B.O.A.-NACHRICHTEN
 last update: boa München, Sa.31.05.2008 - 14:00 
  [ Übersicht] [ Ticker ] [ Medien-Termine] [ Medien-Nachrichten]

 

.
 
a9-2008-k0805310      

Nachrichten und Berichte      [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ]

[ vorherige] [ nächste ]         

+++ Sa.31.05.08, 06:30        zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

Irak 1530 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Spannungen in Falludscha wegen Bekehrungsversuche eines US-Soldaten

Sa.31.05.08 - Die US-Streitkräfte im Irak haben mit dem zweiten religiös sensiblen Zwischenfall innerhalb eines Monats zu kämpfen: In der einstigen Aufständischen-Hochburg Falludscha soll ein Marineinfanterist an einem Kontrollpunkt christliche Münzen verteilt haben. Darauf waren in arabischer Sprache eine Frage nach dem ewigen Leben geprägt und ein Bibelzitat aus dem Neuen Testament. Sunnitische Geistliche reagierten mit Empörung, die US-Streitkräfte suspendierten den Soldaten.

Der Marineinfanterist habe auf eigene Faust gehandelt, betonte Oberstleutnant Chris Hughes. Mitgliedern des Militärs sei es nicht gestattet, missionarisch für eine Religion gleich welchen Glaubens und Ritus zu werben. «Es deutet alles darauf hin, dass es sich um einen isolierten Zwischenfall handelt - einen einzelnen Marineinfanteristen, der auf eigene Rechnung Münzen ausgibt.»

Allerdings haben die Streitkräfte gerade erst die Welle der Empörung nach einem Zwischenfall im Westen Bagdads geglättet, nachdem ein US-Scharfschütze den Koran als Zielscheibe für seine Schießübungen benutzt hatte. Der Mann wurde aus dem Irak versetzt.

Ein einflussreicher sunnitischer Stammesführer in Falludscha, Scheich Abdul-Rahman al-Subaije, sagte, der Vorfall mit den Münzen sei nicht zufällig geschehen. «Es wurde geplant und mit Vorsatz umgesetzt», sagte er. «Die sunnitische Bevölkerung kann so etwas nicht akzeptieren und erdulden. Ich werde vielleicht nicht in der Lage sein, die Kontrolle zu behalten, wenn sich solche Dinge wiederholen.»

Die Allianz mit den Stammesführern ist für die US-Streitkräfte im sogenannten sunnitischen Dreieck von großer strategischer Bedeutung. Erst als sich die Stammesführer von der Al Kaida im Irak lossagten, besserte sich die Sicherheitslage in dem Gebiet.

(Quelle: ap)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 31.05.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendsechsundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Do.31.05.07 - Suche nach verschleppten Briten in Sadr City - Bagdad verdächtigt schiitische Miliz der Entführung +++ Neun Menschen bei Anschlag in Falludscha getötet... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0705310.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Britischer Ex-Premier Blair betont Bedeutung der Religionen im 21. Jahrhundert

Sa.31.05.08 - Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat den Religionen eine herausragende Bedeutung im 21. Jahrhundert zugewiesen. Die Religionen seien als entscheidende Kräfte unserer Zeit anzuerkennen, sagte Blair am Freitag in New York bei der Vorstellung seiner eigenen Stiftung, der Tony Blair Glaubensstiftung. Die von ihm ins Leben gerufene Organisation hat zum Ziel, Menschen weltweit über die unterschiedlichen Religionen aufzuklären. Außerdem sollen Kirchen im Kampf gegen Armut unterstützt werden.

Blair trat erst kürzlich von der anglikanischen zur katholischen Kirche über. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton stellte Blair auf der Veranstaltung als einen Mann authentischen und tiefen Glaubens vor. Blair ist im vergangenen Jahr als britischer Premier zurückgetreten und ist seither Nahost-Beauftragter des internationalen Nahost-Quartetts (USA, EU, Russland, UN).

(Quelle: ap)
 


 

Abkommen zum Verbot von Streubomben formell verabschiedet

Sa.31.05.08 - Unter dem Applaus der Delegationen aus 111 Ländern hat in Dublin eine internationale Konferenz förmlich den Verzicht auf Streubomben beschlossen. Das vor zwei Tagen vereinbarte Abkommen wurde im Croke-Park-Stadion der irischen Hauptstadt bei einer Vollversammlung der Konferenzteilnehmer angenommen. Der Vertragstext soll Anfang Dezember in Oslo unterzeichnet und anschließend in den Unterzeichnerstaaten ratifiziert werden. Mit den USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel blieben allerdings die wichtigsten Herstellerländer von Streumunition der Konferenz fern.

