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Irak am 1441sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mindestens 23 Tote bei Anschlägen in Bagdad. Iran will mit Irak
und Türkei gegen Kurdenrebellen kämpfen - Ahmadinedschad
fordert in Bagdad US-Abzug aus Golfregion
Di.04.03.08 - Zwei Anschläge mit Autobomben in Bagdad haben am Montag mindestens
23 Menschen das Leben gekostet. Eine der Bomben war in einem geparkten
Auto deponiert. Bei ihrer Explosion wurden nach Polizeiangaben
mindestens 21 Menschen getötet und 43 verletzt. Der Sprengsatz
detonierte in der Innenstadt im Viertel Bab al Mudham, einem
Geschäftsbezirk am östlichen Tigris-Ufer.
Bei dem zweiten Anschlag fuhr ein Selbstmordattentäter einen
Minibus vor das Hauptquartier der Vierten Brigade des Innenministeriums,
einer Schnellen Eingreiftruppe im östlichen Stadtviertel Sajuna.
Dabei wurden mindestens zwei Polizisten getötet und sechs weitere
Menschen verletzt.
In einem Massengrab entdeckten US-Soldaten in der Stadt Samarra nach
Militärangaben am Sonntag 14 Leichen. Allen Opfern seien die
Hände hinter ihrem Rücken gefesselt worden, ihnen wurde in den
Kopf geschossen. Bei den Getöteten handele es sich vermutlich um
irakische Sicherheitskräfte der Söhne des Iraks, eine
Bezeichnung für von den USA unterstützte Sunniten, die gegen
Al Kaida kämpfen.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat derweil den Irak
und die Türkei aufgerufen, gemeinsam gegen die kurdischen Rebellen
zu kämpfen. "Es muss eine Zusammenarbeit mit den Regierungen der
Türkei, des Iran und des Irak geben", sagte Ahmadinedschad
anlässlich seines Irak-Besuchs in Bagdad. Jedoch müsse bei
allen Handlungen "die Souveränität des Irak" respektiert
werden. "Terrorismus beschädigt jeden, jeder sollte gegen den
Terrorismus kämpfen", sagte der iranische Staatschef.
Am Freitag hatte die türkische Armee ihre Bodenoffensive im
Nordirak beendet. Bei den etwa eine Woche dauernden Gefechten wurden
nach Angaben des Generalstabs mehr als 240 Kämpfer der verbotenen
Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und 27 türkische Soldaten
getötet.
Der iranische Präsident hat bei seinem Besuch im Irak auch den
Abzug der ausländischen Truppen aus der Golfregion gefordert:
Für deren Präsenz gebe es keinen Grund, sagte Ahmadinedschad
am zweiten Tag seines Besuchs im Irak, wo 150.000 US-Soldaten
stationiert sind. "Die Großmächte sollten sich nicht
einmischen, die Regierungen und Nationen in der Region können ihre
Angelegenheiten selbst regeln", ergänzte der iranische Staatschef,
dessen Äußerungen am Montag vom iranischen Fernsehen
ausgestrahlt wurden.
boa (Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 04.03.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am neunhundertachtundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
So.04.03.07 - UN-Generalsekretär Ban ernennt Nigerianer Gambari zu
Irak- Sonderbeauftragten +++ Ministerpräsident Al-Maliki kündigt
Kabinettsumbildung an +++ Zwölf Tote bei Selbstmordanschlag auf
Polizeistation im Irak +++ Irakische Aufständische verbreiten Video
von Geisel-Erschießung +++ Gewalt vertreibt immer mehr Iraker aus
ihren Wohnorten...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0703040.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Experten: Es braucht eine starke Zivilgesellschaft gegen den Krieg -
Warnung vor Mischung aus militärischer und humanitärer Hilfe
Di.04.03.08 - Um Frieden in einem Staat herzustellen und dauerhaft zu sichern, bedarf
es der Mitarbeit der zivilen Bevölkerung, betonten Experten aus
Kirchen und Politik am Freitagabend in Stuttgart. Beim siebten Forum der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg zur Ökumenischen
Friedensdekade warnte die Direktorin von "Brot für die Welt",
Cornelia Füllkrug-Weitzel, gleichzeitig vor einer Mischung aus
militärischer und humanitärer Hilfe.
Militärisches Eingreifen sei bei manchen Konflikten nötig,
bestätigte Füllkrug-Weitzel die Auffassung des SPD-Politikers
Erhard Eppler in der Diskussion. Allerdings hätten verwässerte
Grenzen zwischen Aufgaben von Soldaten und humanitären Helfern
beispielsweise in afrikanischen Krisengebieten schon dazu geführt,
dass Helfer von Entwicklungsorganisationen getötet wurden. Auch
das Ansehen der humanitären Hilfe insgesamt leide unter der
Verwechslung mit militärischer Mission.
Füllkrug-Weitzel sagte, wichtig sei, Dorfgemeinschaften darin zu
bestärken, eine konfliktfreie Zone herzustellen. Die Kenianerin
Agnes Abuom, Mitglied im Exekutivausschuss des Ökumenischen Rats
der Kirchen, bestätigte, dass die jüngsten Unruhen nach den
Wahlen vor allem deshalb eskalierten, weil die Führungsrolle nur
von Politikern eingenommen wurde. Deshalb müsse beispielsweise dort
zivile Bildung und Erziehung zum Frieden erfolgen.
(Quelle: epd)
Nahost-Konflikt: Israel zieht Truppen im Gazastreifen zurück
- Anhaltende Gewalt im Palästinensergebiet
Di.04.03.08 - Die blutigste israelische Offensive im Gazastreifen seit dem
Sechstagekrieg 1967 ist beendet. Das bestätigte ein Armeesprecher
am frühen Morgen. Fast alle Bodentruppen seien inzwischen aus dem
Palästinensergebiet abgezogen. Es werde aber weiter Luftangriffe
geben, falls militante Palästinenser Raketen auf Israel abfeuern.
Insgesamt starben seit Mittwoch weit über 100 Palästinenser
bei den Angriffen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas setzte
deshalb die Friedensgespräche mit Israel aus.
Nach dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen dauert die
Gewalt in dem Palästinensergebiet an. Drei Palästinenser
wurden durch israelischen Panzerbeschuss in Dschabilija schwer verletzt,
wie palästinensische Sanitäter mitteilten. Militante
Palästinenser feuerten ihrerseits zwei Raketen auf die israelische
Stadt Aschkelon ab.
Nach Angaben der israelischen Rettungsdienste schlug am Montagmorgen
eine Rakete in ein Haus in Aschkelon ein, das daraufhin in Flammen
aufging. Im Westjordanland wurde ein 15-jähriger Junge von einem
israelischen Siedler erschossen, wie Sanitäter berichteten. Er
hatte mit anderen Kindern Steine auf eine jüdische Siedlung bei
Ramallah geworfen. Auch israelische Soldaten eröffneten daraufhin
das Feuer, ein Siedler tötete das Kind den Angaben zufolge mit
einem Kopfschuss.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Gewalt in einer
Dringlichkeitssitzung in New York, Israels Regierungschef Ehud Olmert
sprach jedoch Außenstehenden "jegliches moralische Recht der
Kritik" ab. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte
angesichts der Eskalation eine Aussetzung der Friedensgespräche an.
Am (heutigen) Dienstag wird US-Aßenministerin Rice in Kairo
erwartet, wo sie mit führenden ägyptischen Politikern
über die Lage im Gazastreifen beraten will. Sie will auch nach
Ramallah im Westjordanland sowie nach Jerusalem reisen, um dort mit
ranghohen Vertretern Israels und der Palästinenser über die
Lage zu sprechen. Im Anschluss fliegt die US-Außenministerin zum
Rat der NATO-Außenminister nach Brüssel weiter.
boa (Quellen: afp, dpa)
USA fliegen Luftangriff in Somalia gegen mutmaßlichen Terroristen
Di.04.03.08 - Flugzeuge der US-Luftwaffe haben am Montag das Haus eines
mutmaßlichen Terroristen in Somalia bombardiert und dabei
mindestens acht Menschen schwer verletzt. Es habe sich um einen
gezielten Luftangriff gehandelt und der Verdächtige sei ein
bekannter Terrorist mit Verbindungen zu Al Kaida gewesen,
erklärten Beamte des Verteidigungsministeriums in Washington.
Am Montagmorgen feuerte die US-Luftwaffe Raketen auf die Stadt Dobley
nahe der kenianischen Grenze. Radikale Islamisten hatten dort in der
vergangenen Woche die Macht an sich gerissen. Augenzeugen berichteten,
drei Flugzeuge gesehen zu haben. Polizeiangaben zufolge wurden
mindestens acht Menschen schwer verletzt, darunter vier Kinder. Ein
Mitarbeiter einer Hilfsorganisation erklärte, bis zu sechs
Menschen seien noch unter den Trümmern eines Hauses
verschüttet. Ob der mutmaßliche Terrorist den Anschlag
überlebte, war zunächst unklar. Das Pentagon machte
zunächst keine Angaben zu dessen Identität.
Im vergangenen Jahr bombardierte die US-Streitkräfte erstmals
einen mutmaßlichen Terroristen in Somalia, damals feuerten sie
eine Rakete von einem vor der Küste kreuzenden Kriegsschiff ab.
Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr,
Islamisten haben wiederholt versucht, die Kontrolle im Land an sich zu
reißen. Anfang 2007 kämpften somalische Truppen mithilfe
äthiopischer Soldaten gegen die Machtübernahme radikaler
Islamisten im ganzen Land.
