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Irak 1506 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

USA ziehen weitere Zusatzbrigade aus dem Irak ab

Mi.07.05.08 - Die USA setzen den schrittweisen Abzug jener Truppen aus dem Irak fort, die im vergangenen Jahr im Kampf gegen die wachsende Gewalt zusätzlich in den Golfstaat geschickt wurden.

Rund 3500 Soldaten der dritten von insgesamt fünf Brigaden würden in den den kommenden Wochen in die USA zurückkehren, teilte das US-Militär mit. Bis Ende Juli sollen alle 20.000 Soldaten der Zusatztruppen abgezogen werden. Nach Einschätzung der Washingtoner Regierung haben die Truppen dazu beigetragen, dass es seit Juni zu einem Rückgang der Gewalt im Irak gekommen ist. Der Abzug zeige den anhaltenden Erfolg im Irak, sagte Brigade-General Dan Allyn, am späten Montagabend.

Ab Juli soll nach einer Entscheidung von US-Präsident George W. Bush der Abzug der dann noch verbleibenden 140.000 US-Soldaten zunächst für 45 Tage ausgesetzt werden. Dadurch sollen die Kommandeure Zeit erhalten, um die Lage neu bewerten zu können.

(Quelle: rtr)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 07.05.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendzweiundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mo.07.05.07 - Mindestens 59 Menschen bei Anschlägen und Gewalt getötet +++ Neun US-Soldaten verloren am Wochenende im Irak ihr Leben +++ 'LA Times' fordert Abzug der US-Truppen aus dem Irak +++ Auch bei Republikanern wachsende Ungeduld in der Irak-Politik... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0705070.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

60 Jahre nach Staatsgründung - Mehrheit der Israelis glaubt nicht an Frieden

Mi.07.05.08 - Auch sechs Jahrzehnte nach der Staatsgründung glaubt eine große Mehrheit der Israelis nicht an eine friedliche Zukunft mit den arabischen Nachbarn.

Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage glauben 75 Prozent aller Befragten, dass Israel in den kommenden fünf Jahren mit einem oder mehreren arabischen Nachbarn Krieg führen wird. Ein Gericht in Tel Aviv entschied unterdessen am Dienstag, dass eine Nachrichtensperre über Details der neuen Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert nach einer Gerichtsentscheidung bis Sonntag in Kraft bleiben soll.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 60. Unabhängigkeitstag verhängte Israel in der Nacht zum Dienstag aus Furcht vor möglichen Anschlägen eine völlige Abriegelung der Palästinensergebiete. Die Abriegelung gelte bis zum späten Donnerstagabend. Die Feiern zum Unabhängigkeitstag beginnen am Mittwochabend. Nach einer offiziellen Zeremonie auf dem Herzlberg in Jerusalem sind große Feiern und aufwendige Feuerwerke geplant.

In einer Botschaft Olmerts an die im Ausland lebenden Juden hieß es, Israel feiere mit dem 60. Jahrestag einen Meilenstein in seiner Geschichte. Dies sei eine günstige Gelegenheit, auf die gewaltigen Errungenschaften der vergangenen 60 Jahre zurückzublicken. Israel müsse alle Möglichkeiten ausschöpfen, mit seinen arabischen Nachbarn Frieden zu schließen.

Palästinensische Gruppen haben zu Protesten gegen den Jahrestag aufgerufen. Die Palästinenser bezeichnen den Unabhängigkeitstag Israels als «Nakba» (Katastrophe) und gedenken der Flüchtlinge und Vertriebenen.

Laut der Meinungsumfrage der Universität von Tel Aviv schätzen rund vier von zehn israelischen Befragten (38 Prozent) das iranische Atomprogramm als größte Gefahr ein. 17 Prozent sorgen sich vor einer Rebellion der arabischen Minderheit in Israel. 70 Prozent der Befragten glauben der Umfrage zufolge nicht an einen Frieden mit den Palästinensern. Zwei Drittel halten einen Frieden mit Syrien für unmöglich. Nur 19 Prozent der Israelis befürworten einen Rückzug von den besetzten Golan-Höhen als Voraussetzung für einen Friedensschluss mit Syrien.

