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Irak 1525 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Mo.26.05.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor.


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 26.05.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Sa.26.05.07 - Schiiten-Führer Al-Sadr wieder aufgetaucht +++ Al Kaida geht offenbar gegen ihre irakischen Gegner vor +++ Sechs US-Soldaten im Irak getötet +++ US-Präsident Bush bereitet amerikanische Bevölkerung auf weitere Verluste vor +++ US-Regierung war schon vor dem Irak-Krieg vor drohendem Chaos gewarnt... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0705260.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Nahost-Konflikt

Libanon wählt Armeechef Suleiman zum neuen Präsidenten

Mo.26.05.08 - Der Libanon hat einen neuen Präsidenten: Das Parlament wählte am Sonntag den Heeresgeneral Michel Suleiman zum Staatschef. In der ersten Rede nach seiner Vereidigung rief Suleiman das Land zur Einigkeit auf. Er lobte den Kampf der Hisbollah gegen Israel, forderte aber auch einen Dialog über das Waffenarsenal der Organisation. Die Wahl des Nachfolgers von Emile Lahoud war seit November wegen der Zerstrittenheit der Parlamentsfraktionen 19 Mal verschoben worden.

«Ich forderte Sie alle zu einem neuen Anfang auf», sagte Suleiman in seiner Rede, die wiederholt von Applaus unterbrochen wurde. Er forderte enge Beziehungen zum Nachbarland Syrien, das die oppositionelle Hisbollah unterstützt. Gleichzeitig sprach er sich für das internationale Tribunal aus, das den Mord an dem ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri aufklären soll. Das Tribunal hatte vor 18 Monaten zum Rücktritt von mehreren Minister der Opposition geführt und eine Staatskrise ausgelöst, die sich schließlich in Gewalt entlud.

Suleiman ist in dem langen Streit zwischen Regierung und Opposition stets neutral geblieben. Der 59-Jährige stand neun Jahre an der Spitze der Streitkräfte, deren Einheit er trotz politischer Turbulenzen bewahrte. Suleiman hielt seine Soldaten aus den Straßenkämpfen zwischen Schiiten und Sunniten Anfang Mai heraus. Einige Regierungsanhänger kritisierten, die Streitkräfte hätten tatenlos zugesehen, wie die Hisbollah Stadtteile von Beirut eingenommen habe. Suleiman verteidigte indes die Neutralität der Truppe und erklärte, so sei weiteres Blutvergießen verhindert worden.

Unter Vermittlung der Arabischen Liga hatten sich die westlich orientierte Regierung des sunnitischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora und die Opposition unter Führung der schiitischen Hisbollah am vergangenen Mittwoch in Katar auf eine gemeinsame Regierung geeinigt. Ferner wurde die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts und die Wahl des maronitischen Christen Suleiman zum Präsidenten vereinbart. Damit sollte ein blutiger Machtkampf beigelegt werden, dem Anfang dieses Monats mindestens 67 Menschen zum Opfer gefallen waren.

Mit der Wahl Suleimans tritt das Kabinett von Ministerpräsident Siniora automatisch zurück. Suleiman forderte Siniora jedoch auf, solange im Amt zu bleiben, bis eine neue Regierung gebildet ist.

Um Unruhen vor und nach der Präsidentenwahl zu verhindern, riegelten hunderte Polizisten und Soldaten die Innenstadt von Beirut ab, deren Straßen mit libanesischen Fahnen und Bildern Suleimans geschmückt waren. An der Parlamentssitzung nahmen ranghohe ausländische Minister als Beobachter teil, darunter die Außenminister Syriens und des Irans, die die Opposition unterstützen, sowie der Außenminister Saudi-Arabiens, das auf Seiten der libanesischen Regierung steht. Auch der französische Außenminister Bernard Kouchner und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hielten sich in Beirut auf.

Grundlage für die künftige Regierungsarbeit soll die Vereinbarung von Katar über eine Beteiligung der Hisbollah sein. Demnach bekommt die von Syrien unterstützte Opposition im neuen Kabinett elf Sitze, die prowestliche Parlamentsmehrheit erhält 16 Ministerposten. Drei weitere Ämter verteilt der neue Präsident.

(Quelle: ap)
 


 

Nach zwei Wochen fremdenfeindlicher Gewalt: Südafrikas Präsident Mbeki unter Druck

Mo.26.05.08 - In Südafrika werden angesichts der seit zwei Wochen anhaltenden Angriffe auf Ausländer Forderungen nach dem Rücktritt von Präsident Thabo Mbeki immer lauter.

Am Sonntag forderte die Zeitung «Sunday Times» auf ihrer Titelseite Mbekis Rücktritt wegen Führungsschwäche. «Wir befinden uns im Ausnahmezustand», schrieb das Blatt. Mbeki, der bisher keinen der Brennpunkte besucht hat, habe die Teilnahme an internationalen Konferenzen vorgezogen. Er will sich am Sonntagabend im Fernsehen an die Nation wenden. Auch am Sonntag kam es wieder zu fremdenfeindlichen Angriffen.

Während die Region um Johannesburg nach der Entsendung des Militärs relativ ruhig blieb, kam es vor allem in der Westkap-Provinz zu Plünderungen von Geschäften afrikanischer Zuwanderer. Nach Medienberichten erwägen die Behörden, das bisher nur im Großraum Johannesburg eingesetzte Militär auch in andere Regionen zu entsenden. In der Region um Kapstadt gelten mittlerweile 14 000 Menschen vertrieben.

Die Flucht tausender verängstigter Ausländer in sichere Sammellager und ihre Heimatländer dauerte an. Die mosambikanische Regierung charterte einen Sonderzug und setzte Busse ein, um ihre Landsleute zurückzuholen. Ihr liegen nach Medienberichten rund 7000 Wiedereinbürgerungsanträge vor. Insgesamt rund 15 000 Mosambikaner sind demnach bereits zurückgekehrt.

