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Aktuelle Nachrichten
Irak am 1467sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Wieder offener Krieg im Süden des Iraks. Luftangriffe auf Ziele in
Basra und Bagdad. Irakisches Parlament beruft Vermittlungskommission.
Rüstungsabkommen zwischen Serbien und Bagdad. FBI
identifiziert im Irak getötetes Entführungsopfer als
Österreicher. Massaker von Haditha: Klage gegen US-Gefreiten
fallengelassen
Sa.29.03.08 - Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und schiitischen Milizen
stürzen den Süden des Iraks wieder in offenen Krieg:
Britische und US-Truppen flogen am Freitag Luftangriffe in Basra und
Bagdad. Die irakischen Sicherheitskräfte hätten um die
Angriffe auf mindestens zwei Ziele in Basra gebeten, erklärte ein
britischer Militärvertreter. Anhaltende Gefechte zwischen
Sicherheitskräften und Milizen wurden außerdem in vier
weiteren Städten gemeldet.
US-Präsident George W. Bush sprach von einem «entscheidenden
Moment in der irakischen Geschichte». «Es wird eine Weile
dauern, aber es handelt sich um einen notwendigen Teil der Entwicklung
hin zu einer freien Gesellschaft», sagte er vor Journalisten in
Washington.
Über Basra warfen von britischen Kampfflugzeugen unterstützte
US-Truppen Bomben ab, wie ein britischer Militärsprecher
mitteilte. In Bagdad schoss ein US-Kampfhubschrauber eine Rakete in der
Hochburg des radikalen schiitischen Predigers Muktada Al Sadr ab, dabei
wurden nach US-Angaben vier Bewaffnete getötet. Bodentruppen in
Sadr City hätten um den Luftangriff gebeten. Nach Polizei- und
Krankenhausangaben kamen dabei außerdem fünf Zivilpersonen
ums Leben, vier weitere erlitten Verletzungen.
Wegen der heftigen Kämpfe sagte der irakische
Ministerpräsident Nuri al-Maliki seine Teilnahme am bevorstehenden
Gipfel der Arabischen Liga in Damaskus ab. Stattdessen sei
Vizepräsident Adel Abdul Mahdi am Freitag nach Syrien gereist,
erklärten zwei ranghohe Regierungsbeamte.
Al-Maliki hält sich seit Montag in Basra auf. Er setzte den
Einwohnern nach Angaben seines Büros eine Frist bis zum 8. April,
ihre Waffen gegen eine finanzielle Entschädigung abzugeben. Den
schiitischen Kämpfern stellte Al-Maliki bereits ein Ultimatum, das
am (heutigen) Freitag ausläuft.
Das irakische Parlament berief am Freitag eine Vermittlungskommission,
die ein Ende der Kämpfe im Süden herbeiführen soll.
Geleitet wird sie von Parlamentspräsident Mahmud al Maschhadani,
einem Sunniten. Die größte schiitische Gruppierung im
Parlament, die Vereinigte Irakische Allianz, boykottierte die Sitzung.
Bei der Militäraktion handele es sich um eine Frage von Recht und
Ordnung und nicht um eine Angelegenheit der Gesetzgebung, erklärte
die Allianz.
Ein ranghoher schiitischer Geistlicher im Iran rief die Bagdader
Regierung und die Milizen am Freitag zu einer friedlichen Lösung
des Konflikts auf. Teheran könne bei Gesprächen vermitteln,
schlug Ayatollah Ahmad Dschannati in einer im Fernsehen
übertragenen Predigt vor.
Die Anhänger Al Sadrs werfen der irakischen Regierung vor, den von
dessen Mahdi-Miliz ausgerufenen Waffenstillstand auszunutzen, um die
Kämpfer ins Visier zu nehmen. Die Regierung hat erklärt, sie
gehe gegen kriminelle Banden vor.
Serbien und der Irak brachten unterdessen ein Abkommen über die
Lieferung von militärischer Ausrüstung an Bagdad unter Dach
und Fach. Der Irak habe eine Anzahlung geleistet, erklärte das
Verteidigungsministerium in Belgrad am Freitag. Der bei einem Besuch
des irakischen Verteidigungsministers Abdul Kadir al Obeidi in Belgrad
im vergangenen Jahr vereinbarte Vertrag über die Lieferung von
Waffen, Flugzeugen und Munition und weiterer Ausrüstung hat ein
Volumen von umgerechnet 149 Millionen Euro. Der serbische
Verteidigungsminister Dragan Sutanovac sprach von einem Jahrundertdeal
für die Militärindustrie.
Die US-Bundespolizei FBI hat die Leiche eines im Irak entführten
Österreichers identifiziert. Bert N. arbeitete dort als
Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, als er zusammen mit vier Kollegen
im November 2006 entführt worden war. Die Familie des Opfers sei
am Freitagabend verständigt worden, sagte FBI-Sprecher Richard
Kolko in Washington. Die sterblichen Überreste würden nach
Österreich überführt.
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Der Fall hatte Anfang März Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als
die abgehackten Finger der fünf Männer den
US-Streitkräften zugeschickt worden waren. Die Männer
arbeiteten für die Crescent Security Group.
Die US_Marine hat am Freitag die Anklage gegen einen Gefreiten wegen
Beteiligung an dem Massaker von Haditha im Irak fallengelassen. Ihm
wurde volle Straffreiheit gewährt. Dem 26-jährigen Stephen
Tatum war fahrlässige Tötung und schwere
Körperverletzung zur Last gelegt worden. Der ursprüngliche
Vorwurf des Mordes war bereits zuvor fallengelassen worden.
Bei dem Massaker in der irakischen Ortschaft am 19. November 2005
gingen US-Marineinfanteristen massiv gegen Bewohner von Haditha
nordwestlich von Bagdad vor, nachdem ihr Militärkonvoi auf einen
Sprengsatz gefahren war. Zunächst wurden fünf Männer aus
einem Fahrzeug heraus erschossen. Danach gingen die Soldaten von Haus
zu Haus und töteten 19 Bewohner, darunter Frauen und Kinder.
boa (Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 29.03.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendunddritten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Neuer US-Kommandeur für Nahost und Irak
Sa.29.03.08 - Führungswechsel im Zentralkommando der US-Streitkräfte: Neuer
Kommandeur ist Generalleutnant Martin Dempsey. Der bisherige Inhaber
des Postens, zu dessen Befehlsbereich auch die US-Truppen im Mittleren
und Nahen Osten zählen, Admiral William Fallon, hatte am 11.
März überraschend nach nur einem Jahr im Amt seinen
Rücktritt erklärt.
Zuvor hatte es Medienberichte über Meinungsverschiedenheiten
zwischen ihm und Präsident George W. Bush gegeben. Das Magazin
«Esquire» hatte berichtet, der Admiral sei nicht mit der
Iran-Politik Bushs einverstanden und habe sich gegen einen
Militäreinsatz zum Stopp des Teheraner Atomprogramms
ausgesprochen. Verteidigungsminister Robert Gates hatte erklärt,
Fallons Ausscheiden deute nicht darauf hin, dass Washington einen
solchen Angriff plane.
Bei seiner Abschiedsrede lobte Fallon am Freitag Bush, Gates und vor
allem den Befehlshaber der US-Truppen im Irak, General David Petraeus.
Sein Nachfolger Dempsey hat seinen neuen Posten bislang nur
vorübergehend. Über die endgültige Besetzung muss Bush
noch entscheiden.
(Quelle: ap)
Taliban kündigen Frühjahrsoffensive in Afghanistan an
Sa.29.03.08 - Die radikalislamischen Taliban haben den Beginn ihrer
Frühjahrsoffensive in Afghanistan bekanntgegeben. Ziel der
verstärkten Angriffe sei es, dem Feind eine "ermahnende Lektion" zu
erteilen mit schmerzhaften und überraschenden Treffern,
heißt es in einer auf einer islamistischen Internetseite
veröffentlichten Erklärung, wie das US-Institut SITE
mitteilte. SITE, das auf die Beobachtung islamischer Websites
spezialisiert ist, ordnete die Erklärung dem stellvertretenden
Taliban-Führer Mullah Bradar Muhammed zu.
Laut SITE riefen die Taliban im Internet auch ihre Landsleute dazu auf,
der Regierung von Präsident Hamid Karsai abzuschwören und den
Kampf der Mudschahedin zur Befreiung des Landes zu unterstützen.
Die radikalislamischen Taliban waren nach dem US-geführten
Einmarsch Ende 2001 in Afghanistan aus der Regierung gestürzt
worden. Seitdem sind sie insbesondere im Süden und Osten des Landes
im Untergrund aktiv.
(Quelle: afp)
Tibetische Demonstranten stürmen UN-Gebäude in Nepal
Sa.29.03.08 - In einer anti-chinesischen Protestaktion haben junge tibetische
Demonstranten in Nepal ein UN-Gebäude gestürmt. Bei der Aktion
in der Hauptstadt Kathmandu wurden nach Polizeiangaben rund 40
Demonstranten festgenommen.