Ein Gericht in Tel Aviv wies am Dienstag Anträge verschiedener israelischer Medien zurück, eine Nachrichtensperre über die Vorwürfe gegen Olmert aufzuheben. Der Richter gab der Polizei Recht, die gewarnt hatte, eine Veröffentlichung könnte den Ermittlungen schaden. Olmerts ehemalige Kanzleichefin Schula Zaken, die unter Hausarrest steht, wurde am Dienstag zum vierten Mal in der Angelegenheit von der Polizei befragt.

Die Spekulationen über die neue Affäre und Olmerts politische Zukunft überschatten die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern. Vertraute Olmerts sagten israelischen Medien, die Informationen seien gezielt von Mitgliedern der Opposition gestreut worden, um dem Nahost-Friedensprozess zu schaden. Drei Mitglieder einer Koalitionspartei Olmerts, der Rentnerpartei, haben angesichts der neuen Vorwürfe bereits ihren Austritt aus der Regierung erklärt. Damit hat die Koalition von Olmert nur noch eine knappe Mehrheit von 64 der 120 Parlamentssitze.

(Quelle: dpa)
 


 

ai wirft äthiopischen Soldaten in Somalia Kriegsverbrechen vor

Mi.07.05.08 - Amnesty International hat in Somalia stationierten Soldaten aus Äthiopien Verbrechen gegen Zivilpersonen vorgeworfen. Es gebe Dutzende Berichte über Tötungen und Massenvergewaltigungen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. Die Opfer würden nach somalischen Angaben «abgeschlachtet wie Ziegen». Das Informationsministerium in Äthiopien wies den Bericht als unbegründet und unausgewogen zurück.

«Die Menschen in Somalia werden getötet, vergewaltigt, gefoltert», erklärte die stellvertretende AI-Direktorin für Afrika, Michelle Kagari, in Nairobi. Zeugenaussagen deuteten darauf hin, dass in dem Konflikt von allen beteiligten Seiten Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen würden, ohne dass jemand dafür verantwortlich gemacht werde.

Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr in der Hauptstadt Mogadischu rund 6.000 Zivilpersonen getötet und mehr als 600.000 in die Flucht getrieben. Einige Opfer seien auf Schulhöfen bestattet worden, weil der Weg zu den Friedhöfen zu unsicher sei.

Die Soldaten aus Äthiopien wurden auf Bitten der somalischen Regierung Ende 2006 im Land stationiert, um beim Kampf gegen islamische Aufständische zu helfen. Die äthiopische Regierung wies bereits im April einen AI-Bericht zurück, in dem ihren Soldaten die Tötung von Zivilpersonen vorgeworfen wurde.

Islamische Kämpfer berichteten am Dienstag von einem weiteren US-Luftangriff in Somalia. Sie hätten in der Nacht Flugzeuge und etwa zehn Explosionen in der Gegend von Odam gehört, wo sich am Montag eine Gruppe Bewaffneter getroffen habe. Verletzt worden sei niemand. Die US-Streitkräfte hatten bei einem Luftangriff in der vergangenen Woche den mutmaßlichen Al-Kaida-Chef in Somalia und 24 weitere Menschen getötet.

(Quelle: ap)
 


 

Gestiegene Lebensmittelpreise - Hunderte Jugendliche randalieren in Mogadischu

Mi.07.05.08 - Hunderte Jugendliche haben am Dienstag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gewaltsam gegen die gestiegenen Lebensmittelpreise protestiert. Sie warfen Steine auf Geschäfte und Autos und setzten Reifen in Brand. Die Proteste richteten sich auch gegen die Weigerung von Händlern, bestimmte Geldscheine zu akzeptieren, weil sie Fälschungen fürchten.

Die Proteste beschränkten sich am Dienstag auf zwei Stadtteile, während am Montag alle 13 Bezirke der Hauptstadt betroffen waren. Hunderttausende Demonstranten waren auf die Straße gegangen. Soldaten schossen nach Angaben von Augenzeugen in die Menge und töteten zwei Menschen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Die Händler-Vereinigung von Mogadischu erklärte am Dienstag, sie wolle die alten 1.000-Schilling-Scheine wieder akzeptieren.

(Quelle: ap)
 


 

Studie: Chinas Wirtschaft wächst vorerst weiter robust

Mi.07.05.08 - Trotz nachlassender Exportdynamik gewinnt Chinas Wirtschaft vorerst noch weiter an Schwung.

