+++ Di.08.04.08, 06:30
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Irak am 1477sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Irakische Regierung droht radikalem Sadr mit Ausschluss von
Provinzwahlen. Mindestens neun Tote bei US-Luftangriffen in Bagdad.
Zentralkomitee der deutschen Katholiken mahnt Aufnahme von christlichen
Flüchtlingen aus dem Irak an
Di.08.04.08 - Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat dem radikalen
schiitischen Prediger Muktada al Sadr mit politischer Isolation
gedroht. Sollte der Geistliche seine Mahdi-Miliz nicht auflösen,
werde er von den Provinzwahlen im Herbst ausgeschlossen, sagte
Al-Maliki dem Fernsehsender CNN. Die Sadristen erklärten, ein
solcher Schritt wäre verfassungswidrig.
Nicht der Ministerpräsident habe über die Zulassung von
Kandidaten zu entscheiden, sondern die Wahlkommission, sagte der
Abgeordnete Baha al Aaradschi, ein Anhänger Al Sadrs, am Montag
auf einer Pressekonferenz. Wie aus Politikerkreisen verlautete,
könnte die Isolierung der Sadristen durch eine Änderung des
Wahlgesetzes vorangetrieben werden - und zwar durch einen Passus, der
verbietet, dass Parteien, denen Milizen angegliedert sind, Kandidaten
aufstellen. Die Regierung plant dem Vernehmen nach, eine entsprechende
Vorlage in den nächsten Tagen ins Parlament einzubringen.
Sadr erklärte sich zur Auflösung seiner Milizen nur bereit,
wenn die obersten schiitischen Geistlichen ihn dazu auffordern. "Die
Mahdi-Armee empfängt Befehle von Sadr und von den höchsten
Geistlichen, die ihn beraten", sagte ein Sadr-Sprecher in Nadschaf. Den
Anweisungen der Geistlichen würde "mit Sicherheit" Folge geleistet.
Sadr stützt sich auf eine breite Anhängerschaft unter der
verarmten schiitischen Stadtbevölkerung.
Irakische Regierungstruppen hatten am 25. März in der
südirakischen Stadt Basra und ihrer erdölreichen Umgebung mit
einer Offensive gegen die Mahdi-Milizen begonnen. Die Kämpfe
hatten sich daraufhin auf mehrere Städte im ganzen Land
ausgeweitet. Nach Angaben der UNO kamen dabei rund 700 Menschen ums
Leben. Nachdem Sadr seine Gefolgsleute am Sonntag vergangener Woche zum
Rückzug aufgefordert hatte, waren die Kämpfe zunächst
zurückgegangen. Immer wieder war es seitdem jedoch zu einzelnen
Zusammenstößen gekommen.
Bei US-Luftangriffen sind in Bagdad mindestens neun Menschen
getötet und 35 weitere verletzt worden. Die Angriffe im
Südosten der irakischen Hauptstadt seien als Reaktion auf einen
Mörserangriff auf den nahegelegenen US-Stützpunkt Rustamijah
erfolgt, verlautete aus dem irakischen Innen- und
Verteidigungsministerium. Die US-Truppen hätten Kampfhubschrauber
eingesetzt und Ziele im Viertel El Amin beschossen. Über dem
Stadtteil stieg demnach eine Rauchwolke in den Himmel. Ein
US-Kommandeur konnte auf Nachfrage zunächst keine Stellungnahme
abgeben.
Die Gewalt im Irak hat am Sonntag fünf US-Soldaten das Leben
gekostet. Drei Soldaten wurden bei Angriffen auf die Grüne Zone in
Bagdad sowie im Stadtviertel Rustamija getötet. Zwei weitere kamen
bei Bombenanschlägen im Osten Bagdads sowie nördlich der
Hauptstadt ums Leben.
Irakische Truppen entdeckten südlich von Bagdad das bisher
größte Lager gefährlicher Sprengsätze. In einer
Garage in Kassim wurden nach US-Angaben mehr als 1.000 Bestandteile
sogenannter EFPs gefunden. EFP ist die Abkürzung für
«Explosively Formed Penetrator», ein militärischer
Fachbegriff für Sprengsätze, die die Panzerung von Fahrzeugen
durchdringen können. Solche Bomben haben den Tod von zahlreichen
US-Soldaten verursacht. Dem Fund vom Mittwoch sei ein entsprechender
Hinweis vorausgegangen, hieß es weiter.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich für die
Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak in Deutschland
ausgesprochen. Dabei sollten insbesondere Flüchtlinge
berücksichtigt werden, die sich bisher in anderen Ländern der
Region - wie zum Beispiel in Syrien - aufhielten, hieß es in
einem am Montag veröffentlichten Brief des ZdK-Präsidenten
Hans Joachim Meyer an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.
boa (Quellen: rtr, ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 08.04.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendunddreizehnten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Über 20 Tote bei US-Offensive in Afghanistan
Di.08.04.08 - Bei einer von US-Truppen geführten Offensive im Osten Afghanistans
sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Taliban getötet worden.
