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Irak 1512 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Von radikalen Islamisten bedroht - Iraks Künstler verlassen
das Land. Wieder Tote bei Kämpfen in Sadr City
Mi.14.05.08 - Irakische Sänger, Schauspieler und Maler verlsaaen in großer
Zahl das Land, weil sie zunehmend von radikalen Islamisten bedroht
werden. Nach Auskunft der "Iraqi Artist's Assoziation" sind seit Beginn
der amerikanischen Invasion weit über zweihundert Künstler von
Schiiten und Sunniten getötet worden - einige davon in
exemplarischer Weise bei Proben oder Aufführungen. Von den
Überlebenden sind nach Angaben des irakischen Kultruministeriums
achtzig Prozent ins Ausland geflohen. Die meisten von ihnen hatten zuvor
Morddrohungen empfangen.
Die Waffenruhe in Sadr City wird nicht eingehalten: Bei Kämpfen
wurden nach Angaben von Krankenhauskreisen in der Nacht zum Dienstag elf
Menschen getötet und 19 verwundet. Unklar war zunächst, ob es
sich bei den Getöteten und Verwundeten um militante Kämpfer
oder Zivilpersonen handelt. Die Waffenruhe für Sadr City trat am
Sonntag in Kraft und sollte vier Tage gelten.
(Quellen: sz, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 14.05.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendneunundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Mo.14.05.07 - Mindestens 30 Tote bei Anschlag im Nordirak +++ 4000 US-Soldaten suchen
nach verschleppten GIs im Irak +++ US-Senatoren unzufrieden mit irakischer
Regierung +++ Iran und USA wollen über Irak beraten...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0705140.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Nahost-Konflikt
US-Präsident sagt Libanons Armee Hilfe im Kampf gegen Hisbollah
zu. UN-Generalsekretär Ban verurteilt die Gewalt der vergangenen
Tage. Armee bemüht sich um Wiederherstellung der Ordnung im Libanon
Mi.14.05.08 - US-Präsident George W. Bush hat der libanesischen Armee Hilfe im
Kampf gegen die Hisbollah-Miliz zugesagt. "Es ist vermutlich der
geeigneteste Weg, um ihm schnell zu helfen", sagte Bush mit Blick auf
den libanesischen Regierungschef Fuad Siniora. UN-Generalsekretär
Ban Ki Moon verurteilte die Gewalt der vergangenen Tage im Libanon
scharf. Ban fordere alle Beteiligten zur Ruhe auf und erwarte den
"unverzügliche Stopp der Gewalt" erklärte sein Büro in
New York.
Die libanesischen Streitkräfte seien "noch nicht großartig",
aber "ziemlich gut", sagte Bush dem Fernsehsender El Arabija. "Und wir
wollen sie besser machen, damit sie reagieren können", führte
Bush aus. Die internationale Gemeinschaft werde nicht zulassen, dass der
Libanon erneut unter ausländische Vorherrschaft gerate, sagte Bush
an den Iran und Syrien gerichtet. Bush, der heute in den Nahen Osten
reist, will sich nach eigenen Angaben dort mit regionalen
Regierungsvertretern treffen, um die Hilfe für Siniora zu
koordinieren.
In der nordlibanesischen Stadt Tripoli dauern die Kämpfe an. Bei
den schlimmsten Kämpfen seit Ende des Bürgerkriegs im Libanon
vor 18 Jahren starben seit vergangenen Mittwoch mindestens 61 Menschen,
198 weitere wurden verletzt.
UN-Generalsekretär Ban appellierte an alle Parteien, den
"nationalen Dialog wieder aufzunehmen". Der Libanon brauche einen
"politischen Prozess", der in der Wahl eines Präsidenten und einer
langfristigen Lösung der politischen Krise münden müsse,
hieß es der Erklärung weiter.
Der für gestern angesetzte neuerliche Anlauf zur Wahl eines
Staatspräsidenten wurde angesichts der Gewalt erneut verschoben,
wie das Büro von Parlamentspräsident Nabih Berri mitteilte.
Neuer Termin ist der 10. Juni. Es ist bereits die 19. Verschiebung der
Wahl eines Nachfolgers für den pro-syrischen Ex-Staatschef Emile
Lahoud. Seit dem Ende der Amtszeit von Lahoud am 23. November besteht im
Libanon ein Machtvakuum.
