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Irak am 1438sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Türkische Armee beendet Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen im
Nordirak. Irakisches Staatspräsidium billigt Hinrichtung von Al
Madschid. Katholischer Erzbischof im Irak entführt
Sa.01.03.08 - Nach acht Tagen heftiger Kämpfe und insgesamt über 250 Toten
haben die türkischen Streitkräfte ihre Offensive gegen
kurdische Rebellen im Nordirak beendet. Die Ziele des Einsatzes seien
erreicht worden, teilten die Streitkräfte am Freitag mit:
«Die Einheiten sind in ihre Stützpunkte
zurückgekehrt.» Außenpolitischer Druck habe dabei
keine Rolle gespielt. US-Präsident George W. Bush und
Verteidigungsminister Robert Gates hatten die Regierung am Donnerstag
zur raschen Beendigung der Offensive aufgefordert.
Rund 200 Militärtransporter überquerten am Freitag nahe der
Stadt Cukurka die Grenze zurück in die Türkei. «Wir
begrüßen diesen Schritt», sagte der irakische
Außenminister Hoschjar Sebari der Nachrichtenagentur AP. Damit
erfüllten die türkischen Streitkräfte ihr Versprechen,
das Land nach Abschluss der Militäraktionen gegen kurdische
Rebellen wieder zu verlassen. Ein Sprecher der Kurdischen
Arbeiterpartei (PKK) bestätigte den Abzug.
Die Armeeführung zog eine positive Bilanz. Mit einer solchen
Militäroffensive könne nicht die ganze Terrororganisation
zerschlagen werden, aber es sei klargemacht worden, dass der Nordirak
kein Rückzugsgebiet für die Kämpfer der PKK sein
könne. Den Angaben zufolge seien 240 von 300 gesuchten Rebellen
getötet worden. Außerdem seien 27 türkische Soldaten
getötet worden. Nach kurdischen Informationen hingegen wurden 81
türkische Soldaten und nur fünf Rebellen getötet.
Der türkische Justizminister Mehmet Ali Sahin erklärte
Medienberichten zufolge, dass die Ermächtigung des Parlaments zu
grenzüberschreitenden Militäreinsätzen weiter bestehe
und notfalls auch wieder genutzt werden könnte. Die Türkei
betrachtet den Nordirak als Rückzugsgebiet der PKK-Kämpfer,
die sie als Terroristen bezeichnet. Auch die Europäische Union und
die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Der bewaffnete Kampf
der kurdischen Rebellen in der Türkei hat seit 1984 rund 40.000
Menschenleben gekostet.
US-Verteidigungsminister Gates hatte am Donnerstag bei einem Besuch in
Ankara deutliche Worte an die türkische Regierung gerichtet. Der
Kampf gegen die PKK könne nicht mit rein militärischen
Mitteln gewonnen werden. Die Türkei solle sich verstärkt um
die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der kurdischen Minderheit
kümmern. «Wirtschaftsprogramme und politische
Überzeugungsarbeit - das ist der einzige Weg, die Terroristen von
der Bevölkerung zu isolieren», sagte Gates. Auch ein Dialog
mit den kurdischen Gruppen im Nordirak sei nötig, nur damit
könne die PKK langfristig besiegt werden.
Die USA befanden sich dabei in einem Dilemma: Sowohl der Irak als auch
die Türkei sind enge US-Verbündete. Washington
unterstützte die Türkei bei ihrer Offensive mit
Geheimdienstinformationen, war jedoch gleichzeitig darauf bedacht, eine
Destabilisierung des vergleichsweise friedlichen Nordiraks zu vermeiden.
Das irakische Staatspräsidium hat am Freitag die Hinrichtung von
Ali Hassan al Madschid gebilligt, der wegen Völkermordes und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt wurde. Die
Entscheidung von Staatspräsident Dschalal Talabani und seinen
beiden Stellvertretern ist der letzte Schritt vor der Vollstreckung des
Urteils durch den Strang, was nun innerhalb von 30 Tagen erfolgen muss.
Al Madschid, genannt «Chemie-Ali», wurde im Juni
vergangenen Jahres zum Tode verurteilt. Der Cousin des bereits 2006
hingerichteten Expräsidenten Saddam Hussein wurde für schuldig
befunden, in den 80er Jahren den Einsatz von Chemiewaffen gegen Kurden
im Nordirak angeordnet zu haben. Dabei wurden 180.000 Menschen
getötet.
Zusammen mit Al Madschid wurden im vergangenen Jahr auch der ehemalige
Verteidigungsminister Sultan Haschim al Taie und der stellvertretende
Einsatzleiter der Streitkräfte, Hussein Raschid Mohammed, wegen der
gleichen Delikte zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung der Strafe in
diesen Fällen wurde vom Staatspräsidium noch nicht gebilligt,
wie ein Regierungsberater am Freitag mitteilte.
Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am Freitag den katholischen
Erzbischof der nordirakischen Stadt Mossul entführt. Die zwei
Leibwächter und der Fahrer von Paulos Faradsch Rahho wurden dabei
getötet. Papst Benedikt XVI. appellierte in Rom umgehend an die
«Vernunft und die Menschlichkeit» der Entführer und
forderte die Freilassung des chaldäisch-katholischen Bischofs.
Der Bischof kam gerade aus einer Kirche, in der er eine Messe gelesen
hatte, als ihn die Männer überwältigten, wie die
irakischen Behörden mitteilten. Dies lasse auf einen gezielten
Angriff auf den Bischof schließen, hieß es dazu im Vatikan.
Der 65-jährige Kirchenführer gehört zur
Chaldäisch-Katholischen Kirche, die den ostsyrischen Messritus
pflegt, den Papst jedoch als oberste Autorität anerkennt.
«Diese Entführung eines Mitgliedes des christlichen Klerus
wird unsere Angst und unsere Sorgen zur Situation der Christen im Irak
weiter anwachsen lassen», sagte Erzbischof Andreos Abuna, ein
enger Vertrauter des Oberhauptes der Chaldäer im Irak, Kardinal
Emmanuel Delly III.
Die Glaubensrichtung der Chaldäer ist die stärkste
Gruppierung unter rund einer Million Christen, die im Irak leben.
Tausende irakische Christen haben das Land seit der Invasion der
US-Truppen 2003 jedoch verlassen. Grund sind meist die Drohungen der
Islamisten, die sie als «Kreuzzügler» anfeinden, und
die Gefahr durch bewaffnete Banden.
boa (Quellen: afp, ap, rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 01.03.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertfünfundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.01.03.07 - US-Armee fliegt Luftangriffe im Norden von Bagdad +++ Mindestens zehn Tote
bei Anschlag in Bagdad +++ USA dementieren Tod von 18 Kindern bei Anschlag +++
Syrien leidet unter der Flut irakischer Flüchtlinge +++ USA nehmen an
einer vom Irak organisierten Konferenz unter Einbeziehung Irans und
Syriens teil...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0703010.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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NATO-Generalsekretär Scheffer kritisiert US-Äußerungen
zu Afghanistan - Einschätzung über kontrollierte Gebiete
'nicht die Analyse unserer Kommandeure' - Gegen Schuldzuweisungen in
der NATO
Sa.01.03.08 - NATO-Generalsekretär Jan de Hoop Scheffer hat amerikanische
Einschätzungen zur Lage in Afghanistan kritisiert. Die von
US-Geheimdienstdirektor Michael McConnell in dieser Woche gemachten
Angaben, die Regierung in Kabul kontrolliere nur 30 Prozent des
afghanischen Territoriums, entspreche «nicht der Analyse unserer
Kommandeure», sagte Hoop Scheffer am Freitag in Washington.
