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Irak am 1429sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Drei US-Soldaten in Bagdad getötet. Al Sadr droht mit Ende der
Waffenruhe im Irak. Australien zieht Mitte 2008 Truppen aus
Südirak ab
Do.21.02.08 - Im Irak sind bei einer Explosion im Norden von Bagdad drei US-Soldaten
getötet worden. Ihr Fahrzeug fuhr am Dienstagabend auf eine Mine,
wie die US-Armee mitteilte. Damit stieg die Zahl der im Irak
getöteten US-Soldaten seit dem Einmarsch im Jahr 2003 nach einer
AFP-Zählung auf Basis von Zahlen der unabhängigen Website http://www.icasulaties.org
auf 3.966.
Im Irak hat der radikale Geistliche Muktada al Sadr mit einem Ende des
Waffenstillstands seiner Mahdi-Miliz gedroht. Sein Sprecher in
Nadschaf, Scheik Salah al Obeidi, erklärte am Mittwoch, falls Al
Sadr bis zum Ende der Woche keine Verlängerung verkünde, sei
die Waffenruhe vorbei. Dies sei allen Milizionären landesweit
übermittelt worden.
Die Mahdi-Miliz gehört zu den mächtigsten Gruppen im Irak.
Die von Al Sadr verkündete Waffenruhe im vergangenen August trug
einen großen Teil zur Verringerung der Gewalt im Land um rund 60
Prozent bei. Die US-Truppen haben den Waffenstillstand
begrüßt, ihre Razzien gegen Splittergruppen der Mahdi-Miliz
aber dennoch fortgesetzt.
Australien zieht Mitte dieses Jahres seine Truppen aus dem Süden
des Irak ab. Die 550 in den Provinzen El Muthanna und Dhi Kar
stationierten Soldaten hätten ihren Auftrag erfüllt und
würden Mitte 2008 abgezogen, sagte Armeechef Angus Houston vor
einem Ausschuss des australischen Parlaments. Die Übergabe der
Verantwortung an die irakischen Sicherheitskräfte sei erfolgreich
gewesen.
Der australische Premierminister Kevin Rudd hatte Ende 2007 sein
Vorhaben bekräftigt, die 550 Soldaten bis Juni abzuziehen. 110
Soldaten sollen aber in der Hauptstadt Bagdad weiter für die
Sicherung der australischen Botschaft sorgen. Australien hat zudem fast
tausend Soldaten im Rahmen von Antiterroreinsätzen außerhalb
des Irak im Einsatz.
boa (Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 21.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertsiebenundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Nahost-Konflikt: Palästinenser-Unabhängigkeit nach Vorbild
des Kosovos?
Do.21.02.08 - Die Palästinenserführung erwägt eine
Unabhängigkeitserklärung nach dem Vorbild des Kosovos, falls
es keine Fortschritte in den Friedensgesprächen mit Israel geben
sollte.
Das Kosovo sei nicht besser als die Palästinensergebiete, sagte
Jassir Abed Rabbo, ein hochrangiger Berater von
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, am Mittwoch dem
Radiosender Stimme Palästinas. «Wenn das Kosovo es schaffte,
einseitig seine Unabhängigkeit zu erklären und von den USA,
der Europäischen Union und anderen wichtigen Ländern anerkannt
zu werden, warum können wir dann nicht das gleiche tun?»,
fragte Abed Rabbo.
Die Palästinenser hatten bereits 1988 in der
Unabhängigkeitserklärung von Algier ihren unabhängigen
Staat Palästina ausgerufen. Zuvor hatte der frühere König
Hussein von Jordanien die Trennung des Westjordanlandes von Jordanien
erklärt. Vor 20 Jahren hatten die Palästinenser aber noch
keine Autonomie im Gazastreifen und im Westjordanland. Die
Palästinenserführung lebte damals im Exil in Tunesien.
Israel hat bislang noch nicht die einseitige Unabhängigkeit des
Kosovos anerkannt und will die Situation erst weiter beobachten. Israel
befürchtet unter anderem, dass das Vorgehen des Kosovos
Vorbildfunktion für die Palästinenser haben könnte.
(Quelle: dpa)
100 Mitglieder der Muslimbruderschaft in Ägypten festgenommen
Do.21.02.08 - Wenige Wochen vor Kommunalwahlen in Ägypten hat die Polizei 100
führende Mitglieder der Muslimbruderschaft festgenommen. Es
handelt sich bei allen um mögliche Kandidaten für die Wahl am
8. April, wie der Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi
Akef, am Mittwoch sagte. Trotz der Festnahmen werde sich seine
Organisation aber nicht von einer Teilnahme an der Abstimmung abhalten
lassen, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Seit Jahresbeginn wurden
bereits mehr als 600 Mitglieder der Muslimbruderschaft festgenommen.
Aus Sicherheitskreisen verlautete, Truppen hätten am
Mittwochmorgen die Wohnungen führender Mitglieder der Bruderschaft
in sechs Provinzen gestürmt. Den Festgenommenen werde
Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation vorgeworfen. Die seit
1954 verbotene Muslimbruderschaft ist die größte
Oppositionsgruppierung in Ägypten. Ihre Abgeordneten, die als
Unabhängige kandidierten, haben derzeit 88 der 454 Sitze im
Unterhaus des Parlaments in Kairo inne.
(Quelle: ap)
Weltsicherheitsrat verlängert Mandat für Somalia
Do.21.02.08 - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das Mandat einer
afrikanischen Friedenstruppe für Somalia um ein halbes Jahr
verlängert. In der Zwischenzeit wollen die Vereinten Nationen
darüber beraten, ob sie eine eigene Friedenstruppe in das
ostafrikanische Land schicken.
Die am Mittwoch einstimmig angenommene Resolution ruft die
afrikanischen Staaten dazu auf, die im März vergangenen Jahres
entsandte Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) nach Kräften
zu unterstützen. Das Mandat bietet die Voraussetzungen für
den Einsatz von 8.000 Soldaten. Bislang sind aber nur 2.000 Mann vor
Ort. Dabei handelt es sich um 1.800 Soldaten aus Uganda und 200 aus
Burundi.
Der britische UN-Botschafter John Sawers sagte, in Somalia gebe es seit
17 Jahren weder Frieden noch Stabilität. Ein erster UN-Einsatz in
Somalia scheiterte im März 1993 am gewaltsamen Widerstand
somalischer Milizen. Jetzt unterstützen die UN die somalische
Übergangsregierung, die Ende 2006 mit Hilfe äthiopischer
Truppen eine islamische Miliz aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben
hat. Deren Anhänger sind in den Untergrund gegangen und
verüben immer wieder Anschläge, deren Opfer meist die
Zivilbevölkerung ist.
Der südafrikanische UN-Botschafter Dumisani Kumalo kritisierte die
Resolution vom Mittwoch als Zeitverschwendung. «Das ist die
übliche Verschleppungstaktik der Vereinten Nationen, wenn es um
Somalia geht», sagte Kumalo.
(Quelle: ap)
Sudan: Tausende Flüchtlinge durch Regierungsoffensive in
Bedrängnis
Do.21.02.08 - Tausende Flüchlinge sind nach Angaben der UN und von Rebellen
durch eine große Offensive der sudanesischen Regierungstruppen an
der Grenze zum Tschad in Bedrängnis geraten. Einen
Rebellenkommandeur erklärte, Dutzende Zivilisten seien bei der
jüngsten Offensive der Regierungstruppen im Westen von Darfur
getötet worden. UN-Sprecherin Marie Okabe sagte, mindestens 12.000
Menschen seien auf der Flucht vor den zunehmenden Kämpfen in
diesem Monat aus Sudan in den Tschad geflohen. Sie verwies dabei auch
auf die Bombardierung eines Flüchtlingslagers am Montag und
Dienstag. Nach Rebellenangaben wurden rund 10.000 Menschen an der
Grenze festgehalten und am Übertritt in den Tschad gehindert.
(Quelle: ap)
Kenia: Opposition dringt auf schnelle Verfassungsänderung
Do.21.02.08 - Die Opposition in Kenia hat der Regierung am Mittwoch mit neuen
Massenprotesten gedroht, falls nicht schnell mit der Änderung der
Verfassung begonnen wird. Sie soll den Weg ebnen für eine
Machtteilung in Kenia. Das Parlament müsse innerhalb einer Woche
zusammenkommen, um die Änderungen zu verabschieden, erklärte
Anyang Nyongo, Generalsekretär der oppositionellen
Orange-Demokratischen Bewegung (ODM).
Die Opposition unter Führung von Raila Odinga wirft der Regierung
von Staatspräsident Mwai Kibaki Wahlbetrug im Zusammenhang mit der
Präsidentenwahl vom 27. Dezember vor. Bei Unruhen im Anschluss an
die Wahl wurden mehr als 1.000 Menschen getötet. Derzeit beraten
Vertreter der beiden über eine mögliche Teilung der Macht.
