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Irak 1505 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Bedarf an Elitesoldaten der US-Streitkräfte.im Irak steigt.
Libanesische Hisbollah bildet angeblich Aufständische für
Irak aus. US-Hafenarbeiter streikten als Protest gegen Krieg im Irak.
Umstrittene Äußerungen McCains zum Irak-Krieg - Senator will
Abhängigkeit von Öl aus Nahem Osten beenden
Di.06.05.08 - Im Irak werden in nächster Zeit wohl noch mehr Soldaten der
Spezialeinheiten der US-Streitkräfte zum Einsatz kommen, auch wenn
die USA ihre Truppenpräsenz in dem Land bis Ende Juli
allmählich von derzeit 158.000 auf 140.000 Mann reduzieren. Die
Soldaten würden vor allem gebraucht, um die Entwicklung der
irakischen Streitkräfte voranzutreiben, sagte der Kommandeur der
Spezialeinheiten, Admiral Eric Olson, am Montag der Nachrichtenagentur
AP.
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Unter seinem Kommando stehen alle Eliteeinheiten der
US-Streitkräfte wie die Green Berets des Heeres oder die SEAls der
Marine. Die Spezialeinheiten führen im Irak Aufklärungs- und
Kampfeinsätze aus, sie schulen irakische Soldaten und halten
Kontakt zu sunnitischen Stammesführern. Insgesamt sind derzeit
rund 50.000 Mann bei den verschiedenen Spezialeinheiten. Rund 80
Prozent der Einsätze stehen in Beziehung zu den Kriegen im Irak
und in Afghanistan.
Die libanesische Hisbollah-Miliz bildet einem Zeitungsbericht zufolge
im Iran Aufständische für den Kampf gegen die US-Truppen im
Irak aus.
Wie die "New York Times" am Montag unter Berufung auf US-Vertreter
berichtete, bringt der Iran kleine Gruppen schiitischer Extremisten ins
Land. Diese würden in Lagern bei Teheran von
Hisbollah-Kämpfern ausgebildet, um ihre Kenntnisse später an
Rebellen im Irak weiterzugeben. Das Training umfasse den Bombenbau, den
Abschuss von Raketen und die Handhabung von Feuerwaffen.
Die US-Regierung hat dem Iran wiederholt vorgeworfen, schiitische
Extremisten im Kampf gegen US-Kräfte und Regierungssoldaten im
Irak auszubilden. Der Iran hingegen macht die Präsenz der
US-Truppen im Irak für die Gewalt verantwortlich. Das iranische
Außenministerium warf den USA am Montag vor, ein Massaker am
irakischen Volk zu verüben. Weitere Gespräche mit der
US-Regierung zur Verbesserung der Sicherheitslage in dem Nachbarland
seien deshalb sinnlos.
Aus Protest gegen den Krieg im Irak haben am Freitag tausende
Hafenarbeiter an der Westküste der USA ihre Arbeit niedergelegt.
Die Arbeiter wollten den Politikern so mitteilen, dass es Zeit für
ein Ende des Krieges im Irak sei, sagte der Chef der
Hafenarbeiter-Gewerkschaft, Bob McEllrath, am Donnerstag. Die
eintägige Aktion sei als Unterstützung für die
US-Soldaten im Irak gedacht, betonte die Gewerkschaft in einer
Mitteilung. Demnach beteiligten sich rund 25.000 Arbeiter in 29
Häfen an dem Streik.
Vertreter der beiden großen Häfen in Long Beach und Los
Angeles teilten mit, die Arbeit sei völlig zum Erliegen gekommen.
Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain hat sich
um Klarstellung einer umstrittenen Äußerungen zum Irak-Krieg
bemüht. McCain hatte am Freitag in Denver eine Energiepolitik
versprochen, «die unsere Anhängigkeit von Öl aus dem
Nahen Osten beendet, die verhindert, dass wir jemals wieder unsere
jungen Männer und Frauen in einen Konflikt im Nahen Osten schicken
müssen». Kurz darauf betonte McCain, er habe keineswegs
sagen wollen, dass die USA vor fünf Jahren wegen des Öls in
den Irak einmarschiert seien.
Er habe über den ersten Golfkrieg gesprochen, sagte McCain
später auf Nachfrage. Für diesen Krieg von 1991 habe es
mehrere Gründe gegeben, darunter die Invasion Saddam Husseins in
Kuwait, aber auch seine Kontrolle über die Ölvorkommen der
Region. Er wolle aus Gründen der nationalen Sicherheit die
amerikanische Abhängigkeit von ausländischem Öl
verringern, erklärte McCain weiter. Der Senator aus Arizona, dem
die Präsidentschaftsnominierung seiner Partei praktisch sicher
ist, unterstützt seit langem den Irak-Krieg. Er kritisierte jedoch
anfängliche Fehler der Regierung von US-Präsident George W.
Bush.
boa (Quellen: ap, afp, rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 06.05.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Nahost-Konflikt
Israel und Palästinenser kommen einander näher -- Lage im
Gazastreifen spitzt sich weiter zu
Di.06.05.08 - Eine Woche vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush haben
Israel und die Palästinenser nach eigenen Angaben Fortschritte bei
den Friedensgesprächen erzielt.
Nach dem Treffen von Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas berichteten israelische
Medien am Freitag unter Berufung auf Verhandlungskreise von
«erheblichen Fortschritten». Nach Informationen des
israelischen Rundfunks sind sich beide Seiten insbesondere in der
Diskussion über den künftigen Grenzverlauf eines
Palästinenserstaates und die Sicherheitsregelungen für Israel
näher gekommen.
