Nachrichten-Archiv
Aktuelle Nachrichten
Irak am 1485sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
62 Tote und zahlreiche Verletzte bei Kämpfen und Anschlägen
Mi.16.04.08 - Bei einer Reihe von Bombenanschlägen sowie wieder aufflammenden
Kämpfen zwischen US-Truppen und schiitischen Milizen sind im Irak
mindestens 62 Menschen getötet worden. In Baakuba rund 60
Kilometer nordöstlich von Bagdad starben bei einer
Autobombenexplosion mindestens 40 Menschen, wie die Polizei mitteilte.
Rund 80 wurden demnach verletzt. Weitere Anschläge wurden in
Ramadi, Mossul und Bagdad verübt. Im Bagdader Stadtteil Sadr-City
kämpften US-Soldaten gegen schiitische Milizen und töteten
nach eigenen Angaben mindestens sechs Aufständische.
Der Anschlag in Baakuba war der blutigste seit etwa einem Monat im
Irak. Am 17. März waren bei einem Attentat in Kerbela 52 Menschen
getötet worden. Viele der Opfer in Baakuba wurden nach Angaben von
Ärzten bis zu Unkenntlichkeit verbrannt. Nach Angaben eines
AFP-Korrespondenten wurden insgesamt drei Minibusse und zehn
Häuser beschädigt. Die Hauptstadt der Provinz Dijala gilt als
einer der gefährlichsten Orte im Irak und wird als Hochburg des
Terrornetzwerks El Kaida angesehen.
Kurz nach der Autobombenexplosion in Baakuba sprengte sich ein
Selbstmordattentäter in einem Restaurant in Ramadi im Westen des
Landes in die Luft. Er riss nach Angaben des örtlichen
Polizeichefs, Generalleutnant Tarek el Jussef, 13 Menschen mit in den
Tod. 14 weitere wurden demnach verletzt.
In Mossul im Nordwesten des Iraks explodierten kurz nacheinander zwei
Autobomben, als eine US-Militärpatrouille und eine irakische
Polizeipatrouille vorbeifuhren. Mindestens zwölf Menschen wurden
dort nach Polizeiangaben verletzt. Unter den Verletzten seien auch vier
Polizisten gewesen. In Bagdad starben drei Menschen bei Explosionen im
Stadtteil Karrada, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Bei den
Anschlägen seien acht weitere Menschen verletzt worden.
Bei Feuergefechten im Bagdader Stadtteil Sadr-City erschossen
US-Soldaten mindestens sechs Aufständische. Die US-Soldaten
hätten ihre Waffen zur "Selbstverteidigung" eingesetzt, teilte die
US-Armee mit. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. In Sadr-City,
einer Hochburg des radikalen Schiitenführers Moktada Sadr, wurden
seit dem 6. April bei Einsätzen der US-Armee und irakischer
Streitkräfte mindestens 95 Menschen getötet.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 16.04.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
|
Nahost-Konflikt
Israel verweigert Carter Besuch im Gazastreifen
Mi.16.04.08 - Die israelischen Behörden haben dem früheren
US-Präsidenten Jimmy Carter nach dessen Angaben die Einreise in
den Gazastreifen verweigert. "Ich konnte keine Erlaubnis für die
Fahrt nach Gaza bekommen", sagte Carter vor Journalisten in Ramallah.
"Ich habe die Erlaubnis erbeten, aber die Bitte ist zurückgewiesen
worden." Carter begab sich nach Ramallah, um dort mit
palästinensischen Politikern zu sprechen und das Grab des ersten
Palästinenserpräsidenten Jassir Ararat zu besuchen.
Der frühere US-Präsident war am Sonntag zu einem
neuntägigen Besuch im Nahen Osten eingetroffen. Stationen seiner
Reise sind Ägypten, Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien. Carter
hatte zum Dialog mit der palästinensischen Hamas-Bewegung
aufgerufen, die den Gazastreifen kontrolliert. Wie die Hamas mitteilte,
ist für das Wochenende ein Gespräch Carters mit Hamas-Chef
Chaled Meschaal in Damaskus vorgehen. Israel und die US-Regierung
betrachten die Hamas als terroristische Organisation. Carter hatte 1979
einen Frieden zwischen Ägypten und Israel vermittelt.
(Quelle: afp)
Geringe Beteiligung am Generalstreik in Simbabwe -- Internationale
Aufsicht über Stichwahl gefordert
Mi.16.04.08 - Die Opposition in Simbabwe ist am Dienstag mit ihrem Aufruf zum
Generalstreik gescheitert. In der Hauptstadt Harare herrschte dichter
Verkehr, Geschäfte und Büros öffneten wie
gewöhnlich. Angesichts starker Polizeipräsenz und staatlich
kontrollierter Medien erklärten viele, von einem Streik sei nichts
zu spüren. Die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) hatte
die Menschen aufgefordert, solange ihre Häuser nicht zu verlassen,
bis die Wahlkommission das Ergebnis der Präsidentenwahl
veröffentliche.
In Harare wurden am Morgen Polizisten und Soldaten in die Straßen
geschickt. Einige Einwohner erklärten, die MDC habe die Menschen
nicht ausreichend über den geplanten Generalstreik informieren
können. Pendler berichteten, es seien lediglich weniger private
Kleinbusse im Einsatz. In einigen Restaurants in der Innenstadt blieben
Angestellte zuhause.
Die staatliche Zeitung «Herald» bezeichnete den Streik als
illegal und schrieb, die Polizei werde Gesetzesverstöße mit
Härte ahnden. Die MDC war am Montag mit dem Versuch gescheitert,
eine Veröffentlichung des Ergebnisses der Präsidentenwahl vor
mehr als zwei Wochen juristisch zu erzwingen. Das mit Gefolgsleuten von
Präsident Robert Mugabe besetzte Gericht akzeptierte die
Begründung der Wahlkommission, sie müsse noch
Unregelmäßigkeiten in einigen Wahlbezirken prüfen.
Die MDC hat erklärt, ihr Kandidat Morgan Tsvangirai habe die Wahl
am 29. März bereits im ersten Wahlgang gewonnen. Mugabes Partei
ZANU-PF spricht davon, dass es zu einer Stichwahl kommen werde.
Unabhängigen Zählungen zufolge erhielt Tsvangirai die meisten
Stimmen, muss sich aber einer Stichwahl stellen.
