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Aktuelle Nachrichten
Irak am 1434sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Türkische Soldaten töten mehr als 40 kurdische Rebellen.
Irakische Regierung fordert Abzug türkischer Truppen aus dem
Norden. Pentagon: Bis Juli nur noch 140.000 US-Soldaten im Irak. Erneut
Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger. Vier mutmaßliche
Führer von Al Kaida im Irak festgenommen
Di.26.02.08 - Die türkischen Streitkräfte haben bei Gefechten im Nordirak
am Montag mehr als kurdische 40 Rebellen getötet. Die
Streitkräfte erklärten auf ihrer Website, zwei weitere
Soldaten seien am Sonntagabend ums Leben gekommen. Damit wurden seit
dem Einmarsch der Türkei im Nordirak am Donnerstag 17 Soldaten und
153 Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK)
getötet. Die Rebellen bestritten die Angaben.
PKK-Sprecher Havaw Ruaj erklärte, vier Kämpfer seien
getötet worden. Acht weitere hätten Verletzungen erlitten.
Die prokurdische Nachrichtenagentur Firat berichtete, 81 türkische
Soldaten seien ums Leben gekommen. Die Türkei könne nicht
gewinnen, wurde der PKK-Kommandeur Bahoz Erdal zitiert.
Die Soldaten griffen am Montag mutmaßliche Stellungen der
kurdischen Rebellen mit Artillerie an. Das Artilleriefeuer war bis in
die Grenzstadt Cukurca zu hören. Kampfflugzeuge flogen
außerdem innerhalb von 24 Stunden Angriffe auf 30 PKK-Ziele, wie
es auf der Website weiter hieß. Bodentruppen hätten einer
Gruppe Rebellen, die auf der Flucht gewesen sei, schwere Verluste
zugefügt.
In Ankara kamen unterdessen tausende Menschen zusammen, um Abschied von
drei getöteten Soldaten zu nehmen. Unter den Todesopfern waren
zwei Piloten, die beim Absturz ihres Hubschraubers im Irak ums Leben
gekommen waren. Die Streitkräfte haben erklärt, der Grund
für den Absturz sei noch nicht bekannt. Die PKK gab dagegen an,
sie habe einen Hubschrauber abgeschossen.
Die Regierung in Bagdad hat unterdessen einen Abzug der Truppen von
ihrem Hoheitsgebiet gefordert: Die gegen kurdische Rebellen
kämpfenden Soldaten müssten den Irak "so schnell wie
möglich" verlassen, erklärte die politische Führung in
Bagdad am Sonntag. Die irakische Regierung betrachte "die einseitige
türkische Militäraktion ... als eine Gefahr für die
Stabilität der Region und als Verletzung der irakischen
Souveränität". Sie forderte die Türkei zu
Gesprächen über die Beilegung des Konflikts auf. Die
türkische Regierung kündigte daraufhin die Entsendung eines
Sonderbeauftragten nach Bagdad für Mittwoch an.
Die türkischen Truppen waren am Donnerstag in den Nordirak
einmarschiert und führen seitdem eine Boden- und Luftoffensive
gegen die kurdische Untergrundorganisation,.
Nach dem geplanten Abzug von fünf Kampfbrigaden soll sich die Zahl
der US-Soldaten im Irak nach Planungen des Pentagon bis Sommer auf etwa
140.000 einpendeln. Diese Zahl werde im Juli erreicht und solle je nach
Lage weiter gesenkt werden, kündigte US-General Carter Ham in
Washington an. Damit werde die Truppenstärke weiter über dem
Wert liegen, den sie vor der Anfang 2007 begonnenen Truppenaufstockung
hatte. Bis dahin waren gut 132.000 US-Soldaten im Irak stationiert.
Wegen der wachsenden Gewalt im Land wurde die Truppenstärke dann
auf Anweisung von US-Präsident George W. Bush befristet auf etwa
170.000 erhöht. Mitte Februar 2008 waren noch etwa 158.000
US-Soldaten im Irak.
Angaben zu weiteren Truppenreduzierungen wollte Ham zunächst nicht
machen. Dies wäre "voreilig", sagte er. "Es gibt aber die klare
Erwartung, dass weitere Reduzierungen erfolgen werden." Die Zahl der im
Irak stationierten US-Truppen gibt in den USA immer wieder Anlass zu
heftigem innenpolitischem Streit. Die Demokraten hatten Bushs Plan zur
Truppenaufstockung abgelehnt und fordern einen schrittweisen Abzug der
US-Soldaten aus dem Irak. Die Republikaner hingegen unterstützten
Bushs Plan mehrheitlich und werten ihn inzwischen als Erfolg.
Schon wieder sind schiitische Pilger im Irak Opfer eines tödlichen
Sprengstoffanschlags geworden. Bei der Explosion einer Bombe am
Straßenrand in der Nähe von Bagdad wurden am Montag nach
Polizeiangaben vier Pilger getötet und 15 weitere verwundet.
