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+++ Mi.26.03.08, 06:30         zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

Irak am 1464sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Al Sadr weitet Kampagne des zivilen Ungehorsams auf gesamten Irak aus. 25 Tote bei schweren Gefechten in südirakischer Ölstadt Basra - Schiiten-Milizen und Schmugglerbanden bemächtigen sich offenbar der Kontrolle über das Ölgeschäft. US-Vizepräsident Cheney sagt Türkei Unterstützung im Kampf gegen PKK im Nordirak zu

Mi.26.03.08 - Abgeordnete der Bewegung des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr haben am Dienstag die Ausweitung einer Kampagne des zivilen Ungehorsams von Bagdad auf den gesamten Irak angekündigt. Die Anhänger Al Sadrs protestieren damit gegen Razzien und Festnahmen, die sich nach Angaben der irakischer und amerikanischen Streitkräfte lediglich gegen abtrünnige Kämpfer richten, die vom Iran unterstützt werden.

«Wir warnen (Ministerpräsident Nuri) al-Maliki und politische Parteien, die die Sicherheitskräfte infiltriert haben, dass sie ihre Praxis (der Festnahmen) aufgeben müssen», erklärte der Abgeordnete Ghufran al Saidi. «Andernfalls haben wir andere Optionen», erklärte er weiter.

In mehreren überwiegend schiitischen Vierteln Bagdads blieben Geschäfte und Schulen geschlossen, offenbar in Befolgung der Anweisung zum zivilen Ungehorsam. Kämpfer der Mahdi-Miliz patrouillierten in einigen schiitischen Vierteln. Raketen und Granaten, die aus schiitischen Gebieten abgefeuert wurden, nahmen zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage die schwer gesicherte Grüne Zone in Bagdad ins Visier.

Al Sadr hat seinen einseitig erklärten Waffenstillstand im Irak bis Mitte August verlängert. Der Verzicht auf Anschläge seitens seiner Mahdi-Miliz hat mit dazu beigetragen, dass sich das Ausmaß der Gewalt im Irak deutlich verringert hat. Der Geistliche sagte seinen Anhängern kürzlich, dass die Waffenruhe zwar in Kraft bleibe, sie sich aber selbst gegen Angriffe verteidigen dürften.

Bei einer Großoffensive der Armee gegen schiitische Milizen in der südirakischen Ölstadt Basra sind unterdessen nach offiziellen Angaben mindestens 25 Menschen  getötet worden.

Unterstützt von Kampfhubschraubern gingen irakische Soldaten gegen Kämpfer der Mehdi-Miliz sowie der mit ihr rivalisierenden Gruppe SIIC vor, die seit längerem erbittert um die Macht in der Stadt kämpfen. Auch in anderen südirakischen Städten lieferten sich die Sadr-Anhänger heftige Gefechte mit der Polizei und anderen schiitischen Gruppen.

Der Militärschlag konzentrierte sich nach Angaben von Anwohnern auf sechs nördliche Stadtbezirke von Basra, die als Hochburgen der Mehdi-Armee des radikalen Predigers Moktada al-Sadr gelten. In der Hafenstadt waren heftige Explosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören, über den nördlichen Stadtteilen stiegen dunkle Rauchsäulen in den Himmel. Militärvertretern zufolge wurden "zahlreiche Banditen" getötet. Milizionäre beantworteten die Attacken mit Katjuscha-Raketen und Granaten, die sie auf das Polizeihauptquartier von Basra feuerten. Auch in der südlichen Stadt Hilla kam es zu Schießereien zwischen der Miliz und der Polizei.

Im Sadr-Viertel, der Bagdader Hochburg der Mehdi-Armee, lieferten sich deren Kämpfer Gefechte mit der schiitischen Badr-Organisation. Nach US-Militärangaben schlugen etliche Raketen der Sadr-Miliz zudem im streng gesicherte Regierungsviertel der Hauptstadt ein.

Die Bedeutung der Militäroffensive für die irakische Regierung wurde durch die Anwesenheit von Ministerpräsident Nuri al-Maliki in Basra unterstrichen. Britische Truppen haben im Dezember die Macht über die strategisch wichtige Stadt an die irakische Armee abgegeben. Die meisten Staatseinnahmen stammen aus den Ölfeldern nahe Basras, zudem gilt die Hafenmetropole als Hauptumschlagplatz für Exporte über den Persischen Golf.

Die irakische Regierung ist Beobachtern zufolge erzürnt darüber, dass die Schiiten-Milizen und Schmugglerbanden die Kontrolle über das Ölgeschäft an sich reißen und Basra damit zunehmend in Anarchie versinkt. "Es wird sehr schwer für die Zentralregierung, die Kontrolle zurückzugewinnen", sagte Joost Hiltermann von der International Crisis Group in Istanbul. "Es gibt viele bewaffnete Gruppen, die darauf bedacht sind, ihren Anteil am Ölgeschäft zu behalten."

Nach Angaben aus Polizeikreisen brachten Sadr-Anhänger zudem knapp ein Drittel der ebenfalls von Schiiten dominierten Stadt Kut zwischen Bagdad und Basra in ihre Gewalt. Bei Kämpfen in der Stadt Asisija nördlich von Kut wurden nach Angaben eines Polizeichefs bis zu zehn Beamte verletzt. Die US-Armee sei gebeten worden, mit Kampfflugzeugen und Fahrzeugen bei der Rückeroberung von Kut zu helfen.

US-Vizepräsident Dick Cheney hat der Türkei im Kampf gegen kurdische Rebellen im Nordirak die Unterstützung der USA zugesichert.

Dies sagte am Montag ein US-Regierungsvertreter, der Cheney bei seinem Besuch in der Türkei begleitete. Der Vizepräsident habe in den Gesprächen aber zugleich betont, dass die Konflikte im Irak durch das türkische Vorgehen nicht weiter angeheizt werden dürften.

Die türkische Armee hatte unlängst eine einwöchige Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak gestartet, die diese Region als Rückzugsgebiet nutzen. Das Kurden-Problem belastet die Beziehungen der beiden US-Verbündeten seit langem, obwohl die Regierung in Washington wiederholt zu schlichten versuchte. Cheney hatte das Thema in der vergangenen Woche auch auf die Agenda seines Irak-Besuches gesetzt, wo er unter anderem mit dem Kurden-Führer Masud Barsani zusammengekommen war.

boa (Quellen: ap, rtr)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 26.03.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mo.26.03.07 - US-Vize-Präsident Cheney warnt vor plötzlichem Truppenabzug aus dem Irak +++ Dutzende Tote bei Anschlägen +++ Seit Kriegsbeginn mindestens 3.239 US-Soldaten im Irak getötet +++ US-Kongressabgeordnete erwägen offenbar Amtsenthebungsverfahren gegen Bush, sollte der Präsident trotz der wachsenden Ablehnung des Irak-Kriegs an seinem Kurs festhalten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0703260.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Lage in Afghanistan inzwischen unstabiler als im Irak

Mi.26.03.08 - Die Lage im Irak ist einem Expertenbericht zufolge inzwischen stabiler als Afghanistan.