Ein für die Regierung arbeitendes Forscherteam sagte am Dienstag für das zweite Quartal aufs Jahr hochgerechnet eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 10,8 Prozent voraus. Damit würde die Wirtschaft des Milliarden-Volkes noch etwas kräftiger wachsen als im Winterquartal mit einem Plus von 10,6 Prozent. Getrieben wird der anhaltende Boom den Wissenschaftlern des Staatlichen Informationszentrums zufolge durch verstärkte Investitionen und den Konsum.

Damit werden die schwächer werdenden Wachstumsimpulse des Exports kompensiert, der im Gegenwind der weltweiten Finanzkrise nicht mehr ganz so schwungvoll zulegt wie zuletzt. Für 2008 rechnet China mit einem Anstieg der Ausfuhren um nur noch zehn Prozent nach 25,7 Prozent im Vorjahr. Zugleich sind die Forscher optimistisch, dass die hohe Inflation etwas zurückgehen wird. Sie rechnen mit einer Teuerungsrate von 7,5 Prozent in den Monaten April bis Juni, nachdem die chinesischen Verbraucher im ersten Quartal noch eine Rate von 8 Prozent verkraften mussten.

Trotz der leichten Abschwächung warnen die Experten vor den Gefahren, die die Geldentwertung makroökonomisch birgt: "Die Inflation ist die größte Bedrohung für die derzeitige Stabilität der Wirtschaft." Zugleich empfehlen die Wissenschaftler der Regierung, staatliche Preisregulierungen für Lebensmittel wie Speiseöl und Eier aufzugeben, um die Marktkräfte wirken zu lassen. Allerdings müsse sich die Politik bereits frühzeitig mit der Frage befassen, wie einer Abkühlung der mit Überhitzungstendenzen kämpfenden Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte begegnet werden könne.

(Quelle: rtr)
 


 

Chinesischer Präsident Hu will Beziehungen zu Japan vertiefen

Mi.07.05.08 - Begleitet von Massenprotesten gegen Pekings Tibet-Politik hat der chinesische Staatspräsident Hu Jintao am Dienstag einen Besuch in Japan begonnen. Rund 500 Menschen gingen in Tokio auf die Straße, Berichten zufolge sollten bis zu 7.000 Polizisten für Hus Sicherheit sorgen. Der Besuch ist der erste eines chinesichen Staatschefs in Japan seit zehn Jahren, und Hu will sich während seines fünftägigen Aufenthalts für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern einsetzen.

Hu sprach bei seiner Ankunft von einem «neuen Ansatzpunkt» und erklärte, China und Japan müssten ihre «strategische Partnerschaft» weiterentwickeln. Der Staatschef traf zunächst mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yasuo Fukuda zusamme, geplant waren außerdem Treffen mit Kaiser Akihito und Geschäftsleuten. Auf der Tagesordnung stehen Berichten zufolge der Klimawandel, Lebensmittelsicherheit und möglicherweise auch der Tibet-Konflikt.

(Quelle: ap)
 


 

Militärjunta in Birma blockiert Einreise von Rettungskräften -- Mindestens 22.000 Tote durch Wirbelsturm 'Nargis'

Mi.07.05.08 - Die Militärregierung in Birma hat die Bevölkerung trotz Alarmhinweisen aus Indien nicht vor dem Wirbelsturm "Nargis" gewarnt und bremst internationale Hilfsangebote ab. Ein fünfköpfiges Expertenteam warte vier Tage nach dem Sturm noch auf die Einreisegenehmigung, sagte die Sprecherin des UN-Büros für die Koordination humanitärer Einsätze, Elisabeth Byrs. Indische Wetterexperten hatten 48 Stunden vor dem Eintreffen des tödlichen Zyklons Warnungen herausgegeben. Staatlichen Angaben zufolge kamen mindestens 22.000 Menschen ums Leben.

Der Sturm war am Freitagabend am Delta des Irawadi-Flusses auf das südostasiatische Land getroffen und hatte auf seinem Weg nach Osten eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, werden 41.000 Menschen noch vermisst.

Hilfsteams der Vereinten Nationen haben nach UN-Angaben auch vier Tage nach der Katastrophe noch keine Einreisegenehmigungen erhalten. Derzeit warteten fünf Experten in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf Visa, sagte Byrs. Auch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sowie die Hilfsorganisationen Internationales Rotes Kreuz und Roter Halbmond teilten mit, auf Einreisegenehmigungen für ihre Mitarbeiter zu warten. Die Militärjunta hatte zuvor angekündigt, sie werde internationale Hilfe in den betroffenen Gebieten nur nach Absprachen zulassen.