Ein Sprecher des Oppositionsführers erklärte am Dienstag,
Tsvangirai werde nur unter zwei Voraussetzungen über eine
Stichwahl nachdenken: Zum einen müssten regionale Beobachter
bestätigten, dass weder er noch Mugabe bei der Wahl die absolute
Mehrheit erzielt hätten, und zum anderen müsse die Stichwahl
unter internationaler Aufsicht stattfinden. Andernfalls sei keine
glaubwürdige Abstimmung möglich. Regierungssprecher Bright
Matonga wies diese Forderung zurück. «Wir brauchen keine
Außenstehenden. Wir können das selbst machen», sagte
Matonga.
Während die Ergebnisse der Parlaments- und Kommunalwahlen, die am
selben Tag stattfanden, unmittelbar nach der Auszählung
veröffentlicht wurden, steht die Bekanntgabe für die
Präsidentenwahl noch immer aus. Die Parlamentswahl gewann die
Opposition mit knapper Mehrheit.
(Quelle: ap)
UN-Generalsekretär Ban dringt auf Maßnahmen gegen
Nahrungsmittelkrise
Mi.16.04.08 - Angesichts der schweren Nahrungsmittelkrise hat UN-Generalsekretär
Ban Ki Moon die Staatengemeinschaft zu umfassenden Maßnahmen
aufgefordert. Die Nahrungsmittelkrise habe das Ausmaß eines
Notfalls angenommen, sagte Ban in New York. Gefragt seien aber nicht nur
Notfall-Maßnahmen, um kurzfristig in vielen Weltregionen Hunger
zu verhindern, sondern auch langfristige Lösungen für eine
grundlegende Erhöhung der Produktivität in der
Getreideerzeugung. Die USA stellen angesichts der weltweiten
Lebensmittelkrise 200 Millionen Dollar (126 Millionen Euro) Soforthilfe
für Nahrung zur Verfügung.
Die internationale Gemeinschaft müsse "dringend" und "konzertiert"
handeln, um zu verhindern, dass die Krise Auswirkungen auf Politik und
Sicherheit habe, sagte Ban. Der UN-Generalsekretär
äußerte sich während eines Treffens mit Vertretern des
Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (Ecosoc), der
Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der
Welthandelsorganisation (WTO) und der UN-Konferenz für Handel und
Entwicklung (UNCTAD).
Die 200-Millionen-Dollar-Soforthilfe soll nach Angaben des Weißen
Hauses in die mit den steigenden Lebensmittelpreisen konfrontierten
US-Nahrungshilfeprogramme fließen sowie die unerwarteten
Lebensmittelengpässe in Afrika und anderswo ausgleichen. Die
US-Regierung reagierte mit der Ankündigung auf einen Appell der
Weltbank vom Vortag.
Weltbank-Direktor Robert Zoellick hatte am Sonntag bei den reichen
Staaten dafür geworben, bis zum 1. Mai 500 Millionen Dollar
für Hilfsprogramme des Welternährungsprogramms (WFP)
bereitzustellen. Zoellick hatte gewarnt, die Nahrungsmittelengpässe
könnten in dutzenden Ländern soziale Unruhen und Elend
auslösen.
(Quelle: afp)
Weltlandwirtschaftsrat fordert radikale Umstellung der Agrarproduktion
-- 'Business as usual' keine Option mehr -- Warnung vor Biobrennstoff
und Gentechnik
Mi.16.04.08 - Ein dauerhafter Ausweg aus der Ernährungskrise ist nach
Einschätzung des Weltlandwirtschaftsrates (IAASTD) nur durch eine
radikale Umstellung der globalen Agrarproduktion zu erreichen. Die
Produktivitätssteigerung durch technologische Fortschritte ist an
ihre Grenzen gestoßen und die Kosten für die Umwelt und die
Entwicklungsländer werden zu hoch: Zu diesem Ergebnis kam das
Gremium aus rund 400 Experten und Regierungsvertretern, dessen erster
Bericht am Dienstag bei der UNESCO in Paris vorgestellt wurde.
«Business as usual ist keine Option mehr», heißt es
in dem Dokument, das von 54 Staaten unterzeichnet wurde. Das derzeitige
System helfe den Bedürftigen nicht und mache einen
«Paradigmenwechsel» notwendig: Die Umstellung auf eine
«multifunktionale» Landwirtschaft, die den Erhalt und die
Erneuerung der natürlichen Ressourcen wie Wasser, Böden,
Wälder und Artenvielfalt in den Mittelpunkt rücke.
«Die ärmsten Entwicklungsländer sind die Verlierer
weiterer Handelsliberalisierungen», erklärte IAASTD-Direktor
Robert Watson. Insbesondere ohne einen Subventionsabbau zahlreicher
OECD-Staaten hätten viele arme Länder «eine sehr harte
Zeit vor sich», sagte der deutsche Co-Autor Hans Herren.
Widerstand gegen die Schlussfolgerungen kamen besonders aus den USA und
China, die das Dokument nicht unterzeichneten. Vertreter der Industrie
waren an den dreijährigen Beratungen beteiligt, stiegen aber aus
Protest gegen die Kritik an der Biotechnologie aus. Die Bundesrepublik
ist in das 2002 auf dem Entwicklungsgipfel in Johannesburg eingesetzte
und von den UN und der EU geförderte Gremium nicht eingebunden.
Der industrielle Intensivanbau in Monokulturen und mit gentechnisch
veränderten Pflanzen habe zwar die Produktion in den vergangenen
Jahrzehnten deutlich gesteigert, schreiben die Experten. «Aber
einfache Bauern, Arbeiter, ländliche Gemeinden und die Umwelt
müssen den Preis bezahlen.» So seien große Teil West-
und Zentralasiens sowie Afrikas bereits von Wasserknappheit bedroht. In
der geforderten Agrarrevolution müssten die lokalen Produzenten
als «Manager ihrer Ökosysteme» in den Mittelpunkt
rücken und für ihre Arbeit belohnt werden.
Die Produktion von Biotreibstoff birgt für den IAASTD eine
große Gefahr. «Die Nahrungsmittelpreise können dadurch
weiter steigen und die Chancen, den Hunger auf der Welt zu vermindern,
werden reduziert.» Zudem gebe es negative Effekte für die
Umwelt.
Der Rat warnt auch vor den Gefahren der Biotechnologie - etwa in Form
genmanipulierter Pflanzen - für die Entwicklungsländer.
Dadurch würden lokale Anbaupraktiken, die die
Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung und die Wirtschaft
sicherten, unterwandert. Heimische Pflanzen drohten zu verschwinden.
Zudem werfen die Experten den Konzernen «einen signifikanten
Mangel an transparenter Kommunikation» vor. Eine wirkliche
Bewertung von Gefahren und Vorteilen sei deswegen nicht möglich.
China und die USA haben vor allem gegen diesen Teil des Berichtes
Vorbehalte. «Dennoch wird unsere Botschaft die Einstellung zur
Landwirtschaft verändern und hoffentlich einen Paradigmenwechsel
einleiten», sagte Fabrice Dreyfus, einer der führenden
Autoren der Studie.