Die Friedensgespräche werden von Berichten über intensive
polizeiliche Ermittlungen wegen neuer Korruptionsvorwürfe gegen
Olmert überschattet. Die israelischen Medien spekulierten
über die politische Zukunft des Regierungschefs, obwohl wegen
einer Nachrichtensperre weiterhin keine Einzelheiten des Falles
veröffentlicht werden dürfen.
US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte vor dem Spitzentreffen
zwischen Olmert und Abbas noch einmal mit dem israelischen
Ministerpräsidenten gesprochen. Am Sonntag hatte Rice
erklärt, sie halte eine Friedensvereinbarung zwischen Israel und
den Palästinensern bis zum Jahresende weiterhin für ein
erreichbares Ziel. Rice hat sich während ihrer zweiten
Nahost-Reise binnen eines Monats vor allem um eine Verbesserung des
täglichen Lebens der Palästinenser bemüht und Israel zur
Reduzierung von Straßensperren im Westjordanland gedrängt.
Nach Angaben des israelischen Rundfunks will Israel nach dem
Unabhängigkeitstag am Donnerstag eine Straßensperre
südlich von Hebron abbauen. Es wäre die dritte Sperre, die
seit dem vergangenen Monat aufgehoben würde.
Dagegen spitzt sich die Lage im Gazastreifen weiter zu. Zum zweiten Mal
innerhalb einer Woche müssen die Vereinten Nationen wegen akuten
Treibstoffmangels die Lebensmittelhilfen für 650 000
Palästinenser im Gazastreifen aussetzen. Alle Benzin- und
Dieselvorräte seien aufgebraucht, sagte der Sprecher des
UN-Hilfswerkes für Palästinaflüchtlinge (UNRWA), Chris
Gunness, am Montag in Gaza. Eine israelische Armeesprecherin schloss
aus, dass der benötigte Treibstoff im Laufe des Tages geliefert
werden könne. Die Arbeit im Treibstoffdepot am Grenzübergang
Nachal Oz sei eingestellt worden, nachdem militante Palästinenser
den Übergang am Sonntag mit drei Mörsergranaten beschossen
hätten.
Als Folge der Treibstoffkrise muss die UN-Organisation nicht nur die
Lebensmittelhilfen einstellen. Darüber hinaus können Lehrer
nicht mehr zum Unterricht in die Flüchtlingslager gefahren werden.
Die radikal-islamische Hamas-Organisation hat vor einer
«Explosion» im Gazastreifen gewarnt. «Die
Zustände im Gazastreifen sind insbesondere wegen der Kürzung
der Treibstoffversorgung katastrophal», sagte Hamas-Führer
Sami Abu Suhri. Sollte die Krise nicht in wenigen Tagen gelöst
werden, drohe eine «Explosion».
Israel hatte am 28. Oktober 2007 damit begonnen, die
Treibstoffversorgung für den Gazastreifen zu kürzen. Als
Gründe werden der fortwährende Beschuss aus dem Gazastreifen
sowie Terroranschläge auf Grenzübergänge angeführt.
Bushs Besuch in Israel vom 13. Mai an steht im Zeichen des 60.
Jahrestages der Staatsgründung und der engen
amerikanisch-israelischen Beziehungen. Geplant sind dem Weißen
Haus zufolge unter anderem ein Treffen mit dem israelischen
Regierungschef Olmert und eine Rede vor der Knesset.
(Quelle: dpa)
Ausschreitungen wegen hoher Lebensmittelpreise in Somalia
Di.06.05.08 - Zehntausende Menschen haben am Montag in der somalischen Hauptstadt
Mogadischu gegen die gestiegenen Lebensmittelpreise protestiert.
Soldaten schossen nach Angaben von Augenzeugen in die Menge und
töteten zwei Menschen. Mehrere weitere Menschen wurden bei den
Ausschreitungen verletzt.
Die Demonstranten, darunter Frauen und Kinder, warfen Steine auf Autos
und griffen Händler auf dem Bakara-Markt an. Aus Furcht vor
Plünderungen wurden viele Läden und Restaurants im Süden
der Stadt geschlossen.
Steigende Lebensmittelpreise bedrohen nach Einschätzung der
Asiatischen Entwicklungsbank die Erfolge im Kampf gegen die Armut.
Nötig seien jetzt ein vernünftiges Wirtschaftsmanagement und
Nahrungsmittelhilfen für die Armen, sagte Bankpräsident
Haruhiko Kuroda zur Eröffnung des Jahrestreffens am Montag in
Madrid. In Asien leben zwei Drittel der armen Menschen der Welt. Fast
1,7 Milliarden Menschen dort haben täglich weniger als zwei Dollar
(1,30 Euro) zur Verfügung.
(Quelle: ap)
Vorbereitungen für UN-Gipfel zu Nahrungsmittelkrise laufen
Di.06.05.08 - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon arbeitet nach eigenen Worten mit
Hochdruck an der Vorbereitung des Gipfeltreffens im Juni in Rom zur
Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise. Eine von ihm
eingerichtete Sonderarbeitsgruppe werde am Montag kommender Woche
erstmals zusammenkommen, erklärte Ban am Montag in New York,
Einladungen an die Regierungschefs zu dem Gipfel gingen in wenigen
Tagen heraus.
«Diese Krise kam nicht aus blauem Himmel», sagte Ban.