Unterdessen stieg die Zahl der getöteten Pilger, die Opfer eines
Selbstmordanschlag am Tag zuvor wurden, auf 56. In Samarra sprengte
sich ein Selbstmordattentäter in einem Rollstuhl in die Luft und
tötete einen Offizier.
Die Pilger waren unterwegs nach Kerbela. In der den Schiiten heiligen
Stadt werden am Mittwoch, zum Höhepunkt der religiösen Feiern
zu Ehren von Imam Hussein, mehrere Millionen Menschen erwartet. Im
Osten Bagdads wurden ebenfalls Pilger das Ziel eines Anschlags. Drei
Zivilpersonen wurden verletzt, als der Sprengsatz an der Straßen
detonierte. Eine zweite Bombe rund 70 Meter entfernt explodierte wenige
Minuten später und verletzte einen Verkehrspolizisten.
Augenzeugen in Samarra sagten, der Selbstmordattentäter sei
offenbar tatsächlich behindert gewesen. Er gelangte den Angaben
zufolge in einen Kontrollraum der Sicherheitskräfte und
erklärte, er wolle den Kommandeur um Hilfe bitten. Der
Attentäter zündete dann seinen Sprengsatz und tötete den
stellvertretenden Kommandeur.
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in Bagdad vier
mutmaßliche Führungsmitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida
im Irak gefangengenommen. Sie sollen in eine Reihe von Anschlägen
der jüngsten Zeit in der Umgebung von Bagdad verwickelt sein.
«Die Gefangennahme dieser vier Terroristen wird erhebliche
Auswirkungen auf die terroristischen Elemente in Bagdad haben»,
sagte US-Brigadegeneral Mike Milano, der stellvertretende
kommandierende General in Bagdad, am Montag. Die vier wurden den
Angaben zufolge am Sonntag festgenommen.
boa (Quellen: rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 26.02.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertzweiundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Nahost-Konflikt:
Weiter keine Einigung Streit um Präsidentenwahl
im Libanon - Zehntausende Palästinenser bilden Menschenkette gegen
Abriegelung des Gazastreifens - Drei Hamas-Mitglieder sterben bei
israelischen Angriffen in Gaza
Di.26.02.08 - Im Streit zwischen den rivalisierenden Parteien im Libanon um die Wahl
eines Präsidenten zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Ein
neuer Vermittlungsversuch des Generalsekretärs der Arabischen
Liga, Amr Mussa, endete am Montag wieder erfolglos. Damit dürfte
wohl auch ein für (den morgigen) Dienstag angesetzter neuer Anlauf
im Parlament zur Wahl eines neuen Staatsoberhauptes verschoben werden.
Es wäre die 15. derartige Verzögerung.
Ursprünglich sollten die Abgeordneten schon im September einen
Nachfolger für Präsident Emile Lahoud zu wählen. Dessen
Amtszeit endete am 24. November, seitdem hat das Land kein
Staatsoberhaupt mehr. Die Wahl eines neuen Präsidenten scheiterte
bislang an unüberbrückbaren Differenzen zwischen dem
prowestlichen Regierungslager und der prosyrischen Opposition im
Parlament über die Zusammensetzung eines neuen Kabinetts.
In dieser Frage erzielte Mussa auch bei seinen jüngsten
zweitägigen Gesprächen keine Einigung, wie er vor
Journalisten
Aus Protest gegen die Abriegelung des Gazastreifens haben zehntausende
palästinensische Schulkinder eine kilometerlange Menschenkette
gebildet. Die Kinder und vereinzelt auch Erwachsene reihten sich auf
einer Strecke von fast 40 Kilometern zwischen Beit Hanun im Norden und
Rafah im Süden auf. Die Demonstranten trugen Transparente mit
Aufschriften wie "Die Welt hat den Gazastreifen zum Tode verurteilt"
oder "Die Belagerung des Gazastreifens macht uns nur stärker".
Israel hatte mit der Blockade des Gazastreifens auf den anhaltenden
Beschuss seines Gebiets mit Raketen aus dem Gazastreifen reagiert.
Zu der Protestveranstaltung aufgerufen hatte die Organisation
Volkskomitee gegen die Belagerung des Gazastreifens. Sie wird von dem
palästinensischen Abgeordneten Dschamal El Chudari geleitet, der
der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas nahesteht.
Israelische Sicherheitskräfte wurden in Alarmbereitschaft
versetzt, um gegen mögliche Ausschreitungen von Bewohnern des
Gazastreifens an der Grenze zu Israel vorzugehen. Eine bedeutende Zahl
an Polizisten und Soldaten sei im Einsatz, sagte Polizeisprecher Miki
Rosenfeld. Israels Vize-Verteidigungsminister Mathan Vilnai warnte vor
Gewalt. "Die Hamas muss verstehen, dass es Grenzen gibt, die nicht
überschritten werden dürfen", sagte er im staatlichen
Rundfunk. Um sein Gebiet vor feindlichen Eindringlingen zu
schützen, werde Israel alle "notwendigen Mittel" ergreifen.