Die libanesischen Streitkräftebemühen sich derweil um die
Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung. Soldaten wurden am Dienstag in
mehreren Landesteilen stationiert. In einer am späten Montagabend
verbreiteten Erklärung hieß es, die Armee werde notfalls
auch mit Waffengewalt für Ruhe sorgen.
Soldaten würden Ausschreitungen von Einzelpersonen oder Gruppen
verhindern, erklärten die Streitkräfte. Die
Militärführung rief alle Gruppierungen im Land zur
Zusammenarbeit auf.
(Quelle: afp)
Israels Ministerpräsident Olmert: 'Echte Fortschritte' bei
Friedensverhandlungen
Mi.14.05.08 - Israelis und Palästinenser haben nach Ansicht des israelischen
Ministerpräsidenten Ehud Olmert "echte Fortschritte" im
Friedensprozess gemacht. Die Gespräche mit der
palästinensischen Autonomiebehörde seien "ernsthaft und sehr
bedeutend", sagte Olmert in Jerusalem. In Kernfragen des
Nahost-Konflikts hätten beide Seiten "Übereinstimmungen"
erreicht. Olmert sprach auf einer Konferenz zum 60. Jahrestag der
israelischen Staatsgründung.
Am heutigen Mittwoch beginnt US-Präsident George W. Bush mit einem
zweitägigen Besuch in Israel seine bereits zweite Nahost-Reise in
diesem Jahr. Unter der Schirmherrschaft der USA hatten sich Israelis
und Palästinenser auf dem Gipfel von Annapolis im vergangenen
November bereit erklärt, bis zum Ende von Bushs Amtszeit im Januar
2009 ein Friedensabkommen zu schließen.
(Quelle: afp)
Mehr als 20.000 Tote nach Erdbeben in China
Mi.14.05.08 - Durch das verheerende Erdbeben in China sind mehr als 20.000 Menschen
getötet und Zehntausende unter den Trümmern ihrer Häuser
verschüttet worden. Allein in der Stadt Mianyang in der
Unglücksprovinz Sichuan seien mehr als 18.600 Menschen
verschüttet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.
Allein in Sichuan kamen demnach mehr als 12.000 Menschen ums Leben. Da
zu vielen Regionen weiter kein Kontakt besteht, bleibt die genaue Zahl
der Opfer unklar. Regenfälle erschweren die Arbeit der
Rettungskräfte. Die Bundesregierung bot 500.000 Euro Soforthilfe
an.
In mehreren Schulen wurden Kinder und Lehrer unter Trümmern
begraben. Auch in Fabriken wurden tausende Menschen verschüttet.
Zahlreiche Menschen versuchten, sich selbst aus den Trümmern zu
befreien.
Ein Team von 1300 Ärzten und Helfern erreichte den schwer
zugänglichen Distrikt Wenchuan, das Epizentrum des Bebens. Xinhua
berichtete, dort seien mindestens 500 Menschen ums Leben gekommen. 3000
Menschen seien in der Stadt Mianzhu in der Provinz Sichuan getötet
worden.
Die chinesische Regierung entsandte 54.000 Soldaten in die
Unglücksgebiete. Regierungschef Wen Jiabao sagte, die Arbeit
könne nicht mehr allein von den Rettungskräften vor Ort
bewältigt werden. Allerdings betonte das Ministerium für
zivile Angelegenheiten, dass "wegen der unsicheren Bedingungen vor Ort"
zumindest vorerst keine ausländischen Hilfsteams und Experten in
das Unglücksgebiet dürften. Das Beben der Stärke 7,9 auf
der Richter-Skala hatte die Region am Montag erschüttert.
Die Bergungsarbeiten werden durch starke Regenfälle erschwert.
Ursprüngliche Pläne der Regierung, die Opfer aus der Luft mit
Nahrung und Medizin zu versorgen, mussten wegen des schlechten Wetters
zunächst aufgegeben werden. Chinesische Meteorologen sagten
weitere starke Niederschläge für die kommenden Tage voraus.
Die Bundesregierung gab für die Opfer eine halbe Million Euro
Soforthilfe frei. Die USA haben als Soforthilfe 500.000 Dollar zur
Verfügung gestellt, weitere Gelder sollen folgen. Die
Entwicklungsminister der EU boten China die Hilfe der EU an.
Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Peking kündigte
an, den Fackellauf ab Mittwoch zu verkürzen und zum Start der
neuen Etappe in Jiangxi im Osten des Landes eine Schweigeminute
für die Opfer des Erdbebens einzulegen.