«Sie ist in mehr als einem Jahrzehnt durch eine
vernachlässigte und ineffektive Entwicklungspolitik gewachsen. Wir
brauchen einen Neuanfang.» Die landwirtschaftliche Entwicklung
besonders in Afrika und anderen stark betroffenen Regionen müsse
vorangebracht werden.
Ban erklärte, er habe die Regierungen aufgerufen, keine
Maßnahmen zu ergreifen, die den Handel beeinträchtigen und
die Preise in die Höhe treiben. Zudem bräuchten Kleinbauern
schnell Dünger und Saatgut. Der UN-Gipfel findet vom 3. bis 5.
Juni in Rom statt.
(Quelle: ap)
Mehr als 10.000 Tote bei Wirbelsturmkatastrophe in Birma
Di.06.05.08 - Angesichts des verheerenden Ausmaßes der Wirbelsturmkatastrophe
in Birma ist ein weltumspannender Einsatz für die Opfer
angelaufen. Nachdem die Militärregierung des
südostasiatischen Landes die Zahl der Getöteten bereits mit
mehr als 10.000 angab und die Vereinten Nationen von mehreren
hunderttausend Obdachlosen sprachen, gingen in kurzen Abständen
Hilfszusagen ein. Deutschland stellte zunächst 500.000 Euro als
Soforthilfe für die "Nargis"-Opfer zur Verfügung, die
EU-Kommission zwei Millionen Euro. Die Vereinten Nationen schickten ein
Expertenteam nach Birma, um den Großeinsatz zu koordinieren.
Hilfszusagen kamen unter anderem aus den USA und Großbritannien,
Thailand und Indien. "Unser tiefes Beileid gilt den Familien der vielen
Getöteten", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter
Steinmeier (SPD). Unabhängig von der aktuellen Nothilfe setze die
Bundesregierung ihren Einsatz für die Menschenrechte in Birma
fort. Das Auswärtige Amt erinnerte daran, dass die
Militärregierung nach dem Tsunami Ende 2004 internationale Hilfe
noch abgelehnt hatte. Die Sprecherin des UN-Büros für die
Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), Elizabeth Byrs,
konstatierte in Genf, die birmanische Junta habe diesmal "ihre
Bereitschaft zur Entgegennahme internationaler Hilfe gezeigt".
Ein Team von fünf Katastrophenschutz-Experten werde von Bangkok in
das Unglücksgebiet entsandt, teilte das UN-Koordinationsbüro
in Genf mit. Das Welternährungsprogramm (WFP) werde in Rangun 500
Tonnen Lebensmittel bereitstellen und aus Kambodscha Generatoren nach
Birma liefern. In dem Katastrophen-Gebiet leben nach vorläufigen
Schätzungen rund 24 Millionen Menschen. Der birmanische
Außenminister Nyan Win sagte, 57 Schiffe seien beim Durchzug des
Taifuns gesunken.
Der Sturm war vom Golf von Bengalen aufgezogen und am Freitagabend im
Irawadi-Delta aufs Land getroffen. Die Böen erreichten
Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern. Tausende
Gebäude wurden zerstört, unzählige Bäume entwurzelt
und Stromleitungen zerrissen. Der Flughafen von Rangun blieb
geschlossen. Die Regierung erklärte fünf Regionen zu
Katastrophengebieten.
(Quelle: afp)
US-Ölpreis steigt erstmals über 120 Dollar
Di.06.05.08 - Der US-Ölpreis ist am Montag erstmals über die Marke von 120
Dollar gestiegen. Am Nachmittag kletterte der Preis für ein Barrel
(159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung
im Juni auf bis zu 120,25 Dollar.
Kurz darauf gab er jedoch wieder leicht nach und notierte bei 119,50
Dollar. Das waren 3,18 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.
Auch der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte
kräftig zu und stieg um 3,22 Dollar auf 117,78 Dollar. Die
Spritpreise in Deutschland hielten sich auf hohem Niveau.
«Der jüngste Preissprung (beim Öl) dürfte vor
allem auf geopolitische Spannungen zurückzuführen
sein», sagte Rohstoffexpertin Dora Borbély von der
DekaBank. Als Begründung nannten Händler in erster Linie
erneute Unruhen in Nigeria, der wichtigste afrikanische
Ölproduzent. Zum anderen verwiesen Marktteilnehmer auf
Äußerungen beim Präsidentschaftswahlkampf in den USA
zum Atomprogramm des Irans. So hätten sich die rivalisierenden
Kandidaten der Demokraten, Barack Obama und Hillary Clinton, erneut
gegen das iranische Atomprogramm ausgesprochen.
Auch der Preis für Rohöl der Organisation
erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Nach Angaben
des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel Rohöl aus den
Fördergebieten des Kartells am Freitag 106,99 Dollar. Das war ein
Dollar mehr als am Donnerstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf der
Basis von 13 Sorten der Organisation.
Die Spritpreise in Deutschland blieben unterdessen weiter hoch. Super
kostete im April an den Marken-Tankstellen durchschnittlich 1,43 Euro
pro Liter. Das waren 1,5 Cent mehr als im Vormonat, wie der
Mineralölwirtschaftsverband am Montag in Hamburg mitteilte.
Für Diesel mussten die Verbraucher an den Zapfsäulen im
Schnitt 1,35 Euro pro Liter bezahlen - das waren 1,8 Cent mehr als im
März. Tanken war im April laut ADAC und Automobilclub so teuer wie
noch nie.