Daneben seien bei dem Einsatz in der Provinz Nuristan auch drei
afghanische Soldaten ums Leben gekommen, teilte das
Verteidigungsministerium in Kabul mit. Das Ministerium widersprach
Behauptungen islamischer Geistlicher aus der Region, dass bei den
Kämpfen ausschließlich Frauen und Kinder getötet worden
seien.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Israel verweist auf 'rote Linie' bei Friedensgesprächen
Di.08.04.08 - Vor der gestrigen Wiederaufnahme der Gespräche zwischen dem
israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat Israels
Außenministerin Zipi Livni auf die klaren Grenzen ihres Landes bei
den Verhandlungen hingewiesen. Die internationale Gemeinschaft
müsse verstehen, dass Israel bei den Gesprächen seine "rote
Linien" nicht überschreiten werde, sagte sie nach Angaben des
israelischen Armeerundfunks. Für Israel gebe es klare Grenzen in
den Schlüsselfragen des Konflikts wie beim Status der Stadt
Jerusalem, dem Grenzverlauf und in der Flüchtlingsfrage.
Auch Abbas machte einen Tag vor den neuen Verhandlungen deutlich, dass
er einen Friedensschluss mit Israel "nicht um jeden Preis" anstreben
werde. Die Möglichkeit, eine Einigung mit den Israelis müsse
ergriffen werden, sagte er bei einem Treffen mit
Palästinenservertretern. "Wir werden ernsthaft verhandeln und sind
bereit, eine Lösung über alle Fragen des zukünftigen
Status' (des palästinensischen Territoriums) zu suchen", sagte er,
"aber nicht um jeden Preis".
Das jüngste Treffen zwischen Olmert und Abbas hatte am 19. Februar
in Jerusalem stattgefunden. Anschließend kam es zur
größten israelischen Offensive seit dem Jahr 2000 im
Gazastreifen, mit der Israel auf die Raketenangriffe radikaler
Palästinenser reagierte.
Die Konfliktparteien hatten sich im November auf der Nahost-Konferenz
in Annapolis darauf verständigt, vor Ablauf der Amtszeit von Bush
im Januar 2009 ein Friedensabkommen auszuhandeln. Die Verhandlungen
werden jedoch durch diverse Streitpunkte behindert, die unter anderem
die Siedlungen in den besetzten Gebieten, den künftige Status von
Jerusalem, die Grenzziehung und die Flüchtlingsfrage betreffen.
(Quelle: afp)
Simbabwes Opposition bittet Südafrika und USA um Hilfe -- UNO:
Wahlergebnisse sofort veröffentlichen
Di.08.04.08 - Simbabwes Opposition hat Südafrika, die USA und die ehemalige
Kolonialmacht Großbritannien um Hilfe gegen Präsident Robert
Mugabe gebeten.
Oppositionschef Morgan Tsvangirai forderte den Internationalen
Währungsfonds zudem auf, Hilfszahlungen im Umfang von zwei
Milliarden Dollar zurückzuhalten, bis Mugabe seine Wahlniederlage
eingestehe und die Macht abgebe.
"Es ist Zeit für eine entschlossene diplomatische Initiative",
mahnte Oppositionschef Morgan Tsvangirai in einem im "Guardian"
veröffentlichten Beitrag am Montag. "Die einflussreichen
Mächte hier, wie Südafrika, die USA und Großbritannien
müssen handeln, um den harten Griff der selbstmörderischen
Herrschaft Mugabes zu lösen und ihn und seine Günstlinge zu
einem Abtritt zu verpflichten."
Mugabe habe den Wählern ihre Stimme gestohlen und ziehe nun die
Streitkräfte zusammen, um sich an der Macht zu halten und eine
Atmosphäre der Unterdrückung zu schaffen, schrieb Tsvangirai
weiter.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat unterdessen die
unverzügliche Veröffentlichung der Ergebnisse der
Präsidentenwahl in Simbabwe gefordert. Die Ergebnisse müssten
"schnell und mit Transparenz" bekannt gegeben werden, hieß es in
einer Erklärung. Neun Tage nach dem Urnengang äußert
sich Ban darin "besorgt" über die Verletzung der in der
simbabwischen Verfassung festgelegten Zeitspanne, in der Wahlergebnisse
offiziell und öffentlich vorliegen müssen.