Etwa 18 Jugendliche durchbrachen die Polzeiabsperrung und drangen in
das UN-Gebäude ein. "Wir fordern, dass die UNO die
Unterdrückung der Tibeter durch China untersucht", sagte ein
15-Jährigeer, bevor er von den Sicherheitskräften vertrieben
wurde. Nepal hatte am Dienstag angekündigt, keine anti-chinesischen
Proteste mehr zuzulassen. Nepal bekennt sich offiziell zur
Ein-China-Politik, nach der Tibet seit der chinesischen Besatzung 1951
als Bestandteil der Volksrepublik betrachtet wird. Zugleich bietet
Nepal aber rund 20.000 Tibetern Zuflucht, die nach einem gescheiterten
Aufstand 1959 ins Land kamen.
Eine Gruppe ausländischer Diplomaten brach derweil von Peking aus
zu einer zweitägigen Reise in die tibetische Hauptstadt Lhasa auf.
An der von der chinesischen Regierung organisierten Tibet-Reise nehmen
Vertreter der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Australiens und
Italiens teil. Die Diplomaten waren eigenen Angaben zufolge erst am
Donnerstagabend über die anstehende Tour unterrichtet worden.
Erst am Mittwoch waren 26 ausgewählte ausländische
Journalisten im Zuge einer von Peking veranstalteten Reise für drei
Tage nach Lhasa gereist. Die chinesische Regierung hat
ausländischen Journalisten seit dem Beginn der Unruhen in Lhasa vor
gut zwei Wochen den Zugang zur autonomen Provinz Tibet verwehrt und die
Berichterstattung westlicher Medien über die Ereignisse als nicht
den Fakten entsprechend kritisiert.
(Quelle: afp)
EU-Außenminister beraten über Tibet und Nahost
Sa.29.03.08 - Die EU-Außenminister beraten ab heute unter anderem über die
Lage in Tibet. Bei dem zweitägigen informellen Treffen im
slowenischen Brdo dürfte die Frage eines möglichen Boykotts
der Olympischen Spiele in China zur Sprache kommen. Auch in Deutschland
gibt es Stimmen, die einen solchen Schritt fordern. Der frühere
Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) sprach sich deutlich gegen einen
Boykott aus.Eine Gruppe ausländischer Diplomaten brach derweil von
Peking aus zu einer zweitägigen Reise in die tibetische Hauptstadt
Lhasa auf.
Frankreich behält sich wegen des harten Vorgehens der chinesischen
Sicherheitskräfte gegen tibetische Demonstranten eine
Nicht-Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung der Olympischen
Spiele in China vor. Ex-Bundeskanzler Schmidt sagte der "Bild"-Zeitung,
schon den westlichen Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau habe
er für "sinnlos und schädlich" gehalten. Das gelte auch in
Bezug auf die Vorschläge für einen Boykott der Olympischen
Spiele 2008 in Peking.
Dass die Bundesregierung 1980 dem heftigen Drängen des damaligen
US-Präsidenten Jimmy Carter gefolgt sei, muss Schmidt zufolge vor
dem Hintergrund des seinerzeit schwelenden Ost-West-Konflikt gesehen
werden. "Angesichts der sowjetischen Raketendrohung waren die
Bundesrepublik und Westberlin existenziell auf die Schutzmacht USA
angewiesen", fügte der Altkanzler hinzu. Der Boykott der Spiele
habe 1980 "nichts gebracht" und er werde "auch heute nichts bringen".
An der von der chinesischen Regierung organisierten Tibet-Reise nehmen
Vertreter der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Australiens und
Italiens teil. Die Diplomaten waren eigenen Angaben zufolge erst am
Donnerstagabend über die anstehende Tour unterrichtet worden. Ein
US-Außenamtssprecher begrüßte die Initiative,
bezeichnete sie zugleich jedoch als ungenügend. Diplomaten und
andere Menschen müssten die Möglichkeit erhalten, nicht nur
Lhasa, sondern auch die umliegende Region zu besuchen.
Erst am Mittwoch waren 26 ausgewählte ausländische
Journalisten im Zuge einer von Peking veranstalteten Reise für drei
Tage nach Lhasa reist. Die chinesische Regierung hat ausländischen
Journalisten seit dem Beginn der Unruhen in Lhasa vor gut zwei Wochen
den Zugang zur autonomen Provinz Tibet verwehrt und die
Berichterstattung westlicher Medien über die Ereignisse als nicht
den Fakten entsprechend kritisiert.
(Quelle: afp)
Nordkorea droht mit Verlangsamung des Abbaus von Atomanlagen
Sa.29.03.08 - Nordkorea hat wegen eines anhaltenden Streits mit den USA einen
langsameren Abbau seiner Atomanlagen angedroht. Falls die USA weiter an
Vorwürfen festhalten würden, wonach Pjöngjang sein
Atomprogramm nicht völlig aufgedeckt habe, werde dies den
zugesagten Abbau der Atomanlagen «gravierend» stören
oder verzögern, hieß es in einer Stellungnahme des
Außenministeriums, die am Freitag von der nordkoreanischen
Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde.
Die Streitkräfte des kommunistischen Regimes feuerten unterdessen
mehrere Kurzstreckenraketen zu Testzwecken ab. Die Raketen seien an der
Westküste über dem gelben Meer abgefeuert worden, berichtete
die Nachrichtenagentur Yonhap. Ein Sprecher des südkoreanischen
Präsidenten Lee Myung Bak erklärte jedoch, es habe sich
offenbar um einen Routinevorgang gehandelt. Gleichzeitig warnte er
Pjöngjang vor unnötigen Provokationen. «Ich glaube
Nordkorea würde auch keine Belastung der innerkoreanischen
Beziehungen wollen», sagte Sprecher Lee Dong Kwan.
Seit der Wahl Lees haben sich die Beziehungen der beiden koreanischen
Teilstaaten deutlich abgekühlt. Erst am Donnerstag hatte Seoul
Angestellte auf Pjöngjangs Verlangen hin aus einem gemeinsamen
Industrieprojekt in der nordkoreanischen Freihandelszone Kaesong
abgezogen. Südkorea unterstützt den veramten Norden mit
Lebensmittelhilfen und Erdöl.
Nordkorea hatte im vergangenen Jahr zugestimmt, im Gegenzug für
die Lieferung von Erdöl und anderen Gütern seine wichtigsten
Atomanlagen abzubauen. Im November legte Pjöngjang sein
Atomprogramm in einer Erklärung offen. Den USA fehlten jedoch
Angaben zu einem mutmaßlichen Programm zur Urananreicherung.
Hochangereichertes Uran wird für die Herstellung von Atomwaffen
benötigt. Nordkorea bestreitet, ein solches Programm je verfolgt zu
haben.
(Quelle: ap)
Zwietracht beim Gipfel der Arabischen Liga vorprogrammiert
Sa.29.03.08 - Streit ist beim Gipfel der Arabischen Liga in Damaskus vorprogrammiert.
Es grenzt schon an ein Wunder, dass er überhaupt zustande kommt.
Der syrische Präsident Baschar Assad ließ im Vorfeld der
arabischen Gipfelkonferenz am Samstag (29.3.08) in Damaskus wissen,
dass sein Land durchaus an Friedensverhandlungen mit Israel
interessiert sei. Aus Israel sind ebenfalls verschiedene
Erklärungen für Friedensgespräche mit Syrien zu
hören. Und die Außenminister der Arabischen Liga beschlossen
am Freitag, dass sie ihr Friedensangebot an Israel erneuern, welches
sie bereits 2002 in Beirut und fünf Jahre später in Riad
unterbreitet haben. Israel wird darin Frieden und Anerkennung im
Austausch für die Räumung der seit 1967 besetzten Gebiete
angeboten.
Wenigstens auf dem Papier scheint damit ein wichtiger
Tagesordnungspunkt des Gipfeltreffens geklärt zu sein: Die
Arabische Liga steht weiterhin zu ihrer Friedensinitiative. Wobei sie
gleichzeitig darauf setzen kann, das Israel dieses Angebot in
absehbarer Zukunft kaum aufzugreifen bereit sein dürfte.
Weit weniger panarabische Eintracht herrscht in Damaskus allerdings bei
einem zweiten Punkt: dem Konflikt im Libanon und die syrische Rolle
darin. Beinahe hätte dieses Thema auch den Gipfel insgesamt zum
Scheitern gebracht: Im Protest gegen die syrische Libanonpolitik hatte
Saudi-Arabiens König Abdullah seine Teilnahme abgesagt und
lediglich die Anreise untegebener Gefolgsleute angekündigt. Auch
Ägypten und Jordanien schicken nur niederrangige Delegationen. Und
schließlich gab auch Beirut bekannt, dass es , obwohl einst
Gründungsmitglied der Arabischen Liga , keine Delegation entsenden
werde.