Noch stärker als die Verkaufspreise sind im April nach Angaben des
Mineralölwirtschaftsverbands die Einkaufskosten am Rotterdamer
Markt gestiegen. Dort legten die Preise für Eurosuper um 3,4 Cent
auf 45,8 Cent pro Liter zu, die für Dieselkraftstoff um 2,6 Cent
auf 57,3 Cent pro Liter. Wegen des harten Wettbewerbs unter den
Tankstellen seien die Kosten nicht voll an die Verbraucher weiter
gegeben worden, hieß es. Der Steueranteil am Benzinpreis aus
Mineralöl- und Mehrwertsteuer betrug im April 62 Prozent.
(Quelle: dpa)
Russland sichert Kontrolle über strategische Wirtschaftszweige
Di.06.05.08 - Zwei Tage vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat der russische
Präsident Wladimir Putin ein Gesetz in Kraft gesetzt, dass einen
Einfluss ausländischer Firmen auf Schlüsselbranchen der
Wirtschaft ausschließen soll.
Nach Angaben des Präsidialamtes setzte Putin am Montag seine
Unterschrift unter das Gesetz, das in 42 Wirtschaftszweigen
Investitionen ausländischer Unternehmen verbietet. Dazu
gehören die Atomenergie, Bodenschätze, die Luft- und
Raumfahrtindustrie sowie der Rüstungssektor.
Mit dem Gesetz verwirklicht Putin eines der wichtigsten Ziele seiner
Präsidentschaft: die Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle
über strategische Wirtschaftszweige. Die Unternehmen waren in den
90er Jahren unter seinem Vorgänger Boris Jelzin privatisiert
worden.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Merkel und Steinmeier streiten über 'Nationalen Sicherheitsrat
Di.06.05.08 - In der Bundesregierung ist offener Streit über den Nutzen eines
Nationalen Sicherheitsrats nach US-Vorbild ausgebrochen.
Während Kanzlerin Angela Merkel sich am Montag hinter die
Pläne ihrer Partei stellte, erteilte Außenminister
Frank-Walter Steinmeier dem Vorhaben mit Verweis auf schlechte
Erfahrungen in den USA eine Absage. Im Frühjahr 2003 habe der
US-Sicherheitsrat jeden Widerspruch gegen den Irak-Krieg erstickt,
kritisierte der SPD-Politiker. Die Tradition der zivilen
Außenpolitik in Deutschland sei zwar manchem ein Dorn im Auge,
aber aus historischen Gründen im Grundgesetz verankert.
"Wer sich umtut in der Welt, der wird feststellen, dass wir genau
deshalb geschätzt werden", sagte Steinmeier in Berlin. "Das kann
man ändern wollen. Nützen wird es unserem Land nicht". Der
Sicherheitsrat sei kein Weg in die Zukunft, sondern in die
Vergangenheit. Es gehe um den alten Traum, die Strukturen des
Grundgesetzes zu überwinden und Elemente der Präsidialsysteme
in den USA und Frankreich aufzunehmen. Die Verfassung sehe aber eine
Gleichberechtigung von Außen- und Verteidigungspolitik vor, eine
Diskussion zwischen zivilem und militärischem Sachverstand. Damit
habe Deutschland in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht.
SPD-Fraktionschef Peter Struck warnte davor, die Grenzen zwischen
äußerer und innerer Sicherheit zu verwischen. "Die Union
wird mit ihren Vorstellungen keinerlei Zustimmung bei der SPD finden."
Generalsekretär Hubertus Heil wandte sich gegen eine
Militarisierung der Außenpolitik. Der Plan, das US-Modell auf
Deutschland zu übertragen, zeige Unkenntnis des deutschen
politischen Systems, erklärte er. Die SPD befürchtet durch
die Unionspläne für einen bei der Kanzlerin angesiedelten
Sicherheitsrat einen Machtverlust für Steinmeier.
Merkel stellte sich dagegen hinter das Vorhaben. Als Mitglied der
Fraktion stehe die Kanzlerin selbstverständlich zur generellen
Zielrichtung des Diskussionspapiers, sagte ihr Sprecher Ulrich Wilhelm.
Zurückhaltend äußerte sich der niedersächsische
Ministerpräsident Christian Wulff. "Ich denke, dass die
Zusammenarbeit zwischen innerer und äußerer Sicherheit seit
Jahren vertieft wird und dass es sinnvoll sein kann, eine solche
Zusammenführung wichtiger Ressourcen in Form eines Arbeitskreises
zu betreiben", sagte er. Die Unionsfraktion will am Dienstag über
ihr neues Sicherheitskonzept beraten.
Der Nationale Sicherheitsrat soll nach dem Entwurf für das
Strategiepapier das Zusammenwirken aller Akteure der inneren und
äußeren Sicherheit verbessern. Der Bundessicherheitsrat
unter Vorsitz der Kanzlerin soll dazu aufgewertet und mit einem
ressortübergreifenden Stab ausgerüstet werden. Dem Gremium
werden drei Aufgaben zugewiesen: Es soll Bedrohungen analysieren und
Gegenmaßnahmen auf den Weg bringen, zivile und militärische
Kriseneinsätze im Ausland koordinieren und bei größeren
Katastrophen im Inland den Notfalleinsatz abstimmen. Ziel ist nach
Worten der Initiatoren, ein optimales Krisenmanagement im In- und
Ausland.
Außerdem soll der Parlamentsvorbehalt für
Auslandseinsätze der Bundeswehr eingeschränkt werden. Als
Teil multinationaler Eingreifverbände müsse die Bundeswehr
auch dann kurzfristig einsatzfähig sein, wenn eine Entscheidung
des Bundestags nicht rechtzeitig herbeigeführt werden könne,
heißt es in dem Papier. Dafür solle das
Parlamentsbeteiligungsgesetz geändert werden.