(Quelle: ap)
EU-Beobachter rügen Wahlkampf in Pakistan
Do.21.02.08 - Die Parlamentswahl in Pakistan ist nach Einschätzung der
EU-Wahlbeobachter weitgehend fair verlaufen. Im Wahlkampf wurden der
Regierungspartei von staatlicher Seite allerdings klare Vorteile
gewährt, kritisierte der Chef der EU-Delegation, Michael Gahlen,
am Mittwoch in Islamabad. Dies habe sich vor allem in einer
tendenziösen Berichterstattung in den Medien niedergeschlagen. Am
Wahltag selbst seien zwar einige Unregelmäßigkeiten
registriert worden, doch sei der Verlauf insgesamt positiv zu bewerten.
Nach Auszählung von 262 der 268 Wahlkreise kam die Opposition auf
154 Mandate und damit auf eine klare Mehrheit im Parlament. Die
Zwei-Drittel-Mehrheit, die erforderlich wäre, um ein
Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Pervez Musharraf
einzuleiten, wurde demnach aber knapp verfehlt. Sie könnte aber
mit der Unterstützung kleiner Gruppierungen erreicht werden.
Der ehemalige Ministerpräsidenten Nawaz Sharif erklärte sich
einem Sprecher zufolge bereit, die mit rund einem Drittel der Stimmen
siegreiche Pakistanische Volkspartei (PPP) der ermordeten
Oppositionsführerin Benazir Bhutto bei der Regierungsbildung zu
unterstützten. Sharif, dessen Pakistanische Muslimliga (PML-N)
zweitstärkste Kraft wurde, wollte dazu mit PPP-Führer Asif
Ali Zardari zusammenarbeiten, dem Witwer Bhuttos.
Musharrafs Partei PML-Q landete bei der Wahl vom Montag klar
abgeschlagen auf Platz drei. Dennoch lehnte das Staatsoberhaupt einen
Rücktritt ab. «Die Menschen haben keinen neuen
Präsidenten gewählt», sagte sein Sprecher Rashid
Qureshi. «Sie haben an der Wahl eines neuen Parlaments
teilgenommen.» Der Präsident wolle mit der neuen Regierung
zusammenarbeiten und bis zum Ende seiner Amtszeit 2012 auf seinem
Posten bleiben.
US-Präsident George W. Bush bezeichnete die Wahl in Pakistan als
fair. Den Sieg der Oppositionsparteien nannte er «einen Sieg des
pakistanischen Volkes». Er hoffe, dass auch die neue Regierung
ein Freund der USA und ein Verbündeter im Kampf gegen muslimische
Extremisten sein werde.
(Quelle: ap)
Castros Rückzug löst Debatte über Sanktionen gegen Kuba
aus
Do.21.02.08 - Nach der Rücktrittsankündigung des langjährigen
kubanischen Staatschefs Fidel Castro ist in den USA ein Streit
über den Umgang mit dem kommunistischen Inselstaat entbrannt. Mehr
als hundert US-Parlamentarier forderten in einem Schreiben an
Außenministerin Condoleezza Rice eine "kompromisslose
Überprüfung" der Kuba-Politik. US-Handelsminister Carlos
Gutierrez bezeichnete hingegen das seit 1962 geltende US-Handelsembargo
gegen Kuba als "Erfolg". In der EU und einigen Ländern
Lateinamerikas wurde Hoffnung auf eine Öffnung Kubas laut.
"Nach fünfzig Jahren ist es an der Zeit, neu zu denken und zu
handeln", hieß es in dem Aufruf, den 104 Abgeordnete des
US-Repräsentantenhauses an Rice schickten. Die USA hätten
vergeblich versucht, durch Sanktionen und diplomatische Isolierung
einen Wandel in Kuba auszulösen, schrieben die Parlamentarier, die
sowohl dem demokratischen als auch dem republikanischen Lager
angehören. Bis heute gilt das umfassende US-Wirtschaftsembargo
gegen Kuba, dass Washington 1962 verhängt hatte.
Der aus Kuba stammende US-Handelsminister Gutierrez lehnte eine
Aufhebung des Handelsembargos ab. Die Sanktionen seien "wirklich ein
Erfolg", denn sie hätten nicht zum Ziel gehabt, Castros Herrschaft
zu stürzen, sondern "einem Diktator die Mittel zu entziehen".
Der 81-jährige Fidel Castro hatte am Dienstag nach fast 50 Jahren
an der Spitze seines Landes erklärt, dass er wegen seines
instabilen Gesundheitszustands nach der Staatsratswahl am Sonntag nicht
weiter Präsident bleiben wolle. Als wahrscheinlicher Nachfolger
gilt sein 76-jähriger Bruder Raúl.
Nach Einschätzung des Fraktionschefs der Sozialdemokraten im
Europaparlament, Martin Schulz, steht in Havanna eine "Neuordnung" an.
"Hinter den Kulissen gibt es einen Richtungsstreit zwischen Hardlinern
und reformorientierten Kräften," sagte der SPD-Politiker der
Nachrichtenagentur AFP in Straßburg.
Auch Argentinien, Guatemala, Mexiko, Panama und El Salvador
äußerten die Hoffnung auf einen Wandel in Kuba.
Venezuelas Präsident Hugo Chávez betonte, der Kommunismus
in Kuba bestehe auch nach Castros Rücktritt fort. "Die kubanische
Revolution hängt nicht von einer Person, einer bestimmten
Situation oder einem bestimmten Um
(Quelle: afp)
EU: Kuba soll 'pluralistische Demokratie' anstreben
Do.21.02.08 - Nach dem Rückzug des kubanischen Präsidenten Fidel Castro hat
die Europäische Union das Land zu Reformen aufgefordert. Kuba solle
einen "friedlichen Übergang hin zu einer pluralistischen
Demokratie" anstreben, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag
in Brüssel. Dabei müssten die Menschenrechte und die
Grundfreiheiten respektiert werden. Die EU strebe einen konstruktiven
Dialog an, wie sie es bereits mehrfach bekräftigt habe.
EU-Entwicklungskommissar Louis Michel sagte, er werde am 6. und 7.
März in den Karibikstaat reisen, was seit längerem geplant
sei. Er sei bereit, Gespräche mit dem Nachfolger Fidel Castros
aufzunehmen. Michel begrüßte, dass die kubanische Regierung
kürzlich eine Reihe politischer Gefangener aus humanitären
Gründen freigelassen hat. "Diese wichtige einseitige Entscheidung
verdient Anerkennung."
Die EU hatte 2003 diplomatische Sanktionen gegen Kuba verhängt,
nachdem auf der Insel Dutzende Dissidenten verhaftet und verurteilt
worden waren. 2005 hob sie diese wieder auf. Auf spanische Initiative
hin beschloss die EU im Juni 2007, eine Normalisierung ihrer Beziehungen
zu Kuba anzustreben. Die deutsche EU-Präsidentschaft lud eine
kubanische Delegation zu Menschenrechts-Gesprächen ein, stieß
aber auf Desinteresse.
Die Christ- und die Sozialdemokraten im Europaparlament forderten
ebenfalls einen demokratischen Wandel in Kuba. Der Vorsitzende der
sozialdemokratischen Fraktion, Martin Schulz, zeigte sich
zuversichtlich, dass Castros jüngerer Bruder Raúl und
derzeitiger Übergangspräsident im Fall einer
Amtsübernahme keinen Blockadekurs einschlagen werde. Hinter
Raúl Castro stünden "viele Personen, die bereit sind
für einen Wechsel", auch wenn er "eine bestimmte Art des
Managements" weiterführen werde.
Der Vorsitzende der Christdemokraten, Joseph Daul, begrüßte
Castros Rückzug ausdrücklich. "Dies ist der Anfang vom Ende
einer kommunistischen Diktatur." Die kubanischen Behörden
hätten die Menschenrechte "systematisch mit Füßen
getreten". Es gebe Hoffnung, dass sich die Situation der Kubaner schnell
bessern werde, sobald das Land zur Demokratie und zur Marktwirtschaft
zurückgekehrt sei.
(Quelle: epd)
Deutschland erkennt das Kosovo an
Do.21.02.08 - Deutschland erkennt das Kosovo völkerrechtlich als
eigenständigen Staat an. Einen entsprechenden Beschluss fasste das
Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin.
Formell wird die Anerkennung der Republik Kosovo durch ein Schreiben
von Bundespräsident Horst Köhler an seinen kosovarischen
Amtskollegen Fatmir Sejdiu ausgesprochen. Diese Note soll nun
unverzüglich nach Pristina übermittelt werden. Zugleich soll
der früheren serbischen Provinz die Aufnahme diplomatischer
Beziehungen angeboten werden.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte die am Sonntag
verkündete Unabhängigkeit als das Ende eines langen und
schwierigen Zerfallsprozesses des ehemaligen Jugoslawiens bezeichnet.