«Ich muss gestehen, dass ich von der Analyse (McConnells)
überrascht wurde», sagte der NATO-Generalsekretär
weiter. Nach einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush
erklärte er auf einer Veranstaltung des Brookings-Instituts
weiter, die USA sollten nicht weiter öffentlich europäische
Verbündete zu einer größeren Truppenpräsenz in
Afghanistan drängen. Er rügte die Kritik aus der US-Regierung
an einzelnen Bündnismitgliedern, sie würden sich in
Afghanistan nicht genügend engagieren. Er sei gegen gegenseitige
Schuldzuweisungen, sagte Hoop Scheffer. Er sagte aber auch: «Ganz
klar gibt es die Wahrnehmung, dass einige NATO-Mitglieder nicht ihr
Gewicht einbringen.»
US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte auf der Münchner
Sicherheitskonferenz einigen NATO-Verbündeten vorgeworfen, nur
zivile Aufgaben zu übernehmen und die anderen «kämpfen
und sterben» zu lassen. Allerdings lobte er ausdrücklich den
deutschen Einsatz im weniger umkämpften Norden Afghanistans als
«hervorragenden Job».
Hoop Scheffer sagte in Washington, noch schädlicher als
gegenseitige Schuldzuweisungen im Bündnis sei es, diese auch noch
öffentlich zu machen. Er denke aber auch, dass die Allianz mehr
Solidarität zeigen müsse und einige Länder ihre
Einschränkungen für den Einsatz ihrer Truppen in Afghanistan
aufheben sollten.
(Quelle: ap)
Demokratischer US-Präsidentschaftsbewerber Obama: Europäer
meiden 'Drecksarbeit' in Afghanistan
Sa.01.03.08 - Der führende demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack
Obama hat die Europäer in harschen Worten zu einem
größeren Engagement in Afghanistan aufgefordert.
In einem Seitenhieb auf Nato-Partner wie Deutschland, die ihren
Truppeneinsatz auf relativ ruhige Gebiete beschränkt haben, sagte
Obama am Donnerstag, es gehe nicht an, dass die USA und
Großbritannien die "Drecksarbeit" erledigten und kein anderer
bereit sei, gegen die Taliban in den Kampf zu ziehen. "Bei allem
Respekt für unsere Nato-Verbündeten, wir brauchen mehr
Unterstützung von ihnen." Ohne ein Land konkret zu erwähnen,
fügte er hinzu: "Wir müssen möglicherweise einige
Beschränkungen aufheben, die sie für ihre Truppen dort
erlassen haben."
Die USA und Großbritannien haben zuletzt ihren Druck auf
Deutschland erhöht, Bundeswehrsoldaten auch im Süden
Afghanistans und damit in den Kampfgebieten einzusetzen. Alle
Bundestagsfraktionen lehnen dies ab. Die deutsche Regierung wies die
Forderung erneut zurück: "Es gibt nicht die Absicht, an diesem
Mandat etwas zu ändern." Obama habe allgemein von Europäern
mehr Unterstützung verlangt und nicht explizit von Deutschland
gesprochen, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin.
Obama kann sich derzeit die besten Chancen für einen Sieg bei der
Präsidentenwahl im November ausrechnen: Im innerparteilichen
Rennen trägt ihn vor den Vorwahlen in den bevölkerungsreichen
Bundesstaaten Texas und Ohio der Schwung seiner jüngsten
Erfolgsserie immer weiter nach vorne. Auch bei einer direkten
Konkurrenz gegen den haushohen republikanischen Favoriten John McCain
sehen ihn die Meinungsforscher vorne.
In Texas wollen der für Reuters, C-Span und den "Houston
Chronicle" erstellten Umfrage zufolge 48 Prozent der Befragten für
Obama stimmen, gegen 42 Prozent für die ehemalige First Lady
Hillary Clinton. In Ohio liegt der jüngste Bewerber im Rennen bei
42 Prozent. Clinton erreichte zwar 44 Prozent, die Umfrage hat aber
eine Fehlerquote von 3,8 Prozent, was den Unterschied aufhebt. Auch
andere Umfragen wiesen eine Annäherung der beiden Kandidaten aus.
Noch vor wenigen Wochen hatte Clinton in beiden Staaten klar
geführt. Nach einer Serie von elf Niederlagen ist sie am Dienstag
auf einen Sieg angewiesen, um sich eine Chance auf die Nominierung zu
wahren.
Obama erreichte zudem in beiden Staaten einen großen Vorsprung
bei Wählern, die sich erst in den vergangenen vier Wochen
entschieden haben. "Es läuft im Moment alles auf Obama zu", sagte
Meinungsforscher John Zogby. "Es ist offen, ob Clinton sich gegen diese
Welle stemmen kann."
Einen deutlichen Vorsprung hielt die 60-Jährige nur noch im
Süden und Westen von Texas, die von der hispanischen Gemeinde
dominiert werden. In Ohio überholte Obama bei unabhängigen,
jungen sowie gut verdienenden Wählern und bei Schwarzen. Vorteile
erzielte Clinton lediglich bei ihrer Kernwählerschaft: bei Frauen,
Senioren, Parteimitgliedern, Katholiken, Gewerkschaftlern und der
ländlichen Bevölkerung.
(Quelle: rtr)
Zahl der Frauen in Parlamenten und Regierungen steigt nur langsam
Sa.01.03.08 - Die Zahl der Frauen in den Parlamenten in aller Welt hat zwar einen
Rekord erreicht, der Anstieg bleibt aber hinter den Erwartungen
zurück. Der Präsident der Inter-Parlamentarischen Union
(IPU), Anders Johnsson, sagte auf einer Pressekonferenz zum
Jahresbericht seiner Organisation am Freitag in New York, am 1. Januar
seien 17,7 Prozent der Abgeordneten weltweit Frauen gewesen. Ende 2005
seien es 16,3 und im Dezember 2004 noch 15,7 Prozent gewesen.
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Bei diesem Wachstum werde die Geschlechterparität in den
Parlamenten der Welt «nicht vor 2050 erreicht». Es gebe
zwar einen Fortschritt, «aber wenn Sie mich fragen handelt es
sich um einen sehr langsamen Fortschritt». Die UN-Frauenkonferenz
1995 in Peking hatte das Ziel ausgegeben, das wenigstens 30 Prozent der
Abgeordneten in Parlamenten Frauen sein sollten.
Nach IPU-Angaben haben gerade mal 20 Staaten diese Marke erreicht - das
bedeutet keine Veränderung gegenüber 2005. Vier dieser
Länder haben sogar einen Frauenanteil von mehr als 40 Prozent.
Ruanda ist weiterhin der Staat mit dem höchsten Frauenanteil im
Parlament: 48,8 Prozent. Es folgen Schweden mit 47, Finnland mit 41,5
und Argentinien mit 40 Prozent.
Am Ende der Liste rangieren sieben Staaten, in denen weniger als drei
Prozent Frauen im Parlament vertreten sind. Acht Staaten haben
überhaupt keine weiblichen Abgeordnete: Saudi-Arabien, Katar und
Oman sowie die pazifischen Inselstaaten Mikronesien, Nauru, Palau,
Solomon-Inseln und Tuvalu.
Ein hoher Frauenanteil wurde nach Angaben Johnssons mit Ausnahme von
drei Ländern durch Einführung eines Quotensystems erreicht.
Nur in Finnland, Dänemark und Kuba wurden auch ohne Quote viele
Frauen ins Parlament gewählt.
Auch bei Staatsoberhäuptern und Regierungsmitgliedern beklagt die
IPU eine Unterrepräsentanz von Frauen. Gerade mal sieben von 150
gewählten Staatsoberhäuptern sind weiblich, nur acht von 192
gewählten Regierungschefs sind Frauen.