Ein EU-Diplomat äußerte in Brüssel Befürchtungen,
dass es in Simbabwe aus Wut über die anhaltende Ungewissheit nach
den Wahlen ähnliche Gewaltausbrüche geben könnte wie in
Kenia. Das gegenwärtige Vorgehen der simbabwischen Behörden
"erregt Verdacht", sagte der Diplomat aus dem Umfeld des
EU-Außenbeauftragten Javier Solana. "Die Szenarien in beiden
Ländern sind sehr ähnlich."
boa (Quellen: rtr, afp)
Alle 205 NOKS wollen zu Olympischen Spielen in China antreten --
Fackellauf der Olympischen Flamme in Paris abgebrochen
Di.08.04.08 - Sämtliche 205 anerkannten Nationalen Olympischen Komitees wollen
bei den Olympischen Sommerspielen in Peking an den Start gehen. "Alle
205 NOKs nehmen an den Spielen teil", hieß es in einer auf der
ANOC-Generalversammlung in Peking verabschiedeten Erklärung. Darin
wird China gleichzeitig zu einer friedlichen Lösung des
Tibet-Konflikts aufgerufen. Vehement abgelehnt wird eine Vereinnahmung
der Spiele durch die Politik.
Dem Organisationskomitee BOCOG sagten die Olympischen Komitees volle
Unterstützung bei den letzten Vorbereitungen der Spiele zu. Die
ANOC-Erklärung soll die Grundlage für eine gemeinsame
Deklaration mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sein,
über die am Donnerstag diskutiert wird.
Massive Proteste gegen die chinesische Menschenrechtspolitik haben am
Montag zum Abbruch des olympischen Fackellaufes in Paris geführt:
Der Staffellauf wurde beendet, nachdem Gegner Pekings ihn behindert und
mehrfach aufgehalten hatten. Die Flamme wurde mit dem Bus zum Ziel
gebracht. Laut Polizei hatte die Fackel bereits kurz nach dem Start aus
"technischen Gründen" gelöscht werden müssen, bevor der
Zug sich wieder in Bewegung setzte. Bürgerrechtler ketteten sich
am Eiffelturm an und rollten ein Banner aus, das die fünf
Olympischen Ringe als Handschellen zeigte.
Nach Abbruch des Staffellaufes brachte ein Bus die Flamme von der
Nationalversammlung zum Ziel, einem Stadion im Süden der Stadt,
wie die Polizei mitteilte. Die ursprünglich geplanten Stationen
dazwischen seien übersprungen worden. Die chinesische Botschaft in
Paris hatte ihrerseits kurz zuvor entschieden, die Route des
Fackellaufes zu ändern und eine halbstündige Veranstaltung am
Rathaus ausfallen zu lassen.
Nur wenige hundert Meter nach dem Start am Eiffelturm musste die
Polizei das Olympische Feuer erstmals in einen Bus in Sicherheit
bringen, nachdem Gegner der chinesischen Politik zur Flamme vordringen
und sie löschen wollten. Kurz darauf versuchte eine weitere Gruppe
von Demonstranten, zu der Fackel vorzudringen; die Polizei drängte
sie aber ab.
An mehreren Punkten der 28 Kilometer langen Strecke hatten sich
Menschen auf die Straße gelegt, um den Staffellauf aufzuhalten.
Etwa dreitausend Polizisten sollten in der Stadt für Sicherheit
sorgen. Allein 165 Polizisten und hundert Feuerwehrleute bildeten auf
Rollerblades, mit Motorrädern und zu Fuß einen
Sicherheitskorridor, um die Flamme abzuschirmen.
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC),
Jacques Rogge, mahnte China zu einer friedlichen Lösung für
Tibet. Ein Berater der chinesischen Botschaft in Paris hatte
unmittelbar vor Beginn des Staffellaufes erklärt, die Olympische
Flamme stehe für "Frieden, Freundschaft und Harmonie". Der
Fackelzug durch Paris werde für Franzosen und Chinesen "ein
großes Fest" sein.
Bereits beim Zug des Olympischen Feuers durch London am Sonntag hatten
Menschenrechtsaktivisten mehrfach versucht, den Läufern die Fackel
zu entreißen und zu löschen. Der Protest richtet sich gegen
das gewaltsame Vorgehen der kommunistischen Führung Chinas in
Tibet..Nach Angaben von Exil-Tibetern starben dutzende Menschen, als
die chinesische Führung unlängst Proteste niederschlagen
ließ.
Die Olympische Flamme wurde vor zwei Wochen in Griechenland
entzündet und reist bis zum Beginn der Sommerspiele in Peking am 8.