Mit dem Anerkennungsbeschluss folgt Deutschland dem Beispiel der USA,
Frankreichs, Großbritanniens und anderer Staaten. Es ist damit zu
rechnen, dass Serbien aus Protest gegen die Entscheidung seinen
Botschafter in Berlin zunächst nach Belgrad zurückbeordert.
Serbien, das die Abspaltung des Kosovos für
völkerrechtswidrig und nichtig hält, droht jedem anerkennenden
Land mit dem Abzug seines Botschafters. Das Kosovo steht am Nachmittag
auch im Mittelpunkt einer Bundestagsdebatte, in der auch
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprechen wird. Zuletzt
hat Deutschland im Falle Montenegros am 14. Juni 2006 eine
völkerrechtliche Anerkennung ausgesprochen.
Am Dienstag wurden alle albanischen Beamten der Kosovo-Polizei aus den
von Serben bewohnten Gebieten im Norden des jungen Staates abgezogen.
Dies erfolgte aus «Sicherheitsgründen», sagte ein
Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa in der Hauptstadt
Pristina am Abend. Den Abzug hätten die serbischen Polizeibeamten
verlangt, hieß es inoffiziell. Vorausgegangen war ein Anschlag auf
eine Polizeistation, bei dem mehrere Fahrzeuge beschädigt wurden.
Die genaue Zahl der abgezogenen Beamten wurde nicht genannt.
Unterdessen rechtfertigte der serbische Kosovo-Minister Slobodan
Samardzic die Zerstörung von zwei UN-Kontrollpunkten an der Grenze
zwischen dem Kosovo und Serbien. Diese Aktion sei «im
Einklang» mit der Politik der Belgrader Regierung, die
Zollkontrolle zu übernehmen, sagte er dem Belgrader TV Sender B92.
Die Zerstörung sei «legitim» und «gut»
gewesen, weil sie auch gegen die angekündigte Entsendung der
EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) gerichtet gewesen sei, die ohne serbische
Zustimmung nicht erfolgen könne, sagte er.
Mehrere hundert aufgebrachte Serben überfielen und
verwüsteten am Dienstag zwei UN-Kontrollpunkte an
Grenzübergängen zwischen dem Kosovo und Serbien. Die Belgrader
Staatsmedien berichteten von 15 000 «spontan» versammelten
Menschen. Die aufgebrachte Menge zündete Kontrollhäuschen und
Mannschaftsräume sowie mindestens zehn UN- Fahrzeuge an,
bestätigte die Kosovo-Polizei. Die NATO-Friedenstruppe KFOR musste
unter Einsatz von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen die UN- und
Kosovo-Polizisten retten. Der Chef der UN- Mission, der deutsche
Diplomat Joachim Rücker, verurteilte den Angriff aufs
Schärfste.
In Wien kam die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (OSZE) auf Drängen Serbiens zu einer Sondersitzung zusammen.
«Wir rufen diese Organisation auf, diese einseitige und illegale
Unabhängigkeitserklärung zu verurteilen», sagte der
serbische Außenminister Vuk Jeremic. Das Kosovo werde
«für immer ein Teil von Serbien bleiben.» Serbien werde
weiterhin seine Botschafter aus den Ländern abziehen, die ein
unabhängiges Kosovo anerkennen: «Serbien gibt nicht
auf.» Selbst falls seinem Land die EU-Mitgliedschaft in Aussicht
gestellt werde, ändere sich die Haltung nicht. «Wir werden
Kosovo gegen nichts tauschen», sagte der Außenminister.
(Quelle: dpa)
Europäische Kirchen: EU muss Minderheiten im Kosovo schützen
Do.21.02.08 - Rund 120 europäische Kirchen haben die Europäische Union
aufgefordert, im Kosovo und den angrenzenden Gebieten die Einhaltung der
Menschenrechte zu gewährleisten. Die EU müsse mittels ihrer
Polizei- und Justizmission insbesondere für den Schutz von
Minderheiten sorgen, forderten die Kirchen am Dienstag während
eines Treffens mit der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft in
Ljubljana. An dem Treffen nahmen die katholische EU-Bischofskonferenz
(COMECE) sowie der Dachverband Konferenz europäischer Kirchen (KEK)
teil, zu dem auch die serbisch-orthodoxe Kirche gehört.
Im Kosovo, das sich am Sonntag von Serbien abgespalten hatte, leben
etwa sieben Prozent Serben sowie kleine Gemeinschaften von Türken,
Kroaten, Bosniaken und anderen Ethnien. Die EU müsse an ihrem
Versprechen festhalten, die EU-Vollmitgliedschaft für alle
Balkanstaaten voranzutreiben, betonten die Kirchen. Im Kosovo müsse
sie unter anderem dafür sorgen, dass die Religionsfreiheit und der
Zutritt zu heiligen Stätten garantiert würden.
Frieden und Versöhnung auf dem Balkan blieben eines der
wichtigsten Ziele der europäischen Kirchen, betonten KEK und
COMECE. Auch der slowenische Premierminister Janez Jansa habe sich
während des Treffens diesem Ziel verpflichtet.
(Quelle: epd)
Minderheiten in Türkei sollen konfisziertes Eigentum
zurückerhalten
Do.21.02.08 - Religiöse Minderheiten in der Türkei sollen ihr in den 70er
Jahren vom Staat konfisziertes Eigentum zurückerhalten. Das
beschloss das Parlament in Ankara am Mittwoch mit 242 gegen 72 Stimmen.
Es wird erwartet, dass Staatspräsident Abdullah Gül das
Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft setzen wird. Die Türkei
hatte 1974 das Eigentum von Stiftungen, die etwa von christlichen oder
jüdischen Organisationen betrieben wurden, konfisziert. Darunter
waren Kirchen, Schulen oder Waisenhäuser. Mit der Rückgabe
des beschlagnahmten Eigentums erfüllt die Türkei eine der
Forderungen der Europäischen Union für eine Aufnahme in die
EU.
(Quelle: ap)
Ölpreis klettert auf Rekordstand von 100,10 Dollar - Experten
sehen Hysterie
Do.21.02.08 - Der Ölpreis hat erneut die magische Grenze von 100 Dollar
durchbrochen und zugleich ein Rekordhoch markiert.
In der Spitze kostete leichtes US-Öl am Dienstagabend pro Barrel
100,10 Dollar, bevor sich der Kurs am Mittwoch wieder deutlich unter
der dreistelligen Marke einpendelte. Experten machten für den
Preis vor allem die Opec verantwortlich.
Die Organisation erdölexportierender Länder hatte
erklärt, die Fördermengen nicht auszuweiten. Da genügend
Öl angeboten werde, sei sogar eine Kürzung der Produktion
denkbar. Zudem gab es Sorgen über den Nachschub aus Venezuela,
Nigeria und Russland. Die PCK-Raffinerie in Schwedt bezog wegen
eingeschränkter Lieferungen des russischen Konzerns Lukoil bereits
25 Prozent weniger Öl.
"Der Ölmarkt ist bereits sehr angespannt. Diese
Kursausschläge nach oben grenzen schon an Hysterie", sagte Claudia
Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in
Berlin zu Reuters. Die geopolitischen Unsicherheiten trieben die
Notierungen kräftig in die Höhe. Venezuelas
linkspopulistischer Präsident Hugo Chavez hatte kürzlich mit
einem Öl-Lieferstopp in die USA gedroht. Von den Fundamentaldaten
sei eigentlich ein Marktpreis von rund 80 Dollar pro Barrel
realistisch, sagte Kemfert: "Bis zu 20 Dollar sind zusätzlich im
Kurs als Risikoaufschlag enthalten."
Antoine Halff vom Brokerhaus Newedge sieht hinter der Kursrally auch
Impulse durch Fonds, die verstärkt in den Ölmarkt
investierten und sich gegen Inflationsrisiken absicherten. Nach dem
Rekordstand von 100,10 Dollar bröckelte der Preis für
leichtes US-Öl der Sorte WTI allerdings wieder ab. Am
Mittwochmittag mussten für ein Fass zur Lieferung im März nur
noch 99,02 Dollar gezahlt werden. Nordsee-Öl der Sorte Brent zur
Lieferung im April verbilligte sich auf 97,26 Dollar.
Viele Händler hätten nach dem neuen Rekordwert Gewinne
mitgenommen, sagte Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank.