In Johannesburg protestierten mehrere tausend Menschen am Samstag in Johannesburg gegen die Gewalt, die vor zwei Wochen in der Township Alexandra ausgebrochen war. Sie hat nach offiziellen Angaben bisher mindestens 43 Menschen das Leben gekostet. Hunderte wurden verletzte, Zehntausende vertrieben.

(Quelle: dpa)
 


 

Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit - Früherer kongolesischer Milizenführer Bemba in Belgien festgenommen

Mo.26.05.08 - Der frühere kongolesische Milizenführer und Präsidentschaftskandidat Jean-Pierre Bemba ist in Belgien unter dem Vorwurf von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit festgenommen worden. Wie der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag mitteilte, geht es bei den Vorwürfen um Verbrechen einer von Bemba geführten Miliz 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik. Dabei sei es zu Massenvergewaltigungen und anderen Verbrechen gekommen. «Es ist nicht zu entschuldigen, wenn Kommandeure Vergewaltigungen und Plünderungen ihre Truppen anordnen, genehmigen oder dulden», erklärte Ankläger Luis Moreno-Ocampo am Samstag.

Die Zentralafrikanische Republik hat in den Jahrzehnten seit ihrer Unabhängigkeit von Frankreich 1960 zahlreiche Armeerevolten, Staatsstreiche und Aufstände erlebt. Gegenwärtig wird das 3,6 Millionen Einwohner zählende Land von Präsident Francois Bozize regiert. Als Bozize während einer Auslandsreise von Expräsident Ange-Felix Patasse 2003 die Hauptstadt angriff und eroberte, waren auch noch zahlreiche andere Milizen in Kämpfe verwickelt, darunter die kongolesischen Rebellen von Bemba.

Bemba war bei der Präsidentenwahl im Kongo 2006 zweiter hinter Joseph Kabila geworden. Zuvor hatte er mit seiner Miliz in dem Bürgerkrieg im Kongo von 1998 bis 2002 ein großen Teil des Landes beherrscht. Nach einem Friedensvertrag wurde Bemba einer der vier Vizepräsidenten des Kongos. Im März 2007 kam es dann in der Hauptstadt Kinshasa zu Kämpfen zwischen seiner Miliz und Regierungstruppen. Gegen Bemba wurde Anklage wegen Verrats erhoben und er floh im April 2007 nach Portugal. Er wurde jetzt in einem Vorort von Brüssel festgenommen.

(Quelle: ap)
 


 

Massengrab in Peru ausgehoben

Mo.26.05.08 - Im Süden Perus haben Gerichtsmediziner ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von 123 Männern, Frauen und Kindern aus der Zeit des Guerillakrieges entdeckt. Bislang seien 25 Leichen geborgen worden, erklärte der Menschenrechtsaktivist German Vargas am Samstag. Das Massengrab liegt in Putis in der Provinz Ayacucho, wo die Streitkräfte während des Kampfes gegen die Rebellengruppe Leuchtender Pfad in den 1980er und 1990er Jahren zahlreiche Dorfbewohner töteten.

Nach Angaben der von der Regierung eingesetzten Wahrheitskommission boten die Truppen im Jahr 1984 vor den Rebellen flüchtenden Dorfbewohnern Putis als Zufluchtsort an. Die Menschen wurden jedoch wegen angeblicher Verbindungen zu den Guerillakämpfern getötet und mussten zuvor ihre eigenen Gräber schaufeln.

Der Leuchtende Pfad überzog Peru von 1980 bis zur Festnahme seines Gründers Abimael Guzman 1992 mit einem Guerillakrieg, dem 70.000 Menschen zum Opfer fielen. Der Wahrheitskommission zufolge ist der Leuchtende Pfad für gut die Hälfte der Opfer verantwortlich. Den Streitkräften werden Massaker, Folter und Vergewaltigungen vorgeworfen.

(Quelle: ap)
 


 

Chef der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC ist tot

Mo.26.05.08 - Der Chef der größten kolumbianischen Guerillaorganisation FARC, Manuel Marulanda, ist tot. "Der große Führer ist gegangen", hieß es in einem FARC-Dokument, aus dem der kolumbianische Fernsehsender Caracol zitierte. Demnach soll der bisherige ideologische Anführer der Rebellenorganisation, Alfonso Cano, die Nachfolge antreten. Zuvor hatte die Regierung in Bogotá den Tod des 80 Jahre alten FARC-Gründers und Anführers verkündet. Präsident Álvaro Uribe gab bekannt, ranghohe FARC-Vertreter hätten sich zur Freilassung der entführten Politikerin Ingrid Betancourt und anderer Geiseln bereiterklärt.

Marulanda sei nach "kurzer Krankheit" verstorben, teilten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit. Das kolumbianische Verteidigungsministerium hatte am Samstag erklärt, der Guerilla-Chef sei bereits am 26. März an einem Herzinfarkt gestorben. Laut Verteidigungsminister Juan Manuel Santos hatte die Regierung die Information von einer Quelle, die sich "noch nie geirrt" habe. Marulandas Tod war bereits 17 Mal fälschlicherweise verkündet worden.

Für die Guerilla ist der Tod von Marulanda ein weiterer schwerer Schlag. Erst am 1. März hatte die kolumbianische Armee bei einem Angriff auf ecuadorianischen Gebiet Raúl Reyes, die Nummer zwei der FARC, getötet. Mitte Mai hatte sich dann die berüchtigte FARC-Kommandeurin Nelly Avila Moreno alias "Karina" der Polizei gestellt.