Der Rückgang der Gewalt, die starke internationalen Truppenpräsenz und der hohe Ölpreis stützten den Irak, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der britischen Jane's Information Group. Dagegen habe die Regierung in Afghanistan weniger Kontrolle über ihr Staatsgebiet, die Wirtschaft beruhe einigen Schätzungen zufolge zur Hälfte auf den Drogenhandel und die Gewalt habe deutlich zugenommen.

(Quelle: rtr)
 


 

Afghanistan wartet auf Milliarden zugesagter Hilfsgelder

Mi.26.03.08 - Afghanistan wartet nach Angaben von Hilfsorganisationen bisher vergeblich auf zugesagte Hilfsgelder in Höhe von rund 10 Milliarden Dollar (6,43 Milliarden Euro).

Die westlichen Länder kämen mit der Zahlung einfach nicht nach, heißt es in einem in Kabul vom ACBAR-Dachverband der 94 in Afghanistan tätigen Hilfsorganisationen vorgelegten Report. Von den zugesagten 25 Milliarden Dollar seien nur 15 Milliarden angekommen. Zudem litten die Friedensaussichten für das Land unter dem «verschwenderischen und ineffektiven» Umgang mit den Hilfsgeldern.

«Der Wiederaufbau Afghanistans bedarf einer anhaltenden und substanziellen Verpflichtung zur Hilfe - aber die Spender haben es versäumt, ihre Hilfsversprechen an Afghanistan zu erfüllen», sagte der Autor des Berichts, Matt Waldman, der bei der Hilfsorganisation Oxfam für Afghanistan zuständig ist.

Nach dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 hatte die internationale Gemeinschaft dem vom Krieg zerstörten Land zum Wiederaufbau und der Bildung eigener Sicherheitskräfte zum Kampf gegen den Terrorismus 25 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern zugesagt. Die Regierung in Kabul bestreitet dem Bericht zufolge heute rund 90 Prozent der öffentlichen Ausgaben aus Spendengeldern.

Die USA als größte Spendernation hätten bislang jedoch erst rund die Hälfte der zugesagten 10,4 Milliarden Dollar gezahlt. Andere Spender wie die EU und Deutschland hinkten ebenfalls hinterher und hätten weniger als zwei Drittel der 1,7 Milliarden beziehungsweise 1,2 Milliarden Dollar ausgezahlt.

Von den an Afghanistan gezahlten Geldern würden dann wiederum 40 Prozent durch Unternehmensgewinne, Beraterkosten und andere Gebühren an die reichen Nationen zurückfließen. «Zu viel der Hilfen der reichen Länder werden verschwendet, sind ineffektiv oder unkoordiniert», sagte Waldman.

In dem Oxfam-Report wird darauf verwiesen, dass sich die Kosten für den US-Militäreinsatz in Afghanistan auf 100 Millionen Dollar pro Tag belaufen, während die Höhe der Hilfsgelder aller Spenderländer zusammen pro Tag seit 2001 im Durchschnitt lediglich sieben Millionen Dollar betrage.

(Quelle: dpa)
 


 

Nahost-Konflikt

Libanon boykottiert Gipfel der Arabischen Liga in Damaskus -- Israel und Palästinenser fordern mehr Hilfe für Friedensprozess -- Palästinensischer UN-Beobachter für Nachfolgekonferenz in Moskau -- Israel stimmt Einsatz palästinensischer Polizisten zu

Mi.26.03.08 - Der Libanon hat wegen der anhaltenden Krise um die Wahl eines neuen Staatspräsidenten seine Teilnahme an dem bevorstehenden Gipfel der Arabischen Liga in der syrischen Hauptstadt Damaskus abgesagt. Informationsminister Ghasi Aridi sagte am Dienstag in Beirut, einer der Hauptgründe für die Entscheidung sei das Versagen des Parlaments, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Die prowestliche Parlamentsmehrheit macht dafür das prosyrische Lager mit der Hisbollah verantwortlich.

Das Amt des Staatspräsidenten ist seit dem 23. November 2007 vakant. Die eigentlich für Dienstag vorgesehene Wahl im Parlament wurde jetzt zum 17. Mal verschoben. Die Parlamentsmehrheit und die Hisbollah haben sich zwar auf General Michel Suleiman als Kompromisskandidat für das Amt des Staatspräsidenten verständigt. Die Opposition verlangt aber eine Mitwirkung im Kabinett und ein Vetorecht bei Entscheidungen der Regierung. Beides wird von Ministerpräsident Fuad Siniora entschieden abgelehnt.

Der Libanon hat bisher noch nie ein Gipfeltreffen der Arabischen Liga boykottiert. Bereits am Montag hat Saudi-Arabien erklärt, nur eine Regierungsdelegation nach Damaskus zu entsenden. Das Gipfeltreffen betinnt am 29. März.

Israel und die Palästinenser haben derweil eine stärkere internationale Unterstützung für den Friedensprozess im Nahen Osten angemahnt. Nur so sei es noch möglich, wie geplant bis Ende des Jahres zu einer Konfliktlösung zu gelangen, erklärten Vertreter beider Seiten am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat in New York. Beide wiesen sich gegenseitig die Schuld für die jüngsten Gewalttaten zu, bekannten sich aber zur Fortsetzung ihres Dialogs.

Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, kritisierte, in den 110 Tagen seit dem Start der Friedensverhandlungen in Annapolis im US-Staat Maryland habe es statt positiver Entwicklungen nur negative Veränderungen gegeben. Es sei jetzt dringend eine Nachfolgekonferenz erforderlich, wie sie Russland mit Moskau als Tagungsort vorgeschlagen habe.

Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman sagte, eine Aussetzung der Verhandlungen zwischen dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas würde nur den Extremisten in die Hände spielen, «die unser Scheitern sehen wollen». Jetzt müssten andere Staaten demonstrieren, dass sie die Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden in der Region unterstützten.

«Dies ist das Mandat der internationalen Gemeinschaft», sagte Gillerman. «Diese kollektive Entschlossenheit muss zuerst und vor allem von diesem Rat ausgehen.» Der israelische UN-Botschafter erwähnte jedoch mit keinem Wort eine mögliche Nachfolgekonferenz in Moskau.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Olmert und Abbas für ihre Gesprächsbereitschaft. Zugleich äußerte er sich besorgt über das anhaltende Gewaltpotenzial im Gazastreifen. Allein um den Menschen in dem Autonomiegebiet eine Perspektive zu bieten, dürften die Friedensverhandlungen nicht scheitern, sagte Ban.