Bedenklich sei, dass die 100-er Marke nach den Kursspitzen Anfang
Januar nun bereits zum dritten Mal gefallen sei. "Je öfter die
Marke geknackt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines
verstetigten Anstiegs", warnte Weinberg. Wenn sich allerdings die
Rezessionssignale in den USA verdichteten und die Wachstumsdynamik in
China nachlasse, könne es auch zu einer Preiskorrektur nach unten
kommen. Experten haben vorausgesagt, dass sich Öl wegen der
starken weltweiten Nachfrage vor allem in Schwellenländern
mittelfristig weiter verteuern wird.
Die deutschen Industriezweige leiden unter dem Ölpreis
unterschiedlich stark. Zu kämpfen hat besonders die Chemie,
für die Öl der wichtigste Rohstoff ist. Der Nachschub aus
Russland floss dabei Mitte der Woche nicht so stark wie gewohnt, da der
Ölkonzern Lukoil seine Lieferungen nach Deutschland drosselte. "Es
gibt aber bei uns keine Beeinträchtigungen", sagte
Geschäftsführer Klaus Niemann von der PCK-Raffinerie im
brandenburgischen Schwedt. Die geringeren Lieferungen von Lukoil
gleiche man durch Rohöl aus anderen Quellen aus.
Das russische Ölhandelsunternehmen hatte wegen eines Streits um
den Preis mit dem Generalimporteur für russisches Öl Sunimex
Anfang der Woche seine Öllieferungen unterbrochen. PCK verarbeitet
als Gemeinschaftsunternehmen der Branche jede zehnte Tonne Rohöl
in Deutschland.
(Quelle: rtr)
Ifo: Finanzkrise trübt Weltwirtschaftsklima kräftig ein
Do.21.02.08 - Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben dem Ifo zufolge das
Weltwirtschaftsklima kräftig eingetrübt.
Das Stimmungsbarometer fiel im ersten Quartal 2008 mit 90,4
Zählern auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren. Die
befragten rund 1000 Experten bewerteten sowohl die Lage als auch die
Aussichten für die nächsten sechs Monate ungünstiger als
in der vorherigen Umfrage, wie das Münchner Ifo-Institut am
Mittwoch mitteilte.
Wie aus den Antworten herauszulesen ist, belastet die Hypothekenkrise
neben den USA vor allem auch die Finanzsysteme in Deutschland,
Großbritannien und der Schweiz. Dennoch ist das Ifo optimistisch,
dass die Krise schon in wenigen Monaten nachlassen wird: "Die negativen
Auswirkungen werden sich auf das ersten Halbjahr 2008 konzentrieren und
danach abebben."
Das eingetrübte Klima betrifft den Angaben zufolge vor allem
Nordamerika und Westeuropa, deutlich weniger dagegen Asien. In
Westeuropa habe sich insbesondere in Großbritannien und Irland
Trübsal breitgemacht, in Deutschland und Dänemark sei die
Eintrübung hingegen relativ schwach ausgefallen.
Der Dollar und der japanische Yen gelten den Experten als
unterbewertet. Dagegen sehen die Fachleute den Euro und das Pfund als
überbewertet an.
(Quelle: rtr)
Gewerkschaften planen europäische Großkundgebung für
Mindestlöhne
Do.21.02.08 - Der Europäische Gewerkschaftsbund ETUC plant eine
Großkundgebung für Gehaltssteigerungen und die
Einführung von Mindestlöhnen in allen EU-Staaten. Er erwarte,
dass am 5. April 30.000 bis 40.000 Demonstranten aus ganz Europa in die
slowenische Hauptstadt Ljubljana kämen, sagte
ETUC-Generalsekretär John Monks am Mittwoch auf einer
Pressekonferenz in Brüssel. Am 5. April tagen in Ljubljana die
EU-Finanzminister.
Die Demonstration sei als Protestsignal gegen eine kürzlich von
den EU-Finanzministern verabschiedete Erklärung zu verstehen,
wonach die Entwicklung der Gehälter im öffentlichen Dienst
den Inflationsdruck nicht erhöhen dürften, sagte Monks. Er
äußerte Zustimmung für die Warnstreiks des
öffentlichen Dienstes in Deutschland. Die Beschäftigten in
der Bundesrepublik und anderswo hätten angesichts steigender
Lebenshaltungskosten Anspruch auf mehr Lohn: «Seit 2001 gibt es
keinen sozialen Fortschritt mehr, er muss wiederbelebt werden.»
Monks kritisierte auch die Zinspolitik der Europäischen
Zentralbank (EZB), die mit ihrem Beharren auf Preisstabilität
indirekt den Lohnforderungen der Gewerkschaften entgegentrete.
«Die Botschaft aus Frankfurt ist immer die Gleiche: 'Wir erwarten
Zurückhaltung bei den Tarifverhandlungen, oder wir werden den
Leitzins erhöhen'», sagte der Gewerkschaftsfunktionär.
Zwar sei richtig, dass steigende Löhne die Inflationsrate
beeinflussten. Andererseits sei ein Hauptproblem der europäischen
Wirtschaft die schwindende Kaufkraft: «In Deutschland zum
Beispiel ist der Export die alleinige Triebfeder des
Wirtschaftswachstums», sagte Monks. Er halte «eine gewisse
Inflationsrate für einen akzeptablen Preis, um eine Rezession zu
vermeiden».
(Quelle: ap)
EU-Parlament besorgt über Konzentration von Supermärkten
Do.21.02.08 - Das Europaparlament hat sich besorgt über die zunehmende
Konzentration von Supermarktketten in Europa geäußert. Die
EU-Kommission solle die Auswirkungen dieser Entwicklung auf
Kleinunternehmer, Zulieferer, Arbeitnehmer und Verbraucher prüfen,
forderte das Parlament in einer schriftlichen Erklärung, die in
Straßburg veröffentlicht wurde. Die Brüsseler
Behörde müsse tätig werden, um Missbräuche durch
eine marktbeherrschende Stellung einzelner Ketten zu unterbinden.
Große Supermarktketten missbrauchten ihre Kaufkraft häufig,
um Lieferanten unfaire Bedingungen zu "diktieren" und die Einkaufspreise
auf "unhaltbare Niveaus" zu drücken, heißt es in dem Text
weiter. Die Erklärung wurde von mehr als der Hälfte der 784
Europaabgeordneten unterzeichnet. Sie gilt somit als offizielle
Entschließung des Parlaments.
(Quelle: afp)
Deutsches Kartellamt verhängt Millionenbußgelder gegen
Henkel, Unilever und Co
Do.21.02.08 - Wegen verbotener Preisabsprachen bei Geschirrspülmitteln, Duschgel
und Zahncreme hat das Bundeskartellamt Bußgelder von insgesamt
rund 37 Millionen Euro gegen vier führende Markenartikel-Hersteller
verhängt. Betroffen sind die Firmen Henkel, Schwarzkopf &
Henkel sowie die deutschen Töchter der internationalen Konzerne
Sara Lee und Unilever.
Laut Kartellamt hatten die Markenartikler zum Jahreswechsel 2005/2006
eine Anhebung der Listenpreise um etwa 5 Prozent für die
Handgeschirrspülmittel der Marken «Pril» und
Palmolive», die Duschgels der Marken «Fa»,
«Duschdas» und «Palmolive» sowie für
Zahncreme der Marken «Signal», «Dentagard» und
«Colgate» abgesprochen. Außerdem hätten sie sich
gegenseitig über den Stand der Verkaufsgespräche mit den
Einzelhändlern informiert.
Auf die Spur der Drogerieartikelhersteller waren die
Wettbewerbshüter vom Konkurrenten Colgate-Palmolive gebracht
worden. Der hatte zunächst selbst bei den Preisabsprachen
mitgewirkt, dann aber das Kartellamt informiert, wie eine
Behördensprecherin berichtete. Das Unternehmen kommt damit in den
Genuss einer Kronzeugenregelung und muss kein Bußgeld zahlen.
Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer betonte: «Im Interesse
des Endverbrauchers darf die hohe Wettbewerbsintensität im
Einzelhandel nicht durch Absprachen der Markenhersteller konterkariert
werden.»
Die Bußgeldbescheide gegen die Unternehmen sowie deren
Vertriebsleiter sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Die
Betroffenen können gegen die Beschlüsse Einspruch beim
Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.
(Quelle: ap)
Nokia weist Rückforderung von Subventionen zurück
Do.21.02.08 - Im Streit um die Subventionen für Nokia hat der finnische
Handy-Hersteller am Dienstag kurz vor Ablauf der Frist in
Düsseldorf eine ausführliche Stellungnahme eingereicht.
Das rund 40 Seiten starke Papier sei am Dienstagnachmittag bei der
landeseigenen NRW.Bank eingegangen, sagte ein Sprecher des
Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf. Der Konzern soll 41
Millionen Euro zurückzahlen, weil er in Bochum weniger
Arbeitsplätze als vereinbart geschaffen haben soll. Nokia weise
dies in der Stellungnahme zurück. «Unsere Juristen werden
sich das jetzt ansehen.»