(Quelle: afp)
Mindestens 60 Tote bei Bombenserie in indischer Stadt Jaipur
Mi.14.05.08 - Bei einer Anschlagserie in der bei Touristen beliebten westindischen
Stadt Jaipur sind am Dienstag mindestens 60 Menschen getötet
worden. Etwa 150 weitere Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt.
Sieben Sprengsätze explodierten nach Polizeiangaben an
verschiedenen Stellen im Stadtgebiet. Ein achter Sprengsatz konnte
entschärft werden.
Die Nachrichtenagentur PTI zitierte den Polizeichef von Rajasthan, A.S.
Gill, mit den Worten, es handle sich «offensichtlich um einen
Terroranschlag». Die Täter hätten es darauf abgesehen,
möglichst viele Menschen zu töten. Möglicherweise seien
die Bomben auf Fahrrädern montiert gewesen. Unklar war
zunächst, ob Selbstmordattentäter im Spiel waren.
Die erste Bombe explodierte gegen 19.30 Uhr Ortszeit, als viele
Menschen unterwegs waren. Im ganzen Land, darunter in Neu-Delhi und in
der Finanzmetropole Bombay, wurden unverzüglich die
Sicherheitsvorkehrungen verschärft, insbesondere auf
Flughäfen und Bahnhöfen.
Jaipur gilt wegen seiner Kulturdenkmäler - Paläste und Tempel
- als Touristenattraktion. Eine der Bomben explodierte PTI zufolge in
der Nähe des Johari-Basars, eines bei Ausländern beliebten
Schmuckmarktes. Zunächst gebe es aber keine Hinweise, dass
Touristen unter den Opfern seien, hieß es. Ein anderer Sprengsatz
explodierte auf einem Markt in der Nähe eines Tempels, in dem
viele Gläubige beteten.
Es sei «überall Blut, und verletzte Menschen kriechen
über den Boden», sagte ein Augenzeuge, der die Explosion in
der Nähe des Schmuckmarktes miterlebt hatte.
Staatsminister Jaiswal sagte, die Explosionen seien «Teil einer
großen Verschwörung». Zunächst bekannte sich
niemand zu der Tat. In der Vergangenheit hat Indien immer wieder
islamische Extremisten, die von Pakistan aus operieren, für
derartige Anschläge verantwortlich gemacht.
(Quelle: ap)
USA: Nordkorea stimmt Überprüfung seiner Atomzusagen zu
Mi.14.05.08 - Nordkorea ist nach US-Angaben bereit, die Einhaltung seiner Zusagen zur
atomaren Abrüstung überprüfen zu lassen. Die
Führung in Pjöngjang stimme der Notwendigkeit der
Verifikation zu und sei zur vollen Zusammenarbeit bereit, sagte Sung
Kim vom US-Außenministerium nach der Rückkehr von einer
Reise nach Nordkorea am Dienstag in Washington. Der
US-Unterhändler Christopher Hill werde deshalb möglicherweise
schon Anfang kommender Woche zu Gesprächen mit den beiden
koreanischen Staaten, China, Japan und Russland in die Region reisen.
Gespräche über eine Nahrungsmittelhilfe der USA an Nordkorea
seien gut verlaufen, eine Einigung sei aber noch nicht erzielt worden,
sagte der US-Regierungsvertreter weiter. Nordkorea hatte in
Gesprächen mit den fünf anderen Mächten einer atomaren
Abrüstung zugestimmt. Im Gegenzug soll das kommunistisch regierte
Land Wirtschafts- und Energiehilfen erhalten.
(Quelle: rtr)
Breite Unterstützung für republikanischen
Präsidentschaftskandidaten McCain in US-Bevölkerung
Mi.14.05.08 - Trotz schlechter Umfragewerte für US-Präsident George W. Bush
kann der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain auf
breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung hoffen.
Der Senator aus Arizona würde bei einer Abstimmung 44 Prozent der
Stimmen erhalten und läge damit nur sieben Prozentpunkte hinter dem
demokratischen Wettbewerber Barack Obama, wie aus einer am Montag
veröffentlichten Umfrage von Washington Post und dem Sender ABC
News hervorgeht. Bei einem Zweikampf mit Obamas innerparteilichen
Rivalin Hilary Clinton läge McCain gar beinahe gleichauf. Der
Umfrage zufolge könnte er mit 46 Prozent der Stimmen rechnen,
Clinton dagegen mit 49 Prozent.