August durch fünf Kontinente. Von Paris aus wird sie in die
Vereinigten Staaten gebracht.
boa (Quelle: afp)
USA / Washington: Hillary Clinton verliert ihren Chefstrategen
Di.08.04.08 - Erneute Turbulenzen im Wahlkampfteam von
US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: Nach jüngsten
Querelen ist der Chefstratege des Vorwahlkampfes, Mark Penn,
zurückgetreten. Das Clinton-Lager teilte mit, Penn habe um seine
Entlassung gebeten. Details wurden nicht genannt.
Akuter Auslöser für den Rücktritt ist laut US-Medien
eine Kontroverse über den Abschluss eines Wirtschaftsabkommens mit
Kolumbien, für den sich Penn trotz des Widerstands Clintons stark
gemacht hatte. Clintons Ablehnung weiterer Wirtschaftsverträge mit
lateinamerikanischen und anderen Dritten Welt Ländern, die zu
Konkurrenz auf dem nationalen US-Markt und damit zur Entlassung von
US-Arbeitern führen können, ist vor den Vorwahlen in
Pennsylvania am 22. April eine wichtiges Thema. Allerdings habe es
bereits seit längerem Spannungen zwischen Penn und anderen
Strategen in Clinton-Team gegeben, hieß es.
Bereits im Februar hatten die Wahlkampfchefin Clintons, Patti Solis
Doyle, sowie ihr Stellvertreter Mike Henry das Handtuch geworfen. Dies
hing mit dem unerwartet schwachen Abschneiden bei den Vorwahlen am
«Super-Dienstag» am 5. Februar zusammen. Clinton und ihr
Team waren zum Jahresbeginn davon ausgegangen, den schwarzen
Konkurrenten Barack Obama rasch schlagen zu können. Derzeit liegt
Obama im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten
knapp vorn.
(Quelle: dpa)
USA / Texas: 137 Kinder aus den Händen von Polygamistensekte
befreit
Di.08.04.08 - Im US-Bundesstaat Texas hat die Polizei 137 Kinder aus den Händen
einer "Polygamistensekte" befreit. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass
die Mädchen unter den Kindern sexuell missbraucht würden,
berichtete der Fernsehsender CNN am Samstagabend (Ortszeit). Auch 46
Frauen seien aus der Ranch der "Fundamentalistischen Kirche Jesu
Christi der Heiligen der Letzten Tage" in Sicherheit gebracht worden.
Die Frauen und Kinder seien ohne Zwischenfälle von der Ranch in
Eldorado weggebracht worden. Es gehe ihnen "erstaunlich gut",
erklärte eine Sprecherin der örtlichen
Kinderschutzbehörde. Die Polizei suche noch nach einem
männlichen Sektenangehörigen, der ein 15-jähriges
Mädchen vergewaltigt haben soll.
Die "Fundamentalistische Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten
Tage" predigt Vielehe und zwingt bereits minderjährige Mädchen
zum Heiraten. Sektenanführer Warren Jeffs war Ende 2007 zu
mindestens zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach
Schätzungen leben in den USA Zehntausende Menschen in polygamen
Familien. Jeffs "Fundamentalistische Kirche" ist eine Splittergruppen
der Mormonen.
(Quelle: epd)
Deutschland
BND wusste angeblich von Training für Libyen
Di.08.04.08 - Der BND war nach Einschätzung des stellvertretenden Vorsitzenden
des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Max Stadler, möglicherweise
über das deutsche Training für libysche
Sicherheitskräfte informiert.
Der Bundesnachrichtendienst habe erklärt, die Ausbildung nicht
unterstützt und nicht begleitet zu haben, sagte Stadler am Montag
im Deutschlandfunk. "Das lässt immerhin noch die Interpretation
offen, dass man davon doch Kenntnis gehabt habe." Der FDP-Politiker
fügte hinzu: "Wenn der BND davon nichts gewusst haben sollte,
wäre das ja nicht gerade der Ausweis von besonderer
Effektivität eines Nachrichtendienstes."
Das Dementi des BND müsse überprüft werden, sagte
Stadler. Der BND hatte am Samstag erklärt, er habe "weder
Ausbildungshilfe geleistet, noch war er beratend oder begleitend
eingebunden".
Stadtler mahnte die Bundesregierung, zu dem Vorfall im
Parlamentarischen Kontrollgremium alle Fakten auf den Tisch legen zu
müssen. "Da brauchen wir sofort und vollständig Klarheit."
Auch das gesamte Parlament müsse informiert werden, betonte
Stadler. "Denn es ist ein Vorgang, der möglicherweise über den
BND weit hinausreicht."