Derweil wurden Einzelheiten zu den Vorab-Warnhinweisen bekannt. "48 Stunden bevor 'Nargis' zuschlug, gaben wir seinen Landepunkt, seine Stärke und alle damit zusammenhängenden Informationen an die birmanischen Behörden", sagte ein Sprecher der indischen Wetterbehörde.

Nach dem Durchzug des Zyklons ist die Reisproduktion in Birma gefährdet. Der Wirbelsturm habe das Hauptanbaugebiet für Reis schwer getroffen, deshalb stünden nun die Versorgung der Bevölkerung und auch die von Birma zugesagten Exporte in Frage, sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP), Paul Risley.

Die birmanische Oppositionspartei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die Nationale Liga für Demokratie, kritisierte das weitgehende Festhalten der Militärjunta an der für Samstag geplanten Volksabstimmung als "absolut inakzeptabel". Der EU-Sondergesandte für Birma, Piero Fassino, forderte Birmas Militärjunta zum Verschieben des Verfassungsreferendums auf. Das Staatsfernsehen hatte berichtet, das Referendum solle in den meisten Teilen des Landes wie geplant abgehalten werden.

(Quelle: afp)
 


 

Indonesiens Ölquellen versiegen - Austritt aus Opec erwogen

Mi.07.05.08 - Das einzige asiatische Mitgliedsland der Opec, Indonesien, erwägt den Austritt aus dem Erdölkartell, weil die eigene Ölförderung immer weiter sinkt.

Indonesien fördere mittlerweile nur noch unter einer Million Barrel pro Tag und importiere selbst Rohöl, sagte Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono am Dienstag vor Journalisten. Deshalb werde nun geprüft, ob Indonesien noch in der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bleiben müsse. Um die Kosten für die Opec-Mitgliedschaft zu sparen, hatten Regierungsberater bereits vor einigen Jahren einen Austritt empfohlen. Indonesien schloss sich dem Kartell 1962 an.

Als Importland steht für Indonesien nun - entgegen den Opec-Interessen - ein niedrigerer Ölpreis im Vordergrund. Die indonesische Erdölproduktion sinkt, weil die Ölquellen versiegen und nennenswerte Investitionen in die Industrie fehlen.

(Quelle: rtr)
 


 

Paris will Meeresgebiet deutlich ausweiten

Mi.07.05.08 - Mit Blick auf wertvolle Bodenschätze will Frankreich sein wirtschaftlich nutzbares Meeresgebiet um fast eine Million Quadratkilometer ausweiten - dies entspricht dreimal der Fläche Deutschlands. Wie mehrere andere Staaten wolle die französische Regierung bis Mai kommenden Jahres bei der UNO belegen, dass sich der Landsockel unterseeisch vielfach über die 200-Meilen-Zone fortsetzt, sagte der Wissenschaftler Walter Roest vom Französischen Institut für Meeresforschung (Ifremer) in Brest.

Maximal möglich sei eine Verlängerung der exklusiv genutzten Wirtschaftszone auf bis zu 350 Meilen vor der Küste. Bisher umfasst Frankreichs Seegebiet elf Millionen Quadratkilometer und ist damit das zweitgrößte nach dem der USA.

Frankreich hatte 2006 einen ersten Antrag auf Ausweitung seiner Meereszone bei der UN-Kommission für die Grenzen des Kontinentalschelfs (CLPC) gestellt. Dieser betraf den Golf von Biskaya entlang der Küste Spaniens und Frankreichs sowie die Keltische See, die auch an den Süden Irlands und Südwesten Großbritanniens grenzt. Vergangenes Jahr folgten französische Anträge zur Ausweitung des Meeresgebietes um Französisch Guayana im Südamerika und um mehrere Inseln vor Afrika und die Kerguelen-Inseln vor der Antarktis.