Israel stimmt dem Einsatz palästinensischer Sicherheitskräfte in Dschenin im Norden des Westjordanlandes zu.

Regierungsvertreter teilten am Dienstag in Jerusalem mit, Verteidigungsminister Ehud Barak werde den palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fajad am Donnerstag über die Entscheidung unterrichten, bis zu 600 palästinensische Sicherheitskräfte in Dschenin zu stationieren. Die Männer absolvieren derzeit in Jordanien eine von den USA finanzierte Ausbildung. Bereits im November hatten palästinensische Sicherheitskräfte Positionen in Nablus bezogen.

Israel sieht in Nablus und Dschenin Hochburgen anti-israelischer Aktivitäten.

boa (Quellen: ap, rtr)
 


 

Putin und Mubarak sprechen über Atom-Kooperation und Nahost

Mi.26.03.08 - Russland und Ägypten wollen in der Atomenergie enger zusammenarbeiten.

Dies vereinbarte Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag mit seinem ägyptischen Kollegen Hosni Mubarak bei dessen Besuch in Moskau. Nach Angaben aus Kreisen soll dazu noch am Dienstag ein Vertrag über den Bau von Atomkraftwerken in Ägypten unterzeichnet werden. Die Führung in Moskau bemüht sich intensiv um Aufträge für den Bau von Kernkraftwerken im Ausland, um ihre Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten zu verringern.

Ägypten will bis zu vier Kernkraftwerke errichten. Die erste internationale Ausschreibung für die Kraftwerke wird noch in diesem Jahr erwartet. Russland baut bereits Atommeiler in China, Indien und im Iran im Wert von je 1,5 bis 1,6 Milliarden Dollar.

Putin und Mubarak sprachen zudem über den Fortgang der Friedensbemühungen im Nahen Osten. Russland bemüht sich um Mubaraks Unterstützung für eine Nahost-Konferenz in Moskau. Dafür hatte vorige Woche bereits Außenminister Sergej Lawrow in der Region geworben. Mubarak traf auch mit dem gewählten Präsidenten Dmitri Medwedew zusammen, der am 7. Mai die Nachfolge Putins antritt.

(Quelle: rtr)
 


 

Komorische Truppen landen auf von Rebellen besetzter Insel

Mi.26.03.08 - Von der Afrikanischen Union (AU) unterstützte Truppen der Komoren haben am Dienstag unter dem Jubel der Bewohner die Hauptstadt Mutsamudu der von Rebellen besetzten Insel Anjouan zurückerobert. Größeren Widerstand gab es nicht. Auch der Flughafen sei bereits eingenommen worden, erklärte Stabschef Mohamed Dosara. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Den Hafen beherrschten Soldaten der AU, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete.

Die Insel Anjouan wurde seit Mai vergangenen Jahres von Oberst Mohamed Bacar kontrolliert. Der ehemalige Präsident hatte erklärt, er strebe die Unabhängigkeit von Anjouan an. Die Komoren, eine Inselgruppe im Indischen Ozean, sind seit ihrer Unabhängigkeit von Frankreich 1975 immer wieder von politischen Unruhen und Putschversuchen erschüttert worden. Die Soldaten der Komoren suchten nach Bacar. Etliche seiner Anhänger bezogen einige Kilometer von Mutsamudu entfernt Stellungen und erwarteten dort offenbar den Angriff. Drei ranghohe Offiziere, die Bacar unterstützten, wurden nach Angaben aus Militärkreisen festgenommen.

Den ganzen Morgen schon waren im Umkreis der Hauptstadt der Insel Explosionen und Schüsse zu hören. Die Detonationen erfolgten im Abstand von etwa zehn Minuten, sporadisch erschütterte auch Maschinengewehrfeuer die Region, wie Augenzeugen berichteten. Am Montag hatte Präsident Ahmed Abdallah Sambi den Militäreinsatz gegen den abtrünnigen Oberst angekündigt.

(Quelle: ap)
 


 

Hilfsorganisationen beklagen katastrophale Lage in Somalia

Mi.26.03.08 - Hilfsorganisationen haben am Dienstag auf die katastrophale Lage der Menschen in Somalia aufmerksam gemacht. Lebensmittelpreise seien rapide gestiegen, in weiten Teilen des Landes herrsche Dürre und mehr als eine Million Menschen seien Vertriebene im eigenen Land, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von 40 Organisationen, darunter waren Oxfam, Save the Children und World Vision. Allein die Gewalt in der Hauptstadt Mogadischu treibe jeden Monat rund 20.000 Menschen in die Flucht.

Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Aufmerksamkeit dringend «auf die katastrophale humanitäre Krise in Somalia» lenken, forderten die Hilfsorganisationen. Zugleich beklagten sie vielfältige Behinderungen ihrer Arbeit. Allein die Zahl der Straßensperren und Kontrollpunkte habe sich von 147 im Januar vergangenen Jahres auf gegenwärtig 396 erhöht. Es herrsche zunehmend ein Klima der Angst und Unsicherheit. Am Mittwoch beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat mit der Lage in Somalia.

(Quelle: ap)
 


 

Nepals Polizei nimmt erneut Dutzende Exil-Tibeter fest

Mi.26.03.08 - Trotz scharfer Kritik der Vereinten Nationen hat die nepalesische Polizei am Dienstag erneut eine Anti-China-Kundgebung von Exil-Tibetern gewaltsam aufgelöst und Dutzende Teilnehmer festgenommen.

Die Demonstranten wurden in Polizeifahrzeuge gezerrt und abgeführt, als sie sich vor einem Büro des chinesischen Konsulats in Kathmandu versammelten. Insgesamt 71 Protest-Teilnehmer wurden der Polizei zufolge in verschiedene Strafanstalten gebracht. Die Polizisten setzten auch Schlagstöcke ein.

Bereits am Montag hatten die Behörden mehr als 400 Menschen in Nepal festgenommen. Daraufhin zeigten sich die UN tiefbesorgt. "Solche Festnahmen stellen eine Form der unrechtmäßigen Diskriminierung dar", sagte der Vertreter des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) in Nepal, Richard Bennett. Insbesondere die Praxis von Festnahmen ohne Anklage sei gegen den Geist einer demokratischen Gesellschaft.

In Nepal kommt es seit dem harten Durchgreifen der chinesischen Behörden gegen die Demonstranten in der tibetischen Hauptstadt Lhasa beinahe täglich zu Protesten. In dem Land leben mehr als 20.000 Exil-Tibeter, die aus der Himalaya-Region flohen, nachdem ein Aufstand gegen die chinesische Regierung 1959 scheiterte. Die Regierung in Kathmandu erlaubt ihnen, in Nepal zu bleiben. Die Exilanten dürfen sich aber nicht politisch engagieren. China betrachten Tibet als Teil seines Gebiets und ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Nepals.