Die Libanesen hatten noch die plausibelste Begründung: Es sei
immer noch nicht gelungen, einen Präsidenten zu wählen und
deswegen gebe es keinen "standesgemäßen" Vertreter für
einen Gipfel. In Wirklichkeit war man natürlich nicht bereit, in
Syrien anzutreten, weil man dieses Land in erster Linie verantwortlich
macht für die innenpolitischen Probleme, unter denen der Libanon
nun schon wieder seit Jahren leidet. Aus genau diesem Grund hatten auch
Riad und Kairo abgesagt und Beirut konnte angesichts solcher
Solidarität nun natürlich nicht selbst in Damaskus erscheinen.
Besonders die Saudis sind verärgert über die syrische
Haltung. Man hält die Syrer in Riad auch für
Hintermänner des Mordes am ehemaligen libanesischen
Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005. Hariri war eng
mit dem saudischen Königshaus liiert. Die Unterstützung, die
er von dort einst erhielt, wird nun seinem Sohn Saad und der von diesem
getragenen Regierung Fuad Sinioras zuteil. Zu dem gehören
Saudi-Arabien und Ägypten zu den wichtigsten Alliierten des
Westens, der ebenfalls die rechtmäßige Regierung Siniora
unterstützt und die von Syrien geförderte Opposition der
Hisbollah ablehnt.
Der Unmut über das syrische Verhalten geht weit über diese
drei Staaten hinaus. Die anderen sind zur Gipfelkonferenz angereist, um
wenigstens den Eindruck arabischer Einheit zu wahren. Eine Fiktion, an
die kaum noch jemand in der Arabischen Welt glaubt, die man aber
dennoch gerne aufrechterhält. Wie auch das Bild von der Arabischen
Liga als einem wirkungsvollen Instrument zur Umsetzung und
Verwirklichung zentraler arabischer Aufgaben und Ziele. Der Staatenbund
hat seit seiner Gründung im Jahr 1945 immer wieder aufs Neue
bewiesen, dass er dieser Aufgabe nicht gerecht wird. Nur in seltenen
Ausnahmefällen gelang es ihm, Initiativen zur Problemlösung
durchzudrücken. Und in der Libanonfrage scheiterte die Liga bisher
auch.
Generalsekretär Amr Moussa unternahm wiederholte
Verhandlungsrunden zwischen den verfeindeten Seiten in Beirut, er
verhandelte mit den Syrern, aber wenn immer er glaubte, sich mit den
Parteien auf etwas geeinigt zu haben, dann stellte sich schon Stunden
später heraus, dass alles vergebens war. Moussa machte in letzter
Zeit kein Hehl daraus, dass er Syrien als treibende Kraft hinter der
Sabotierung seiner Bemühungen betrachtet, was auch nicht gerade
zur Verbesserung des Konferenzklimas beitragen dürfte.
(Quelle: dw)
IWF beschließt Änderung der Stimmrechte -
Schwellenländer bekommen mehr Gewicht
Sa.29.03.08 - Das Direktorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat eine
Änderung der Stimmrechte beschlossen, die wirtschaftlich
aufstrebenden Schwellenländern einen höheren Stimmanteil
garantieren soll. Von der Änderung werden unter anderem China,
Südkorea, Indien und Brasilien profitieren, denn ihr Anteil am
Welthandel war zuletzt stetig gestiegen.
Die Reform sei der erste von weiteren nötigen Schritten, um der 68
Jahre alten internationalen Finanzinstitution wieder mehr
Glaubwürdigkeit zu verschaffen, sagte IWF-Direktor Dominique
Strauss-Kahn am Freitag vor Journalisten. Der frühere
französische Finanzminister Strauss-Kahn trat sein Amt im
vergangenen September mit dem Versprechen an, die 185 Mitglieder
zählende Organisation zu reformieren.
Die beschlossene Anhebung soll den Stimmanteil der
Entwicklungsländer von etwa 39 auf 42 Prozent erhöhen. Der
Gouverneursrat des IWF muss der Anhebung noch zustimmen, dies wird
für Mitte April erwartet.
Die Verteilung der Stimmrechte wurde besonders von
Schwellenländern kritisiert: Die amerikanisch-europäische
Dominanz reflektiere die Weltwirtschaftsordnung der Zeit nach dem
Zweiten Weltkrieg, nicht aber die heutige Realität. Die
Entwicklungshilfeorganisation Oxfam kritisierte am Freitag, dass
Entwicklungsländer nach wie vor nicht berücksichtigt seien.
(Quelle: ap)
US-Regierung will Regulierung der Finanzindustrie neu aufstellen
Sa.29.03.08 - Die Regierung von US-Präsident George W. Bush schlägt eine
grundlegende Überholung der Regulierung der US-Finanzindustrie
vor. Die Bankenaufsicht soll gestärkt und ausgeweitet werden. Dazu
soll vor allem die US-Zentralbank Fed (Federal Reserve) wesentliche und
neue Aufgaben bekommen, wie aus einem Dokument hervorging, das der
Nachrichtenagentur AP am Freitagabend in Washington vorlag. Die Fed
würde damit zum Garanten der Stabilität des gesamten
Finanzsektors ausgebaut.
Nicht nur Geschäftsbanken, sondern alle Akteure der
Finanzindustrie sollen künftig von der Notenbank beaufsichtigt
werden, wie es in einer 26 Seiten starken Zusammenfassung der neuen
Vorschläge hieß. Der Plan sollte am Montag von
US-Finanzminister Henry Paulson vorgestellt werden und wird als
Reaktion auf die mit der US-Immobilienkrise verbundenen Probleme
angesehen.
(Quelle: ap)
Weltweite Kritik an islamfeindlichem Film von Niederländer
Sa.29.03.08 - Der islamfeindliche Film des niederländischen Rechtspopulisten
Geert Wilders ist weltweit kritisiert worden. Der Film diene "keinem
anderen Zweck als der Anstachelung zum Hass", erklärte der
slowenische EU-Vorsitz in Brdo. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki
Moon verurteilte den Film. Das deutsche Bundeskriminalamt
befürchtet eine erhöhte Terrorgefahr durch das Video, das in
islamischen Ländern für Empörung sorgte. Wilders wies
eine Verantwortung für mögliche Ausschreitungen wütender
Muslime zurück.
Die EU-Präsidentschaft betonte, dass Meinungsfreiheit auch den
Respekt für andere Glaubensrichtungen und Überzeugungen
voraussetze. Ban ließ das Video durch seine Sprecherin scharf
verurteilen. Der niederländische Regierungschef Jan Peter
Balkenende hatte sich nach der Veröffentlichung umgehend von der
abwertenden Darstellung des Korans in dem Video distanziert.
Die Regierung in Den Haag fürchtet Ausschreitungen ähnlich
wie nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in
dänischen Zeitungen 2006. Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA),
Jörg Ziercke, sagte im Fernsehsender n-tv, das Video erhöhe
die Terrorgefahr in Deutschland.
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan
Kolat, bezeichnete den Film im ZDF als "sehr, sehr gefährlich".
Die Organisation der Islamischen Konferenz (OCI) verurteilte das Video
als "Aufstachelung zum Hass". Das Werk beleidige die weltweit 1,3
Milliarden Muslime, erklärte OCI-Generalsekretär Ekmeleddin
Ihsanoglu in Dschiddah. Das iranische Außenministerium nannte den
Film eine "widerliche Aktion". Die Regierung von Bangladesch warnte vor
"schweren Folgen".
Ursprünglich hatte Wilders das Video über einen
Internet-Provider in den USA veröffentlichen wollen, der aber die
dafür vorgesehene Seite sperrte. Am Donnerstag nun zeigte das in
Großbritannien ansässige Videoportal www.liveleak.com. den
Film.
Wilders kombiniert in seinem Film Bilder von Opfern terroristischer
Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und
Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die
den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist zu sehen.
Trotz der klar islamfeindlichen Aufnahmen wies Wilders die
Verantwortung für mögliche Ausschreitungen wütender
Muslime zurück. "Ich hoffe, dass nichts passiert. Aber selbst
wenn, dann sind die Leute, die die Taten begehen, dafür
verantwortlich und nicht ich", sagte er in Den Haag der
Nachrichtenagentur AFP.
(Quelle: afp)
Empörung über koranfeindlichen Film in islamischer Welt
Sa.29.03.08 - Die Veröffentlichung des koranfeindlichen Films des
niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat in islamischen
Ländern für Empörung gesorgt. Das iranische
Außenministerium nannte den im Internet gezeigten Film eine
"widerliche Aktion" und sprach von einem "Kreuzzug" westlicher
Länder gegen den Islam. Wilders hatte den lang angekündigten
Film "Fitna" am Donnerstag auf ein britisches Videoportal gestellt. Das
deutsche Bundeskriminalamt (BKA) zeigte sich besorgt über die
Wirkung des Films.