Die Konferenzteilnehmer hatten sich am Mittwoch bereits darauf verständigt, dass Verwendung, Herstellung, Erwerb und Entwicklung von Streumunition sofort nach Inkrafttreten des Vertrags verboten sein sollen. Für die aufwändige Zerstörung der Streubomben wurde ein Zeitraum von acht Jahren eingeräumt. Deutschland erklärte am Donnerstag seinen sofortigen verzicht auf Streumunition.

Die US-Regierung bekräftigt indes, dass sie dem Abkommen nicht beitreten wird. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott Stanzel, erklärte, die USA seien "tief besorgt" nicht nur über die Auswirkung von Streubomben, sondern von jeglicher Munition in Kriegen. Es gebe aber einige Differenzen darüber, wie dem Problem "taktisch richtig" beizukommen sei.

(Quelle: afp)
 


 

Taliban nehmen Distrikt in Südost-Afghanistan ein

Sa.31.05.08 - Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan erneut einen Distrikt erobert. Die Polizei in der südostafghanischen Provinz Ghasni bestätigte am Freitag, dass der Distrikt Raschidan an die Aufständischen gefallen sei. Der Kontakt mit den Behörden dort sei in der Nacht zuvor abgebrochen. Ein Taliban-Sprecher sagte, die Rebellen hätten Raschidan unter ihre Kontrolle gebracht. Die Aufständischen hätten drei Soldaten getötet. Der Distrikt-Gouverneur und acht Polizisten seien gefangen genommen worden.

(Quelle: dpa)
 


 

Pakistan: Zeitungen fordern Präsident Musharraf zum Rücktritt auf

Sa.31.05.08 - Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf ist am Freitag von mehreren Zeitungen offen zum Rücktritt aufgefordert worden. Der Staatschef selbst wies Gerüchte über einen baldigen Machtverzicht zurück. Ein kürzliches Treffen mit seinem Nachfolger im Amt des Heereschefs sei reine Routine gewesen, erklärte Musharraf in einer Fernsehansprache.

Die Tageszeitung «Nawa-i-Waqt» schrieb, Musharraf solle sich ein Beispiel am entmachteten nepalesischen König Gyanendra nehmen. Der «Starrsinn eines einzigen Mannes» habe praktisch die gesamte pakistanische Regierung gelähmt, schrieb das Blatt. Auch die «Daily Times» riet Musharraf zum Rücktritt. «The Nation» schrieb, indem der Staatschef einen Machtverzicht immer weiter hinauszögere, spiele er lediglich seinen politischen Gegnern in die Hände.

(Quelle: ap)
 


 

Afrika will landwirtschaftliche Produktivität erhöhen

Sa.31.05.08 - Im Kampf gegen die steigenden Nahrungsmittelpreise will Afrika die landwirtschaftliche Produktivität erhöhen. Die Teilnehmer einer internationalen Afrika-Konferenz erklärten am Freitag im japanischen Yokohama, sie wollten in den kommenden fünf Jahren drei Bereichen Priorität einräumen: der Stärkung des Wirtschaftswachstums, der Sicherheit der Menschen und der Umwelt.

Die Landwirtschaft sei der Schlüssel für die Fähigkeit Afrikas, sich allein zu ernähren, hieß es in der Stellungnahme weiter. Die Teilnehmer der Konferenz, neben Japan und afrikanischen Regierungschefs auch Vertreter von Entwicklungsorganisationen, wollen die Reisproduktion auf dem Kontinent innerhalb von zehn Jahren verdoppeln. Sie sicherten außerdem den Bau von Straßen und Elektrizitätswerken zu, wollen die Privatwirtschaft stärken sowie die Gesundheitsfürsorge und Bildungsmöglichkeiten ausweiten. Bis 2012 ist außerdem ein internationaler Vertrag zum Klimawandel geplant.

Während der dreitägigen Konferenz betonten die afrikanischen Vertreter immer wieder, der Kontinent wolle sich selbst versorgen. «Wir glauben, dass Afrikas Zukunft im Handel und nicht in der Hilfe liegt», sagte der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki in seiner Rede am Mittwoch. «Ohne die Bedeutung der Hilfe herabzusetzen sind doch bessere Handelsbedingungen entscheidend für Afrika, um seine Integration in die Weltwirtschaft zu gewährleisten.» Lob gab es in den vergangenen Tagen für die wachsende politische Stabilität in vielen afrikanischen Ländern, für das Wirtschaftswachstum und die steigenden Direktinvestitionen.

Die Internationale Konferenz zur Entwicklung Afrikas kommt seit 1993 alle fünf Jahre zusammen. An dem Treffen in dieser Woche nahmen rund 2.500 Delegierte aus 50 afrikanischen Ländern, von internationalen Organisationen und Regierungen teil. Zum Auftakt der Konferenz hatte Japan angekündigt, seine Entwicklungshilfe für Afrika bis 2012 auf umgerechnet 1,2 Milliarden Euro zu verdoppeln.