Immerhin stellte die IPU einen stärken Trend zu mehr Frauen in
Ministerämtern fest. In Finnland sind 57,9 Prozent der
Kabinettsmitglieder Frauen, in Norwegen 55,6 Prozent und in Grenada 50
Prozent. Schweden, Frankreich, Südafrika, Spanien, die Schweiz und
Chile haben mehr als 40 Prozent Frauen in Ministerpositionen.
Die jamaikanische Sharon Hay Webster wies aber darauf hin, dass 91
Frauen Ministerin für soziale Angelegenheiten sind, aber nur 19
das Wirtschaftsressort und 17 Finanzministerin sind. «Ich denke,
wenn wir mehr Frauen in der Exekutive auf die Ebene von
Entscheidsbefugnis (für Finanzen und Wirtschaft) bringen, werden
wir das Gesicht der Armut ändern.»
(Quelle: ap)
Mindestens 40 Tote bei Anschlag auf Trauerfeier in Pakistan
Sa.01.03.08 - Ein Selbstmordattentäter hat im Nordwesten Pakistans am Freitag
bei einer Beerdigung ein Blutbad mit mindestens 40 Toten angerichtet.
Mehr als 80 Trauergäste wurden nach Behördenangaben verletzt,
als sich der Täter in die Luft sprengte.
Der Anschlag ereignete sich in der unruhigen Nordwest-Grenzprovinz bei
der Trauerfeier für einen Polizisten, der nur wenige Stunden zuvor
bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe
getötet worden war. Dabei waren auch zwei seiner Kollegen ums
Leben gekommen.
Zu der Beisetzung in der Ortschaft Mangore in der Swat-Region hatten
sich zahlreiche Trauernde versammelt, darunter auch viele Polizisten.
In der Gegend haben Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere
Anschläge auf Sicherheitskräfte verübt. Die
pakistanische Armee geht seit vergangenen Oktober verstärkt gegen
Militante in der Region vor. «40 bis 42 Tote sind bislang ins
Krankenhaus gebracht worden», sagte der Bürgermeister des
Ortes, Shah Zaman. Mehr als 80 Menschen seien verletzt worden.
In den vergangenen zwölf Monaten kam es in Pakistan - einem
Verbündeten der USA im Kampf gegen Taliban und militante
Islamisten - zu Dutzenden von Autobomben- und
Selbstmordanschlägen. Dabei kamen mehr als 1000 Menschen ums
Leben. Für die meisten Anschläge wurden muslimische
Extremisten mit Verbindungen zu den Taliban oder dem Terrornetz El
Kaida verantwortlich gemacht. Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt auch
als Rückzugsraum der Taliban und El Kaida.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt: Hisbollah im Libanon wirft USA Destabilisierung vor -
Nach Entsendung von Kriegsschiffen zur Küste
Sa.01.03.08 - Die schiitische Hisbollah im Libanon hat die Entscheidung der USA
kritisiert, den Lenkwaffen-Zerstörer "Cole" in die Region zu
entsenden: Das sei eine Bedrohung des Libanon, der sich seine Bewegung
aber nicht beugen werde, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Hassan
Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Die USA
begründeten ihre Entscheidung mit der angespannten politischen
Lage im Libanon. Die "Cole" habe bereits am Dienstag Malta verlassen,
erklärten US-Militärs am Donnerstag. Deutschland gab derweil
des Kommando über den UN-Marineeinsatz vor der libanesischen
Küste ab.
Fadlallah nannte die Entsendung der "Cole" einen Versuch der USA,
Spannungen in der Region zu schüren. Schon in der Vergangenheit
hätten die USA zur Unterstützung ihrer Verbündeten
Kriegsschiffe geschickt und seien damit gescheitert. Die Hisbollah
werde sich Versuchen der USA widersetzen, dem Libanon ihre
Vorherrschaft überzustülpen.
Der von den USA und ihren Verbündeten unterstützte
Ministerpräsident Fuad Sinora erklärte, seine Regierung habe
nicht um Entsendung der "Cole" gebeten. Der Libanon hat seit November
keinen Präsidenten. Die von Syrien unterstützte Opposition
und die westlich orientierte Regierung können sich nicht auf einen
Kompromiss einigen, der die Staatskrise beenden würde.
"Dies ist ein sehr, sehr wichtiger Teil der Welt und Stabilität
dort und im gesamten Nahen Osten ist ein wichtiges Ziel für uns",
sagte US-Generalstabschef Admiral Mike Mullen zur Entsendung der
"Cole". Der Schritt sei nicht allein gegen Syrien gerichtet, sagte
Mullen. Es sei geplant, dass "eine gewisse Zeit" eine ganze Gruppe von
Schiffen dort operieren werde.
Militärkreisen zufolge könnte die "Cole" langfristig durch
das Amphibische Angriffsschiff USS "Nassau" ersetzt werden, das auf dem
Weg ins Mittelmeer sei. Die "Nassau" kann Hunderte Marineinfanteristen
und Kampfhubschrauber aufnehmen. Bei einem Anschlag der
radikal-islamischen Al-Kaida auf die "Cole" waren im Oktober 2000 vor
der Küste Jemens 17 US-Matrosen getötet worden.
Vor der Küste des Libanons kreuzt ein Marineverband der UN, der
den Waffenschmuggel an die Hisbollah unterbinden soll. Deutschland gab
nach knapp anderthalb Jahren das Kommando über den Verband ab. Der
erste Bundeswehr-Einsatz im Nahen Osten sei entgegen allen kritischen
Diskussionen im Vorfeld ein großer Erfolg geworden, sagte der
deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung bei der
Übergabezeremonie auf der Fregatte "Bayern" vor Beirut.
Jung und der italienische Kommandeur der UN-Truppen, Claudio Graziano,
wollten sich zur Entsendung der "Cole" nicht äußern.
(Quelle: rtr)
Volksabstimmung über neue bolivianische Verfassung am 4. Mai
Sa.01.03.08 - Die Bolivianer sollen am 4. Mai in einem Referendum über die
umstrittene neue Verfassung des Landes entscheiden.
Das Parlament stimmte am Donnerstag für einen entsprechenden
Vorschlag von Präsident Evo Morales. Die meisten Abgeordneten der
Opposition beteiligten sich an der Abstimmung nicht. Einige von ihnen
wurden von Morales-Anhängern daran gehindert, an der Sitzung
teilzunehmen.
Die vier rohstoffreichen der insgesamt neun Provinzen Boliviens lehnen
die neue Verfassung des Landes ab und fordern mehr Autonomie. In dem
Streit geht es um die Einnahmen aus dem Geschäft mit Gas und
Erdöl, die die Gouverneure der überwiegend von Mestizen
bewohnten Provinzen im Tiefland bedroht sehen. Der linksgerichtete
Morales stammt dagegen aus dem indianisch geprägten Hochland und
will der indigenen Bevölkerungsmehrheit mit der
Verfassungsänderung mehr politische Macht verschaffen sowie eine
Landreform in Kraft setzen.
(Quelle: rtr)
Deutschland verstärkt Truppen im Kosovo
Sa.01.03.08 - Deutschland verstärkt laut Angaben aus Bundeswehrkreisen nach den
jüngsten Unruhen seine Truppen im Kosovo.
Die Bundeswehr werde in den kommenden Tagen ein Reserve-Bataillon aus
Bayern in die frühere serbische Provinz verlegen, hieß es am
Freitag in Militärkreisen. Ein Vorauskommando sei bereits vor Ort.
Es handle sich um eine Übung, die aber durchaus auch als
Demonstration der Stärke gedacht sei. An dem Bataillon ist auch
Österreich beteiligt. Die Bundeswehr sichert als Teil der
Nato-Truppe KFOR den Frieden im Kosovo.
