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Irak am 1476sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Drei US-Soldaten in Bagdad getötet. 20 Tote bei Kämpfen in schiitischer Extremistenhochburg. 42 Schüler von Unbekannten im Nordirak entführt. Iran bestätigt Vermittlung der Waffenruhe zwischen Iraks Regierungstruppen und der Sadr-Miliz

Mo.07.04.08 - Bei Zusammenstößen in dem Bagdader Stadtteilen Sadr City , einer Hochburg schiitischer Estremisten, sind mehr als 20 Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden, wie die Behörden am Sonntag mitteilte.

Bei Angriffen in Bagdad sind am Sonntag drei US-Soldaten getötet und 31 weitere verletzt worden. Bei einem Raketenangriff auf die Grüne Zone kamen nach Militärangaben zwei Soldaten ums Leben, 17 wurden verletzt. Der zweite Angriff ereignete sich nach Angaben eines Sprechers im südöstlichen Stadtviertel Rustamija. In Bagdad kommt es seit mehreren Wochen zu heftigen Kämpfen zwischen schiitischen Milizen und US-irakischen Truppen.

Irakische Truppen entdeckten nahe der Hauptstadt das bisher größte Lager gefährlicher Sprengsätze. In einer Garage in Kassim südlich von Bagdad wurden mehr als 1.000 Bestandteile von sogenannten EFPs gefunden, wie die US-Streitkräfte am Sonntag mitteilten.

EFP ist die Abkürzung für «Explosively Formed Penetrator», ein militärischer Fachbegriff für Sprengsätze, die die Panzerung von Fahrzeugen durchdringen können. Solche Bomben haben den Tod von zahlreichen US-Soldaten verursacht. Dem Fund vom Mittwoch sei ein entsprechender Hinweis vorausgegangen, erklärten die Truppen.

Unblutig verlief die Entführung von rund 40 Schülern im Nordirak. Ihre bewaffneten Kidnapper ließen die Kinder, die aus einem Bus heraus verschleppt wurden, nach wenigen Stunden wieder frei.

Papst Benedikt XVI. appellierte unterdessen nach dem zweiten Priestermord im Irak binnen drei Wochen an die Iraker, einen Weg zum Aufbau «einer gerechten und toleranten Gesellschaft» zu finden. Der syrisch-orthodoxe Priester Jussef Adel wurde am Samstag vor den Augen seiner Frau erschossen. Am Sonntag kamen 300 Trauernde zu seiner Beisetzung.

Der Iran bestätigte am Wochenende erstmals, dass er die Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki und der Miliz des radikalen Predigers Muktada al Sadr vermittelt habe. «Es ist im eigenen iranischen Interesse, Einigkeit zwischen den schiitischen Gruppen zu sehen», verlautete aus Teheraner Regierungskreisen.

Die irakische Regierung hatte nach dem Waffenstillstand die Sicherheitsvorkehrungen für Sadr City gelockert und wieder Lastwagen mit Lebensmitteln, Öl und Krankenwagen in den rund 2,5 Millionen Einwohner zählenden Armenviertel fahren lassen. Das allgemeine Fahrverbot blieb aber bestehen. Am Sonntagmorgen kam es dann zu dem mehrstündigen Schusswechsel in Sadr City sowie in dem Bezirk Schula, ebenfalls eine Hochburg von Sadrs Mahdi-Miliz.

boa (Quelle: ap)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 07.04.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendundzwölften Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Sa.07.04.07 - USA wollen 12.000 Nationalgardisten in Irak entsenden +++ Gespräche über iranische Gefangene im Irak +++ Mindestens 27 Tote bei Selbstmordanschlag in Ramadi +++ Journalistin von Radio Free Europe im Irak getötet +++ Aufständische im Irak fordern Machtwort von Bin Laden +++ Irakische Regierung geißelt britische Razzia in Basra... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0704070.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Machtkampf in Simbabwe spitzt sich zu - Mugabe fordert Neuauszählung

Mo.07.04.08 - Der Machtkampf in Simbabwe zwischen dem autokratischen Staatschef Robert Mugabe und der Opposition spitzt sich zu. Mugabes Partei verlangte am Sonntag eine Neuauszählung der Präsidentenwahl und eine weitere Aufschiebung des bislang immer noch nicht bekannt gegebenen Wahlergebnisses. Nach Angaben der Opposition wird ein Gericht am (heutigen) Montag sein Urteil in dem Dringlichkeitsantrag der Mugabe-Gegner zur Veröffentlichung des Wahlergebnisses sprechen.