(Quelle: ap)
 


 

Weltbank gibt wegen Nahrungsmittel-Krise 1,2 Mrd Dollar

Sa.31.05.08 - Die Weltbank stellt kurzfristig 1,2 Milliarden Dollar für arme Länder bereit, die unter den Auswirkungen der steigenden Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise leiden.

Das Geld solle sowohl zur Stützung der Finanzhaushalte der bedürftigen Länder als auch für Bargeld- und Lebensmittel-Hilfen eingesetzt werden, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick am Donnerstag. Die Hilfe werde in Form von Krediten und Finanzierungsgarantien gewährt.

Die Weltbank will zudem ihre Kredite für die Landwirtschaft in armen Ländern für 2009 auf sechs Milliarden von derzeit vier Milliarden Dollar ausweiten. Dies solle dazu führen, dass mehr Nahrungsmittel produziert würden.

(Quelle: rtr)
 


 

US-Behörden prüfen Verdacht von Marktmanipulationen beim Ölpreis

Sa.31.05.08 - Nach den jüngsten Ölpreis-Rekorden wollen die US-Behörden in Zusammenarbeit mit Europa prüfen, ob dafür Markt-Manipulationen mitverantwortlich sind.

Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen, CFTC, erklärte am Donnerstag, sie habe mit den britischen Aufsichtsbehörden und der Londoner Future-Börse ICE Futures Europe einen Informations-Austausch über Energie-Kontrakte vereinbart. Vorausgegangen sei eine sechsmonatige, intensive Beobachtung des Handels.

US-Politiker haben die CFTC seit Monaten gedrängt, die Aufsicht zu verschärfen und gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Anstieg des Ölpreises mitverantwortlich gemacht werden.

"Die Kommission hat wichtige Schritte eingeleitet, um sicherzustellen, dass die US-Energie-Terminmärkte ordnungsgemäß und frei von Manipulation in Missbrauch funktionieren", teilte die CFTC mit. Es habe bereits im Dezember eine landesweite Untersuchung über Handelsgeschäfte mit Öl gegeben. Normalerweise würden solche Prüfungen nicht bekanntgemacht, erklärte die US-Aufsichtsbehörde. Angesichts der derzeit beispiellosen Marktbedingungen habe man sich diesmal aber anders entschieden.

Bei der Prüfung geht es unter anderem um Rohöl-Handelskontrakte für das oft gehandelte Produkt West Texas Intermediate (WTI), die in New York und London gehandelt werden.

(Quelle: rtr)
 


 

Inflation in der Eurozone wieder auf Allzeithoch von 3,6 Prozent

Sa.31.05.08 - Nach einer kurzzeitigen Entspannung im April ist die Inflationsrate in der Eurozone im Mai auf den Spitzenwert von 3,6 Prozent zurückgeschnellt. Das geht aus einer vorläufigen Schätzung der Statistikbehörde Eurostat hervor, die am Freitag in Brüssel veröffentlicht wurde. Der Rekordwert von 3,6 Prozent wurde erstmals im März erreicht. Im April verlangsamte sich die Teuerungsrate vorübergehend auf 3,3 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Eurozone eine Inflationsrate von höchstens zwei Prozent an.

In Deutschland hatte die Preisexplosion bei Diesel und Heizöl die Lebenshaltungskosten im Mai ebenfalls nach oben getrieben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Verbraucherpreise um voraussichtlich 3,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden Mitte der Woche mitgeteilt hatte.

(Quelle: ap)
 


 

FDP-Debatte über Image als Steuersenkungspartei

Sa.31.05.08 - In der FDP mehren sich Warnungen vor einem einseitigen Image als Steuersenkungspartei. «Wenn die FDP die sogenannte vergessene Mitte erreichen will, müssen wir mehr bieten als Steuerentlastungen.»

Das sagte der Berliner FDP-Landesvorsitzende Markus Löning der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch die Bildungspolitik müsse dazu gehören. Im Wahlkampf werde die Frage der Gerechtigkeit eine große Rolle spielen. Die FDP müsse darauf eigene Antworten geben. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), Johannes Vogel, warb in der «Berliner Zeitung» (Freitag) für ein neues Grundsatzprogramm.

Die FDP kommt heute Samstag und am Sonntag zu ihrem Bundesparteitag in München zusammen. Zentrales Thema soll ein Steuerkonzept sein, mit dem die Steuerzahler zwischen 28 und 40 Milliarden Euro entlastet werden sollen. Die Details des Konzepts sind wegen der umstrittenen Gegenfinanzierung noch offen.

