Nachrichten-Archiv
Aktuelle Nachrichten
Irak am 1425sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
UN verstärken Hilfe für heimkehrende Irak-Flüchtlinge
So.17.02.08 - Die Vereinten Nationen wollen der irakischen Regierung verstärkt
bei der Rückkehr von Flüchtlingen helfen. Dazu soll ein neuer
Beauftragter nach Bagdad entsandt werden, wie der UN-Hochkommissar
für Flüchtlinge, Antonio Guterres, am Samstag nach einem
Treffen mit dem irakischen Außenminister Hoschjar Sebari in
Bagdad sagte. Der bisherige Beauftragte für die irakischen
Flüchtlinge hatte seinen Sitz in der jordanischen Hauptstadt Amman.
Auch das Personal soll zur Bewältigung der neuen Aufgaben
aufgestockt werden. Nach Schätzungen des
UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR flohen wegen des Krieges zwei
Millionen Iraker aus ihrem Land, viele davon gingen nach Syrien und
Jordanien. Weitere 2,4 Millionen Menschen waren innerhalb des Iraks auf
der Flucht. Nachdem in vielen Gegenden die Gewalt abnimmt, kehren viele
der Flüchtlinge wieder in ihre Heimatorte zurück.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 17.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertdreiundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.17.02.07 - US-Parlament stimmt gegen Bushs Irak-Politik +++ 2007 bis zu einer Million
Flüchtlinge im Irak befürchtet +++ Schiitenführer Sadr will
zu Sicherheit im Irak beitragen +++ Erstes Lebenszeichen von deutschen
Irak-Geiseln +++ 30.000 Pistolen aus Österreich in den Irak geliefert...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0702170.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
|
Deutschland erwägt angeblich Ausstieg aus Anti-Terror-Mission in
Afghanistan
So.17.02.08 - Die deutsche Regierung erwägt einem "Spiegel"-Bericht
zufolge den Ausstieg aus der US-geführten Anti-Terror-Operation
Enduring Freedom (OEF) in Afghanistan.
Das Magazin berichtete am Samstag vorab, dazu habe sie bereits diskret
in den USA vorgefühlt. Ein Regierungssprecher sagte dagegen, es
gebe keine Überlegungen, die erst Ende 2007 vom Bundestag
beschlossenen Bundeswehrmandate zu verändern.
Dem im Herbst auslaufenden OEF-Mandat zufolge dürfen bis zu 100
Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) auch im
kriegerischen Süden und Osten des Landes eingesetzt werden. Sie
wurden aber seit Jahren nicht mehr von den USA angefordert. Im Rahmen
der Schutztruppe ISAF dürfen bis zu 3500 Soldaten im Norden
stationiert werden, die beim Aufbau des Landes helfen.
Der Regierungssprecher sagte, über den Inhalt und die
Ausgestaltung des OEF- und des ISAF-Mandates werde erst im Sommer
entschieden. Dafür würden auch die Ergebnisse der im Juni in
Paris stattfindenden Afghanistan-Konferenz von Bedeutung sein.
Kommende Woche wollen Verteidigungsminister Franz Josef Jung,
Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Fraktionschefs von
Union und SPD, Volker Kauder und Peter Struck, über die
auslaufenden Afghanistan-Mandate beraten. Sie sollen möglichst
über die Bundestagswahl 2009 hinaus verlängert werden. Jung
hatte zuletzt dementiert, dass eine Erhöhung der
ISAF-Truppenstärke über die 3500 Soldaten hinaus geplant sei.
Der "Spiegel" berichtete, im Gegenzug für einen deutschen Ausstieg
aus der OEF-Mission verlange die US-Regierung ein stärkeres
Engagement im Süden. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte
kürzlich der Bundesregierung vorgeworfen, sie beschränke sich
auf den vergleichsweise sicheren Norden des Landes. Einen Einsatz im
Süden hat die Bundesregierung mehrfach und klar abgelehnt. Im Juli
soll ein Kampfverband der Bundeswehr die schnelle Eingreiftruppe im
Norden des Landes stellen. Die 200 Soldaten würden damit
norwegische Truppen ersetzen.
Dem Vorabbericht zufolge soll ein Expertenteam des Technischen
Hilfswerk in Kürze erkunden, welche Aufgaben das THW in
Afghanistan übernehmen könnte. Nach Vorstellungen des
Militärs könnten das THW etwa Soldaten ersetzen, die zum
Brandschutz eingeteilt sind.
(Quelle: rtr)
Blutbad vor Parlamentswahl in Pakistan - Mindestens 37 Tote bei
Selbstmordanschlag
So.17.02.08 - Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Wahlkampfbüro eines
Parlamentskandidaten in Pakistan sind zwei Tage vor der Wahl mindestens
37 Menschen getötet worden. Mehr als 90 Menschen wurden bei der
Bluttat am Samstag in der Stadt Parachinar im Nordwestens Pakistans an
der Grenze zu Afghanistan verletzt, wie das Innenministerium mitteilte.
Bei den meisten Opfern handelt es sich offenbar um Anhänger der
Pakistanischen Volkspartei (PPP) der ermordeten
Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Diese hatten sich nach einer
Wahlversammlung vor dem Haus des unabhängigen Kandidaten
getroffen. Der Selbstmordattentäter raste mit einem mit
Sprengstoff beladenen Auto in die Menge, wie ein Sprecher des
Innenministeriums mitteilte.
Bereits wenige Stunden zuvor hatten mutmaßliche Extremisten ein
Wahllokal im Nordwesten des Landes angegriffen. Das Gebäude in der
Stadt Khar - ein im Bau befindliches Gefängnis, das am Montag als
Wahllokal genutzt werden sollte - wurde nach Polizeiangaben schwer
beschädigt. Die Angreifer hätten am frühen Samstagmorgen
mehr als ein Dutzend Sprengsätze gezündet, sagte ein
Sprecher. Das Gebäude stand leer, verletzt wurde niemand.
In Hyderabad im Süden des Landes verhinderte die Polizei am
Samstag offenbar einen Selbstmordanschlag. In der Stadt wurde ein Mann
mit einer Sprengstoffweste festgenommen, wie der örtliche
Polizeichef Shaukat Shah mitteilte. In der Stadt Karachi griffen die
Behörden am Freitag zehn Extremisten auf und beschlagnahmten
Sprengsätze.