Unterdessen besetzten Anhänger Mugabes die Farmen von mindestens acht weißen Rinderzüchtern. Es handelte sich um eine offenbar inszenierte Aktion, über die das staatliche Fernsehen berichtete. Hintergrund könnte möglicherweise sein, die Öffentlichkeit von dem Streit über das Wahlergebnis abzulenken. Ein Sprecher des Farmerverbandes berichtete später, die Polizei habe die Militanten in sechs Fällen überzeugen können, sich von den Farmen zurückzuziehen.

Die Milizen setzen sich zumeist aus Veteranen des Guerillakriegs gegen die weiße Minderheitsregierung in den 1970er Jahren zusammen. Sie gelten als Mugabes Kampftruppe. Zum Jahrtausendwechsel betrieben sie federführend die blutige Enteignung weißer Farmer, die den wirtschaftlichen Ruin des Landes beschleunigte.

Die Forderung nach einer Neuauszählen wies die Opposition als lächerlich zurück, da noch nicht einmal das offizielle Wahlergebnis bekannt gegeben sei. Sie warf Mugabes Partei ZANU-PF erneut Wahlbetrug vor.

Die Regierungspartei hatte die Neuauszählung mit «Fehlberechnungen und Irrtümern in der Zusammenstellung des Ergebnisses» begründet, wie die staatliche Zeitung «Sunday Mail» berichtete. Die Partei habe die Wahlkommission zudem aufgefordert, die Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentenwahl wegen «Unregelmäßigkeiten» aufzuschieben.

Die Opposition sieht sich als Siegerin der Präsidenten- und Parlamentswahlen vom 29. März. Ihr Präsidentschaftskandidat Morgan Tsvangirai warf der der Regierung am Samstag angesichts der ausstehenden Ergebnisse vor, einen «Krieg gegen die Bevölkerung» vorzubereiten.

Seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) forderte ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki sprach sich gegen eine solche Intervention aus.

Die MDC hat erklärt, Tsvangirai habe die Wahl mit 50,3 Prozent gewonnen. Unabhängige Prognosen gehen jedoch davon aus, dass er die absolute Mehrheit verfehlt hat und es deshalb zu einer Stichwahl kommt.

Diese müsste laut Verfassung innerhalb von 21 Tagen nach der ersten Runde der Wahl stattfinden. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, Mugabe plane einen Aufschub um 90 Tage. Tsvangirai warf dem 84-jährigen Amtsinhaber vor, seine bewaffnete Milizen und Kriegsveteranen zu mobilisieren, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

(Quelle: ap)
 


 

Landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Ägypten -- Preise für Grundnahrungsmittel fast verdoppelt

Mo.07.04.08 - Bei landesweiten Protesten gegen steigende Preise in Ägypten ist es am Sonntag zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Rund 150 Menschen wurden nach offiziellen Angaben festgenommen, darunter prominente Gewerkschafter. In der nordägyptischen Industriestadt Mahalla el Kobra, wo sich die größte Textilfabrik des Landes befindet, schleuderten 2.000 Demonstranten Ziegelsteine auf Polizisten, die mit Tränengas gegen die Protestierenden vorging. Etwa 50 Menschen wurden verletzt.

Die Regierung hatte die Bevölkerung vor einer Teilnahme an Streiks oder Demonstrationen am Sonntag gewarnt. Dennoch blieben tausende Ägypter der Arbeit fern oder ließen Seminare an der Universität ausfallen. Der Streik war ein Versuch von Oppositionsgruppen, zwei Tage vor Kommunalwahlen den wachsenden Unmut über steigende Preise und sich verschlechternde Arbeitsbedingungen in der Bevölkerung zu kanalisieren.