Die Regierung von Bangladesch verurteilte die Veröffentlichung des
Wilders-Films "auf das Schärfste". Das Außenministerium in
Dhaka drohte mit "schweren Folgen", da der Film Millionen Muslime in
aller Welt beleidige. Hochrangige Vertreter der jordanischen Medien
kündigten gerichtliche Schritte gegen den 15-minütigen
Streifen an. Ein Sprecher sagte, die Medienvertreter strebten einen
Prozess gegen Wilders vor einem jordanischen Gericht an. Außerdem
sei eine Kampagne für den Boykott niederländischer Produkte
geplant.
Niederländische Muslim-Verbände hatten kurz nach
Veröffentlichung des Films erklärt, er sei nicht so schlimm
wie erwartet. Sie hatten befürchtet, Wilders würde in dem
Video den Koran verbrennen oder ihn in Stücke reißen. Dies
sei aber nicht der Fall. In dem Film kombiniert Wilders Bilder von
Opfern terroristischer Anschläge mit Koranversen. Auch die
umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit
einer Bombe als Turban zeigt, sowie die Anschläge auf das World
Trade Center in New York am 11. September 2001 sind in dem Film zu sehen.
Das BKA zeigte sich besorgt. Das Video könne zu einer weiteren
Verschärfung der Sicherheitslage führen, sagte
BKA-Abteilungsleiter Klaus Wittling in Wiesbaden.
Der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende
distanzierte sich von der abwertenden Darstellung des Korans im Film.
Dieser verbinde Gewalt und den Islam - diese Interpretation lehne die
niederländische Regierung ab, sagte Balkenende in einer auf
niederländisch und englisch abgegebenen Erklärung. Das im
Internet gezeigte Video habe kein anderes Ziel als zu beleidigen.
Balkenende warnte zugleich vor gewaltsamen Reaktionen auf den Film.
Die britische Internetseite rechtfertigte unterdessen die
Veröffentlichung des Films. Es habe keine rechtlichen Gründe
gegeben, die dagegen sprachen, hieß es in einer Erklärung auf
dem Videoportal.
(Quelle: afp)
Weltkirchenrat ruft zu Dialog mit dem Islam auf
Sa.29.03.08 - Der Weltkirchenrat hat seine 349 Mitgliedskirchen aufgefordert, die
Einladung muslimischer Repräsentanten zum Dialog anzunehmen. "Wir
ermutigen unsere Mitgliedskirchen, diese Einladung seitens der Muslime
als neue Chance für den interreligiösen Dialog zu begreifen",
betonte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen
(ÖRK), Samuel Kobia, am Donnerstag in Genf. Ziel solle es sein,
dass christliche und muslimische Vertreter sich treffen und ihre
Meinungen austauschen.
Die Liebe zum Nächsten sei im Christentum wie im Islam
"wesentlicher und integraler Bestandteil des Glaubens an Gott und der
Liebe zu Gott", so der ÖRK in einer Stellungnahme. Im Oktober 2007
hatten 138 islamische Religionsgelehrte zum Frieden zwischen Christen
und Muslimen aufgerufen. Papst Benedikt XVI. hatte damals für den
"positiven Geist" ihres Briefs gedankt.
Der ÖRK vertritt 560 Millionen Christen aus den orthodoxen
Kirchen, aus zahlreichen Kirchen der protestantischen Reformation wie
Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Methodisten und Reformierte sowie
viele vereinigte und unabhängige Freikirchen. Die katholische
Kirche ist kein ÖRK-Mitglied.
(Quelle: epd)
Bericht des Europarats - 'Menschenrechts-Urteile werden verschleppt'
Sa.29.03.08 - Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Europa können nicht immer
mit einer schnellen Entschädigung rechnen. Das zeigt ein am
Donnerstag bekanntgewordener Bericht des Europarats in Straßburg.
Darin wird untersucht, inwieweit die Staaten Europas 2007 die Urteile
des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte einhielten.
Lediglich in 59 Prozent aller überprüften Fälle
hätten die Betroffenen die zugesprochenen Schmerzens- und
Entschädigungsgelder pünktlich erhalten, heißt es.
In den übrigen Fällen sei zu spät oder gar nicht gezahlt
oder aber der Europarat nicht informiert worden. Zufrieden zeigten sich
die Kontrolleure mit Deutschland: Neun von insgesamt zehn untersuchten
Urteilen seien pünktlich umgesetzt worden, schlossen sie. Die
Türkei erfüllte 80 Prozent der finanziellen Forderungen gegen
sie, während Frankreich nur 32 Prozent der Urteile zeitnah nachkam.
Vor dem Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
können Personen klagen, die sich etwa in ihrem Recht auf
Meinungsfreiheit, auf Schutz vor Folter oder auf Religionsfreiheit
beeinträchtigt sehen. Die Entschädigungen können je nach
Schwere höchst unterschiedlich ausfallen: Während Deutschland
je Fall im Durchschnitt 11.000 Euro zahlen musste, musste Portugal
jeweils 370.000 Euro überweisen.
(Quelle: epd)
Schweden plant Atomlager an der Ostsee
Sa.29.03.08 - In Schweden soll offenbar ein Atom-Endlager gebaut werden. Wie die
«Ostseezeitung» (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine
Sprecherin des Unternehmens Svensk Kärnbränslehantering (SKB)
berichete, plant der Konzern den Bau einer Lagerstätte für 12
000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls im südschwedischen Oskarshamn
direkt an der Ostseeküste. Das etwa 300 Kilometer Luftlinie von
Mecklenburg-Vorpommern entfernte Endlager solle den Müll von zehn
schwedischen Atommeilern aufnehmen. Die Fertigstellung sei bis 2018
vorgesehen.
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Als weiterer Standort ist dem Bericht zufolge das 150 Kilometer
nördlich von Stockholm liegende Forsmark im Gespräch. Der
Baubeginn sei für 2011 geplant.
Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dem die Abteilung Strahlenschutz
untersteht, kündigte eine gründliche Prüfung der
schwedischen Unterlagen an. Die mehrheitlich im Besitz des schwedischen
Energiekonzerns befindliche SKB habe bereits eine
Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet, teilte er dem Blatt
mit. Sein Ressort diene als «Mittler» zwischen Schweden und
möglichen deutschen Kritikern.
Der Vorstandssprecher der Grünen, Jürgen Suhr,
begrüßte zwar, dass das Nachbarland anstrebe, seinen selbst
produzierten Atommüll im eigenen Land zu entsorgen.
Südschweden dürfe aber nicht zum «Atomklo Europas»
werden, sagte er dem Blatt. Ex-Umweltminister Wolfgang Methling (Linke)
forderte die zuständigen deutschen Behörden auf, zu
prüfen, ob künftig eine Gefahr von dem schwedischen Endlager
ausgehe.
(Quelle: ddp)
Deutschland
NRW-Linke diskutiert mit hessischer Parteichefin über
Bündnisse
Sa.29.03.08 - Der Landesverband der hessischen Linken trifft sich am 5. April in
Gladbeck zur Konstituierung seines Landesparteirats. Wie ein Sprecher
am Freitag mitteilte, werden auf dem «kleinen Parteitag»
rund 200 Mitglieder über alle aktuelle politische Fragen
diskutieren. Als Teilnehmerin werde unter anderem die hessische
Linke-Landesvorsitzende Ulrike Eifler erwartet. Gemeinsam wolle man
über künftige Koalitionsmöglichkeiten und
Tolerierungsmodelle debattieren, teilte der Sprecher weiter mit.
Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen den Angaben zufolge die
Vorbereitungen für die NRW-Kommunalwahl 2009. Der
nordrhein-westfälische Landesverband der Linken hatte sich im
vergangenen Oktober ebenfalls in Gladbeck offiziell gegründet. Die
Partei hat nach eigenen Angaben in NRW rund 6200 Mitglieder.
(Quelle: ddp)
Pendlerpauschale - Die CSU geht auf Konfrontation
Sa.29.03.08 - Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) geht
in Sache Pendlerpauschale auf Konfrontationskurs zu Kanzlerin Angela
Merkel (CDU). Das Nein der Kanzlerin zu der von der CSU geforderten
Rückkehr zum alten Modell habe ihn nicht überrascht,
«aber es beeindruckt mich auch nicht sonderlich», sagte
Beckstein der «Passauer Neuen Presse» (Freitagausgabe). Der
Ministerpräsident fügte hinzu: «Die Kanzlerin wird sich
darauf einzustellen haben, dass finanzielle Verbesserungen für den
Durchschnittsbürger ein ganz wichtiges Thema für die CSU sind.
In der nächsten Koalitionsrunde Ende April werden wir auch
über die Pendlerpauschale sprechen. Auch auf der Ebene des
Bundesrats werden wir unser Ziel verfolgen.»