Zuerst müsse geklärt werden, ob es sich bei dem Training um
eine "Privatangelegenehit einer Sicherheitsfirma" gehandelt habe, oder
ob es sich "um den Teil einer außenpolitischen Strategie gehandelt
hat". Dann hätte das Parlament darüber informiert werden
müssen. Vorschläge, auch einen Untersuchungsausschuss mit der
Aufklärung zu beauftragen, unterstützte Stadler.
(Quelle: rtr)
Bankenverband erwartet kein schnelles Ende der Finanzkrise
Di.08.04.08 - Die deutschen Geschäftsbanken erwarten kein schnelles Ende der
Finanzkrise.
"Die Situation muss weiter als äußerst angespannt bezeichnet
werden, und die Krise wird uns wohl noch eine ganz Zeit
beschäftigen", sagte der Präsident des Bundesverbands
deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, am Montag laut
Redetext bei einer Veranstaltung seines Verbandes in Berlin. Letztlich
hänge es von der Marktentwicklung ab, wann und mit welchem
Ergebnis die Turbulenzen für die Geldhäuser überwunden
seien. "Auch 2008 wird für die Banken ein nicht nur schwieriges,
sondern sehr anspruchsvolles Jahr", betonte Müller, der Chef der
Commerzbank ist.
Die Krise führe zu einer Abschwächung der US-Konjunktur. Die
Rückwirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland und Europa seien
aber begrenzt. Die Risiken etwa wegen des schwachen Dollar hätten
gleichwohl zugenommen. Für Deutschland sei 2008 ein Wachstum von
1,6 Prozent zu erwarten.
Müller betonte, dass die Geschäftsbanken hierzulande gegen
ein Eingreifen des Staates zur Lösung der Krise seien. "Das
wäre nur zu rechtfertigen, wenn eine Abwärtsspirale mit
systemischen Risiken drohte", sagte er. Diese Situation sei aber in
Deutschland nicht gegeben.
(Quelle: rtr)
CDU und Grüne in Hamburg auch bei Stadtentwicklung und Wohnungsbau
einig
Di.08.04.08 - CDU und Grüne haben bei ihren Verhandlungen über die Bildung
der ersten schwarz-grünen Landesregierung nach eigenen Angaben
weitere Fortschritte erzielt. Beide Parteien erklärten nach ihrem
Treffen am Montag, sie seien bei den Themen Stadtentwicklung und
sozialem Wohnungsbau zu Vereinbarungen gekommen. «Wir waren uns
in allen wesentlichen Punkten einig», sagte
CDU-Landesvorsitzender Michael Freytag. Die bisher als umstritten
geltende Elbvertiefung und der geplante Bau eines riesigen
Kohlekraftwerks im südlichen Stadtteil Moorburg waren demnach
erneut ausgeklammert.
Auch die Themen Hafenquerspange und Stadtbahn waren in den
Gesprächen bisher nicht behandelt und in Arbeitsgruppen verwiesen
worden. Am (morgigen) Dienstag sollen die Ergebnisse aus diesen
Arbeitsgruppen besprochen werden, erklärte die
Grünen-Fraktionschefin in der Bürgerschaft, Christa Goetsch.
Einigungen habe es aber bereits über einen neuen
Wohnungsentwicklungsplan für 5.000 bis 6.000 neue Wohnungen
gegeben, sagte Freytag. Ein Schwerpunkt werde dabei auf dem sozialen
Wohnungsbau liegen.
CDU und Grüne streben eine Einigung bis Mitte des Monats an,
nachdem die Parteien Mitte März die Koalitionsverhandlungen
aufgenommen und sich bisher nach eigenen Angaben in den meisten
Bereichen geeinigt haben. Als konkrete Ergebnisse wurden bisher unter
anderem ein neues Modell für Studiengebühren, ein
Kita-Anspruch für Zweijährige und ein kostenloses
Vorschuljahr genannt. Insgesamt sind in dieser Woche drei
Verhandlungsrunden angesetzt.
Ziel beider Parteien ist, bis Mitte oder Ende des Monats den
Koalitionsvertrag ausgearbeitet zu haben. Die CDU möchte
Landesvorstand und Landesausschuss in der zweiten Aprilhälfte
über die Vereinbarung entscheiden lassen. Am 7. Mai solle der
Bürgermeister gewählt werden, sagte eine Sprecherin.
Die GAL hat für den 27. April ihre Landesmitgliederversammlung
einberufen, auf der der Koalitionsvertrag diskutiert und beschlossen
werden soll. Die Mitglieder sollen den Vertrag jedoch rechtzeitig vor
der Versammlung erhalten, um sich vorbereiten zu können, sagte
eine Sprecherin.