Scharfe Kritik kam von der Opposition. In einer Zeit globaler
Sicherheitsrisiken sei nicht weniger, sondern mehr parlamentarische
Kontrolle über die Sicherheitsorgane im Ausland nötig,
kritisierte der FDP-Außenexperte Werner Hoyer. Der
Grünen-Politiker Jürgen Trittin sagte der "Süddeutschen
Zeitung", der Außenminister solle mit dem neuen Konzept zum
"Grüßaugust" abgekanzelt werden. Die Gewerkschaft der
Polizei forderte mehr Polizisten statt eines neuen Gremiums.
(Quelle: rtr)
Rüstungsgeschäft füllt Rheinmetall die Kassen
Di.06.05.08 - Dank florierender Geschäfte in seiner Rüstungssparte hat der
Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern den Quartalsgewinn
überraschend deutlich gesteigert.
Bei einem kaum veränderten Umsatz von 922 (Vorjahr: 911) Millionen
Euro sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in den ersten drei
Monaten 2008 um zehn Prozent auf 49 Millionen Euro gestiegen, teilte
Rheinmetall am Montag mit. Von Reuters befragte Analysten hatte im
Schnitt im operativen Geschäft mit einem Gewinn von nur 47
Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss nach Anteilen Dritter
belief sich auf 25 Millionen Euro. Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt
bekräftigte, im Gesamtjahr ein Ebit von 280 bis 290 (270) Millionen
Euro erzielen zu wollen.
Die Rüstungssparte habe nahtlos an die sehr gute Entwicklung des
Vorjahres angeknüpft, sagte Eberhardt. Rheinmetall hatte in den
vergangenen Monaten das Geschäft mit Waffen und Munition durch
Zukäufe vorangetrieben. Durch eine Mehrheitsbeteiligung an der
südafrikanischen Denel Munitions will sich der bislang vor allem
auf die Nato-Staaten konzentrierende Traditionskonzern neue Märkte
in Südafrika, Asien, Südamerika und dem Mittleren Osten
erschließen. Die Rüstungssparte steigerte von Januar bis
März ihr Ebit auf 18 (11) Millionen Euro. Das Geschäft mit
Kolben und weiteren Teilen für die Automobilindustrie stagnierte
hingegen bei einem operativen Gewinn von 34 Millionen Euro.
Einen Dämpfer musste Rheinmetall bei den Auftragseingängen
hinnehmen. Die Neuaufträge gingen im ersten Quartal um 17 Prozent
auf 941 Millionen Euro zurück. Der Konzern verwies darauf, im
Vorjahreszeitraum einen großen Einzelauftrag verbucht zu haben.
Bei der Order habe es sich um einen Flugabwehrauftrag im Wert von rund
200 Millionen Euro gehandelt. Per Ende März lag der Auftragsbestand
mit rund 3,3 Milliarden Euro gut drei Prozent unter dem Vorjahreswert.
Erneut verbessern konnte Rheinmetall die Rentabilität. Die
Ebit-Rendite stieg auf 5,3 (4,8) Prozent, wobei auch hier das
Rüstungsgeschäft der Treiber war. Die Düsseldorfer wollen
bis 2010 ihre Ebit-Rendite auf neun Prozent erhöhen.
Für die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg ist
Rheinmetall mit überzeugenden Geschäftszahlen in das neue Jahr
gestartet. An der Börse zählten die Rheinmetall-Aktien mit
einem Minus von 1,5 Prozent dennoch zu den größten
Verlierern im Nebenwerteindex MDax.
(Quelle: rtr)
BDI unterstützt Steuerpläne der CSU
Di.06.05.08 - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt das
Steuersenkungskonzept der CSU. BDI-Hauptgeschäftsführer Werner
Schnappauf nannte es am Montag im Deutschlandfunk «richtig und
vernünftig», die Debatte um niedrigere Steuern jetzt zu
führen. Es gehe darum, «die arbeitende Mittelschicht, die
Leistungsträger in Deutschland, zu entlasten und stärker am
Aufschwung teilhaben zu lassen», sagte Schnappauf. Der
CSU-Vorstand wollte das Steuersenkungskonzept am Montag in München
beschließen. Parteichef Erwin Huber will damit die Steuerlast
für Bürger ab nächstem Jahr um insgesamt 28 Milliarden
Euro senken.
Schnappauf forderte, vor Steuersenkungen den Bundeshaushalt zu
konsolidieren. Dies müsse schneller als geplant bis spätestens
2010 geschehen. Parallel dazu sollte das Konzept für die
Steuerentlastung erarbeitet werden. Dies könne dazu beitragen, den
«rapiden Vertrauensverlust» in die soziale Marktwirtschaft
aufzuhalten, betonte der BDI-Hauptgeschäftsführer. Nach
Debatten um Mindestlöhne und Managergehälter sollten nun
«Zukunftsthemen» in den Mittelpunkt rücken.
(Quelle: ddp)
Wirtschaftsweiser Rürup: Statt Steuern die Sozialabgaben senken
Di.06.05.08 - Die CSU setzt mit ihrem Steuerkonzept nach Ansicht des
Wirtschaftsweisen Bert Rürup am falschen Ende an.
«Deutschland hat mehr ein Problem zu hoher Sozialabgaben als zu
hoher Steuern», sagte Rürup der «Frankfurter
Allgemeinen Zeitung». Dies sage auch die OECD. «Viele
Arbeitnehmer zahlen heute keine Einkommensteuern und im
europäischen Vergleich ist der Eingangssteuersatz bei uns nicht
überhöht», wurde Rürup zitiert. Gerade
Geringverdiener litten unter der Sozialabgabenlast.