Bei zwei israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen sind drei
Mitglieder der radikal-islamischen Hamas- Organisation am Sonntag
getötet worden. Nach israelischen Medienangaben wurden vier
Menschen verletzt. Die israelischen Streitkräfte bestätigten
die Angriffe. Im nördlichen Gazastreifen seien ein Hamas-Extremist
getötet und zwei andere verletzt worden. Stunden zuvor seien im
Süden des Gazastreifens zwei Extremisten bei einem Luftangriff ums
Leben gekommen und zwei weitere verletzt worden.
boa (Quellen: ap, afp, dpa)
General und sieben weitere Personen bei Anschlag in Pakistan
getötet
Di.26.02.08 - Bei einem Selbstmordanschlag sind am Montag in Pakistan ein General und
sieben weitere Personen getötet worden. Der Anschlag traf das Auto
des Generals auf einer vielbefahrenen Straße nahe der Hauptstadt
Islamabad, wie das Militär mitteilte. Der General ist vermutlich
der ranghöchste Offizier, der bei einem Anschlag ums Leben kam,
seit Präsident Pervez Musharraf sich nach den Anschlägen vom
11. September 2001 auf die Seite der USA stellte. Außer ihm
starben sein Fahrer, ein Leibwächter und fünf Zivilpersonen.
Ein Sprecher von Präsident Musharraf wies unterdessen
Äußerungen aus Kreisen des US-Senats zurück, wonach ihm
ein «würdiger Abgang» von der Macht nahegelegt wurde.
Der Sprecher erklärte, Musharraf sei nicht von den Senatoren zum
Präsidenten gewählt worden, also müsse er auf deren
Äußerungen auch nicht reagieren. Der Vorsitzende des
außenpolitischen Senatsausschusses, Joe Biden, hatte am Sonntag
gesagt, die neue Regierungskoalition solle Musharraf die
Möglichkeit geben, sich mit Würde zurückzuziehen. Biden
und vier weitere Senatoren waren mit Musharraf vergangene Woche nach
dem Sieg der Opposition bei der Parlamentswahl zusammengetroffen.
(Quelle: ap)
Sicherheitsrat verlängert UN-Mission in Osttimor
Di.26.02.08 - Der UN-Sicherheitsrat hat die jüngsten Anschläge auf
führende Politiker in Osttimor auf das Schärfste verurteilt.
Alle Parteien in dem Pazifikstaat wurden zu politischem Dialog und der
Einhaltung von Recht und Demokratie aufgefordert. Zugleich
verabschiedete der Sicherheitsrat am Montag in New York einstimmig eine
Resolution, die das Mandat der UN-Mission um ein Jahr bis Ende Februar
2009 verlängert. Die UN haben noch 33 Militärbeobachter,
1.500 Polizisten und 1.200 zivile Mitarbeiter in Osttimor.
Der Präsident und Friedensnobelpreisträger Ramos-Horta, der
sein Land 2002 in die Unabhängigkeit von Indonesien geführt
hatte, wurde bei dem Anschlag am 11. Februar von mehreren Kugeln
getroffen und wird derzeit in Australien behandelt. Regierungschef
Xanana Gusmao blieb unverletzt.
(Quelle: ap)
Nordkorea : New Yorker Philharmoniker zu Konzert in Pjöngjang
Di.26.02.08 - Die New Yorker Philharmoniker sind am Montag zu einem historischen
Besuch in Nordkorea eingetroffen. Für das Konzert am (heutigen)
Dienstag kam das kommunistische Regime dem Orchester für seine
Verhältnisse ungewöhnlich weit entgegen. Unter den insgesamt
fast 300 Mitgliedern der Delegation waren nicht nur die Musiker,
Mitarbeiter und auch etliche Journalisten, denen für 48 Stunden die
Einreise erlaubt wurde. Das Konzert wird live in Rundfunk und Fernsehen
übertragen.
Nordkorea habe alle Forderungen für den Auftritt erfüllt,
erklärte der Präsident des renommierten Orchesters, Zarin
Mehta, am Sonntag. «Unser Ziel ist es zu zeigen, dass wir keine
Ungetüme und Menschenfresser sind, und um deutlich zu machen, worum
es bei amerikanischer Kultur, Freundschaft und Zivilisation
geht», sagte Mehta der Nachrichtenagentur AP vor der Abreise in
Peking.
Ob Staatschef Kim Jong Il persönlich an dem Konzert teilnimmt, war
noch unklar. Neben der Aufführung werden die Musiker auch noch
für einige Stunden Studenten unterrichten und mit Kollegen des
nordkoreanischen Staatsorchesters Kammermusik spielen. Mehta war zur
Vorbereitung des Besuchs zwei Mal zu Gesprächen in das verarmte
kommunistische Land gereist.