Marulanda war unter dem Namen "Tirofijo" (Sicherer Schuss) bekannt und trat so gut wie nie in der Öffentlichkeit auf. 1964 gründete er die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens. Der bürgerliche Name des nach Angaben seines Vaters am 12. Mai 1928 geborenen Guerilla-Chefs lautete Pedro Antonio Marín.

"Die Regierung hat von der FARC Anrufe erhalten, in denen bestimmte Chefs ihre Entscheidung mitteilten, sie wollten aufgeben und Ingrid Betancourt freilassen, wenn die Regierung ihnen Freiheit garantiert", sagte Uribe. FARC-Rebellen hatten die franko-kolumbianische Grünen-Politikerin Betancourt während ihres Präsidentschaftswahlkampfs im Februar 2002 verschleppt.

Die FARC - mit zeitweise rund 17.000 Mitgliedern nicht nur die älteste, sondern auch die größte kolumbianische Guerillaorganisation - hat mehr als 700 Geiseln in ihrer Gewalt. In Kolumbien, den USA und der EU steht die FARC auf der Liste der Terrororganisationen.

(Quelle: afp)
 


 

Hunderttausende protestieren in Argentinien gegen höhere Agrarsteuern

Mo.26.05.08 - Mehrere hunderttausend Menschen haben in Argentinien gegen eine von der Regierung geplante Erhöhung der Exportsteuern auf Landwirtschaftsprodukte protestiert. Wenn die Regierung nicht einlenke werde es erneut Massenproteste und Straßenblockaden geben, erklärte Bauernverbandspräsident Eduardi Buzzi. «Wir werden sehr hart sein», warnte Buzzi. Rund 300.000 Menschen nahmen Polizei und Veranstaltern zufolge am Sonntag an der Demonstration in der zweitgrößten Stadt des Landes teil.

Präsidentin Cristina Fernandez erklärte unterdessen, die Landwirte müssten auch an das Gemeinwohl denken. Sie sprach in Salta im Norden des Landes vor rund 150.000 Anhängern. Die Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe waren zuletzt stark gestiegen, was Argentiniens Landwirten Rekordeinnahmen bescherte. Fernandez' Regierung will die Ausfuhrabgabe auf Soja und andere Agrarprodukte erhöhen, um damit Sozialprogramme zu finanzieren. Die Agrarexporte sind ein entscheidender Wirtschaftsfaktor und der größte Devisenbringer für Argentinien.

Die Kontroverse um höhere Ausfuhrabgaben ist die erste schwere Krise der seit fünf Monaten amtierenden Regierung. Im März blockierten Bauern wichtige Verkehrsverbindungen und legten den Gütertransport im Land tagelang lahm. Nach den wochenlangen Bauernprotesten und Streiks trat Wirtschaftsminister Martin Lousteau Ende April zurück.

(Quelle: ap)
 


 

G-8-Staaten wollen Abgase bis 2050 halbieren - Keine Einigung auf gemeinsames Ziel bis 2020 - Übereinkunft nicht verbindlich

Mo.26.05.08 - Die acht größten Industriestaaten wollen den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2050 halbieren. Dies sei der «politische Wille», erklärten die Umweltminister der G-8-Staaten heute auf einer Umweltkonferenz in Japan. Die Vereinbarung ist nicht bindend.

Die Minister konnten sich nicht auf eine unter anderem von der Europäischen Union geforderten Festlegung der Abgasreduzierung bis 2020 einigen. Die EU hatte eine verbindliche Reduzierung der Treibhausgase um 20 Prozent vorgeschlagen, die USA und Japan wollten jedoch keine genaue Festlegung für die mittlere Frist. Beobachter sahen in einer Festlegung für 2020 den wichtigeren Teil der Verhandlungen. «Mittelfristige Ziele führen zu Handlungen, aber die lange Frist ist immer die lange Frist - weit weg», sagte EU-Chefunterhändler Jos Delbeke.

Das Treffen der Umweltminister in Kobe, an dem auch China und weitere Schwellenländer teilnahmen, diente der Vorbereitung des G-8-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs im Juli, bei dem es um die weitere Bekämpfung des Klimawandels gehen soll.

Die langfristigen Zielsetzungen bei der Senkung von Treibhausgasen seien kein Ersatz für mittelfristige Vorgaben, sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, in Kobe bereits am Sonntag.

Die USA haben sich bislang nicht auf mittelfristige Ziele festgelegt. Zuvor müssten auch Schwellenländer wie China entsprechende Verpflichtungen akzeptieren, argumentiert Washington. Die Regierung in Tokio hat sich für Senkungen in den Industrieländern binnen der kommenden ein oder zwei Jahrzehnte ausgesprochen, aber ebenfalls keine konkreten Aussagen bis zum Jahr 2020 gemacht.

Bis Dezember 2009 soll einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll ausgehandelt sein, dessen erste Phase 2012 ausläuft. Der Weg dorthin scheint aber noch schwierig zu sein: EU, USA und Schwellenländer wie China und Indien konnten bislang keinen gemeinsamen Nenner finden.

Japan hat derzeit den rotierenden Vorsitz der G-8-Guppe inne. Zum Club der größten Industrienationen gehören außerdem Russland, die USA, Großbritannien, Italien, Frankreich, Kanada und Deutschland.

(Quelle: ap)
 


 

Erste transatlantische Gewerkschaft vor der Gründung

Mo.26.05.08 - In Großbritannien und den USA soll die erste transatlantische Gewerkschaft entstehen. Die britische Arbeitnehmervereinigung UNITE, die mehr als zwei Millionen Beschäftigte im Verkehrswesen, Energiebereich und öffentlichen Dienst vertritt, gab am Sonntag Pläne für eine Fusion mit der amerikanischen Stahlarbeiter-Gewerkschaft USW bekannt. Letztere hat rund 850.000 Mitglieder in den USA, Kanada und der Karibik. UNITE-Sprecher Andrew Murray erklärte, im Zeitalter globaler Wirtschaftsunternehmen müssten sich auch die Gewerkschaften auf internationaler Ebene positionieren. Die Struktur der neuen Vereinigung werde zurzeit noch erarbeitet. Eine formelle Ankündigung der Fusion wurde für den Kongress der amerikanischen Stahlarbeiter Anfang Juni in Las Vegas in Aussicht gestellt.