Wenn man einen strukturell ausgeglichenen Haushalt erreicht habe,
müsste man diskutieren, ob man die Sozialabgaben senke oder den
Tarifverlauf verschiebe, so dass der Spitzensteuersatz später
greife. «Wenn es nach mir ginge, würde ich aus verteilungs-
wie beschäftigungspolitischen Gründen als Erstes die
Sozialabgaben und nicht die Steuern senken.» Zu dem Vorstoß
sagte der Wirtschaftweise: «Die CSU-Steuerpläne scheinen mir
vorwiegend wahltaktisch motiviert zu sein, das zeigt sich nicht zuletzt
daran, dass die Gegenfinanzierung fehlt.»
(Quelle: ap)
Union und SPD streiten über längere Förderung von
Altersteilzeit
Di.06.05.08 - In der großen Koalition ist ein neuer Streit über eine
längere staatliche Förderung von Altersteilzeit entbrannt.
Die SPD strebt eine Förderung über das Jahr 2009 hinaus an.
Die Union lehnte die Pläne am Montag umgehend ab. Die SPD
hält Altersteilzeit dann weiter für sinnvoll, wenn das
Unternehmen die freigewordene Stelle mit einem Berufseinsteiger
besetzt. Die CDU erteilte den Plänen eine Absage. Man werde keine
Verlängerung der Altersteilzeit mitmachen, sagte
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla.
(Quelle: dpa)
CDU beschließt Renten-Kompromiss gegen Altersarmut
Di.06.05.08 - Nach wochenlangem Streit hat sich die CDU auf eine Renten-Neugestaltung
zur Bekämpfung von Altersarmut festgelegt. Langjährige
Beitragszahler sollen für ihre Arbeit belohnt werden und im Alter
grundsätzlich spürbar über der Armutsgrenze von rund 600
Euro im Monat liegen. Im Gegenzug ist eine Überprüfung des
Bedarfs geplant. Auf diesen Kompromiss einigte sich die Parteispitze am
Montag in Berlin und ging damit teilweise auf Forderungen des
nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen
Rüttgers (CDU) ein.
Offen ist allerdings noch, wie genau die neue Rente einmal aussehen
wird. Vor allem steht noch nicht fest, wie hoch sie über der
Armutsgrenze liegen soll. Fest steht nur, dass die CDU von den
Grundprinzipien der Rente nicht abweicht, wie Generalsekretär
Ronald Pofalla erklärte. Klar ist auch, dass alle Maßnahmen
steuerfinanziert sein sollen.
Pofalla betonte, der einstimmige Kompromiss greife die
Reformbeschlüsse des Leipziger Bundesparteitages 2003 auf. Damals
hatte die CDU unter anderem als Ziel formuliert, «dass
langjährig Versicherte, die immer vollzeitig beschäftigt
waren, eine Rente mindestens 15 Prozent oberhalb der jeweils
gültigen Sozialhilfe erhalten, die bedarfsabhängig und
steuerfinanziert ausgestaltet wird». Auch gelte es, «durch
zielgerichtete Maßnahmen Armut im Alter zu verhindern».
Pofalla erhielt darüber hinaus von seiner Partei den Auftrag,
Anreizverbesserungen bei der privaten Altersvorsorge - beispielsweise
der Riester-Rente - zu prüfen und Vorschläge zu machen.
Zusammen mit präzisen Vorstellungen zur Rente könnten diese
im kommenden Jahr ins Wahlprogramm der Partei einfließen.
Rüttgers zeigte sich zufrieden. «Das ist ein gutes
Ergebnis», sagte er. Der Kompromiss drücke die Erkenntnis
aus, dass sich die Altersarmut in den nächsten Jahren noch
verschärfen werde. Derjenige, der lebenslang Vollzeit gearbeitet
habe, dürfe im Alter nicht in Armut leben. Rüttgers hatte
zuvor vorgeschlagen, langjährig beschäftigten
Geringverdienern die Rente aufzustocken.
Auch der CDA-Bundesvorsitzende Karl-Josef Laumann, der Rüttgers
frühzeitig beigestanden hatte, zeigte sich erfreut. «Die CDU
bekennt sich ganz klar dazu, dass langjährige Beitragszahlung in
der gesetzlichen Rentenversicherung sich lohnen muss. Wer ein Leben
lang Vollzeit gearbeitet hat, soll eine Rente oberhalb der Armutsgrenze
bekommen», sagte der Chef der Christlich-Demokratischen
Arbeitnehmerschaft.
Die Opposition reagierte hingegen mit Kritik. Der rentenpolitische
Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, warf
Bundeskanzlerin Angela Merkel Führungsschwäche in der
Rentenpolitik vor. Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine sprach von
einem «faulen Kompromiss». Die rentenpolitische Sprecherin
der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk, forderte die CDU auf, ihre
«Blockade des gesetzlichen Mindestlohns» aufzugeben:
«Die massive Ausweitung des Niedriglohnsektors ist eine der
wesentlichen Ursachen von drohender Altersarmut kommender
Rentengenerationen».
Das ARD-Wirtschaftsmagazin «Plusminus» berichtete
unterdessen vorab, dass 2009 eine Rentenerhöhung um rund 3,5
Prozent möglich sei. Recherchen hätten ergeben, dass die
durchschnittlichen Tariferhöhungen momentan mit vier Prozent
höher lägen als bisher angenommen.
