtenagentur AFP. Die
Deutsche Welthungerhilfe in Bonn bestätigte die Freilassung; eine
Sprecherin zeigte sich erleichtert. Das Auswärtige Amt sagte, es
bemühe sich, unverzüglich Kontakt zu dem Freigelassen
aufzunehmen. Der Mann war am Dienstag im Norden des Landes
überfallen und verschleppt worden. Die Region ist zwischen den
abtrünnigen Gebieten Puntland und Somaliland umstritten.
"Die Sicherheitskräfte hatten Erfolg bei der Freilassung des
deutschen Entwicklungshelfers", sagte der Behördenvertreter in
Somalia. "Er ist bei uns, und er ist in Sicherheit." Der Deutsche werde
jetzt in die Stadt Erigabo zurückkehren, von wo aus er zuvor
gearbeitet hatte. Die Sicherheitskräfte hätten die
Entführer eingekesselt und wollten sie festnehmen, sagte der
Behördenvertreter. Zunächst war unklar, wer die Entführer
waren und ob sie ein Lösegeld verlangt hatten.
Die Welthungerhilfe sei "froh, dass er heil wieder frei" sei, sagte die
Sprecherin der Organsaition dem Sender n-tv. Der Mitarbeiter sei 35
Jahre alt und arbeite bereits seit zwei Jahren in dem afrikanischen
Land. Zuvor sei er in Afghanistan eingesetzt worden. Im ZDF sagte sie,
die Welthungerhilfe wolle ihre Arbeit in Somalia fortsetzen - allerdings
unter veränderten Bedingungen. Jedem Mitarbeiter in Somalia sei
jetzt freigestellt, ob er sich in ein anderes Land versetzen lassen
wolle.
Nach Angaben der Welthungerhilfe war der Mann am Tag seiner
Entführung auf dem Weg von Erigabo an die Küste gewesen, um
sich mit einheimischen Fischern zu treffen. Auf dem Weg hätten
Bewaffnete sein Auto angehalten, den Mann zum Aussteigen gezwungen und
verschleppt. Eine Polizeieinheit nahm die Verfolgung auf. Der Fahrer des
Entwicklungshelfers wurde bei einem Schusswechsel leicht verletzt.
In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Ein
US-Militäreinsatz und zahlreiche Vermittlungsversuche zur
Befriedung des Landes blieben erfolglos. Islamistische Milizen, die im
Laufe des Jahres 2006 die Macht in weiten Teilen des Landes
übernahmen, wurden Anfang vergangenen Jahres von Einheiten aus
Äthiopien wieder vertrieben. Die Hauptstadt Mogadischu ist seither
täglich Schauplatz von Kämpfen und Anschlägen.
(Quelle: afp)
Rotes Kreuz beklagt fürchterliche Gewalt in Sri Lanka
Do.14.02.08 - Das Rote Kreuz hat die immer höher steigende Zahl ziviler Opfer
des Bürgerkriegs in Sri Lanka in scharfen Worten verurteilt. Die
Kämpfe der Regierungstruppen mit den Rebellen sowie verschiedene
Bombenanschläge haben in den ersten sechs Wochen des Jahres
bereits 180 Zivilpersonen das Leben gekostet, weitere 270 wurden zum
Teil schwer verletzt, wie die örtliche Delegation des
Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch mitteilte.
«Die Zahl der von der Gewalt im ganzen Land betroffenen
Zivilpersonen - entweder direkt als Ziel oder als zufällige
Passanten - hat eine fürchterliche Höhe erreicht»,
erklärte der IKRK-Voristzende Toon Vandenhove in Colombo. Seit
Jahresbeginn eskaliert die Gewalt auf der Insel, in den vergangenen
Wochen gab es mehrere Anschläge auf Busse oder Bahnstationen,
für die die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verantwortlich
gemacht wurden. Sie kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat
im Nordosten der Insel. Der Bürgerkrieg hat mehr als 70.000
Menschen das Leben gekostet.
Am Mittwoch töteten die Streitkräfte bei Kämpfen im
Nordosten der Insel nach eigenen Angaben 15 Kämpfer der Rebellen.
Seit die Regierung im vergangenen Monat einen Waffenstillstand
aufkündigte, sind nach Militärangaben bereits über 1.000
Menschen ums Leben gekommen. Die Zahlen zu den Opfern - Zivilpersonen,
Rebellen oder Soldaten - sind im Nordosten Ceylons nur schwer zu
überprüfen. Das von den Rebellen kontrollierte Gebiet ist
für Medien nicht zugänglich.
(Quelle: ap)
Venezuela stoppt Öllieferungen an Exxon Mobil
Do.14.02.08 - Venezuelas staatliche Ölgesellschaft PDVSA hat ihre Rohöl-
und Petroleumlieferungen an den US-Konzern Exxon Mobil gestoppt.
Die Geschäftsbeziehungen seien ausgesetzt, erklärte die Firma
am Dienstag. Sie reagierte damit auf die von Exxon Mobil veranlasste
Einfrierung milliardenschwerer Vermögenswerte von PDVSA. Exxon
Mobil will sich so Entschädigungen sichern, nachdem Ölfelder
in Venezuela verstaatlicht wurden.
Am Sonntag hatte Präsident Hugo Chavez wegen des Rechtsstreits um
die Verstaatlichung mit einem Lieferstopp für die Vereinigten
Staaten gedroht. Daraufhin stieg der Preis des Rohstoffes an den
Weltmärkten. Der Ölminister des Landes, Rafael Ramirez,
bekräftigte die Drohung in einem am Dienstag veröffentlichten
Zeitungsinterview. Venezuela hatte im Juni 2007 die Anteile von Exxon
und dessen US-Konkurrenten ConocoPhillips an Vorhaben in der
Orinoco-Region im Zuge einer Verstaatlichung übernommen.
(Quelle: rtr)
Ecuador: Bericht über 15 erschossene Indios in Naturreservat -
Laut Organisation von Holzfällern ermordet
Do.14.02.08 - Im größten Naturreservat von Ecuador sind nach Angaben einer
Indio-Organisation 15 Mitglieder von Volk der Huaorani erschossen
worden. Die Indios seien am Sonntag von Holzfällern ermordet
worden, sagte ein Sprecher der Huaorani-Organisation von Ecuador am
Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Er berief sich auf Berichte von
Indios anderer Stämme im Yasuni Nationalpark. Ein Polizeisprecher
sagte der Nachrichtenagentur AP auf Anfrage, ihm sei nichts über
den Vorfall bekannt.
Das Holzfällen im Yasuni Nationalpark, einem
UNESCO-Biospährenreservat, ist verboten. In dem Gebiet leben
mehrere indigene Stämme in Isolation. Immer wieder gibt es
Berichte über Konflikte mit Holzfällern. In dem Park wachsen
Mahagoni und andere wertvolle Holzarten.
(Quelle: ap)
Brasilien beschlagnahmt riesige Menge illegal geschlagenes Holz
Do.14.02.08 - Die brasilianische Polizei hat am Mittwoch eine riesige Menge an Holz
beschlagnahmt, das illegal im Amazonas-Regenwald gefällt wurde.
Insgesamt seien 10.000 Kubikmeter «aller Sorten von edlem
Holz» sichergestellt worden, wie die Brasilianische
Umweltschutzagentur mitteilte. Die Menge werde sich vermutlich in den
nächsten Tagen verdoppeln.