(Quelle: ap)
 


 

Deutschland

FDP-Chef attackiert Außenpolitik der Bundesregierung

Mo.26.05.08 - FDP-Chef Guido Westerwelle kritisiert die Außenpolitik der Bundesregierung. «Friedenspolitik mit eigenen Abrüstungsinitiativen war stets ein Kernstück deutscher Außenpolitik seit Gründung der Bundesrepublik», sagte Westerwelle dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht. Es sei ein schwerer Fehler, dass die Regierung zunehmend in militärischen Kategorien Außenpolitik betreibe.

Westerwelle kritisierte vor allem die geplante Stationierung von US-Abwehrraketen in Tschechien und Polen. «Unmittelbar vor unserer Haustür wird eine Aufrüstungsspirale in Gang gesetzt, und wir werden die ersten Leidtragenden sein», sagte er. Es sei eine große Gefahr, dass die Union die Raketenstationierung der Amerikaner in Polen und Tschechien kritiklos durchwinken wolle und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dazu keine klaren Worte mehr findet.

Russland könne die Raketenstationierung als Anlass nehmen, zu alter militärischer Stärke aufzurüsten, warnte Westerwelle. «Der US-Präsident spricht vom dritten Weltkrieg, der russische Präsident verkündet eine ´grandiose Aufrüstung´ - und die Bundesregierung schweigt. Deutschland fällt als Kraft für Abrüstung aus», kritisierte er.

(Quelle: ddp)
 


 

Linkspartei will mit Sozial-Kampagnen Druck machen

Mo.26.05.08 - Mit Kampagnen für mehr soziale Gerechtigkeit und einer Kampfansage an die anderen Parteien will die Linke ihren Erfolgskurs bis zur Bundestagswahl fortsetzen.

Die Vorsitzenden Oskar Lafontaine und Lothar Bisky riefen die Mitglieder beim Parteitag am Wochenende in Cottbus dazu auf, ein klares Profil zu zeigen und unbeirrt Kurs zu halten. Die Partei sprach sich für ein Investitionsprogramm von 50 Milliarden Euro jährlich aus. Das Geld soll in die Bereiche Bildung, Gesundheit, Umwelt und öffentliche Beschäftigung fließen. Zur Finanzierung sollen Reiche und große Unternehmen steuerlich stärker belastet und niedrige und mittlere Einkommen entlastet werden.

Ihrer Führungsspitze verpassten die rund 550 Delegierten trotz der Aufrufe zur Geschlossenheit allerdings einen Dämpfer. Lafontaine und Bisky wurden zwar in ihren Ämtern bestätigt, schnitten aber deutlich schlechter ab als vor einem Jahr beim Gründungsparteitag. Besonders starke Verluste musste Lafontaine einstecken, der 78,5 Prozent der Stimmen errang. Im vergangenen Jahr waren es 87,9 Prozent gewesen. Für Bisky stimmten 81,3 Prozent der Delegierten nach 83,6 Prozent im Juni 2007. Auch die Vizechefs Katja Kipping (74,2 Prozent), Klaus Ernst (59,2), Ulrike Zerhau (58,7) und die neu hinzu gekommene Halina Wawzyniak (61,8) erhielten eher magere Ergebnisse.

Am Führungsstil Lafontaines war Unmut laut geworden. Einige Mitglieder hatten diesen als autoritär bezeichnet. Lafontaine hatte die Kritik vor seiner Wahl auszuräumen versucht. Die Linke sei eine demokratische Partei, deren Weichen durch die Mitglieder "und nicht durch einzelne Personen" gestellt würden.

Eine Rolle dürfte beim Dämpfer für den geschäftsführenden Vorstand auch gespielt haben, dass die Repräsentantin der Kommunistischen Plattform, Sahra Wagenknecht, nach Intervention der Parteispitze auf eine Kandidatur als Vizechefin verzichtet hatte. Sie verfügt jedoch über hohes Ansehen in der Partei. Bisky warnte die unterschiedlichen ideologischen Strömungen eindringlich vor einem Machtkampf.

Die Linke ist aus der SED-Nachfolgepartei PDS und der westdeutschen WASG entstanden. Seit der Gründung schwimmt die Partei auf einer Welle des Erfolgs. Ihr gelang der Einzug in vier westdeutsche Landtage, insgesamt ist sie in zehn Landesparlamenten vertreten. Im Bund ist sie in Umfragen fast immer drittstärkste Kraft.

Lafontaine sagte, es sei der Partei gelungen, mit ihrer Forderung nach Mindestlöhnen, "Hartz IV weg", armutsfesten Renten und Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan Themen zu setzen. In dem Aufbau eines eigenen Profils dürfe die Partei nicht nachlassen. "Wir haben den Wind der Geschichte in unseren Segeln, das macht unseren Erfolg aus", rief er unter dem Applaus der Delegierten. Im Vorfeld der Bundestagswahl im nächsten Jahr startete die Linke eine Rentenkampagne, die ein höheres Rentenniveau und den Stopp der Rente mit 67 vorsieht.