(Quelle: ap)
EU bietet Kubas neuem Staatschef mehr Zusammenarbeit an
Di.26.02.08 - Nach der Wahl von Raúl Castro zum neuen kubanischen Staatschef
hat die EU-Kommission dem Karibikstaat eine vertiefte Zusammenarbeit in
Aussicht gestellt. Die Europäische Union sei zu einem
"konstruktiven politischen Dialog" mit dem jüngeren Bruder von
Fidel Castro bereit, erklärte EU-Entwicklungshilfekommissar Louis
Michel in Brüssel. Die US-Regierung äußerte die
Hoffnung auf einen Wandel in Kuba. Raúl Castro hatte nach seiner
Wahl am Sonntag angekündigt, seinen Bruder weiter in wichtige
Entscheidungen einzubinden. Zu seinem Nachfolger im Amt des
Verteidigungsministers bestimmte der neue Präsident Julio Casas
Regueiro.
Die EU strebe eine verstärkte Zusammenarbeit "in Bereichen des
gemeinsamen Interesses wie etwa Umwelt und Klimawandel" an, führte
Michel aus. Der EU-Entwicklungshilfekommissar reist am 6. und 7.
März nach Kuba. Die EU hatte 2003 Sanktionen gegen das Land
verhängt, sie 2005 jedoch ausgesetzt.
Der Verantwortliche der Lateinamerika-Abteilung im
US-Außenministerium, Tom Shannon, sah nach der Wahl von
Raúl Castro "Potential für einen Wandel" in Kuba. Ein
Umbruch müsse jedoch in dem Land selbst "geboren" werden, sagte er
in Washington. Ihr 1962 verhängtes umfassendes Wirtschaftsembargo
wollen die USA demnach jedoch erst aufheben, wenn der Übergang zur
Demokratie in Kuba erfolgt sei.
Raúl Castro wies Spekulationen über ein mögliches Ende
der Eiszeit zwischen den USA und Kuba zurück. "Ich habe die
beleidigenden und offen interventionistischen Erklärungen des
Imperiums (der USA) zur Kenntnis genommen", sagte er in Richtung
Washington. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte Kuba vor
der Wahl des neuen Staatsrats in der Nationalversammlung zu einem
demokratischen Wandel gedrängt.
Die kubanische Nationalversammlung hatte am Sonntag nach fast 50 Jahren
einen historischen Wechsel an der Staatsspitze besiegelt. Sie
wählte den 76-jährigen Raúl Castro zum
Staatsratsvorsitzenden und Präsidenten. Das Amt als
Verteidigungsminister, das Raúl Castro seit 1959 innehatte,
übergab dieser dem 72-jährigen Casas Regueiro. Dieser wirkte
bislang an den wirtschaftlichen Aktivitäten der Armee,
insbesondere im Tourismus, mit.
Raúl Castro hatte die Regierungsgeschäfte bereits im Sommer
2006 übernommen, als sich sein mittlerweile 81-jähriger
Bruder einer schwierigen Darmoperation unterzog. Dieser wird vorerst
Generalsekretär der Kommunistischen Partei Kubas bleiben.
(Quelle: afp)
Milliarden-Programm im Kampf gegen Armut in Brasilien
Di.26.02.08 - Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat am
Montag im Kampf gegen die Armut ein Milliarden-Programm zur
Verbesserung der Infrastruktur und zur Schaffung von
Arbeitsplätzen in den ärmsten Regionen Brasiliens
vorgestellt. Das Programm, das noch vom Parlament gebilligt werden
muss, sieht allein in diesem Jahr Ausgaben von umgerechnet 4,3
Milliarden Euro vor. Rund 24 Millionen Menschen, darunter etwa eine
Million Kleinbauern, sollen davon profitieren. Der Präsident
nannte sein Programm «den zweiten Schritt zur Beseitigung der
Armut» nach seiner Initiative zur Förderung der
Schulausbildung von Kindern armer Familien aus dem Jahr 2003. Bis heute
profitieren von diesem Programm mehr als elf Millionen arme Familien.
(Quelle: ap)
Argentinien und Brasilien kündigen gemeinsames Atomkraftwerk an
Di.26.02.08 - Argentinien und Brasilien haben den Bau eines gemeinsamen
Atomkraftwerks angekündigt. Die beiden Präsidenten Cristina
Kirchner und Luiz Inácio Lula da Silva gaben am Freitag
(Ortszeit) nach einem Treffen in Buenos Aires die Einrichtung einer
Planungskommission zum Bau eines zweistaatlichen Atomreaktors bekannt.
Zudem wurde die Errichtung einer gemeinsamen Uran-Anreicherungsfabrik
vereinbart.
In Südamerika setzen nur Brasilien und Argentinien auf die
Atomenergie. Brasilien betreibt das AKW Angra 1 mit einer Leistung von
626 Megawatt. Angra 2 ist mit einer Leistung von 1.275 Megawatt seit dem
Jahr 2000 am Netz. In Buenos Aires hat sich die Regierung ebenfalls
für die weitere Nutzung der Atomkraft ausgesprochen.
Argentinien betreibt zurzeit zwei Atomkraftwerke: das Werk Atucha 1
(rund 360 Megawatt) in der Provinz Buenos Aires und Embalse (600 MW) in
der Provinz Córdoba. Atucha 1, 1974 als erstes Atomkraftwerk auf
der Südhalbkugel errichtet, wurde von der Siemens-Tocher KWU gebaut.