Die Razzia ist Teil einer Offensive gegen die heimliche Abholzung des
Regenwaldes, die im vergangenen Jahr alarmierend zugenommen hat. Das
beschlagnahmte Holz soll versteigert werden. Der Erlös ist für
den Kampf gegen die Abholzung bestimmt.
(Quelle: ap)
EU und Russland weiterhin nicht einig über Kosovo
Do.14.02.08 - Russland und die Europäische Union bleiben über die
bevorstehende Unabhängigkeit des Kosovo zerstritten.
Die grundlegenden Unterschiede in den Auffassungen über diese
Frage seien nicht überwunden worden, sagte Russlands
Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch nach Gesprächen mit
der Kommission und der Ratspräsidentschaft der EU im slowenischen
Brdo. Russland halte eine Unabhängigkeit des Kosovo nach wie vor
für einen Fehler, werde aber nicht mit Sanktionen darauf
reagieren. "Russland hat unter seinen politischen Instrumenten keine
Strafmaßnahmen", sagte er.
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatte kurz vor dem
Treffen die Hoffnung geäußert, die russische Regierung nach
dem jahrelangen Streit über das Kosovo umstimmen zu können.
"Wir hoffen, wir werden Russland davon überzeugen können,
dass die Situation unhaltbar ist." Lawrow sagte dagegen, Serben und
Kosovaren könnten erneut über den Status der Provinz
verhandeln, wenn niemand behaupten würde, die Unabhängigkeit
des Kosovo sei unvermeidlich. Ein letzter Anlauf zu einer
einvernehmlichen Lösung unter Leitung einer Troika aus Russland,
EU und USA war im Dezember jedoch gescheitert.
Unterdessen forderte Serbiens Ministerpräsident Vojislav Kostunica
seine Landsleute auf, das Kosovo auch nach der Unabhängigkeit
nicht zu verlassen. "Unsere Leute im Kosovo sollten in ihren Wohnorten,
ihren Provinzen, ihrem Serbien bleiben", sagte er der staatlichen
Agentur Tanjug.
Die Region wird sich voraussichtlich am Sonntag für
unabhängig erklären. Die Regierung in Belgrad ist gegen die
Abspaltung der südserbischen Provinz, die mehrheitlich von
Albanern bewohnt wird. Russland unterstützt Serbien. Lawrow hatte
erst am Dienstag gewarnt, eine Unabhängigkeitserklärung der
Kosovo-Albaner gefährde die Sicherheit in Europa und die
Abspaltung würde auf dem Kontinent alle Grundsätze des
Völkerrechts infrage stellen.
Der UN-Sicherheitsrat berät am Donnerstag über das Thema. Da
Russland als Vetomacht eine Anerkennung durch die Vereinten Nationen zu
blockieren droht, wäre der völkerrechtliche Status des Kosovo
unsicher. Dies gilt auch für Pläne, die Provinz durch
Nato-Truppen und eine EU-Polizeimission zu stabilisieren. Lawrow
bekräftige, jedes Engagement der internationalen Gemeinschaft im
Kosovo müsse vom UN-Sicherheitsrat befürwortet werden.
Über die Sitzung am Donnerstag sei er "nicht sehr optimistisch".
(Quelle: rtr)
Menschenrechtsgericht verurteilt Türkei wegen Misshandlung
Do.14.02.08 - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die
Türkei wegen Misshandlung eines inhaftierten
Gewerkschaftsführers verurteilt. Der Mann habe während seiner
zweitägigen Haft im Jahr 2002 Verletzungen an den Schultern, Armen
und Beinen davongetragen, berichteten die Straßburger Richter am
Dienstag. Der Gewerkschafter hatte an einer nicht genehmigten
Demonstration teilgenommen, mit der entlassene Arbeiter unterstützt
werden sollten.
Die türkische Regierung muss dem Mann nun 5.000 Euro
Schmerzensgeld zahlen. Die türkischen Behörden hätten
keine befriedigende Erklärung für die Verletzungen des
Gefangenen liefern können, so das Gericht. Die Darstellung, der
Mann habe sich gegen seine Festnahme gesträubt und sich dabei
selbst verletzt, sei nicht stichhaltig. So hätten
Gefängnisärzte bei dem Gewerkschafter am zweiten Tag seiner
Haft mehr Blessuren festgestellt als am ersten.
(Quelle: epd)
UN-Konferenz zum Kampf gegen den Menschenhandel eröffnet
Do.14.02.08 - In Wien hat am Mittwoch die erste internationale Konferenz zum Kampf
gegen den Menschenhandel begonnen. Unter Federführung der
Vereinten Nationen (UNO) wollen die rund 1200 Teilnehmer aus hundert
Staaten die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf dieses
organisierte Verbrechen lenken. Er hoffe, dass es bis zum Ende der
dreitägigen Konferenz eine Roadmap für den Kampf gegen den
Menschenhandel gebe, sagte der Leiter des UN-Büros für
Drogenkontrolle und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Antonio Maria
Costa: "Dies ist keine zwischenstaatliche Konferenz und keine
Fachsimpelei, sondern vielmehr eine Kundgebung", betonte er.
Als Gastredner waren die britische Schauspielerin Emma Thompson,
Popstar Ricky Martin und Ägyptens First Lady Suzanne Mubarak
angekündigt. Nach UN-Schätzungen sind weltweit ständig
rund 2,5 Millionen Menschen in der Hand von Menschenhändlern, etwa
80 Prozent davon Frauen und Kinder. Demnach wird jährlich allein
aus Delikten in Zusammenhang mit Zwangsarbeit ein Profit von rund 31,6
Milliarden Dollar (knapp 22 Milliarden Euro) gezogen. Menschenschmuggel
spielt eine Rolle bei einer ganzen Reihe von Verbrechen - von der
Zwangsprostitution über andere Formen der Zwangsarbeit bis hin zur
erzwungenen Organentnahme.
Popstar Martin sagte, seit er vom Menschenhandel wisse, könne er
nicht mehr tatenlos zusehen: "Ich war bei einer Indienreise Zeuge der
Grausamkeit des Menschenhandels, als ich drei kleine Mädchen aus
den Straßen Kalkuttas gerettet habe", berichtete er. Martin hat
inzwischen eine Wohltätigkeitsstiftung für betroffene Kinder
gegründet.
Zum Begleitprogramm gehört auch eine Kunstinstallation, die den
Leidensweg einer Zwangsprostituierten zeigt. Die Installation mit dem
Titel "Journey" (Reise) wurde von der Schauspielerin Thompson in
Zusammenarbeit mit einer ehemaligen Zwangsprostituierten aus Moldawien
konzipiert, die mit 18 Jahren von Menschenhändlern in ein
britisches Bordell verschleppt wurde.
Die Installation besteht aus sieben Containern, von denen jeder eine
Station auf der Reise der nur als "Elena" bekannten Frau darstellt. Von
einem Container, der ihr Heimatdorf zeigt, geht es weiter mit der
nächtlichen Lkw-Fahrt durch Europa bis hin zu einem schmutzigen
Raum in einem Londoner Bordell, wo "Elena" täglich bis zu 40
Freier bedienen musste.
(Quelle: afp)
Brüssel will EU-Außengrenzen abschotten - Biometrische
Kontrollen sollen massiv ausgeweitet werden
Do.14.02.08 - Elektronische Kontrollen von Fingerabdrücken oder der Iris des
Auges sollen ab 2015 an europäischen Flughäfen massiv
ausgeweitet werden. Das sehen Pläne zu so genannten biometrischen
Kontrollen an den EU-Außengrenzen vor, die EU-Innenkommissar
Franco Frattini in Brüssel vorstellte. Eine Kontrollpflicht soll es
zunächst zwar nur für Bürger aus Drittstaaten geben, die
für bis zu drei Monate mit einem Visum einreisen. Aber auch
EU-Bürger sind aufgefordert, sich den automatisierten Kontrollen zu
unterwerfen.