Die Zustimmungswerte für McCains Parteikollegen Bush sind derzeit
auf dem Tiefststand seit seinem Amtsantritt. Nur 31 Prozent der
US-Bürger sind der Umfrage zufolge mit der Arbeit ihres
Präsidenten zufrieden. Den Menschen liegt vor allem der Irak-Krieg
und die stagnierende Wirtschaft im Magen. Für die Umfrage wurden
per Telefon über 1100 Erwachsene befragt.
(Quelle: rtr)
Clinton gewinnt Vorwahl in West Virginia klar
Mi.14.05.08 - Hillary Clinton hat im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur
der Demokratischen Partei die Vorwahlen in West Virginia deutlich
gewonnen. Nach Auszählung von 42 Prozent der Stimmbezirke kam sie
auf 65 Prozent der Stimmen, ihr innerparteilicher Rivale Barack Obama
auf 28 Prozent. Der Sieg Clintons am Dienstag war allgemein erwartet
worden, hat aber größtenteils nur eine symbolische
Bedeutung, denn die New Yorker Senatorin kann nicht mehr damit rechnen,
dass sie ihren führenden Rivalen bei den verbleibenden sechs
Vorwahlen bis zum 3. Juni noch überholt.
Clinton gab sich dennoch weiter kampfeslustig. «Ich bin
entschlossener als je zuvor, diese Kampagne fortzusetzen, bis alle die
Chancen hatten, dass ihre Stimmen gehört werden», sagte sie
vor Anhängern. «Dieses Rennen ist noch nicht vorüber.
Keiner von uns hat die Gesamtzahl von Delegierten, die man für
einen Sieg benötigt.»
In West Virginia gingen vor allem Weiße, Senioren und Arbeiter
mit niedrigem Einkommen zu den Urnen - allesamt
Bevölkerungsgruppen, unter denen Clinton bislang ihre treuesten
Anhänger hatte. Obama konzentriert sich unterdessen bereits auf
das Duell mit dem republikanischen Bewerber John McCain. Der Senator
aus Illinois hielt sich auch nicht in West Virginia auf, sondern in
Missouri - einem der Schlüsselstaaten bei der Präsidentenwahl
im November.
Obama kann zwar rein rechnerisch in den Vorwahlen noch die notwendige
Mehrheit von 2.025 Delegierten für seine Nominierung erreichen,
als wahrscheinlich gilt das aber nicht. Nach Zählung der AP kommt
er derzeit auf 1.875 Delegierte und Clinton auf 1.712.
Den Ausschlag werden auf dem Parteitag im August vermutlich die rund
800 Superdelegierten geben - Funktionäre, die nicht durch die
Vorwahlen in ihrem Stimmverhalten festgelegt sind. Obama sicherte sich
am Dienstag die Stimmen von drei weiteren Superdelegierten, darunter
des Bürgermeisters von New Orleans, Ray Nagin.
(Quelle: ap)
Bush bietet Medwedew und Putin Zusammenarbeit an
Mi.14.05.08 - US-Präsident George W. Bush hat der neuen russischen Doppelspitze
unter Dmitri Medwedew und Wladimir Putin seinen Willen zur
Zusammenarbeit versichert. Bush habe dem neuen Präsidenten Medwedew
telefonisch zur Amtsübernahme gratuliert und bekräftigt, dass
er den russisch-amerikanischen Beziehungen großes Gewicht
beimesse, sagte eine Präsidentensprecherin in Washington. Bush
habe dabei auch seine Besorgnis über die wachsenden Spannungen
zwischen Russland und Georgien übermittelt.
Der Präsident habe die Hoffnung geäußert, "dass alle
Seiten zusammenarbeiten, um die Spannungen zu verringern", sagte die
Sprecherin. Medwedew habe Bush seine Bereitschaft zu einem "Dialog
über das Thema" zugesagt. Nach US-Angaben rief Bush auch Medwedews
Vorgänger Putin an, der nach dem Ausscheiden als Präsident ins
Amt des Ministerpräsidenten gewechselt war. Laut der Sprecherin
will der US-Präsident am Rande des G-8-Gipfels im Juli in Japan
mit Medwedew zusammenkommen. Im August ist nach russischen
Medieninformationen dann ein Treffen mit Putin am Rande der Olympischen
Spiele in Peking geplant.
(Quelle: afp)
Deutschland will Brasilien als Partner für erneuerbare Energie
Mi.14.05.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel will auf ihrer Lateinamerika-Reise die
Partnerschaft mit Brasilien in der Energiepolitik ausbauen.