Stichtag für die wissenschaftliche Begründung der Anträge bei der UNO ist wie bei anderen Ländern der 13. Mai kommenden Jahres. Insgesamt dürften rund fünfzig Staaten eine Ausweitung der Wirtschaftszone beantragen. Sie hoffen meist auf die mittel- und langfristig mögliche Ausbeutung von Bodenschätzen wie Öl, Gas oder Edelmetalle in großer Tiefe. Die Nutzungsrechte für den Fischfang sind durch Änderungen nicht betroffen. Bei widerstreitenden Interessen müssen die betroffenen Regierungen versuchen, über Abkommen ihre Konflikte zu regeln. Die UNO tritt nicht als Streitschlichter auf.

(Quelle: afp)
 


 

UN: Europa und USA müssen Biosprit-Programme einschränken

Mi.07.05.08 - Die UN haben von Europa und den USA gefordert, angesichts der hohen Lebensmittelpreise die Produktion von Biosprit einzuschränken.

Diese Programme seien sinnvoll gewesen, als die Preise für Nahrung sehr viel niedriger gewesen seien, sagte am Montag Jeffrey Sachs, der UN- Generalsekretär Ban Ki Moon in Fragen der Armut berät. "In den USA wandert in diesem Jahr bis zu einem Drittel der Mais-Ernte in den Benzintank. Das ist ein riesiger Rückschlag für die weltweiten Lebensmittelvorräte." Die USA sind der weltgrößte Produzent von Biotreibstoffen. Die EU will den Anteil von Biosprit bis 2020 auf ein Zehntel erhöhen.

(Quelle: rtr)
 


 

Deutschland

Regierungskrach wegen Solarenergie

Mi.07.05.08 - Die Bundesregierung will im Kampf gegen den Klimawandel an ihrer Biosprit-Politik grundsätzlich festhalten und Windstrom stärker ausbauen.

Mit der stärkeren Windkraft-Förderung sollten die angekündigten Einschränkungen beim Ausbau der Biosprit-Produktion in Deutschland ausgeglichen werden, damit die Klimaziele dennoch erreicht würden, erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin. Dazu solle unter anderem die vom Verbraucher zu zahlende Vergütung für Windenergie um 1,2 Cent pro Kilowattstunde erhöht werden. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und Gabriel warnten vor einer Verteufelung der Biokraftstoffe wegen der Nahrungskrise.

Nach Gabriels Plänen sollen alte Windanlagen durch wirksamere neue Anlagen mit dem Ziel der Produktionsausweitung ersetzt werden. Dadurch würden zusätzlich 10 bis 11 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart. Dem stünden durch den Wegfall beim Ethanol auf der Benzinseite 4 bis 5 Millionen Tonnen höhere CO2-Emissionen gegenüber, so dass sich sogar ein positiver Klimaschutzeffekt ergeben werde. Allein für die Stromproduktion soll der Gesamtanteil erneuerbarer Energien bis 2020 statt 27,5 Prozent auf 30 Prozent weiter ausgedehnt werden. Wegen drohender Mehrkosten für Millionen Autofahrer hatte der Minister die Verdopplung des Bioethanol-Beimischungsanteils für Benzin auf 10 Prozent für 2009 gestoppt. Bis 2020 soll der Biosprit- Anteil an Kraftstoffen EU-weit auf 10 Prozent steigen.

Seehofer sagte, die deutschen Klimaschutzziele seien ohne nachwachsende Rohstoffe «in keiner Weise erreichbar». Weltweit würden nur zwei Prozent der Ackerfläche für Biosprit-Pflanzen genutzt. Vielmehr müsse die Betonierung der Landschaft gedrosselt werden. Darin sei er sich mit Gabriel einig. Die Bundesregierung will nach Angaben Seehofers bis zur Sommerpause ein Lösungskonzept zur Nahrungskrise vorlegen. Wegen explodierender Futtermittelpreise will Seehofer das Verbot der Tiermehlverfütterung acht Jahre nach der BSE- Krise lockern. Damit könnten Schweine und Geflügel wieder mit Tiermehl gefüttert werden. Die Europäische Union (EU) ließ im April Ausnahmen für die Fütterung von Fischmehl an Kälber und Lämmer zu.

Der Streit zwischen Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) über Biosprit dehnte sich auf die Solarenergie-Förderung aus. Ein Gutachten im Auftrag des Wirtschaftsministeriums über den Abbau der Solarenergie-Förderung löste bei Gabriel große Verärgerung aus. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hatte darin eine Senkung der Förderung um 30 Prozent verlangt. Glos solle den Mut haben, im Kabinett brauchbare Alternativen zu den Energie- und Klimaschutz-Beschlüssen der Bundesregierung zu beantragen, forderte Gabriel. Glos solle sich an das Gesetz über erneuerbare Energien halten und nicht etwa auf Atomkraft setzen.