Damit folgt Frattini dem Vorbild der USA. Die Vorschläge sind Teil
eines Grenzschutzpakets, mit dem der Kommissar die EU-Außengrenzen
gegen unerwünschte Einwanderer abschotten will. Die biometrischen
Daten der Reisenden aus Drittstaaten sollen beim Grenzübertritt in
einem elektronischen Ein- und Ausreiseregister gespeichert werden. Es
schlägt automatisch Alarm, wenn die Aufenthaltserlaubnis
abgelaufen ist. Nach Kommissionsangaben ist das Visum von etwa der
Hälfte der rund acht Millionen illegal Eingewanderten in der EU
abgelaufen.
(Quelle: afp)
Ifo: Wirtschaftsklima in Euro-Zone stark eingetrübt
Do.14.02.08 - Angesichts der schwächeren Konjunkturaussichten hat sich das
Wirtschaftsklima in der Euro-Zone so stark eingetrübt wie seit
zweieinhalb Jahren nicht mehr.
Das vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Stimmungsbarometer fiel
im ersten Quartal auf 81,4 von 90,7 Punkten. "Der Rückgang des
Ifo-Indikators resultiert sowohl aus weniger positiven Urteilen zur
gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch aus ungünstigeren
Erwartungen für die nächsten sechs Monate", sagte Ifo-Chef
Hans-Werner Sinn am Mittwoch zu der Umfrage unter 238 Experten aus
multinationalen Firmen und international tätigen Institutionen.
In Deutschland, Finnland und den Niederlanden ist der Optimismus zwar
zurückgegangen, die Wirtschaftslage wird jedoch weiter sehr positiv
beurteilt. In Belgien, Spanien und Irland rechnen die Experten mit
einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung in den kommenden
Monaten. In Frankreich und Italien fielen hingegen sowohl die Urteile
zur Lage als auch die Erwartungen für das erste Halbjahr negativ
aus.
Die Jahresteuerung im Währungsgebiet für 2008 sehen die
Experten bei 2,5 Prozent. Sie läge damit deutlich über der
Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei
Prozent. "Nach Meinung der Experten werden die Leitzinsen im Laufe der
nächsten sechs Monate zurückgehen, die Kapitalmarktzinsen
dürften annähernd stabil bleiben", sagte Sinn. Im Vergleich
zum Euro werde der US-Dollar fundamental als klar unterbewertet
eingeschätzt. Allerdings rechnet die Mehrheit der Befragten mit
einer weiteren Abschwächung der US-Währung in den kommenden
sechs Monaten.
(Quelle: rtr)
Georgischer Oppositionschef in London gestorben
Do.14.02.08 - Der georgische Oppositionsführer und Millionär Badri
Patarkazischwili ist nach Angaben seines früheren
Geschäftspartners Boris Beresowski tot. Er sei in London gestorben,
sagte Beresowski. Patarkazischwilis Anwältin bestätigte im
georgischen Fernsehen den Tod ihres Mandanten. Patarkazischwili wurde
von der georgischen Generalstaatsanwaltschaft vorgeworfen, in seiner
Heimat einen Staatsstreich geplant zu haben, was der in
Großbritannien und Israel lebende Oppositionelle aber von sich
wies. Die britische Polizei stufte den Tod Patarkazischwilis als
"verdächtig" ein.
Bei der Präsidentenwahl in Georgien Anfang Januar hatte
Patarkazischwili knapp sieben Prozent der Stimmen erhalten und war damit
Amtsinhaber Michail Saakaschwili klar unterlegen. Patarkazischwili war
Mitinhaber des größten regierungskritischen Fensehsenders
Georgiens, Imedi TV, und war vom Ausland aus zu Wahl angetreten.
In Großbritannien teilte die zuständige Polizei von Surrey
teilte mit, der Tod Patarkazischwilis werde als "verdächtig"
behandelt. Dies geschehe mit allen unerwarteten Todesfällen.
(Quelle: afp)
Dänische Zeitungen drucken wieder Mohammed-Karikaturen ab
Do.14.02.08 - Führende dänische Zeitungen haben am Mittwoch wieder die
Mohammed-Karikaturen abgedruckt, die vor zwei Jahren zu wütenden
und teils gewaltsamen Massenprotesten in der islamischen Welt
geführt hatten. Die Zeitungen erklärten dazu, sie wollten mit
dieser Aktion zeigen, dass sie weiter für das Recht auf
Meinungsfreiheit einträten. Sie reagierten auf die Festnahme von
drei Personen am Dienstag, die einen Anschlag auf den Zeichner dieser
Mohammed-Karikaturen geplant haben sollen.
Nach Angaben der Zeitung «Jyllands-Posten» war der
Karikaturist Kurt Westergaard Ziel des geplanten Attentats. Seine
Zeichnung gehörte zu den am heftigsten kritisierten: Er zeigte
Mohammed, der einen Turban in der Form einer Bombe mit einer brennenden
Zündschnur trägt. «Jyllands-Posten» druckte die
Karikatur am Mittwoch erneut ab, ebenso wie die Zeitungen
«Politiken» und «Berlingske Tidende». Das
Boulevardblatt «Ekstra Bladet» druckte alle damals
veröffentlichten zwölf Zeichnungen noch einmal.
(Quelle: ap)
Deutschland
Koalition will Streit über Integrationspolitik dämpfen
Do.14.02.08 - Nach Irritationen über den hessischen Wahlkampf und den
türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan will die
Koalition den Streit über die Integrationspolitik entschärfen.
Die SPD-Fraktion kündigte am Mittwoch für kommende Woche eine
Bundestagsdebatte an, bei der nach den heftigen Auseinandersetzungen
der letzten Wochen wieder eine gemeinsame Linie erreichen werden soll.
Das Auswärtige Amt war zudem bemüht, eine Belastung der
deutsch-türkischen Beziehungen durch die scharfe Kritik deutscher
Politiker an Erdogan zu verhindern. Dessen Aussagen zur "Assimilation"
von Türken sorgten dennoch weiter für Unverständnis.
Nach SPD-Angaben soll das Ziel der Bundestagsdebatte eine
"Abrüstung" im Streit und die Suche nach einem Konsens sein, sagte
der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas
Oppermann. Die Koalition habe sich gemeinsam um die Integrationspolitik
bemüht, erklärte er. "Aber dann kamen Roland Koch und Recep
Tayyip Erdogan und haben die Debatte übernommen. Das ist keine
gute Entwicklung."
Die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Koch nach
härterem Vorgehen gegen Ausländerkriminalität hatte das
Klima in der Koalition belastet. Der Brand in Ludwigshafen hatte zudem
Spannungen zwischen Deutschen und Türken ausgelöst. Danach
hatte Erdogan mit seiner Kritik, Assimilation sei ein Verbrechen gegen
die Menschlichkeit, Kritik bei Union und SPD ausgelöst.
Unionspolitiker warfen Erdogan vor, in Deutschland türkischen
Wahlkampf zu machen.