(Quelle: ap)
Union und SPD wollen zusätzliche Diätenerhöhung um 6
Prozent
Di.06.05.08 - Union und SPD wollen die Diäten für Bundestagsabgeordnete
zusätzlich um gut 6 Prozent erhöhen. Dafür haben sich
nach dpa-Informationen die Vorstände beider Fraktionen in Berlin
ausgesprochen. Begründet wird die außerplanmäßige
Anhebung mit dem hohen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. Die
Einkünfte der Abgeordneten sollen demnach im Januar 2009 um 278
Euro steigen und ein Jahr später noch einmal um 213 Euro. Im
vorigen November hatte der Bundestag bereits eine Anhebung um rund 9
Prozent beschlossen.
(Quelle: dpa)
Regierung will Meister-Bafög für neue Berufe öffnen
Di.06.05.08 - Die Bundesregierung will das sogenannte Meister-Bafög ausbauen und
für neue Berufe öffnen.
Die Förderung solle unter anderem für Sozialberufe
geöffnet werden, wodurch auch die Ausbildung zur Erzieherin und zum
Altenpfleger als Fortbildung gefördert würden, sagte der
SPD-Bildungspolitiker Jörg Tauss dem "Handelsblatt"
(Montagausgabe). Statt heute 136.000 Menschen könnten ab dem
kommenden Jahr bis zu 50 Prozent mehr bei einer Weiterqualifizierung
gefördert werden. Durch die Novelle sollten "deutlich mehr
erfolgreiche Berufstätige zum Aufstieg durch Bildung ermuntert
werden", sagte der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium,
Andreas Storm (CDU).
Dem Vorabbericht zufolge will das Bildungsministerium im ersten Jahr
zusätzlich 50 Millionen Euro bereitstellen, die bis 2013 auf 80
Millionen steigen sollen. Der Finanzminister habe die Zusatzausgabe
allerdings noch nicht genehmigt. Finanzminister Peer Steinbrück
(SPD) streitet derzeit mit mehreren Kabinettskollegen, darunter
Bildungsministerin Annette Schavan, über deren Ausgabenwünsche
für 2009.
Bisher stehen nach dem Bericht für das Meister-Bafög
jährlich 125 Millionen Euro vom Bund bereit. Storm sagte, es gebe
positive Signale, dass die Länder, die 22 Prozent der
Gesamtförderung finanzieren, die Erhöhung mittrügen.
Das Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG) wurde 1997 eingeführt, um
Erwerbstätige bei der Fortbildung zu unterstützen. Wer einen
höheren beruflichen Abschluss wie etwa einen Meister oder staatlich
geprüften Techniker, Informatiker oder Betriebswirt machen will,
kann als Alleinstehender monatlich bis zu 614 Euro Hilfe zum
Lebensunterhalt erhalten. Rund ein Drittel davon ist Zuschuss, der Rest
Darlehen. Für Eltern und Verheiratete sind die Sätze
höher. Zuschüsse und Kredite gibt es auch für die Kosten
der Kurse selbst sowie für das Meisterstück.
(Quelle: rtr)
Studie: Frauen als Erfolgsgaranten für den Standort Deutschland
Di.06.05.08 - Die gerechte Teilhabe von Frauen am Berufsleben ist einer Studie
zufolge entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands. Der Strukturwandel lasse für Unternehmer
künftig keine andere Lösung zu, sagte am Montag die
Deutsche-Bank-Analystin Claire Schaffnit-Chatterjee in Berlin.
«Nur wenn mehr Frauen leichter nach oben kommen, können
Betriebe Innovation und Wachstum garantieren.» Familienministerin
Ursula von der Leyen (CDU) erklärte, Firmen müssten
familienfreundlicher werden - für Mütter und Väter.
Schaffnit-Chatterjee, die Autorin der Studie «Frauen auf
Expedition - in das Jahr 2020», verwies auf die demographische
Entwicklung und den Wandel in der Arbeitswelt. Künftig würden
mehr Fachkräfte gebraucht, was den gut ausgebildeten Frauen zugute
kommt. Weibliche Führungseigenschaften seien gefragt, sagte die
Analystin. Studien zufolge sind von Frauen geleitete Firmen
erfolgreicher als männerdominierte Betriebe. Zudem arbeite die
Wirtschaft projektorientiert, Teilzeit werde erleichtert.
Für die gegenwärtige Situation von Frauen zeichnete
Schaffnit-Chatterjee gleichwohl ein düsteres Bild. Die Zahl der
berufstätigen Mütter mit Kindern unter drei Jahren liege
deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. «Gerade in Westdeutschland
ist es noch relativ verbreitet, dass Frauen zu Hause bleiben und sich
um Kinder kümmern sollen.» Deutschland könne beim Thema
Rollenbilder viel von seinen Nachbarn lernen, sagte
Schaffnit-Chatterjee mit Blick auf Frankreich und die nordischen
Länder.
In Führungsetagen bleibe viel Potenzial ungenutzt - die Zahl der
Managerinnen liegt hierzulande unter dem EU-Durchschnitt. Dazu komme
die ungleiche Bezahlung. «Je mehr Qualifikation Frauen im
Vergleich zu Männern haben, desto unterschiedlicher werden sie
bezahlt.» In den letzten Jahren habe sich daran kaum etwas
geändert, fügte die Analystin hinzu.