(Quelle: epd)
USA signalisieren Bereitschaft zu bindenden Klimazielen
Di.26.02.08 - Die USA haben grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, sich auf
bindende Klimaschutzvorgaben zu verpflichten. Allerdings müssten
die Klimaziele Teil einer "globalen Vereinbarung" sein, bei der alle
großen Volkswirtschaften und damit auch die Schwellenländer
dieselben Verpflichtungen eingingen, sagte US-Regierungsberater Daniel
Price in Paris. Diese Vereinbarung könne "in Verbindung" mit dem
G-8-Gipfel verkündet werden, der im Juli in Japan stattfindet. Ein
konkretes Datum nannte Price nicht. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas
reiste zu Gesprächen über Klimaschutzvorgaben nach Washington.
"Wir würden gern eine Übereinkünft über ein
langfristiges globales Reduktionziel erreichen", sagte Price.
Nachdrücklich forderte er die Entwicklungs- und
Schwellenländer zur Beteiligung auf: Alle wichtigen
Volkswirtschaften müssten mitziehen, "Industriestaaten genauso wie
Entwicklungsländer". Die USA hatten die Ratifizierung des
Klimaschutzabkommens von Kyoto mit der Begründung verweigert, dass
sich nur die Industrienationen, nicht aber die Entwicklungsländer
zur Senkung ihres Ausstoßes an klimaschädlichem Kohlendioxid
(CO2) verpflichteten.
Kritiker der US-Position sind dagegen der Auffassung, dass es unfair
und unrealistisch ist, Staaten wie China und Indien auf verbindliche
Klimaziele verpflichten zu wollen. Stephan Singer, Klima-Experte bei
der Umweltschutzorganisation WWF, betonte, der Pro-Kopf-Ausstoß
an Klimagasen in China liege weit unter dem in den USA - wo er so hoch
ist wie nirgends sonst - oder in Europa. Es lasse sich China oder
Indien daher nicht vermitteln, warum sie sich auf Klimavorgaben
einlassen sollten, während die USA in den vergangenen acht Jahren
überhaupt nichts getan hätten.
Price, der vom Vorsitzenden des Umweltrates im Weißen Haus, James
Connaughton, begleitet wurde, bereitete in Paris eine für Mitte
April geplante Konferenz der führenden Volkswirtschaften vor: Zu
diesen Ländern gehören neben den USA die übrigen
Mitgliedstaaten der G-8, die EU sowie wichtige Schwellenländer.
Gemeinsam sind diese Staaten für rund 80 Prozent des
C02-Ausstoßes weltweit verantwortlich.
Price kritisierte, die Klimaschutzanstrengungen seines Landes
würden im Ausland stets als Konkurrenz zu den UN-Maßnahmen
im Kampf gegen die Erderwärmung gesehen - das empfinde er als
"frustrierend". Die Bemühungen Washingtons, gemeinsam mit anderen
führenden Volkswirtschaften etwas gegen den Klimawandel zu tun,
müssten vielmehr als Ergänzung der Verhandlungen auf UN-Ebene
gesehen werden.
(Quelle: afp)
UN-Hilfsprogramme wegen hoher Lebensmittelpreise in Gefahr
Di.26.02.08 - Wegen der deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise droht eine
Einschränkung der Hilfsprogramme des
UN-Welternährungsprogramms. Wenn die Geberländer nicht mehr
Geld zur Verfügung stellten, müsse das Hilfsprogramm die
ausgegebenen Lebensmittelrationen oder gar die Zahl der
Hilfsempfänger verringern, sagte WFP-Direktorin Josette Sheeran
der Zeitung "Financial Times". "Unsere Fähigkeit, Menschen zu
erreichen, schwindet, während der Bedarf steigt", warnte sie. Nach
UN-Angaben sind die Lebensmittelpreise im vergangenen Jahr weltweit um
40 Prozent gestiegen. Dazu trugen eine steigende Nachfrage, hohe
Ölpreise sowie die globale Erwärmung bei.
Der Hunger in der Welt habe sich gewandelt, sagte Sheeran weiter. Das
Problem, dass Menschen durch die hohen Preise aus dem Lebensmittelmarkt
ausgeschlossen würden, betreffe heute sehr viele Länder,
darunter Mexiko, Indonesien oder den Jemen.
(Quelle: afp)
Streit zu Beginn der Kopftuchfreiheit in Türkei
Di.26.02.08 - Trotz der Freigabe des islamischen Kopftuches für Studentinnen in
der Türkei herrscht nach Inkrafttreten der Reform weiter Streit und
Verwirrung über die Anwendung der Neuerung. In der
Hochschulrektorenkonferenz revoltierten einige Mitglieder offen gegen
den Präsidenten, wie Fernsehsender berichten. Neun Mitglieder der
Rektorenkonferenz erklärten, Studentinnen mit Kopftuch dürften
trotz der Verfassungsänderung nicht in die Hörsäle
gelassen werden.