Das Auswärtige Amt bemühte sich um eine Entschärfung des
Streits und ging damit vorsichtig auf Distanz zu den Kritikern. Die
stellvertretende Sprecherin Julia Gross sagte, Erdogan habe nicht von
einem Zwang zur Assimilation gesprochen. Sie kündigte an, dass
Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag mit seinem
türkischen Kollegen Ali Babacan über das Thema sprechen
werde. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg verwies auf
Aussagen Merkels, die Vorbehalte gegen Erdogans Positionen deutlich
gemacht hatte. Gleichwohl seien dessen Aussagen neue Impulse für
die Integrationsdebatte gewesen.
Oppermann sagte mit Blick auf die Äußerungen Erdogans: "Die
Integration in Deutschland ist keine Zwangsgermanisierung der
Türken." Die SPD lehne auch den Vorschlag ab, flächendeckend
türkische Schulen in Deutschland einzurichten, in denen das Lernen
auf Deutsch nur Nebensache zu werden drohe. Oppermann verwies auf eine
funktionierende Kooperation mit der Türkei, die rund 550
türkische Lehrer nach Deutschland entsende, um türkischen
Schülern muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen.
Insgesamt gebe es in Deutschland rund 500.000 türkische
Schüler.
(Quelle: rtr)
CDU-Politiker Polenz distanziert sich von Kritik an Erdogan
Do.14.02.08 - Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz hat sich von der Kritik am
türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan
distanziert. Dessen Regierung sei "die erste in der Türkei, die
nicht nur erkannt hat, dass die Türken, die dauerhaft in
Deutschland leben, sich hier integrieren müssen, sondern auch etwas
dafür tut", sagte der frühere CDU-Generalsekretär der
"Frankfurter Rundschau". So sorge sie unter anderem für eine
bessere Vorbereitung der muslimischen Imame, die in die Bundesrepublik
kämen.
In seiner Kölner Rede habe Erdogan die Türken in Deutschland
aufgefordert, Deutsch zu lernen, sich zu bilden und so den
gesellschaftlichen Aufstieg hierzulande anzustreben, sagte der
Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dem Blatt
weiter. "Wir sollten verstehen, dass Heimatgefühl nichts Exklusives
ist. Man kann sich sehr wohl in seiner Heimat Deutschland zu Hause
fühlen, ohne das Land der Eltern oder Großeltern zu
vergessen."
Zwischen Deutschen und Türken sowie zwischen der Türkei und
Deutschland gebe es "offenbar eine Bereitschaft zu gegenseitigem
Misstrauen", sagte Polenz. Dies habe die Aufregung über Erdogans
Rede, aber auch sein Auftritt wieder einmal gezeigt. Erdogan hatte bei
einem Auftritt in Köln die Assimilierung der in Deutschland
lebenden Türken als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"
bezeichnet.
Die CSU warf der türkischen Regierung unterdessen eine Behinderung
der Integration von Türken in Deutschland vor. Ankara fördere
bewusst die Haltung des Teils der Türken in Deutschland, der seine
Nationalität weiterpflege und mit dem Bewusstsein nicht in
Deutschland zuhause sei, sagte der bayerische Innenminister Joachim
Herrmann (CSU) im Deutschlandradio Kultur. Er betonte, dass die
Ablehnung der CSU einer Mitgliedschaft der Türkei in der EU nicht
im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion stehe. "Das ist wieder ein
ganz anderes Kapitel. Wir haben seit jeher keinen Hehl daraus gemacht,
dass wir eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der
Europäischen Union für einen völlig falschen Ansatz
halten."
(Quelle: afp)
BayernLB nun doch hart von US-Hypothekenkrise getroffen
Do.14.02.08 - Die US-Hypothekenkrise und ihre Nachwehen an den weltweiten Börsen
haben die BayernLB nun doch hart getroffen.
Deutschlands zweitgrößte Landesbank muss Belastungen von
insgesamt 1,9 Milliarden Euro verkraften, wie das Münchner
Institut am Mittwoch nach einer Sitzung des Verwaltungsrates mitteilte.
Davon würden allerdings nur rund 600 Millionen Euro im vergangenen
Jahr ergebniswirksam verbucht. Lange hatten sich die Münchner
nicht als Opfer der Hypothekenkrise gesehen.
Allerdings greift die BayernLB zum Ausgleich für die restlichen
Belastungen von rund 1,3 Milliarden Euro auf die sogenannte
Neubewertungsrücklage zurück. Dieser Betrag wird mit dem
Eigenkapital verrechnet und schmälert nicht den operativen Gewinn
2007 von etwa einer Milliarde Euro. Die Kernkapitalquote liege trotz
der Probleme bei sieben Prozent und damit deutlich über den
Anforderungen, die die Aufsichtsbehörden als Minimum stellen,
sagte ein Bank-Sprecher. Zusätzlich zur bereits beschlossenen
Finanzspritze für den Kauf der österreichischen Bank Hypo
Alpe-Adria seien keine zusätzlichen Maßnahmen nötig.
Die US-Hypothekenkrise und die Turbulenzen an den Börsen haben
weltweit Banken in Mitleidenschaft gezogen, teilweise wie bei der
Düsseldorfer IKB sogar an den Rand des Ruins gebracht. Betroffen
sind vor allem US-Banken, in Deutschland sind auch Landesbanken wie die
SachsenLB und die WestLB besonders stark betroffen. Die Leipziger
wurden bereits an Deutschlands größte Landesbank
LBBW[LBBW.UL verkauft, der WestLB droht eine ähnliche Zukunft.
Abgesehen von diesen beiden Krisenfällen ist die BayernLB mit
einer Gesamtbelastung von 1,9 Milliarden Euro im Landesbankensektor am
stärksten betroffen. Bei der LBBW sind es Medienberichten zufolge
1,7 Milliarden Euro.
Ursprünglich sollten die erstmals nach internationaler
Rechnungslegung IFRS berechneten Zahlen der BayernLB erst Ende April
veröffentlicht werden. Dagegen lief die Opposition in Bayern aber
Sturm. Sie wirft dem bayerischen Finanzminister und CSU-Chef Erwin
Huber vor, die Zahlen wegen der Kommunalwahlen Anfang März zu
lange unter Verschluss gehalten zu haben. Huber sitzt im Verwaltungsrat
der BayernLB und will sich am Donnerstag im Bayerischen Landtag zur
Lage der Geldhauses äußern.
Die BayernLB gehört je zur Hälfte dem Freistaat und den
Sparkassen in Bayern. Sie sollen eine unverändert hohe Dividende
erhalten.
(Quelle: rtr)
Neues Rettungspaket für IKB - Bund übernimmt 1 Mrd Euro
Do.14.02.08 - Der Bund stützt die schwer angeschlagene Mittelstandsbank IKB mit
einer Milliarde Euro.
Damit soll eine Insolvenz des Instituts mit gravierenden Folgen
für die deutsche Finanzbranche abgewendet werden. Darauf einigte
sich der Verwaltungsrat der staatlichen IKB-Großaktionärin
KfW am Mittwoch nach mehrstündigen Verhandlungen. Weitere 500
Millionen Euro sollen demnach von der Kreditwirtschaft kommen. Dabei
stehen die Privatbanken unter besonderem Druck: Genossenschaftsbanken
und Sparkassen bekräftigten ihre Ablehnung neuer Hilfen für
die IKB.