Beckstein betonte, die Forderung nach einer Rückkehr zu alten
Pendlerpauschale werde auch Bestandteil des neuen Steuerkonzepts sein,
das CSU und bayerische Staatsregierung noch «vor dem Sommer»
vorlegen wollen.
Bei der Frage nach einer Alternative für den gescheiterten
Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen zeigte sich
Beckstein ratlos. «Ich sehe noch keine überzeugende
Möglichkeit. Eine neue S-Bahn wäre jedenfalls nicht billiger
als der Transrapid, eher teurer.» Insgesamt hält Beckstein
die Transrapid-Technik in Deutschland für gescheitert.
(Quelle: ddp)
Schuldzuweisungen und Kritik nach Transrapidflop
Sa.29.03.08 - Nach dem Scheitern des Transrapids in München haben Politiker der
Unionsparteien der Wirtschaft massive Vorwürfe gemacht. "Die
Industrie wollte offensichtlich kein Leuchtturmprojekt, sondern Kasse
machen", sagte der CDU-Finanzexperte Steffen Kampeter der "Berliner
Zeitung". CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer sagte:
"Für das Verhalten der Industrie habe ich kein Verständnis."
Die SPD kritisierte die bayerische Landesregierung, die Grünen
ihrerseits Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der
Industriekonzern ThyssenKrupp erwägt derweil angeblich den Verkauf
der Antriebstechnologie nach China.
Haderthauer forderte, der Investitionsanteil des Bundes am Transrapid
müsse nun für andere Technologieprojekte in Bayern verwendet
werden. "Ich hoffe, dass die Bundesregierung bei ihrer Zusage bleibt."
Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Klaas Hübner warf
der bayerischen Landesregierung Versäumnisse vor. "Beckstein und
Stoiber haben ungeschickt agiert", sagte Hübner der "Berliner
Zeitung". "Die Strategie der Landesregierung, dem Bund immer mehr Kosten
aufzuladen, ist nicht aufgegangen."
Die Grünen kritisierten: "Tiefensee hat sich viel zu lange von der
Industrie und Bayern vorführen lassen", sagte Fraktionschef Fritz
Kuhn. "Jetzt muss der glücklose Minister die Bundesmittel sofort
für die Schiene reklamieren, bevor der Bundesfinanzminister das
Geld einsackt."
Kritik an Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU)
wurde aber auch in seiner eigenen Partei laut: Der Chef der
CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sagte der
"Süddeutschen Zeitung", er fühle sich sehr stark an den Umgang
mit der einst geplanten Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf
erinnert. "Dem Ministerpräsidenten dürften die neuen Zahlen
sehr gelegen gekommen sein. Anders ist die
Hals-über-Kopf-Entscheidung nicht erklärbar", kritisierte
Ramsauer.
Tiefensee und Beckstein hatten das Aus für die Magnetschwebebahn
zwischen der Münchner Innenstadt und dem Flughafen am Donnerstag
verkündet. Sie begründeten dies mit zu hohen Kosten. Das
Herstellerkonsortium hatte im September ein Festpreisangebot über
1,85 Milliarden Euro zugesagt, seine Kalkulation jetzt den Angaben
zufolge aber auf bis zu 3,4 Milliarden Euro erhöht.
ThyssenKrupp wolle in den kommenden Wochen Verhandlungen mit der
chinesischen Regierung über einen Technologietransfer beginnen,
berichtet "Die Welt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. ThyssenKrupp
stellt in dem Transrapid-Konsortium das Antriebssystem bereit, an dem
die Chinesen dem Bericht zufolge besonders interessiert sind.
(Quelle: afp)
Mindestens 1700 weitere PIN-Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
Sa.29.03.08 - Mindestens 1700 weitere Mitarbeiter des angeschlagenen
Postdienstleisters PIN verlieren zum Ende dieses Monats ihre Jobs. Bei
mehreren insolventen Gesellschaften läuft zum 31. März die
Zahlung des Insolvenzgeldes aus.
Für sechs Tochterfirmen sei die Schließung bereits sicher,
weil sich kein Investor gefunden habe, sagte ein Sprecher des
Insolvenzverwalters am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in
Düsseldorf. Betroffen seien PIN- Niederlassungen in Brakel (rund
500 Mitarbeiter), Hamm (500), Soest (190), Neumünster (86),
Lübeck (264) und Passau (145). Die Beschäftigten hätten
ihre Kündigungen erhalten.
Das Schicksal weiterer insolventer 10 bis 13 Filialen sei noch ungewiss
und werde sich womöglich erst im letzten Moment am späten
Montagabend entscheiden, sagte der Sprecher. Für verschiedene
Standorte liefen Verhandlungen mit Investoren über regionale
Lösungen. Es sei aber davon auszugehen, dass noch einige dieser
Niederlassungen schließen müssen.
Zuvor hatte PIN bereits 2770 seiner ursprünglich 11 400
Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit geschickt. Die PIN Group hatte
für insgesamt 39 ihrer 120 Niederlassungen sowie für die
Luxemburger Holding Insolvenzanträge gestellt. Zwölf
Tochtergesellschaften hatten bereits Ende Februar ihren Betrieb
eingestellt.
Für die nicht insolventen Niederlassungen strebe
Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler nach wie vor eine
«große Lösung» an, sagte ein Sprecher. Es werde
nach wie vor mit drei ernsthaften Interessenten über den Verkauf
der gesamten Gruppe verhandelt. Die Gespräche seien mittlerweile
in einem fortgeschrittenen Stadium. Kübler sei «weiterhin
optimistisch». Er gehe davon aus, dass im April eine
endgültige Entscheidung fällt.
PIN gehört neben TNT zu den größten Konkurrenten der
Deutschen Post AG. Das Unternehmen war im Dezember vergangenen Jahres
in die Schieflage geraten, nachdem der Axel Springer Verlag als
größter Anteilseigner den Geldhahn zugedreht hatte.
(Quelle: dpa)
Geschäft der Investmentbanken in Deutschland bricht laut Bericht
ein
Sa.29.03.08 - Die Finanzmarktkrise bremst das lukrative Geschäft der
Investmentbanken in Deutschland mit Fusionen und Aktienemissionen. Wie
der Finanzdatenanbieter Thomson Financial für das
«Handelsblatt» errechnete, kassierten die Banken als Berater
bei Firmenzusammenschlüssen und Übernahmen, Aktien- und
Anleiheemissionen sowie bei großen Konsortialkrediten im ersten
Quartal nur rund 393 Millionen Dollar. Das war weniger als die
Hälfte der Einnahmen des Vorjahreszeitraumes von gut 892 Millionen
Dollar.
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Insgesamt spiegelt sich damit in Deutschland dem Bericht zufolge ein
stärkerer Rückschlag wider als weltweit. Rund um den Globus
fielen die Gebühreneinnahmen demnach bisher um etwa ein Drittel auf
gut 14 Milliarden Dollar.
Besonders hart seien die Auswirkungen der jüngsten Turbulenzen an
den Märkten bei Aktienemissionen gewesen. In Deutschland wagte in
diesem Jahr bisher kein Unternehmen den Gang an die Börse. Massive
Einbrüche habe es auch bei Fusionen und Übernahmen sowie beim
Geschäft mit neuen Unternehmensanleihen gegeben.
Unterdessen nutzen die großen Investmentfirmen der Wall Street
ausgiebig die neu eingerichteten kurzfristigen Kredite der US-Notenbank.
Wie diese am Donnerstagabend mitteilte, haben sich die
Investmenthäuser in der vergangenen Woche täglich
durchschnittlich 32,9 Milliarden Dollar (20,8 Milliarden Euro) bei der
Fed geliehen. Das Kreditprogramm ist Teil der Bemühungen der
US-Notenbank, das Finanzsystem zu stabilisieren. Im Zuge der
US-Hypothekenkrise waren etliche Banken in Bedrängnis geraten.
(Quelle: ap)
Bayerns Ministerpräsident Beckstein: Belastungen von vier
Milliarden Euro bei BayernLB
Sa.29.03.08 - Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU)
fürchtet bei der BayernLB Belastungen durch die internationale
Finanzkrise von rund vier Milliarden Euro.
Er halte einen Wertberichtigungsbedarf in dieser Höhe, wie ihn
zuvor die Rating-Agentur Moody's geschätzt hatte, für
möglich, sagte Beckstein dem «Nordbayerischen Kurier»
(Samstag). Bisher hatte die BayernLB ihre Belastungen für das
vergangene Jahr auf 1,9 Milliarden Euro beziffert, aber bereits
eingeräumt, dass sich für die ersten Monate dieses Jahres
weiterer Korrekturbedarf ergeben habe. Beckstein geht nun davon aus,
dass der bisher genannte Betrag deutlich übertroffen werden
dürfte. Scharfe Kritik an den Äußerungen kam von der
Opposition im Bayerischen Landtag aus SPD und Grünen.