Der Präsident der Rektorenkonferenz, Yusuf Ziya Özcan, hatte
nach Inkrafttreten der Verfassungsänderung am Samstag erklärt,
das Kopftuch sei nun freigegeben. Einige Hochschulen wie die
Universität Istanbul wollen nach wie vor keine Studentinnen mit
der islamischen Kopfbedeckung einlassen.
Die türkische Hochschulrektorenkonferenz ist eine Hochburg der
Kemalisten, die sich auf Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk
berufen und das Kopftuch als Symbol des politischen Islam betrachten. An
diesem Mittwoch will die kemalistische Oppositionspartei CHP wie
angekündigt Verfassungsklage gegen die Kopftuchfreigabe einlegen,
die am Freitag von Staatspräsident Abdullah Gül in Kraft
gesetzt worden war.
Hinter dem Kopftuchstreit steht ein sozialer Konflikt zwischen den
traditionellen kemalistischen Eliten in Bildungswesen, Bürokratie,
Armee und Justiz auf der einen Seite und einem aufstrebenden
fromm-konservativen Mittelstand auf der anderen Seite.
(Quelle: afp)
Hoffnung auf rasche Wiedervereinigung Zyperns
Di.26.02.08 - Nach dem Sieg des Exkommunisten Demetris Christofias bei der zyprischen
Präsidentenwahl glaubt der Führer der türkischen Zyprer
an eine rasche Wiedervereinigung mit dem griechischen Teil der Insel.
«Es wäre keine Überraschung, wenn wir dieses Problem
bis Ende 2008 lösen», erklärte Ali Talat am Montag.
Christofias sagte, er hoffe auf ein rasches Treffen mit Talat. Die EU
und die USA sprachen sich für baldige Verhandlungen über ein
Ende der seit 1974 bestehenden Teilung aus.
Talat begrüßte den Wahlausgang und lobte den Sieger:
«Die griechischen Zyprer haben sich für den Wechsel
entschieden. Sie haben eine Person gewählt, die diesen Wechsel
herbeiführen kann.»
Christofias hat bereits mehrmals erklärt, er stehe für ein
Treffen mit Talat bereit. «Natürlich werden die UN wie
üblich darin eingebunden. Ich denke, wir werden bald ein erstes
Sondierungsgespräch arrangieren», sagte Christofias einen
Tag nach seinem Wahlsieg über den rechtskonservativen Kandidaten
Ioannis Kasoulides. Vor diesem Treffen mit Talat werde er aber zu
Besuchen nach Athen und Brüssel fliegen, sagte der Wahlsieger.
Der griechische Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis sagte am
Montag, Christofias' Sieg sorge für neuen Schwung in Zyperns
Bemühungen «zur Beendigung der türkischen
Besatzung» in einem für alle akzeptablen Rahmen.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte
in einem Gratulationsschreiben an Christofias: «Ihre Wahl
eröffnet die Chance, den Stillstand in der Zypern-Frage zu
überwinden.» Barroso sprach sich dafür aus,
unverzüglich Verhandlungen mit den türkischen Zyprern
aufzunehmen. Die US-Botschaft in Nikosia erklärte, in diesem Jahr
biete sich die Gelegenheit für «bedeutende
Fortschritte».
Zypern ist seit 1974 geteilt, der türkischsprachige Norden wird
nur von der Türkei als eigener Staat anerkannt. Christofias hatte
unmittelbar nach seinem Wahlsieg am Sonntag erklärt: «Ich
reiche dem türkisch-zyprischen Volk und seiner Führung eine
Hand der Freundschaft.»
(Quelle: ap)
19 Kosovo-Polizisten bei Zusammenstößen an
Grenzübergang verletzt
Di.26.02.08 - Bei Zusammenstößen mit aufgebrachten Serben an einem
Grenzübergang zum Kosovo sind 19 Kosovo-Polizisten verletzt
worden. Einer der Beamten wurde lebensgefährlich verletzt. Die
serbischen Demonstranten bewarfen die Polizisten mit Molotow-
Cocktails. Die Menge hatte sich am Grenzübergang Merdare
versammelt, um gegen die Unabhängigkeitserklärung der
ehemaligen serbischen Provinz zu protestieren. Die Europäische
Union und die NATO erklärten sich weiterhin für Ruhe und
Ordnung im ganzen Kosovo zuständig.
(Quelle: dpa)
19 Millionen Kinder in der EU unter Armutsgrenze
Di.26.02.08 - In der Europäischen Union wächst laut einem EU-Bericht jedes
fünfte Kind in Armut auf. Mittlerweile seien 19 Millionen Kinder in
den Ländern der Union arm, sagte EU-Sozialkommissar Vladimir
Spidla der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Diese Zahl sei
"alarmierend". Spidla bezieht sich dabei auf den neuen "Bericht
über soziale Sicherheit" der EU-Kommission, der in dieser Woche der
Öffentlichkeit vorgestellt wird.