Ein niedersächsischer Umweltberater soll nach einem Bericht des
«Hamburger Abendblatts» einen Kompromissvorschlag für
die Elbvertiefung unterbreitet haben. Dieser sehe vor, die Elbe
lediglich um 50 Zentimeter statt wie von der CDU geplant um einen Meter
zu vertiefen. Die Grünen sehen darin dem Blatt zufolge durchaus
eine Lösung, die CDU habe sich bei dem Thema jedoch «keinen
Zentimeter» bewegt. Die Verhandlungen über das Thema
dauerten noch an, sagten die Sprecherinnen beider Parteien.
Außerdem soll es einem Bericht zufolge in dieser Woche in den
Verhandlungen um die Postenverteilung in dem neuen Senat gehen. Demnach
sollen für die Grünen drei Senatoren und fünf
Staatsräte im Gespräch sein. Neben Bildung und Umwelt
könnten sie das Sozial- oder das Wissenschaftsressort
übernehmen. Auch dies ist aber nach Angaben der
Grünen-Sprecherin noch offen.
(Quelle: ap)
Ministerium und Bundesanstalt mit Hartz IV zufrieden
Di.08.04.08 - Ungeachtet der Kritik von Langzeitarbeitslosen haben nach drei Jahren
Hartz IV Politiker und Beamte eine positive Bilanz gezogen. «Die
Zusammenlegung der früheren Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zur
Grundsicherung für Arbeitssuchende ist erfolgreich»,
erklärten am Montag in Nürnberg das Bundesarbeitsministerium,
die Bundesagentur für Arbeit und der Deutsche Städtetag. Der
Deutsche Landkreistag forderte, jetzt die Chance zur Neuorganisation
von Hartz IV zu nutzen.
In den drei Jahren seit Einführung von Hartz IV ist die Zahl der
Arbeitslosen um 1,7 auf 3,5 Millionen gesunken. In den vergangenen
beiden Jahren ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 700.000 auf 2,3
Millionen zurück. Der Rückgang ist allerdings nicht allein
auf die Hartz-IV-Maßnahmen zurückzuführen, sondern vor
allem auf die gute konjunkturelle Lage.
Detlef Scheele, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium,
erklärte: «Auch die Langzeitarbeitslosen und ihre Familien
profitieren von den Reformen und der guten Wirtschaftslage.» Vor
der Einführung der Grundsicherung habe die Finanzierung der
Langzeitarbeitslosigkeit die kommunalen Etats stärker belastet.
Mit Hartz IV sei ein System für einen gerechten Ausgleich zwischen
Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und niedriger Arbeitslosigkeit
geschaffen worden.
Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit,
sieht die größten Erfolge im Bereich der Jugendlichen. Dies
zeige sich nicht nur in steigenden Integrations- und
Aktivierungsquoten, sondern auch durch eine verbesserte
Förderstruktur und dichter vernetzte Integrationsansätze.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages,
Stephan Articus, erklärte: «Nach einigen
Anlaufschwierigkeiten sind Aufbau und Konsolidierung von
verlässlichen Hilfen für Langzeitarbeitslose und ihre
Familien in den vergangenen drei Jahren gelungen.» Es gebe
inzwischen sichtbare Eingliederungserfolge.
Der Landkreistag forderte, im Zuge der Neuorganisation von Hartz IV
müssten strukturelle Schwierigkeiten unbedingt durch
Übertragung der Arbeitsvermittlungsaufgabe auf einen Träger
vermieden werden. «Durch das Konzept des 'Kooperativen
Jobcenters' werden die Probleme nicht nur nicht beseitigt, sondern
bestehende Probleme verfestigt und neue hinzugefügt», sagte
Präsident Hans Jörg Duppré. In den Jobcentern arbeiten
Arbeitsagentur und Kommunen zusammen.
Als «Augenwischerei» bezeichnete der Paritätische
Wohlfahrtsverband die positive Einschätzung der Jobcenter durch
Politiker und Beamte. Vorsitzende Heidi Merk erklärte: «Das
Modell zerstört die wenigen Erfolge, die durch Hartz IV erreicht
wurden, unterminiert lokale Handlungsspielräume zugunsten eines
neuen Zentralismus und führt die Hartz-Reformen damit in einem
Schlag endgültig ad absurdum.»
(Quelle: ap)
Post schließt Teilkompromiss zu Arbeitszeit und
Kündigungsschutz aus -- Verdi droht mit unbefristetem Streik
Di.08.04.08 - Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post schließt der
Vorstandsvorsitzende Frank Appel einen Teilkompromiss zu
Kündigungsschutz und Arbeitszeit kategorisch aus. Eine Lösung
sei nur in einem Gesamtpaket möglich, dass auch den Lohnabschluss
enthalten müsse, sagte der Konzernchef der «Frankfurter
Allgemeinen Zeitung» (Dienstagausgabe).