(Quelle: rtr)
 


 

EU und USA bringen Sorge um Tibet zum Ausdruck

Mi.26.03.08 - Gegen den Willen der chinesischen Regierung bringen die EU und die USA den Tibet-Konflikt auf die Agenda der internationalen Beziehungen. Auch Australien und Kanada riefen am Dienstag im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf zum Gewaltverzicht auf. Bei neuen Zusammenstößen in der westchinesischen Provinz Sichuan kamen zwei Menschen ums Leben.

Die EU sei sehr besorgt, sagte am Dienstag in Genf der slowenische Botschafter Andrej Logar. Die Regierung in Peking solle alle Beschränkungen der Bewegungs- und Informationsfreiheit aufheben, forderte der Diplomat im Namen der 27 EU-Staaten. «Wir rufen China auf, das universell anerkannte Grundrecht aller Bürger anzuerkennen, ihre politischen und religiösen Überzeugungen friedlich zum Ausdruck zu bringen», sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Warren Tichenor.

Die chinesische Delegation unterbrach mehrfach die Erklärungen der US- und der australischen Delegation. Dies habe nichts mit der Generaldebatte über die Umsetzung der Menschenrechtserklärung von 1993 zu tun, beschwerten sich die Vertreter aus Peking. Die Situation in Tibet sei allein und ausschließlich eine innere Angelegenheit der chinesischen Regierung.

Bei einer Demonstration von buddhistischen Mönchen und Nonnen in Garze, einem Bezirk der westchinesischen Provinz Sichuan, kam es am Montag zu Zusammenstößen mit der Polizei, wie das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie in der nordindischen Stadt Dharamsala mitteilte. Die Zusammenstöße hätten begonnen, als die Polizei gegen die Menge von etwa 200 Menschen vorgegangen sei.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete hingegen, die Demonstranten hätten Polizisten mit Steinen und Messern attackiert. Dabei sei ein Polizist ums Leben gekommen. Das tibetische Menschenrechtszentrum teilte mit, ein 18-jähriger Mönch sei ums Leben gekommen. Ein weiterer habe eine lebensgefährliche Schussverletzung erlitten.

Der Bezirk Garze grenzt an Tibet, wo es nach mehrtägigen regierungsfeindlichen Demonstrationen am 14. März zu blutigen Unruhen gekommen war. Danach griff die Protestbewegung auch auf angrenzende Provinzen über. Die chinesischen Behörden reagierten mit einer massiven Militärpräsenz. Nach Angaben der Regierung kamen in Lhasa mindestens 22 Menschen ums Leben. Tibetische Gruppen sprechen von nahezu 140 Todesopfern, darunter 19 in der Provinz Gansu.

Als erster hochrangiger Regierungsvertreter seit Beginn der Protestbewegung besuchte der Minister für öffentliche Sicherheit, Meng Jianzhu, am Montag die tibetische Hauptstadt Lhasa. Er bekräftigte die Vorwürfe gegen den Dalai Lama, das im Exil lebende Oberhaupt der tibetischen Buddhisten und kündigte nach einem Bericht der Zeitung «Tibet Daily» eine verstärkte Kampagne der «patriotischen Erziehung» in den Klöstern an.

China will in dieser Woche das strikte Einreiseverbot für ausländische Journalisten in Tibet lockern. Es sei geplant, eine kleine Gruppe von Reportern in dieser Woche in die Hauptstadt Lhasa einzuladen, teilte am Dienstag ein Sprecher des Außenministeriums in Peking mit.

In Berlin forderte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die chinesische Regierung erneut auf, hinsichtlich der Ereignisse in Tibet größtmögliche Transparenz herzustellen. In einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi drückte er nach Angaben eines Sprechers die Hoffnung aus, dass der Gewalt dauerhaft ein Ende bereitet werde. Die Diskussion über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking dauerte unterdessen weiter an.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte, er schließe einen Boykott der Olympia-Eröffnungsfeier in Peking nicht aus. China müsse die weltweite Besorgnis wegen der Tibet-Frage verstehen. «Ich werde meine Entscheidung der Entwicklung der Lage anpassen», sagte Sarkozy, der die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union innehat, wenn die Olympischen Spiele im August beginnen.

(Quelle: ap)
 


 

Chinas Großbanken trotzen Hypothekenkrise- Deutliches Gewinnplus

Mi.26.03.08 - Trotz ihres Engagements am kriselnden US-Hypothekenmarkt haben die chinesischen Großbanken ICBC und Bank of China ihren Gewinn unerwartet kräftig gesteigert.

Für 2007 wies das nach Börsenwert weltgrößte Geldhaus Industrial and Commercial Bank of China einen Gewinnsprung um zwei Drittel auf 81,52 Milliarden Yuan (7,4 Milliarden Euro) aus. Dies lag um rund eine Milliarde Yuan über den Markterwartungen. Der ebenfalls staatliche Mitbewerber Bank of China verzeichnete 2007 einen Ergebniszuwachs um knapp einem Drittel. Der Reingewinn belief sich nach Angaben der Bank vom Dienstag auf 56,25 Milliarden Yuan (rund 5,1 Milliarden Euro). Auch im Schlussquartal fielen die Ergebnisse besser aus als erwartet, auch wenn das Bank-of-China-Gewinnplus wegen der Hypothekenkrise nahezu aufgefressen wurde.

2008 indes dürften Chinas Banken nach den Rekordergebnissen härtere Zeiten bevorstehen, weil die Regierung die Kreditvergabe erschweren und andere Schritte einleiten will, um die Inflation einzudämmen.

Beide Geldhäuser mussten wegen ihrer Engagements im kriselnden US-Hypothekenmarkt hohe Rückstellungen bilden. Das Volumen ihrer auf zweitklassigen US-Hypotheken basierenden Wertpapierbestände per Ende Dezember bezifferte die ICBC auf einen Nominalwert von umgerechnet 1,23 Milliarden Dollar. Die Abschreibungen für Wertminderungen hätten sich auf insgesamt 400 Millionen Dollar summiert. Die Bank of China verbuchte für 2007 Rückstellungen von umgerechnet 836 Millionen Euro. Zum Ende des Berichtsjahres war die chinesische Bank nach eigenen Angaben mit umgerechnet 3,2 Milliarden Euro über strukturierte Kreditprodukte (ABS) im US-Immobilienmarkt investiert.

Die Bank of China kündigte für das laufende Jahr Zukäufe im Ausland an. "Fusionen und Übernahmen werden eine verlockende Möglichkeit für uns sein, im Ausland zu expandieren", hieß es. Die Bank of China prüfe derzeit aktiv mehrere solcher Möglichkeiten, die zur Gesamtstrategie passten und bei der Globalisierung und Diversifizierung des Geschäfts helfen würden.