Das geplante Energieabkommen mit Deutschlands größtem
Handelspartner in der Region solle die Zusammenarbeit bei
Energiespartechniken und erneuerbaren Energien fördern, hieß
es am Dienstag zu Beginn der einwöchigen Reise aus dem Kanzleramt.
Wie aus Regierungskreisen verlautete, will die Bundesregierung auch die
Fortführung der Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung der
Atomenergie gewährleisten. Eine entsprechende gesonderte
diplomatische Note sei vorbereitet und mit CSU-Wirtschaftsminister
Michael Glos sowie SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel abgestimmt. Die
SPD hält in Deutschland entgegen Forderungen aus der Union an dem
unter der rot-grünen Koalition beschlossenen Atomausstieg fest.
Das seit Mitte der 70er Jahre bestehende Atomabkommen mit Brasilien
hätte im kommenden Jahr gekündigt werden können. Gabriel
habe auf eine solche Forderung verzichtet, weil die Atomfrage nicht in
das allgemeine Energieabkommen aufgenommen wurde und dessen Schwerpunkt
eindeutig auf umweltfreundlichen Energien liege, hieß es.
Brasilien habe Wert auf die Klarstellung zur Atompolitik gelegt.
Mit der geplanten Zusicherung der Zusammenarbeit bei der Atomenergie
kann sich die deutsch-französische Nuklearfirma Areva, die aus
einer Siemens-Tochter und der Framatome hervorging, Hoffnungen auf den
Auftrag für die Fertigstellung des brasilianischen Atomkraftwerks
Angra III machen. Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva hatte
kürzlich die Aufhebung des Baustopps in Aussicht gestellt.
Merkel wird auf ihrer ersten Lateinamerika-Reise als Kanzlerin von
einer Wirtschaftsdelegation begleitet und besucht auch Mexiko als
zweiten wichtigen Handelspartner Deutschlands in der Region sowie
Kolumbien. Im Mittelpunkt der bisher längsten Auslandsreise
Merkels steht der EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima (Peru).
Kurz vor der Reise hatte Venezuelas linker Präsident Hugo Chavez
die Bundeskanzlerin in die Nähe von Adolf Hitler und des
Nationalsozialismus gerückt. Diese Angriffe würden das
Ansehen Merkels in Lateinamerika nicht beeinträchtigen, sagte der
außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Eckart von
Klaeden, der zur Delegation gehört. Die Vorbereitungen der Reise
hätten gezeigt, dass viele lateinamerikanische Länder
großen Wert auf die Teilnahme Merkels an dem Gipfeltreffen legten.
"Herr Chavez sollte das beherzigen, was der spanische König Juan
Carlos ihm unlängst gesagt hat", sagte von Klaeden. Der Monarch
hatte Chavez während eines Iberoamerika-Gipfels im November mit
den Worten "Warum hältst Du nicht die Klappe?" zurechtgewiesen,
als dieser permanent mit Zwischenrufen die spanische Politik angriff.
(Quelle: rtr)
Deutschlands Chemieindustrie trotzt hohen Ölpreisen - Umsatz und
Produktion gestiegen
Mi.14.05.08 - Die deutsche Chemieindustrie ist trotz der Belastungen aus hohen
Rohstoffpreisen und starkem Euro schwungvoll in das Jahr 2008 gestartet.
Nach einer Atempause Ende vergangenen Jahres legten Umsatz und
Produktion in den ersten drei Monaten 2008 wieder deutlich zu, die der
Verband der Chemischen Industrie am Dienstag in Frankfurt am Main
mitteilte.
Für das Gesamtjahr bestätigte der VCI seine Prognose, wonach
die Produktion mit 2,5 Prozent etwas langsamer wachsen soll als in den
vergangenen Boomjahren. «Der starke Euro, die immer neuen
Rekordstände beim Ölpreis und die schwache US-Wirtschaft
werden sich im Laufe des Jahres dämpfend auswirken. Der Boom in
Asien wird nur zum Teil für einen Ausgleich sorgen»,
erklärte VCI-Präsident Ulrich Lehner.
In den ersten drei Monaten 2008 steigerte die Branche die Produktion im
Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent und gegenüber dem letzten
Vierteljahr 2007 um 1,6 Prozent. Der Umsatz stieg gegenüber dem
Vorquartal um 5 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro.
Wachstumsimpulse kamen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland.