(Quelle: ap)
Ölpreis steigt über 113 Dollar - Reispreis auf Rekord
Mi.16.04.08 - Trotz der Entdeckung eines neuen Erdölfeldes vor der Küste
Brasiliens ist der Ölpreis am Dienstag auf ein Rekordhoch
über 113 Dollar gestiegen.
Ein Fass der US-Sorte WTI wurde zeitweise zu 113,85 Dollar gehandelt
und damit 1,7 Prozent teurer als im späten Vortagesgeschäft.
Händler begründeten den Preisanstieg mit dem schwachen Dollar
und wetterbedingter Lieferschwierigkeiten aus Mexiko. Analysten
verwiesen daneben auf den steil steigenden Verbrauch in den schnell
wachsenden Volkswirtschaften wie China und Indien. "Solange die Opec
die Steigerungsraten in Asien nicht ausreichend anerkennt und die
Fördermenge nicht erhöht, wird der Preis auch weiter nach
oben gehen", sagte LBBW-Analyst Frank Schallenberger. Ein Fass der in
Europa führenden Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,7 Prozent
auf 111,69 Dollar und markierte ebenfalls ein Rekordhoch.
Brasilien hat vor seiner Küste das wohl größte
Erdöl-Vorkommen seit 30 Jahren entdeckt. Das Feld "Carioca"
könnte eine Kapazität von 33 Milliarden Barrel haben, sagte
der Präsident der brasilianischen Erdölagentur, Haroldo Lima.
"Damit rückt Brasilien unter die Top 10 der Länder mit den
größten Ölreserven auf", kommentierte Schallenberger.
Haupteigentümer des Feldes ist die staatliche Ölgesellschaft
Petrobras, weiter beteiligt sind die britische BG Group und die
spanische Repsol-YPF. Deren Aktienkurse reagierten mit deutlichen
Kursgewinnen.
An der wichtigsten Terminbörse für Agrarrohstoffe in Chicago
stieg der Preis für US-Reis-Futures auf ein Rekordhoch. In der
Spitze zahlten Händler 22,22 Dollar für ein Hundredweight
(rund 45 Kilogramm). Seit September hat sich der Reis-Preis verdoppelt.
Seit Jahresbeginn stiegen vor allem die Preise in Asien nochmals steil
an, weil große Importeure vorsichtshalber ihre Lager
füllten. Während Weizen und Sojabohnen in der Erwartung einer
sich bessernden Versorgungslage von ihren Rekordpreisen schon wieder
etwas heruntergekommen sind, sind Reis und Mais im Moment klare
Preistreiber. Experten verweisen darauf, dass sich in etwa die
Hälfte der Weltbevölkerung von Reis ernährt. Mais ist
das Hauptnahrungsmittel in den bevölkerungsreichen Staaten
Lateinamerikas und Afrikas sowie weltweit das wichtigste Futtermittel.
Außerdem ist es neben Zuckerrohr der wichtigste Rohstoff zur
Herstellung des Benzinersatzes Ethanol.
Auch Gold verteuerte sich wieder. Für eine Feinunze des
Edelmetalls zahlten Händler bis zu 935,65 Dollar, im späten
Vortagesgeschäft waren es knapp 925 Dollar gewesen. Kupfer
notierte kaum verändert um 8620 Dollar je Tonne.
(Quelle: rtr)
Tibetkrise: Antje Vollmer warnt vor «neuem kalten Krieg»
gegen China
Mi.16.04.08 - Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne)
wirft den westlichen Staaten vor, gegen China einen «neuen kalten
Krieg» vorzubereiten. Dabei handele es sich um einen
«mentalen Krieg» gegen das gerade zur Weltmacht aufsteigende
Land, schreibt die Politikerin in der «Süddeutschen
Zeitung» (Dienstagausgabe). Statt sich in aller Stille um
Fortschritte zu bemühen, sei «die Tibetfrage zu einem
Pop-Phänomen» geworden.
Dies zeige auch die «Blitzlichtreise» des religiösen
Oberhaupts der Tibeter, Dalai Lama, «vom Kapitol in Washington zum
Kanzleramt von Angela Merkel». Es sei illusionär, darauf zu
hoffen, «dass die Chinesen diskussionsbereiter sind, wenn sie vor
der ganzen Welt gedemütigt werden».
(Quelle: ddp)
Tibetkrise - Droht der nächste kalte Krieg?
Jede Generation braucht offenbar ihren eigenen Krieg, bevor sie
fähig und weise genug ist, daraus ihre Lehren zu ziehen. Das gilt
für die heißen wie für die kalten Kriege. Der letzte
Kalte Krieg hat mit einem umfassenden, die ganze Welt faszinierenden
"Sieg" westlicher Demokratien, westlicher Werte und Ideale geendet,
deren eigentliche Essenz die Lehren aus der Epoche der beiden Weltkriege
waren.
Es dauerte keine zehn Jahre, bis ein neuer heißer Krieg
erklärt wurde: der Krieg gegen den Terror. Anlass dieses Krieges -
nicht seine Ursache - waren die Ereignisse des 11. September 2001. War
diese Kriegserklärung die einzige Möglichkeit, auf die
Gewalttat, das Entsetzen und die von der ganzen Welt geteilte,
tiefsitzende Trauer zu reagieren? Nein. Kann dieser Krieg gegen den
Terror mit Waffen gewonnen werden? Ebenfalls nein.
Aber bevor die Lehren aus der voraussichtlichen Niederlage gezogen
werden können, beginnen die westlichen Staaten und Gesellschaften
bereits mit den Vorbereitungen eines neuen kalten Krieges: Es ist der
mentale Krieg gegen das gerade zur Weltmacht aufsteigende China. Nachdem
wir uns schon in einer ideologischen Konfrontation gegen die nicht
gerade bevölkerungsarmen islamischen und arabischen Länder
befinden, nachdem wir uns in eine zumindest diplomatische
Dauerkonfrontation mit Russland hineinmanövriert haben, nun auch
noch eine generelle Systemkonfrontation mit China? Jeder fünfte
Mensch in der Welt ist ein Chinese oder eine Chinesin. Der Westen traut
sich offensichtlich sehr viel zu! (...)
Auszug aus Antje Vollmers Beitrag in der Süddeutschen
Zeitung vom 15.04.2008:
https://ssl.sueddeutsche.de/ausland/artikel/486/168995/
|
China berichtet von Waffenfund in tibetischen Klöstern
Mi.16.04.08 - Chinesische Polizisten haben nach amtlichen Angaben in tibetischen
Klöstern Waffen und Sprengstoff beschlagnahmt. Inspiziert wurden
sechs Klöster in der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes, wie
die Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete. In zwei
Einrichtungen in der Stadt Hezuo seien unter anderem ein Gewehr und
Munition sowie zehn Kilogramm Dynamit und Zünder gefunden worden.