(Quelle: rtr)
 


 

Immer aggressivere Töne im Wahlkampf der US-Demokraten

Mi.26.03.08 - Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten wird von immer heftigeren Wortgefechten begleitet. Die Anhänger von Barack Obama warfen Hillary Clinton am Montag vor, bei ihren Schilderungen über einen Besuch in Sarajevo während des Bosnien-Kriegs gewaltig übertrieben zu haben. Ein Sprecher Clintons räumte später ein, dass sich die New Yorker Senatorin irreführend geäußert habe.

Clinton hatte in einer Wahlkampfrede vor einer Woche erklärt, dass sie und ihr Mann Bill, der damalige US-Präsident, bei ihrer Landung in der bosnischen Hauptstadt im März 1996 von Heckenschützen attackiert worden seien. Die US-Delegation habe sich dann schnellstens in Sicherheit gebracht. Laut der damaligen Berichterstattung der Nachrichtenagentur AP war das Präsidentenpaar jedoch keiner unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt. Ein Mitreisender sagte der «Washington Post» ebenfalls, er könne sich nicht an einen Beschuss erinnern.

Clinton selbst erklärte später, wer ständig öffentlich reden müsse, dem könnten auch mal Fehler unterlaufen. Ihr Sprecher Howard Wolfson nannte es bezeichnend, wie viel Energie das Obama-Lager darauf verwende, Negatives über Clinton zu verbreiten. Obamas Sprecher Tommy Vietor erklärte derweil, die aufgebauschten Bemerkungen zu Bosnien reihten sich ein in eine ganze Liste von Äußerungen, in denen Clinton ihre bisherige Rolle in der Innen- und Außenpolitik übertrieben habe.

Harte Worte kamen auch von einem Clinton-Berater, der den Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, wegen dessen Unterstützung für Obama angriff. James Carville bezeichnete Richardson als Judas und lehnte es anschließend ab, sich dafür zu entschuldigen.

Carville wies im Interview der «New York Times» darauf hin, dass Richardson einst als Energieminister dem Kabinett von Expräsident Bill Clinton angehört habe. Er sprach von einer besonderen Ironie, dass der Gouverneur seine Unterstützung für Obama ausgerechnet in der Karwoche bekanntgegeben habe. Genau so habe Judas Jesus damals für 30 Silberlinge verraten.

In der vergangenen Woche hatte ein Berater Obamas, der ehemalige Luftwaffengeneral Merrill McPeak, Bill Clinton mit Joseph McCarthy verglichen, der Symbolfigur der Kommunistenjagd in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Anlass waren Äußerungen des Expräsidenten, in denen dieser indirekt den Patriotismus Obamas in Zweifel zog.

Die nächste Vorwahl der Demokraten findet erst wieder am 22. April in Pennsylvania statt. Davor wollen Clinton und Obama am 16. April in einer Fernsehdebatte um die Stimmen der Parteimitglieder und Sympathisanten werben. Nach den bisherigen Abstimmungen liegt Obama knapp in Führung. Die Entscheidung fällt vermutlich erst auf dem Nominierungsparteitag im August, wenn auch die von der Partei ernannten «Superdelegierten» zum Zuge kommen.

(Quelle: ap)
 


 

Serbien strebt Teilung des Kosovos entlang ethnischer Grenzen an

Mi.26.03.08 - Die serbische Regierung hat eine Aufteilung des Kosovos entlang ethnischer Grenzen vorgeschlagen. In dem am Montag von Medien in Belgrad veröffentlichten Vorstoß heißt es, Serbien erkenne die UN-Verwaltung des Kosovos an. Doch könnten nur Serben und nicht Kosovo-Albaner Polizei, Justiz und Zoll in den etwa 15 Prozent des Gebiets kontrollieren, in denen Serben die Mehrheit stellen.

Der stellvertretende Leiter der UN-Mission im Kosovo, Larry Rossin, erklärte, das Dokument sei zur Prüfung ans Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York weitergeleitet worden. Beobachter glauben, dass Belgrad versucht, politisch und verwaltungstechnisch die Kontrolle über die zumeist im Norden des Kosovos gelegenen Gebiete zu übernehmen, in denen Serben die Mehrheit der Bewohner stellen. Das Kosovo erklärte am 17. Februar seine Unabhängigkeit, Serbien hält diese Erklärung nach internationalem Recht für ungültig.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Regierung unterdessen laut Medienberichten an, die Entsendung von Hilfsgütern in die serbischen Gebiete des Kosovos vorzubereiten. Putin habe Ministerpräsident Viktor Subkow in einer Kabinettssitzung angewiesen, sich des Themas anzunehmen. Die Geste solle jedoch keine politischen Untertöne tragen. Putin reagierte damit auf Äußerungen von Außenminister Sergej Lawrow, der die humanitäre Lage in den serbischen Gebieten als beunruhigend bezeichnet und eine entsprechende Bitte der serbischen Regierung übermittelt hatte. Der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti zufolge sagte Lawrow, am dringendsten würden Arzneimittel, Hygieneprodukte und haltbare Lebensmittel benötigt.

(Quelle: ap)
 


 

Deutschland

Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser verlangt Steuersenkung vor Bundestagswahl

Mi.26.03.08 - Eine deutliche Entlastung der Steuerzahler noch vor der Bundestagswahl 2009 hat Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser gefordert. Er sagte der «Bild»-Zeitung: «Wir brauchen deutliche Steuersenkungen im mittleren Einkommensbereich - und zwar bis Ende 2009.» Dies könnte trotz Haushaltssanierung möglich sein.

Die Arbeitnehmer müssten mehr Netto vom Brutto im Geldbeutel haben: «Es kann doch nicht sein, dass bei einem Lohnplus von 4,1 Prozent - wie bei uns 2007 - die Lohnsteuer eines verheirateten Alleinverdieners um den doppelten Satz steigt», sagte Kannegiesser. Zu der im Herbst anstehenden Tarifrunde in der Metallindustrie äußerte sich der Verbandschef zurückhaltend. Derzeit lasse sich über die Aussichten nichts sagen.

(Quelle: ap)
 


 

Grüne wollen 2009 ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf

Mi.26.03.08 - Die Grünen wollen ohne eine Koalitionsaussage in den Wahlkampf 2009 ziehen. Der designierte Spitzenkandidat der Partei, Jürgen Trittin, sagte der «Berliner Zeitung» (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht es werde keine Koalitionsaussage geben. «Wir werden in den Wahlkampf gehen mit einer klaren Aussage, für was wir stehen», sagte er.