(Quelle: rtr)
Russland nennt geplante EU-Mission im Kosovo illegal
Sa.01.03.08 - Russland hat im UN-Sicherheitsrat die geplante EU-Mission im Kosovo
(EULEX) als illegal bezeichnet. UN-Botschafter Witali Tschurkin verwies
am Donnerstag in New York auf eine Erklärung von
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, in der dieser am 17. Februar
darauf verwiesen hatte, dass das Kosovo bis zur Verabschiedung einer
neuen Sicherheitsresolution unter UN-Verwaltung stehe. Am 17. Februar
erklärte die von der albanischen Bevölkerungsmehrheit
gestellte Regierung in Pristina die Unabhängigkeit.
Das Kosovo wurde 1999 unter die Verwaltung von UN und NATO gestellt,
nachdem der damalige serbische Präsident Slobodan Milosevic in
einer Militäraktion versucht hatte, eine Million Albaner aus dem
Gebiet zu vertreiben. Tschurkin bezeichnete es nun als «bittere
Ironie», dass die EU mit einer Mission, die den Rechtsstaat im
Kosovo fördern solle, internationales Recht breche.
Der Diplomat betonte, dass der russische Standpunkt von niemandem im
Sicherheitsrat bestritten worden sei. Wenn die EU nun von einer
Übernahme der UN-Mission (UNMIK) und einer 120-tägigen
Übergangsphase spreche, führe das die internationale
Gemeinschaft in die Irre. Die Resolution 1244 von 1999 habe weiterhin
Bestand und UNMIK bleibe solange bestehen, «bis der
Sicherheitsrat eine neue Entscheidung in dieser Frage trifft - und das
wird nicht geschehen», sagte Tschurkin. In dieser rechtlichen
Lage wäre die Stationierung einer EU-Mission illegal, betonte
Tschurkin und fügte hinzu, auch in diesem Punkt habe bei
nichtöffentlichen Gesprächen des höchsten UN-Gremiums
niemand widersprochen.
(Quelle: ap)
Polen und USA verhandeln über Rüstungshilfe
Sa.01.03.08 - Die polnische Regierung hat am Freitag mit den USA über eine
Modernisierung der eigenen Streitkräfte im Gegenzug für die
Aufstellung amerikanischer Abwehrraketen verhandelt. Polen fordert
Patriot-3 oder THAAD-Raketen und hat insgesamt 17 Teilbereiche seiner
Streitkräfte benannt, bei denen US-Hilfe bei der Modernisierung
gewünscht wird.
Die USA wollen in Polen zehn Abfangraketen und in Tschechien
südwestlich von Prag ein Radarsystem stationieren. Die
Verhandlungen mit beiden Ländern laufen schon seit rund einem Jahr.
Russland hat sich strikt gegen die Raketenabwehr ausgesprochen und
für den Fall der Stationierung Gegenmaßnahmen
angekündigt. Die USA haben erklärt, dass sich die
Raketenabwehr gegen die Gefahr von Raketen aus dem Iran richte. Moskau
hingegen sieht die eigene nationale Sicherheit gefährdet.
(Quelle: ap)
EU-Regierungen uneins über Abschiebe-Standards
Sa.01.03.08 - Die EU-Regierungen sind weiter uneins über gemeinsame Standards
zur Abschiebung illegaler Einwanderer. "Wir haben eine breite
Übereinstimmung dahingehend, dass wir noch nicht so weit sind",
sagte der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach
Beratungen mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel am Donnerstag. Die
Richtlinie soll unter anderem die Dauer der Abschiebehaft und die
Ausgestaltung von Einreiseverboten nach einer Abschiebung regeln.
Die EU-Staaten seien sich einig, dass das Regelwerk nicht zur
"Rückführungs-Verhinderungs-Richtlinie" werden dürfe,
mahnte Schäuble. Deutschland lege Wert darauf, dass Staaten mit
Binnen- und Staaten mit Außengrenzen nicht unterschiedlich
behandelt würden. Gerade nach der jüngsten Erweiterung des
Schengen-Raums müsse es hinsichtlich illegaler Einwanderer eine
Kooperation zwischen den EU-Staaten geben.
Die Zusammenarbeit funktioniere bisher gut und dürfe durch die
Richtlinie nicht erschwert werden, sagte Schäuble. Er sei
zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommen werde. Die noch bis
Ende Juni amtierende slowenische Ratspräsidentschaft sei aufgerufen
worden, die Gespräche zum Abschluss zu bringen.
(Quelle: epd)
Spanien rettet 131 Afrikaner vor Küste Teneriffas
Sa.01.03.08 - Die spanische Küstenwache hat in der Nacht zum Mittwoch 131
Afrikaner vor Teneriffa aus einem Flüchtlingsboot gerettet. Acht
der Armutsflüchtlinge sind spanischen Rundfunkberichten zufolge
Minderjährige. Die Geretteten seien gesund, fünf von ihnen
seien jedoch wegen leichter Erfrierungen in ein Krankenhaus gebracht
worden.
Die große Zahl der Flüchtlinge in einem einzigen Boot hatte
die Behörden den Angaben zufolge überrascht. Das
ursprünglich eingesetzte Schiff der Küstenwache habe sich
für die Rettung auf hoher See als zu klein erwiesen, so dass ein
größeres angefordert worden sei.
(Quelle: epd)
Deutschland
Lebenshaltungskosten zu Jahresbeginn stärker gestiegen als
erwartet - Im Januar und Februar gehen Verbraucherpreise jeweils um 2,8
Prozent nach oben - Nahrungsmittel und Energie verantwortlich
Sa.01.03.08 - Höhere Kosten für Nahrungsmittel und Energie haben das Leben
in Deutschland zu Jahresbeginn teurer gemacht als erwartet. Die
Verbraucherpreise seien im Januar gegenüber dem Vorjahr um 2,8
Prozent gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag und
korrigierte damit frühere Schätzungen nach oben. Diese
Produkte machten mehr als die Hälfte der gesamten Preissteigerung
aus. Auch für Februar ermittelten die Statistiker mit Blick auf
erste Berechnungen eine Inflationsrate von 2,8 Prozent. Damit lag die
Teuerungsrate den achten Monat in Folge über der Zwei-Prozent-Marke.
Bei den aktuellen Zahlen ist zu beachten, dass die Wiesbadener
Behörde am Freitag nach fünf Jahren turnusmäßig
ihre Statistik über die Lebenshaltungskosten an die neuen
Gewohnheiten der Verbraucher angepasst hat. Dafür wird ab sofort
als Basisjahr nicht mehr 2000 zugrunde gelegt, sondern 2005. In diesem
Zuge berechnete das Amt auch den Verbraucherpreisindex ab Januar 2005
neu. Dadurch wurde die Teuerungsrate 2006 um durchschnittlich 0,1 Punkte
nach unten und 2007 um 0,1 Punkte nach oben korrigiert. Die Umstellung
hat nach Einschätzung von Volkswirten der Commerzbank aber nicht
den erwarteten dämpfenden Effekt gehabt.
Im Jahresvergleich stiegen vor allem die Preise für leichtes
Heizöl um 33,5 Prozent und für Kraftstoffe um 13,1 Prozent
(darunter Dieselkraftstoff plus 16,8 und Normalbenzin plus 13,3
Prozent). Auch Strom verteuerte sich gegenüber dem gleichen
Vorjahresmonat überdurchschnittlich um 7,4 Prozent, dagegen sanken
die Gaspreise leicht um 1,6 Prozent. Ohne Einrechnung der
Energieprodukte hätte die Teuerungsrate den Angaben zufolge bei 2,2
Prozent gelegen.