Für das Bochumer Werk des Handy-Herstellers beginnen an diesem
Mittwoch (20.2.) die Verhandlungen um einen Interessenausgleich. Dazu
kämen Betriebsrat und IG Metall und der Chef von Nokia-Deutschland,
Klaus Goll, zusammen, sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach
der dpa. Beide Seiten brächten ihre Anwälte zu den
vertraulichen Gesprächen mit. Sie rechne nicht mit einem schnellen
Ergebnis.
Das Bundeswirtschaftsministerium erhielt unterdessen eine
Bestätigung von der EU-Kommission in Brüssel, dass Nokia keine
Subventionen aus den Strukturfonds der Europäischen Union für
die Verlagerung des Bochumer Werkes nach Rumänien erhalten hat.
Auch für den Bau eines Werkes in Ungarn seien keine EU-Mittel
geflossen, teilte das Ministerium mit.
Der Bochumer Betriebsrat will für die rund 2300 Beschäftigten
eine Abfindung und die Weiterbeschäftigung in einem neuen
Unternehmen erreichen. «Dabei muss Nokia helfen. Die müssen
sich jetzt verdammt anstrengen, um ihre Weste wieder
reinzuwaschen», sagte Achenbach. Denkbar sei neben der Abfindung
etwa die mietfreie oder günstige Überlassung des
Nokia-Betriebsgeländes für Neuinvestoren, hieß es von
Arbeitnehmervertretern.
Der rumänische Gewerkschaftsbund Cartel Alfa warf Nokia
unterdessen vor, in seiner neuen Fabrik im rumänischen Jucu die
Arbeitszeit über das in Rumänien zulässige Maß
hinaus verlängern zu wollen. Dies wäre «eine neue Form
der Sklaverei», sagte der Präsident von Cartel Alfa, Bogdan
Hossu, am Dienstag, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax
berichtete. Nokia wies die Vorwürfe zurück. «Nokia
hält sich weltweit an die arbeitsrechtlichen Bestimmungen und
Gebräuche im Rahmen der in den jeweiligen Ländern geltenden
Gesetze», sagte eine Sprecherin.
Die Produktion des Handy-Werks in Bochum wird an den rumänischen
Standort verlagert und das Bochumer Werk geschlossen.
(Quelle: dpa)
BASF-Vorstandschef kritisiert europäische Klimaschutzpolitik -
Sieht Gefahr für deutsche Wirtschaft
Do.21.02.08 - Der Vorstandschef des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat
die europäische Klimaschutzpolitik ungewöhnlich scharf
kritisiert und als Gefahr für die deutsche Wirtschaft bezeichnet.
Der «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe) sagte er: «Die
neuen Vorgaben aus Brüssel zum Einsparen von Klimagasen sind
teilweise unklar und führen zu einer Hängepartie. Zudem kosten
die neuen Pläne viel Geld, verschlechtern unsere
Wettbewerbsfähigkeit und gefährden akut
Arbeitsplätze.» Falls die EU weiterhin eine Verringerung des
CO2-Ausstoßes von 33 Prozent bis 2020 verlange, sei das ein
«Angriff auf die Industrie».
Hambrecht forderte die Bundesregierung auf, sich stärker für
die Interessen der Wirtschaft einzusetzen: «Ich würde mir
wünschen, dass die Politik mehr Verständnis dafür zeigt,
wie wichtig die Wirtschaft für das Land ist. Klimaschutz geht nicht
gegen die Industrie, sondern nur mit ihr.» Der BASF-Chef verlangte
zugleich eine weltweite Vereinbarung zum Klimaschutz: «Europa
kann das Klima doch nicht alleine retten. Die USA, Indien und China
müssen mitmachen. Wir brauchen dringend eine weltweite
Vereinbarung zum Klimaschutz.»
(Quelle: ddp)
Deutsche Börse erzielt Rekordgewinn - Höhere Dividende
Do.21.02.08 - Die stürmischen Zeiten an den Finanzmärkten haben der
Deutschen Börse 2007 das beste Ergebnis ihrer Geschichte
eingebracht.
Unter dem Strich verdiente der Frankfurter Börsenbetreiber nach
Angaben vom Dienstagabend im abgelaufenen Jahr rund 912 Millionen Euro
und damit 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit übertraf das
Unternehmen die Schätzungen der Analysten.
Durch die starke Verunsicherung der Marktteilnehmer wegen der im Sommer
ausgebrochene US-Hypothekenkrise kam es zu extremen Kursschwankungen und
hohen Handelsvolumina, wovon die Deutsche Börse zusätzlich
profitierte. Der operative Gewinn (Ebita) stieg vorläufigen Zahlen
zufolge um 31 Prozent auf 1,345 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs auf
2,19 (Vorjahr: 1,8) Milliarden Euro. Die Aktionäre der Deutschen
Börse können sich freuen: Die Dividende soll auf 2,10 (1,70)
Euro steigen.
Auch für das laufende Jahr stehen die Zeichen nach Angaben von
Vorstandschef Reto Francioni auf Wachstum. "Der erfolgreiche Start der
Gruppe Deutsche Börse in das neue Geschäftsjahr in Verbindung
mit unserer Kostenprognose für 2008 bekräftigen unsere
Erwartung, dass wir 2008 ein neues Rekordergebnis erzielen", sagte
Francioni. Angestrebt werde im laufenden Jahr eine vollständige
Ausschüttung des Gewinns in Form von Dividenden und
Aktienrückkäufen, wie Finanzchef Thomas Eichelmann
erklärte. Bis zur Hauptversammlung im Mai sollen aus dem
Eigenbestand fünf Millionen Aktien eingezogen worden, was die
Anzahl der Aktien auf 195 Millionen reduziere.
Zudem habe die Deutsche Börse "verschiedene Optionen"
identifiziert, die die Schuldenkapazität der Gruppe um mehrere
hundert Millionen Euro erhöhen würde. Diese sollten in den
Führungsgremien im März diskutiert werden.
Wegen der Börsenturbulenzen wuchsen 2007 die Umsatzerlöse mit
dem Handelssystem Xetra um 38 Prozent auf 435 Millionen Euro an. Der
Abwicklungsdienstleister Clearstream setzte mit 768 Millionen Euro rund
zehn Prozent mehr um. Die für die Abwicklung und Abrechnung des
Wertpapierhandels zuständige Luxemburger Gesellschaft leistete
damit erneut den größten Beitrag zum Konzernumsatz. Der Boom
an den weltweiten Derivatemärkten hielt weiter an. Die
Derivatetochter Eurex konnte einen Umsatzzuwachs von 19 Prozent
vermelden.
(Quelle: rtr)
Erzeugerpreise steigen im Januar deutlich
Do.21.02.08 - Die Preise auf Erzeugerebene sind im Januar unerwartet deutlich
gestiegen: Sie erhöhten sich um 3,3 Prozent im Vergleich zum
Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.
Das ist die höchste Teuerungsrate seit mehr als einem Jahr. Im
Jahresschnitt 2007 hatte sie lediglich zwei Prozent betragen. Grund
für den kräftigen Anstieg waren die kräftig gestiegenen
Energiekosten. Sie erhöhten sich um 5,9 Prozent. Ohne Energie
wären die Erzeugerpreise nur um 2,5 Prozent gestiegen.
Auch im Vergleich zum Dezember 2007 zogen die an Hersteller
gewerblicher Produkte gezahlten Preise mit 0,8 Prozent spürbar an.
Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 0,3
Prozent gerechnet. Binnen Monatsfrist wurden vor allem
Vorleistungsgüter teurer: Edelmetalle kosteten gut zehn Prozent,
Walzdraht rund neun Prozent und Sekundärrohstoffe rund sechs
Prozent mehr.
(Quelle: rtr)
Warnstreiks im Öffentlichen Dienst werden fortgesetzt
Do.21.02.08 - Bei der Fortsetzung der Warnstreiks im Öffentlichen Dienst stehen
heute Kindertagesstätten im Mittelpunkt der Aktionen. In
zahlreichen Bundesländern wollen Erzieher und Erzieherinnen
vorübergehend ihre Arbeit niederlegen, um Druck auf die
Arbeitgeberseite auszuüben. Der dbb-Verhandlungsführer Frank
Stöhr sagte den «Stuttgarter Nachrichten», ein Streik
könne nur verhindert werden, wenn die Arbeitgeber ein besseres
Angebot vorlegen. Ver.di und die dbb Tarifunion fordern acht Prozent
mehr Lohn.
(Quelle: dpa)
Gewerkschaften uneins - Bahn-Tarifeinigung in Gefahr
Do.21.02.08 - Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn wird die Zeit für eine
endgültige Lösung knapp. Die drei Bahngewerkschaften
Transnet, GDBA und GDL würden sich erst in der kommenden Woche
wieder treffen, um über eine Kooperationsvereinbarung zu sprechen,
sagte ein Transnet-Sprecher.