Die Behörden verschärften vor der Parlamentswahl die
Sicherheitsvorkehrungen. Fast 500.000 Sicherheitskräfte wurden zum
Schutz der Abstimmung abgestellt. Neben 392.000 Polizisten sind auch
81.000 Soldaten im Einsatz, wie ein Militärsprecher am Samstag
mitteilte.
Die staatliche Wahlkommission sicherte unterdessen bestmögliche
Voraussetzungen für eine faire Abstimmung zu. Es gebe keine Chance
auf Manipulation, sagte Sprecher Kanwar Dilshad am Samstag. Alle
Parteien hätten eine faire Chance, unabhängig von ihrer
politischen Ausrichtung. «Wir machen unsere Arbeit, um freie,
faire, transparente und friedliche Wahlen zu garantieren», sagte
Dilshad. Die Opposition und Menschenrechtler fürchten, dass die
Behörden die Ergebnisse der Parlamentswahl verfälschen
könnten.
Die Volkspartei forderte am Freitag den Sturz von Präsident Pervez
Musharraf. Sobald der Staatschef nicht mehr im Amt sei, werde Pakistan
sich wieder «wirklicher Demokratie» annähern, sagte
Babar Awan von PPP. Die Pakistanische Muslimliga (PML-N) des
früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif drohte mit
Massenprotesten, sollte es bei der Abstimmung zu
Unregelmäßigkeiten kommen.
Nach dem tödlichen Selbstmordanschlag auf Bhutto am 27. Dezember
wurde die ursprünglich für 8. Januar geplante Parlamentswahl
auf den 18. Februar verschoben. Umfragen sehen die Volkspartei Bhuttos
in Führung. Laut einer Erhebung des von der US-Regierung
finanzierten International Republican Institute würde die
Hälfte der Wähler der PPP ihre Stimme geben. Weitere 22
Prozent unterstützen die Partei des früheren
Ministerpräsidenten Sharif, und nur 14 Prozent würden die
Partei PML-Q wählen, die Musharraf nahesteht.
Bhuttos Nachfolger an der Parteispitze, ihr Witwer Asif Ali Zardari,
traf sich am Samstag mit Sharif. Erklärungen wurden nach dem
Treffen nicht abgegeben.
(Quelle: ap)
Mindestens 13 Tote bei maoistischen Überfällen in Indien
So.17.02.08 - Bei einer Serie von Angriffen militanter Maoisten auf Polizeiwachen im
ostindischen Unionsstaat Orissa sind nach offiziellen Angaben mindestens
zwölf Polizisten und eine Zivilperson getötet worden.
Zwölf weitere Polizisten wurden verletzt. Die Kämpfer
hätten am späten Freitagabend vier Polizeiwachen, eine
Ausbildungsakademie und ein Waffenlager angegriffen. Dabei seien den
Maoisten mindestens 1.000 Pistolen in die Hände gefallen, teilte
die Polizei der Provinz Orissa mit. Rund 400 Rebellen sollen an den
Angriffen beteiligt gewesen sein.
Die Waffen sollen in einem Bus abtransportiert worden sein, den die
Rebellen zuvor in ihre Gewalt gebracht hatten. Die Rebellen bezeichnen
sich als Naxaliten, benannt nach dem Dorf Naxalbari bei Kalkutta, in dem
die Bewegung 1967 gegründet wurde. Die Naxaliten sind in mehreren
Unionsstaaten aktiv. Sie fordern Landbesitz für Arbeiter und Arme
und orientieren sich in ihrem Kampf nach eigenen Angaben an dem
chinesischen Revolutionsführer Mao Tse Tung.
(Quelle: ap)
US-Präsident Bush sichert Afrika Hilfe bei Konfliktlösung zu
So.17.02.08 - US-Präsident George W. Bush hat zum Auftakt seiner Afrikareise den
Staaten dort Hilfe bei der Lösung ihrer Krisen zugesichert. Die
USA befassten sich aktiv mit den Problemen des afrikanischen
Kontinents, auch wenn seine einwöchige Reise nicht in die
Konfliktregionen führe, sagte Bush am Samstag auf einer
Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Benin, Thomas Boni Yayi.
Bei seinem Besuch in insgesamt fünf Ländern wolle er jedoch
vor allem auf Erfolge verweisen.
«Wenn man Erfolge verkündet, hilft das anderen zu erkennen,
was möglich ist», erklärte Bush. Auch wenn
«natürlich nicht alles perfekt ist», gebe es in den
Ländern Afrikas «viele großartige Erfolgsgeschichten,
und die USA freuen sich darüber, an diesen Erfolgsgeschichten
beteiligt zu sein».
Nach ihrem Eintreffen in Benin wurden Bush und seine Frau Laura mit
militärischen Ehren begrüßt. Der Besuch in dem
westafrikanischen Land dauerte nur drei Stunden. Anschließend
flog das Präsidentenpaar nach Tansania im Osten des Kontinents
weiter. In Daressalam wurden Bush und seine Frau vom tansanischen
Präsidenten Jakaya Kiwete begrüßt.
Weitere Stationen der Reise des US-Präsidenten sind Ruanda, Ghana
und Liberia. Bush will die USA dort als zuverlässigen Partner im
Kampf gegen Armut, Krankheit und Korruption präsentieren.
Die Armut in Afrika zu lindern werde die Rekrutierungsbemühungen
von Terroristen unterminieren, sagte Bush am Donnerstag vor
Journalisten. Eine hoffnungslose Situation nutze dem Terror. Zudem
zeigte er sich enttäuscht über die stockende Stationierung
einer gemeinsamen Friedensmission der Afrikanischen Union und der
Vereinten Nationen in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur. Von den
vorgesehenen 26.000 Polizisten und Soldaten sind bislang nur 9.000
eingetroffen.
Zum neue US-Oberkommando für Afrika (AFRICOM) sagte Bush, es sei
noch keine baldige Entscheidung über eine mögliche Verlegung
von Stuttgart weg geplant. Liberia hat sich offiziell als Standort
für das AFRICOM-Hauptquartier angeboten.
(Quelle: ap)
Startschuss für EU-Krisenmission im Kosovo gefallen
So.17.02.08 - Die Europäische Union (EU) hat grünes Licht für die
Entsendung von rund 2000 Polizisten und Juristen in das Kosovo gegeben.