In vier Klöstern im benachbarten Bezirk Xiahe hätten die
Mönche tibetische Flaggen versteckt, deren Besitz verboten ist.
Die chinesische Regierung hat schon früher von Waffenfunden in
tibetischen Klöstern berichtet, bislang aber keine Beweise
vorgelegt. Peking wirft dem Dalai Lama vor, hinter den antichinesischen
Unruhen in Tibet und weiteren Provinzen zu stecken und damit die
Olympischen Sommerspiele sabotieren zu wollen.
(Quelle: ap)
Amnesty: Mindestens 1252 Hinrichtungen im vergangenen Jahr
Mi.16.04.08 - Durchschnittlich 24 Menschen pro Woche sind nach Angaben von Amnesty
International im vergangenen Jahr weltweit hingerichtet worden.
Gegen mindestens 64 weitere Menschen sei pro Woche die Todesstrafe
verhängt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag
mit. Im gesamten Jahr wurden demnach 1252 Verurteilte in 24 Ländern
exekutiert. Die meisten Hinrichtungen gab es in China (470), gefolgt
vom Iran (317), Saudi-Arabien (143), Pakistan (135) und den USA (42).
Diese Länder sind Amnesty zufolge für 88 Prozent aller
Exekutionen verantwortlich. Weltweit warteten 27.500 zum Tode
Verurteilte auf die Vollstreckung ihres Urteils.
Amnesty kritisierte insbesondere China wegen dessen Praxis der
Geheimhaltung. "Viele Regierungen behaupten, dass Hinrichtungen von der
Öffentlichkeit unterstützt würden. Daher haben die
Menschen auch das Recht zu wissen, was in ihrem Namen geschieht",
erklärte die Organisation.
(Quelle: rtr)
Russland: Putin wird Vorsitzender von Kreml-Partei
Mi.16.04.08 - Der scheidende russische Präsident Wladimir Putin hat sich bereit
erklärt, den Vorsitz der Kreml-Partei Einiges Russland zu
übernehmen. Auf dem Parteitag in Moskau sagte Putin, er nehme den
entsprechenden Vorschlag von Parteibasis und -führung "dankbar an,
diese zusätzliche Verantwortung zu übernehmen". Er
bestätigte zugleich, dass er nach seinem Ausscheiden aus dem
Präsidentenamt Anfang Mai Regierungschef werde.
Der künftige Präsident Dmitri Medwedew erklärte, er
ahlte es für "korrekt", als Staatschef "außerhalb" von
politischen Parteien zu bleiben. Einiges Russland sei jedoch eine Partei
von "Menschen, die die gleichen Ideen" hätten, wie er, fügte
Medwedew hinzu. Er halte es für "logisch und angemessen", dass
Putin den Parteivorsitz übernehme.
Putin hatte als Spitzenkandidat von Einiges Russland die
Parlamentswahlen im Dezember haushoch gewonnen. Das Bündnis
verfügt derzeit über mehr als zwei Drittel der Sitze in der
Duma. Am 8. Mai soll Putin offiziell zum neuen Regierungschef seines
Landes gewählt werden. Einen Tag zuvor erfolgt die
Amtseinführung Medwedews als Staatschef. Putin durfte nach zwei
Amtszeiten nicht erneut zur Wahl antreten. Als Vorsitzender der
Regierungspartei behält er einen entscheidenden Einfluss auf die
Staatsführung.
(Quelle: afp)
Italien: Deutliche Sitze-Mehrheit für Berlusconi-Lager im Parlament
Mi.16.04.08 - Der Sieger der italienischen Parlamentswahl Silvio Berlusconi wird sich
auf eine deutliche Mehrheit in beiden Häusern der Volksvertretung
stützen können.
Nach Auszählung nahezu aller Stimmen verfügt das
Mitte-Rechts-Bündnis Berlusconis im Abgeordnetenhaus über eine
Mehrheit von 101 Sitzen, im Senat von 41 Sitzen. Die separatistische
Liga Nord, Juniorpartner Berlusconis, konnte ihren Stimmenanteil bei
der Wahl am Sonntag und Montag auf acht Prozent verdoppeln. Mit einer
solchen Mehrheit kann Berlusconi die angekündigten Reformen im
Bereich der Wirtschaftspolitik und der Verbrechensbekämpfung im
Parlament durchsetzen.
"Die vor uns liegenden Monate und Jahre werden schwierig und ich strebe
eine Regierung an, die mindestens fünf Jahre Bestand hat",
kündigte Berlusconi am Montagabend an. Eine der Hauptaufgaben sei
es, die Zukunft der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia zu sichern.
Es wurde erwartet, dass Berlusconi im Laufe des Dienstags von seiner
Heimatstadt Turin nach Rom reisen wird. Die Ernennung zum
Ministerpräsidenten dürfte jedoch nicht vor Anfang Mai
erfolgen.
(Quelle: rtr)
Spanische Atomaufsicht lässt nach Leck 800 Menschen untersuchen
Mi.16.04.08 - Die spanische Atomaufsicht lässt nach einem größer als
zunächst angenommenen Störfall in einem Kernkraftwerk 800
Menschen auf eine radioaktive Verseuchung hin untersuchen. Bislang
seien 579 Menschen überprüft, aber keine erhöhten Werte
gefunden worden, teilte die Behörde am Dienstag mit.
In einer Erklärung hieß es zur Begründung für die
Untersuchung, das Leck im Kernkraftwerk Asco I sei größer
gewesen als vom Betreiber zunächst berichtet. Auswirkungen auf die
Bevölkerung habe dies aber nicht. Eine Untersuchung sei aber
eingeleitet worden; Schritte gegen die Verantwortlichen seien
notwendig, erklärte die Behörde. Die Betreiber hätten
nicht alle Informationen weitergeleitet. Der Störfall wurde auf
einer siebenstufigen Skala von 1 auf 2 angehoben.
Die Atomaufsicht erklärte, der Betreiber Endesa schätze die
bei dem Störfall freigewordene Radioaktivität nun auf bis zu
84,95 Millionen Becquerel. Die Firma hatte ursprünglich nur von
235.000 Becquerel berichtet. In Spanien sind derzeit sieben
Atomkraftwerke in Betrieb.