Aber auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Januar im
Schnitt um 7,7 Prozent. Deutlich teurer wurden Molkereiprodukte und Eier
(plus 22,1 Prozent) sowie Speisefette und -öle (plus 18,8
Prozent). Auch die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse lagen
mit einem Plus von 7,6 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau.
Den kräftigsten Sprung verzeichneten die Statistiker aber im
Bildungsbereich (plus 34,2 Prozent): Hier wirkte sich in erster Linie
die Einführung von Studiengebühren in einigen
Bundesländern aus.
Günstiger wurden im Januar lediglich Produkte, die nicht
täglich im Einkaufskorb landen. So etwa Geräte zur
Informationsverarbeitung (minus 18,0 Prozent), für Foto- und
Filmausrüstungen (minus 9,5 Prozent) sowie Telefon- und
Faxgeräte (minus 17,8 Prozent).
(Quelle: ap)
Deutliche Risse zwischen Wirtschaft und Regierung
Sa.01.03.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Forderungen der Wirtschaft nach einer
Korrektur ihres Kurses zurückgewiesen.
Nach einer scharfen Distanzierung der großen Verbände von
Steuerhinterziehern am Freitag sind sich Wirtschaft und Politik aber
einig, dass Unternehmer und Top-Manager einer moralischen
Vorbildfunktion genügen müssen.
Beim traditionellen Spitzengespräch der Kanzlerin am Rande der
Internationalen Handwerksmesse in München mit den Chefs der vier
Spitzenverbände BDI, BDA, DIHK und Handwerksverband ZDH machte
Merkel deutlich, dass sie für Steuerentlastungen derzeit keinen
Raum sehe. Auch der Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter
Hundt, die Gesetzespläne von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz
für branchenspezifische Mindestlöhne zurückzuziehen,
will Merkel trotz Zurückhaltung bei diesem Thema nicht nachkommen.
Die Wirtschaft warf der Regierung in einer gemeinsamen Erklärung
mangelnden Reformwillen angesichts immer schwächer werdenden
Wachstumsperspektiven vor. BDI-Präsident Jürgen Thumann
sprach von Reform-Stillstand und gefährlichen Experimenten.
Angesichts heftiger Kritik an den wirtschaftlichen Eliten im Zuge der
Steuerhinterziehungsaffäre, wegen Spitzeneinkommen und
-abfindungen sowie Entlassungen in großen Konzernen trotz hoher
Gewinne bekannte sich die Wirtschaft zur Verantwortung für das
Gemeinwohl. Dazu gehöre das persönliche
bürgerschaftliche Engagement der Unternehmer. "Ihr Vorbild ist
eine wichtige Grundlage für das Vertrauen der Menschen in die
Marktwirtschaft", hieß es in der Erklärung. Bürger und
Politik erwarteten zu Recht Verantwortungsbereitschaft.
Nachdrücklich distanzierte sich BDI-Chef Jürgen Thumann im
Namen der vier Verbände von Steuerhinterziehern in den Reihen von
Managern und Unternehmern. "Wer gegen die Regeln verstößt,
wer gegen die Gesetze verstößt, stellt sich gegen die
Wirtschaft, stellt sich gegen die Gesellschaft." Der habe keinen
Anspruch auf Unterstützung. "Der gehört nicht mehr dazu." Was
jüngst bekanntgeworden sei, sei "verheerend" für das Modell
der Sozialen Marktwirtschaft. Allerdings dürfe man die Wirtschaft
nicht insgesamt unter Generalverdacht stellen. Merkel lobte die
Verbände für ihre Positionierung. Das Gesellschaftsmodell der
Sozialen Marktwirtschaft dürfe nicht beschädigt werden.
"Erhebliche Sorge" äußerten BDA, BDI, DIHK und ZDH über
schlechtere Wachstumsperspektiven und fehlende Wachstumsimpulse aus dem
Inland. Dem müsse mit Anstrengungen der Unternehmen, vor allem mit
politischen Reformen begegnet werden. "Umso unverständlicher ist,
wenn gerade jetzt erfolgreiche Reformen zurückgenommen und
wichtige Reformansätze nicht unternommen werden", hieß es in
der Erklärung. Besonders heftig kritisierten sie die Pläne
für gesetzliche Mindestlöhne, die Arbeitsplätze
bedrohten und die Tarifautonomie gefährdeten. Sie seien unsozial.
Zudem seien steuerliche Entlastungen nötig. Dem Bürger
müsse netto mehr im Portemonnaie bleiben. Es gehe um höheren
steuerliche Freibeträge, die Abflachung der Progression im
Einkommensteuertarif und den Abbau des Solidaritätszuschlags.
Zu den Forderungen in der Steuerpolitik merkte Merkel an, mittel- und
langfristig gesehen liege man nahe beieinander. Sie stellte aber auch
klar: "Ich sehe im Augenblick keinen Raum für steuerliche
Entlastungen." Sollte sich dennoch Spielräume eröffnen, werde
man die nutzen, um die Lohnzusatzkosten weiter zu senken und
gegebenenfalls etwas für die "Leistungsträger" zu tun.
"Konkrete Versprechungen zum jetzigen Zeitpunkt, kann ich nicht
machen." Zunächst sollte man die Mai-Steuerschätzung
abwarten. Wahrscheinlich aber würden die Haushaltsberatungen
dieses Jahr schwieriger als zuletzt, sagte die Kanzlerin.
Forderungen der Wirtschaft, von den Mindestlohn-Plänen von
Bundesarbeitsminister Scholz Abstand zu nehmen, wollte sie nicht
folgen. Wenn etwa Arbeitgeberpräsident Dieter Hund sich das
Mindestarbeitsbedingungengesetz für tarifvertraglich wenig
erschlossene Bereiche im Papierkorb wünsche, so sehe sie das
anders. Merkel äußerte allerdings Vorbehalte, die Zeitarbeit
in das Entsendegesetz aufzunehmen und damit auch für diesen
Bereich mit relativ hoher Tarifbindung einen Mindestlohn
einzuführen.
(Quelle: rtr)
Der SPD droht eine Führungskrise - SPD-Vorsitzender Beck verliert
massiv an Zustimmung in der Bevölkerung - Dreßler: SPD muss
mit Linkspartei politische Inhalte verhandeln
Sa.01.03.08 - Die SPD-interne Debatte um den Umgang mit der Linken stellt zunehmend
die Autorität von Parteichef Kurt Beck in Frage. Während Beck
am Freitag wegen einer Grippeerkrankung alle Termine bis Ende
nächster Woche absagen musste und er in Umfragen einbrach, hielt
die Kritik an seinem Kurs gegenüber der Linkspartei an. Die
Leitung der Präsidiumssitzung am Montag wird Parteivize
Frank-Walter Steinmeier übernehmen. Das Treffen des
Koalitionsausschusses am Donnerstag fällt wegen Becks Abwesenheit
komplett aus. Verschiedene SPD-Politiker mahnten inzwischen, die Partei
müsse sich endlich wieder um politische Inhalte kümmern.
Nicht nur innerhalb der Partei, auch in der Bevölkerung gerät
Beck immer mehr unter Druck. Nach den aktuellen Zahlen des
ZDF-Politbarometers meinen nur noch 27 Prozent aller Befragten, dass
Beck Kanzlerkandidat der SPD werden sollte, 60 Prozent wollen das
nicht. Im November 2007 hatten sich noch 40 Prozent aller Befragten
für Beck als Kanzlerkandidaten ausgesprochen und 45 Prozent hatten
ihn abgelehnt. Selbst unter den SPD-Anhängern findet sich
inzwischen keine Mehrheit mehr für den rheinland-pfälzischen
Politiker. Hier sind jetzt 37 Prozent für ihn als nächsten
Spitzenkandidaten und 54 Prozent gegen ihn.