Der Export profitierte von der guten Konjunktur in Europa. Auf dem
Heimatmarkt sorgte die kräftige Nachfrage der Industriekunden
für steigenden Absatz.
(Quelle: ap)
Erstmals wieder mehr Lehrstellen als Bewerber
Mi.14.05.08 - Jugendliche haben derzeit so gute Chancen auf eine Lehrstelle wie seit
Jahren nicht mehr. Zu Beginn des kommenden Ausbildungsjahres Ende
September wird es erstmals seit sieben Jahren wieder mehr Lehrstellen
als Bewerber in der deutschen Wirtschaft geben. Das sagte der
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK),
Ludwig Georg Braun, der «Bild»-Zeitung: «Die
Aussichten für die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche sind
glänzend.»
Grund für den Boom ist laut Braun die gute Konjunktur. Dadurch sei
der Bedarf an Auszubildenden in den Unternehmen gestiegen. «Vom
Aufschwung auf dem Lehrstellenmarkt profitieren besonders die
Jugendlichen, die seit Längerem einen Ausbildungsplatz
suchen», sagte der DIHK-Chef.
Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) liegt
die Zahl der bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge derzeit
6,4 Prozent höher als vor einem Jahr. Allerdings befürchtet
ZDH-Präsident Otto Kentzler, dass viele Schulabgänger nicht
ausreichend qualifiziert sind und vor allem Lehrstellen in technischen
Berufen nicht besetzt werden können.
«Gesucht werden hier vor allem Schulabgänger mit
ordentlichen Noten in Mathematik und Naturwissenschaften», sagte
Kentzler. Deshalb sei zu befürchten, dass auch in diesem Jahr
Lehrstellen unbesetzt blieben.
Im Januar diesen Jahres hatten den 11.300 noch unversorgten Bewerbern
4.200 Angebote für Berufsausbildungsstellen und 19.500 Stellen
für Einstiegsqualifizierungen gegenüber gestanden. Im
vergangenen Jahr hatten insgesamt rund 626.000 Jugendliche eine
Ausbildung begonnen. Bis September waren damals insgesamt 13.013 mehr
Verträge abgeschlossen worden als 2006. Das Handwerk hatte einen
so hohen Stand an Neuabschlüssen zuletzt vor der Rezessionsphase
ab dem Jahr 2000 verzeichnet.
(Quelle: ap)
Wirtschaftsministerium: Mit Bürgerarbeit zur Vollbeschäftigung
Mi.14.05.08 - Wirtschaftsminister Michael Glos will arbeitslose
Hartz-IV-Empfänger verstärkt zur Arbeit für die
Allgemeinheit verpflichten und so Vollbeschäftigung erreichen.
Das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) habe in einer am
Dienstag vorgelegten Studie ermittelt, dass damit bis zu 1,4 Millionen
Arbeitslose den Weg zurück in den Arbeitsmarkt finden
könnten, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba in
Berlin. Für den Staat könnte das laut IZA eine jährliche
Kostenentlastung von rund 25 Milliarden Euro bedeuten.
"Vollbeschäftigung ist nur möglich, wenn es auch gelingt,
für die über zwei Millionen arbeitslosen Empfänger von
Arbeitslosengeld II neue Arbeitsmarktchancen zu eröffnen", sagte
er. Dabei könne Bürgerarbeit helfen.
Das Modell des Wirtschaftsministeriums sieht vor, dass Empfänger
von staatlichen Lohnersatzleistungen, vor allem Arbeitslosengeld II,
als Gegenleistung zu einer Arbeit für die Gemeinschaft
verpflichtet werden. Sonst riskieren sie eine Kürzung oder
Streichung dieser Leistung. Das bereits vor einem Jahr in
Grundzügen vorgelegte Modell setzt damit am Grundsatz des
"Forderns und Förderns" der Hartz-Reformen der früheren
rot-grünen Regierung an. Dieses Prinzip wird nach Angaben von
IZA-Direktor Klaus Zimmermann derzeit aber nur unzureichend angewandt.
Zudem gebe es in der täglichen Rechtsprechung Hemmnisse bei der
Durchsetzung, bemängelte IZA-Experte Hilmar Schneider. Otremba
unterstrich, es gehe nicht um Verschärfungen und auch nicht um
eine "Arbeitspflicht".