Glos wies die Kritik zurück. «Wir dürfen nicht das Ziel aus den Augen verlieren, bezahlbare Energie für die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Unternehmen zu gewährleisten. Wir dürfen die Stromkunden nicht überlasten», sagte er der «Financial Times Deutschland» (Mittwoch). «Das bedeutet auch, dass man wissenschaftliche Gutachten zur Förderung von einzelnen Energietechniken ernst nimmt.»

Nach Einschätzung des Rates für Nachhaltige Entwicklung wird die Bundesregierung wichtige Zukunftsziele verfehlen, wenn sie keine zusätzlichen Anstrengungen unternimmt. Dies gelte unter anderem für den Umweltschutz, kritisierte das Beratergremium der Bundesregierung.

(Quelle: dpa)
 


 

Klimaforscher fordert 'mutige Industriepolitik'

Mi.07.05.08 - Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat eine "mutige Industriepolitik" gefordert, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Diese seien "ehrgeizig", aber generell sei er "nicht so pessimistisch", sagte der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung im Deutschlandradio Kultur. Um die Ziele zu erreichen, seien jedoch eine Reihe von "technischen Durchbrüchen" notwendig. Dazu zähle besonders ein Verfahren, um Kohlenstoff abzuscheiden.

Schellnhuber verwies darauf, dass man in diesem Fall 95 Prozent Emissionen einsparen könnte, beim Ersatz eines Kohle- durch ein Gaskraftwerk hingegen nur 30 bis 40 Prozent. Die Kohle sei im Gegensatz zum Gas und Öl ein fossiler Energieträger, der "im Prinzip noch sehr lange von der Menschheit genutzt werden könnte." Viele Länder hätten auch gar keine anderen Vorräte zur Verfügung: "Im Prinzip ist es für das Klima die bessere Technologie." Zwar müssten dafür insgesamt mehr fossile Brennstoffe verbrannt werden, um die gleiche Energiemenge zu produzieren. Aber "wenn fast alles CO2 abgeschieden wird, dann hat man für das Klima sehr wohl etwas erreicht", sagte der Berater der Bundesregierung.

Die Gretchenfrage sei allerdings, ob die geologischen Formationen sicher genug seien, ob sie einem "Goldstandard" genügten, damit "auch in 100 Jahren oder 1000 Jahren nicht mehr als ein Prozent des CO2 wieder entweicht".

Aus Sicht von Schellnhuber liegen ebenfalls große Potenziale im Solarstrom aus der Sahara, bei der Elektromobilität und dem positiven Energiehaus, das neben dem eigenen Verbrauch noch Energie an das Netz abgibt: "Auch Biomasse könnte man auf intelligente Weise nutzen", sagte der Klimaforscher. Schellnhuber wollte am Dienstag an einer Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung in Berlin teilnehmen.

(Quelle: afp)
 


 

SPD will mit eigenem Konzept CSU-Steuerpläne kontern

Mi.07.05.08 - Die SPD will mit eigenen Vorstellungen die Vorschläge der CSU für Steuersenkungen kontern.

Ende des Monats werde bei dem Zukunftskongress der SPD ein Konzept auf den Tisch gelegt, sagte Parteichef Kurt Beck dem Sender n-tv. "Wir werden auch nicht Nein sagen, sondern einen eigenen Weg deutlich machen", sagte er mit Blick auf die CSU, die die Steuerzahler bis 2012 um 28 Milliarden Euro entlasten will.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte am Dienstag im Deutschlandfunk, für seine Partei stehe an erster Stelle die Sanierung des Haushalts, um mehr in Bildung, Forschung und Infrastruktur investieren zu können. Danach könne man sehen, was an Steuersenkungen möglich sei. In der "Rheinischen Post" schlug der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Hans-Ulrich Krüger, vor, den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent oder höher anzuheben. Er forderte seine Partei auf, bis zum Bundestagswahlkampf ein eigenes Steuerkonzept zu entwickeln.