Viele Wähler empfinden Becks Kurswechsel gegenüber der Linken
als «Wortbruch». Diesen Vorwurf hatten zahlreiche Genossen
ihrem Parteichef gemacht. Laut Politbarometer halten 43 Prozent der
Deutschen die Vorhaltung für berechtigt. 14 Prozent halten sie
für unberechtigt. 43 Prozent wollten keine Stellung nehmen. Beck
hatte vor den jüngsten Landtagswahlen eine Zusammenarbeit mit der
Linken ausgeschlossen, dann jedoch in Hessen den Weg für eine
mögliche rot-rote Kooperation frei gemacht. Die SPD-Führung
hatte auf seine Initiative hin die Entscheidung über eine
Zusammenarbeit mit der Linken ihren Landesverbänden
überlassen.
Auch in den eigenen Reihen erntete Beck erneut Kritik für seinen
Öffnungskurs zur Linkspartei. «Ich persönlich glaube,
dass die Lösung mit Links keine ist, die für die SPD in
Hessen akzeptabel ist», sagte Johannes Kahrs, Sprecher des
konservativen «Seeheimer Kreises» der SPD. In dieser einen
Frage habe Beck einen Fehler gemacht. Der niedersächsische
SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin betonte, er halte den Beschluss zur
Öffnung der Partei weiter für falsch. Da die Entscheidung
aber getroffen sei, müsse sich die SPD nun inhaltlich mit der
Linkspartei auseinandersetzen, forderte er. Es müsse klar werden,
dass sich die Partei nicht nur um «Machtoptionen»
kümmere.
Der SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler hat seine Partei
aufgefordert, mit der Linkspartei über politische Inhalte zu reden.
Mit ihrer Verweigerung gegenüber der Linken habe die SPD schon zur
letzten Bundestagswahl «die Möglichkeit einer Mehrheit
jenseits der CDU und der FDP in die Ecke gestellt», sagte
Dreßler am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit
Illner». Die Folge sei die Rolle des kleineren Partners in einer
großen Koalition.
«Die SPD muss verhandeln, und wenn es nicht geht, weil die
Inhalte nicht reichen, dann kann sie sagen, das haben wir versucht, es
funktioniert nicht», betonte Dreßler. Er sei strikt
dafür, dass seine Partei Beschlüsse wie vor den Wahlen in
Hessen und Hamburg «nicht mehr macht, sondern auf das Votum der
Wähler reagiert». Wenn dieses Votum eine Mehrheit jenseits
von CDU und FDP möglich mache, dann fordere er die SPD auf, zu
verhandeln. Tue sie das nicht, lande sie wieder in einer großen
Koalition.
Dagegen sieht der Sprecher des konservativen «Seeheimer
Kreises» der SPD, Johannes Kahrs, in der Abkehr von den vor der
Hessen-Wahl verkündeten Prinzipien ein Problem für seine
Partei. «Ich persönlich glaube, dass die Lösung mit
Links keine ist, die für die SPD in Hessen akzeptabel ist»,
sagte Kahrs in der Sendung. Zudem wäre ein solcher Schritt
langfristig strategisch ein Fehler für die SPD.
Dennoch stellte sich Kahrs hinter SPD-Chef Kurt Beck. «Ich
schätze Kurt Beck als Parteivorsitzenden», betonte er und
fügte hinzu: «In dieser einen Frage hat er einen Fehler
gemacht.» Der Beschluss vom Montag, der eine Öffnung der SPD
zur Linkspartei ermöglicht, müsse jetzt in der Partei
diskutiert werden.
boa (Quelle: ddp)
Hamburg-Grüne wollen Regierungsbildung mit CDU ausloten
Sa.01.03.08 - Die Grünen sind offen für das erste Regierungsbündnis
mit der CDU in einem Bundesland.
Die Hamburger Grünen stimmten am Donnerstagabend mit sehr
großer Mehrheit für Sondierungsgespräche mit den
Christdemokraten. Das erste schwarz-grüne Treffen wird am
kommenden Mittwoch stattfinden. Der Grünen-Bundesvorsitzende
Reinhard Bütikofer begrüßte die Entscheidung des
Hamburger Landesverbandes, sieht darin aber kein Signal für die
Bundespolitik.
Dem Votum der Mitgliederversammlung war eine mehrstündige Debatte
vorausgegangen. Nur wenige Redner hatten sich gegen Gespräche mit
der CDU ausgesprochen. Gleichwohl wiesen viele auf große
inhaltliche Differenzen zwischen CDU und Grünen hin.
Die Christdemokraten, die bei der Bürgerschaftswahl am vergangenen
Sonntag die absolute Mehrheit verloren hatten, haben neben der GAL auch
der SPD Sondierungsgespräche angeboten. Dabei sollen die
Positionen vor möglichen Koalitionsverhandlungen abgesteckt werden.
Die Spitze der Grünen erwartet von der Annäherung an die
Hamburger CDU keine Auswirkungen auf die Bundespolitik. "Man würde
den Hamburgern keinen Gefallen tun, wenn man so tut, als würden
hier Weichen gestellt für Berlin", sagte der Bundesvorsitzende
Bütikofer. Man könne die Entwicklung auf Landesebene nicht
auf die Bundesebene hochrechnen, wo es Schnittmengen
größerer Zahl mit der SPD gebe als mit der CDU.
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Hamburger
Bürgerschaftswahl können sich die Grünen über ein
zusätzliches Mandat in der Bürgerschaft freuen. Sie erhalten
13 statt der am Wahlabend genannten zwölf Sitze. Entsprechend
verkleinert sich die Fraktion SPD, die nun mit 44 statt 45 Abgeordneten
in das neue Parlament einziehen wird. Die CDU kann 56 Abgeordnete in
die Bürgerschaft schicken, die Linke acht. Die FDP hatte mit 4,8
Prozent erneut den Einzug ins Parlament verpasst.
(Quelle: rtr)
Hessens Grüne lehnen Zusammengehen mit CDU ab
Sa.01.03.08 - Die hessischen Grünen lehnen eine Koalition mit CDU und FDP trotz
einiger Zugeständnisse der Union weiter ab. Niemand könne von
den Grünen verlangen, dem Wahlverlierer Roland Koch zur Mehrheit
zu verhelfen, sagte der Landesvorsitzende Tarek Al-Wazir der
«Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen». Die CDU
hatte gestern unter anderem einen stärkeren Einsatz für
erneuerbare Energien angekündigt. Der hessische
CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg wiederholte heute das
Gesprächsangebot an die Grünen.
(Quelle: dpa)
Künast und Trittin sollen grüne Spitzenkandidaten werden
Sa.01.03.08 - Nach monatelangen Führungsquerelen bei den Grünen haben sich
nach übereinstimmenden Medienberichten Fraktionschefin Renate
Künast und ihr Stellvertreter Jürgen Trittin auf eine
gemeinsame Spitzenkandidatur für 2009 verständigt. Das
berichteten die "Süddeutsche Zeitung" und die "Leipziger
Volkszeitung". Nach Informationen der "SZ" kam die Einigung nach der
Wahl in Hessen zustande, die den Grünen nicht nur Verluste, sondern
auch eine heftige parteiinterne Debatte über die Linkspartei
beschert hatte.
Künast verzichtet dem "SZ"-Bericht zufolge auf die alleinige
Kandidatur bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr, um der Partei in
einer schwierigen Phase eine Zerreißprobe zu ersparen. Trittin
wiederum verzichtet laut "SZ" auf eine Urwahl, bei der die Basis
über die lange strittige Frage der Spitzenkandidatur abgestimmt
hätte.