Die IZA-Studie zeige, dass Bürgerarbeit realisierbar sei und einen
kräftigen Beitrag zu Rückkehr zur Vollbeschäftigung
leisten könne. "Diese wissenschaftliche Untersuchung belegt, dass
das Modell funktioniert, wenn es in eine verbindliche und mehrfach
abgestimmte Vermittlungs- und Aktivierungsstrategie einbezogen ist und
der Arbeitsmarkt hinreichend flexibel ist", heißt es in einer
Mitteilung des Ministeriums. Otremba zufolge ist Bürgerarbeit auch
ein Gegenentwurf zu Mindestlohn-Modellen. Es sollten mehr Anreize zur
Aufnahme einer Vollzeitarbeit geschaffen werden. Zugleich gehe es um
die Erschließung des Niedriglohn-Sektors, wobei die Lohnhöhe
tendenziell sinken könnte. Im Kern soll laut Otremba die
strukturelle Arbeitslosigkeit bekämpft werden.
(Quelle: rtr)
CDU warnt Glos in Steuerdebatte vor Verlust an Glaubwürdigkeit -
SPD fordert von Merkel Klarheit in Steuerpolitik
Mi.14.05.08 - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos stößt mit seiner
Forderung nach Steuersenkungen zulasten der Haushaltssanierung bei der
CDU auf Widerstand.
"Es gibt die klare Festlegung, dass die Haushaltskonsolidierung oberste
Priorität hat", sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister der
"Berliner Zeitung" vom Dienstag. Er gehe davon aus, dass Glos diesen
Kurs mit unterstütze, sagte der CDU-Politiker. Wenn es finanziellen
Spielraum gebe, werde zunächst der Beitrag zur
Arbeitslosenversicherung weiter gesenkt.
Der CDU-Finanzexperte Steffen Kampeter warnte Glos davor, die
finanzpolitische Glaubwürdigkeit der Union infrage zu stellen. "Wir
dürfen nichts tun, um das mühsam erworbene Vertrauen in
unsere Haushaltspolitik zu erschüttern", sagte er dem Blatt. Der
Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert
Röttgen, betonte, die CDU wolle die Sanierung des Haushalts mit der
steuerlichen Entlastung der Bürger verbinden. Es gehe aber "nicht
um kurzfristige Aktionen, oder gar um einen Befreiungsschlag".
Röttgen fügte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hinzu:
"Die Haushaltssanierung von heute ermöglicht die Steuerentlastung
von morgen".
Glos hatte an Pfingsten den Kurs der Koalition bei der
Haushaltssanierung infrage gestellt. Ein ausgeglichener Bundesetat
dürfe nicht isoliert über alles andere gestellt werden, hatte
der CSU-Politiker gesagt. Wichtig sei, dass der Gesamtstaat - Bund,
Länder, Gemeinden und die Sozialversicherungen - keine neue
Schulden mehr mache. Das sei seit dem vergangenen Jahr der Fall. Die CSU
will bis 2012 die Bürger in einem Volumen von 28 Milliarden Euro
entlasten.
Die SPD hat derweil Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert,
eindeutig Position zu den steuerpolitischen Zielen der Union zu beziehen.
"Jetzt ist wirklich Frau Merkel gefordert, Klarheit zu schaffen, ob die
Grundlagen der Koalitionsvereinbarung, auf die wir uns verständigt
haben, auch wirklich noch gelten", sagte SPD-Fraktionsvize Joachim
Poß am Dienstag im Deutschlandfunk. Mit Blick auf die von
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zulasten der Haushaltssanierung
geforderten Steuersenkungen sagte der SPD-Politiker, die Bürger
sollten all jenen Politikern misstrauen, "die zu viel versprechen, vor
allem zu viel auf einmal".
(Quelle: rtr)
Lafontaine will wieder Ministerpräsident im Saarland werden
Mi.14.05.08 - Mit Oskar Lafontaine an der Spitze will die saarländische Linke in
die Landtagswahl im nächsten Jahr ziehen. Der Vorstand schlug den
Delegierten des Landesparteitags vor, den Vorsitzenden der
Bundestagsfraktion Anfang August zum Spitzenkandidaten zu küren.
Das teilten die Saar-Linken am Dienstag mit. Lafontaine wolle bei der
Wahl im Herbst nächsten Jahres wieder Ministerpräsident
werden, sagte der Sprecher der Bundestagsfraktion, Hendrik Thalheim.