Unterschiedliche Ansichten prallten kurz vor Abschluss des Parteitags in der Familienpolitik aufeinander. Mit großer Mehrheit schmetterten die Delegierten in einem Antrag das von Lafontaines Ehefrau Christa Müller geforderte Erziehungsgehalt ab. Damit sollten die Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind in eine Krippe geben oder zu Hause betreuen wollen. Müller hatte wegen ihres Vergleichs von Krippenbetreuung mit Genitalverstümmelung für Unmut in der Partei gesorgt. In ihrer von Pfiffen begleiteten Rede warb sie für Wahlfreiheit.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers mahnte seine Partei, die Themen der Linkspartei ernst zu nehmen. Anders seien die Protestwähler der Linken nicht zurückzugewinnen und die Partei aus den westdeutschen Landesparlamenten nicht herauszuhalten, sagte er der "Bild am Sonntag".

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hingegen sprach von Trugbildern, von denen sich die Linken selbst vernebeln ließen. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla warf der Linken Populismus vor, der Deutschland in den finanziellen Ruin treiben würde. Die Linkspartei müsse von allen demokratischen Kräften in Deutschland bekämpft werden.

(Quelle: rtr)
 


 

SPD-Vorstandsmitglied Schreiner wirbt für Rot-Rot-Grün im Bund

Mo.26.05.08 - SPD-Bundesvorstandsmitglied Ottmar Schreiner hat seine Partei aufgefordert, eine Koalition mit der Linkspartei nach der nächsten Bundestagswahl nicht auszuschließen.

"Jede demokratische Partei muss mit jeder anderen koalitionsfähig sein. Eine Ausgrenzung der Linkspartei bei der nächsten Bundestagswahl wäre falsch", sagte Schreiner der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Entscheidend werde sein, ob SPD, Grüne und Linkspartei inhaltlich genügend Schnittmengen fänden.

Vor diesem Hintergrund wies Schreiner Kritik an der Nominierung von Gesine Schwan als Bundespräsidentenkandidatin zurück. Schwan habe schon bei ihrer ersten Kandidatur 2004 die Stimmen der PDS bekommen, erinnerte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen. "Darüber hat sich kein Mensch aufgeregt. Warum sollte sie jetzt nicht von SPD, Grünen, Linkspartei und einigen Unzufriedenen aus CDU/CSU und FDP zur Bundespräsidentin gewählt werden?"

Die geplante Nominierung Schwans belastet das Klima in der großen Koalition immer mehr. Georg Brunnhuber, Sprecher aller CDU-Landesgruppen im Bundestag, rechnet mit einem vorzeitigen Bruch der großen Koalition. Brunnhuber sagte dem Blatt: "Wenn die SPD einen eigenen Kandidaten nominiert, überreizt sie die Stimmungslage in der Koalition. Ich glaube nicht mehr, dass die Koalition bis Herbst 2009 hält."

(Quelle: rtr)
 


 

Präsidentschafts-Kandidatur: SPD stellt Schwan gegen Köhler auf

Mo.26.05.08 - Die SPD will Gesine Schwan ungeachtet der heftigen Kritik der Union am (morgigen) Montag als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl aufstellen. Darauf habe sich die Parteispitze um den Vorsitzenden Kurt Beck verständigt, hieß es am Sonntag aus informierten Kreisen. «Sie wird morgen nominiert», sagte der bayerische SPD-Chef Ludwig Stiegler am Sonntag im Bayerischen Fernsehen, wie der Sender auf seiner Internetseite berichtete. Die CDU warnte die SPD, sie mache sich zur «Marionette» der Linkspartei. Einzelne Unionspolitiker stellten die Zukunft der Großen Koalition in Frage.

Für eine Kandidatur der 65-jährigen Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder hatten sich am Wochenende unter anderem die stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles und weitere Landespolitiker ausgesprochen. In der «Bild»-Zeitung plädierten Brandenburgs SPD-Chef Matthias Platzeck sowie Bremens SPD-Landesgeschäftsführer Roland Pahl für eine Nominierung Schwans. Sie sei eine über Parteigrenzen hinweg hoch geschätzte Persönlichkeit, sagte Platzeck.

Nahles trat im Deutschlandradio Kultur energisch dem Vorwurf entgegen, weil Schwan nur mit den Stimmen der Linken eine Mehrheit erreichen könne, rücke damit eine rot-rote Koalition im Bund näher. Eine Kandidatur habe keine Signalwirkung für die Bundestagswahl, sagte Nahles. «Die Linke habe kein Programm, stehe «nicht mit beiden Beinen in der EU» und sei daher «nicht regierungsfähig.

Der SPD-Vorstand werde Schwan voraussichtlich ohne Gegenstimme nominieren, schrieb die «Berliner Zeitung». Schwan war bereits 2004 in der Bundesversammlung gegen Köhler angetreten und damals knapp unterlegen. SPD-Chef Kurt Beck beharrte am Wochenende auf dem verfassungsmäßigen Recht auf einen eigenen Kandidaten. Dies sei kein Grund für eine Koalitionskrise.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wies am Sonntagabend Vorwürfe aus der Union zurück, eine Kandidatur Gesine Schwans für das Amt des Bundespräsidenten sei die Vorbereitung einer rot-roten Zusammenarbeit auf Bundesebene. «Wir sagen, was wir wollen, mit wem es geht und mit wem es nicht geht. Und eine Partei wie die Linkspartei, die am Wochenende beschlossen hat, die NATO aufzulösen, die ist einfach nicht regierungsfähig», sagte Heil in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Mit der Linkspartei werde es aus inhaltlichen Gründen keine Koalition geben.

Dagegen sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla dem ARD-Hauptstadtstudio, die SPD plane ein rein parteipolitisches Geschachere. Eine SPD-Kandidatin habe in der Bundesversammlung nur mit den Stimmen der Linkspartei die Chance auf eine Mehrheit. «Die SPD macht sich endgültig zur Marionette von Lafontaine und der Partei Die Linke», sagte Pofalla.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach in der «Bild am Sonntag» von einem «klaren Signal für rot-rote Bündnisse». Der Sprecher der CDU-Landesgruppen in der Fraktion, Georg Brunnhuber sagte der «Bild»-Zeitung: Wenn die SPD einen eigenen Kandidaten nominiert, überreizt sie die Stimmungslage in der Koalition. Ich glaube nicht mehr, dass die Koalition bis Herbst 2009 hält».

CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer, sagte der «Neuen Passauer Presse»: ein Gegenkandidat zu Köhler sei der erste Schritt zu einem rot-roten Bündnis im Bund. «Damit wird Beck als Wortbrecher zum Serientäter.»

Der Vorsitzende der Linkspartei, Lothar Bisky, ließ die Position seiner Partei bis nach der Bayernwahl offen.

(Quelle: ap)
 


 

CDU und SPD verlieren bei Schleswig-Holstein-Wahl

Mo.26.05.08 - Die schleswig-holsteinischen Regierungsparteien CDU und SPD haben bei den Kommunalwahlen schwere Verluste erlitten. Die CDU stürzte laut einer Schätzung der Landeswahlleitung nach der Auszählung ausgewählter Wahlbezirke am Sonntag von 50,8 auf 40,1 Prozent ab, blieb aber stärkste Kraft.

Die SPD unterbot ihr bislang schlechtestes Ergebnis von 2003 um 3,6 Punkte und kam nur noch auf 25,7 Prozent. Gewinner waren die Linken, sie schafften auf Anhieb 7,3 Prozent. Auch die anderen kleinen Parteien legten zu. Vor fünf Jahren lag die Schätzung sehr nahe am Endergebnis.

Die Landesvorsitzenden von CDU und SPD, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Ralf Stegner, zeigten sich enttäuscht. Carstensen sagte, das Abrutschen der CDU um fast 11 Prozentpunkte habe auch an den Ergebnissen in den großen Städten gelegen, wo es «erdrutschartig nach unten gegangen ist». Das Ergebnis sei aber besser als das von 1998 (39,1 Prozent). «Wir sind wieder da, wo wir sonst immer gewesen sind. Wir sind immer noch stärkste Kommunalpartei. Aber schön ist es nicht», sagte Carstensen.

Anders als Carstensen, der das Ergebnis auch als Stimmungsbild für die Landtagswahl bewertete, sah Stegner keine Auswirkungen auf die Wahl 2010: «Es wurde in den Kommunen abgestimmt über kommunale Dinge.» Stegner und Carstensen werden in zwei Jahren aller Voraussicht nach als Spitzenkandidaten aufeinandertreffen.

Drittstärkste Kraft in Schleswig-Holstein wurden die Grünen mit 9,6 Prozent. Vor fünf Jahren kamen sie auf 8,3 Prozent. Ebenfalls hinzugewinnen konnte die FDP, die auf 8,3 Prozent nach 5,7 Prozent im Jahr 2003 kam. Auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) konnte zulegen, er kam auf 3,0 Prozent (2003: 2,5 Prozent). Die in großer Zahl angetretenen Wählergemeinschaften legten genauso zu und kamen nach 2,6 Prozent 2003 auf 4,8 Prozent. Die Schätzung stützt sich auf die Ergebnisse von 70 der 2755 Wahlbezirke. Die Wahlbeteiligung fiel mit ebenfalls geschätzten 49 Prozent auf einen neuen Tiefpunkt. Im Jahr 2003 lag sie noch bei 54,5 Prozent.

CDU, SPD, FDP und Grüne waren flächendeckend zur Wahl angetreten, der SSW im gesamten nördlichen Landesteil. Die Linke fehlte landesweit nur in wenigen Wahlkreisen. Die rechtsextreme NPD kandidierte in Kiel, Lauenburg, Nordfriesland und Ostholstein. Unklar war zunächst, ob sie den Sprung in ein Kommunalparlament schaffte.

(Quelle: dpa)
 


 

Wirtschaftsminister Glos kündigt scharfe Prüfung von Gaspreiserhöhungen an

Mo.26.05.08 - Den deutschen Verbrauchern stehen offensichtlich kräftige Gaspreiserhöhungen bevor.

Der Energiekonzern E.ON wolle seinen Gaspreis um bis zu 25 Prozent anheben, berichtete "Der Spiegel" am Wochenende unter Berufung auf konzerninterne Planungen. Ein E.ON-Sprecher wollte sich zu der genannten Erhöhungsrate nicht äußern. Er verwies aber auf stark gestiegene Beschaffungskosten. Gehe das so weiter, müsse E.ON Ruhrgas seine Großhandelspreise erhöhen. Zuvor hatten schon einzelne Stadtwerke Preiserhöhungen angekündigt. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" wollen 67 Versorger neben E.ON ihre Gaspreise zum 1. Juni und 1. Juli um bis zu 19 Prozent erhöhen.

Wirtschaftsminister Michal Glos kündigte angesichts dessen eine schärfere Kontrolle der Energiekonzerne an. "Die Konzerne werden dem Bundeskartellamt jeden Cent einer solchen Preiserhöhung erklären müssen", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". Wegen der angekündigten Preissteigerungen beim Gas würden nun die Einkaufspreise der Energieunternehmen sehr genau geprüft.

Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet einen Preisschock im gesamten Gasmarkt. "Auch kleinere Stadtwerke werden die Preise für Endverbraucher erhöhen, da sie in der Regel ihr Gas von einem großen Lieferanten wie E.ON beziehen. Hebt der die Preise an, ziehen die kleineren nach", sagte Kemfert der "Bild am Sonntag". Darüber hinaus sei in diesem Jahr noch mit mindestens einer weiteren Preiserhöhungswelle zu rechnen: "Gas wird zum Jahresende noch um weitere zehn Prozent teurer, falls der Ölpreis auf diesem sehr hohen Niveau bleibt", sagte sie voraus. Der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt, der in den vergangenen Wochen stets neue Rekordmarken erreicht hatte und sich seit Jahresbeginn um über 30 Prozent erhöht hat. Steigende Ölpreise führen mit einer Zeitverzögerung von etwa einem halben Jahr auch zu steigenden Gaspreisen.