Einen Tag vor der erwarteten Unabhängigkeitserklärung der
serbischen Provinz billigte die EU am Samstag den Einsatz der
Fachleute, die im Kosovo den Aufbau eines Rechtsstaates
unterstützen sollen. Im Kosovo bereitete die albanische Minderheit
die Feiern für die Unabhängigkeit vor, für die sie seit
Jahren gekämpft hat. Serbien lehnt eine Abspaltung der Provinz ab
und wird dabei von Russland unterstützt. Die westlichen Staaten,
darunter auch Deutschland, stehen dagegen überwiegend hinter einer
Eigenständigkeit des Kosovo.
Keiner der 27 EU-Mitglieder habe bis Ablauf der Frist um Mitternacht
Einwände gegen den "Eulex" genannten Einsatz vorgebracht, teilte
die EU in Brüssel mit. Sobald die albanischstämmige Mehrheit
des Kosovo ihre Unabhängigkeit erklärt habe, werde die EU
nach einer Übergangsfrist von 120 Tagen die Polizei-, Justiz- und
Verwaltungsaufsicht von den Vereinten Nationen (UN) übernehmen.
Die EU-Experten werden sich im Kosovo überwiegend auf die Beratung
der örtlichen Behörden beschränken. Beim Kampf gegen
Korruption und organisierte Kriminalität sowie bei der Suche nach
Kriegsverbrechern haben sie jedoch teilweise auch Exekutivgewalt.
Nach einem Vorabbericht der "Welt am Sonntag" stehen die ersten
deutschen Polizisten für den EU-Einsatz im Kosovo schon bereit.
Bei einer ersten Ausschreibung des Bundesinnenministeriums seien 63
Beamte ausgewählt worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf
Regierungskreise. Weitere Polizisten sollen danach hinzukommen. Die
Polizisten müssten von der EU-Einsatzleitung allerdings noch
formell angefordert werden.
EU-Repräsentant im Kosovo solle der Niederländer Pieter Feith
werden, teilt die EU weiter mit. Es wird erwartet, dass er im Juni die
Aufgaben vom höchsten UN-Repräsentanten, dem Deutschen
Joachim Rücker, übernimmt. Die EU-Staats- und Regierungschefs
hatten auf ihrem Gipfel im Dezember den "Eulex"-Einsatz beschlossen.
Die EU geht davon aus, dass die UN-Sicherheitsratsresolution 1244
über das Kosovo von 1999 ihr Handeln legitimiert. Russland
hält den Einsatz dagegen für einen Verstoß gegen das
Völkerrecht. Die Nato hatte 1999 mit Bombenangriffen serbische
Truppen aus dem Kosovo vertrieben, die dort gegen Albaner vorgegangen
waren.
"Morgen wird ein Tag des Friedens und des staatlichen Engagements sein,
um den Willen der Bürger des Kosovo umzusetzen", sagte der
Ministerpräsident des Kosovo, Hashim Thaci, vor Journalisten. Das
Parlament des Kosovo will die Unabhängigkeit am Sonntag in einer
Sondersitzung erklären, die um 15.00 Uhr in Pristina beginnen
soll. Das geht aus einem Zeitplan für die Zeremonie hervor, der
der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorlag. Bereits am Samstag
wurden im Kosovo Geschäfte und Autos mit albanischen Flaggen und
US-Fahnen geschmückt. In Belgrad war dagegen ein Protestmarsch
geplant. Serbien betrachtet das Kosovo als die Wiege des eigenen
Staates. Serben versammelten sich im Protest gegen die Abspaltung in
orthodoxen Kirchen, so in der Stadt Mitrovica im Norden der Provinz.
Die EU will am Montag über ihre Reaktion auf die
Unabhängigkeitserklärung des Kosovo beraten. Diplomaten
zufolge könnten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und
Italien unmittelbar nach den Beratungen der Gemeinschaft den neuen
Staat anerkennen. Die USA sowie mehrere weitere EU-Staaten könnten
ihnen rasch folgen.
Sechs EU-Mitglieder haben jedoch angekündigt, das Kosovo nicht
sofort als selbstständigen Staat zu akzeptieren: Zypern,
Griechenland, die Slowakei, Spanien, Bulgarien und Rumänien.
Spanien fürchtet den Separatismus der Basken. Auch das geteilte
Zypern und die anderen Staaten sehen in der Loslösung des Kosovo
einen Präzedenzfall für Länder mit ethnischen
Minderheiten.
(Quelle: rtr)
Kosovo-Unabhängigkeit: Deutscher SPD-Außenpolitiker Klose
bezweifelt Rechtmäßigkeit
So.17.02.08 - Der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich Klose hat sich skeptisch zur
Rechtmäßigkeit einer Unabhängigkeitserklärung des
Kosovo geäußert.
"Ich habe Zweifel an der völkerrechtlichen Legitimität dieses
Schrittes. Es fällt schwer, eine solche Sezession zu
rechtfertigen", sagte der stellvertretende Vorsitzende des
Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der "Frankfurter Rundschau"
(Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Er warnte, "wenn die Grundlage das
Selbstbestimmungsrecht einer Volksgruppe innerhalb eines
Vielvölkerstaats sein sollte, würden wir die Büchse der
Pandora öffnen". Volksgruppen in anderen Ländern könnten
sich durch das Vorbild des Kosovo ermutigt sehen.
Eine Alternative zu der Unabhängigkeitserklärung sehe er
wegen der "Entwicklung der vergangenen zehn Jahre" aber kaum, sagte
Klose. Von allen schlechten Lösungen sei eine überwachte
Unabhängigkeit wohl die am wenigsten schlimme. Er erwarte dennoch,
dass Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo rasch anerkennen
werden.
Die Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz
wird am Sonntag erwartet.
(Quelle: rtr)
Dänische Abgeordnete sagen wegen Karikaturenstreits Iran-Besuch ab
So.17.02.08 - Eine Gruppe dänischer Parlamentarier hat im Zusammenhang mit dem
neu aufgeflammen Streit wegen des Abdrucks von Mohammed-Karikaturen
einen Besuch im Iran abgesagt. Grund dafür ist die Forderung
Teherans, sich wegen des erneuten Abdrucks der umstrittenen Karikaturen
in dänischen Zeitungen zu entschuldigen.
Zehn Mitglieder des Außenpolitischen Ausschusses, darunter der
ehemalige Außenminister Mogens Lykketoft, wollten vom 18. bis 21.
Februar den Iran besuchen. Der iranische Botschafter habe den Ausschuss
aufgefordert, die Karikaturen zu verurteilen, sagte eine Sprecherin des
Parlamentsausschusses. Dies hätten die Ausschussmitglieder
abgelehnt.