Fast 40 Prozent der Ägypter leben unter oder nahe der Armutsgrenze von umgerechnet 1,25 Euro pro Tag. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Speiseöl und Reis haben sich in den vergangenen Monaten fast verdoppelt, subventioniertes Brot ist knapp. Um die wirtschaftlichen Probleme der Menschen zu lindern, hob Präsident Husni Mubarak Einfuhrzölle auf einige Lebensmittel auf.

Hinter den Kulissen verhandelte die Regierung mit Arbeiterführern in Mahalla, um den seit langem angekündigten Streik zu verhindern. Sondereinsatzkräfte der Polizei hielten Demonstranten von den Hauptplätzen in Kairo fern, Beamte in Zivil hinderten Arbeiter in der Fabrik in Mahalla am Streik. Sicherheitsbeamte hätten die Fabrik übernommen und jeden, der versucht habe zu sprechen, abgeführt, sagte ein Arbeiter.

Die Regierung sicherte zu, ein Gesetz über eine Anhebung des Mindestlohns zu verabschieden. Der Streik in der Textilfabrik wurde daraufhin abgesagt, womit jüngere Aktivisten aber nicht einverstanden waren. Nach dem Ende der Schicht strömten die Menschen auf den Hauptplatz und demonstrierten. Nach Angaben eines Augenzeugen nahmen daran auch Frauen und Kinder teil.

(Quelle: ap)
 


 

Schwere Menschenrechtsdefizite in Libyen

Mo.07.04.08 - Libyen hat dem Terror abgeschworen und steht nicht mehr auf der Liste der Schurkenstaaten. Bei den Menschenrechten hat das autoritäre Regime von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen jedoch kaum Zugeständnisse gemacht.

Die Hoffnungen vieler Bürger richten sich auf Gaddafis Sohn Saif al-Islam, dessen Stiftung Verletzungen der Menschenrechte eingeräumt und bedauert hat.

Die Organisationen Amnesty International und Human Rights Watch (HRW) beklagen immer noch die Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch eine strikte Kontrolle der Medien. In Libyen gibt es nach Feststellungen von HRW keine unabhängigen Organisationen. Kritikern von Staat und Gaddafi drohen demnach willkürliche Verhaftungen, Gefängnis und sogar Folter. Einige verschwanden spurlos. Das berüchtigte Volksgericht wurde 2005 zwar abgeschafft. An seine Stelle trat jedoch ein neues Staatssicherheitsgericht, das in einem Gefängnis des allgegenwärtigen Geheimdiensts tagen soll.

Die Liste der Mängel wird im jüngsten Menschenrechtsreport des US- Außenministeriums fortgeschrieben: Missachtung der Rechte von Flüchtlingen, Ausländern und Arbeitnehmern sowie Diskriminierung von Frauen und Minderheiten.

(Quelle: dpa)
 


 

US-Verteidigungsminister Gates: USA setzen im Atomstreit mit Iran auf Diplomatie

Mo.07.04.08 - Im Atomstreit mit dem Iran streben die USA nach den Worten von Verteidigungsminister Robert Gates eine diplomatische Lösung an.

Bei einem Besuch im Oman habe Gates aber auch deutlich gemacht, dass die Regierung in Washington sich in dem Konflikt alle Optionen offenhalte, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Samstag. In den Gesprächen zwischen Gates und Sultan Kabus bin Said sei deutlich geworden, dass die USA und der Oman die Wirksamkeit von Sanktionen gegen den Iran unterschiedlich beurteilten.

Der Oman gilt als US-Verbündeter in der Golfregion. Das Land unterhält aber auch gute Beziehungen zum Iran. Der Oman und andere Staaten in der Region hatten sich zuletzt Sorgen gemacht, dass die Spannungen zwischen den USA und dem Iran in einem militärischen Konflikt münden könnten. Der Iran weist Vorwürfe der USA zurück, wonach sich hinter seinen Plänen für Atomenergie ein militärisches Programm für Atomwaffen verbirgt.