(Quelle: ap)
13 Tote bei Kämpfen im Westen Kenias
Di.04.03.08 - Eine Gruppe mit Gewehren und Macheten bewaffneter Männer hat im
Westen Kenias ein Dorf gestürmt und 13 Menschen getötet.
Unter den Opfern sei auch eine schwangere Frau und ein
dreijähriges Mädchen gewesen, teilte die Polizei am Montag
mit. Die Ursache der Kämpfe war zunächst unklar.
Während der blutigen Unruhen nach der umstrittenen
Präsidentenwahl Ende Dezember war es im Westen des Landes immer
wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen gekommen. Anhänger
von Präsident Mwai Kibaki und dem Oppositionsführer Raila
Odinga bekämpften sich, zum Teil lieferten sich auch Mitglieder
verschiedener Volksgruppen heftige Auseinandersetzungen. Am vergangenen
Donnerstag schlossen die beiden politischen Rivalen ein Abkommen zur
Teilung der Macht ab, seither gab es keine größeren
Zwischenfälle.
(Quelle: ap)
UN-Sicherheitsrat stimmt für schärfere Sanktionen gegen Iran
Di.04.03.08 - Im Atomstreit mit dem Iran hat sich der UN-Sicherheitsrat mit einer
überwältigenden Mehrheit für eine Verschärfung der
Sanktionen gegen Teheran ausgesprochen. 14 von 15 Mitgliedern stimmten
am Montag in New York für einen Resolutionsentwurf, der von
Deutschland, Frankreich und Großbritannien ausgearbeitet worden
war. Nur Indonesien enthielt sich. Die Resolution 1803 sieht vor allem
Sanktionen gegen iranische Bürger und Unternehmen vor, die in das
Atomprogramm verwickelt sind. Ihre Konten im Ausland sollen eingefroren
werden. Auch müssen Einzelpersonen mit Reisebeschränkungen
rechnen.
Die neue UN-Resolution sieht neben Strafmaßnahmen gegen
Einzelpersonen und Firmen auch Lieferverbote für bestimmte Waren
in den Iran vor. Betroffen sind heikle Güter, die sowohl für
zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden können.
Dafür sollen notfalls auch verdächtige Lieferungen in und aus
dem Iran überprüft werden.
Die Resolution ermahnt die internationale Gemeinschaft zudem, bei
Transaktionen mit iranischen Banken wachsam zu sein. Wie bereits in den
beiden zuvor verabschiedeten Sanktionen 1737 und 1747 wird dem Iran vor
Inkrafttreten eine dreimonatige Frist eingeräumt, um sein
umstrittene Urananreicherung einzustellen.
Das US-Außenministerium begrüßte das
Abstimmungsergebnis ausdrücklich. Der Iran stelle eine "andauernde
Bedrohung" dar, sagte Sprecher Tom Casey. Zugleich signalisierte der
britische UN-Botschafter John Sawers auch im Namen Chinas,
Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der USA in New York
Verhandlungsbereitschaft. Die sechs Länder seien bei
Kooperationsbereitschaft des Irans bereit, Wirtschafts- und
Handelsbeziehungen aufzunehmen. Nach dem Willen der sechs Staaten soll
sich nun der EU-Außenbeauftragte Javier Solana mit dem iranischen
Atomunterhändler Said Dschalili treffen, um einen Ausweg aus der
Krise zu suchen. Deutschland ist derzeit nicht Mitglied im
Sicherheitsrat, beteiligt sich aber an den Atomverhandlungen mit dem
Iran.
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mohammed Chasai,
protestierte bereits vor der Abstimmung gegen neue Sanktionen, die er
als "ungerecht und irrational" bezeichnete. Der Westen verfolge eine
"politisch motivierte Agenda", erklärte er in New York. Teherans
Atompläne dienten ausschließlich der Stromgewinnung und
keinem militärischen Nutzen.
Laut dem jüngsten Iran-Bericht der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) verweigert Teheran nach wie vor eine
vollständige Zusammenarbeit bei Fragen zu seinem Atom-Programm.
(Quelle: afp)
Pakistan: Anwälte fordern Wiedereinsetzung von Oberstem Richter
Di.04.03.08 - Die pakistanische Polizei ist am Montag mit Tränengas gegen
demonstrierende Anwälte vorgegangen, die von Präsident Pervez
Musharraf die Wiedereinsetzung des abgesetzten Obersten Richters
Iftikhar Mohammed Chaudhry forderten. Die rund 200 Anwälte
protestierten vor der Residenz Chaudhrys in Islamabad. Er steht seit
dem 3. November unter Hausarrest. Damals verhängte Musharraf den
Ausnahmezustand und setzte die Richter am Obersten Gerichtshof ab, die
über die Rechtmäßigkeit seiner Wahl im Oktober
entscheiden wollten.
Musharraf ersetzte sie durch ihm genehme Personen, die dann auch
entschieden, dass es an seiner Wahl nichts zu beanstanden gebe. Am
Montag übertrugen Fernsehsender das Vorgehen der Polizei gegen die
Anwälte live. Die Demonstranten hatten sich versammelt, nachdem
Fernsehsender berichteten hatten, der Hausarrest gegen Chaudhrys Frau
und die drei Kinder sei aufgehoben worden. Als sich herausstellte, dass
die Angaben falsch waren, skandierten die Anwälte Parolen wie
«Hau ab, Musharraf, hau ab!».
Im Nordwesten des Landes kam es unterdessen zu einem Feuergefecht
zwischen Anhängern eines radikalen islamischen Geistlichen und
Dorfbewohnern. Dabei wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen
getötet. Die Dorfbewohner widersetzten sich dem Abriss des
Schreins eines islamischen Heiligen im Dorf Sheikhan. Die Anhänger
des Geistlichen befanden es für unislamisch, in dem Schrein zu
beten.
(Quelle: ap)
Trockener Winter bedroht Ernte in Nordkorea
Di.04.03.08 - Ein ungewöhnlicher trockener Winter bedroht die Getreideernte in
Nordkorea und könnte damit die chronische Lebensmittelknappheit in
dem verarmten kommunistischen Land weiter verschärfen. Die
Temperaturen seien ungewöhnlich mild gewesen, und in den Monaten
Januar und Februar habe es in weiten Landesteilen kaum
Niederschläge gegeben, erklärte ein Sprecher des
nordkoreanischen Wetterdienstes. «Dieses abnormale
Klimaphänomen hat das Wachstum von Winterweizen und Gerste schwer
beeinträchtigt», berichtete die amtliche Nachrichtenagentur
KCNA am Montag.
Schätzungen zufolge sollen seit Mitte der 90er Jahre zwei
Millionen Menschen an den Folgen von Lebensmittelknappheit und
Mangelernährung gestorben sein. Nach Angaben des
südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums macht die Produktion
von Winterweizen und Gerste etwa sechs Prozent der Gesamtproduktion
Nordkoreas an Getreide von vier Millionen Tonnen aus. Das
Welternährungsprogramm (WFP) sagte kürzlich voraus, in
Nordkorea fehlten in diesem Jahr 1,4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel,
mehr als in den vergangenen Jahren. Dies wurde auf Überschwemmungen
im vergangenen Sommer zurückgeführt.
(Quelle: ap)
Umweltaktivisten greifen japanische Walfänger an
Di.04.03.08 - Militante Umweltaktivisten haben in der Antarktis ein japanisches
Walfangschiff mit Buttersäure angegriffen und dabei nach
japanischen Behördenangaben drei Menschen verletzt. Die Aktivisten
der australischen Gruppe Sea Shepherd hätten von ihrem Schiff aus
eine Stunde lang Umschläge mit einem weißen Pulver sowie
Flaschen mit Buttersäure auf das Walfangschiff "Nisshin Maru"
geworfen, teilten die japanischen Behörden mit. Zwei japanische
Besatzungsmitglieder und zwei Offiziere der Küstenwache hätten
anschließend über brennende Augen geklagt. Drei von ihnen
hätten sich in Behandlung begeben, um ihre Augen auswaschen zu
lassen.
Der Chef von Sea Shepherd und Kapitän des Schiffes "Steve Irwin",
Paul Watson, bestätigte den Angriff von seinem Schiff aus, bestritt
aber, dass es Verletzte gegeben habe. "Wir haben alles gefilmt und
fotografiert. Nicht ein einziges Ding landete in der Nähe der
Besatzung", sagte er der australischen Nachrichtenagentur AAP. In einer
Erklärung betonte Watson, seine Gruppe führe einen
"gewaltlosen, chemischen Krieg", benutze aber "nur organische, ungiftige
Stoffe, die belästigen und den illegalen Walfang beenden sollen".
Buttersäure taucht in ranziger Butter auf und existiert als
weißes Pulver oder in flüssiger Form.
Japan kündigte scharfe Proteste bei der australischen Regierung
an. Australiens Außenminister Stephen Smith verurteilte in einer
Erklärung jegliche Gewalt zwischen Walfang-Gegnern und
-Befürwortern.
Australien lehnt den Walfang ab. Japan dagegen umgeht das seit 1986
bestehende Moratorium der Walfangkommission (IWC) und tötet Jahr
für Jahr rund tausend Wale zu angeblichen Forschungszwecken.