(Quelle: ap)
EZB-Präsident Trichet: Banken müssen schnellstmöglich
Belastungen offenlegen
Mi.16.04.08 - Die globalen Finanzmärkte befinden sich nach Ansicht von
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet derzeit in einer Phase hoher
Unsicherheit, die von Banken die schnellstmögliche Offenlegung
ihrer Verluste erfordert.
"Die derzeitigen Turbulenzen haben wieder einmal gezeigt, dass die
Undurchsichtigkeit bei Märkten, Finanzinstrumenten und der
tatsächlichen Lage von Finanzinstitutionen die Rezeptur für
eine Katastrophe ist", sagte Trichet am Montag bei einem
wirtschaftspolitischen Forum der Universität New York.
Finanzinstitute sollten aus diesem Grund so bald wie möglich
über ihre Risikoengagements und Abschreibungen informieren,
forderte der EZB-Präsident. Komplexe Finanzinstrumente wie
Kreditderivate müssten transparenter werden. Trichet betonte zudem
die Notwendigkeit von weltweit koordinierten Aktionen und
begrüßte die am Wochenende von den sieben führenden
Industrieländern (G-7) ausgesprochenen Empfehlungen. Die G-7 wollen
sich gemeinsam mit einem umfassenden Aktionsbündel gegen die
weltweite Finanzkrise stemmen.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Ermittler - Berlin wusste frühestens 2004 von CIA-Flügen
Mi.16.04.08 - Die Bundesregierung wusste nach Einschätzung von Sonderermittler
Joachim Jacob frühestens 2004 von den Gefangenentransporten des
US-Geheimdienstes CIA. Jacobs Recherchen für den
BND-Untersuchungsausschuss hätten keine Anhaltspunkte dafür
ergeben, dass der damaligen rot-grünen Regierung unter Kanzler
Gerhard Schröder (SPD) schon früher Informationen zu den
CIA-Flügen vorlagen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Der
als geheim eingestuften Bericht des Sonderermittlers liegt den
Fraktionen seit vergangener Woche vor. Die FDP plädierte
dafür, ihn zu veröffentlichen.
Jacob wurde im Juli 2007 vom Untersuchungsausschuss bestellt, um den
Komplex der CIA-Flüge zu prüfen. Der US-Geheimdienst hatte
nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in aller Welt
Terrorverdächtige festgenommen und sie mit Flugzeugen in geheime
Gefängnisse oder Drittländer verschleppt. Mit Jacobs
Abschlussbericht wird sich der Untersuchungsausschuss nach
übereinstimmenden Angaben voraussichtlich Ende Mai befassen. Schon
nächste Woche wolle er die Veröffentlichung des Dokuments
beantragen, sagte FDP-Obmann Max Stadler.
Der Sonderbeauftragte ermittelte nach Angaben der "Süddeutschen
Zeitung" zwei CIA-Flüge mit Deutschland-Bezug: Im Dezember 2001
wurden demnach zwei Ägypter aus Stockholm nach Kairo gebracht. Die
CIA-Maschine flog damals ohne Genehmigung durch den deutschen Luftraum.
Im Februar 2003 entführten CIA-Agenten den Ägypter Abu Omar in
Mailand und brachten ihn über den US-Luftwaffenstützpunkt
Ramstein nach Ägypten.
Vollständig aufgeklärt werden könnten die Vorgänge
nur mit Hilfe der USA, befand der ehemalige Bundesdatenschützer.
Solange diese ihr Wissen zurückhielten, seien weitere
Untersuchungen "derzeit nicht leistbar". Für seine Recherchen
befragte Jacob 40 Zeugen, darunter Vertreter von
Menschenrechtsorganisationen und Opferanwälte. Der
Untersuchungsausschuss müsse nun in Ruhe prüfen, ob sich aus
dem Bericht die Notwendigkeit für weitere Beweisaufnahmen ergebe,
sagte Stadler.
(Quelle: afp)
Bundesregierung einigt sich über Online-Durchsuchungen
Mi.16.04.08 - Nach monatelangem Ringen hat sich die große Koalition auf den
umstrittenen Gesetzentwurf zur Online-Durchsuchung geeinigt.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hätten "eine
Einigung erreicht", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Nun
gehe der Gesetzentwurf an die Bundesländer. Das Innenministerium
hoffe, dass der Entwurf noch vor der Sommerpause im Kabinett behandelt
werden könne. Der letzte strittige Punkt, das Eindringen in die
Wohnung von Verdächtigen, um die Online-Durchsuchung zu
ermöglichen, steht demnach auf Wunsch der SPD nicht in dem
Gesetzentwurf.
Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende Februar entschieden, dass
Computer von Verdächtigen mit Spionageprogrammen ausgeforscht
werden dürfen - allerdings nur dann, wenn "überragend
wichtige Rechtsgüter" wie Menschenleben oder der Bestand des
Staates konkret gefährdet sind.
Um die dazu notwendige Software zu installieren, war als eine
Möglichkeit das Eindringen in die Wohnung eines Verdächtigen
genannt worden. Die SPD hielt dies jedoch für grundgesetzwidrig
und verwies auf die Unverletztlichkeit der Wohnung.
Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke,
ging im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP davon aus, dass es
nach einer Gesetzesregelung rund zehn Fälle von
Online-Durchsuchungen pro Jahr in Deutschland geben wird. Das BKA sei
derzeit mit "Hochdruck" dabei, die entsprechende Software zu erstellen,
sagte Ziercke. Da Deutschland diese aber auch von anderen Ländern,
die bereits Online-Durchsuchungen machen, bekommen könnte,
könnte jederzeit mit den Durchsuchungen angefangen werden, sobald
das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sei. Er verwies zudem darauf,
dass es verschiedene Möglichkeiten gebe, wie für die
Online-Durchsuchung notwendige "Trojaner" in die Computer eingebracht
werden könnten.
Die Online-Durchsuchung ist Teil des Gesetzentwurfes über die
Befugnisse des Bundeskriminalamtes (BKA). Demnach soll das BKA
künftig die Aufgabe der Abwehr von Gefahren des internationalen
Terrorismus wahrnehmen, wenn eine länderübergreifende Gefahr
vorliegt oder die Zuständigkeit einer Landespolizei nicht
festgestellt werden kann. Das BKA soll dabei präventiv tätig
werden können und die Möglichkeit bekommen, von sich aus
aktiv zu werden. Bisher musste das BKA darauf warten, dass eine
Länderpolizei um Amtshilfe ersucht.