Führende dänische Zeitungen hatten nach Bekanntwerden eines
mutmaßlichen Anschlagsplans gegen einen Karikaturisten am
Mittwoch erneut die Zeichnungen abgedruckt, die vor zwei Jahren zu
Massenprotesten in der islamischen Welt geführt hatten. Sie
wollten zeigen, dass sie weiter für das Recht auf Meinungsfreiheit
einträten, erklärten die Zeitungen.
(Quelle: ap)
Neue Krawalle und Proteste wegen Mohammed-Karikaturen
So.17.02.08 - Der neuerliche Abdruck der umstrittenen Karikaturen des Propheten
Mohammed hat neue Krawalle in Dänemark sowie Proteste in
muslimischen Ländern ausgelöst. In einem überwiegend von
Einwanderern bewohnten Stadtteil Kopenhagens randalierten Jugendliche
bereits die sechste Nacht in Folge und setzten Dutzende Autos und
Mülleimer in Brand. Ferner wurden Steine auf Polizisten geworfen..
Beobachtern zufolge waren die Krawalle zunächst eine Reaktion auf
als repressiv empfundene Polizeikontrollen. Der Abdruck der Karikaturen
habe jedoch noch mehr Öl ins Feuer gegossen. «Nichts wird
einfacher, wenn die Karikaturen wieder zurückkommen», sagte
ein städtischer Sozialarbeiter, Khalid al Subeihi. Ein Fotograf
der Zeitung «Jyllands-Posten», die die zwölf
Zeichnungen vor zwei Jahren erstmals veröffentlicht hatte, wurde
von den Jugendlichen leicht verletzt. Ob die Angreifer wussten, wer der
Mann war, blieb zunächst unklar.
Mit dem neuerlichen Abdruck reagierten dänische Zeitungen am
Mittwoch auf die Aufdeckung eines mutmaßlichen Mordkomplotts
gegen einen der Zeichner. In diesem Zusammenhang wurden zwei Tunesier
und ein Däne marokkanischer Abstammung festgenommen. Der Däne
wurde unter Auflagen wieder freigelassen, für die Tunesier wurden
27 Tage Haft unter dem Anti-Terror-Gesetz festgelegt. Während
dieser Zeit wollen die Behörden entscheiden, ob die beiden
Verdächtigen ohne Gerichtsverfahren des Landes verwiesen werden
sollten.
Aus Protest gegen die Karikaturen bestellte der Iran den dänischen
Botschafter in Teheran ins Außenministerium ein. Dabei forderten
iranische Beamte, dass die Kopenhagener Regierung in dem Fall eine
«ernsthafte Haltung» einnehmen und eine Wiederholung
verhindern sollte. Botschafter Sören Haslund erklärte
später im dänischen Fernsehen, er habe der iranischen Seite
zugesagt, deren Bedenken wortgetreu an seine Regierung weiterzuleiten.
Er habe aber sich aber weder entschuldigt noch Bedauern bekundet.
In der pakistanischen Hafenstadt Karachi setzten islamische Studenten
eine dänische Flagge in Brand. Sie forderten die Todesstrafe
für die Karikaturen-Zeichner und warfen Präsident Pervez
Musharraf vor, nicht entschlossen gegen Dänemark Stellung zu
beziehen.
(Quelle: ap)
Kanada liefert Ex-SS-Lageraufseher Seifert an Italien aus
So.17.02.08 - Der wegen Mordes und Folter verurteilte frühere SS-Lageraufseher
Michael "Misha" Seifert ist von Kanada an Italien ausgeliefert worden.
Der inzwischen 84 Jahre alte Seifert sollte vom römischen
Flughafen Ciampino in ein Militärgefängnis im Süden des
Landes gebracht werden, sagte der Militärstaatsanwaltschaft
Bartolomeo Constantini im norditalienischen Verona der italienischen
Nachrichtenagentur Ansa.
Seifert war im Jahr 2000 in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft
verurteilt worden. Ein Militärgericht befand den gebürtigen
Ukrainer für schuldig, für 18 Fälle von Mord und Folter
zwischen Juni 1944 und April 1945 verantwortlich zu sein. Im Oktober
2002 wurde das Urteil rechtskräftig. Seifert lebte seit 1951 in
Vancouver in der westkanadischen Provinz British Columbia. Ein
kanadisches Gericht ordnete 2003 seine Auslieferung an Italien an, 2007
wurde die Entscheidung in einem Berufungsverfahren bestätigt.
Seifert beging die Taten dem Urteil zufolge in einem
Konzentrationslager in Bozen, als Norditalien von deutschen Truppen
besetzt war. Während dieser Zeit wurden insgesamt etwa 11.000
Juden, politische Gefangene und Deserteure in dem Lager gefangen
gehalten.
(Quelle: afp)
Deutschland
Steueraffäre - Behörden zahlten angeblich Millionen für
geheime Daten
So.17.02.08 - Für die brisanten Daten aus Liechtenstein über hunderte
Steuerbetrüger hat der Bund mehrere Millionen Euro bezahlt. Laut
Medienberichten flossen zwischen 4,2 und fünf Millionen Euro an
einen Informanten, der sich schon 2006 beim Bundesnachrichtendienst
gemeldet hatte.
Das Geld für die Daten-CD floss laut ZDF auf Grundlage eines
förmlichen Vertrags mit der Steuerfahndung Wuppertal auf ein von
einem Notar verwaltetes Konto. In der Folge habe es mehrere Treffen
gegeben, an denen auch die Steuerfahnder teilgenommen hätten.
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wusste von dem Deal, wie sein
Sprecher Torsten Albig erklärte. Das Ministerium habe
sichergestellt, dass es beim BND in dessen Etat zu keinen Nachteilen
kam - damit könnte eine Kostenübernahme gemeint sein. Details
wie Konten und Namen seien Steinbrück aber nicht gesagt worden.
Weiter sagte Albig, auch das Bundeskanzleramt sei eingeweiht gewesen.
Zur Höhe der gezahlten Summe machte er keine Angaben.
BND-Sprecher Stefan Borchert wollte die Berichte nicht kommentieren;
man müsse erst dem zuständigen Gremium des Bundestags Bericht
erstatten.