(Quelle: epd)
Deutschland
Bundes-CDU gibt grünes Licht für Bündnis mit GAL in
Hamburg - Grünen-Spitze äußert sich zurückhaltend
Di.26.02.08 - Das Ergebnis bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat heftige
Diskussionen über eine mögliche erste schwarz-grüne
Koalition auf Landesebene entfacht. Bürgermeister Ole von Beust
(CDU), dessen Partei trotz Verlusts der absoluten Mehrheit am Sonntag
erneut stärkste Kraft wurde, kündigte Gespräche sowohl
mit der Grün-Alternativen Liste (GAL) als auch mit den
Sozialdemokraten an. Die Bundes-CDU stärkte von Beust den
Rücken für eine mögliche Zusammenarbeit mit den
Grünen. Diese äußerten sich jedoch skeptisch über
die inhaltliche Basis für eine Zusammenarbeit.
Dem vorläufigen amtlichen Teilergebnis zufolge erreichte die CDU
42,6 Prozent (2004: 47,2 Prozent) und kommt künftig auf 56
Abgeordnete. Die SPD konnte mit ihrem Spitzenkandidaten Michael Naumann
zulegen, landete jedoch mit 34,1 Prozent (30,5 Prozent) deutlich hinter
der CDU. Sie kommt damit auf 45 Sitze. Die Grün-Alternative Liste
(GAL) bekam demnach 9,6 Prozent (12,3 Prozent) der Stimmen und
zwölf Abgeordnetensitze. Auf Platz vier folgte die Linke mit 6,4
Prozent (PDS 2004: 0,4 Prozent) und acht Sitzen.
Die FDP erreichte 4,7 Prozent (2004: 2,8 Prozent) und verfehlte damit
knapp den Einzug ins Landesparlament. Sie konnte nun noch hoffen,
über die Wahlkreisstimmen in die Bürgerschaft einzuziehen.
Dies hätte aber keine entscheidenden Auswirkungen auf die
Kräfteverhältnisse im Landesparlament. Die Wahlbeteiligung
blieb mit 62,2 Prozent deutlich unter dem Wert von 2004 mit 68,7 Prozent.
Seitens der Bundes-CDU gab es Rückenwind für
Schwarz-Grün. "Wenn die politische Farbenlehre in Deutschland eine
neue Farbenkombination bekäme, wäre das in der Tat für
Hamburg interessant und auch für Deutschland", sagte
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Die Bundes-CDU steht nach den
Worten ihres stellvertretenden Vorsitzenden, Niedersachsens
Ministerpräsident Christian Wulff, geschlossen hinter einer
möglichen schwarz-grünen Koalition.
Die Grünen-Spitze äußerte sich indes
zurückhaltend: "Die inhaltliche Basis für eine Koalition der
GAL mit der CDU ist in zentralen politischen Bereichen nicht gegeben",
sagte Bundesvorsitzender Reinhard Bütikofer der "Neuen Presse".
Dies gelte unter anderem für die Bildungs- und Energiepolitik. Die
GAL-Spitzenkandidatin in Hamburg, Christa Goetsch, sprach von einer
"sehr, sehr schwierigen Frage".
(Quelle: afp)
SPD öffnet sich behutsam Zusammenarbeit mit Linken im Westen
Di.26.02.08 - Nach der Wahl in Hamburg öffnet sich die SPD allmählich einer
möglichen Zusammenarbeit mit den Linken in den alten
Bundesländern. SPD-Fraktionschef Peter Struck plädierte im
Deutschlandfunk dafür, diese Frage den dortigen
Landesverbänden zu überlassen. Im Bund komme eine
Zusammenarbeit nicht in Frage, weil die Politik beider Parteien "nicht
vereinbar" sei. Was den Westen angehe, "muss das jeder Landesverband
für sich alleine entscheiden". Es sei für die Zukunft von
einem Fünf-Parteien-Parlament auszugehen. Somit müsse sich die
SPD mit ihrer Haltung zu einer Zusammenarbeit mit Linken
auseinandersetzen.
Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte vor den
Beratungen der SPD-Spitzengremien in Berlin, es bringe nichts, weiter
ein Tabu aufrechtzuerhalten. "Man muss vor Ort schauen, ob man eine
gemeinsame Politik hinbekommen kann". Eine Tabuisierung der Linken in
den alten Ländern "nimmt Optionen weg", sagte Wowereit, der in
Berlin mit den Linken regiert. Auf Bundesebene sei die Linke aber nicht
regierungsfähig.
Die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti sagte vor Beginn
der Sitzung, es müsse normal sein, dass die Länder selbst
entscheiden. Am (heutigen) Dienstag und Mittwoch werde es Gespräche
geben. Die SPD werde wie verabredet auf die FDP zugehen. FDP-Chef Guido
Westerwelle müsse sich bewegen.