Wenn man diese Inhalte durchsetzen wolle, werde man sich Gesprächen nicht verweigern können, sagte Trittin. «Das gilt für alle Parteien», betonte Trittin. «Unsere Wähler erwarten, dass wir austesten, mit wem wir was tatsächlich machen können», sagte Trittin. Mit politischer Beliebigkeit habe das nichts zu tun. In den früheren Bundestagswahlkämpfen hatten die Grünen noch eine Koalitionsaussage zugunsten der SPD getroffen.

Der ehemalige Bundesumweltminister stellte aber zugleich klar, dass er eine Zusammenarbeit mit der SPD noch immer für wahrscheinlicher halte als mit der CDU. «Die SPD steht uns im Bund in den meisten politischen Fragen noch immer sehr viel näher als die CDU», betonte Trittin. So könne er sich beispielsweise nur schwer vorstellen, mit der Union Kernkraftwerke abzuschalten oder ein Grundrecht auf Datenschutz umzusetzen.

Trittin nannte es richtig, dass die Grünen in Hamburg ein Bündnis mit der CDU prüfen. Dabei gehe es darum, das Kohlekraftwerk Moorburg zu stoppen, die Studiengebühren abzuschaffen und zu Alternativen zur Elbvertiefung zu kommen. «Wenn das geht, wären wir bescheuert, es nicht zu tun. Schließlich macht sonst eine große Koalition das Gegenteil», sagte er.

(Quelle: ddp)
 


 

Früherer Grünen-Politiker Metzger tritt in die CDU ein

Mi.26.03.08 - Der frühere Grünen-Politiker Oswald Metzger tritt in die CDU ein. "Mein Antrag auf Mitgliedschaft ist heute bei der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Biberach eingegangen", erklärte Metzger. Zugleich habe er seine Absicht bekundet, sich um die Nominierung als Direktkandidat der CDU im baden-württembergischen Bundestagswahlkreis Biberach zu bewerben. "Ich sehe die CDU als parteipolitische Plattform, in der meine marktwirtschaftlichen Überzeugungen einen viel größeren Resonanzraum haben als jemals in meiner Zeit bei den Grünen."
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Metzger hatte die Grünen im vergangenen November im Streit um die Sozialpolitik verlassen. Unter anderem wandte er sich damals gegen einen Parteibeschluss zum Aufbau einer sozialen Grundsicherung. In seiner Erklärung forderte er ein Festhalten an den Reformen der Agenda 2010 und kritisierte deren teilweise Rücknahme.

(Quelle: afp)
 


 

CDU auf dem Weg zur mitgliederstärksten Partei

Mi.26.03.08 - Die CDU ist auf dem besten Weg, zur mitgliederstärksten Partei Deutschlands zu werden. Möglicherweise wird sie noch im April die SPD bei der Zahl der Parteimitglieder überholen und dann die größte Partei in Deutschland sein, wie die «Bild»-Zeitung am Dienstag berichtete. Mit Stichtag 29. Februar hatte die CDU 533.265 Mitglieder und die SPD 536.655 Mitglieder, wie Sprecher beider Parteien bestätigten. Der Abstand betrug also nur 3.390 Mitglieder.

Doch SPD-Strategen fürchten laut «Bild», dass es wegen des Streits um den Kurs von Parteichef Kurt Beck bei den Sozialdemokraten eine große Zahl von Austritten gegeben hat. Bereits im vergangenen Jahr hatte die SPD rund 20.000 Mitglieder verloren. Aber auch bei der CDU gab es einen Schwund von rund 15.000 Mitgliedern.

Bei der SPD vollzieht sich die Abwärtsentwicklung seit Jahren weitaus schneller als bei der CDU. 1990 hatten die Sozialdemokraten noch mehr als 940.000 Mitglieder, die CDU fast 780.000. Die Sozialdemokraten haben seither rund 400.000 Mitglieder verloren.

Nach dem «Bild»-Bericht regt sich an der SPD-Basis außerdem heftiger Widerstand gegen den Plan des Parteivorsitzenden Kurt Beck, den Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 im Alleingang festzulegen. In einer Emnid-Umfrage hätten sich 91 Prozent der SPD-Anhänger dafür ausgesprochen, in einer Ur-Wahl über den Kandidaten zu entscheiden.

(Quelle: ap)
 


 

Kreditkrise - Weitere Milliarden-Belastungen bei BayernLB befürchtet

Mi.26.03.08 - Die Milliarden-Belastungen bei der BayernLB durch die internationale Kreditkrise könnten noch weitaus drastischer ausfallen, als bisher bekannt.

Angesichts der Größe des BayernLB- Engagements bei strukturierten Wertpapieren könnten sich die bisher auf 1,9 Milliarden Euro bezifferten Belastungen «mehr als verdoppeln», fürchtet die Ratingagentur Moody`s. Daher werde eine mögliche Herabstufung des Finanzstärke-Ratings der Bank geprüft, das bisher bei «C-» liege, teilte Moody`s am Dienstag in London mit. Die Grünen im Bayerischen Landtag sprachen von «alarmierenden Meldungen».

Die BayernLB hatte kürzlich eingeräumt, dass man sich nach den Milliarden-Belastungen im vergangenen Jahr für 2008 auf weitere Korrekturen einstelle. Das Engagement der Bank bei strukturierten Wertpapieren habe ein Volumen von 32 Milliarden Euro, erklärte die Ratingagentur. Mehr als vier Milliarden Euro davon stünden mit Immobilienkrediten bonitätsschwacher Schuldner im Zusammenhang. Bei der Überprüfung des Ratings werde man auch etwaige Maßnahmen der Bank berücksichtigen, mögliche weitere Belastungen aus der Kreditkrise zu begrenzen oder zu vermeiden.

Ein BayernLB-Sprecher wollte die Ankündigung der Ratingagentur nicht kommentieren, die eigenständig über ihre Einstufungen entscheide. Zu den bisherigen Auswirkungen der Kreditkrise in diesem Jahr erklärte der Sprecher: «Es ist ziemlich klar, dass da weitere Belastungen kommen.» Tendenziell sei es in den ersten Monaten des Jahres mit der Bewertung der Wertpapiere «weiter bergab» gegangen. Vorläufige Zahlen zum ersten Quartal wird die BayernLB voraussichtlich bei der Bilanz-Pressekonferenz am 3. April vorstellen. Der weitere Jahresverlauf lasse sich bisher noch nicht einschätzen, sagte der Sprecher.

In Finanzkreisen hieß es, das Finanzstärke-Rating spiele bei Geschäften zwischen Banken eine Rolle, habe aber für die unmittelbaren Refinanzierungskosten weniger Relevanz. Laut Moody`s könnte auch das «Aa3»-Rating für Genussscheine der BayernLB sowie das «A1»-Rating für Wertpapiere der BayernLB Capital Trust gesenkt werden. Dagegen seien die Einstufungen für erstrangige unbesicherte Verbindlichkeiten («Aa2») sowie für nachrangige Verbindlichkeiten («Aa3») bestätigt worden.

Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Thomas Mütze, erklärte, die Entwicklungen seien «ein weiterer Beleg für das völlig verfehlte Krisenmanagement» des bayerischen Finanzministers Erwin Huber (CSU). «Immer wieder hat Erwin Huber gebetsmühlenartig wiederholt, die BayernLB werde die Verluste aus der Subprime-Krise ohne größeren Schaden überstehen, weil sie nach wie vor die höchsten Ratingnoten erhält», kritisierte Mütze. «Diese billigen Durchhalteparolen fallen nun wie ein Kartenhaus in sich zusammen.»

(Quelle: dpa)
 


 

Bau startet mit zweistelligem Auftragsplus ins Jahr

Mi.26.03.08 - Die Baubranche ist mit einem zweistelligen Auftragsplus ins Jahr gestartet.

Im Januar gingen bei den Unternehmen preisbereinigt 10,7 Prozent mehr Bestellungen ein als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit Oktober. Er liegt deutlich über dem Jahresdurchschnitt 2007 von 3,5 Prozent. Großaufträge und der milde Winter hätten zum Aufwärtstrend beigetragen, hieß es.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sprach von einem guten Jahresauftakt. Der Gesamtumsatz stieg nominal um 5,7 Prozent auf 4,373 Milliarden Euro. Da die Preise um vier Prozent zulegten, kletterten die Erlöse nach HDB-Angaben auch unterm Strich leicht.

Im Hochbau legte das Neugeschäft um 13,5 Prozent zu, im Tiefbau um 7,4 Prozent. Trotz des deutlichen Umsatzplus' wurden Stellen abgebaut. Ende Januar wurden rund 681.000 Beschäftigte gezählt. Das waren 4000 oder 0,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vom Auftragsschub profitierten dem Branchenverband zufolge vor allem westdeutsche Betriebe. Deren Orderplus lag bei zwölf Prozent, während die ostdeutschen Firmen nur fünf Prozent mehr Aufträge an Land zogen. Trotz der Kapitalmarktkrise bleibt der Wirtschaftsbau Motor des Aufschwungs, wie der HDB erklärte. Auch der öffentliche Bau entwickele sich wegen der besseren Finanzlage der Gemeinden weiter positiv. Schlechte Nachrichten kämen nur vom Wohnungsbau: Hier seien die Aufträge um 4,3 Prozent unter das Vorjahresniveau gesunken.

In der Statistik werden die größeren Betriebe des Bauhauptgewerbes ab 20 Mitarbeitern berücksichtigt.

(Quelle: rtr)
 


 

Metall- und Elektrobranche verzeichnet starken Stellenaufbau

Mi.26.03.08 - Die gute Konjunktur hat zu Jahresbeginn zu einem deutlichen Arbeitsplatzzuwachs in der deutschen Metall- Elektrobranche geführt. Im Januar seien bundesweit rund 27 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, teilte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall am Dienstag in Berlin mit. Damit seien in der Branche rund 3,58 Millionen Menschen und damit rund 130 000 oder 3,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist beschäftigt. Einen so starken Jobaufbau habe es zuletzt in der ersten Hälfte der 60er Jahre gegeben.

Auch für die nächsten Monaten rechnet die Branche mit weiteren Einstellungen. Von der guten Konjunktur profitiere auch der Ausbildungsmarkt. So seien 2007 mehr als 75 000 neue Lehrstellen geschaffen worden und damit elf Prozent mehr als 2006.

Als Grund wies der Verband auf die «ungebrochene Nachfrage» nach Produkten aus der Branche. So sei die Nachfrage im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent gestiegen. Dabei habe vor allem die Auslandsnachfrage mit einem Plus von mehr als 16 Prozent zugelegt, während der Zuwachs im Inland mit mehr als 7 Prozent schwächer ausgefallen sei. Die Produktion sei im Januar auf Jahressicht um 10,5 Prozent gestiegen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist der Dachverband von 22 Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie. In ihnen sind rund 6100 Unternehmen mit mehr als zwei Millionen Beschäftigten organisiert.

(Quelle: ddp)
 


 

Experten erwarten weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit

Mi.26.03.08 - Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung von Experten auch im März fortgesetzt. Von AP befragte Volkswirte erwarten im Vergleich zum Februar einen Rückgang zwischen 80.000 und 130.000 auf rund 3,5 Millionen Arbeitslose. Neben dem milden Winter und der nach wie vor kräftigen Konjunktur dürfte dazu auch beigetragen haben, dass das Arbeitskräfteangebot nachlässt. Im Februar war die Arbeitslosenzahl um 42.000 auf 3,617 Millionen gesunken. Die Quote hatte sich auf 8,6 Prozent verringert.

«Die Stimmung in der Industrie ist noch gut, trotz der weltwirtschaftlichen Turbulenzen», erklärt Hans-Ulrich Brautzsch vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Er geht von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um nicht bereinigt 80.000 aus. Seiner Einschätzung nach sind 10.000 bis 15.000 davon darauf zurückzuführen, dass das Arbeitskräfteangebot aus demographischen Gründen abnimmt. Der restliche Rückgang sei durch Neueinstellungen vor allem in Exportbranchen und im Dienstleistungsgewerbe zu erklären.

Auch Eckhard Tuchtfeld von der Commerzbank in Frankfurt sieht im Dienstleistungsbereich, Handel und Bau eine wieder gestiegene Nachfrage nach Mitarbeitern. Er erwartet daher für März einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 130.000. Im weiteren Jahresverlauf werde sich die allmählich nachlassende Konjunktur aber auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.

Der Wirtschaftswissenschaftler geht daher davon aus, dass die wirtschaftliche Dynamik schon im zweiten Quartal an Schwung verlieren wird. In der zweiten Jahreshälfte werde sich dies auch auf die Arbeitslosenzahlen auswirken. «Es gibt dann zwar nach wie vor einen Rückgang, aber der wird geringer ausfallen als früher», erklärt er.

Gregor Eder von der Deutschen Bank in Frankfurt ist indes «absolut optimistisch», was die mittelfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt angeht. «Der positive Trend sollte sich weiter deutlich fortsetzen», erklärt er. Der Arbeitsmarkt werde sich weitaus besser entwickeln als befürchtet. «Wir haben nach wie vor eine robuste Konjunktur, und die Einzelhandelsumsätze sind gut», beschreibt er.

«Bremsende Effekte» von der internationalen Finanzmarktkrise erwartet er frühestens im dritten und vierten Quartal. Diese Auswirkungen würden aber «relativ begrenzt sein». Für März geht Eder von einer Verringerung der Arbeitslosenzahl um 100.000 auf knapp 3,5 Millionen aus. «Im Oktober werden vorübergehend sogar die drei Millionen geknackt», rechnet er vor. Zum Winter hin dürfte die Arbeitslosigkeit dann aber wieder steigen.