Das Beweismaterial soll mehr als 1.000 Verdächtige betreffen, die
insgesamt mehrere Milliarden Euro am Fiskus vorbei ins Ausland
geschleust haben sollen. Die möglichen Rück- und
Strafzahlungen dürften den Kaufbetrag für die CD-ROM weit
übersteigen.
Spitzenpolitiker reagierten am Samstag empört, forderten eine
Überprüfung des Strafmaßes bei Steuerhinterziehungen
und warnten vor einem Schaden für die soziale Marktwirtschaft.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) forderte die deutschen Manager
auf, sich ihrer Vorbildfunktion für die Gesellschaft bewusst zu
werden. Andernfalls werde die soziale Marktwirtschaft
unglaubwürdig. Die Wirtschaft hingegen warnte vor einer pauschalen
Managerschelte.
Laut «Spiegel Online» lieferte der unbekannte Mann rund
tausend Datensätze, «darunter Korrespondenzen,
Depotauszüge, Vermerke aus dem Fundus der LGT-Gruppe und die
Dienstvorschriften des Fürstentums Liechtenstein über die
Verschleierung von Finanzströmen». Nun verlange er
umfassenden Personenschutz und wolle keinesfalls als Zeuge auftreten.
Postchef Klaus Zumwinkel, der am Freitag wegen der
Steuerhinterziehungs-Affäre zurückgetreten war, wendete eine
drohende Untersuchungshaft laut «Focus» mit einer
Vermögens-Abtretungserklärung für die
Finanzbehörden sowie einer Kautionszahlung in Höhe von einer
Million Euro ab.
Anfang kommender Woche soll es dem Magazin zufolge weitere
Steuer-Razzien bei prominenten Millionären geben: Schwerpunkte der
Aktion sollen Köln und Düsseldorf sein. Mehr als 150
Ermittlungsverfahren seien bereits eingeleitet worden. Die
federführende Staatsanwaltschaft Bochum war am Samstag nicht zu
erreichen.
Die ins Zwielicht geratene LGT-Gruppe mit Sitz im liechtensteinischen
Vaduz hat von den deutschen Steuer-Ermittlungen erst aus den Medien
erfahren. «Wir waren völlig überrascht. Bislang hat
noch keine Strafverfolgungsbehörde, auch keine aus Liechtenstein,
mit uns Kontakt aufgenommen», sagte der Sprecher der LGT Group,
Bernd Junkers, der «Welt am Sonntag». Er bestätigte,
dass es bei der Bank seit dem Sommer vergangenen Jahres interne
Ermittlungen gibt. Zuvor seien Hinweise eingegangen, wonach bei der
unabhängigen Tochtergesellschaft LGT Treuhand AG Kundendaten
illegal weitergegeben wurden.
(Quelle: ap)
Politiker nennen Managerverhalten Bedrohung für Staat
So.17.02.08 - Führende Vertreter aus Politik und Gesellschaft haben angesichts
des Falls Zumwinkel das Verhalten von Managern als Gefahr für das
Gemeinwesen bezeichnet und eine strengere Kontrolle der
Wirtschaftsführer gefordert.
Wirtschaftsminister Michael Glos sagte, die Manager müssten sich
ihrer Vorbildfunktion für die Gesellschaft bewusstwerden.
"Andernfalls wird unsere Soziale Marktwirtschaft unglaubwürdig",
sagte er der "Bild am Sonntag". Finanzminister Peer Steinbrück
warnte, die Eliten brächten das System zum Einsturz. Ein Verhalten
wie das des zurückgetretenen Post-Chefs berühre die
Legitimationsgrundlagen des Wirtschaftssystems. SPD, DGB und der
saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU)
forderten neue Regeln, um Manager zu mehr Transparenz zu zwingen.
Deutschland steht vor der Aufdeckung einer der größten
Fälle von Steuerbetrug. Nachdem Post-Chef Zumwinkel über die
Vorwürfe von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe
stürzte, müssen Hunderte weitere Verdächtige ebenfalls
mit Razzien rechnen.
"Ein Mann dieser Güteklasse muss wissen, was eine eingestandene
Steuerhinterziehung in der Wahrnehmung der Bürger bedeutet", sagte
Steinbrück "Zeit Online". Es sei nicht verwunderlich, wenn nun
Gegenreaktionen einsetzten, die der Wirtschaft nicht gut täten.
Verdi-Chef Frank Bsirske sagte der "Bild am Sonntag", niemand
müsse sich wundern, dass bei den Menschen ein Gefühl tief
empfundener Ungerechtigkeit um sich greife. CSU-Chef Erwin Huber sprach
von einem tiefen Riss zwischen der Gesellschaft und den
Wirtschaftsführern. "Es muss jetzt schleunigst ein
Selbstreinigungsprozess in der Wirtschaft einsetzen."
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erklärte, die Wirtschaft
müsse das ramponierte Vertrauen durch geeignete Maßnahmen
wiederherstellen: "Die ehrlichen Unternehmer sind aufgerufen, Stellung
zu beziehen."
Glos forderte: "Unsere Manager müssen Ethos entwickeln." Ansonsten
würde angesichts des drohenden Vertrauensverlustes in die Eliten
"unser Land zum Übernahmekandidaten für die Linke". Auch
SPD-Fraktionschef Peter Struck warnte vor einer Stärkung der
politischen Ränder links und rechts. "Ich habe überhaupt kein
Verständnis für diese Gier, diese Raffgier-Mentalität,
die da deutlich wird", sagte er dem rbb-inforadio. Der Elite seien die
Maßstäbe verloren gegangen.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte vor Verallgemeinerungen.
Schwarze Schafe gebe es überall. "Wir sollten aber nicht von
Glaubwürdigkeitsproblemen der Wirtschaft insgesamt sprechen",
sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Die Verstöße seien
gemessen an der Gesamtzahl der Manager und Unternehmer "verschwindend
gering".
Schon am Freitag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Topmanager zu
verantwortlichem Handeln aufrufen und vor einem Vertrauensverlust in
die soziale Marktwirtschaft gewarnt. Angesichts der Verlagerung des
Bochumer Nokia-Werkes und der Vorgänge um Zumwinkel stelle sich
die Frage nach der Verantwortung jedes Einzelnen.
Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch,
forderte ein hartes Vorgehen gegen Steuerhinterziehung, die nicht als
Kavaliersdelikt durchgehen dürfe. Auch kritisierte er, dass
Manager auch dann noch Millionen-Abfindungen erhielten, wenn sie
Unternehmen heruntergewirtschaftet hätten. Es sei schon
bedenklich, wenn die Aktien eines Konzerns stiegen und das Management
gleichzeitig Menschen in die Arbeitslosigkeit schicke. "Nicht nur
Eigentum verpflichtet, es muss der Grundsatz gelten: 'Kapital ist
sozialpflichtig'", sagte er der "Bild am Sonntag".
Die SPD kritisierte, die Jagd nach maßlosen Spitzenrenditen
führe zur Zerstörung gesunder Betriebe und als sicher
geltender Arbeitsplätze. "Dem muss durch neue Regeln Einhalt
geboten werden", heißt es in einer Erklärung, die das
Parteipräsidium am Montag verabschieden will.
Der DGB forderte die Offenlegung aller Managerbezüge. "Ich sehe
einen neuen Managerfeudalismus, in dem sich eine bestimmte
Manager-Gruppe völlig von dem Leben der normalen Bürger
abkoppelt", sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel der "Rheinischen
Post". Der Gesetzgeber sollte auch prüfen, wie er verhindern
könne, dass Unternehmen im Ausland Firmen nur zum Zweck der
Steuerersparnis gründeten.
Auch der saarländische Ministerpräsident Müller forderte
eine Verschärfung der Gesetze zur Manager-Kontrolle. "Die
Selbstverpflichtung der Wirtschaft im Rahmen der Corporate Governance
muss weiter intensiviert werden." Dabei müssten gesetzliche
Maßstäbe geprüft werden, sagte er der "Welt am Sonntag".
(Quelle: rtr)
Mittelstand gut im Geschäft - Blick in Zukunft aber skeptisch
So.17.02.08 - Obwohl die Geschäfte so gut laufen wie seit Jahren nicht mehr,
blickt der deutsche Mittelstand skeptisch in die Zukunft. Nur etwa jedes
dritte Unternehmen rechnet damit, dass sich seine Lage in den kommenden
Monaten weiter verbessern wird.
Das ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst
& Young. Vor einem Jahr gingen noch 60 Prozent der Firmen von einer
Verbesserung ihrer Situation aus. Trotz dieser eingetrübten
Aussichten wollen die Mittelständler aber mehr neue Mitarbeiter
einstellen und mehr investieren, wie die Befragung von bundesweit 3000
Geschäftsführern und Firmeninhabern ergab.
«Die deutschen Mittelständler stehen derzeit so gut da wie
lange nicht mehr», sagte der Mittelstandsexperte von Ernst &
Young, Peter Englisch. «Die Auslastung ist hoch, die
Auftragsbücher sind voll.» Insgesamt bewertet mehr als die
Hälfte der Firmen ihre aktuelle Lage als gut. Vor einem Jahr sagten
das nur 38 Prozent der Mittelständler, im Jahr 2005 war es sogar
nur jedes fünfte Unternehmen. Besonders gut ist die Stimmung bei
den großen Firmen. Nur 7 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100
Millionen Euro Jahresumsatz klagten über schlechte Geschäfte,
bei den Unternehmen mit weniger als 30 Millionen Euro Jahresumsatz
liegt der Anteil bei 15 Prozent.
In diesem Jahr sei im deutschen Mittelstand mit einem Anstieg der
Beschäftigtenzahl zu rechnen, schreibt Ernst & Young in dem
«Mittelstandsbarometer 2008». Zwar planen 15 Prozent der
Unternehmen der Studie zufolge einen Stellenabbau, 29 Prozent wollen
aber neue Mitarbeiter in Deutschland einstellen. Viele hätten
allerdings Probleme, überhaupt alle offenen Stellen besetzen zu
können, sagte Englisch. «Immer mehr Unternehmen suchen
händeringend nach qualifizierten und motivierten
Arbeitskräften.»
Trotz der etwas trüberen Prognose will der Studie zufolge jedes
dritte Unternehmen mehr investieren als im Vorjahr. Nur 13 Prozent der
Mittelständler planen dagegen, ihre Investitionen
zurückzufahren. Besonders groß ist die
Investitionsbereitschaft in Hamburg, Berlin und Hessen.
Insgesamt bewerten die Mittelständler den Angaben von Ernst &
Young zufolge ihre eigene Situation optimistischer als die
konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Nur noch etwa jedes dritte
Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einer positiven Entwicklung der
deutschen Wirtschaft, 28 Prozent gehen von einer Verschlechterung der
Lage aus. Vor einem Jahr hatten noch etwa drei von vier Unternehmen
einen Aufschwung vorhergesagt, nur sieben Prozent glaubten an eine
Verschlechterung.
Die Zeichen, dass der Höhepunkt des Booms überschritten sei,
mehrten sich, sagte Englisch. «Wir stehen an einem Wendepunkt. Die
US-Immobilien- und Finanzkrise scheint größere Auswirkungen
auf die Realwirtschaft zu haben als zunächst erwartet.» Die
deutsche Wirtschaft sei aber sehr robust. «Viele Unternehmen -
gerade im Mittelstand - haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind auch
international hervorragend aufgestellt.»
Für die Studie befragte das Befragungsinstitut Valid Research aus
Bielefeld im Auftrag von Ernst & Young im Dezember 2007
Mittelständler aus allen Bundesländern.
(Quelle: dpa)
Seehofer für branchenspezifischen Mindestlohn
So.17.02.08 - Der stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer hat branchenspezifische
Mindestlöhne gefordert. Den von der Union als Alternative
favorisierten Kombilohn lehnte Seehofer in einem Interview des
Ingolstädter «Donaukuriers» (Samstagsausgabe) als
Geschenk für die Unternehmer ab. Der von der SPD geforderte
allgemeine Mindestlohn würde alle Löhne in eine
Abwärtsspirale führen, warnte er.
Die CSU dürfe nicht ignorieren, dass die Mehrheit der Deutschen
mehr soziale Gerechtigkeit erwarte, sagte der Bundesagrarminister und
Vorsitzende der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA). Wer
Vollzeit arbeite, sollte in der Regel von seinem Lohn leben können.