(Quelle: rtr)
 


 

13 Tote bei Anschlag auf Marathon-Veranstaltung in Sri Lanka - Präsident bekräftigt Entschlossenheit im Kampf gegen Terror

Mo.07.04.08 - Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Sportveranstaltung in Sri Lanka sind am Sonntag 13 Menschen getötet worden. Der Täter löste nach Angaben eines Militärsprechers in Colombo die Explosion aus, als Straßenbauminister Jeyaraj Fernandopulle gerade die Startflagge bei einem Marathonlauf schwenken wollte. Neben Fernandopulle wurden der Olympiateilnehmer und zweifache Südasien-Marathonmeister K.A. Karunaratne und der Leichtathleten-Nationaltrainer Lakshman de Alwis mit in den Tod gerissen, wie Regierungssprecher Lakshman Hulugalle mitteilte.

Der Marathonlauf in Weliweriya 20 Kilometer außerhalb Colombos gehörte zu en Feierlichkeiten zum singhalesischen Neujahrsfest. Fernsehbilder zeigten nach der Explosion in Panik umher rennende Menschen. «Ich habe abgetrennte Köpfe, Hände und Beine gesehen», sagte Augenzeuge Nalin Warnasooriya der Nachrichtenagentur AP. «Überall waren Blut und Körperteile. Es war ein schrecklicher Anblick.» 90 Menschen wurden verletzt.

Die Regierung machte tamilische Rebellen für den zweiten Anschlag in diesem Jahr verantwortlich, bei dem ein Kabinettsmitglied getötet wurde. Präsident Mahinda Rajapaksa sagte, der Anschlag werde in keiner Weise seine Entschlossenheit mindern, «Terrorismus mit der Wurzel aus unserer Mitte herauszureißen und Frieden, Harmonie und Demokratie unserem ganzen Volk zu bringen». Die Gewalt in Sri Lanka hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nachdem die Regierung im Januar einen Waffenstillstand aufkündigte.

Ein Sprecher der Guerillaorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Rasiah Ilanthirayan, war zunächst nicht erreichbar. Die Befreiungstiger dementieren grundsätzlich Angriffe auf Zivilpersonen-

Fernandopulle war einer der Verfechter eines harten Kurses gegen die tamilischen Rebellen. Als Fraktionschef der Regierungspartei besaß er über zusätzlichen Einfluss; er galt als besonders gefährdetes Anschlagsziel. Im Januar war Bauminister D.M. Dassanayake bei einem Anschlag getötet worden.

Die LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat auf der Insel. Mehr als 70.000 Menschen wurden dabei getötet.

(Quelle: ap)
 


 

Bush und Putin vereinbaren mehr Gespräche über US-Raketenschild

Mo.07.04.08 - US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben bei ihrem Gipfeltreffen einen intensiveren Dialog über den US-Raketenschild vereinbart.

Neue Vorschläge der USA zur Umsetzung der Pläne in Osteuropa könnten Russlands Bedenken entkräften, hieß es am Sonntag in der Abschlusserklärung zu den Gesprächen in Sotschi. Putin und Bush unterzeichneten zudem eine strategische Rahmenvereinbarung, die nach den Worten des russischen Präsidenten aber keinen Durchbruch bei den umstrittenen Themen enthält.

Bush, der im Januar das Weiße Haus verlässt, kommt in Sotschi am Schwarzen Meer auch mit dem künftigen russischen Staatschef Dmitri Medwedew zusammen, der Putin Anfang Mai im Kreml ablösen wird. Der US-Präsident hatte sich am Samstagabend bereits zu einem informellen Essen mit Putin und Medwedew getroffen. Bei der Begrüßung demonstrierten die beiden Staatschefs herzliches Einvernehmen, obwohl es in sicherheitspolitischen Fragen tiefgreifende Differenzen zwischen den beiden Atommächten gibt.

Außer bei der geplanten US-Raketenabwehr mit Stützpunkten in Polen und Tschechien bestehen auch Meinungsverschiedenheiten bestehen über die Unabhängigkeit des Kosovo, die Russland im Gegensatz zu den USA ablehnt. Bush hat das Treffen im Vorfeld als Gelegenheit bezeichnet, "sich noch einmal zusammenzusetzen und eine gute, offene Diskussion zu führen".

(Quelle: rtr)
 


 

Deutschland

Ex-Kanzler Schröder dementiert Verwicklung in Libyen-Affäre -- Bundestagsabgeordnete verlangen restlose Aufklärung

Mo.07.04.08 - Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat jede Verwicklung in die Affäre um Ausbildungshilfe von deutschen Polizisten und Soldaten für Libyen bestritten.