Einen Termin gebe es noch nicht. Die Bahn macht eine solche
Vereinbarung zwischen den Gewerkschaften zur Voraussetzung dafür,
dass der mit der GDL ausgehandelte Lokführertarifvertrag am 1.
März in Kraft tritt.
Die Gewerkschaftsspitzen hatten sich am Dienstagabend in Frankfurt am
Main darauf verständigt, dass eine Arbeitsgruppe kurzfristig einen
Entwurf erstellen soll. Die seit Monaten umstrittene Vereinbarung soll
Regeln für die Zusammenarbeit der Gewerkschaften in künftigen
Tarifrunden formulieren. Die GDL hat die Sorge, ihre
Eigenständigkeit in der Tarifpolitik durch ein zu enges Korsett
wieder zu verlieren. Anders als die Bahn vertritt der GDL-Vorsitzende
Manfred Schell die Ansicht, die Einigung auf eine
Kooperationsvereinbarung sei keine Bedingung für das Inkrafttreten
des Lokführertarifvertrages.
Auf diesen Vertrag hatten sich Bahn und GDL Ende Januar geeinigt, ihn
aber noch nicht unterschrieben. Er sieht für die Lokführer
eine Einkommenserhöhung von elf Prozent in zwei Stufen vor. Ferner
soll die Wochenarbeitszeit im kommenden Jahr um eine Stunde
verkürzt werden. Unter dem Dach allgemeiner Regeln soll es
künftig sechs Einzelverträge für Berufsgruppen geben.
Zwischen den Gewerkschaften und der Bahn muss außerdem
geklärt werden, ob der Lokführertarifvertrag auch für
rund 2900 Lokrangierführer gelten wird, die in Bahnhöfen
Züge zusammenstellen. Diese Berufsgruppe ist überwiegend bei
Transnet und GDBA organisiert.
(Quelle: dpa)
Arbeitslosenzahl könnte 2008 unter 3,5 Millionen sinken Laut
IAB-Studie - Aber weniger Vollzeitjobs erwartet - - Schlechtere Chancen
für Langzeitarbeitslose
Do.21.02.08 - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland könnte 2008 noch stärker
sinken als bisher angenommen. Das Nürnberger Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält laut einer am
Mittwoch vorgelegten Studie einen Rückgang im Jahresdurchschnitt
um 350.000 auf 3,43 Millionen für möglich. Bislang war eine
Abnahme um rund 300.000 auf 3,5 Millionen erwartet worden.
Der jüngsten Prognose liege ein angenommenes reales
Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent zu Grunde, hieß es. Durch
die Ölpreisentwicklung und die Turbulenzen an den
Finanzmärkten könnte das Wachstum aber bis zu einem halben
Prozentpunkt niedriger ausfallen. «Selbst dann würde die
Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt noch knapp unter 3,5 Millionen
liegen», schreiben die IAB-Autoren.
Die gesamte so genannte Unterbeschäftigung - also die registrierte
Arbeitslosigkeit und die so genannte Stille Reserve - werde auf rund
4,8 Millionen zurückgehen. Das wäre der niedrigste Stand seit
17 Jahren. Gleichzeitig werden im Durchschnitt fast 40 Millionen
Erwerbstätige erwartet. 2007 waren es 244.000 weniger. Die Zahl
der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten werde um 210.000
auf über 27,1 Millionen steigen. Laut IAB-Studie ist dies jedoch
vor allem auf den guten Jahresausklang 2007 zurückzuführen.
Im zweiten Halbjahr 2008 werde diese Aufwärtsentwicklung zum
Erliegen kommen.
Nur noch leicht zunehmen dürfte nach Einschätzung der
Arbeitsmarktexperten auch die Zahl der Selbstständigen, die sich
verglichen mit 2007 um etwa 5.000 erhöhen werde. Bei den Mini-Jobs
sei indes nicht mit größeren Veränderungen zu rechnen.
Diese Zahl stagniere seit 2006 bei etwa 5,6 Millionen. Auch bei den
Ein-Euro-Jobbern ist laut der Studie keine größere
Veränderung zu erwarten. Ihre Zahl dürfte auf dem Niveau von
2007 und damit bei rund 300.000 bleiben.
Weiterhin ausbreiten werde sich indes die traditionelle
Teilzeitbeschäftigung mit plus 180.000, während die
Vollzeitbeschäftigung wegen der schwächeren Konjunktur um nur
noch 60.000 Stellen wachsen dürfte.
Gleichzeitig werde das Arbeitskräfteangebot auf Grund der
demographischen Entwicklung um etwa 90.000 abnehmen, wobei hier
Ostdeutschland deutlich stärker betroffen sein werde als der
Westen.
Das Fazit der Forscher: Obwohl die Konjunktur 2008 an Dynamik verlieren
werde, hielten die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt an.
Gleichwohl würden der Beschäftigungsanstieg und der
Rückgang der Arbeitslosigkeit nur noch halb so hoch ausfallen wie
im Vorjahr. Vor allem im Bereich des Arbeitslosengeldes II werde der
Abbau ins Stocken geraten. «Das zeigt, dass der
arbeitsmarktpolitische Handlungsbedarf fortbesteht», heißt
es in der Studie. Die Aufnahmefähigkeit des ersten Arbeitsmarktes
nehme vor allem für schwervermittelbare Bewerber ab.
(Quelle: ap)
SPD für bundeseinheitliche Steuerbehörde
Do.21.02.08 - SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann hat sich
für die Einrichtung einer Bundessteuerverwaltung ausgesprochen.
Auch müsse es eine bundeseinheitliche Steuerfahndung geben, sagte
der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Das Thema solle im Rahmen der
Föderalismusreform beraten werden. Gleichzeitig verteidigte er das
Vorgehen des BND in der Steueraffäre.
Am Mittwochnachmittag wollte sich auch das parlamentarische
Kontrollgremium mit der Rolle des Bundesnachrichtendienstes befassen.
Oppermann steht dem Gremium vor. Der BND soll die brisanten Steuerdaten
für 4,2 Millionen Euro von einem Mittelsmann gekauft haben.
Liechtenstein hatte Deutschland daraufhin Hehlerei vorgeworfen.
Im PKG wollten Vertreter des BND die Parlamentarier über die Rolle
der Geheimdienste bei Beschaffung der Daten unterrichten. Die Sitzung
ist geheim.
Oppermann sagte, ein so genannter Selbstanbieter sei auf den BND
zugekommen. Der Geheimdienst habe die Brisanz der Daten erkannt und sei
verpflichtet gewesen, sie entgegenzunehmen. «Deshalb hat der BND
rechtmäßig gehandelt», sagte Oppermann. «Es ist
gut für den Rechtsfrieden, dass schwere Steuerkriminalität
aufgedeckt wurde.»
Nach den Regeln der Strafprozessordnung seien die aus Liechtenstein
stammenden Daten gerichtlich verwertbar. Die allgemeine Praxis aber, die
in Liechtenstein herrsche, «können wir nicht länger
tolerieren», betonte der SPD-Politiker. Er verwies darauf, dass
die Straftat - also der Diebstahl der brisanten Daten durch den
Selbstanbieter - nach bisherigen Erkenntnissen abgeschlossen gewesen sei.
(Quelle: ap)
Steuerermittlungen gegen Bayerns Datenschützer
Do.21.02.08 - Die Steuerfahndung ermittelt gegen den obersten bayerische
Datenschützer. Der Landesbeauftragte für Datenschutz, Karl
Michael Betzl, teilte Landtagspräsident Alois Glück am
Mittwoch mit, dass Steuerfahnder bei ihm zu Hause und in seinen
Diensträumen gewesen seien. Betzl werde seine Dienstgeschäfte
im Interesse des Amtes vorläufig ruhen lassen, erklärte
Glück.
Die Münchner «Abendzeitung» hatte berichtet, der
Datenschutzbeauftragte, der seine Karriere im Finanzministerium begonnen
habe, habe am Dienstagabend Besuch von der Bochumer Staatsanwaltschaft
und Steuerfahndern bekommen. Hintergrund seien Bankunterlagen aus
Liechtenstein mit den Namen und Daten deutscher Steuersünder.
(Quelle: ap)
Merkel drängt Liechtenstein zum Kampf gegen Steuerbetrug
Do.21.02.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von Liechtenstein eine Reihe von
Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und
Steuerbetrug gefordert. Die CDU-Vorsitzende verlangte am Mittwoch vom
lichtensteinischen Regierungschef Otmar Hasler den schnellen Abschluss
eines Betrugsbekämpfungsabkommens mit der EU und ein
transparenteres Stiftungsrecht.