"Das, was die CSU da vorschlägt, wird nie Realität in Deutschland", sagte Heil. Es würde die öffentlichen Haushalte ruinieren. Die CSU reagiere mit ihrem unseriösen Vorstoß auf schlechte Umfragewerte vor der bayerischen Landtagswahl im Herbst. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte die Pläne bereits am Montagabend als verantwortungslos zurückgewiesen.

Kritik kam auch vom Wirtschaftsweisen Bert Rürup. "Deutschland hat mehr ein Problem zu hoher Sozialabgaben als zu hoher Steuern", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die CSU-Steuerpläne scheinen mir vorwiegend wahltaktisch motiviert zu sein, das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Gegenfinanzierung fehlt."

(Quelle: rtr)
 


 

Abgeordneten-Diäten sollen 2009 um acht Prozent steigen

Mi.07.05.08 - Die Einkünfte der 612 Mitglieder des Bundestages sollen kommendes Jahr um mehr als acht Prozent steigen.

Vom 1. Januar 2009 an sollen die Abgeordneten eine monatliche Diät von 7946 Euro erhalten - 607 Euro mehr als derzeit. Dies ergibt sich aus dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf zur Übertragung des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst auf die Beamten des Bundes und die Soldaten. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert Röttgen, nannte die Erhöhung am Dienstag angemessen. Der Tarifabschluss werde für die Abgeordneten mit einjähriger Verzögerung und ohne die Einmalzahlung von 225 Euro übernommen.

Die Diätenerhöhung fällt damit weitaus höher aus als im Vorjahr geplant. Erst Anfang 2008 waren die Bezüge um 330 Euro (4,7 Prozent) auf 7339 Euro angehoben worden. 2009 sollten sie nach geltender Rechtslage nochmals um 329 Euro (4,5 Prozent) auf 7668 Euro zulegen. Die Übernahme des Tarifabschlusses bringt den Abgeordneten nun eine außerplanmäßige Erhöhung von zusätzlich 278 Euro in 2009 und von 213 Euro im Jahr 2010.

Unter dem Strich steigen die Abgeordneten-Diäten im kommenden Jahr daher um über 600 Euro monatlich oder knapp 8,3 Prozent. Sie liegen damit deutlich über der allgemeinen Lohnentwicklung und derzeitigen Tarifabschlüssen. Für die 1,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften im März Lohnerhöhungen von 3,1 Prozent für 2008 und von 2,8 Prozent für 2009 vereinbart. Diese werden nun inhaltsgleich für die Bundesbeamten und Soldaten übernommen.

Seit der Reform voriges Jahr orientieren sich die Diäten an der Besoldungsstufe für einfache Richter an einem obersten Gerichtshof. Mit der Übertragung des Tarifabschlusses steigen auch diese Besoldungsgruppen. Die Anpassung der Bezüge ist aber kein Automatismus, sondern muss vom Bundestag gebilligt werden.

Die Spitzen der Bundestagsfraktionen von Union und SPD haben dem Entwurf, der voraussichtlich am Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten wird, bereits zugestimmt.

Kritik kam dagegen von der Opposition. Die Diätenerhöhung sei die Konsequenz eines schlechten Gesetzes, das Ende 2007 gegen die Stimmen der Grünen durchgeboxt worden sei, erklärte deren Parlamentarischer Geschäftsführer Volker Beck. "Bei unserer Ablehnung bleibt es." Sein FDP-Kollege Jörg van Essen forderte einen "Systemwechsel bei der Abgeordnetenversorgung". Eine Koppelung der Diäten an die Beamtengehälter habe die FDP immer abgelehnt. Stattdessen sollten die Diäten von einer Kommission beim Bundespräsidenten festgesetzt werden.

"Es ist einfach schamlos, was da geschieht", kritisierte die Linksfraktion die geplante Anhebung. Die Abgeordneten bekämen eine Erhöhung, die deutlich höher sei als der Hartz-IV-Regelbezug, sagte der Vizechef der Linksfraktion, Bodo Ramelow. "Das ist nicht mehr zu akzeptieren."

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil verteidigte den Erhöhungs-Mechanismus. Dies sei im vorigen Jahr so beschlossen worden, "damit eben nicht mehr die Abgeordneten jedes Mal die Hand heben müssen bei den Geschichten. Und das ist eine Regelung, die halte ich für vernünftig", sagte Heil dem TV-Sender N24. "Populär ist das nicht. Das ist klar."