(Quelle: afp)
Kolumbien - Venezuela - Ecuador: Säbelrasseln in Südamerika
Di.04.03.08 - Venezuela und Ecuador haben mit Säbelrasseln auf den
kolumbianischen Vorstoß auf ecuadorianisches Staatsgebiet
reagiert. Beide Staaten befahlen Truppen zur kolumbianischen Grenze und
wollen ihren Botschafter aus Bogota abziehen. Die kolumbianischen
Streitkräfte hatten am Samstag einen Stützpunkt der
linksgerichteten Guerillagruppe FARC in Ecuador angegriffen und dabei
17 Rebellen getötet, darunter Raul Reyes, der auch als Sprecher
der FARC agierte.
«Dafür gibt es keine Rechtfertigung», erklärte
der ecuadorianische Präsident Rafael Correa. Soldaten wurden am
Montag mit Hubschraubern ins Grenzgebiet gebracht.
Der venezolanische Präsident Hugo Chavez sprach von einem
«feigen Mord» und erklärte, das Nachbarland Kolumbien
sollte von seiner mit den USA verbündeten Regierung befreit
werden. Den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe bezeichnete
er als «Verbrecher» und Kolumbien als
«terroristischen Staat».
Kolumbien warf Ecuador anhand von sichergestellten Computerdaten den
Aufbau einer engen Beziehung zur FARC vor. Die Beweise seien auf Reyes'
Rechner sichergestellt worden, hieß es am Montag in Bogotá.
Die USA stellten sich auf die Seite Bogotás. Kolumbien habe das
Recht, sich gegen die FARC zu verteidigen, erklärte
Außenamtssprecher Tom Casey. Brasilien, Chile und Mexiko boten
sich als Vermittler an.
Reyes sei dabei gewesen, einen Aktionsplan der Rebellen mit der
ecuadorianischen Regierung auszuhandeln, sagte der kolumbianische
Polizeichef Oscar Naranjo am Sonntag. Dies bedrohe Kolumbiens nationale
Sicherheit. Ecuador wies alle Vorwürfe zurück und bezeichnete
sie als Lügen, die Kolumbien nun erfinde, um den Angriff im
Nachbarland zu rechtfertigen.
Die Anschuldigungen stützen sich auf zwei angeblich von Reyes
geschriebene und an die Führung der FARC adressierte
Worddokumente, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen. In einem
Dokument aus dem Monat Januar wird behauptet, der ecuadorianische
Präsident Correa sei bereit, die FARC nicht weiter als
Rebellengruppierung zu verfolgen. Dafür wolle er an Verhandlungen
zur Befreiung von Geiseln der FARC beteiligt werden. Correa sei der
Ansicht, dass der kolumbianische Präsident Uribe «eine
Gefahr für die Region ist», hieß es dort. Ein Brief
von Ende Februar wiederum berichtet von einem angeblich geplanten
Treffen der Rebellen mit einem Gesandten Correas in Quito.
Die deutsche Regierung zeigte sich angesichts der drohenden Eskalation
in der Region besorgt. «Wir haben diese Entwicklung mit
großer Sorge betrachtet», sagte der Sprecher des
Auswärtigen Amts, Martin Jäger, am Montag in Berlin. Der
Konflikt könne dazu beitragen, die Region zu destabilisieren.
Deshalb hoffe die Bundesregierung auf Zurückhaltung aller
Beteiligten, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.
Die FARC ist die größte kolumbianische Rebellengruppierung.
Sie ist in Drogengeschäfte verwickelt und soll insgesamt mehr als
700 Menschen in ihrer Gewalt haben, entweder um Lösegeld zu
erpressen oder aus politischen Gründen. Zuletzt ließ die
FARC unter Vermittlung von Chavez sechs ihrer Geiseln frei. Die
bekannteste Geisel ist die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid
Betancourt, die während ihres Präsidentschaftswahlkampfes
2002 verschleppt wurde. Nach Angaben der inzwischen freigelassenen
Geiseln geht es ihr gesundheitlich sehr schlecht.
(Quelle: ap)
Kolumbien: FARC-Guerilleros wollten Uran kaufen
Di.04.03.08 - Die linksgerichtete kolumbianische Guerillagruppe wollte nach Angaben
der Regierung des südamerikanischen Landes Uran kaufen. Der
kolumbianische Polizeichef General Oscar Naranjo bezog sich auf
Informationen aus einem sichergestellten Laptop eines getöteten
FARC-Anführers. «Wenn sie (die Rebellen) Verhandlungen
über 50 Kilogramm Uran erwähnen, dann bedeutet das, dass die
FARC große Schritte in der Welt des Terrorismus unternommen hat,
um ein globaler Aggressor zu werden.» Es gehe nicht mehr um eine
inländische Guerillagruppe, sondern um
länderübergreifenden Terror, sagte er.
Die kolumbianischen Streitkräfte hatten am Samstag einen
FARC-Stützpunkt auf ecuadorianischem Staatsgebiet angegriffen und
dabei 17 Rebellen getötet, darunter das Führungsmitglied Raul
Reyes. Dabei war ihnen auch Reyes' Laptop in die Hände gefallen.
Darauf sind laut Naranjo auch Hinweise zu finden, dass das Nachbarland
Venezuela kürzlich 300 Millionen Dollar (197 Millionen Euro) an
die FARC gezahlt habe, möglicherweise in Zusammenhang mit der
Freilassung von sechs Geiseln.
(Quelle: ap)
Westen kritisiert Medwedew-Wahl als undemokratisch -- Deutschland setzt
auf eine Modernisierung Russlands und eine Stärkung des
Rechtsstaates unter Medwedew -- Merkel will den neuen russischen
Präsidenten bald treffen
Di.04.03.08 - Der Westen hat die Wahl Dmitri Medwedews zum neuen russischen
Präsidenten als undemokratisch verurteilt: Die Abstimmung sei
weder frei noch fair gewesen, sagte der europäische Chefbeobachter
Andreas Gross am Montag in Moskau. Dennoch gebe die Abstimmung den
Willen des russischen Volkes wieder. Deutschlands Bundeskanzlerin
Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und
US-Präsident George W. Bush bekundeten trotz ihrer Kritik an dem
Wahlgang den Willen zur Zusammenarbeit mit Medwedew. Der
42-jährige Wahlsieger kündigte an, die Politik des
scheidenden Präsidenten Wladimir Putin fortzusetzen, der unter
Medwedew als Ministerpräsident weiterhin politischen Einfluss
ausüben will.
"Es gab keine Freiheit", kritisierte Gross die Wahl, bei der Medwedew
am Sonntag amtlichen Angaben zufolge mit 70,23 Prozent der Stimmen
gewann. Gross, der die Parlamentarische Versammlung des Europarats
vertritt, bemängelte vor allem den Ausschluss von Kandidaten und
den ungleichen Zugang der Bewerber zu den Medien. Dennoch entspreche
das Ergebnis "dem Willen der Wählerschaft, dessen demokratisches
Potenzial unglücklicherweise noch nicht geweckt ist".
Die Wahlkommission wies die auch von der liberalen Opposition
geäußerte Kritik zurück. "Soll ich die Mitglieder der
Wahlkommission nackt arbeiten lassen?", kommentierte Wahlleiter
Wladimir Tschurow die europäische Forderung nach
größerer Transparenz.
In Moskau versuchte eine kleine Gruppe von Oppositionellen gegen die
Umstände der Wahl zu demonstrieren. Mehr als 300
Bereitschaftspolizisten erstickten den Protest im Keim. Dutzende
Menschen wurden auch unter Einsatz von Schlagstöcken festgenommen
und in bereitstehende Polizeibusse geschleift.
Deutschland setzt auf eine Modernisierung Russlands und eine
Stärkung des Rechtsstaates unter Medwedew. Bundeskanzlerin Merkel
sei bereit, Medwedew dabei nach Kräften zu unterstützen,
sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin.
Beide wollten sich so schnell wie möglich treffen und
kennenlernen. Dann werde Merkel auch die Kritik der Bundesregierung an
den Umständen der Wahl zur Sprache bringen. Steg wollte noch nicht
bestätigen, dass Merkel bereits am Wochenende nach Moskau reisen
und dort Putin und dessen Nachfolger treffen könnte.
Das Auswärtige Amt sieht Chancen für engere Beziehungen zu
Russland. Staatsminister Gernot Erler verwies in einem Interview der
Nachrichtenagentur Reuters auf Medwedews Pläne für eine
Modernisierung von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. "Das könnte
natürlich den Weg frei machen für eine weitere Intensivierung
der Beziehungen", sagte Erler.
Die USA kündigten eine enge Zusammenarbeit mit Medwedew auf
Gebieten wie dem Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen und gegen
Extremisten an. "Die Vereinigten Staaten freuen sich auf die
Zusammenarbeit mit ihm", sagte Präsidialamtssprecher Gordon
Johndroe in Washington.
Auch EU-Kommissionspräsident Barroso setzt auf einen Ausbau der
Beziehungen. Das Verhältnis zu Russland sollte dabei nicht nur auf
gemeinsamen Interessen, sondern auch auf gemeinsamen Werten basieren,
erklärte Barroso in Brüssel. Der französische
Außenminister Bernard Kouchner nannte das Wahlergebnis eindeutig,
auch wenn es keinen wirklichen Wettbewerb gegeben habe.
Auch Großbritannien, dessen Beziehungen zu Russland unter anderem
wegen des Mordes an dem Ex-Geheimdienstler Alexander Litwinenko
gespannt sind, setzt auf eine engere Zusammenarbeit mit Medwedew. Man
werde den neuen Präsidenten an seinen Taten messen, erklärte
ein Regierungssprecher.