Die Folgen eines Zusammenbruchs der IKB für den Finanzplatz
Deutschland und Europa wären unabsehbar, sagte Finanzminister Peer
Steinbrück (SPD) nach der Einigung auf das 1,5 Milliarden Euro
schwere Rettungspaket in Berlin. Wirtschaftsminister Michael Glos
(CSU), der dem KfW-Verwaltungsrat vorsitzt, betonte: "Wir haben
beschlossen, dass wir alles tun werden, was möglich ist, um zur
Rettung der IKB beizutragen." Wie der Bund das Geld bereitstellen will,
blieb zunächst noch offen. Im Gespräch war zuletzt unter
anderem ein Darlehen des Bundes an die staatliche Förderbank KfW,
die derzeit 38 Prozent an der IKB hält. Die zugesagten Hilfen
sollen Steinbrück zufolge aber den Bundeshaushalt von 2008
zunächst nicht belasten. Künftige Auswirkungen seien aber
nicht auszuschließen.
Steinbrück und Glos riefen die Verbände der Privatbanken,
Genossenschaftsbanken und Sparkassen dazu auf, ihren Streit über
eine Beteiligung an dem Rettungspaket schnell beizulegen. Die noch
fehlenden 500 Millionen Euro sollten von allen drei Säulen der
deutschen Kreditwirtschaft getragen werden, sagte der Finanzminister.
Angesichts des Kapitalbedarfs der Mittelstandsbank sei es dringend
notwendig, schnell zu handeln. Der größte Teil der 500
Millionen dürfte nach Informationen aus Verhandlungskreisen von
den privaten Banken kommen. "Die IKB ist eine private Bank", betonte
Steinbrück. Eine Insolvenz würde die Einlagensicherung der
Geschäftsbanken besonders belasten. Der Bundesverband deutscher
Banken (BdB), der die Interessen der privaten Institute vertritt,
lehnte zunächst einen Kommentar ab.
Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis und sein Kollege Christopher
Pleister von den Genossenschaftsbanken sehen ausschließlich die
Privatbanken am Zug. Haasis verwies darauf, dass die Sparkassen
Krisenfälle unter den Landesbanken in jüngster Zeit zu
lösen gehabt hätten. Auch Pleister sagte: "Wir haben unseren
Beitrag bereits geleistet."
Die IKB war bereits zwei Mal mit insgesamt gut sechs Milliarden Euro
von der KfW und der gesamten Kreditwirtschaft gestützt worden. Die
KfW trägt bei den früheren Hilfspaketen fünf Milliarden
Euro, der BdB rund 650 Millionen Euro und die anderen Verbände
teilten sich den Rest. Die Düsseldorfer Bank hatte sich in
großem Stil mit schwach besicherten US-Hypothekendarlehen
verspekuliert und geriet in eine bedrohliche Schieflage. Die KfW will
sich von ihrer IKB-Beteiligung trennen. Dabei gilt eine Aufspaltung der
IKB in einen gesunden Mittelstandsteil und einen Risikobereich als
weitgehend ausgemachte Sache.
(Quelle: rtr)
Arbeitsminister Scholz legt Eckpunkte zur Neuordnung der Jobcenter vor
Do.14.02.08 - Bundesarbeitsminister Olaf Scholz will den Kommunen bei der Neuordnung
der für verfassungswidrig erklärten Hartz-IV-Jobcenter
entgegenkommen.
Der SPD-Politiker legte am Mittwoch in Berlin Eckpunkte für ein
"kooperatives Jobcenter" vor, in dem Arbeitsagenturen und Kommunen
weiterhin zusammenarbeiten könnten. Bezieher von Arbeitslosengeld
II bekämen dort "verzahnte Dienstleistungen unter einem Dach",
heißt es in dem mit der Bundesagentur für Arbeit (BA)
abgestimmten Papier. Die Kommunen und die BA sollen freiwillige
Kooperationsverträge schließen. Den etwa 18.000 kommunalen
Angestellten und Beamten, die derzeit in Jobcentern arbeiten, bietet die
BA die dauerhafte Übernahme an.
Mit dem Eckpunkte-Papier reagierte Scholz auf ein Urteil des
Bundesverfassungsgerichts. Dies hatte kurz vor Weihnachten die 353
Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Arbeitsagenturen in Jobcentern
für verfassungswidrig erklärt, weil die Aufgaben beider
Behörden unzulässig vermischt würden. Dem Gesetzgeber gab
das Gericht bis zum Jahr 2010 Zeit für eine Neuregelung.
Das nun vorgeschlagene neue "kooperative Jobcenter" gesteht den
Kommunen weitgehende Mitspracherechte zu, soll aber eine
"eigenverantwortliche Geschäftseinheit der Agentur für Arbeit
vor Ort" sein. Den neuen Jobcentern soll ein "weitgehender lokaler
Handlungs- und Entscheidungsspielraum" eingeräumt werden. Ein von
beiden Seiten besetzter Kooperationsausschuss soll das örtliche
Arbeitsmarkt- und Integrationskonzept festlegen.
Scholz und die SPD hatten bereits unmittelbar nach dem Urteil
dafür plädiert, dass Kommunen und Arbeitsagenturen ihre
Aufgaben formal stärker trennen, aber weiterhin unter einem Dach
eine gemeinsame Anlaufstelle für die Hartz-IV-Empfänger
bilden. Die Kommunen sind zuständig für die Wohnungs- und
Heizkosten sowie sozialintegrative Leistungen wie Suchtberatung.
Maßnahmen zur Qualifizierung der Arbeitslosen und die Vermittlung
auf einen Arbeitsplatz liegen in Händen der Arbeitsagenturen, die
auch das Arbeitslosengeld II berechnen und auszahlen.
Anders als die SPD hat die Union für eine Stärkung der
kommunalen Verantwortung plädiert. Ein Arbeitsgruppe der
Unions-geführten Länder will bis Jahresende Vorschläge
machen.
(Quelle: rtr)
Arbeitsloser hungert sich absichtlich auf Hochsitz zu Tode
Do.14.02.08 - Ein arbeitsloser Mann aus Hannover hat sich in einem Waldstück im
Solling in Niedersachsen anscheinend zu Tode gehungert. Zwei Jäger
fanden die mumifizierte Leiche des 58-Jährigen auf einem Hochsitz
in der Nähe der Kleinstadt Uslar. Der Mann sei vermutlich bereits
vor zwei Monaten gestorben, teilte die Polizei mit. Ein Sprecher
bestätigte Angaben der Zeitung «Sollinger Allgemeinen»,
wonach der Mann vor seinem Tod ein Tagebuch führte. Aus dem
Büchlein gehe hervor, dass er 24 Tage lang keine feste Nahrung zu
sich nahm.
(Quelle: dpa)
27 Beitragsjahre für Rente auf Sozialhilfe-Niveau notwendig
Do.14.02.08 - Die Bundesregierung will offenbar nicht auf eine Anrechnung von so
genannten Riester-Renten auf die soziale Grundsicherung verzichten. Bei
der Grundsicherung handele es sich nicht um eine Mindest- oder
Grundrente, sondern um eine "bedarfsabhängige Sozialleistung",
heißt es in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine
Kleine Anfrage der Linksfraktion. Das berichtet die "Sächsische
Zeitung" unter Berufung auf den ihr vorliegenden Schriftsatz.
Ältere müssen demnach zunächst alle verfügbaren
Mittel einsetzen, um Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden.
Seit 2003 erhalten Ruheständler, die ihren Lebensunterhalt nicht
bestreiten können, vom Staat eine Grundsicherung von
durchschnittlich 627 Euro. Um diesen Betrag zu erreichen, müsse ein
Durchschnittverdiener 20 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung
einzahlen und nebenher eine Riester-Rente ansparen, schreibt das
Ministerium. "Ohne Riester-Rente sind 27 Jahre erforderlich",
heißt es in der Antwort an die Linksfraktion. Die Bezeichnung
"Riester-Rente" geht auf den ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter
Riester (SPD), der die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge
durch eine Altersvorsorgezulage vorgeschlagen hatte.