(Quelle: afp)
Kabinett gegen Missbrauch von Gentests
Mi.16.04.08 - Die große Koalition will dem Missbrauch von Gentests zur
Feststellung von Krankheitsrisiken oder der Abstammung eines Menschen
einen Riegel vorschieben. Nach langen Vorbereitungen standen am
Dienstag die Eckpunkte eines Gendiagnostikgesetzes auf der
Kabinetts-Tagesordnung. Jeder soll demnach selbst bestimmen, ob er
eigene genetische Befunde erheben und kennen will oder nicht und ob
Dritte die Daten bekommen sollen. Die Grünen kritisierten die
geplanten Ausnahmen und warnten vor «sozialer
Chancenauslese».
(Quelle: dpa)
Deutschland 2007 mit Rekordüberschuss im Außenhandel
Mi.16.04.08 - Deutschland hat 2007 das vierte Jahr in Folge einen
Rekordüberschuss im Außenhandel erzielt.
Der Wert der exportierten Waren übertraf den der importierten
Güter um 196,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am
Dienstag mitteilte. Die Ausfuhren stiegen um 8,5 Prozent auf den
Rekordwert von 969 Milliarden Euro. Die Einfuhren kletterten um
fünf Prozent auf rund 770 Milliarden Euro und erreichten ebenfalls
einen neuen Höchststand.
Den höchsten Überschuss erzielte Deutschland im Warenverkehr
mit Frankreich (28,9 Mrd Euro), gefolgt von den USA (27,7),
Großbritannien (27,6) und Spanien (27,0). Besonders hohe Defizite
gab es dagegen im Handel mit China (24,7), Irland (11,5), Japan (11,0)
und Norwegen (10,1).
(Quelle: rtr)
Rechnungshof rügt unzureichende Informationen über
Steuersubventionen
Mi.16.04.08 - Das Parlament und die Öffentlichkeit werden nach Auffassung des
Bundesrechnungshofes von der Bundesregierung nicht ausreichend über
die Vergabe von Steuersubventionen informiert. Die Regierung lege ihren
Gesetzesvorlagen meistens keine klar formulierten Ziele zugrunde,
bemängelt der Rechnungshof in einem am Dienstag dem Bundestag
vorgelegten Bericht.
Außerdem fehle es an einer systematischen Auswertung der aktuell
158 aufgeführten Steuersubventionen von jährlich mindestens 57
Milliarden Euro. Bei rund einem Drittel der vergebenen Subventionen
vermissen die Prüfer des Bundesrechnungshofes zudem Angaben
über die finanziellen Auswirkungen der vergebenen Subventionen. Auf
diese Weise erhalte der Gesetzgeber für seine Entscheidung, ob
eine Steuersubvention als Ausnahmeregelung notwendig ist, nur
unzureichende Informationen, heißt es in dem Bericht. Eine
transparentere Informationspraxis ist nach Auffassung der Prüfer
jedoch schon deswegen besonders wichtig, weil Steuersubventionen die
Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden erheblich mindern.
Der Bundesrechnungshof fordert daher neben einer Befristung von
Steuersubventionen, auch die Aussagen zu den Zielen und
voraussichtlichen Wirkungen im Gesetzesbegründungen zu verbessern.
Gleichzeitig sollten im Bundeshaushalt die finanziellen Auswirkungen
aller Steuersubventionen dargestellt werden.
(Quelle: ap)
Konzernchef Löscher wirft ehemaligen Siemens-Managern 'kriminelles
Handeln' vor
Mi.16.04.08 - Angesichts neuer Vorwürfe in der Siemens-Schmiergeldaffäre
hat Konzernchef Peter Löscher ehemaligen Managern des Unternehmens
«kriminelles Handeln» vorgeworfen. Die
«Süddeutsche Zeitung» zitierte aus einem Brief
Löschers an die Mitarbeiter, es sei klar, dass es aus der Mitte des
Unternehmens «über längere Zeit unverantwortliches und
wohl auch kriminelles Handeln» gegeben habe.
Nun werde von staatlichen Stellen aber auch von internen Ermittlern
untersucht, was im Einzelnen stattgefunden habe und wie dies lange Zeit
unentdeckt bleiben konnte, zitiert die Zeitung den Konzernchef weiter.
«Wir tun alles für vollständige Aufklärung und wir
wollen, dass klar wird, wer verantwortlich war.»
Nach Berichten, wonach der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer
bereits seit einigen Jahren von schwarzen Kassen im Konzern gewusst
haben soll, plant nun angeblich die Bundesregierung, sich von dem
Manager als Berater zu trennen. Wie die «Süddeutsche
Zeitung» und die «Financial Times Deutschland»
übereinstimmend berichteten, soll der frühere BMW-Chef Joachim
Milberg Pierer als obersten Innovationsberater der Bundesregierung
ablösen. Der Wechsel solle in einen Umbau des Rates für
Innovation eingebettet werden, um Pierer nicht bloßzustellen,
hieß es. Der frühere Topmanager ist Sprecher des
hochrangigen Expertengremiums, das Bundeskanzlerin Angela Merkel 2006
berief.
(Quelle: ap)
Immer mehr Rentner müssen arbeiten -- Reale Renten in fünf
Jahren um 8,5 Prozent gesunken
Mi.16.04.08 - Immer mehr Rentner gehen arbeiten, um besser über die Runden zu
kommen. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Minijobber
über 65 Jahren um knapp 39 Prozent auf gut 702.000 gestiegen, wie
eine Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage des
FDP-Abgeordneten Volker Wissing belegt, die der Nachrichtenagentur AP
vorliegt. Hinzu kommen knapp 115.000 Ältere, die
sozialversicherungspflichtig arbeiten. Insgesamt leben aktuell 16,4
Millionen Menschen über 65 in Deutschland.
Zugleich wird ihr Geld knapper: Die UniCredit-Bank errechnete für
die «Berliner Zeitung», dass die realen Renten in fünf
Jahren um 8,5 Prozent gesunken sind. Der Grund: Von 2004 bis 2008
stagnierten die Altersbezüge quasi, während die Inflation die
Kaufkraft drückte.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) befürchtet, dass der Verlust
bis 2010 sogar auf mehr als zehn Prozent ansteigen könnte.
«Die Rentenpolitik der Regierung Merkel ist eine
Katastrophe», kommentierte Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine die
beiden Nachrichten.
Wissing erklärte zu der Arbeitsstatistik auf Anfrage der AP:
«Wenn immer mehr Rentnerinnen und Rentner arbeiten, dann spricht
das eine deutliche Sprache: Luxusrenten sind die Ausnahme, Minirenten
die Regel.» Die Rentner trauten offenbar eher ihrer Arbeitskraft
als den Versprechungen der Bundesregierung. Die zum Sommer versprochene
Rentenerhöhung um 1,1 Prozent reiche nicht aus, um die Inflation
zu kompensieren, monierte er. «Für viele Rentnerinnen und
Rentner gilt: Wer seinen Lebensstandard halten will, muss
arbeiten.»