Medwedew sicherte eine Fortsetzung der Politik seines Mentors Putin zu,
der nach zwei Amtsperioden nicht wieder kandidieren durfte. "Es wird
Kontinuität geben." Die achtjährige Putin-Ära war von
einer Konzentration der Macht in den Händen des Präsidenten
und außenpolitischer Rivalität mit dem Westen geprägt.
Putin äußerte die Hoffnung, dass Medwedew die in ihn
gesetzten Erwartungen erfüllen und Russland sowie dessen
Wirtschaft stärken werde.
(Quelle: rtr)
Berlin und Paris planen Kompromiss zu Mittelmeerunion
Di.04.03.08 - Deutschland und Frankreich wollen den EU-Mitgliedsstaaten schon bald
einen Kompromiss über die umstrittenen Pläne für eine
Zusammenarbeit mit den Ländern des Mittelmeerraumes vorlegen. Dazu
solle der Barcelona-Prozess zu einer Mittelmeerunion ausgebaut werden,
kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der
französische Präsident Nicolas Sarkozy am Abend in Hannover
an. Der Kompromiss solle bereits während des Europäischen
Rates in der kommenden Woche in Brüssel präsentiert werden.
Merkel und Sarkozy betonten, beide Länder seien sich über die
Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit den
Mittelmeer-Anreinerstaaten einig.
Die deutsche Regierung hatte den französischen Vorschlag für
eine Mittelmeerunion bislang sehr kritisch beurteilt. Merkel hatte
wiederholt gefordert, dass ein solches Projekt alle EU-Staaten
einbeziehen müsse, anderenfalls drohe eine Spaltung der
Europäischen Union.
Ebenfalls in den kommenden Tagen wollen Deutschland und Frankreich
zudem einen Kompromiss über die umstrittenen Vorschläge der
EU-Kommission für die Reduzierung des Kohlendioxidaustoßes
von Autos vorlegen. Bislang hatten sich Deutschland und Frankreich mit
ihren Positionen unversöhnlich gegenüber gestanden. Die
Bundesregierung will Hersteller großer Limousinen wie Daimler und
BMW bei den geplanten Umweltvorschriften entlasten. Paris macht sich
dagegen für Kleinwagenhersteller wie Renault und Peugeot stark.
(Quelle: afp)
Gipfeltreffen zum Zypernkonflikt noch im März
Di.04.03.08 - Der neugewählte zyprische Präsident Dimitris Christofias und
der Führer der türkischen Zyprer, Mehmet Ali Talat, wollen
noch im März bei einem Treffen die Gespräche über eine
Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel wieder aufnehmen. Dies
erklärte der Zypern-Beauftragte der Vereinten Nationen, Michael
Moller, am Montag in Nikosia. Ein genaues Datum sei noch nicht
festgelegt worden, erklärte ein Sprecher der UN-Friedenstruppe in
Zypern.
Zypern ist seit einer Invasion türkischer Truppen im Jahr 1974
geteilt. Vorangegangen war der Versuch eines Umsturzes mit dem Ziel
einer Vereinigung mit Griechenland. Ein Plan der Vereinten Nationen
für die Wiedervereinigung wurde 2004 von den griechischen Zyprern
im Süden abgelehnt, während er im Norden mehrheitlich
gebilligt wurde. Die Wahl Christofias' Ende Februar weckte Hoffnungen
auf eine Wiederbelebung des innerzyprischen Dialogs.
(Quelle: ap)
Neue Vorstadtgewalt in Frankreich: Vier Polizisten in Pariser
Trabantenstadt angeschossen
Di.04.03.08 - Vermummte Randalierer haben Polizisten in einer Pariser Trabantenstadt
in einen Hinterhalt gelockt und mit Schusswaffen verletzt, wie das
Innenministerium am Montag bekannt gab. Die Beamten wurden am
Sonntagnachmittag nach Grigny südlich der Hauptstadt gerufen,
nachdem eine Bäckerei von zwei Unbekanten verwüstet worden
war. Als die Sicherheitskräfte eintrafen, wurden sie von rund 30
zum Teil bewaffneten Personen erwartet, teilte Innenministerin
Michèle Alliot-Marie mit. Sie sprach von einem
«regelrechten Hinterhalt».
Drei Polizisten wurden nach ihren Angaben durch Schrotkugeln leicht im
Gesicht verletzt. Ein vierter Beamter musste im Krankenhaus behandelt
werden, nachdem er von Schrotkugeln und Nägeln am Bein getroffen
worden war. Die Suche nach den Tätern sei eingeleitet worden,
erklärte die Ministerin.
In den französischen Vorstädten, von denen zahlreiche durch
hohe Jugendarbeitslosigkeit und Kriminalität geprägt sind,
kommt es immer wieder zu Unruhen. Erst im November lieferten sich
Randalierer in der nördlichen Pariser Trabantenstadt Villier-le-Bel
nächtelange Straßenschlachten mit Sicherheitskräften
und setzten dabei erstmals Jagdwaffen gegen die Beamten ein.
Staatspräsident Nicolas Sarkozy legte im Februar einen Aktionsplan
gegen die Krise in den so genannten Banlieues vor. Der Plan sieht die
Entsendung tausender zusätzlicher Polizisten sowie Maßnahmen
gegen die Arbeitslosigkeit vor.
(Quelle: ap)
Jahresteuerung in Euro-Zone bleibt im Februar auf Rekordniveau
Di.04.03.08 - Die Lebenshaltungskosten in der Euro-Zone sind auch im Februar rasant
gestiegen.
Die Verbraucherpreise kletterten um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie
das Europäische Statistikamt (Eurostat) am Montag auf Basis einer
ersten Schätzung mitteilte. Bereits im Januar hatte die
Jahresteuerung dieses Niveau erreicht. Von Reuters befragte Volkswirte
hatten für Februar im Schnitt mit exakt dieser Entwicklung
gerechnet.
Weitere Details zur Preisentwicklung im Februar nennt Eurostat erst bei
Vorlage der endgültigen Zahlen. Die Europäische Zentralbank
(EZB) sieht bei einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent
mittelfristig Preisstabilität gewährleistet. In Deutschland
hatte sich die Lebenshaltung nach vorläufigen Daten im Februar um
knapp drei Prozent verteuert.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Rechnungshof kritisiert Verteilung der Entwicklungshilfe
Di.04.03.08 - Der Bundesrechnungshof hat die Ausgabenpolitik von
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) kritisiert.
Das Ministerium gebe einen wachsenden Teil seiner Mittel nicht mehr
für konkrete Projekte aus, sondern lasse das Geld direkt in die
Haushalte der Empfängerländer fließen, heißt es in
dem Bericht, der der "Süddeutschen Zeitung" vorlag. Eine
Kontrolle, ob die Hilfen auch sinnvoll verwendet würden, sei jedoch
schwierig. Zudem würden die Kontrollbefugnisse des Bundestags
ausgehebelt. Die Ministerin sieht sich trotz der Kritik durch den
Bericht in ihrer Politik bestätigt.
Nach dem Bericht des Rechnungshofs will die Bundesregierung in diesem
Jahr 400 Millionen Euro für sogenannte Budgethilfen ausgeben. Das
Instrument habe seit seiner Einführung im Jahr 2001 erheblich an
Bedeutung gewonnen und gelte inzwischen als ebenso wichtig wie
Projekthilfen. Der Rechnungshof mahnte dem Blatt zufolge einen
"vorsichtigen Umgang" mit den Budgethilfen an. Das Geld könne schon
unmittelbar nach seiner Auszahlung nicht mehr von den sonstigen
Haushaltsmitteln des Empfängerlands unterschieden werden. Es sei
fraglich, ob der "Reformwille" der Partnerregierung und die
Sicherungsmaßnahmen des Entwicklungshilfeministeriums ausreichten,
"um die hohen Risiken für den ordnungsgemäßen und
wirtschaftlichen Einsatz der Bundesmittel zu beherrschen".
Wieczorek-Zeul sieht sich trotz der Kritik durch die Ergebnisse des
Berichts in ihrer Förderpolitik bestätigt. Die Budgethilfen
würden nur nach genauer Prüfung der Empfängerländer
mit Umsicht eingesetzt, erklärte ihr Ministerium in Berlin.
(Quelle: afp)
Grüne suchen neuen Parteichef für Bundestagswahl
Di.04.03.08 - Die Grünen müssen mit einem neuen Parteivorsitzenden in die
Bundestagswahl 2009 ziehen. Parteichef Reinhard Bütikofer
kündigte am Montag an, er werde auf dem Parteitag im November
nicht zur Wiederwahl antreten.
Er begründete dies mit seinem Wunsch, für das Europaparlament
zu kandidieren. Co-Parteichefin Claudia Roth will sich dagegen erneut
um den Parteivorsitz bewerben. Spitzenkandidaten für die
Bundestagwahl sollen Fraktionschefin Renate Künast und der
frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin werden.
Einstimmig billigte der Parteirat den Vorschlag, wonach der Parteitag
im November das Tandem wählen soll. Ihnen zur Seite gestellt
werden soll ein Spitzenteam aus fünf Personen.