Die Berichte über eine angebliche Absprache mit Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi seien «offenkundig an den Haaren herbeigezogener Unsinn», sagte ein Sprecher des Ex-Kanzlers am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) dementierte jede Beteiligung. Über alle Parteigrenzen hinweg verlangten Abgeordnete eine restlose Aufklärung der Vorwürfe.

Dabei geht es im Kern darum, dass rund 30 deutsche Polizisten und Soldaten - einige davon noch im Dienst, andere schon ausgeschieden - in den Jahren 2005/06 in Libyen Ausbildungshilfe für die dortigen Sicherheitskräfte geleistet haben. Angeblich geschah dies alles in der Freizeit und ohne Wissen der zuständigen Behörden. Inzwischen laufen Disziplinarverfahren. Außerdem prüft die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, ob Dienstgeheimnisse verraten wurden - zum Beispiel Eingreif- oder Schießtechniken von Sonderkommandos wie der Antiterroreinheit GSG 9.

Nach Informationen der «Bild am Sonntag» war die deutsche Hilfe möglicherweise eine Gegenleistung für Libyens Unterstützung bei der Freilassung der deutschen Familie Wallert, die 2000 auf den Philippinen entführt worden war. Die Hilfe soll Thema bei einer offiziellen Begegnung zwischen Schröder und Gaddafi im Oktober 2004 sowie einem «Geheimtreffen» der beiden in Kairo 2003 gewesen sein. Schröder kündigte die Einschaltung eines Rechtsanwaltes an, um die «falschen Behauptungen» richtigstellen zu lassen. Ein «Geheimtreffen» mit Gaddafi habe es nie gegeben.

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Eckart von Klaeden (CDU), verlangte in der «tageszeitung» (Montag) «schnelle und umfassende» Aufklärung. Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele sagte der dpa: «Die Art der Zusammenarbeit mit den Repressionsorganen eines Staates, in dem Menschenrechte nicht gelten, ist ungeheuerlich.» FDP-Chef Guido Westerwelle warnte vor einem «massiven politischen Skandal». Die Innenexperten von CDU/CSU und SPD, Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz, kündigten an, das Thema vor das geheim tagende parlamentarische Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste (PKG) zu bringen.

Der BND dementierte einen Bericht der «Berliner Zeitung» (Samstag), wonach er die Lehrgänge «beratend begleitet» habe. «Der BND hat weder Ausbildungshilfe geleistet, noch war er beratend oder begleitend eingebunden», sagte ein Sprecher am Samstag der dpa. Auch das Auswärtige Amt bestritt jede Mithilfe. Die Botschaft in Tripolis habe die Aktivitäten der Sicherheitsfirma «in keiner Weise unterstützt», betonte Ministeriumssprecher Martin Jäger.

Dem «Spiegel» zufolge dauerte der Einsatz der inzwischen insolventen Sicherheitsfirma BDB Protection GmbH von Dezember 2005 bis Juni 2006. Das Ausbildungsprogramm für etwa 120 libysche Polizisten fand demnach hauptsächlich in einer Kaserne in Tripolis statt. Dazu gehörte auch das «taktische Vorgehen beim Zugriff in Gebäuden» sowie das Entern von Schiffen und das Absetzen aus Hubschraubern. Das Unternehmen habe dafür insgesamt 1,6 Millionen Euro bekommen, die einzelnen Beamten bis zu 50 000 Euro.

Unter den Ausbildern war nach Informationen aus Bundeswehr-Kreisen ein Hauptfeldwebel, der im Personenschutz von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan tätig war. Dem «Tagesspiegel» zufolge trainierte er einige Leibwächter Gaddafis. Der Mann ist inzwischen vom Dienst suspendiert. Außerdem waren auch etwa zehn ehemalige Bundeswehr-Soldaten bei dem Programm dabei.

Libyen stand bis Mai 2006 auf der Liste der Staaten, die Terrorismus unterstützen. Trotz der Öffnung gegenüber dem Ausland werden auch heute noch massive Verletzungen der Menschenrechte beklagt.