Anfang der Woche hatte bereits der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor
einer dramatisch zunehmenden Altersarmut in Deutschland gewarnt.
Derzeit lebe die letzte Rentner-Generation, in der die allermeisten
noch ein auskömmliches Einkommen hätten, sagte DGB-Chef
Michael Sommer. Das werde schon in wenigen Jahren anders sein:
«Wir werden spätestens in 15 Jahren Millionen Rentner haben,
die - wenn nichts passiert - von Sozialhilfe leben müssen.»
Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler warnte
vor dem Hintergrund des jüngsten Rentenstreits vor weiteren
Konfrontationen zwischen Jungen und Alten und warf zugleich
Altbundespräsident Roman Herzog Beleidigung der Rentner vor.
«Eine Lösung des Problems Alterssicherung kann man nicht
erreichen, indem man die Jungen gegen die Alten aufhetzt, sondern nur
durch einen Austausch von Argumenten und die Bereitschaft von Jungen
und Alten, einen Beitrag zu leisten», sagte Geißler dem
«Kölner Stadt-Anzeiger». «Panik ist
unangebracht.» Entscheidend seien wirtschaftliches Wachstum und
Produktivität.
Die Entscheidung für die Rentenerhöhung nannte der
78-Jährige in Ordnung. «Kein Junger ist so dumm zu glauben,
seine Zukunft werde durch die Rentenerhöhung von 1,1 Prozent
gefährdet.»
(Quelle: ap)
Gesamtmetall-Chef: Leiharbeiter sind weniger produktiv
Mi.16.04.08 - Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin
Kannegiesser, hat die Forderung der IG Metall nach einer besseren
Bezahlung von Leiharbeitern abgelehnt. «Zeitarbeitnehmer sind
gegenüber Stammbelegschaften meist weniger produktiv», sagte
Kannegiesser der «Süddeutschen Zeitung» zufolge. Er
begründete dies mit der größeren Betriebserfahrung
Festangestellter. Auch seien diese meist besser qualifiziert und
hätten anspruchsvollere Aufgaben als Leiharbeiter.
Die IG Metall hatte in der vergangenen Woche eine Kampagne gegen
Missbrauch von Leiharbeit gestartet und «gleichen Lohn für
gleiche Arbeit» verlangt. Dazu sagte Kannegiesser den Angaben
zufolge: «Wenn Zeitarbeiter teurer werden als Stammbelegschaften,
dann werden die Betriebe bei Bedarf andere Möglichkeiten suchen,
wie Auslagerung.» Daher müsse es Lohnunterschiede geben,
«die Frage ist, wie groß diese sein sollten».
Er widersprach der These der Gewerkschaft, Leiharbeiter ersetzten
Stammbelegschaften und dienten längst nicht mehr dazu,
Auftragsspitzen abzufangen. In der Metall- und Elektroindustrie seien
voriges Jahr neben 40.000 neuen Zeitarbeitsplätzen 130.000
zusätzliche Stammarbeitsplätze entstanden, sagte Kannegiesser.
Er bezifferte den Anteil der Zeitarbeiter in seiner Branche auf derzeit
sechs Prozent, gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten.
(Quelle: ap)
Verdi bestreikt bundesweit Briefzentren der Post
Mi.16.04.08 - Mit bundesweiten Warnstreiks hat die Gewerkschaft ver.di den Druck vor
Beginn der nächsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit bei der Post
erhöht. Insgesamt 9.000 Mitarbeiter in rund 120 Brief- und
Paketzentren legten laut ver.di am Dienstag ihre Arbeit
vorübergehend nieder.
Viele Briefkästen bleiben daher am heutigen Mittwoch leer, wie die
Gewerkschaft prophezeite. Insgesamt würden rund 31 Millionen
Briefe und zwei Millionen Pakte nicht befördert. Die Post wollte
diese Zahlen nicht bestätigen. Kunden haben nach Angaben der Post
keinen Anspruch auf Schadenersatz, sollten Sendungen zu spät
ankommen. Warnstreiks gelten demnach als höhere Gewalt.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis sagte: «Es
ist Dampf im Kessel. Wir haben die Erwartung, dass die Deutsche Post AG
in dieser nun anstehenden vierten Verhandlungsrunde mit uns zu einem
Ergebnis kommt.» Dies sei der letzte Termin für eine
Lösung am Verhandlungstisch. «Sollte diese ausbleiben, drohe
ein unbefristeter Streik», betonte sie.
Das Unternehmen reagierte verständnislos auf die erneuten
Warnstreiks: «Es ist in keinster Weise nachzuvollziehen, warum
die Kunden jetzt wieder darunter leiden sollen», sagte
Post-Sprecher Dirk Klasen der Nachrichtenagentur AP. Schließlich
habe man in der vergangenen Woche noch in «sachlicher
Atmosphäre» miteinander gesprochen. Beide Seiten hätten
sich doch auf weitere Verhandlungen geeinigt.
Allein in Nordrhein-Westfalen waren laut ver.di 2.000 Beschäftigte
dazu aufgerufen, die Arbeit für die Dauer der Spätschicht
niederzulegen. Man gehe davon aus, dass im bevölkerungsreichsten
Bundesland insgesamt rund 8,3 Millionen Briefe und 460.000 Pakete nicht
weiterverarbeitet werden könnten.
«Die heutigen Streiks sind ein kleiner Vorgeschmack auf das, was
der Deutschen Post AG droht, wenn auch die nächste
Verhandlungsrunde ohne befriedigendes Ergebnis endet», sagte der
nordrhein-westfälische Landesfachbereichsleiter Postdienste, Uwe
Speckenwirth. Die Beschäftigten seien das «Mauern» der
Arbeitgeber endgültig leid und notfalls auch zu unbefristeten
Streiks bereit.
Die Manteltarifverhandlungen sollen am kommenden Donnerstag in
Düsseldorf fortgesetzt werden. Dabei fordert ver.di eine
Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Mitte 2011 sowie
jährlich zehn sogenannte Arbeitszeitverkürzungstage. Diese
sollen die «arbeitsplatzvernichtende Wirkung» der geplanten
längeren Arbeitszeiten für Beamte kompensieren.
Außerdem sollen am Donnerstag auch die Lohn- und
Gehaltsverhandlungen der Tarifparteien stattfinden. Ein ver.di-Sprecher
sagte, dies hänge allerdings auch vom Verhalten der Arbeitgeber
ab. Bislang gebe es von deren Seite noch kein Angebot. Für die
130.000 Tarifbeschäftigten der Post fordert die Gewerkschaft Lohn-
und Gehaltserhöhungen von sieben Prozent.