(Quelle: afp)
Großhandelspreise verteuern sich so stark wie seit 1982 nicht mehr
Do.14.02.08 - Die Großhandelspreise in Deutschland sind zu Jahresbeginn so
stark angestiegen wie seit 1982 nicht mehr. Der Index der
Großhandelsverkaufspreise erhöhte sich im Januar
gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,6 Prozent, wie das Statistische
Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Höher war der Anstieg
mit 7,0 Prozent letztmals vor 26 Jahren. Ursachen dafür sind die
steigenden Preise im Nahrungsmittelsektor, bei den
Mineralölerzeugnissen und den festen Brennstoffen.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge erhöhten sich die Preise im
Januar im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent. Das war die
höchste Vormonatsveränderung seit September 2005. Deutlich
mehr mussten Händler im Jahresvergleich für Getreide ausgeben.
Die Preise erhöhten sich um mehr als 54 Prozent. Für Milch,
Eier, Speiseöle und Nahrungsfette gaben Händler im Schnitt
rund 26 Prozent mehr Geld aus.
(Quelle: ddp)
Hochtief übertrifft Gewinnprognose deutlich
Do.14.02.08 - Trotz Verlusten im europäischen Bau-Dienstleistungsgeschäft
hat Deutschlands größter Baukonzern Hochtief im abgelaufenen
Jahr die Erwartungen deutlich übertroffen.
Der Konzerngewinn sei 2007 um 57 Prozent auf rund 140 (2006: 89)
Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Hochtief selbst hatte mehr als 100 Millionen Euro anvisiert, von Reuters
befragte Analysten hatten im Schnitt mit 109 Millionen Euro gerechnet.
Die Sparte Hochtief Construction Services Europe habe wegen
zusätzlicher Rückstellungen einen Verlust vor Steuern von 149
Millionen Euro verbucht. Alle anderen Bereiche hätten ihre Ergebnis
deutlich verbessert.
Die Hochtief-Aktie legte um 1,7 Prozent auf 75,28 Euro zu.
(Quelle: rtr)
IG BCE fordert sieben Prozent mehr Geld für
Chemie-Beschäftigte
Do.14.02.08 - Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geht mit
der Forderung nach sieben Prozent mehr Geld in die Chemietarifrunde.
Der Auftakt soll am 26. Februar in Bad Homburg für die etwa 90.000
Beschäftigten der hessischen Chemie stattfinden. Es folgen
Tarifrunden in anderen Bezirken. Am 1. April soll es in Hannover
Gespräche auf Bundesebene geben, bei denen über die
Entgelterhöhung für die rund 550.000 Beschäftigten in
ganz Deutschland verhandelt wird.
Die IG BCE Hessen-Thüringen fordert im Kern eine
Tariferhöhung um sieben Prozent zum 1. März für die
Dauer von zwölf Monaten. Darüber hinaus möchte sie
über tarifvertragliche Regelungen zur Ausbildung und flexible
Instrumente zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit verhandeln.
Angesichts dieser Forderungen rechnen die Arbeitgeber mit schwierigen
und langwierigen Verhandlungen. Anders als die Gewerkschaft gehen sie
nach eigenem Bekunden nicht davon aus, dass sich die positive
gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch 2008 fortsetzen wird.
«Die Entgeltforderungen dürfen auf der anderen Seite nicht
rückwärtsgewandt begründet werden», erklärte
Hauptgeschäftsführer Axel Schack. Die
Chemiebeschäftigten seien mit dem ausgelaufenen Tarifvertrag mit
prozentualen Entgelterhöhungen in Höhe von 3,6 Prozent und
einer kräftigen Einmalzahlung bereits an der wirtschaftlichen
Entwicklung des Jahres 2007 fair beteiligt.
«Die Arbeitnehmer erwarten zu Recht steigende Einkommen»,
sagte dagegen IG-BCE-Landesbezirksleiter Rainer Kumlehn. Die
Beschäftigten seien motiviert und leistungsbereit. Die
Produktivität stimme. «Deshalb können auch die
Einkommen steigen», sagte der Gewerkschafter.
Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt setzt derweil auf
Verhandlungslösungen in den laufenden Tarifrunden. In einem
Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung»
(Donnerstagausgabe) erklärte Schmoldt, er rate auch den
Arbeitgebern, in welcher Branche auch immer, diese Strategie zu
verfolgen. Natürlich müssten die Gewerkschaften in den
Fällen, wo die Arbeitgeber sich berechtigten Tariferhöhungen
widersetzten, notfalls auch über Streik nachdenken. «Das
kann aber immer erst ein Ergebnis von erfolglosen Verhandlungen sein,
das darf nicht gleich am Anfang eine Rolle spielen», warnte
Schmoldt.
(Quelle: ap)
Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst rollt an - Aktionen in mehr
als Hälfte der Bundesländer
Do.14.02.08 - Zum Auftakt der Warnstreiks im öffentlichen Dienst hat die
Gewerkschaft ver.di für heute zu Arbeitsniederlegungen in
zahlreichen Krankenhäusern aufgerufen. Betroffen ist mehr als die
Hälfte aller Bundesländer. Die Gewerkschaft fordert acht
Prozent mehr Lohn, die kommunalen Arbeitgeber wollen einen Aufschlag
von fünf Prozent bei Aufstockung der Arbeitszeit im Westen auf 40
Wochenstunden gewähren.
Ver.di kündigte am Dienstag Warnstreiks zwischen 14. und 22.
Februar angekündigt, nachdem die dritte Verhandlungsrunde
ergebnislos vertagt wurde. Beteiligen sollen sich in dieser Zeit
mehrere 10.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern,
Kindertagesstätten, der allgemeinen Verwaltung, Sparkassen sowie
Ver- und Entsorgungsbetrieben. Im Nahverkehr und in den Kitas sollen
die Warnstreiks vorher angekündigt werden.
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kritisierte
den Ausstand. Die Gefahr einer Eskalation des Tarifkonfliktes wie vor
zwei Jahren sei groß, sagte der IW-Gewerkschaftsexperte Hagen
Lesch. «Der Tarifstreit kann sich über Wochen und Monate
hinziehen», sagte er den «Stuttgarter Nachrichten».
Die Forderung von ver.di nach acht Prozent mehr Lohn sei nicht
berechtigt, sagte Lesch. «Ver.di reklamiert einen Nachholbedarf.
Doch das ist nicht seriös, weil der öffentliche Dienst nicht
solche Produktivitätszuwächse hat wie andere Branchen.»
Ver.di habe ein massives Problem, weil ihr konkurrierende
Berufsgenossenschaften im Nacken säßen. «In dem
Konflikt geht es auch um die Einheit der Branchengewerkschaft und um
die Mitglieder, die Ver.di davonlaufen.»
(Quelle: ap)
Karlsruhe kippt Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen in
Schleswig-Holstein
Do.14.02.08 - Das Bundesverfassungsgericht hat die Fünf-Prozent-Sperrklausel bei
den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein gekippt. Die Klausel verletze
die Chancengleichheit kleinerer Parteien oder Wählervereinigungen,
verkündete das Gericht in Karlsruhe. Geklagt hatten die Grünen
des Bundeslandes, die Linke hatte sich der Klage angeschlossen. Damit
haben beide Parteien nun gute Chancen, bei den Kommunalwahlen im Mai in
Stadträte und Kommunalvertretungen einzuziehen.