(Quelle: dpa)
 


 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger fordert Neuverhandlung des Atomausstiegs

Mo.07.04.08 - Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat eine Neuverhandlung des Koalitionsvertrags zum Thema Atomausstieg gefordert. Eine neue Geschäftsgrundlage führe dazu, dass die auf Druck der SPD geschaffene Koalitionsvereinbarung zwischen Union und SPD in dem Punkt neu verhandelt werden müsse, sagte Oettinger in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Es gebe einen deutlich gestiegenen Energiepreis und ein Umdenken in den Nachbarländern, sagte der CDU-Politiker weiter. Darauf müsse in Berlin reagiert werden.

(Quelle: afp)
 


 

Finanzkrise beflügelt Debatte überZukunft der Landesbanken

Mo.07.04.08 - Angesichts mehrerer tief in die Finanzkrise verstrickter Landesbanken ist die Debatte über die öffentlich-rechtlichen Institute in Deutschland neu entbrannt.

Der baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) drängte im Magazin "Focus" auf Fusionen und einen Schrumpfungsprozess unter den acht deutschen Landesbanken. Das werde auch zu einem Personalabbau führen. Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU im Bundestag, Otto Bernhardt, sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Druck zur Landesbanken-Konsolidierung zugenommen hat." Er forderte die Ministerpräsidenten auf, sich zusammenzusetzen.

Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, schlug in der "Welt am Sonntag" vor, die Landesbanken zu einem Institut zusammenzuschließen, das sich auf die regionale Wirtschaftsförderung beschränke. Der Vorstandschef der größten Landesbank LBBW, Siegfried Jaschinski, sieht die Zukunft der bestehenden Banken in einer Spezialisierung: "Es wird möglicherweise nur noch eine Landesbank geben, die die Sparkassen-Zentralbankfunktion wahrnimmt, also die Sparkassen mit Produkten und Dienstleistungen versorgt. Das heißt aber nicht, dass nur eine Bank übrig bleibt", sagte Jaschinski der "Wirtschaftswoche". Davon abgesehen hätten die Landesbanken nur wenige Gemeinsamkeiten. Die HSH Nordbank als weltgrößter Schiffsfinanzierer könnte auch gut alleine weiter existieren.

Der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird eine Schlüsselfunktion in der Fusionsdebatte zugemessen, weil sie als das stärkste unter den Instituten gilt. Sie hat die vor dem Aus stehende SachsenLB sowie die Landesbank Rheinland-Pfalz gekauft und wurde sowohl als Käufer der angeschlagenen WestLB als auch der BayernLB gehandelt. Beide Übernahmen scheiterten aber am Widerstand aus der Landespolitik.

Stratthaus und Jaschinski erteilten einem neuen Anlauf in diesem Jahr eine Absage, weil die LBBW mit der SachsenLB und der LRP beschäftigt sei. Der Finanzminister forderte im "Focus" zudem, ein Partner "müsse ein funktionierendes Geschäftsmodell mitbringen oder gesundgeschrumpft zu uns kommen". Er warnte vor übereilten Fusionen unter Zeitdruck. Stratthaus' Parteikollege Bernhardt sagte: "Ich kann der BayernLB nur dringend empfehlen, die Bereitschaft Baden-Württembergs wahrzunehmen - falls es die überhaupt noch gibt."

Die BayernLB hatte am Donnerstag eingeräumt, dass sich ihre Belastungen aus der Finanzkrise bis Ende März auf 4,3 Milliarden Euro summierten, 2,4 Milliarden mehr als zum Jahresende 2007. Die riskantesten Papiere will der neue Bankchef Michael Kemmer nun in eine Zweckgesellschaft auslagern, für die der Staat eine Garantie abgeben soll. Laut "Euro am Sonntag" zögern allerdings die Miteigentümer der Münchener Bank, Bayerns Sparkassen, sich an der Bürgschaft zu beteiligen.

Eine Kapitalerhöhung, die zu einem Einstieg privater Anleger führen würde, hält Kemmer zum gegenwärtigen Zeitpunkt für keine Alternative. "Aus Sicht der Anteilseigner wäre es nicht klug, jetzt die BayernLB zu privatisieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Auf Anteile an Landesbanken müsste derzeit ein starker Abschlag hingenommen werden.