(Quelle: rtr)
 


 

Jugendliche fordern mehr Chancen für junge Migranten

Mi.07.05.08 - 80 Jugendliche haben ein Ideenpapier für die bessere Integration von Migranten an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Darin fordern die Teilnehmer des zweiten Jugendintegrationsgipfels, der am Montag im Kanzleramt stattfand, unter anderem mehr Chancengleichheit für junge Migranten an Schulen, eine bessere Berufsvorbereitung sowie eine stärkere Nutzung des Sports für die Integration.

Die Bundes-Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) würdigte das Treffen als Zeichen, dass die junge Generation aus Zuwandererfamilien Deutschland als ihre Heimat betrachte und Verantwortung übernehmen wolle. Zugleich wüssten die Jugendlichen, dass eine gute Bildung und Ausbildung Voraussetzung für eine gute Zukunft sei: "Das ist ein sehr ermutigendes Signal für die Integration."

Konkret schlagen die Jugendlichen etwa die Schaffung von mehr zweisprachigen Schulen und die Einführung von Elternlotsen sowie Schulpatenschaften vor. Um den Übergang in den Beruf zu erleichtern, solle etwa ein Wahlpflichtfach Berufsorientierung ins Leben gerufen werden. Daneben sollten mehr geschlechtsspezifische Sport- und Kulturprojekte gefördert werden, damit mehr Mädchen aus Migrantenfamilien Freizeitangebote wahrnehmen. Der erste Jugend-Integrationsgipfel mit Schülern, Studenten, Auszubildenden und Jugendredakteuren aus ganz Deutschland fand Anfang Mai 2007 statt.

(Quelle: epd)
 


 

Bundesbeauftragter: Zivildienstleistende gesucht

Mi.07.05.08 - Derzeit gibt es mehr Stellen für Zivildienstleistende als Bewerber. "Für viele soziale Einrichtungen macht das die Planung schwierig", erklärte der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter, nach Mitteilung der Inneren Mission München vom Montag auf einer Tagung in der Landeshauptstadt. Nach einem drastischen Rückgang der Bewerberzahlen in den vergangenen fünf Jahren verzeichne das Bundesamt derzeit wieder einen leichten Anstieg. Dennoch gebe es doppelt so viele Plätze wie Zivildienstpflichtige.

Probleme mit dem Dienst gebe es bei den rund 90.000 Männern nur selten. Im vergangenen Jahr habe es Beschwerden im "einstelligen Bereich" gegeben. Allerdings bereite die Dienstzeit von derzeit neun Monaten vielen Einrichtungen Schwierigkeiten. Auf politischer Ebene werde deshalb geprüft, inwieweit eine freiwillige dreimonatige Weiterbeschäftigung möglich sei. Dies sei jedoch "keine Verlängerung des Zivildienstes durch die Hintertür", so Kreuter.

(Quelle: epd)
 


 

Einzigartiger Praxistest - Ferndiagnose für Asthmakinder

Mi.07.05.08 - Ein elektronisches System soll asthmakranken Kindern die Überwachung ihrer Krankheit erleichtern. Zum Welt-Asthma-Tag startete am Dienstag in Berchtesgaden ein nach Angaben der Organisatoren weltweit einzigartiger Praxisversuch.

Die Kinder messen dabei mehrmals täglich ihre Lungenfunktion mit einem sogenannten Peak-Flow-Meter, das Gerät funkt die Messdaten per Bluetooth ans Handy, und dieses sendet sie weiter an den Arzt im Asthmazentrum Berchtesgaden des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands.

Sollte die Testreihe erfolgreich verlaufen, werde diese Ferndiagnose-Technik chronisch kranken Patienten viele Arztbesuche ersparen und die Betreuung chronisch kranker Kinder nach Klinikaufenthalten verbessern, teilte das Asthmazentrum am Montag mit. Nicht nur Asthmatiker könnten davon profitieren: So könnten sich künftig auch andere wichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Körpertemperatur über Sensoren in der Kleidung überwachen und automatisch über das Handy an den Arzt übermitteln lassen.

Entwickelt hat die Health-Monitoring-Methode das Konsortium Inprimo im Rahmen des Forschungsprojektes «Internet der Dinge», das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.

(Quelle: dpa)
 
 
 
 

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