Die von CDU und SPD gestellte Kieler Landesregierung hatte die
Sperrklausel bei der mündlichen Verhandlung im vergangenen November
damit gerechtfertigt, dass sie zur "Sicherung der
Gesamtwohlorientierung politischer Kräfte" diene. Diesen
Vorranganspruch für etablierte Parteien wies das Gericht nun in die
Schranken. Die Kandidatenauswahl für kommunale Vertretungen
dürfe nicht in erster Linie den "am Staatsganzen orientierten
politischen Parteien" vorbehalten bleiben. Auch Kandidaten mit
ortsgebundenen, lediglich kommunalen Interessen müsse eine
chancengleiche Teilhabe an den Wahlen ermöglicht werden.
Die vom Land befürchtete Gefahr, dass die Arbeitsfähigkeit
der kommunalen Vertretungen leiden würde, wenn alle politischen
Gruppen und Wählervereinigungen in sie einziehen könnten,
sehen die Verfassungshüter nicht. Bürgermeister und
Landräte würden seit 1995 direkt gewählt. Dies garantiere
eine funktionierende Verwaltung, unabhängig von den
Mehrheitsverhältnissen in den Gemeindevertretungen. Zudem reiche
bei Abstimmungen über Sachentscheidungen bereits eine relative
Mehrheit aus. Das Gericht verwies überdies darauf, dass nahezu alle
Flächenländer im Bund die Fünf-Prozent-Klausel bereits
abgeschafft hätten und aus dortigen Rathäusern und
Gemeindevertretungen keine "schwerwiegende Störungen der
Funktionsfähigkeit" bekannt geworden seien.
Das Urteil kann allerdings nicht auf Landtags- oder gar die
Bundestagswahl übertragen werden. Nach Ansicht der Richter sind
für solche Parlamente klare Mehrheiten zur Sicherung einer
politisch aktionsfähigen Regierung unentbehrlich, weil diese
Körperschaften Gesetze erlassen müssten. Gemeindevertretungen
und Kreistage seien dagegen verwaltend tätig.
(Quelle: afp)
Onlinenutzer in Deutschland misstrauen dem Internet
Do.14.02.08 - Konsumfreudig aber ängstlich: Rund 93 Prozent aller
Bundesbürger kaufen laut einer Umfrage zumindest gelegentlich im
Internet ein. Dennoch fühlen sich 81 Prozent nicht sicher, wenn sie
persönliche Daten online weitergeben, wie aus dem am Mittwoch
veröffentlichten «Norton Online Living Report» der
IT-Sicherheitsfirma Symantec hervorgeht.
Auch sonst ist das Misstrauen gegenüber dem Internet groß:
83 Prozent der befragten Eltern glauben, dass Kinder im Netz
gefährdeter sind als Erwachsene. Von den befragten Kindern
fürchten sich laut Symantec 51 Prozent vor Belästigungen.
Jeder fünfte Befragte in Deutschland erklärte dennoch, keine
Bedenken zu haben, online Kontakte mit Fremden zu schließen. Rund
35 Prozent gaben an, zumindest gelegentlich soziale Online-Netzwerke wie
StudiVZ oder MySpace zu besuchen. Trotz des Misstrauens bei der
Weitergabe persönlicher Daten hat nach eigener Aussage zudem jeder
fünfte Befragte schon einmal seine Kreditkartennummer an Fremde
weitergegeben. Jeder Dritte verwaltet finanzielle Investitionen wie
Aktien über das Internet, 78 Prozent betreiben Online-Banking.
Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Internetnutzer meist
im Mittelfeld. Allerdings genießt nur jeder dritte Onliner in
Deutschland, der Kontakte über das Internet geschlossen hat, diese
so sehr wie Freundschaften echten Leben. Im weltweiten Durchschnitt ist
dies hingegen bei fast jedem Zweiten der Fall. Beim Online-Shopping
fühlen sich mit 78 Prozent die Briten deutlich sicherer als die
Bundesbürger. Von den deutschen Internetnutzern sagte dies weniger
als die Hälfte der Befragten. Besonders wenig Risiko für ihre
Kinder sehen der Umfrage zufolge die Erwachsenen in Japan: Von ihnen
glauben nur 44 Prozent, dass das Netz für den Nachwuchs weniger
sicher ist.
Für die Erhebung wurden online insgesamt 4.687 Erwachsene und
2.717 Kinder in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, Japan und den USA befragt. In Deutschland waren es
580 Erwachsene und 33 Kinder.
(Quelle: ap)
Immer ausgereiftere Angriffe auf Internet-Browser
Do.14.02.08 - Die Attacken von Kriminellen auf Web-Browser weltweit werden immer
ausgereifter. Das ist das Ergebnis des "X-Force-Security-Reports 2007"
von IBM.
Durch die Angriffe auf die Browser von Computer-Nutzern ist vor allem
der Diebstahl von Identitätsdaten auf ein bisher unbekanntes
Maß gestiegen.Ein komplexes kriminelles Wirtschaftssystem soll
sich auf die Vermarktung von Schwachstellen im Web spezialisiert haben.
Händler aus dem Untergrund liefern Tools, die beim Verdecken von
Angriffen auf Browser helfen, so dass Sicherheits-Software die Attacken
nicht bemerken kann.
2006 hat nur eine kleine Zahl von Angreifern die Tarntechnik
angewendet. In der ersten Hälfte 2007 stieg der Anteil aber auf 80
Prozent und erreichte Ende des Jahres fast die 100-Prozent-Marke. Die
Experten rechnen für dieses Jahr deshalb mit einer starken Zunahme
von Angriffen.
Auch die Verbreitung von Schad-Software bleibt ein Problem. Dafür
ist die Zahl der verschickten Spam-E-Mails erstmals wieder auf das
Niveau von vor 2005 zurückgegangen. Es wird vermutet, dass diese
Reduzierung mit dem Rückzug von bildbasierter Spam
zusammenhängt. Da Sicherheits-Technologien diese Form von Spam
inzwischen immer besser erkennen können, sind Spammer
gezwungenermaßen auf andere Techniken ausgewichen.
Insgesamt soll die Zahl der aufgedeckten kritischen
Sicherheitsschwachstellen in verschiedenen Computer-Programmen um 28
Prozent angestiegen sein. Von allen entdeckten Sicherheitslücken
konnten nur 50 Prozent durch eine Software-Aktualisierung (Patch) des
Herstellers korrigiert werden. Nahezu 90 Prozent der aufgedeckten
Schwachstellen waren außerdem von außen angreifbar und
ermöglichten Hackern einen Zugriff.
(Quelle: gp)
Die wichtigsten Tipps zur Akku-Pflege
Do.14.02.08 - Akkus sind praktisch, meist klein und handlich und für viele
Elektrogeräte wie Digitalkameras, Notebooks, Handys und MP3-Player
unverzichtbar. Der Speicher für elektrische Energie ist im
Gegensatz zu Batterien wiederaufladbar und soll über längere
Zeit eine gute Leistung bringen. Um das zu gewährleisten, ist die
richtige Pflege besonders wichtig.
Die meisten Akkus sind empfindlich gegenüber Kälte und Hitze.