Mit der Ankündigung seines Rückzuges zu diesem Zeitpunkt
überraschte Bütikofer. Von ihm war zwar bekannt, dass es ihn
2009 ins Europaparlament zieht. In der Partei war jedoch offen, ob er
den Parteivorsitz nicht parallel zur Europa-Kandidatur fortsetzen und
erst nach der Europawahl niederlegen werde. "Ich habe mich entschieden,
es ist besser, schon dieses Jahr einen Schnitt zu ziehen und dieses
Kapitel abzuschließen", sagte Bütikofer. Indirekt
plädierte er dafür, die Neuwahl an der Parteispitze mit einem
Generationenwechsel zu verbinden. "Es ist richtig, ein anderes, junges
Gesicht beim Bundestagswahlkampf nach vorne zu stellen und nicht erst
danach", sagte Bütikofer.
Damit dürfte der 55-Jährige die Debatte über seinen
Nachfolger eröffnet haben. Dieser müsste aus dem
realpolitischen Lager kommen, da Roth der Parteilinken zugerechnet
wird. Als mögliche Kandidaten waren in den vergangenen Monaten in
der Partei die Namen des Tübinger Bürgermeisters Boris Palmer
und des hessischen Grünen-Fraktionschefs Tarek Al-Wazir gefallen.
Eine erneute Kandidatur des Vorsitzenden der Fraktion im Bundestag,
Fritz Kuhn, gilt als unwahrscheinlich. Er müsste dann sein Amt in
der Fraktion aufgeben, weil die Parteisatzung eine gleichzeitige
Mitgliedschaft in Fraktions- und Parteivorstand verbietet. Wegen der
Unvereinbarkeit von Parteiamt und Mandat hatte Kuhn Ende 2002 den
Parteivorsitz aufgegeben. Bütikofer zufolge streben Künast
und Trittin nicht an die Parteispitze. "Mir ist von keinem der beiden
bekannt, dass es diese Absicht gäbe", sagte Bütikofer, der
bis November im Amt bleibt. Er war dann fast sechs Jahre lang
Parteivorsitzender.
Querelen innerhalb der Grünen-Führungsriege dürften
Bütikofer die Entscheidung erleichtert haben. Eskaliert waren
diese im September vorigen Jahres auf einem Sonderparteitag zum
Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Die gesamte Führungsmannschaft
einschließlich der Fraktionsspitze wurde von den Delegierten
düpiert. Sie widersetzten sich damals der Linie der
Führungsriege und legten die Bundestagsabgeordneten darauf fest,
der Verlängerung des Bundestagsmandats nicht zuzustimmen.
In die Bundestagswahl sollen zwei Spitzenkandidaten die Grünen
führen, nachdem bei den Wahlen 2002 und 2005 der damalige
Außenminister Joschka Fischer alleiniger Spitzenkandidat war. Der
Parteivorstand schlug vor, dass der Parteitag im November "zwei
Personen als Spitzen-Tandem" wählen solle. Ihnen zur Seite
gestellt werden solle ein Team aus fünf Personen, die ebenfalls
vom Parteitag gewählt würden. Darunter sollten die beiden
Bundesvorsitzenden sowie drei Kandidaten sein, die von den
Landesverbänden vorgeschlagen würden.
Der Parteivorstand begrüßte, dass sich Künast und
Trittin als Spitzen-Tandem bewerben. Die Entscheidung darüber
stehe aber dem Parteitag zu. Fraktionschef Kuhn sagte: "Ich halte es
für richtig, dass man jetzt (...) mit einer Doppelspitze ins
Rennen geht, die die Partei in der Breite abdeckt. Und das werden nach
Lage der Dinge Renate Künast und Jürgen Trittin sein."
Im Parteirat zeichnete sich breiter Rückhalt für Künast
und Trittin ab. "Die beiden Personen sind für mich die Richtigen",
sagte die Europaabgeordnete Rebecca Harms. Auch die bayerische
Grünen-Chefin Theresa Schopper sagte: "Damit sind wir gut
aufgestellt für die Bundestagswahl." Im Gespräch war
ursprünglich auch eine Urabstimmung über die
Spitzenkandidatur.
(Quelle: rtr)
Bayerns Ministerpräsident Beckstein: CSU wird nicht die
große Konfrontation suchen - Räumt herbe Verluste seiner
Partei in den Großstädten München und Nürnberg ein
Di.04.03.08 - Die CSU wird nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident
Günther Beckstein trotz der teils starken Verluste bei der
Kommunalwahl zur Profilschärfung nicht stärker auf
Konfrontationskurs im Bund gehen.
"Wir sind in einer großen Koalition und da ist es nicht ganz
einfach in die Offensive zu gehen", sagte Beckstein am Montag im
Rbb-Inforadio. Zudem habe die Wahl gezeigt, dass die Wähler eine
fachbezogene gute Arbeit honorierten. "Aber wenn es notwendig ist,
bayerische Interessen zu vertreten, zum Beispiel bei der
Gesundheitspolitik oder der Erbschaftsteuerreform, da werden wird
vernehmlicher uns zu Wort melden", kündigte der CSU-Politiker an.
Streit um des Streits willen oder aus taktischen Erwägungen werde
die CSU nicht vom Zaun brechen.
Beckstein räumte herbe Verlusten für seine Partei in den
Großstädten München und Nürnberg ein. Diese seien
"überraschend hoch und schmerzlich" ausgefallen. Dem ständen
aber positive Einzelergebnisse andernorts gegenüber, so etwa in
Augsburg. Bei der Wahl am Sonntag sei es sehr stark auf die jeweiligen
Besonderheiten in den Orten und Regionen angekommen.
Im Münchener Ergebnis wollte Beckstein kein Votum gegen das
Projekt einer Transrapid-Verbindung zwischen der City und dem Flughafen
sehen. Als Fazit aus der Kommunalwahl hielt Beckstein fest, "dass man in
Bayern genauso wenig wie irgendwo sonst im Schlafwagen einen Wahlsieg
einfährt". Mit Blick auf die Landtagswahlen im September sei
klargeworden, dass die CSU ihr Profil noch schärfen und um jede
Stimme kämpfen müsse.
Die CSU hatte bei der Wahl am Sonntag eine empfindliche Schlappe in den
größten bayerischen Städten erlitten. In München
und Nürnberg erzielten die amtierenden SPD-Oberbürgermeister
laut vorläufigen Ergebnissen Rekordwerte von rund zwei Dritteln der
Stimmen. Die Wahl wurde als erster ernsthafter Test für das neue
bayerische Führungsduo aus Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber
angesehen.
(Quelle: rtr)
SPD-Parteirat stützt Beck
Di.04.03.08 - Im SPD-internen Richtungsstreit über den Umgang mit der Linken hat
sich der Parteirat am Montag klar hinter den Parteivorsitzenden Kurt
Beck gestellt. Das höchste SPD-Gremium zwischen den Parteitagen
billigte bei lediglich zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen den
Vorstandsbeschluss von vergangener Woche für einen
Öffnungskurs zur Linkspartei. Dies sei ein «gutes Ergebnis -
auch für Kurt Beck», betonte Parteivize Andrea Nahles.
Die SPD-Führung hatte vor einer Woche auf Becks Initiative hin die
Entscheidung über eine Zusammenarbeit mit der Linken den
Landesverbänden überlassen. Dies hatte auch in der SPD
für erhebliche Kritik gesorgt und eine Führungsdebatte
ausgelöst. Die innerparteilichen Attacken seien im Parteirat
kritisiert worden, sagte Nahles. Mit Blick auf ihre Amtskollegen Peer
Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier fügte sie hinzu:
«Die Kritik der Parteibasis ist bei allen Stellvertretern
angekommen.»
Steinmeier räumte nach der Sitzung ein, dass es Kritik an
Steinbrück, aber auch an ihm selbst gegeben habe. Die mediale
Selbstdarstellung der SPD-Führung sei in der vergangenen Woche
«alles andere als glücklich» gewesen. Die SPD habe
allerdings «keinen Anlass, in Sack und Asche zu gehen».
Dies zeigten auch die Rückschläge für die CSU bei den
Kommunalwahlen in Bayern.
Der vom Parteirat bestätigte Vorstandsbeschluss sei für die
SPD «ein Brückenschlag zwischen den unterschiedlichen
Positionen über Kooperationen mit der Linken», betonte
Steinmeier. Er verwies darauf, dass in dem Papier ein Zusammengehen mit
der Linken im Bund weiterhin ausgeschlossen wird. Auch auf Landesebene
sei es «nicht das Ziel der SPD, Kooperationen mit der Linken zu
suchen». Er vertraue den Bemühungen der hessischen
SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti, nach Alternativen zu suchen.
Zugleich forderte Steinmeier die FDP und ausdrücklich auch die CDU
in Hessen auf, sich Gesprächen nicht zu verweigern.
Der Parteiratsvorsitzende Claus Möller, der mit 97 Prozent der
Stimmen als Chef des Gremiums wiedergewählt wurde, kritisierte
ebenfalls die jüngste Selbstdarstellung der Parteiführung. Es
habe «missverständliche Interviews» gegeben. Wenn der
Eindruck entstehe, dass der Parteivorstand Entscheidungen nicht
geschlossen vertrete, komme das bei Basis «nicht so gut
an», sagte Möller. Steinbrück, der die Sitzung wegen
eines Termins in Brüssel vorzeitig verlassen musste, habe sich zu
der Kritik nicht geäußert, sagte Möller.
Ypsilanti habe in der Sitzung über ihre Bemühungen zur
Regierungsbildung in Hessen berichtet, sagte Möller. Es gebe
bessere Koalitionen als mit der Linken. Alle demokratischen Parteien
müssten aber «miteinander reden können».