Zudem mahnte sie eine schnelle Umsetzung der
EU-Geldwäscherichtlinie und die Unterstützung der
OECD-Bemühungen zur Eindämmung des schädlichen und
unfairen Steuerwettbewerbs an. Die Kanzlerin betonte bei ihrem Treffen
mit Hasler in Berlin allerdings auch den Willen der Bundesregierung zu
einer guten Nachbarschaft mit dem Fürstentum.
Äußerungen des Erbprinzen Alois, der deutschen Behörden
«Hehlerei in großem Stil» vorgeworfen hatte,
bezeichnete sie als nicht hilfreich. Sie wolle die Worte aber nicht auf
die Goldwaage legen, weil sie bei der Lösung der Probleme
vorankommen wolle. «Die Zeit drängt», betonte Merkel.
Hasler zeigte sich zu Reformen und zur Kooperation mit der EU bereit.
Die Steueraffäre hat die Beziehungen zwischen Deutschland und
Liechtenstein schwer belastet. Der Ton hatte sich in den vergangenen
Tagen deutlich verschärft. Erbprinz Alois, der die Hoheitsrechte
des Fürsten Hans-Adam II ausübt, hatte den deutschen
Behörden am Dienstag vorgeworfen, auf illegale Weise in den Besitz
von Finanzdaten gelangt zu sein. Deutschland werde «mit seinem
Angriff auf Liechtenstein nicht das Problem mit seinen Steuerzahlern
lösen», sagte er.
Aber auch von deutscher Seite wurden scharfe Töne angeschlagen.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck warf dem Fürstentum eine
«moderne Form des Raubrittertums» vor und brachte
Sanktionen ins Gespräch. Für den Fall, dass Liechtenstein
weiter «verbrecherisches Verhalten nicht aufzuklären hilft
oder es sogar unterstützt», könne man Finanztransfers
in das Fürstentum unterbinden, sagte Beck laut «Stern».
In einer aktuellen Stunde im Bundestag heizten SPD und Grüne den
Streit weiter an. Vertreter beider Fraktionen bezeichneten das
Fürstentum als Räuberhöhle. Der stellvertretende
SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler sagte: «Wer hier quasi
wie eine Räuberhöhle sein Land einrichtet, darf sich nicht
wundern, wenn andere sich wehren.» Auch Grünen-Fraktionschef
Fritz Kuhn verwendete den Begriff. Der Kampf gegen Steuerhinterziehung
und das Trockenlegen von Steueroasen müsse die Hauptaufgabe der
deutschen Politik werden, sagte er.
Merkel versuchte bei ihrem Treffen mit Hasler die Wogen zu
glätten. Sie unterstützte die Pläne zur Einbindung
Liechtensteins in den Schengenraum. Eine entsprechende Vereinbarung
soll in der kommenden Woche von den Innenministern unterzeichnet, muss
aber von den Mitgliedstaaten noch ratifiziert werden. Die Kanzlerin
wies darauf hin, dass in den parlamentarischen Erörterungen in
Deutschland die Probleme mit Liechtenstein zur Sprache kommen
könnten. Mehrere Politiker aus Koalition und Opposition haben
bereits gefordert, über die Schengen-Frage Druck auf das
Fürstentum auszuüben.
Merkel forderte Liechtenstein zur Rechtshilfe in der Steueraffäre
auf und mahnte Änderungen beim liechtensteinischen Stiftungsrecht
an. Sie regte an, eine Vereinbarung zwischen den USA und Liechtenstein
zum Vorbild für die EU zu nehmen. Danach könnte durch eine
Besteuerung von Stiftungen mehr Transparenz geschaffen werden.
Hasler wies darauf hin, dass das liechtensteinische Parlament derzeit
an einer Reform des Stiftungsrechts arbeite. Er betonte aber auch, dass
es sich um ein 80 Jahre altes Institut handelt. Vor diesem Hintergrund
sei es nicht legitim, «das Stiftungsrecht mit Steuerhinterziehung
gleichzusetzen».
(Quelle: ap)
Hessen: SPD schließt Ypsilanti-Wahl mit Linken-Stimmen nicht aus
Do.21.02.08 - Kurz vor der Wahl in Hamburg schließt die SPD die Kür ihrer
hessischen Vorsitzenden Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin
mit Hilfe der Linkspartei nicht mehr aus.
Die hessische SPD vermied es am Mittwoch, entsprechende Medienberichte
zu dementieren. Danach will Ypsilanti nach ihrer Wahl im April zwar
keine Koalition mit den Linken bilden, aber eine Minderheitsregierung.
Damit wolle sie der SPD eine bessere Ausgangslage für baldige
Neuwahlen verschaffen, hieß es in der "Neuen Presse" aus Hannover
und im "Kölner Stadt-Anzeiger".
Für die Bundespartei schloss SPD-Generalsekretär Hubertus
Heil neben einer Koalition auch eine "Zusammenarbeit" mit der Linken
aus. Er sagte allerdings nichts über die Frage der
Ministerpräsidentenwahl. Mehreren Zeitungsberichten zufolge
stimmte Parteichef Kurt Beck den Plänen Ypsilantis in einer
internen Runde zu.
Der hessische Landtag kommt am 5. April zur Konstituierung und zur Wahl
eines Ministerpräsidenten zusammen. Regierungschef Roland Koch
(CDU) bleibt geschäftsführend im Amt, wenn kein Nachfolger
gewählt wird. Die CDU verfügt nach schweren Verlusten auch
mit der FDP über keine Mehrheit, beansprucht als weiterhin
stärkste Partei aber die Regierungsbildung. Dies tut auch die SPD,
die mit den Grünen ebenfalls keine Mehrheit hat. Ypsilanti hat
eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei bisher abgelehnt, die nach
eigenen Angaben bereit wäre, sie zu wählen.
Vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg war in der blockierten Lage
in Hessen keine Bewegung erwartet worden, da auch in der Hansestadt die
Linke eine Schlüsselrolle bei der Koalitionsfrage spielen
könnte. Umfragen zufolge droht in Hamburg eine ähnliche
Situation wie in Hessen mit der Linkspartei als Zünglein an der
Waage. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstagausgabe) zufolge
nahm der Hamburger SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann am Montagabend
an der internen Runde teil, bei der Parteichef Beck Rückendeckung
für Ypsilantis Pläne gegeben haben soll.
Die CDU warf der SPD in Hessen Wortbruch vor. "Die SPD lässt die
Maske fallen, sie will um jeden Preis an die Macht", sagte der
baden-württembergische Ministerpräsident Günther
Oettinger. "Der Wortbruch und eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit
werden gezielt vorbereitet", erklärte der Generalsekretär der
Hessen-CDU, Michael Boddenberg. Der Hamburger CDU-Landeschef Michael
Freytag warnte vor einem Geheimplan der SPD, auch in Hamburg notfalls
eine "Linksfront-Regierung" zu schmieden. FDP-Chef Guido Westerwelle
verlangte von der SPD Klarheit. "Ich fordere die SPD auf, noch vor der
Hamburg-Wahl verbindlich und öffentlich jede Zusammenarbeit mit
der Linkspartei in Hessen auszuschließen", sagte er der
"Bild"-Zeitung laut Vorabbericht.
Die "Neue Presse" berichtete unter Berufung auf Berliner SPD-Kreise,
Ypsilanti werde sich zur Wahl als Regierungschefin stellen, die geheim
stattfindet. So will die SPD ihren Anspruch auf die Regierungsbildung
betonen. Wenn die Linkspartei für Ypsilanti stimmt, wäre sie
neue Ministerpräsidentin und würde der SPD damit einen Erfolg
verschaffen, auch für die weitere Regierungsbildung. Die hessische
SPD sprach von "Spekulationen".
Doch zielt die SPD nicht auf die Bildung einer Regierung unter
Ypsilanti mit Hilfe der Linkspartei. Generalsekretär Hubertus Heil
wandte sich bei "Spiegel Online" auch gegen die Duldung einer
Minderheitsregierung durch die Linke. Heil bekräftigte das Ziel
einer stabilen Mehrheit, zu der die Linke nicht in der Lage sei.
Eine Wahl Ypsilantis ohne Bildung einer Regierung wäre nach dieser
Lesart ein taktischer Schritt, um die FDP doch zu einer "Ampel" mit SPD
und Grünen zu bewegen oder der SPD bessere Chancen bei Neuwahlen
zu geben, die sie nach vier bis fünf Monaten erreichen könnte.
(Quelle: rtr)
Wissenschaft
Intelligentes Sicherheitssystem gegen Computer-Schädlinge
entwickelt
Do.21.02.08 - Ein intelligentes und selbstlernendes Sicherheitssystem gegen
Computer-Schädlinge haben jetzt Forscher des Fraunhofer-Instituts
im Rahmen des Projekts "ReMIND" entwickelt.