Daher sollten beispielsweise Notebooks oder Handys grundsätzlich
nicht extremen Temperaturen ausgesetzt werden. Besonders wohl
fühlen sich die Energiespeicher bei Temperaturen zwischen 15 und 18
Grad Celsius. Den mobilen Computer bei großer Hitze oder Frost im
Auto zu lassen ist daher tabu. Dieser Hinweis ist nicht nur für
den Akku wichtig, da sich in vielen Geräten auch andere
temperaturempfindliche Bauteile befinden.
Bei älteren Notebooks oder Handys sind immer noch Nickel-Cadmium-
oder Nickel-Metallhydroxid-Akkus im Gebrauch, in modernen
Elektrogeräten finden sich dagegen fast nur noch
leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus. Die älteren Exemplare auf
Nickel-Basis sollten vor dem erneuten Aufladen komplett entladen
werden, um den gefürchteten "Memory-Effekt" zu verhindern. Dieser
kann die Ladekapazität des Akkus stark verringern. Viele
Ladegeräte verfügen jedoch über eine Funktion, die das
Entladen automatisch einleitet.
Bei den Lithium-Ionen-Akkus tritt der Memory-Effekt dagegen praktisch
nicht mehr auf. Allerdings halten aufladbare Batterien nur eine
bestimmte Anzahl an Lade- und Entladezyklen durch. Dabei spielt es keine
Rolle, wieviel Energie aufgenommen wird - jeder Ladevorgang zählt.
Es empfiehlt sich deshalb generell, den Akku nicht aufzuladen, bevor er
wirklich entladen ist.
Wird ein Laptop am Stromnetz betrieben, sollte der Akku entfernt und
nicht zu warm gelagert werden. So wird er nicht ständig geladen,
was die Lebensdauer verlängert. Wenn die aufladbare Batterie
längere Zeit nicht genutzt wird, ist darauf zu achten, dass der
Energiespeicher bei der Einlagerung etwa halb voll ist. Ansonsten kann
es zu einer Tiefenentladung kommen, die die Lebensdauer ebenfalls
herabsetzt.
Auch das Ladegerät spielt in der Akkupflege eine große
Rolle. Wer ein neues Ladegerät benötigt, sollte im Idealfall
auf das Original vom Hersteller zurückgreifen. Bei Billigprodukten
von No-Name-Herstellern ist hingegen Vorsicht geboten, da diese oft
nicht besonders leistungsfähig und langlebig sind.
Wer einen Akku nachkauft, sollte Original-Bauteile verwenden und auf
das Herstellungsdatum achten, sofern dieses angegeben ist. Denn vor
allem ältere Akkus können auch ohne Benutzung mit der Zeit an
Ladekapazität verlieren. Ist ein Akku zum Beispiel durch
Herunterfallen beschädigt worden, sollte er nicht mehr verwendet
werden. Denn beim Aufladen sind defekte Akkus in der Vergangenheit sogar
schon explodiert.
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Fluglärm erhöht Blutdruck von Schlafenden deutlich
Do.14.02.08 - Selbst im Schlaf kann Fluglärm den Blutdruck vorübergehend
messbar erhöhen. Das haben europäische Forscher
herausgefunden, die nachts den Blutdruck von 140 Menschen in der
Nähe von vier großen europäischen Flughäfen
beobachtet haben.
Dabei stieg der Blutdruck von einer Lautstärke von 35 Dezibel (dB)
an deutlich. Das entspricht dem Überflug von Flugzeugen,
Verkehrslärm vor dem Haus - oder einem schnarchenden Partner,
berichtete das Imperial College London.
Nach solchem Lärm stieg der systolische Blutdruck im Durchschnitt
um 6,2 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und der diastolische
Blutdruck um 7,4 mmHg. Dabei erhöhte sich der Blutdruck umso mehr,
je lauter der Lärm war. Entscheidend sei dabei allein die
Lautstärke und nicht die Quelle des Lärms gewesen, berichtet
das Team um Lars Jarup im «European Heart Journal» von
diesem Mittwoch. Es hatte den Lärm im Schlafzimmer und alle 15
Minuten den Blutdruck der Probanden gemessen.
Bluthochdruck beginnt nach Definition der Weltgesundheitsorganisation
bei einem Wert von 140 zu 90 (mmHg; systolisch zu diastolisch) und ist
ein Risikofaktor für zahlreiche Leiden, darunter Herzinfarkt,
Schlaganfall und Nierenleiden.
Einer weiteren Untersuchung zufolge haben Menschen, die
Nachtfluglärm ausgesetzt sind, insgesamt häufiger
Bluthochdruck, als Menschen in ruhigen Wohngebieten. Bereits ein Anstieg
des nächtlichen Fluglärmpegels um 10 dB im Schallpegelbereich
von 30 bis 60 dB erhöhe das Risiko für Bluthochdruck bei
Frauen und Männern um rund 14 Prozent, hatte das Umweltbundesamt
in Dessau-Roßlau im Januar mitgeteilt. Eine Zunahme um 10 dB
bedeutet eine zehnfache Schallintensität und entspricht in etwa
einer Verdoppelung des wahrgenommenen Lärms.
Beide Studien sind Teil des von der EU geförderten Projektes
'Bluthochdruck und nächtlicher Fluglärm (HYENA)' mit insgesamt
5000 Einwohnern in der Nähe von sechs europäischen
Flughäfen, darunter auch Berlin-Tegel.
Mehr unter:
http://www.hyena.eu.com
Literatur
50.000 Euro Schmerzensgeld für Maxim Billers Exfreundin wegen
'Esra'
Do.14.02.08 - Die frühere Freundin des Autors Maxim Biller erhält 50.000
Euro Schmerzensgeld für die Schilderung ihres Intimlebens in dessen
verbotenem Roman «Esra». Das Landgericht München
verurteilte am Mittwoch den Autor und dessen Verlag zur Zahlung dieser
Summe. Sie hätten das Persönlichkeitsrecht der Frau
schwerwiegend verletzt. Der Roman selbst wurde deswegen bereits in
mehreren Instanzen verboten. Im Oktober 2007 scheiterten Verlag und
Autor mit einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht.
Die Richter sprachen der Klägerin das Schmerzensgeld in der vollen
von ihr geforderten Höhe zu. Sie kritisierten auch, dass ihre
Kinder in dem Roman zu erkennen seien: «Unabhängig von der
Frage der Wahrheit der Schilderungen sind weder das Intimleben noch das
Mutter-Kind-Verhältnis legitime Gegenstände öffentlicher
Erörterung», betonten sie.
Auch mit Blick auf Folgen für die Kunstfreiheit sei es
«unerlässlich, dass der ebenfalls grundgesetzlich gebotene
Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts mit zivilrechtlichen
Sanktionen durchgesetzt werden kann», erklärten die Richter.
Der Anwalt der Klägerin hatte zu Beginn des Prozesses im Dezember
gesagt, seine Mandantin sei «existenziell verletzt, um nicht zu
sagen, in ihrem bürgerlichen Leben vernichtet worden»,
Noch keine Entscheidung ist über eine zweite Klage gefallen, in
der die Mutter der Schauspielerin ebenfalls 50.000 Euro Schmerzensgeld
verlangt, da auch sie in dem Roman zu identifizieren sei. Hier ist noch
nicht rechtskräftig geklärt, ob auch sie das Recht hat, den
Roman verbieten zu lassen. Das Landgericht München will ein
ausstehendes Urteil des Bundesgerichtshofes abwarten, hieß es. Es
habe maßgebliche Auswirkungen auf den Schmerzensgeldanspruch.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
(Aktenzeichen: Landgericht München 9 O 7835/06)
(Quelle: ap)