Der SPD-Parteirat tagte am Montag ohne Beck, der wegen einer
Grippeerkrankung bis Ende der Woche alle Termine abgesagt hat. Auch
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil fällt aufgrund einer
Erkrankung für die kommenden Tage aus. Die Umfragewerte für
Beck hatten sich zuletzt stark verschlechtert - auch unter
Parteinanhängern. Die Autorität des Parteichefs und seine
Position als Kanzlerkandidat wurden daraufhin in Frage gestellt. Die
Diskussion im Parteirat sei nun sehr sachlich und fair gewesen, betonte
Möller. Er hoffe, dass nun wieder Ruhe einkehre und das Thema
beendet sei.
(Quelle: ddp)
Juso-Vorsitzende verteidigt die Linie von Kurt Beck
Di.04.03.08 - Die Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Franziska Drohsel, hat in
der Frage der Zusammenarbeit mit der Linkspartei dem Parteichef Kurt
Beck den Rücken gestärkt. Im ARD-Morgenmagazin erklärte
Drohsel am Montag: «Die Jusos sind schon seit Jahren dafür
eingetreten, dass die SPD ihre babylonische Gefangenschaft von der Union
auflöst und sich Richtung Linkspartei öffnet.»
In Hessen müsse die Partei vor Ort entscheiden, ob Andrea
Ypsilanti ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen wolle, sagte
Drohsel. Die Aufregung über Beck verwundere sie, weil zunächst
fast einstimmig ein Beschluss im Sinne Becks gefasst worden, dann aber
«das Gejaule sehr groß» geworden sei.
Ihr gehe es darum, dass die Linkspartei wie andere demokratische
Parteien behandelt werde, erklärte Drohsel. Zur Zusammenarbeit auf
Bundesebene sagte die Juso-Chefin: «Ich bin der Meinung, dass man
schauen muss, wie die Entwicklung verläuft. Ich würde das
nicht auf immer ausschließen. Das ist eine demokratische Partei,
wo man konkret gucken muss, ob genügend Gemeinsamkeiten da oder
nicht da sind.»
Zur Kanzlerkandidatur erklärte die Politikerin, Kurt Beck habe das
erste Zugriffsrecht. «Ich sehe ihn als unangefochtene Nummer 1 in
der SPD.»
(Quelle: ap)
BDI-Präsident Thumann: 'Die Linken sind Gift für den Standort
Deutschland'
Di.04.03.08 - Die deutsche Wirtschaft warnt die SPD vor einer Zusammenarbeit mit der
Linkspartei. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen
Industrie (BDI), Jürgen Thumann, sagte der
«Bild»-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht: «Die
Linken sind Gift für den Standort Deutschland». Ihre
Spitzenpolitiker seien Populisten, die unerfüllbare
Milliardenforderungen stellten.
«Jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei gefährdet
Jobs», sagte Thumann. Das könne SPD-Chef Kurt Beck nicht
ernsthaft wollen.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie und
Handelskammertages, Martin Wansleben, sagte der «Frankfurter
Rundschau» (Montagausgabe) laut Vorabbericht. «Was der
allgemeine Linksrutsch bedeutet, sehen wir ja beim Thema
Mindestlöhne oder Energieversorgung, wo ein völlig falscher
Kurs eingeschlagen wird.» Falls sich die SPD auch nur auf
Länderebene mit der Linkspartei zusammentue, bekomme sie ganz
schnell ein Glaubwürdigkeitsproblem. «Die SPD muss
schnellstens Klarschiff machen, was ihr Verhältnis zur Linkspartei
und damit auch ihre Ausrichtung in der wirtschaftspolitischen
Reformarbeit in Berlin angeht», forderte Wansleben.
Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs sagte, er befürchte
Probleme für die große Koalition. «Wenn in der SPD
alles nur noch unter dem Aspekt der Annäherung an die Linke gesehen
wird, weiß ich nicht, wie wir in Berlin noch zusammenarbeiten
sollen», sagte er der Zeitung.
(Quelle: ddp)
Deutsche Industrie zeigt sich weiter robust
Di.04.03.08 - Die deutsche Industrie präsentiert sich im Februar trotz des
starken Euro und Konjunktursorgen weiter in robuster Verfassung.
Der NTC/BME-Einkaufsmanager-Index(EMI) für die deutsche Industrie
hielt sich mit saisonbereinigt 54,3 Zählern in etwa auf
Vormonatsniveau, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Montag
mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem
Rückgang auf 54,0 Punkte gerechnet. Das Produktionswachstum habe
sogar noch einmal an Dynamik gewonnen, hieß es. Die
Beschäftigung blieb weiter auf rekordverdächtigem Niveau.
Wegen der teuren Energie und höherer Vormaterialkosten
verstärkte sich allerdings der Preisdruck bei den Unternehmen, den
sie zunehmend an die Kunden weitergaben.
"Insgesamt berichten die Branchenakteure seit genau zweieinhalb Jahren
vom Wachstum ihrer Geschäfte", teilte NTC mit. Grund für die
weiter gute Industriekonjunktur waren der Umfrage unter rund 500
Einkaufsleitern oder Geschäftsführern der Branche die
kräftigen Produktionssteigerungen in Folge von
Kapazitätsausweitungen. Bei einige Firmen hätten auch mehr
Neuaufträge aus dem Januar nachgewirkt.
Trotz des hohen Eurokurses sowie der schwächelnden US-Konjunktur
bekamen die Firmen erneut mehr Exportaufträge, das Wachstum
verlangsamte sich aber etwas: Der entsprechende Index sank auf 52,5 von
52,7 Punkten. "Das Ausfuhrgeschäft mit Maschinen in die USA und
nach Asien wächst definitiv nicht mehr mit der hohen Schlagzahl wie
in den beiden vorigen Jahren", sagte NTC-Chefökonom Chris
Williamson.
Wegen der erneut gestiegenen Kosten erhöhte sich der
Inflationsdruck weiter. Die Unternehmen bemühten sich daher noch
stärker als bisher, die Kosten weiterzugeben. Das Niveau der
Verkaufspreise habe daher so stark wie zuletzt im März 2007
zugelegt.
Die Konjunktur der Euro-Zonen-Industrie schwächte sich indes
leicht ab: Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank auf
52,3 Zähler von 52,8 Punkten im Vormonat.
(Quelle: rtr)
VW sichert sich alleinige Mehrheit bei Scania
Di.04.03.08 - Volkswagen übernimmt endgültig das Kommando bei Scania. VW
will den schwedischen Nutzfahrzeugbauer nach der Übernahme der
Stimmrechtsmehrheit als eigenständige Premium-Marke erhalten und
ausbauen.
Wie am Montagmorgen in Wolfsburg und Stockholm mitgeteilt wurde, zahlt
der Wolfsburger Autokonzern den heimischen Anteilseignern aus der
Wallenberg-Gruppe 2,9 Milliarden Euro für rund 30 Prozent der
Stimmrechtsanteile. Danach verfügt VW über 68,6 Prozent der
Stimmrechtsanteile bei Scania. Der Kapitalanteil erhöht sich mit
dem Zukauf von 20,89 auf 37,73 Prozent.
Nach Angaben der Wallenberg-Finanzgesellschaft Investor hatte VW
bereits seit dem letzten Jahr hinter den Kulissen intensiv über
eine neue Struktur mit Stockholm verhandelt. Vorausgegangen war ein von
der Wallenberg-Gruppe erfolgreich abgewehrter Übernahmeversuch bei
Scania durch den deutschen Konkurrenten MAN. Hier ist Volkswagen
ebenfalls größter Anteilseigner. MAN hält seinerseits
rund 17 Prozent der Stimmrechtsanteile bei Scania.
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gilt seit längerem als
Befürworter einer Zusammenlegung von MAN und Scania
einschließlich der brasilianischen Lkw-Sparte des eigenen
Konzerns. Sowohl MAN wie Scania haben in den letzten Jahren mit hohen
Gewinnmargen operiert und können mit weiterem massivem Wachstum auf
dem Weltmarkt für Nutzfahrzeuge rechnen.
Investor erklärte, dass der Marktwert von Scania heute um 40
Prozent höher liege als das erste Übernahmeangebot durch MAN
im September 2006. Aufsichtsratschef Jacob Wallenberg sagte, es sei nun
«der richtige Zeitpunkt gekommen, die Eignerstruktur zu
klären». VW habe sich seit dem Einstieg bei Scania vor acht
Jahren als kompetenter und verantwortungsbewusster industrieller
Anteilseigner erwiesen».
(Quelle: dpa)
Gewerkschafter für Aussetzung von Airbus-Sparprogramm
Di.04.03.08 - Nach dem Milliardenauftrag aus den USA für Airbus-Tankflugzeuge
fordern Gewerkschaftsvertreter des Airbus-Werkes in Toulouse die
Aussetzung des Sanierungsprogramms «Power8».
Vor allem die Sprecher der beiden großen Gewerkschaften CGT und
CFDT befürchten negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze
und verlangen die Suspendierung von «Power8», das bis 2010
den Abbau von 10 000 Stellen vorsieht. «Durch diesen Riesenauftrag
könnte sich der Sanierungsplan sogar noch beschleunigen»,
warnte der CGT-Sprecher Xavier Pétrachi in der
Wirtschaftszeitung «La Tribune».