(Quelle: afp)
FDP ruft zu Jamaika-Koalition in Hessen auf
Di.26.02.08 - Nach den Wahlen in Hamburg hat FDP-Generalsekretär Dirk Niebel
für Hessen zu einem Dreierbündnis aus CDU, FDP und Grünen
aufgerufen. In Wiesbaden spreche alles für eine so genannte
Jamaika-Regierung, sagte Niebel n-tv. Wenn die Grünen mit der CDU
in Hamburg regieren wollten, müssten sie "schon genau
erklären, warum Jamaika in Hessen nicht gehen soll". Das
FDP-Ergebnis in Hamburg bezeichnete Niebel als bitter. Die Liberalen
hatten in der Hansestadt 4,7 Prozent erzielt und damit die Rückkehr
in die Bürgerschaft verpasst.
(Quelle: afp)
Union im Bundestag nur noch eine Stimme stärker als SPD
Di.26.02.08 - Der Vorsprung der Union als stärkste Kraft im Bundestag vor der
SPD ist auf eine Stimme zusammengeschrumpft.
Am Montag starb der baden-württembergische CDU-Abgeordnete
Johann-Henrich Krummacher, wie eine Sprecherin der
Unions-Bundestagsfraktion in Berlin bestätigte. Für ihn
rückt kein Nachfolger ins Parlament, weil die CDU im
Südwesten bei der Bundestagswahl 2005 Überhangmandate
errungen hat, die nicht nachbesetzt werden. Diese Mandate entstehen,
wenn eine Partei durch Direktwahl mehr Abgeordnete in den Bundestag
entsenden kann als nach ihrem Anteil an den Zweit-Stimmen.
Die Union war nach der Bundestagswahl im Herbst 2005 mit 226
Abgeordneten gestartet, stellt nach mehreren Abgängen und dem
Todesfall vom Montag nun aber nur noch 223 Abgeordnete. Die
Sozialdemokraten verfügen nach wie vor über 222
Parlamentarier.
(Quelle: rtr)
Tarifverhandlungen in der westdeutschen Textilindustrie
Di.26.02.08 - In den Tarifverhandlungen für die rund 105.000 Beschäftigten
der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie hat am Montag die
dritte Verhandlungsrunde begonnen. Die Arbeitgeber haben zuletzt 2,7
Prozent für 2008 und weitere 2,3 Prozent für 2009 angeboten.
Die IG Metall hat das Angebot als «völlig unzureichend»
abgelehnt und fordert 5,5 Prozent mehr Geld.
«Die Arbeitgeber müssen sich bewegen», sagte der
Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Michael Jung. Nur bei einem
verbesserten Angebot gebe es die Chance auf eine Einigung am
Verhandlungstisch. Die Friedenspflicht in der Branche endet am kommenden
Freitag. Danach wären in den Betrieben Warnstreiks möglich.
Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber soll der Tarifvertrag eine
Laufzeit von insgesamt 24 Monaten haben. Am 1. März sollen danach
die Löhne und Gehälter zunächst um 2,2 Prozent, am 1. Mai
2009 nochmals um 1,8 Prozent angehoben werden. Dazu gäbe es pro
Jahr eine Einmalzahlung von 0,5 Prozent eines Bruttolohns. Auf diese
Sonderzahlungen könnten allerdings Betriebe verzichten, die in
wirtschaftlicher Not sind.
«Was wir bieten, ist fair, ausgewogen und geht an die Grenze
dessen, was derzeit in unserer Branche machbar ist», sagte der
Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Brinkmann. Der
Textilbranche gehören nicht allein die klassische Textil- und
Modeindustrie, sondern auch Hersteller von Medizinprodukten sowie
Automobilzulieferer an.
(Quelle: ap)
GDL weist neuen Bahn-Entwurf für Grundlagentarifvertrag zurück
Di.26.02.08 - Die Lokführergewerkschaft hat einen neuen Entwurf der Bahn
für einen Grundlagentarifvertrag zurückgewiesen. Er sei nicht
akzeptabel, da er die Eigenständigkeit der Gewerkschaft weiter
infrage stelle, sagte ein GDL-Sprecher. Nun soll es ein
Sondierungsgespräch geben. Die Bahn verlangt die Einigung auf das
Regelwerk, bevor sie den bereits ausgehandelten
Lokführertarifvertrag unterschreiben will. Die GDL hat ein
Ultimatum bis zum 7. März gestellt, gibt es bis dahin keine
Einigung, drohen weitere Streiks.
(Quelle: dpa)
Siemens will sich in Telefonsparte von 7000 Mitarbeitern trennen
Di.26.02.08 - Der Siemens-Konzern will sich in seiner zum Verkauf stehenden
Telekommunikationssparte SEN von deutlich mehr Beschäftigten
trennen als zunächst bekannt. Insgesamt stehen weltweit rund 7000
Arbeitsplätze zur Disposition, hieß es in
Unternehmenskreisen. In Deutschland will Siemens rund 2000
Arbeitsplätze streichen, weitere 2000 im Ausland. Zusätzlich
sollen rund 3000 Jobs durch Partnerschaften oder Auslagerungen
wegfallen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.
(Quelle: dpa)