Die März-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Dienstag (1. April) in Nürnberg bekannt.

(Quelle: ap)
 


 

Warnung vor Medizinermangel - Ärzte schließen Praxen

Mi.26.03.08 - Vor den von heute an geplanten Praxisschließungen niedergelassener Ärzte hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor einem Medizinermangel gewarnt. Fast jeder fünfte niedergelassene Arzt in Deutschland befinde sich kurz vor der Rente, berichtet KBV-Chef Andreas Köhler der Nachrichtenagentur dpa.

Unterstützung der Politik sei nötig. «Denn der drohende Ärztemangel ist letztlich eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.» Die niedergelassenen Ärzte sind bis einschließlich Freitag aufgerufen, ihre Praxen zu schließen und so gegen die Gesundheitspolitik zu protestieren. Initiator ist der Verein «Freie Ärzteschaft».

Nach Angaben seines Präsidenten Martin Grauduszus könnten sich bis zu 30 Prozent der rund 100 000 Praxen an dem Protest beteiligen. Andere Ärztekreise gingen allerdings von einer geringen Beteiligung aus. Durch Vertretungsregelungen soll die Versorgung der Patienten gesichert werden. Nach Ansicht des Vereins zielt der Sparkurs der Bundesregierung darauf ab, die gesamte Versorgung von den niedergelassenen Ärzten in die Kliniken zu verlagern.

Unterdessen rechnete der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit «spätestens zum 1. Juli mit einer neuen Beitragserhöhungswelle». Als Gründe nannte er im «Handelsblatt» (Dienstag) die schwächere Konjunktur sowie steigende Gesundheitsausgaben. Auch hätten viele Kassen zum 1. Januar ihre Beiträge nicht so erhöht, wie es zur Deckung der erwarteten Ausgaben erforderlich gewesen wäre.

Der Kassenarzt-Verband KBV berichtete, der Anteil der Praxisärzte, die 60 Jahre und älter sind, habe von 8,8 Prozent 1993 auf zuletzt mehr als 17 Prozent zugelegt. Bei den Hausärzten seien es sogar 19 Prozent. 1993 waren rund 9100 niedergelassene Ärzte 60 Jahre und älter. Mittlerweile seien es rund 20 600 Ärzte.

«Wir rechnen damit, dass bis 2012 rund 34 000 niedergelassene Ärzte altersbedingt ihre Praxistätigkeit aufgeben werden», sagte Köhler. «Junge Ärzte sind also gefragt wie nie ­ sowohl in Krankenhäusern als auch in den niedergelassenen Praxen.» Sichere wirtschaftliche Verhältnisse seien für ausreichend medizinischen Nachwuchs nötig.

Köhler forderte deshalb nachdrücklich, dass 2009 die in Aussicht gestellte Honorarreform startet. «Sie bietet die Chance auf Einkommensverbesserungen bei den niedergelassenen Kollegen.» Die Ärzte sollen dann für kränkere Patienten mehr Geld bekommen. Die Bezahlung soll zudem nicht mehr nach einem komplizierten Punktwertsystem, sondern nach Euro und Cent erfolgen.

(Quelle: dpa)
 


 

Entscheidung gegen Olympia-Boykott stößt auf Kritik

Mi.26.03.08 - Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ist in der Politik auf Kritik gestoßen.

Angesichts der Lage in Tibet hätte er es für «klüger» gehalten, die Teilnahme an den Sommerspielen noch offen zu lassen, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), am Dienstag im Südwestrundfunk. Grünen-Chefin Claudia Roth warnte davor, der chinesischen Führung einen «Blankoscheck» auszustellen.

Polenz sagte, abgesehen von einem Sportler-Boykott sei auch eine Art politischer Demonstration bei der Olympia-Zeremonie denkbar. Falls Peking so «militant» handeln sollte wie es zur Zeit rede, könne er sich nicht vorstellen, dass deutsche Politiker «zur Eröffnungsfeier oder zur Schlussfeier fahren». Roth sagte im WDR zum Thema Boykott: «Ich würde ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht befürworten. Aber ausschließen finde ich falsch, weil das rechtfertigt ja das weitere Vorgehen.»

Der DOSB hatte am Montag trotz des gewaltsamen Vorgehens der chinesischen Behörden in Tibet einen Boykott ausgeschlossen. Begründet wurde dies auch mit der «Verantwortung gegenüber den Athleten». DOSB-Generaldirektor Michael Vesper rechtfertigte im ZDF- «Morgenmagazin» die Entscheidung. Es wäre «naiv» zu glauben, dass es den Menschen in Tibet oder China bessergehe, wenn man die Spiele boykottiere. «Es ist besser, auf Dialog und Verständigung zu setzen.»

(Quelle: dpa)
 


 

Anklage gegen NPD-Chef wegen Volksverhetzung

Mi.26.03.08 - Die Staatsanwaltschaft Berlin hat den NPD-Chef Udo Voigt und zwei weitere Rechtsextreme wegen Volksverhetzung und Beleidigung angeklagt.

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, für die Herausgabe eines sogenannten WM-Planers zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verantwortlich gewesen zu sein, teilte die Justiz am Dienstag mit. Darin solle zum Ausdruck gebracht worden sein, dass dunkelhäutige Spieler unwürdig seien, Deutschland als Nationalspieler zu repräsentieren. In der Broschüre stand zu einem Trikot mit der Nummer 25 - damals Patrick Owomoyela (Werder Bremen) zugeordnet - der Schriftzug "Weiß - nicht nur eine Trikotfarbe".

Nach einer Durchsuchung der NPD-Parteizentrale und der Beschlagnahme der Flyer erstellten die Beschuldigten nach Justiz-Angaben einen neuen WM-Planer. Darin soll erneut eine "Überfremdung" der Nationalmannschaft angeprangert worden sein: Durch ein Piktogramm eines weißen und zehn farbiger Nationalspieler vor der Frage "Nationalelf 2010?".

Owomoyela begrüßte die Anklage. "Es ist natürlich nicht schön, wenn man so plakativ benutzt wird, um eine rechtsradikale Kampagne zu fahren. Ich war sehr erschrocken darüber, dass es mich auch direkt betrifft", sagte er Reuters-TV.

Für die NPD erklärte Frank Schwerdt: "Wir lehnen es grundsätzlich ab, dass auswärtige Spieler in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft tätig sind." Dann könne man auch nicht ein Nationalmannschaftsspiel Italien gegen Deutschland mit einem Spiel wie Zaire gegen Kongo verwechseln.

(Quelle: rtr)
 
 
 
 

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