«Dazu braucht es einen branchenspezifischen Mindestlohn»,
sagte Seehofer. Die Koalition habe vereinbart, dass einzelne Branchen
durch das Arbeitnehmer-Entsendegesetz Mindestlöhne festlegen
lassen können. «Wo dann noch weiße Flecken bestehen,
weil es beispielsweise in bestimmten Branchen oder Regionen keine
Tarifverträge gibt, sollen durch eine Aktualisierung des
Mindestarbeitsbedingungsgesetzes aus dem Jahr 1952 Regularien für
die Findung von Mindestlöhnen festgelegt werden», sagte
Seehofer. Dagegen hatte CSU-Chef Erwin Huber Huber kritisiert, dass
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) das Gesetz von 1952 aus der
Versenkung holen wolle.
Seehofer lehnte auch den Vorschlag der Union ab, geringe Einkommen
durch staatliche Zuschüsse als Kombilohn aufzustocken.
«Unternehmer würden damit immer niedrigere Arbeitslöhne
bezahlen, weil sie wissen, dass der Staat die Differenz
ausgleicht», sagte er. Kombilöhne seien nur für einen
eng begrenzten Personenkreis wie beispielsweise Behinderte sinnvoll.
(Quelle: ap)
BDI-Geschäftsführer sieht in Rot-Rot-Grün ein
Schreckgespenst
So.17.02.08 - Gut eine Woche vor den Bürgerschaftswahlen in Hamburg warnt der
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor Regierungsbeteiligungen
der Links-Partei. «Rot-dunkelrot-grün ist das Schreckgespenst
für den Wirtschaftsstandort Deutschland», sagte
BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf der
«Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Samstagausgabe) laut
Vorabbericht. Eine Regierungsbeteiligung der Linken werde die
internationale Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
zutiefst gefährden.
«Wenn die, die die DDR wirtschaftlich zugrunde gerichtet haben,
die die Menschen ausgebeutet und die Natur zerstört haben, wenn die
in Deutschland Regierungsverantwortung tragen in Form der Linkspartei,
ob in Hessen oder anderen Ländern und erst recht auf Bundesebene,
dann würde das für den Standort letzten Endes das Aus
bedeuten», sagte der frühere CSU-Politiker. Schnappauf
appellierte an Union und SPD vor dem Hintergrund schwächeren
Wachstums, mehr für Wachstum und Beschäftigung zu tun. Unter
anderem müssten die Arbeitnehmer entlastet werden.
Schnappauf sprach sich zudem für einen Kurswechsel in der
Subventionspolitik aus. Ansiedlungsinvestitionen wie im Falle des
Handyherstellers Nokia seien überholt. «Da muss man in der
Tat die Frage stellen, ob solche Fördermittel für
international agierende Großunternehmen überhaupt hilfreich
sind», sagte Schnappauf. Letztlich werde die Förderung
mitgenommen und «die Karawane zieht weiter.» Besser
wäre es dagegen, staatliche Fördermittel auf kleine und
mittlere Unternehmen sowie in Forschung, Entwicklung und Bildung zu
konzentrieren.
(Quelle: ddp)
Freiheit der Bahn soll nach Börsengang begrenzt bleiben
So.17.02.08 - Die Deutsche Bahn bleibt einem Magazinbericht zufolge auch nach einer
Teilprivatisierung ein Staatsunternehmen mit eingeschränkter
unternehmerischer Freiheit.
Die "Wirtschaftswoche" berichtete am Samstag unter Berufung aus dem
Entwurf eines Privatisierungsvertrages, die Bahn solle keine ihrer zur
Privatisierung vorgesehenen Sparten im Verkehrs- und Logistikbereich
jemals zu mehr als 49,9 Prozent an Investoren abgeben dürfen. Die
teilprivatisierten Bereiche sollten gezwungen werden,
unternehmensübergreifende Dienstleistungen weiterhin bei der
Konzernholding einzukaufen.
Der Aufsichtsrat des Unternehmens wird voraussichtlich Ende März
die Ausgliederung des Personen- und Güterverkehrs in eine Holding
beschließen. Danach könnte diese dann teilprivatisiert
werden, würde aber weiter unter dem Dach des Konzern bleiben. Die
"Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, der Wert der Verkehrssparte
werde auf 20 bis 25 Milliarden Euro geschätzt.
Die "Wirtschaftswoche" berichtete, um die Zustimmung der SPD-Basis und
der Bahngewerkschaft Transnet zu erreichen, sehe der
Privatisierungsvertrag weitreichende Eingriffe des Staates in das
operative Geschäft vor. So solle die Bahn gezwungen werden, den
Beschäftigungstarifvertrag mit den Gewerkschaften
fortzuführen. Zudem solle das Unternehmen verpflichtet werden, den
Gewerkschaften in einem weiteren Tarifvertrag mindestens 15 Jahre lang
zu garantieren, dass sie die Mehrheit an den Verkehrs- und
Logistikbereichen behalte. Dadurch solle verhindert werden, dass die
Bahn die Bereiche unter anderen politischen Mehrheiten doch ganz
privatisieren könne.
Der Entwurf sehe einen detaillierten Zeitplan vor, heißt es in
dem Bericht weiter. Bis zum 31. März sollten eine Steuerungsgruppe
und ein Lenkungskreis gebildet werden, in dem Vertreter von Regierung
und Bahn die Privatisierung vorbereiten. Bis zum 6. Juni sollten die
Emissionsbanken beauftragt werden. Bis zum 18. Juli solle die
Entscheidung über die Angebotsstruktur der Bahn-Aktien fallen und
bis zum 30. September der Wertpapierprospekt der Börsenaufsicht
BaFin zugeleitet werden. Der Vollzug der Teilprivatisierung sei bis zum
28. November dieses Jahres vorgesehen.
(Quelle: rtr)
Bauernverband rät weiter vom Genmais-Anbau ab
So.17.02.08 - Der Deutsche Bauernverband rät auch nach Verabschiedung des neuen
Gentechnikrechts vom Genmais-Anbau ab. Der Verband erklärte am
Freitag in Berlin, da weiterhin die verschuldensunabhängige Haftung
gelte, bleibe man bei der ablehnenden Haltung. «Denn Landwirte
sind danach trotz gesetzeskonformen Verhaltens einem unkalkulierbaren
Risiko ausgesetzt.» Mit der Novelle sei versäumt worden,
auch die Saatgutindustrie in die Verantwortung zu nehmen.
Als «Mogelpackung und untaugliches Instrument zur
Verbraucheraufklärung» wertete der Bauernverband die
Verwässerung der bisherigen strengen Regelung zur Kennzeichnung
durch die Aufschrift «Ohne Gentechnik». Nach bisherigem
Recht hätten sich die Verbraucher darauf verlassen können,
dass bei der Herstellung damit beworbener Produkte keine Gentechnik im
gesamten Produktionsprozess zur Anwendung kam. In Zukunft müsse der
Verbraucher damit rechnen, dass Lebensmittel mit dem Siegel dennoch
unter Verwendung von Gentechnik in einzelnen Produktionsstufen
hergestellt wurden.