Auch die LBBW rechnet mit weiteren Wertkorrekturen an ihren Wertpapieren, nachdem sie 2007 rund 1,5 Milliarden Belastungen zu verkraften hatte. "Die Indizes sind zwischen Januar und März weiter gefallen, und das beeinflusst auch den Wert unseres Portfolios", sagte Vorstandschef Jaschinski. Abschreibungen aus Bonitätsgründen, die zu echten Verlusten führen würden, seien in den ersten beiden Monaten des Jahres aber nicht fällig geworden. Einen Wertberichtigungsbedarf von drei Milliarden Euro bezeichnete er als Gerücht.

(Quelle: rtr)
 


 

BDI wirft Regierung Gefährdung des Wirtschaftswachstums vor

Mo.07.04.08 - BDI-Präsident Jürgen Thumann hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie gefährde mit ihrem Kurs das Wirtschaftswachstum in Deutschland.

Statt die wirklich großen Probleme anzupacken, befasse sich die Regierung mit zu vielen Nebensächlichkeiten, sagte Thumann der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Die größte Gefahr ist, dass die Politik die falschen Signale setzt. Und unter dem Mäntelchen der sozialen Gerechtigkeit Wahlgeschenke verteilt." Dagegen setze sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zur Wehr. Thumann zeigte sich zugleich überzeugt, dass "wir auch im nächsten Jahr wenigstens ein bescheidenes Wachstum haben".

Der BDI-Präsident forderte die Regierung auf, für eine steuerliche Entlastung der Bürger zu sorgen: "Die wichtigste Aufgabe der Politik ist es, die Steuern zu senken und für mehr Netto für alle zu sorgen." Anstatt die Steuern für alle zu senken, diskutiere die Politik aber seit Wochen über Mindestlöhne und eine Rentenerhöhung von rund einem Prozent. Diese nannte Thumann "populistisch". "Ich halte von den Rentenplänen der Regierung gar nichts. Sie erhöhen langfristig die Sozialabgaben. Das kostet Jobs."

(Quelle: rtr)
 


 

Schmiergeldaffäre : Ex-Korruptionsbekämpfer belastet Siemens-Vorstände

Mo.07.04.08 - In der Siemens-Schmiergeldaffäre behauptet der ehemalige Korruptionsbekämpfer Albrecht Schäfer nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung», bereits im Jahr 2003 auch Mitglieder des Zentralvorstandes über Vorwürfe im Zusammenhang mit schwarzen Kassen unterrichtet zu haben.

Schäfer habe bei der Staatsanwaltschaft als Zeuge ausgesagt, er habe drei Vorständen und weiteren Managern detaillierte Informationen der Mailänder Staatsanwaltschaft über schwarze Kassen in Liechtenstein und Dubai gegeben, schreibt das Blatt am Samstag. Der frühere Antikorruptionsbeauftragte habe bei der Aussage Mitte Februar auch die Namen der drei Vorstände und der anderen von ihm angeblich informierten Manager genannt. Der damalige Vorstandschef Heinrich von Pierer sei nicht darunter gewesen.

Die Vorwürfe hätten in Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen an den italienischen Energiekonzern ENEL gestanden, hieß es. Schäfer habe unter anderem die Auffassung eines Mailänder Gerichts weitergegeben, der Siemens-Konzern betrachte Schmiergeldzahlungen als mögliche unternehmerische Strategie.

Im ENEL-Fall ging es um die Zahlung von über sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Manager des Energiekonzerns zur Erlangung von Gasturbinen-Aufträgen. Mehrere Manager sind inzwischen verurteilt worden, Siemens zahlte Millionen an Strafe und Schadenersatz. Die Siemens-Schmiergeldaffäre war erst nach einer Razzia im November 2006 ins Rollen gekommen.

Der erste Beschuldigte in der Schmiergeldaffäre soll Ende Mai vor Gericht kommen. Der Angeklagte gelte als Kronzeuge in der Siemens- Affäre, hieß es in Medienberichten.