Im Falle des Zuschlags der 179 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe
hatte der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS angekündigt, im US-
Bundesstaat Alabama zu investieren und in Mobile ein Werk zu bauen, in
dem sowohl die Tankflugzeuge als auch zivile Airbus-Frachter vom Typ
A330 montiert werden sollen.
Zwar hat EADS-Chef Louis Gallois in den französischen Medien
betont, dass die Entscheidung für eine Endfertigungslinie in den
USA keine Auswirkungen auf den Airbus-Standort Toulouse habe, doch zeigt
sich Pétrachi davon wenig überzeugt. Die Globalisierung der
Produktion werde am Ende Arbeitsplätze in Europa kosten,
befürchtet er.
(Quelle: dpa)
Neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt
Di.04.03.08 - Die Gewerkschaft ver.di ruft für heute erneut in zahlreichen
Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst von Bund
und Kommunen auf. Von dem Ausstand dürften unter anderem
Kindertagesstätten, der öffentliche Nahverkehr, die
Müllabfuhr, Krankenhäuser, Altenheime, Behörden,
Verwaltungen, Büchereien und Theater betroffen sein. Genaue
Angaben wollte die Gewerkschaft erst kurzfristig machen. Die
Arbeitsniederlegungen sollen morgen fortgesetzt werden. Auch
Flughäfen könnten davon betroffen sein.
Mit den Warnstreiks will ver.di den Druck auf die Arbeitgeber
erhöhen, bei der fünften Verhandlungsrunde übermorgen
und am Freitag in Potsdam ein verbessertes Angebot vorzulegen. ver.di
fordert für die 1,3 Millionen Beschäftigten im
öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen acht Prozent mehr
Gehalt, mindestens aber ein monatliches Plus von 200 Euro. Die
Arbeitgeber haben bislang eine zweistufige Anhebung um insgesamt
fünf Prozent angeboten.
(Quelle: ddp)
Bahn und Lokführer unterbrechen Tarifverhandlungen
Di.04.03.08 - Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft der
Lokomotivführer (GDL) ist kein Ende in Sicht: Die Gespräche
zur Lösung ihres Tarifstreites seien "erfolglos abgebrochen"
worden, erklärte GDL-Chef Manfred Schell in Berlin. Knackpunkt ist
ein von der Bahn vorgelegter Grundlagentarifvertrag, den die GDL nach
dem Wunsch der Bahn gemeinsam mit dem Lokführertarifvertrag
unterzeichnen soll. Die Bahn erklärte, die Verhandlungen
würden schon am Dienstag fortgesetzt, wenn die GDL den Vertrag
anerkenne. Das lehnte die GDL jedoch ab.
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Der Grundlagentarifvertrag sei mit der Koalitionsfreiheit nicht
vereinbar, erklärte Schell. Die GDL argumentiert, durch den
Grundlagenvertrag werde ihr die im Lokführertarifvertrag
zugesprochene Eigenständigkeit "durch die Hintertür" wieder
genommen. Die GDL werde den mit der Bahn bereits ausgehandelten
Lokomotivführertarifvertrag unterzeichnen und ihn dann der Bahn
zur Unterschrift weiterleiten, hieß es in der GDL-Erklärung
weiter. "Es liegt nunmehr an der Bahn, den Tarifkonflikt zu beseitigen
und damit Arbeitskämpfe abzuwehren", erklärte Schell.
Der Bahn sei "unbegreiflich", warum die GDL-Verhandlungsführer den
Tarifvertrag nun nicht mehr unterschreiben wollten, obwohl die
GDL-Gremien diesem Ergebnis "schon längst" zugestimmt hätten,
erklärte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. "Die GDL muss
endlich Wort halten", forderte sie. Der Lokführertarifvertrag mit
seiner zweistelligen Lohnsteigerung sei ohne den von der GDL
versprochenen Grundlagentarifvertrag und ohne eine Kooperation der
Gewerkschaften nicht zu haben.
GDL und Bahn hatten sich Ende Januar nach fast einjährigem Streit
auf den Tarifvertrag geeinigt. Danach bekommen die Lokführer
schrittweise durchschnittlich elf Prozent mehr Gehalt sowie eine
Einmalzahlung von 800 Euro. Der Vertrag sollte eigentlich am 1.
März in Kraft treten. Die GDL hat mit neuen Streiks gedroht,
sollte bis zum Freitag keine Lösung gefunden werden.
(Quelle: afp)
Merkel betont technologischen Führungsanspruch Deutschlands -
Kanzlerin eröffnet zusammen mit Sarkozy die Cebit
Di.04.03.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anspruch Deutschlands
untermauert, bei der Informations- und Kommunikationstechnologie
weltweit eine führende Rolle zu spielen. «Wir wollen vorne
mit dabei sein. Unsere High-Tech-Strategie genauso wie viele andere
Initiativen geht genau in diese Richtung», sagte die
CDU-Politikerin in ihrer am Samstag in Berlin veröffentlichten
Videobotschaft. Sie bezog sich dabei auf die Computermesse Cebit, die am
Montag in Hannover offiziell eröffnet wird.
Die Informations- und Kommunikationstechnologie könne
«für den Wirtschaftsstandort Deutschland von
allergrößter Bedeutung sein», betonte Merkel. Die Cebit
sei die wichtigste Messe der digitalen Industrie weltweit. «Wir
freuen uns natürlich, dass diese Messe in Deutschland in Hannover
stattfindet.» Eine besondere Freude sei es für sie, dass der
französische Präsident Nicolas Sarkozy am Montag bei der
Eröffnung sprechen werde. Frankreich ist in diesem Jahr
Partnerland der Cebit.
Die Wertschöpfung der Kommunikations- und Informationsbranche sei
in Deutschland inzwischen größer als im Maschinen- oder
Automobilbau, sagte Merkel. Hinzu komme, dass diese beiden Branchen ohne
die Beiträge der Informations- und Kommunikationstechnologie nicht
mehr denkbar seien. Angesichts der Bedeutung der Branche habe die
Bundesregierung 2006 den jährlichen IT-Gipfel eingeführt; der
nächste werde in Darmstadt stattfinden.
Merkel betonte, das Internet habe sich als «nicht mehr
wegzudenkenden Größe in unserem Leben» entwickelt. Als
Herausforderung bezeichnet sie den Schutz der «informationellen
Selbstbestimmung jedes Einzelnen». Der Zugriff auf Daten
müsse eingeschränkt sein.
In Deutschland gebe es eine Reihe gesetzlicher Regelungen wie das
Telemediengesetz, aber es sei notwendig, auch für internationale
Anbieter in Deutschland rechtliche Beschränkungen einzuführen.
«Deshalb werden wir auch im internationalen Bereich für eine
Harmonisierung der Regelungen im Bereich der Datensicherheit sorgen.
Dazu wird es eine Reihe von Aktivitäten der Bundesregierung
geben», sagte Merkel.
(Quelle: ap)
Cebit will Signal für Klimaschutz setzen - Verbraucher zu
umweltgerechter PC-Nutzung aufgerufen
Di.04.03.08 - Von der Computermesse Cebit in Hannover soll ab (dem heutigen Dienstag
ein klares Signal für den Klimaschutz ausgehen. Die Messeleitung
und der Fachverband Bitkom riefen Verbraucher, Unternehmen und
Behörden dazu auf, ihren Energieverbrauch durch eine umweltgerechte
PC-Nutzung zu drosseln.
«Die Leistungsaufnahme eines Rechners hängt entscheidend vom
individuellen und ständig wechselnden Nutzerverhalten ab»,
sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Martin Jetter am Montag in
Hannover. Damit könnte der Energieverbrauch auch bei modernsten
Geräten auf ein Sechstel reduziert werden, also vom Faktor 100 auf
den Faktor 17. Jetter nannte drei Beispiele:
- Auf dem PC-Bildschirm sollten nur diejenigen Programme laufen, die
auch gerade benötigt werden.
- Das «Power-Management» des Computers sollte stets
aktiviert sein, damit Bauteile wie Monitor und Festplatte bei Leerlauf
abgeschaltet werden.
- Netzteile sollten aus der Steckdose entfernt werden, sobald das
Gerät fertig aufgeladen ist.
Jetter rief dazu auf, bei Kaufentscheidungen auch die Energieeffizienz
der Geräte zu berücksichtigen. Zwar stehe die einheitliche
Bewertung von Computern mit Auszeichnungen wie dem
«EnergyStar» in den USA noch am Anfang. Es sei aber zu
erwarten, dass es in zwei bis vier Jahren weltweite gemeinsame Standards
dafür gebe.
«Wir wollen Impulse geben und dem Klimaschutz
weiterhelfen», sagte Messechef Ernst Raue. Dies beschränke
sich nicht auf dieses Jahr, sondern werde die Cebit auch in den
folgenden Jahren beschäftigen.
Auf die Frage nach einer CO2-Bilanz der Cebit mit ihren 5.800
Ausstellern und nahezu 500.000 Besuchern sagte Raue, eine solche
Berechnung gebe es nicht. Wenn in die Rechnung das Engagement für
den Klimaschutz einbezogen werde, gehe er aber von einer «sehr
positiven Bilanz» aus. Raue kündigte an, die
Internet-Präsenz der Cebit über das ganze Jahr hinweg
auszubauen und dabei verstärkt interaktive Web-2.0-Anwendungen zu
nutzen.