(Quelle: rtr)
 


 

Ölpreis-Explosion heizt Debatte über Steuersenkungen an - Verheugen, Pofalla, Rüttgers dagegen - Kirchhof will Mehrwertsteuer teilweise streichen - FDP für neue Konzepte

Mo.26.05.08 - Die Explosion der Ölpreise hat die Debatte über die Senkung von Energiesteuern wieder angefacht. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla und EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) wiesen den Ruf nach einer raschen Senkung angesichts der ebenfalls steigenden Preise für Lebensmittel und Rohstoffe zurück. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte der Nachrichtenagentur AP, die Liberalen würden auf ihrem Parteitag diese Woche in München neue Steuerkonzepte vorstellen, die die Menschen spürbar entlasteten.

Pofalla räumte jedoch ein, es gebe bei den Bürgern das Gefühl, der Aufschwung komme bei ihnen nicht an. «Die Menschen erleben, dass höhere Heizkosten und steigende Benzinpreise durch die letzten Lohnsteigerungen nicht ausgeglichen worden sind,» sagte er.

Verheugen nannte die Entwicklung der Ölpreise besorgniserregend, weil der damit verbundene Preisauftrieb als Wachstumsbremse wirke, sagte er der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse». Er sei aber gegen jedes Eingreifen. Eine «Senkung der Energiesteuern wäre ohnehin kontraproduktiv», erklärte der SPD-Politiker.

Gegen Steuersenkungen in der laufenden Legislaturperiode sprach sich der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) aus. Die öffentlichen Haushalte müssten erst einmal konsolidiert werden, sagte er in der «Welt am Sonntag». Rüttgers kündigte an, die Union werde im kommenden Jahr in einem gemeinsamen Steuerkonzept sagen, was nach der Bundestagswahl im Herbst 2009 möglich sei.

Der Chef der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, verlangte in der «Bild»-Zeitung einen niedrigeren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und die Streichung des Eingliederungsbeitrages, den die Bundesagentur für Arbeit an den Bund abführen muss. Der Steuerrechtler Paul Kirchhof schlug dagegen vor, die Mehrwertsteuer auf bestimmte Waren des täglichen Bedarfs abzuschaffen.

FDP-Chef Guido Westerwelle schlug im Nachrichtenmagazin «Focus» vor, zur Entlastung der Mittelschicht alle zwei Jahre das steuerliche Existenzminimum an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anzupassen. Auch sollten die Einkommensgrenzen, bei denen der jeweilige Steuersatz greift, angepasst werden.

Westerwelle sagte, 1960 sei der Spitzensteuersatz erst beim 17fachen des Durchschnittseinkommens fällig geworden. Heute greife der Spitzensteuersatz schon, wenn das Einkommen das 1,4fache des Durchschnitts betrage. Die Annahme, die Mittelschicht in Deutschland sei reich, sei falsch. Die anderen Parteien hätten immer nur die Gesellschaft ganz oben oder ganz unten im Blick. «Wir wenden uns an die Mittelschicht», sagte der FDP-Chef.

Die Kritik am Steuersystem gehört nach den Worten von FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zu den Schwerpunkten des anstehenden FDP-Parteitages in München. «Die Netto-Frage ist das zentrale Thema für die Bürger,» sagte er.

Der Parteitag werde sich mit Anträgen zu Gunsten eines einfacheren Steuersystems befassen, das bei einem hohen Freibetrag zwischen 8.000 und 10.000 Euro beginne und beim Steuersatz nur noch drei Stufen kenne. Der niedrigste Steuersatz von zehn Prozent solle für Einkommen bis 15.000 Euro gelten. Unter einen Satz zwischen 20 und 25 Prozent als nächsthöhere Stufe sollen Einkommen bis 40.000 Euro fallen. Der Spitzensatz zwischen 30 und 35 Prozent werde auf alle darüber liegenden Einkommen angewandt.

(Quelle: ap)
 


 

Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes - Solarbranche fürchtet um ihre Arbeitsplätze

Mo.26.05.08 - Die deutsche Solarbranche fürchtet durch die für 2009 geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die damit verbundenen möglichen Subventionskürzungen den Abbau von Arbeitsplätzen. «Die 20 000 Beschäftigten im Handwerk wären von einem abrupten Einschnitt zuerst betroffen», sagte Carsten Körnig vom Bundesverband der Solarwirtschaft dem «Tagesspiegel am Sonntag». Der Sprecher der Aleo Solar, Hermann Iding, befürchtet demnach ein «Installateursterben», sollte die Bundesregierung sich für starke Subventionskürzungen entscheiden.
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Das Bundesumweltministerium erwägt eine Kürzung der Vergütungen für Solarstrom in drei Schritten. Der Bundestag will Anfang Juni über die Novellierung des EEG entscheiden.

Momentan sind insgesamt nach Angaben des Blattes rund 42 000 Menschen in der Photovoltaik-Industrie beschäftigt. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten es laut einem kürzlich veröffentlichten Gutachten des Bundesverbandes Solarwirtschaft 54 000 sein.

Der Bundesverband der Solarwirtschaft vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 600 deutschen Solarunternehmen.

(Quelle: ddp)
 


 

15 Jahre nach tödlichem Brandanschlag von Solingen - Weiter bestehende Gefahr durch Neonazis

Mo.26.05.08 - 15 Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag von Solingen warnt der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz-Chef Hartwig Möller vor der weiter bestehenden Gefahr durch Neonazis. «Rechtsextreme Straftaten mit so schrecklichem Ausmaß wie in Solingen gab es hier in NRW seitdem nicht mehr. Aber über 120 Menschen werden jährlich Opfer eines rechtsextremistischen Übergriffs. Das ist nicht hinnehmbar», sagte Möller der Nachrichtenagentur ddp. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus bleibe «eine ganz wichtige Aufgabe für alle Sicherheitsbehörden».