(Quelle: dpa)
 


 

Aldi zahlte an arbeitgeberfreundliche Betriebsräte-Organisation AUB -- Ver.di will Anzeige erstatten

Mo.07.04.08 - Nach Berichten über heimliche Zahlungen von Aldi Nord an die arbeitgeberfreundliche Betriebsräte-Organisation AUB hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Strafanzeige gegen den Lebensmitteldiscounter angekündigt. Dessen Zahlungen an den ehemaligen AUB-Bundesvorsitzenden Wilhelm Schelsky mit dem Ziel, die AUB zu fördern, seien ein Bruch des Betriebsverfassungsgesetzes, sagte ver.di-Chef Frank Bsirske der «Süddeutschen Zeitung» zufolge. Er sprach von «kriminellen Machenschaften».

Das Betriebsverfassungsgesetz verbiete jegliche einseitige Einflussnahme von Unternehmen auf Betriebsratswahlen. «Dass Aldi sich solcher Methoden bedient, um Gewerkschaftsarbeit zu unterdrücken, lässt Zweifel an der moralischen Integrität der dort Handelnden aufkommen», wird Bsirske zitiert.

Er forderte Konsequenzen von der Aldi-Nord-Eigentümerfamilie. Sie müsse sich entweder zu ihrer Verantwortung für das verdeckte AUB-Sponsoring bekennen oder gegenüber den Verantwortlichen in der Unternehmensleitung Konsequenzen ziehen.

Bei der AUB handelt es sich um die «Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger». Ex-AUB-Chef Schelsky sitzt derzeit im Zusammenhang mit der Siemens-Affäre in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue ermittelt.

(Quelle: ap)
 


 

Gewerkschafter fürchtet Kündigungen bei der Telekom

Mo.07.04.08 - Die Gewerkschaft Verdi fürchtet, dass die Deutsche Telekom beim geplanten Abbau von 32.000 Stellen nun doch zum Mittel betriebsbedingter Kündigungen greifen will.

Der Telekom-Konzern halte sich diese Option offen, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder, der auch im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, Reuters am Samstag. In Einzelfällen habe sie davon schon Gebrauch gemacht. "Das Klima ist ruppiger geworden, wie die Telekom mit ihrer Belegschaft umgeht. Sie verbreitet, dass sie an Grenzen stößt bei den Arbeitsplätzen, die sozialverträglich abgebaut werden können", erklärte Schröder.

Zwar seien die meisten Beschäftigten des Konzerns durch Betriebsvereinbarungen vor Kündigungen geschützt, "aber da gibt es Lücken", warnte der Gewerkschafter. Allein bei T-Systems beträfe das 20.000 Mitarbeiter. Ein Telekom-Sprecher wies die Befürchtungen zurück: "Wir werden auch in Zukunft Stellenstreichungen so sozialverträglich wie möglich umsetzen, das haben wir ganz klar gesagt", sagte er. An den Plänen habe sich nichts geändert.

Die Nachrichtenagentur dpa-afx hatte berichtet, dass im Vorstand über betriebsbedingte Kündigungen nachgedacht worden sei. Der ehemalige Staatskonzern hat seit 1996 rund 120.000 Stellen abgebaut. Die Personalkosten für die 240.000 Mitarbeiter sind aber im Vergleich mit der ausländischen Konkurrenz mit die höchsten. "Man muss sich fragen, ob die Telekom wirklich so viele Stellen streichen muss, wie sie sagt", sagte Schröder.

(Quelle: rtr)
 


 

Fahrradbranche erwartet kräftig steigende Preise

Mo.07.04.08 - Die deutsche Fahrradbranche erwartet im kommenden Jahr kräftig steigende Preise. Grund seien «gigantisch» gestiegene Rohstoff- und Frachtkosten, sagte Rolf Lemberg, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV), dem «Tagesspiegel am Sonntag». Kostentreibend wirkten auch gestiegene Löhne im Produktionland China, die dortige Inflation sowie gesunkene Handelsbarrieren.

Für 2008 seien die Fahrradpreise auf den Herbstmessen 2007 schon festgelegt worden. «2009 wird aber problematisch», sagt Lemberg. «Dann wird es einen deutlichen Preissprung geben.»

(Quelle: ap)
 
 
 
 

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