Der 64-Jährige war bereits von 1985 bis 1998 als SPD-Politiker
Regierungschef in Saarbrücken. Lafontaine wolle die Chancen des
Landes nutzen, die der derzeitige Ministerpräsident Peter
Müller (CDU) liegen gelassen habe, und den Strukturwandel im
Bergbau gemeinsam mit den Beschäftigten gestalten, sagte der
Sprecher weiter.
(Quelle: ap)
Experten halten Vollschutz für PCs für illusorisch
Mi.14.05.08 - Computer lassen sich nicht vollständig vor Angriffen aus dem
Internet schützen. Diese Ansicht vertreten Experten des Vereins
Deutsches Sicherheitsnetz. Die Computer- und Internet-Branche müsse
sich von dem Trugbild verabschieden, dass man nur genügend
Schutz-Software installieren und ständig aktualisieren müsse,
um einen PC sicher zu machen.
Um sich vor Attacken aus dem Web zu schützen, müssen die
Nutzer die möglichen Gefahren kennen. Umsichtiges Verhalten kann
erheblich dazu beitragen, Gefahren zu minimieren. Beim Empfang von
E-Mails mit Aufforderungen, bestimmte Internet-Seiten zu besuchen,
sollte der Anwender stets Vorsicht walten lassen. Es könnte sich um
sogenannte Phishing-Versuche handeln, bei denen persönliche
Passwörter gestohlen werden sollen. Denn häufig sind die
Seiten, auf die die Nutzer gelockt werden, zum Beispiel gefälschte
Ausgaben von echten Bankseiten. Eine gesunde Portion Misstrauen sollte
deshalb bei der Internet-Nutzung immer mit von der Partie sein
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Forscher entdecken umfassenden Nutzen der Zuckerhirse
Mi.14.05.08 - Hirse bietet nach Ansicht von Wissenschaftlern die doppelte Antwort auf
den wachsenden Hunger in der Welt und auf den gestiegenen Bedarf an
Biokraftstoffen. Die Zuckerhirse sei die ideale Pflanze, weil sie sowohl
Nahrung als auch Ethanol liefere, erklärte William Dar,
Generaldirektor des indischen Forschungsinstituts für semiaride
Tropen (ICRISAT). Die Zuckerhirse (Sorgum bicolor) ist schon jetzt auf
Platz fünf der weltweit am meisten angebauten Getreidepflanzen nach
Reis, Mais, Weizen und Gerste.
Die Zuckerhirse ist außerordentlich genügsam: Sie
wächst auf trockenem Boden, toleriert aber auch aufgeweichte oder
sehr salzige Böden und kann Hitze vertragen. Somit sei die Pflanze
ideal für den Anbau in den meist armen Halbwüstengebieten,
sagte der ICRISAT-Agronom Marc Winslow. Die Pflanze, die bis zu vier
Meter groß wird, benötigt auf derselben Anbaufläche nur
halb so viel Wasser wie Mais und hat dabei einen vergleichbaren
Nährstoffgehalt. Im Vergleich zu Zuckerrohr braucht Hirse acht Mal
weniger Wasser. Somit entfällt die Notwendigkeit der
künstlichen Bewässerung, für die kraftstoffbetriebene
Pumpen eingesetzt würden.
ICRISAT hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Indien den Bau
einer Fabrik unterstützt, die Ethanol aus Hirse herstellt. Das
Projekt basiere auf einer Partnerschaft zwischen einer indischen Firma
und fast 800 Bauern aus dem indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Der
Preis für eine Gallone (3,78 Liter) Ethanol aus Hirse liege in
Indien mit 1,74 Dollar unter dem Preis für Ethanol aus Zuckkerrohr
(2,19 Dollar) oder aus Mais (2,12 Dollar). Ähnliche
Partnerschaftsprojekte für Hirse-Ethanol-Fabriken gebe es auch in
Kenia, Mosambik, Mexiko und auf den Philippinen.
Nach Einschätzung von Winslow könnte Indien seinen gesamten
Bedarf an Kraftstoff stillen, wenn das Land insgesamt hundert
Hirse-Ethanol-Fabriken bauen würde, die wie die Fabrik in Andra
Pradesh 40.000 Liter pro Tag herstellen. Die Produktion von Hirse
könne für Entwicklungsländer den Import von Kraftstoff
überflüssig machen, sagte der Experte. Im Gegensatz zu Mais
werde Hirse nicht so stark als Nahrung nachgefragt, weshalb die
Ethanol-Produktion aus der Pflanze kaum Auswirkungen auf den
Lebensmittelmarkt habe.
(Quelle: afp)