«Besonders von rechtsextremistischen Parteien und Gruppen, die ihre Ideologie in der Mitte der Gesellschaft transportieren wollen, geht Gefahr aus», sagte Möller. Mit populistischen Themen wollten etwa die rechtsextreme NPD, aber auch die rechtspopulistische Organisation «Pro NRW» lokal Fuß fassen, um 2010 den Sprung in den Düsseldorfer Landtag zu schaffen. «Rechtsextreme Parteien und Gruppierungen tarnen ausländerfeindliche und rassistische Ideologien mit bürgerlichem Anstrich. Subtil knüpfen sie an die Sorgen der Bürger vor Überfremdung an und schüren Vorurteile und Hass gegenüber ausländischen Mitbürgern», sagte der Geheimdienst-Chef.

Vor allem an Schulen müsse die Aufklärung junger Menschen über die «gefährlichen neuen Strategien» der Rechtsextremisten intensiviert werden. «Nur eine aufgeklärte und gebildete Gesellschaft ist immun gegen rechte Hasspropaganda», sagte Möller.

Vier junge Anhänger der Solinger Neonazi-Szene hatten am 29. Mai 1993 das Haus der türkischen Familie Genc in Brand gesteckt. Fünf türkische Mädchen und Frauen zwischen 4 und 27 Jahren starben bei dem Anschlag. Weitere Bewohner wurden so schwer verletzt, dass sie noch heute unter den Folgen zu leiden haben. Die Täter wurden zu Jugendhaftstrafen von 10 und 15 Jahren verurteilt und sind inzwischen alle wieder auf freiem Fuß.

(Quelle: ddp)
 


 

Wissenschaft

US-Marssonde 'Phoenix' nach zehnmonatiger Reise erfolgreich gelandet - Soll am Nordpol des Planeten nach Spuren von Leben suchen

Mo.26.05.08 - Die Marssonde «Phoenix» ist nach einem riskanten Landemanöver erfolgreich auf dem Roten Planeten gelandet. Die dreibeinige Sonde setzte am Montag nach einer fast zehnmonatigen Reise gegen 1.40 Uhr MESZ in der Nähe des Mars-Nordpols auf, etwa 15 Minuten später empfing die Weltraumbehörde NASA das erste Signal. Im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena brach Jubel aus.

«Ich hätte mir nicht erträumt, dass es so perfekt läuft», sagte Projektmanager Barry Goldstein. Die Sonde habe sich geradewegs und ohne Zwischenfälle auf die Oberfläche des Planeten gesetzt.

«Phoenix» soll mindestens 90 Tage lang in der Nähe des Mars-Nordpols im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben suchen. Bis zur Landung hatte die Sonde rund 711 Millionen Kilometer zurückgelegt. Sie war im August mit einer Rakete von Cape Canaveral in Florida auf den Weg zum Mars geschickt worden.

Der Eintritt in die Atmosphäre des Roten Planeten und das anschließende Landemanöver galten als besonders schwierig. Nur rund sieben Minuten vor der Landung war «Phoenix» noch mit einer Geschwindigkeit von knapp 20.000 Stundenkilometern in die Atmosphäre eingetreten. Hitzeschutzschild, Fallschirm und Bremsraketen funktionierten dabei offenbar wie von den Forschern vorberechnet. Zuletzt drosselten die Schubdüsen die Sonde auf nur noch acht Stundenkilometer.

Wissenschaftler hatten die Landung vorher auch als «sieben Minuten der Angst» beschrieben. Die Landung stellt die erste sanfte Ankunft auf dem Mars seit 32 Jahren dar - 1976 war der «Viking»-Mission das Kunststück gelungen. Vor vier Jahren auf den Mars gebrachte NASA-Rover benutzten eine Kombination von Fallschirmen und riesigen Airbags, um den Aufprall abzumildern. Der Einsatzort der Sonde «Phoenix» im nördlichen Polarkreis des Mars entspräche auf der Erde etwa dem Breitengrad Grönlands oder Nordalaskas.

Die gut 420 Millionen Dollar (270 Millionen Euro) teure Sonde soll nun unter der Oberfläche des Planeten nach Eis bohren und dabei vor allem nach Spuren von organischen Verbindungen suchen. Dafür ist sie mit einem knapp zweieinhalb Meter langem Roboterarm aus Titan und Aluminium ausgerüstet, der auch über eine Schaufel und einen Bohrer verfügt. Damit soll geklärt werden, ob auf dem Mars Bedingungen herrschen oder herrschten, die Leben ermöglichen. Die Funde könnten damit auch den Weg für mögliche bemannte Mars-Missionen bereiten, hieß es beim NASA-Marsprogramm.

Der Name der Sonde gleicht nicht zufällig dem mythischen Vogel, der sich aus der eigenen Asche erhob: «Phoenix» ist aus Teilen einer 2000 abgesagten Mars-Mission zusammengebaut. NASA-Manager bezeichnen «Phoenix» daher auch gerne als «Gebrauchtwagen».

Schon 15 Minuten nach der Landung sollten die Sonnensegel der Sonde ausgeklappt und die ersten Geräte getestet werden. Dadurch sollte die Kommunikation mit der Bodenstation zunächst bis zu zwei Stunden unterbrochen sein. Danach rechneten die Forscher jedoch mit ersten Bildern aus der der Umgebung der Sonde, die über drei um den Mars kreisende Sonden rasch an die Erde geschickt werden sollen.

(Quelle: ap)

Mehr zum Thema unter:
http://phoenix.lpl.arizona.edu
 
 
 
 

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