Diese Lösung, die laut "LVZ" in Abstimmung mit allen
maßgeblichen Führungskräften der Bundespartei gefallen
ist, soll am Montag nach den Sitzungen von Parteirat und Vorstand der
Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eine endgültige
Entscheidung über die Wahlkampfstrategie soll im Herbst ein
Parteitag treffen, heißt es der "SZ" zufolge.
(Quelle: afp)
Geldstrafen in Deutschland sollen drastisch erhöht werden
Sa.01.03.08 - Geldstrafen in Deutschland sollen drastisch erhöht werden. Die
höchste Strafe dieser Art, die gegenwärtig bei 1,8 Millionen
Euro für die Einzeltat liegt, soll künftig 7,2 Millionen Euro
betragen, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) der
"Süddeutschen Zeitung". Die Ministerin reagierte damit offenbar auf
die jüngsten Fälle von Steuerhinterziehung in
Millionenhöhe.
In Deutschland wird die Geldstrafe seit 1975 nach einem sogenannten
Tagessatz-System zugemessen, das nach der Einkommenshöhe pro Tag
gestaffelt ist. Zunächst wird, je nach Tatschwere, eine bestimmte
Zahl von Tagessätzen bestimmt; darin drückt sich das Unrecht
der Tat aus. Dann wird die Höhe der Tagessätze nach den
Einkommensverhältnissen des Angeklagten festgelegt.
Bei diesem System soll es bleiben, die bisher maximal möglichen
Tagessätze werden dem Bericht zufolge aber drastisch nach oben
gesetzt - auf das Vierfache. Bisher können bei einer einzelnen Tat
360 Tagessätze, bei der Zusammenfassung mehrerer Taten 720
Tagessätze verhängt werden. Der Tagessatz liegt derzeit bei
mindestens einem und höchstens bei fünftausend Euro.
Das Strafrecht solle der Tatsache angepasst werden, dass es
"natürlich heute Menschen gibt, deren tägliches Nettoeinkommen
mit Mieten und Kapitalerträgen die 5000-Euro-Grenze
übersteigt", sagte Zypries. "Wir glauben, dass wir sonst der
Wirklichkeit nicht mehr in jedem Fall gerecht werden." Der
Höchstsatz soll nun auf mindestens 20.000 Euro angehoben werden.
(Quelle: afp)
Immer mehr Väter in bezahlter Elternzeit
Sa.01.03.08 - Immer mehr Väter beantragen Elterngeld. Der Anteil der Männer
an Beziehern der Ersatzleistung für Zeiten der Kinderbetreuung
kletterte im vierten Quartal 2007 auf 12,4 Prozent von 6,9 Prozent
Anfang des Jahres, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.
Seit Einführung des Elterngeldes zum 1. Januar des vergangenen
Jahres hat sich der Anteil der Väter damit kontinuierlich
erhöht. Eine mögliche Ursache für den weiteren Anstieg
zum Ende des Jahres könne sein, dass die Väter nun vermehrt
Anträge für die so genannten Partnermonate stellten, teilte
das Amt mit.
Insgesamt wurden 2007 den Angaben nach 571.000 Anträge auf
Elterngeld bewilligt, 10,5 Prozent oder 60.000 davon wurden von
Vätern gestellt. Bei der Bezugsdauer gibt es indes große
Unterschiede zwischen Müttern und Vätern. Die Frauen
kümmern sich den Daten zufolge auch nach Einführung des
Elterngeldes deutlich länger um den Nachwuchs: 87 Prozent der
Mütter beantragten Elterngeld für zwölf Monate, weniger
als ein Prozent für zwei Monate. Die Mehrheit der Väter
dagegen beantragte die staatliche Leistung für lediglich zwei
Monate. Nur knapp ein Fünftel nahm eine "Babyzeit" von einem Jahr.
In Berlin war der Anteil der Väter an Beziehern von Elterngeld
2007 bundesweit am höchsten mit 13,3 Prozent; Männer im
Saarland konnten sich am seltensten zu einem solchen Schritt
durchringen. Der Anteil lag bei 6,2 Prozent. Beim früheren
Erziehungsgeld, das an Einkommensgrenzen gekoppelt war, lag der Anteil
der Väter in den Vorjahren indes nur bei gut drei Prozent, wie das
Amt mitteilte.
Die oftmals deutlichen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und
Männern zeigen sich auch beim Elterngeld: Mehr als die Hälfte
der Frauen mit bewilligtem Elterngeld erhielt es 2007 auf Basis des
Mindestbetrages von 300 Euro. Das Elterngeld ersetzt 67 Prozent des
wegfallenden Nettoeinkommens, wenn die Arbeitszeit teilweise oder ganz
reduziert wird. Es beträgt höchstens 1800 Euro im Monat und
wird maximal für ein Jahr gezahlt. Wenn der Partner ebenfalls eine
Auszeit nimmt, kann die Bezugsdauer um zwei Monate verlängert
werden.
(Quelle: rtr)
Auslandsaufenthalte bei Auszubildenden beliebt wie nie zuvor
Sa.01.03.08 - Immer mehr deutsche Auszubildende sammeln Berufserfahrung im Ausland.
2008 dürften erstmals mehr als 10.000 Auszubildende das
EU-Austauschprogramm "Leonardo" nutzen, sagte
Bildungsstaatssekretär Andreas Storm (CDU) der "Neuen
Osnabrücker Zeitung". Das seien 40 Prozent mehr als noch 2006. Das
Leonardo-Programm der Europäischen Union richtet sich in erster
Linie an Auszubildende, denen durch Praktika Arbeitserfahrungen im
Ausland vermittelt werden. In den Jahren 2006 und 2007 nahmen demnach
7000 beziehungsweise 8000 junge Deutsche das Angebot wahr.
Als Ziel nannte Storm, bis 2015 doppelt so vielen jungen
Fachkräfte wie im Moment einen Auslandsaufenthalt zu
ermöglichen. Einen rasanten Anstieg verzeichne das
Bildungsministerium auch bei bilateralen Austauschprogrammen, sagte
Storm. Beliebtestes Ziel war demnach im vergangenen Jahr Frankreich mit
1600 Teilnehmern.
Der Anteil der Auszubildenden mit Auslandserfahrung sei im Gegensatz zu
den durch das "Erasmus"-Programm geförderten Studenten jedoch
gering. "Deswegen rufen wir die jungen Menschen auf: Geht ins Ausland,
nutzt diese Chance", sagte Storm dem Blatt weiter. Die Kammern von
Handwerk und Industrie müssten stärker für
Auslandsaufenthalte werben, schließlich profitierten auch die
Unternehmer von gut ausgebildeten Fachkräften.
Das Bildungsministeriums arbeitet laut Storm an einem Punktesystem,
durch das sich im europäischen Ausland erworbene
Teilqualifikationen im Rahmen der Ausbildung anrechnen lassen. In diesem
Jahr gibt das Ministerium demnach 19 Millionen Euro für das
Leonardo-Programm aus, davon elf Millionen Euro für Auszubildende.
Um die angekündigte Verdopplung der Teilnehmer zu erreichen, werde
auch die bereitgestellte Summe proportional steigen, heißt es in
dem Bericht.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
Deutsch-vietnamesische Universität in Vietnam gegründet
Sa.01.03.08 - Deutschland und Vietnam haben eine gemeinsame Universität
gegründet, die 2009 ihren Lehrbetrieb aufnehmen soll.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der hessische
Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) unterzeichneten am Freitag in
Hanoi die entsprechenden Urkunden. Die Bildungsreform gilt als einer der
Schlüssel für die Modernisierung der sozialistischen Republik.