«Je länger gearbeitet wird, desto mehr lässt sich bei
den Gehältern tun. Geschenke können wir nicht machen»,
sagte Appel. Die Warnstreiks haben Appel bislang wenig beeindruckt. Es
gebe bisher «so gut wie keine Auswirkungen» auf den
Geschäftsverlauf.
Gleichwohl forderte Appel die Gewerkschaft auf, zu konstruktiven
Verhandlungen zurückzukehren. Appel deutete an, dass er sich als
Teil einer Gesamtlösung auch eine Verlängerung des
Kündigungsverzichts für die Tarifangestellten vorstellen
könne. «Der Konzern braucht Stabilität im Personal, und
die Mitarbeiter wünschen sich Beschäftigungssicherheit. Das
müsste sich zusammenbringen lassen», sagte er.
Die Gewerkschaft Verdi droht mit einem unbefristeten Streik: Die Post
müsse bei der nächsten Gesprächsrunde am Mittwoch ein
verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, forderte die
stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis am Montag in einem
Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Geschehe dies nicht,
könne ein unbefristeter Ausstand folgen: "Am Donnerstag tagt die
Bundestarifkommission. Sie wird sich dann mit dem befassen, was am
Mittwoch passiert ist, und wird entscheiden, ob wir eine Urabstimmung
durchführen und in einen unbefristeten Arbeitskampf eintreten
müssen", kündigte Kocsis an.
Verdi hatte in der vergangenen Woche mit Warnstreiks begonnen, um eine
Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit der Beamten bei
der Post von 38,5 auf 41 Stunden zu verhindern. Der Konzern hob die
Arbeitszeit der rund 55.000 Beamten am Montag aber ungeachtet der
Ausstände auf die 41 Stunden an, die deren Kollegen im
öffentlichen Dienst arbeiten müssen. Kocsis fürchtet,
dass nun auch die 130.000 Tarifbeschäftigten folgen und in Zukunft
Tausende Arbeitsplätze bei der Post gestrichen werden. Dagegen
richten sich die Warnstreiks, an denen sich Kocsis zufolge seit
vergangener Woche über 20.000 Post-Mitarbeiter beteiligten. Allein
am Montag hätten in Nordrhein-Westfalen rund 4600
Beschäftigte die Arbeit ruhen lassen. Die Gewerkschaft fordert
zudem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum 30.
Juni 2011. Auch eine Lohnrunde mit Verdi steht der Post noch bevor. Ein
Gesamtpaket aus den drei Elementen will Kocsis aber nicht
schnüren. Angesichts eines drohenden Abbaus von Stellen "reicht es
uns nicht, über einen Lohnausgleich zu sprechen, es geht faktisch
um den Erhalt von Arbeitsplätzen", sagte sie. "Die Tarifrunde
halten wir weiterhin getrennt."
Verdi und die Post wollen ihre Verhandlungen am Mittwoch in einer
dritten Runde fortsetzen. Verdi will am Dienstag auf Warnstreiks
verzichten. Kocsis hält weiter eine Lösung am
Verhandlungstisch für möglich: "Ich bin optimistisch, dass
die Post bis Mittwoch beidreht und auf den Weg der Verhandlungen
zurückfindet", sagte sie. Geschehe dies nicht, könne die
Gewerkschaft notfalls auch bis Pfingsten streiken.
Die Post kritisierte die Arbeitsniederlegungen erneut und wies Verdi
die Verantwortung für die am Montag begonnenen längeren
Arbeitszeiten der Beamten zu. "Die Warnstreiks sind
überflüssig, weil die Post Verhandlungsbereitschaft zeigt",
sagte ein Sprecher.
boa (Quellen: ap, rtr)
Tönnies-Mitarbeiter werden im Umkleidebereich überwacht
Di.08.04.08 - Bei der europaweit größten Fleischverarbeitungsfirma
Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sollen Mitarbeiter angeblich im
Umkleidebereich mit Kameras überwacht werden. Der ARD-Sendung
«Report Mainz» sind nach eigenen Angaben Bilder zugespielt
worden, die Aufnahmen aus dem Damen-Umkleidebereich zeigen. Mehrere
Informanten hätten «Report Mainz» bestätigt, dass
es sich bei den Aufnahmen um den Umkleidebereich bei Tönnies
handelt. Die Kameras dienten dem Schutz vor Fleischdiebstählen.