Die Bank will am kommenden Donnerstag (3. April) bei ihrer Bilanz-
Pressekonferenz über die Auswirkungen der Finanzkrise berichten
und wollte am Freitag die Äußerungen Becksteins nicht
kommentieren. Auch das bayerische Finanzministerium war nicht zu einer
Stellungnahme bereit. Erst am Dienstag hatte die Rating-Agentur
Moody's, die wegen der Belastungen eine Herabstufung des
Finanzstärke-Ratings der BayernLB prüft, die Spekulationen
weiter angeheizt. Nach Einschätzung von Moody's könnten sich
die bisher bekanntgegebenen Belastungen «mehr als
verdoppeln.»
Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung»
will die BayernLB unterdessen die Milliarden-Risiken aus ihrer Bilanz
auslagern und dafür Bürgschaften ihrer Eigentümer
einholen. Die zweitgrößte deutsche Landesbank plane die
Gründung einer Gesellschaft, die ihr rund 20 Milliarden Euro an
riskanten Wertpapieren abnehmen solle, berichtete die «FAZ»
(Samstag) unter Berufung auf Finanzkreise. Die BayernLB gehört
jeweils zur Hälfte dem Land und den bayerischen Sparkassen.
Die Bank müsse für die Bürgschaften zur Absicherung der
neuen Gesellschaft einen als marktüblich bezeichneten Preis
bezahlen, hieß es. Die Auslagerung der Risiken gelte dennoch als
europarechtlich schwierig. Der Vorteil für die Bank wäre,
dass in ihrer Bilanz keine weiteren Wertberichtigungen anfielen. In
Kreisen der Bank hieß es dazu, es würden verschiedene
Lösungen erarbeitet, um die Risiken abzufedern und für eine
Entlastung zu sorgen. «Es gibt verschiedene Optionen, die nicht
nur Auslagerung heißen müssen.» Eine Entscheidung
über das genaue Vorgehen sei noch nicht gefallen.
Durch die Milliarden-Belastungen bei der Bank war Bayerns
Finanzminister Erwin Huber (CSU) unter Druck geraten. Noch am Tag vor
der Offenlegung der Belastungen hatte er betont, ihm lägen keine
belastbaren Zahlen vor. Die Landtags-Opposition bezichtigt ihn deshalb
seither der Lüge und forderte mehrfach seinen Rücktritt.
Wegen der Querelen um die Bekanntgabe musste auch der frühere
BayernLB-Chef Werner Schmidt seinen Hut nehmen. Seine Nachfolge
übernahm der Bankmanager Michael Kemmer, der bisher im Vorstand
für Finanzen und Bilanzwesen sowie Steuern und Controlling
zuständig war.
SPD und Grüne warfen der Staatsregierung am Freitag Versagen vor.
«Die Tatsache, dass sich die bayerische Landesbank offenbar weit
stärker verspekuliert hat, als bisher zugegeben, wird von
Ministerpräsident Beckstein erst kurz bevor diese Nachricht
ohnehin bekannt wird verschämt eingeräumt»,
erklärte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. «Die
Mischung aus verdrängen und verdrucksen, die da zutage tritt, ist
atemberaubend.» Ähnlich reagierten die Grünen im
Bayerischen Landtag: «Die Krise der Landesbank nimmt dramatische
Dimensionen an», erklärte Grünen-Fraktionschef Sepp
Dürr. «Und dabei ist offenkundig, dass der Staatsregierung
die Bewältigung der Krise völlig aus dem Ruder
läuft.»
Auch die bayerische SPD äußerte sich empört zu den
Äußerungen Becksteins. «Der Spitze der Staatsregierung
genügen offenbar ihre bisherigen Beweise fehlenden Durchblicks und
offenkundigen Missmanagements noch nicht», erklärte die
stellvertretende SPD- Vorsitzende Adelheid Rupp. Die Staatsregierung
habe «skandalös versagt.» Die SPD werde in dem
geplanten Untersuchungsausschuss, der am Tag der
BayernLB-Bilanzpressekonferenz offiziell eingesetzt werden soll,
«das ganze Ausmaß des regierungsamtlichen Versagens
offenlegen», kündigte Rupp an.
(Quelle: dpa)
Privatinsolvenzen erreichen 2008 voraussichtlich Höchststand
Sa.29.03.08 - Trotz der gegenwärtigen Finanzkrise hat sich die Zahlungsmoral von
Unternehmen in Deutschland verbessert. In der am Donnerstag in
Würzburg vorgestellten Frühjahrsumfrage des Bundesverbandes
Deutscher Inkasso-Unternehmen unter seinen Mitgliedsfirmen gaben 81
Prozent der Befragten an, die Rechnungstreue ihrer Kunden habe sich
stabilisiert oder sogar verbessert.
Nach Verbandsangaben bestehen allerdings Unterschiede zwischen privaten
und gewerblichen Schuldnern. Nur 16 Prozent der BDIU-Mitglieder
berichten von einem schlechteren Zahlungsverhalten gewerblicher
Schuldner als im Herbst 2007. 38 Prozent hingegen monierten die
schlechtere Zahlungsmoral privater Schuldner. Als Hauptgründe
nannten sie Überschuldung sowie Arbeitslosigkeit.
Daher werde auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen bis Jahresende mit
voraussichtlich 125 000 einen neuen Rekord erreichen. Bei den
Unternehmensinsolvenzen erwartet der Verband 2008 einen leichten
Rückgang von 29 160 auf 28 500 Fälle. In den vergangenen
Jahren hatte es den Angaben zufolge stets eine deutliche Verringerung
der Insolvenzen gegeben.
Problematisch sei weiterhin das Zahlungsverhalten der öffentlichen
Hand. 93 Prozent der BDIU-Unternehmen melden, dass sich die ohnehin
schlechte Rechnungstreue insbesondere von Städten und Gemeinden
seit dem letzten Herbst nicht verändert habe. Nach Angaben des
BDIU fehlen den Kommunen derzeit mindestens 12 Milliarden Euro durch
nicht bezahlte Rechnungen.
(Quelle: ddp)
Verbraucherpreise steigen im März um 3,1 Prozent
Sa.29.03.08 - Der Preisauftrieb hat sich im März wegen der fortgesetzten
Teuerung bei Benzin und Lebensmitteln spürbar beschleunigt.
Die Verbraucherpreise kletterten um 3,1 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist
der bislang höchste Wert in diesem Jahr: Im Januar und Februar
waren die Preise um 2,8 Prozent gestiegen. Von Reuters befragte
Volkswirte hatten lediglich 2,9 Prozent erwartet. Auch im Vergleich zum
Vormonat zogen die Preise mit 0,5 Prozent kräftiger an als
erwartet.
Größter Preistreiber blieb Energie. Benzin und Diesel
kosteten nach ersten Daten aus sechs Bundesländern bis zu 14,4
Prozent mehr als im März 2007. Heizöl verteuerte sich sogar
um bis zu 44,3 Prozent. Für Nahrungsmittel wurden bis zu 9,6
Prozent mehr verlangt. Die größte Preisexplosion gab es hier
bei Molkereiprodukten wie Butter und Eiern, für die in einigen
Ländern gut ein Fünftel mehr gezahlt werden musste.
Die meisten Ökonomen gehen inzwischen davon aus, dass die Kosten
für die Lebenshaltung in diesem Jahr so schnell steigen werden wie
seit 1994 nicht mehr. Sie sehen dadurch die Erholung des privaten
Konsums gefährdet, der 2008 zur wichtigsten Stütze des
Aufschwungs werden soll. "Das kostet Kaufkraft", sagte Matthias Rubisch
von der Commerzbank zu der hohen Inflationsrate. Die Nürnberger
GfK-Marktforscher hatten deshalb bereits ihre Prognose für das
Konsumwachstum von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt. Eine schnelle
Entspannung bei den Preisen ist nach Einschätzung von
Ökonomen nicht in Sicht. "Von diesem hohen Niveau werden wir in
diesem Jahr wohl nur sehr langsam herunter kommen", sagte Alexander
Koch von UniCredit.
Bundesbankpräsident Axel Weber bezeichnete die Preisentwicklung im
gesamten Euro-Raum als "besorgniserregend". Die Europäische
Zentralbank (EZB) werde verhindern, dass sich die Inflation durch eine
Spirale von immer höheren Preisen und Löhnen noch verfestige.
Er deutete die Bereitschaft an, notfalls den Leitzins anzuheben, um
solche Zweitrundeneffekte zu verhindern. "Gerade jetzt dient eine auf
Preisniveaustabilität ausgerichtete Geldpolitik als wichtiger
Anker in turbulenten Zeiten", sagte das EZB-Ratsmitglied. Höhere
Zinsen machen Kredite für Unternehmen wie Verbraucher teurer,
dämpfen damit die Nachfrage und helfen so den Preisdruck zu
begrenzen.