Steinmeier und Corts wiesen besonders auf die Zukunftsausrichtung des
Projekts hin. Der Vizekanzler verwies auf die 100.000
«Botschafter» in Vietnam, die zu den guten Beziehungen zu
Deutschland beitrügen. Er meinte damit die Vietnamesen, die zu
DDR-Zeiten in Deutschland ausgebildet wurden.
Die Lehranstalt soll in Ho-Tschi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon,
errichtet werden. Die vietnamesische Regierung plant nach eigenen
Angaben die Gründung weiterer Universitäten mit
ausländischer Hilfe. Die deutsch-vietnamesische Universität
soll jedoch in den kommenden 15 Jahren zur Spitzenuniversität
ausgebaut werden, wie Vizebildungsminister Banh Tien Long sagte. Nach
den Worten von Corts orientieren sich die Studienangebote am hessischen
Modell. Die Abschlüsse würden in Vietnam und Deutschland
anerkannt.
Steinmeier würdigte die hessische Initiative zur Gründung der
Universität, die mit 800 Studenten beginnen soll. Nach den
Vorstellungen der Regierung in der Hauptstadt Hanoi soll sie auf 2.000
bis 5.000 Studenten erweitert werden. Schwerpunkte der Lehre sind
Ingenieurwissenschaften, Gesundheits- und Bankwesen.
Wie in Hessen sollen auch in Vietnam Studiengebühren erhoben
werden. Corts sagte, mit umgerechnet 500 Euro pro Semester liege der
Wert nach vietnamesischen Maßstäben sehr günstig.
Deutschland steuert acht Millionen Euro im Jahr bei, Hessen trägt
davon laut Corts zwei Millionen. Für die Errichtung nahm Vietnam
von der Weltbank einen Kredit von 100 Millionen Dollar auf.
80 Prozent der Dozenten sollen in der Anfangsphase aus Hessen kommen,
die übrigen sind Vietnamesen. Innerhalb von zwölf Jahren soll
das Verhältnis umgekehrt werden. Bei der Gründung war auch der
stellvertretende Fraktionsvorsitzende der hessischen SPD, Jürgen
Walter, anwesend. Er sagte, SPD und CDU hätten ein gemeinsames
Interesse am Gelingen dieses außenpolitischen Projekts. Auch an
den Studiengebühren werde nicht gerüttelt, sollte die SPD die
Landesregierung übernehmen. Die innenpolitischen Konsequenzen aus
dem jüngsten Wahlergebnis würden allein in Wiesbaden
entschieden.
Steinmeier bereist mit einer großen Wirtschaftsdelegation derzeit
Südostasien. Er kehrt am Samstag nach Berlin zurück.
(Quelle: ap)
Oldenburg ist Stadt der Wissenschaft 2009
Sa.01.03.08 - Oldenburg ist die «Stadt der Wissenschaft 2009». Das gab
der Präsident des auslobenden Stifterverbandes für die
Deutsche Wissenschaft, Arend Oetker, am Donnerstag in Jena bekannt. Dort
setzte sich die Kommune im zweiten Anlauf gegen die Konkurrenten aus
Konstanz und Lübeck durch. Alle drei hatten zuvor der Jury ihre
Konzepte präsentiert. Das Konzept der Norddeutschen steht unter
dem Motto «Übermorgenstadt.
Talente.Toleranz.Technologie».
Der in Essen ansässige Stifterverband hatte das Aktionsprogramm
«Stadt der Wissenschaft» 2003 initiiert. Als erste Kommune
trug Bremen diesen Titel 2005. Dresden und Braunschweig folgten. In
diesem Jahr ist Jena «Stadt der Wissenschaft». Die
Auszeichnung ist mit 125 000 Euro dotiert, wobei diese Summe durch das
Einwerben von Drittmitteln durch die jeweilige Stadt der Wissenschaft
maximal verdoppelt werden kann.
(Quelle: ddp)
Computer
Rettungs-CD für Virengeplagte zum Herunterladen
Sa.01.03.08 - Viren und andere Software-Schädlinge sabotieren oft Computer und
führen zu Problemen beim Hochfahren. In einer solchen Situation
kann eine Notfall-CD helfen, um das infizierte System dennoch hochfahren
zu können und einen Rettungsversuch zu starten.
Ab sofort bietet Avira, Hersteller von Sicherheits-Software, auf seiner
Internet-Seite ein solches Rettungssystem zum kostenlosen Herunterladen
an. Weil die Software ein integriertes Brennprogramm enthält,
lässt sich die sogenannte Boot-CD oder -DVD rasch erstellen. Die
Rettungsanwendung soll auf allen modernen Computer-Systemen laufen und
gängige Festplatten unterstützen. Der Hersteller stattet die
Anwendung laut eigener Aussage zudem laufend mit den neuesten
Erkennungsmustern für Computer-Schädlinge aus (http://www.avira.de).
(Quelle: gp)
Getestet - Simulations- und Lernspiele für Kinder
Sa.01.03.08 - Vor allem Simulationen und Lernprogramme liegen bei der Spiel-Software
für Kinder im Trend. Allerdings sind die Hardware-Anforderungen der
Games ebenso wie die Ansprüche an das spielerische Geschick oft
etwas hoch gegriffen. Das hat jetzt die Zeitschrift "Öko-Test"
kritisiert.
Sie hat fünf aktuelle Spiele unter die Lupe genommen. Die
Mehrheit der getesteten Anwendungen hat gut oder sehr gut abgeschnitten,
nur ein Spiel wurde als "ausreichend" bewertet. Zwischen rund 17
Euro und 25 Euro liegen die Preise der Programme, die sich
überwiegend an Grundschulkinder richten.
Bei "Genius im Zentrum der Macht" lernen Kinder ab zwölf Jahren,
wie man Bundeskanzler wird. Die Mischung aus Strategie-Spiel und
Politik-Nachhilfe vermittelt den Heranwachsenden viel Wissen und war den
Testern deshalb ein "sehr gut" wert. Allerdings sind die
Hardware-Anforderungen recht hoch. Durch ein von der Internet-Seite des
Herstellers Cornelsen heruntergeladenes Update kann die Software aber
auch auf älteren Rechnern installiert werden.
Allesamt eine gute Bewertung haben "Die Schule der kleinen Vampire:
Knoblauchalarm", "Der neue Internet Guide für Schüler 4.0" und
"Willi will's wissen: Feuerwehr im Einsatz". Für manche
Grundschulkinder ist letzteres aber eventuell zu kompliziert, denn es
kann nur in einem vergleichsweise hohen Schwierigkeitsgrad gespielt
werden. Deshalb gab es eine Abwertung für das ansonsten
überzeugende Game.
Auch der Internet Guide musste Kritik einstecken. Die Tester sind der
Ansicht, dass ein solches Programm mit vorgefertigten Listen
empfehlenswerter Internet-Seiten für das eigene Entwickeln von
Medienkompetenz bei den Kindern nicht taugt.
Enttäuscht hat die Öko-Test-Redaktion bei der Vampirschule
die Tatsache, dass die Software immer nur einen Spieler verwalten kann
und bei einem erneuten Start der Anwendung der alte Spielstand
verschwunden ist.
Nicht überzeugt hat das Werk "Billi Banni lesen lernen: 1. &
2. Klasse". Die vielen Wiederholungen seien laut der Tester nicht
unbedingt förderlich für die Motivation der Kinder. Auch
handwerklich ist die Umsetzung des Games nicht ganz glücklich
gelungen, denn die Figuren bewegen den Mund auch dann noch, wenn sie
längst nichts mehr sagen. Dafür sind die Anforderungen an die
Hardware bei diesem Spiel angenehm gering.
(Quelle: gp)