Trotzdem sprach sie sich gegen gesetzliche Regelungen und
Pflicht-Quoten aus. Wünschenswert seien verstärktes Mentoring
und «positive Diskriminierung» - bei gleicher Qualifikation
solle die Frau bevorzugt werden. Ministerin von der Leyen verwies auf
die Tarifautonomie und forderte vor allem Transparenz in den Betrieben,
um Lohnungleichheiten aufzudecken. «Man kann nicht diese Probleme
vor der Haustür der Politik auskehren.»
Von der Leyen zufolge werden Unternehmen in wenigen Jahren um Frauen
buhlen. «Die Wirtschaft braucht Frauen mehr denn je, sie wird sie
aber nicht mehr um jeden Preis kriegen.» Nur wer seinen
Mitarbeitern Familie und Karriere ermögliche, werde sich als
Unternehmen am Markt behaupten können.
(Quelle: ap)
'Die Zeit' startet Projekt gegen Rechtsextremismus
Di.06.05.08 - Die Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» hat am Montag ein
breitangelegtes Projekt gegen den Rechtsextremismus vorgestellt.
Herzstück ist die Internetseite www.Netz-gegen-Nazis.de,
auf der Informationen über Rechtsextremismus bereitgestellt werden
und in mehreren Foren Fragen zum Thema diskutiert werden können.
«Zeit»-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo sagte, es gebe
glücklicherweise schon viele gute Initiativen in Deutschland.
«Wir wollen ein bundesweites Forum schaffen, auf dem Betroffene
einen Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches
Gedankengut in ihren Alltag eindringt», betonte di Lorenzo.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer
(CDU), begrüßte das «Netz gegen Nazis».
«Die Medien und der Sport tragen aufgrund ihrer großen
Breitenwirkung hier eine besondere Verantwortung», sagte die
CDU-Politikerin. Partner der Aktion sind der Deutsche Olympische
Sportbund, der Deutsche Fußballbund, die DFL Deutsche
Fußball Liga, der Deutsche Feuerwehrverband, das ZDF und die
Portale der VZ-Gruppe (schuelerVZ, studiVZ und meinVZ).
(Quelle: ddp)
Zahl der Drogentoten in Deutschland nimmt zu
Di.06.05.08 - Ungeachtet aller Appelle gefährden sich Millionen Menschen in
Deutschland durch Zigaretten, Alkohol und Medikamente. Die Zahl der
Drogentoten ist nach einem historischen Tiefstand 2007 zudem um 98 auf
1394 Menschen gestiegen.
Dies geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2008 hervor, den die
Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Montag in Berlin
vorstellte. Zu den vielfältigen Ursachen zähle das gestiegene
Alter der Abhängigen, heißt es in dem Bericht. Im Vorjahr war
die Zahl der Drogentoten auf den niedrigsten Stand seit 1989 gesunken.
Der Konsum illegaler Drogen insgesamt ist rückläufig. Zuletzt
nahmen noch 5,4 Prozent der 18- bis 59-Jährigen mindestens einmal
im Jahr solche Rauschmittel.
Immer noch mehr als ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland raucht.
Das sind etwa 16 Millionen Menschen. 9,5 Millionen Menschen trinken laut
Bericht zuviel Alkohol. 1,3 Millionen sind abhängig. 600 000
Erwachsene nehmen Cannabis - deutlich mehr als in den Vorjahren. Bis zu
1,5 Millionen sind medikamentenabhängig.
Bei Jugendlichen gingen die Raucherzahlen binnen sechs Jahren um 10
Punkte auf 18 Prozent zurück. Eine Trendwende verzeichnet der
Bericht bei Cannabis: 13 Prozent der Jugendlichen probierten es
zumindest einmal im Leben - nach 22 Prozent drei Jahre zuvor. Das
Rauschtrinken bei Jugendlichen nahm laut Bericht dagegen
«besorgniserregend» zu.
(Quelle: dpa)
Wissenschaft
Schillers Sarg in Weimar beherbergte fremden Schädel
Di.06.05.08 - Im Sarg des Dichters Friedrich Schiller (1759-1805) in der Weimarer
Fürstengruft ist offenbar ein fremder Schädel untergebracht
worden. Die DNA vom Schädel aus dem Sarkophag stimme weder in der
weiblichen noch in der männlichen Linie der Schiller-Familie mit
den Vergleichspersonen überein, teilte das MDR Landesfunkhaus
Thüringen am Samstag in Erfurt mit.
In der Weimarer Fürstengruft lagen den Angaben zufolge bislang
zwei Schädel, die dem Dichter zugeschrieben wurden. Zum einen der
Schädel im Sarkophag von 1826, zum anderen der sogenannte
Froriep-Schädel von 1911. Unter Experten war bisher umstritten,
welcher Schädel wirklich zu Schiller gehörte. Der Schädel
im Sarkophag war aufgrund seiner großen Ähnlichkeit mit
Totenmaske und Porträts des Dichters 180 Jahre lang für echt
gehalten worden, hieß es.
Seit 2006 hatte ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam, das
vom MDR Landesfunkhaus Thüringen in Zusammenarbeit mit der
Klassikstiftung Weimar initiiert wurde, zur Herkunft des Schädels
geforscht. Am Samstagabend um 22.00 Uhr wollte das MDR-Fernsehen in der
Sendung «Der Friedrich-Schiller-Code» über weitere
Ergebnisse berichten. Unter anderem auch über die Herkunft des
sogenannten Froriep-Schädels.
Schiller war nach seinem Tod zunächst in einer
überfüllten Sammelgruft bestattet worden. Als seine Gebeine
später in die Fürstengruft umgebettet werden sollten, gab es
Schwierigkeiten diese dem Dichter eindeutig zuzuordnen.
(Quelle: ddp)