Nach Aussagen dieser Mitarbeiter gehe die Überwachung sogar noch
weiter. In den Herren-Toiletten gebe es versteckte Kameras, die rund um
die Uhr alles aufnähmen. Der Fernsehbericht wurde am Montag in der
ARD ausgestrahlt.
Die Firma Tönnies habe gegenüber «Report Mainz»
die Videoüberwachung teilweise eingeräumt und sie mit
Hygienekontrollen begründet. Tönnies hat über 3000
Arbeitskräfte in Rheda-Wiedenbrück. Der überwiegende
Teil davon sind Billigarbeitskräfte, die von Subunternehmern in
Osteuropa angeheuert werden.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Studie - Regionaler Atomkrieg hätte riesiges Ozonloch zur Folge
Di.08.04.08 - Ein regionaler Atomkrieg hätte nach Angaben von Wissenschaftlern
ein riesiges Ozonloch und weltweite Verwüstungen für
mindestens ein Jahrzehnt zur Folge. Millionen Menschen wären unter
anderem von Hautkrebs und Augenproblemen betroffen, heißt es
einer Studie, die am Montag in der Online-Ausgabe des Fachmagazins
«Proceedings of the National Academy of Sciences» (http://www.pnas.org)
veröffentlicht wurde. Das Ozonloch würde sich demnach
über dicht besiedelten Gebieten bilden und anders als das
über der Antarktis Auswirkungen auf einen Großteil der Erde
haben.
Die Forscher simulierten mit Hilfe eines Computermodells, welche
Konsequenzen ein Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan für die
Atmosphäre hätte. Dabei gingen sie davon aus, dass jede Seite
50 Nuklearsprengköpfe zündet, die in ihrer Kraft der
Atombombe von Hiroshima entspricht. Wegen des entstehenden Rußes
würden die Ozonwerte über Jahre hinweg zurückgehen,
erklärte Michael Mills von der University of Colorado, der die
Studie leitete.
In den mittleren Breitengraden muss den Wissenschaftlern zufolge von
einem Verlust von bis zu 40 Prozent des Ozons ausgegangen werden - was
enorme Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die
Ökosysteme zu Land und zu Wasser hätte. Von Sonnenlicht
verursachte Schäden bei Pflanzen würden den Berechnungen
zufolge um 132 Prozent zunehmen, Menschen hätten eine Steigerung
von 213 Prozent bei DNA-Schäden zu erwarten.
(Quelle: ap)
Klima
WHO warnt vor dramatischen Gesundheitsfolgen von Klimawandel --
Seuchen und Unterernährung treffen vor allem arme Länder
Di.08.04.08 - Zum 60. Jahrestag ihrer Gründung hat die
Weltgesundheitsorganisation der UNO vor dramatischen Gesundheitsfolgen
des Klimawandels gewarnt. "Die Tatsache des Klimawandels kann nicht
mehr bezweifelt werden", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in
Genf. Die Folgen des Klimawandels seien schon heute zu spüren.
Extremes Wetter wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und
Hitzewellen bedeuteten große Gesundheitsgefährdungen durch
die Verbreitung von Krankheiten sowie die Zerstörung von Wohnraum
und Lebensgrundlagen, warnte Chan.
Es seien die armen Länder, welche die große Last der
Klimaprobleme tragen müssten. Dabei nannte sie als konkrete
Beispiele jüngste Überschwemmungen in Angola, die zu einer
Ausbreitung der Cholera geführt hatten. Chans Stellvertreter David
Hayman sprach von einem regelrechten "Meningitis-Gürtel", der
Schwarz-Afrika überziehe und der auf größere
Trockenheit zurückzuführen sei.
Klimawandel solle im Jubliäumsjahr die oberste Priorität der
WHO sein, sagten Vertreter der UN-Organisationen auf weltweiten
Veranstaltungen. Als die Organisation 1948 gegründet worden sei,
habe ihre Hauptaufgabe darin bestanden, eine ganz elementare
Gesundheitsversorung in einer vom Krieg zerstörten Welt
wiederherzustellen, erinnerte Chan. Diese Herausforderungen hätten
sich bis heute "tiefgreifend verändert". Die Erderwärmung ist
der WHO zufolge jährlich mehr oder weniger direkt für 150.000
Todesfälle und fünf Millionen Kranheitsfälle weltweit
verantwortlich.
Der Weltklimarat hatte jüngst darauf hingewiesen, dass die Folgen
des Klimawandels in armen Ländern am meisten zu spüren sind.
Malaria, Cholera, Unterernährung, Hitzeschläge und
Pollenallergien drohten immer mehr zuzunehmen.
(Quelle: afp)