(Quelle: ap)
Oberster katholischer Bischof gegen Denkverbote beim Zölibat
So.17.02.08 - Der Freiburger katholische Erzbischof und neugewählte Vorsitzende
der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat sich "gegen
Denkverbote" beim Thema Zölibat ausgesprochen. Die Verbindung
zwischen Priestertum und Ehelosigkeit sei "nicht theologisch notwendig",
sagte Zollitsch dem "Spiegel". Er räumte allerdings ein, dass ein
Abschied der katholischen Kirche vom Zölibat für Priester
"eine Revolution" wäre, bei der ein Teil der Kirche nicht mitgehen
würde. Nötig wäre dafür ein Konzil, weil in das
innere Leben der gesamten Kirche eingegriffen werden würde.
Zollitsch sprach sich zugleich für die Öffnung seiner Kirche
für neue gesellschaftliche Milieus aus. Dabei ging der
69-jährige Erzbischof auf Distanz zu Äußerungen anderer
Bischöfe zum Thema Kinderkrippe. "Begriffe wie
'Gebärmaschinen' oder 'Herdprämie' gehören nicht zu
meinem Wortschatz und machen jede Diskussion im Ansatz kaputt. Wir
brauchen Kinderkrippen, weil viele Eltern sie einfach benötigen",
sagte Zollitsch. Er warb zugleich erneut für einen Ausbau der
Beziehungen zur evangelischen Kirche.
Kritisch äußerte sich der Erzbischof zur Entwicklung der
CDU. Zwar würden von dieser Partei "viele christliche Werte in
unserem Sinne aufgegriffen", doch zugleich habe "die CDU sich
stärker neoliberalen Thesen angenähert". Sie stehe damit in
der Gefahr, die "soziale Marktwirtschaft" oder das "Soziale" nicht mehr
genügend im Blick zu haben. Die Nähe zwischen katholischer
Kirche und CDU sei "deshalb geringer geworden". Zugleich griffen andere
Parteien wie SPD und Grüne "Dinge, die uns wichtig sind,
stärker auf als früher".
(Quelle: afp)
Hochqualifizierte Zuwanderer meiden offenbar Deutschland
So.17.02.08 - Für hochqualifizierte Ausländer hat Deutschland offenbar
weiter an Attraktivität verloren. Im vergangenen Jahr seien nur
noch 23.400 Menschen aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland gekommen, um
hier einer Arbeit nachzugehen, berichtet der "Spiegel" unter Berufung
auf Angaben des Bundesarbeitsministeriums. Dies sei ein Drittel weniger
gewesen als im Jahr zuvor. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort der
Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing.
Demnach zog es auch weniger ausländische Hochschüler nach
Deutschland. Die Zahl junger Nicht-EU-Bürger, die ein Studium
aufnahmen oder einen Sprachkurs besuchten, sank dem Bericht zufolge um
rund 3000 auf etwa 31.400. Es sei "traurige Realität", dass
internationale Eliten um Deutschland einen Bogen machten, sagte Wissing
dazu dem "Spiegel" zufolge.
(Quelle: afp)
Wi8ssenschaft und Technik
Nationale Amerikanische Ingenieurs-Akademie benennt 14 technologische
Herausforderungen für das 21. Jahrhundert
So.17.02.08 - Die Nationale Amerikanische Ingenieurs-Akademie hat 14 technologischen
Herausforderungen für das 21. Jahrhundert definiert, durch deren
Lösung das Leben der Menschen weiter verbessert werden soll. Die
Experten stellten in Boston im US-Staat Massachusetts Aufgaben für
die vier Bereiche Nachhaltigkeit, Gesundheit, "Reduzierung der
Verwundbarkeit" und Lebensfreude vor. Unter den konkreten Zielen
nannten sie unter anderem preisgünstige Solarenergie, die
Kernfusion, Zugang zu Trinkwasser rund um den Globus, Schutz vor
Atomterrorismus, Sicherung des Cyberspace sowie die verbesserte Nutzung
des menschlichen Gehirns.
"Wir haben Herausforderungen gestellt, von denen wir glauben, dass sie
durchaus noch zu Beginn dieses Jahrhunderts gelöst werden
können, wenn Kreativität und die Mobilisierung von Talenten
und Finanzmitteln zusammen kommen," erklärte der Vorsitzende des
Expertengremiums und ehemalige US-Verteidigungsminister unter
Präsident Bill Clinton, William Perry. Die 18-köpfige
Kommission wurde 2006 auf Ersuchen der Nationalen Wissenschaftsstiftung
der USA gebildet. Sie traf sich mehrmals zur Diskussion und blieb durch
eine interaktive Website über ein Jahr in ständigem
Austausch. Ihre Endauswahl wurde von über 50 Spezialisten für
die jeweiligen Sachgebiete überprüft.
"Wenn wir uns auf die großen Herausforderungen unserer Zeit
fokussieren, können wir die Zukunft ungeheuer verbessern," sagte
Kommissionsmitglied und Google-Mitgründer Larry Page. Das Gremium
habe sich bei seinen Überlegungen nicht auf Voraussagen über
neue Geräte oder Maschinen eingelassen. Das Ziel sei vielmehr,
ausfindig zu machen, was getan werden müsse, um den Menschen zu
helfen und den Planeten weiter gedeihen zu lassen.
Weitere Ziele, die den Ingenieuren ins Aufgabenbuch geschrieben wurden,
sind die Eindämmung und Beherrschung des Kohlenwasserstoffs (CO2),
die Kontrolle der Ozonschicht der Atmosphäre, Verbesserung der
städtischen Infrastruktur, Fortschritte beim Einsatz von
Computer-Technologie in der Medizin, bessere Medikamente, die
Weiterentwicklung der virtuellen Realität, die Förderung der
personalisierten Bildung und die Entwicklung neuer Werkzeuge für
wissenschaftliche Entdeckungen. Der vollständige Bericht ist auf
einer Website nachzulesen. Jeder Interessierte wird dort gebeten, seine
Stimme abzugeben, welches Ziel er für das Wichtigste erachtet.
(Quelle: afp)