Das Schlagwort von einer «grünen Informationstechnik»
(Green IT) steht im Mittelpunkt der bis Sonntag dauernden Messe. In
einem «Green IT Village» wurden zwei Modellbüros
aufgebaut, eines mit Geräten aus dem Jahr 2003 und eines mit
moderner, energieeffizienter Technik. Die Zähler der beiden
getrennten Stromkreise demonstrieren die Unterschiede im Verbrauch.
(Quelle: ap)
Notebooks werden billiger
Wer sich ein neues Notebook kaufen will, steht vor vielen Fragen. Die
Antworten lassen sich auf der Cebit finden.
- Wie entwickeln sich die Preise für Notebooks?
Billigangebote wie der Eee-PC für 299 Euro werden den bereits
bestehenden Preisdruck weiter verstärken. Daher könnte es sich
lohnen, mit dem Kauf noch etwas zu warten. Einstiegsmodelle wird es
für weniger als 700 Euro geben. Spitzenmodelle aber kosten
weiterhin 2.000 Euro und mehr.
- Wie groß sollte der Monitor sein?
Das richtet sich danach, ob das Notebook vor allem daheim oder
unterwegs verwendet wird. Es gibt alle Größen zwischen 7 und
21 Zoll. Die meisten Notebooks haben einen Bildschirm mit 15 Zoll, was
einen guten Kompromiss zwischen mobilem Einsatz und Desktop-Ersatz
darstellt und auch eine vollwertige Tastatur ermöglicht. Die
Monitorgröße ist nicht zuletzt auch eine Preisfrage, ab 17
Zoll wird es teurer.
- Was ist der Unterschied zwischen einem spiegelnden und einem matten
Display?
Wird ein Monitor als «Clear», «Bright» oder
«Crystal» bezeichnet, handelt es sich um ein
«Glare-Type-Display» mit einer glänzenden Beschichtung.
Diese stellt Farben kontrastreicher dar als herkömmliche matte
Displays. Nachteil: Auf der leicht spiegelnden Oberfläche sind
Reflektionen von störenden Lichtquellen wie Fenster oder Lampe zu
sehen.
Was bedeutet die Auflösung beim Monitor?
Je größer die Auflösung, desto feiner werden Details
von Bildschirmfenstern oder Fotos dargestellt. Ein 17-Zoll-Monitor hat
meist eine Auflösung von 1.440 mal 900 Pixel (Bildpunkte).
Höherwertig sind Monitore mit 1.680 mal 1.050 oder 1.920 mal 1.200
Pixel.
- Was ist beim Prozessor zu beachten?
Der Prozessor sollte speziell für mobile Geräte entwickelt
und entsprechend stromsparend sein. Sowohl Intel als auch AMD stellen
auf der Cebit neue Angebote für mobile Geräte vor. In den
preiswerteren Geräten werkelt meist ein einfacher Celeron von
Intel. Wenn mehr Leistung gefragt ist, kommen vielfach die
Doppelkern-Prozessoren (Core 2 Duo) des Marktführers zum Einsatz.
Bei der Taktrate benötigt man nur dann mehr als zwei Gigahertz,
wenn rechenintensive Programme oder Computerspiele auf dem Notebook
laufen sollen.
- Wie viel Arbeitsspeicher sollte das Notebook haben?
Das hängt vor allem vom Betriebssystem und der Art der Anwendungen
ab. Bei Windows Vista und aufwendigen Grafikprogrammen wie Photoshop
sollten es mindestens zwei Gigabyte sein. Zurzeit profitieren die
Verbraucher von niedrigen Preisen für Speicherbausteine. Bei der
Bauart der DRAM-Chips ist der Typ DDR 2 Standard. Der erst vereinzelt
eingebaute neue Typ DDR 3 verspricht einen schnelleren Datentransfer und
geringeren Energieverbrauch.
Brauche ich einen besonderen Grafikchip?
Nur dann, wenn Computerspiele oder Grafikanwendungen intensiv genutzt
werden. Dann sollte das Notebook einen leistungsfähigen
3D-Grafikchip wie der Marken Nvidia GeForce oder ATI Mobility Radeon
haben. Für Office- und Internet-Anwendungen genügt meist ein
einfacher Grafikchip auf dem Mainboard.
- Was ist ein SSD-Speicher?
Die «Solid State Disk» ist eine Alternative zur
herkömmlichen Festplatte. Dabei handelt es sich um einen
Flash-Speicher, wie er auch bei Digitalkameras oder MP3-Playern
verwendet wird. Die SSD hat zwar eine geringere Kapazität als eine
Festplatte, ist aber robuster und beim Lesezugriff schneller und daher
für den mobilen Dauereinsatz zu empfehlen.
- Wie stelle ich die Internet-Verbindung her?
Standard sind ein Kabelanschluss für DSL und integriertes WLAN
für die drahtlose Verbindung daheim wie unterwegs. Einige Notebooks
für Privatanwender kommen jetzt auch mit eingebauter UMTS-Technik
auf den Markt. Dafür benötigt man eine Mobilfunk-SIM-Karte.
Bei der Nutzung fallen entsprechende Kosten an.
- Auf welche Anschlüsse ist zu achten?
Ein Notebook sollte neben dem Netzanschluss (Ethernet) wenigstens zwei
USB-Plätze für den Anschluss externer Geräte haben. Eine
zusätzliche Firewire-Schnittstelle (IEEE 1394) ermöglicht den
besonders schnellen Datentransfer von der digitalen Profi-Kamera oder
einer externen Festplatte. Für den Anschluss an einen externen
Monitor, an ein Fernsehgerät oder einen Beamer ist mindestens eine
VGA-Schnittstelle oder ein TV-Ausgang erforderlich. Bessere
Qualität bieten die digitalen Anschlüsse mit DVI oder HDMI.
- Kann ich mit einem Notebook von Apple auch Windows-Dateien
öffnen?
Ja. Das MacBook unterstützt alle Standardformate. Bei manchen
Formaten müssen zusätzliche Programme wie das kostenlose
OpenOffice installiert werden. Mit Hilfe der integrierten Technik
«Bootcamp» kann man parallel auch Windows auf dem
Mac-Notebook installieren.
- Was ist der Unterschied zwischen einem Notebook und einem Laptop?
Es gibt keinen. «Laptop» (das englische Wort
«lap» bedeutet «Schoß») ist der
umgangssprachlich verwendete Begriff, Notebook die Bezeichnung der
Fachsprache.
Quelle: ap, 03.03.2008
|
Schavan will mehr Arzneien in Deutschland entwickeln lassen
Di.04.03.08 - Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat ein Umdenken in
der deutschen Wissenschaft gefordert, damit wieder mehr Medikamente in
Deutschland entwickelt werden. "Manche deutsche Uni braucht einen
Klimawechsel und mehr finanzielle Spielräume", sagte die
CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". Schavan kritisierte die
ihrer Ansicht nach mangelnde Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und
Pharmaindustrie und die langen Zeiträume, die eine neue Arznei vom
Labor auf den Markt brauche. "Es gibt zu wenige Ausgründungen aus
Universitäten und Firmen", sagte Schavan.
(Quelle: afp)
Verband: Klimadebatte wird Lust auf Flugreisen nicht dämpfen
Di.04.03.08 - Die Klimadebatte wird nach Einschätzung des Deutschen
ReiseVerbandes die Lust auf Flugreisen nicht dämpfen. «Wenn
man die Dinge ganz ehrlich betrachtet, spielt es bei den Kunden keine
Rolle.»
Das sagte der Präsident des Deutschen ReiseVerbandes (DRV), Klaus
Laepple, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa vor
der am Mittwoch beginnenden Internationalen Tourismusbörse (ITB)
in Berlin. Laepple sieht auch die freiwilligen Ausgleichsabgaben auf
Flugtickets oder Pauschalreisen skeptisch. «Die ganze
Kompensation ist eine Krücke», sagte Laepple. Dies zeige sich
auch daran, dass nur wenige Menschen eine freiwillige Abgaben zahlen
würden, sagte Laepple, der auch selbst ein Reisebüro in
Düsseldorf besitzt. Außerdem müsse geprüft werden,
wofür das gespendete Geld ausgegeben wird. «Man muss sehr
genau hinschauen, was passiert da; wie hoch sind die
Verwaltungskosten.»
Das Thema Umweltschutz ist eines der großen Themen auf der Messe,
bei der mehr als 11 000 Aussteller aus 186 Ländern Urlaubsziele und
neue Trends in der Tourismusbranche zeigen. Vergangene Woche hatten die
beiden größten deutschen Reiseveranstalter TUI und Thomas
Cook angekündigt, Urlauber sollten sich künftig stärker
für die Umwelt engagieren können. Die Lufthansa bietet
bereits seit vergangenem Jahr ihren Kunden die Möglichkeit, bei
der Buchung zum Beispiel für alternative Energieprojekte in der
Dritten Welt zu spenden.
«Wir befinden uns in einem Spagat zwischen Umwelt und
Mobilität», sagte Laepple. Er forderte die Politik auf,
bürokratische Auflagen zu beseitigen, um die Umweltbelastung zu
verringern. So könne etwa der Flug von Frankfurt nach Peking um
eine Stunde abgekürzt werden, wenn die Maschinen nicht um
militärische Sperrzonen herumfliegen müssten.
Grundsätzlich spiele das Thema Umweltschutz in der
Tourismusindustrie schon seit vielen Jahren eine große Rolle, etwa
beim Bau von Hotels. «Wenn wir keine intakte Umwelt mehr haben,
haben wir Probleme mit dem Reisen.»
(Quelle: dpa)