Das "Intrusion Detection System" (IDS) soll externe Eindringlinge
sofort und ohne Vorkenntnisse entlarven können. Es überwacht
die Datenströme des Rechners und des Internet-Anschlusses mit
speziellen mathematischen Mitteln, um Anomalien auf die Schliche zu
kommen. Damit soll das System den Anti-Virenprogrammen gegenüber im
Vorteil sein. Denn gängige Schutz-Software kann neue
Computer-Schädlinge erst dann identifizieren, wenn ihr zuvor aus
einer Datensammlung über sogenannte "Malware" die individuelle
Signatur des Wurms, Virus oder Trojaners gemeldet worden ist. Solche
Signaturen muss das IDS hingegen nicht kennen. Auf der CeBIT (4. bis 9.
März) stellen die Forscher ihre Erfindung vor.
(Quelle: gp)
Klimaerwärmung - Fast ganzjähriger Pollenflug belastet
Allergiker
Do.21.02.08 - Menschen mit Heuschnupfen müssen sich inzwischen auf einen fast
ganzjährigen Pollenflug einstellen. Der Pollenflug beginnt
inzwischen früher und dauert länger, wie der Leiter der
Ambulanz am Allergie-Centrum der Berliner Charité, Karl-Christian
Bergmann, erklärte. Für die rund zwölf Millionen
Betroffenen in Deutschland wurde daher nun ein neuer Pollenflugkalender
erstellt, der die Belastung in vier Regionen unterteilt. Dafür
wurden laut Bergmann alle Pollenflugdaten der vergangenen sieben Jahre
ausgewertet.
Eine Ursache für die längere Pollenflugperiode sei wohl die
Erderwärmung, fügte der Wissenschaftler hinzu. Die Pollen von
Brennnessel und Gräsern sind demnach nicht mehr nur bis Oktober in
der Luft, sondern bis November. Im Dezember sind schon die ersten
Haselnuss- und Erlenpollen in der Luft. Wegen der zunehmend milderen
Herbst- und Winterzeiten verschiebe sich der Blühbeginn vom
Pflanzen insgesamt nach vorn. Für Heuschnupfenpatienten gebe es
daher kaum noch eine Zeit ohne Beschwerden.
(Quelle: afp)
Klimawandel läßt Alpengletscher um zwei Drittel schrumpfen
Do.21.02.08 - Der Klimawandel hat die Gletscher der europäischen Alpen um etwa
zwei Drittel ihres ursprünglichen Umfangs schmelzen lassen. Diese
Entwicklung setze sich beschleunigt fort, heißt es in dem zu
Beginn des globalen Umweltforums in Monaco vorgelegten Jahresbericht
des UN-Umweltprogramms (UNEP) weiter. Demnach schrumpften die
Alpengletscher zwischen 1850 und 1975 um etwa die Hälfte, zwischen
1975 und 2000 nochmals um etwa ein Viertel ihrer noch verbliebenen
Ausdehnung und zwischen 2000 und 2005 abermals um zehn bis 15 Prozent.
Dem Bericht zufolge ist die Umwelt durch die Klimaerwärmung
vielfach und zunehmend bedroht. Rückgang der Artenvielfalt,
Anstieg der Meeresspiegel, Versauerung der Ozeane und Zunahme von
Wirbelstürmen sind einige der Stichwörter.
Der Treibhauseffekt wirkte sich auch auf das Qinghai-Plateau in Tibet
aus, das 5,94 Millionen Hektar Gletscher und 5590 Kubikmeter Eis
umfasst. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrumpften
die Gletscher laut dem UNEP-Jahresbericht um sieben Prozent, zugleich
erhöhte sich der Wasserzufluss im Nordwesten Chinas um 5,5 Prozent.
An dem noch bis Freitag dauernden Umweltforum in Monaco nehmen rund
hundert Umweltminister, Entscheidungsträger, Experten und
Wissenschaftler teil. Hauptthema ist die Finanzierung von
Maßnahmen, mit denen den klimatischen Herausforderungen begegnet
werden soll. Prinz Albert II. von Monaco rief bei der Eröffnung
des Forums die beteiligten Staaten dazu auf, im Kampf gegen den
Treibhauseffekt für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu
sorgen.
(Quelle: afp)
Ur-Frosch war vier Kilo schwer
Do.21.02.08 - Forscher haben die Überreste eines kürbisgroßen
«Höllenfroschs» auf Madagaskar gefunden, der vor 70
Millionen Jahren gelebt hat. Der Ur-Frosch war bis zu 40 Zentimeter lang
- ohne Beine - und etwa vier Kilogramm schwer.
Sein Skelett und sein Schädel glichen denen heutiger
Hornfrösche, deren obere Augenlider wie zwei Hörner nach oben
gezogen sind. Die Wissenschaftler nannten ihren Fund daher
Höllenfrosch und gaben ihm den lateinischen Namen Beelzebufo
ampinga.
Da Verwandte von Beelzebufo bislang nur von Südamerika bekannt
seien, gebe der Fund neue Hinweise auf eine recht späte Verbindung
zwischen Madagaskar, Indien und Südamerika, berichtet das
Forscherteam in den «Proceedings» der US-Akademie der
Wissenschaften («PNAS», Bd. 105, S. 2951).
«Dieser Frosch, ein Verwandter der heutigen Hornfrösche,
könnte die Größe eines leicht gedrückten
Wasserballs mit kurzen Beinen und großem Maul gehabt haben»,
sagte Prof. Susan Evans vom University College London. Er habe
wahrscheinlich vor allem Insekten und Eidechsen gefressen, «aber
es ist nicht unmöglich, dass Beelzebufo auch mal frisch
geschlüpfte oder jugendliche Dinosaurier verspeiste».
Für die Erdgeschichte ist der Fund wichtig, da Hornfrösche
ursprünglich nur aus Südamerika bekannt waren. Auf Madagaskar
lebt derzeit kein Tier aus der Familie der Hornfrösche, aber viele
andere, nur auf diesem Inselstaat vorkommende Froscharten. Der Fund gibt
nach Ansicht der Forscher einen Hinweis darauf, dass Madagaskar, Indien
und Südamerika noch bis vor 70 Millionen Jahren, der Zeit der
späten Dinosaurier, irgendeine Verbindung gehabt haben
könnten. Es könne aber auch sein, dass sich bestimmte
Frösche früher als bislang gedacht ausgebreitet haben.
(Quelle: dpa)
Hasen entwickelten sich früher als gedacht
Do.21.02.08 - Die Familie der Hasen ist älter als bisher angenommen: In Indien
fanden Paläontologen Fußknochen von Hasenartigen, die mit
ihren geschätzten 53 Millionen Jahren 5 bis 7 Millionen Jahre
älter sind als alle bisher ausgegrabenen Hasenknochen. Die
Fundstücke konnten durch einige typische Merkmale identifiziert
werden, berichten Kenneth Rose von der Johns-Hopkins-Universität in
Baltimore und seine Kollegen im Fachmagazin «Proceedings B»
der Royal Society in London (DOI: 10.1098/rspb.2007.1661).
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Der Ort der Entstehung vieler Säugetierarten - wie der Primaten,
Paarhufer oder Unpaarhufer - ist schwierig zu bestimmen, da
Paläontologen Fossilien der Ahnen dieser Tiere in sehr vielen
Gebieten gefunden haben. Da die ältesten fossilen Hasenartigen,
wissenschaftlich Lagomorpha genannt, aber ausschließlich aus Asien
stammen, gilt der Ursprungsort dieser Ordnung als relativ eindeutig.
Aus Unterschieden im Knochenbau schlossen Wissenschaftler
außerdem, dass die Hasenartigen sich etwa zur Zeit des
Zusammenpralls von Indien mit dem asiatischen Kontinent in die bis heute
bestehenden Familien der Hasen und Pfeifhasen aufspalteten.
Die nun von Rose und seinen Kollegen in einer Braunkohlemine entdeckten
Fußknochen sind aber deutlich älter und zeigen trotzdem schon
typische Merkmale beider Familien: Hasen haben gemeinhin grazilere
Knochen als Pfeifhasen und einen kleineren Kanal in ihrem Sprungbein.
Dieser Kanal dient wahrscheinlich der Blutversorgung des
äußeren Fußes und ist nur bei Hasenartigen zu finden.
Er ist bei Roses Funden sehr schmal, wie bei Hasen, doch die robustere
Form anderer Knochenabschnitte erinnerte die Forscher eher an die
Knochen der Pfeifhasen. Die Wissenschaftler glauben deshalb, dass es
innerhalb der Ordnung der Hasenartigen schon viel früher und
geographisch südlicher zu einer Aufspaltung kam als bisher gedacht.
(Quelle: ddp)