Der für den Vergleich mit anderen europäischen Ländern
ermittelte Harmonisierte Verbraucherpreisindex legte um 0,5 Prozent zum
Vormonat und um 3,2 Prozent zum Vorjahr zu. Die endgültigen
Verbraucherpreisdaten veröffentlicht das Statistische Bundesamt
Mitte April.
(Quelle: rtr)
Gericht begrenzt Auskunftsrechte von Bürgern gegenüber
Behörden
Sa.29.03.08 - Bürger können nach einer Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts von den Behörden nicht immer Auskunft
über Daten erhalten, die die Ämter über sie gesammelt
haben.
Eine solche Auskunft müsse dann nicht erteilt werden, wenn dadurch
die Arbeit der Behörde gefährdet würde, stellte das
Gericht in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss fest. Weil
das im konkreten Fall zu befürchten war, wiesen die Richter die
Verfassungsklage eines Bürgers ab. Dieser wollte vom
Bundeszentralamt für Steuern Auskunft über den Inhalt von 13
Aktenordern haben, die das Amt über ihn zusammengetragen hatte.
(Az.: 1 BvR 2388/03)
Um Steuerhinterziehungen aufzuspüren, sammelt die Behörde
Informationen über Finanzbeziehungen zwischen in- und
ausländischen Firmen und Personen. Der Blick ist dabei besonders
auf ausländische sogenannte Domizilgesellschaften gerichtet, mit
denen Deutsche Scheingeschäfte abwickeln können. Aus diesem
Grund lehnte das Amt auch die Herausgabe der über den Kläger
gesammelten Informationen ab. Diese würden dann wertlos werden,
hieß es. Der Antragssteller könne sich dann nämlich aus
schon erfassten Scheingesellschaften zurückziehen oder neue
Scheingeschäfte eingehen. Die Klage des Mannes gegen diese
Weigerung scheiterte in allen Instanzen.
Durch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung habe zwar
jeder Bürger einen Anspruch auf Auskunftserteilung, entschieden nun
auch die Verfassungsrichter. Generell ende dieser jedoch dort, wo die
Interessen des Staates vorgingen, wie im nun entschiedenen Fall.
(Quelle: rtr)
Halberstadt-Prozess wird fortgesetzt
Sa.29.03.08 - Nach heftiger Kritik der Opfer und der Forderung nach einem vorzeitigen
Ende des Halberstadt-Prozesses wollen heute (28.
März)Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu den Vorwürfen
Stellung nehmen. Fünf als Nebenkläger auftretende Mitglieder
einer Theatergruppe, die im vergangenen Sommer von Rechtsextremen
überfallen worden waren, hatten vor rund zwei Wochen über ihre
Anwälte ein vorzeitiges Ende der Beweisaufnahme beantragt und
Gericht und Staatsanwaltschaft mangelndes Bemühen zur
Aufklärung des Falls vorgeworfen.
Das Verfahren gegen vier Angehörige der rechten Szene Halberstadts
hatte im Oktober vor dem Amtsgericht Halberstadt, das aus
Platzgründen in Magdeburg tagt, begonnen. Den vier 22- bis
28-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, eine Gruppe von
Theaterschauspielern am 9. Juni 2007 in Halberstadt angegriffen und
fünf von ihnen teilweise schwer verletzt zu haben.
(Quelle: ddp)
BKA: Kriminelle nutzen mittlerweile modernste Technik -- Zahl der
Drogentoten steigt wieder
Sa.29.03.08 - Deutschland wird zum Cannabis-Anbauland, die Zahl der Drogentoten
steigt wieder, Internet-Kriminelle entdecken immer neue Methoden, ihre
Opfer auszuplündern. Diese Trends nannte das Bundeskriminalamt
(BKA) am Freitag in Wiesbaden auf seiner Jahrespressekonferenz.
Neu sei, dass die Organisierte Kriminalität jeden technischen
Fortschritt nutze und ihre Abschottungsmethoden immer mehr verfeinere,
sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Tatmuster und
Tätertypologien veränderten sich grundlegend, die Polizei
liege im ständigen technologischen Wettlauf gegen das Verbrechen.
Internet-Gangster hätten es nicht mehr allein auf Zugangsdaten zu
fremden Konten abgesehen, sondern spähten ganze «digitale
Identitäten» aus, sagte der für Informations- und
Kommunikationskriminalität zuständige
Abteilungspräsident Mirko Manske. Der Grund sei, dass die
Täter immer mehr Nutzungsmöglichkeiten bis hin zur
Manipulation von Aktienkursen entdeckten. Die Zahl der Diebstähle
fremder Kontodaten (Phishing) wuchs 2007 um 20 Prozent auf 4200
Fälle, die durchschnittliche Schadenssumme um die Hälfte auf
4000 bis 4500 Euro. In 180 000 Fällen (plus acht Prozent) diente
das Internet als Tatmittel.
Ebenfalls um acht Prozent stieg die Zahl der Drogentoten, die zuvor
sechs Jahre in Folge gesunken war. Die meisten der 1394 Opfer seien an
Überdosen von Heroin gestorben, sagte Ziercke. Auch die Menge
sichergestellter Drogen habe deutlich zugenommen. Wegen der Rekordernte
afghanischen Opiums und einer Ertragssteigerung auf kolumbianischen
Kokafeldern kämen mehr Drogen auf den deutschen Markt. Eine
Entspannung der Situation sei nicht in Sicht.
Zudem wird Deutschland immer mehr zum Produktionsland. Im vergangenen
Jahr spürte die Polizei 83 Freiluft- und 347 geschlossene
Hanf-Plantagen auf. Seit zwei Jahren sei eine Zunahme zu beobachten,
sagte der für Organisierte Kriminalität zuständige
Abteilungspräsident Jürgen Maurer. Aus Hanf wird unter
anderem Haschisch hergestellt. Das Rauschgift sei meist für den
niederländischen Markt bestimmt; von dortigen Banden komme auch
das Geld für die Anlage der Plantagen. Bisweilen seien sie mit
Sprengfallen und Selbstschussanlagen gesichert.
Der Anbau unter Glas vervielfache die Wirkstoffkonzentration und den
Ertrag, sagte Maurer. Eine 10 Euro teure Hanfpflanze bringe beim
Endverkauf einen Gewinn von über 300 Euro. Die 135 000 im
vergangenen Jahr sichergestellten Pflanzen repräsentierten damit
einen Wert von 40 bis 45 Millionen Euro.
Kräftige Zuwachsraten registriert das BKA auch bei der Kredit- und
Scheckkarten-Kriminalität. Manipulationen von Geldautomaten nahmen
im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 1349 Fälle zu. Vermehrt
kommen auch die Kartenterminals an Ladentheken (Point of
Sale-Terminals, POS) ins Visier. Dort installieren die Täter
Geräte, um Kartendaten auszulesen («Skimming»).
(Quelle: dpa)
Computer & Cyberspace
Personalisierte Startseiten können Internet-Nutzern Zeit sparen
Sa.29.03.08 - Das Web 2.0 kann unübersichtlich und zeitraubend sein. Einloggen
in den E-Mail-Account, wieder ausloggen, unterschiedliche
Nachrichtenseiten ansurfen, das soziale Netzwerk, dabei wieder ein- und
ausloggen. Seit einiger Zeit gibt es Internet-Anbieter, die verschiedene
Web-Angebote bündeln. Netvibes, Pageflakes, Allyve und iGoogle
heißen die derzeit großen Anbieter im deutschsprachigen
Raum, die alle ein Ziel verfolgen: die Komplexität des Internets
zu reduzieren, Nutzern die Kontrolle über das Netz wiederzugeben.
Eine Art All-in-one-Prinzip.
Nutzer können sich ihre personalisierte Startseite selbst
zusammenbasteln, mit allem, was ihnen wichtig erscheint. Sie binden
verschiedene Nachrichtenseiten ein, ihr E-Mail-Konto, den Wetterbericht,
die Dienste von Internetauktionshäusern. Oder eben auch
Netzwerk-Seiten, Videoportale wie YouTube oder Fotoseiten wie Flickr.
Die Seite kann von jedem beliebigen Rechner aus nach Eingabe eines
Zugangspassworts aufgerufen werden.
Allyve, eines der ersten deutschsprachigen Angebote, ist ein Start-Up
aus Hamburg. «Das ständige Ein- und Ausloggen auf
verschiedenen Seiten war einfach nervig», sagt Julika Bleil, die
Allyve im letzten Jahr gemeinsam mit Philipp Spethmann gegründet
hat. Häufig rufe man Netzwerk-Seiten wie StudiVZ oder Xing
vergeblich auf, ohne dass sich etwas in dem Portal getan habe. Den
Mehrwert der neuen Seite sehen die Gründer darin, dass mit einem
einzigen verschlüsselten Allyve-Passwort alle anderen
passwortgeschützten Seiten wie E-Mail-, Ebay- und Xing-Profil
direkt zugänglich sind. Alle anderen Passworte werden bei Allyve
hinterlegt und dort verschlüsselt gespeichert.