(Quelle: ap)
Annäherung bei Tarifverhandlungen für Chemie-Branche
Mi.16.04.08 - Bei der als entscheidend geltenden zweiten Tarifrunde in der
Chemie-Branche sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaft am Dienstag
nähergekommen.
Beim Thema Ausbildung sowie bei der flexiblen Gestaltung des
Übergangs in die Rente hätten beide Seiten Fortschritte
erzielt, sagten Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie (IG BCE) und der Arbeitgeber am Rande der Verhandlungen im
hessischen Lahnstein. Allerdings sei noch nicht über Entgelte
für die rund 550.000 Beschäftigten der Branche gesprochen
worden. Einen Abschluss erwarteten die Tarifparteien am ersten Tag der
auf zwei Tage angelegten Verhandlungsrunde daher noch nicht.
Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von sieben Prozent und
begründet dies mit der guten Branchenkonjunktur. Darüber
hinaus verlangt sie eine flexible Gestaltung der Lebensarbeitszeit und
eine Verlängerung des Abkommens zur Ausbildung, das die Zahl der
Ausbildungsplätze regelt. Die Arbeitgeber lehnen die
Gehaltsforderungen als zu hoch ab. Sie erwarten wegen der Finanzkrise,
des schwachen Dollar und anhaltend hoher Rohstoff- und Energiekosten
eine klare Abschwächung des Branchenwachstums.
"Die Atmosphäre ist sachlich und sehr konstruktiv", sagte ein
Sprecher der Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaft rechnete für den
ersten Tag mit Verhandlungen bis in den späten Abend hinein. Im
Vorfeld hatten sich die Verhandlungsführer beider Seiten verhalten
optimistisch gezeigt, in Lahnstein eine Einigung zu erzielen. Mehrere
regionale Verhandlungen und eine Verhandlungsrunde auf Bundesebene in
Hannover hatten bislang zu keinem Durchbruch geführt.
Die Chemieindustrie ist mit rund 1900 Betrieben Deutschlands
viertgrößter Industriezweig. Bei der vorangegangenen
Tarifrunde hatten sich die Tarifparteien auf Lohnerhöhungen von
3,6 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung von 0,7 Prozent geeinigt.
(Quelle: rtr)
Zentralrat der Juden besorgt über islamischen Antisemitismus
Mi.16.04.08 - Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland,
Charlotte Knobloch, hat sich besorgt über Antisemitismus an
Koranschulen und unter muslimischen Jugendlichen geäußert.
Vor allem an den Koranschulen werde eine "Hetze gegen Ungläubige",
zu denen auch Juden gezählt würden, betrieben, sagte Knobloch
am Sonntag im Deutschlandfunk. Dieses müsse unterbunden werden. Der
islamische Unterricht müsse zudem in deutscher Sprache stattfinden.
Auch an Hauptschulen gebe es antisemitische Äußerungen von
Schülern, beklagte Knobloch. "Hauptsächlich die muslimischen
Schüler benehmen sich beim Thema Judentum, beim Thema Vergangenheit
sehr, sehr ungebührlich und beschimpfen selbst die Lehrer, dass
sie ihnen zumuten, diese Themen anzuhören", sagte die
Zentralratspräsidentin.
(Quelle: epd)
Gysi mahnt Linke zur Solidarität mit Israel
Mi.16.04.08 - Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hat seine
Partei aufgerufen, sich zur «Solidarität mit Israel»
zu bekennen. Wie «Spiegel Online» am Dienstag berichtet,
bekannte sich Gysi in einer am Montag in der Rosa-Luxemburg-Stiftung
gehaltenen Rede dazu, dass die Solidarität mit Israel Teil der
deutschen Staatsräson sei. Seine Partei forderte er zu einer
«Klärung» ihres Verhältnisses zum Staat Israel
auf. Zugleich warnte Gysi die Linke vor Antizionismus. «Der
Begriff des Imperialismus trifft auf Israel auf jeden Fall nicht
zu», sagte er.
Kritisch äußerte sich der Fraktionschef zur Israel-Politik
der DDR. Die DDR habe keine Verantwortung für die deutschen
Verbrechen an den Juden übernommen. Mit Blick auf den Staat Israel
sagte Gysi, dass er «die Bewahrung demokratischer
Verhältnisse - einschließlich einer demokratischen
Öffentlichkeit - während der vergangenen 60 Jahre seit der
Gründung Israels als eine wirklich große Leistung»
anerkenne. Das verdiene Bewunderung.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Vorfahren der Elefanten lebten einst im Wasser
Mi.16.04.08 - Die Vorfahren der Elefanten lebten größtenteils im Wasser.
Sie bewohnten Flüsse und morastige Feuchtgebiete und fraßen
hauptsächlich Wasserpflanzen.
Dies berichten Wissenschaftler nach der Analyse des Zahnschmelzes von
zwei frühen Rüsseltieren in den «Proceedings»
(Bd. 105, S. 5786) der US-nationalen Akademie der Wissenschaften. Die
Untersuchung stütze auch die Hypothese, dass die Elefanten und
deren nächste heutige Verwandten, die Seekühe, einen
gemeinsamen, wasserlebenden Vorfahr besaßen.
Elwyn Simons vom Duke Lemur Center in Durham (US-Staat North Carolina)
und seine Mitarbeiter untersuchten zwei Rüsseltier- Gattungen,
genannt Barytherium und Moeritherium. Die fossilien Überreste der
Tiere stammen aus Nord-Ägypten und haben ein Alter von etwa 37
Millionen Jahren. Die Forscher analysierten nun die Zusammensetzung von
Sauerstoff- und Kohlenstoff-Varianten im Zahnschmelz der Tiere. Dies
gibt Auskunft über den Lebensraum und die Nahrung.
Die Ergebnisse zeigten, dass die beiden Vertreter entweder ganz im
Wasser lebten oder in einer amphibischen Lebensweise zumindest den
Großteil ihrer Zeit im Wasser verbrachten. Dabei hielten sie sich
ausschließlich in Süßwassergebieten auf. Die
Backenzähne deuteten darauf hin, dass sie
Süßwasserpflanzen zwischen ihren Kiefern zermalmten.
Mit den heutigen Elefanten hatten die frühen Rüsseltiere vom
Aussehen her nur wenig gemein. Moeritherium sei nur rund einen Meter
hoch gewesen und habe keinen Rüssel, sondern eher eine zum Greifen
geeignete Oberlippe besessen. Die genauen Körpermaße von
Barytherium seien bislang nicht bekannt, es habe sich um ein recht
großes Säugetier gehandelt, wenn auch kleiner als die
heutigen Elefanten.
(Quelle: dpa)