Bei Netvibes, Pageflakes und iGoogle funktioniere das bislang nicht.
sagt Bleil. Das Allyve-Passwort ist nirgends gespeichert und
SSL-geschützt. Aktuell lässt sich das Start-Up vom TÜV
Süd auf Datensicherheit zertifizieren.
Die Grundvoraussetzung für die Weitergabe persönlicher
Passworte sei die Vertrauenswürdigkeit des Portal-Betreibers, sagt
Ulrich Kühn, Experte für Verschlüsselungstechniken beim
Hamburgischen Datenschutzbeauftragten. «Prinzipiell gibt es immer
Sicherheitsprobleme, wenn sehr viele vertrauliche Daten bei einem
einzigen Anbieter liegen.» Der Bedarf, die Vielzahl
personenbezogener Passworte zu bündeln, sei da.
Das 2005 in Frankreich gegründete Portal Netvibes bietet zwar kein
Universal-Passwort, hat aber vor wenigen Tagen sein Angebot unter dem
Namen Ginger ausgeweitet und setzt offenbar auf eine stärkere
Vernetzung seiner Mitglieder. Registrierte Nutzer des kostenlosen
Dienstes können unter netvibes.ginger.com ihre privaten Startseiten
künftig öffentlich machen. Das Unternehmen, das nach eigenen
Angaben inzwischen weltweit 50 Millionen personalisierte Startseiten
von Mitgliedern aus 200 Ländern verzeichnet, hatte sich
zunächst auf Nachrichtendienste, Weblogs und über 100 000
sogenannte Widgets wie zum Beispiel Wetterinformationen, Sudoku und
Währungsrechner konzentriert.
Ähnlich das Angebot von Pageflakes. Das 2006 gegründete
Unternehmen drängte Ende 2007 auf den deutschen Markt. Nutzer haben
die Qual der Wahl, welche der etlichen angebotenen Dienste in die
persönliche Startseite integriert werden sollen. Hat man sich erst
einmal seine Seite zusammengepuzzelt, scheint vor allem eine
Kalenderfunktion praktisch. Auf ihr können Termine eingetragen
werden, die dringend erledigt werden müssen. Das sind alles
Funktionen, die auch der Suchmaschinenriese Google anbietet. Erst durch
die Umbenennung in iGoogle vor einem Jahr wurde der Dienst jedoch
bekannter.
Ob mit den neuen Angeboten der Google-Konkurrenten tatsächlich das
«Ende der Homepage» eingeläutet wird, wie Anbieter in
Zeitungs-Interviews schwärmten, bleibt indes fraglich. Gut
möglich, dass Nutzer die Angebote selektiv nutzen, etwa für
E-Mails, soziale Netzwerke. Viele Seiten seien «einfach zu
langsam», beklagte kürzlich ein Nutzer eines Online-Forums.
(Quelle: ddp)
Computer-Kauderwelsch - Von Widgets und Gadgets
Sa.29.03.08 - Immer neue Begriffe entstehen rund um Computer und
Unterhaltungselektronik. Seit einiger Zeit ist häufig von Widgets
und Gadgets die Rede. Zwar kommen diese englischen Begriffe schnell
über die Lippen. Was sie bedeuten, wissen aber viele Anwender nicht.
Unter einem Widget versteht man eine Komponente einer
Benutzeroberfläche innerhalb einer Software. Auch kleine
Desktop-Programme oder Online-Applikationen werden mit dieser
Bezeichnung belegt. Widgets gibt es von zahlreichen Anbietern, darunter
etwa Yahoo. Die kleinen Helferlein zaubern etwa den aktuellen
Wetterbericht oder Aktienkurse auf den Monitor. Auch Kalender oder
Listen mit zu erledigenden Dingen können eingeblendet werden.
Wer von einem Gadget spricht, meint damit eine technische Spielerei,
die meist ein kleines Gerät bezeichnet. Allerdings nennen manche
Computer-Nutzer auch kleine Programme so. In der Kategorie "Hardware"
sind etwa USB-Sticks in Form von Gummienten oder plüschige
PC-Mäuse klassische Gadgets.Beim Herunterladen der Widgets und
Gadgets ist aber Vorsicht geboten. Denn so manches kleine Programm aus
einer "windigen" Quelle installiert heimlich eine schädliche
Software (Trojaner), die etwa die Bankverbindungsdaten des Anwenders
ausspioniert.
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Französische Tonaufzeichnung älter als Edisons -
Früheste Aufnahme einer menschlichen Stimme bereits 1860
Sa.29.03.08 - Amerikanische Wissenschaftler haben die früheste Aufnahme einer
menschlichen Stimme entdeckt. Auf einem «Phonautograf» des
französischen Forschers Edouard-Leon Scott de Martinville von 1860
haben sie das von einer Frau gesungene Lied «Au Claire de la
Lune» gefunden. Die Aufnahme ist 17 Jahre älter als Thomas
Edisons «Mary had a little Lamb», das bisher als erste
Tonaufnahme galt.
Der Audio-Historiker David Giovanni und sein Partner Patrick Feaster
stießen bei Recherchen im französischen Patentamt auf
Phonautografe Scotts aus den Jahren 1857 und 1859. Es gelag ihm und
Technikern des Lawrence-Berkely-Labors nicht, diese zum Klingen zu
bringen. «Das war ein Gekritzel auf Papier, aber keine
Tonaufnahme», berichtete er. Er habe aber bemerkt, dass Scott von
dem Gedanken getrieben war, als erster einen technischen Weg für
Tonaufzeichnungen zu finden. Seine Arbeiten habe er auch der
Französischen Akademie für Wissenschaften geschickt. Giovanni
bat die Akademie, ihm digitale Aufzeichnungen von weiteren Dokumenten
Scotts zu schicken. Am 1. März traf eine Lieferung ein, die
«Au Claire de la Lune» enthielt. Das Aufnahmedatum ist auf
dem Dokument vermerkt.
Die Phonautografen haben keinen guten Klang. Forschern in Berkely, die
auch schon an Edisons in Zügen aufgenommenen Phonautografen
gearbeitet hatten, gelang es die in den Rauch einer Öllampe auf
Papier mit einer Nadel geschriebenen Schallwellen erklingen zu lassen.
«Als ich die Aufnahme das erste Mal hörte, war es magisch,
himmlisch», sagte Giovanni. «Es ist tatsächlich in
Rauch aufgezeichnet. Die Stimme kommt aus diesem Film von auditivem
Rauch.»
Die Aufnahme des Pariser Erfinders sollte am Freitag auf der
Jahreskonferenz der Vereinigung für Tonaufzeichnungen der
Stanford-Universität gespielt werden.
(Quelle: ap)
Zutaten für Rezept des Lebens auf Saturnmond entdeckt
Sa.29.03.08 - Der Saturnmond Enceladus enthält drei wichtige Zutaten für
die Entstehung von Leben. «Enceladus hat Wärme, Wasser und
organische Chemikalien - einige der essenziellen Bausteine für das
Leben», sagte Dennis Matson vom Jet Propulsion Laboratory der
US-Raumfahrtbehörde NASA.
«Wir haben quasi eine Rezeptur für das Leben in unseren
Händen, aber wir müssen jetzt noch die letzte Zutat finden,
flüssiges Wasser», sagte Matson in Pasadena (Kalifornien) am
Mittwoch (Ortszeit). Bislang wurden nur Eis und Wasserdampf direkt
nachgewiesen, die Forscher vermuten aber flüssiges Wasser unter der
Mondoberfläche. Die europäisch-amerikanische Raumsonde
«Cassini» war am 12. März an Enceladus vorbeigeflogen
und hat Spektralaufnahmen zur Erde gesendet.
Der Eismond von nur 500 Kilometern Durchmesser interessiert die
Forscher schon lange, allein wegen seiner geheimnisvollen, riesigen
Eisfontänen. Im Auswurf der Geysire entdeckten die Forscher nun
Wasserdampf, Erdgas, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und komplexe
Kohlenstoffverbindungen. Die Stoffe aus dem Inneren des Mondes
ähnelten denen von Kometen, sagte Hunter Waite vom Southwest
Research Institute in San Antonio (Texas).
Mit «Cassini»-Daten haben die NASA und die Europäische
Weltraumagentur ESA nun eine neue Wärmekarte des Mondes erstellt.
Demnach sind einige «Tigerstreifen» am Südpol des
Mondes wärmer gedacht. Bestimmte Regionen hätten eine
Temperatur von minus 93 Grad Celsius, das sei wärmer als bislang
gemessen und wesentlich wärmer als andere Regionen auf dem Mond.
«Diese überraschend hohen Temperaturen machen es nun eher
wahrscheinlich, dass es flüssiges Wasser nicht weit unter der
Oberfläche gibt», erläuterte Waites Kollege John Spencer.
(Quelle: dpa)