Der FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag): «Wir haben drei Anträge vorliegen, die alle ein Ziel haben: eine Entlastung der Bürger und eine Vereinfachung des Steuersystems.» Als «Fernziel» werde weiterhin ein einheitlicher Steuersatz auf alle Einkunftsarten angestrebt. «Darauf allerdings sind unser Land und unser Steuersystem noch nicht vorbereitet. Im Moment würde ein einheitlicher Satz von 20 oder 22 Prozent für viele Geringverdiener eine Steuererhöhung bedeuten. Das wollen wir nicht.»

Auch für FDP-Vizechef Rainer Brüderle bleibt die «Flat-Tax» mit einem einheitlichen Steuersatz das Ziel: Das von der Parteispitze in ihrem Leitantrag geforderte Stufen-Steuermodell sei aber «ein Schritt in die richtige Richtung», sagte er dem «Reutlinger General-Anzeiger» (Freitag). Die Vorteile der System-Umstellung lägen auf der Hand: «All die Ungerechtigkeiten des Steuerrechts und die komplizierten Ausnahmeregelungen würden wegfallen.» Auch das heutige Problem der «kalten Progression» bei jeder Lohnerhöhung gebe es dann nicht mehr - «mehr Brutto hieße dann automatisch mehr Netto».

Der FDP-Nachwuchs setzt auf thematische Verbreiterung: «Wir brauchen ein neues Grundsatzprogramm und müssen die Debatte darüber jetzt beginnen», sagte Juli-Chef Vogel. Es sei Aufgabe der Partei, über die aktuelle Politik hinaus Entwürfe zu bieten. Vogel zeigte sich enttäuscht über Generalsekretär Niebel, der im Einklang mit Parteichef Guido Westerwelle die Debatte erst nach der Bundestagswahl führen will: «An dieser Aufgabe muss sich Niebel messen lassen und sich auch vom Parteivorsitzenden abgrenzen.»

(Quelle: dpa)
 


 

Schwan für differenzierte Sicht auf die Linke

Sa.31.05.08 - Die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, hat sich für eine differenzierte Betrachtung der Linkspartei ausgesprochen. Es gebe bei der Linken unterschiedliche Gruppen und Motive, schreibt Schwan in einem am Freitag veröffentlichten Beitrag für die SPD-Zeitung «Vorwärts».

Sie habe vor allem, aber nicht nur junge Mitglieder der Linken kennengelernt, die eine sozial engagierte, demokratische Politik betreiben wollten. Andere in der Partei hingen nostalgisch und unkritisch an der DDR. Schließlich gebe es solche, die die Herausforderungen der Globalisierung dazu nutzen, «mit demagogischem Populismus» Stimmen zu gewinnen.

Die Linke beschreibe zum Teil die politischen Umwälzungsprozesse im Zuge der Globalisierung richtig, gebe aber keine realitätsfesten Antworten, sagte Schwan. Die Linke setze auf das öffentliche Eigentum und zuweilen auf die Überwindung des kapitalistischen Systems. Beide Vorstellungen seien verschwommen.

Sie wolle dazu beitragen, dass sich die Linke zwischen konstruktiver Politik und demagogischem Populismus entscheide, betonte Schwan. Die Hochschulprofessorin will mit Vertretern der Linken sprechen, aus deren Reihen sie Stimmen für die Bundespräsidentenwahl am 23. Mai 2009 braucht, um zu gewinnen. Sie sei gegen «Kommunikationstabus». Eine Absprache mit der Linkspartei werde es aber nicht geben.

(Quelle: ddp)
 


 

Drastische Absenkung der Solarförderung vom Tisch

Sa.31.05.08 - Die von der Solarbranche befürchtete drastische Absenkung der Förderung von Solarstrom ist vom Tisch.

SPD und Union einigten sich nach rund achtstündiger Sitzung am späten Donnerstagabend auf neue Fördersätze für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Die Hilfen für neue Dach-Solaranlagen sollen nun 2009 und 2010 jeweils um acht Prozent und 2011 um neun Prozent sinken, sagte der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer am Freitag zu Reuters. Die Grundvergütung bleibe stabil. Allerdings soll die Absenkung bei Freiflächenanlagen höher ausfallen als bei Dachanlagen. Freiflächen machen in Deutschland nur einen geringen Anteil am Solargeschäft aus. Die Vereinbarungen wurden in der Branche mit Erleichterung aufgenommen. An der Börse legten Solarwerte deutlich zu.

Bei Windstrom, sowohl an Land als auch auf See, wurde die Förderung nach Angaben aus der Koalition gegenüber den Plänen des Umweltministeriums noch einmal erhöht. Gleiches gelte für Biomasse-Anlagen, die in erster Linie auf Drängen von CSU-Vertretern eine noch höhere Förderung bekommen sollen. Zahlen lagen zunächst nicht vor. Am Montag sollen noch weitere Details besprochen werden. Nach Angaben des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Kelber könnte die Gesetzesnovelle noch in der kommenden Woche im Parlament beraten werden.

Solarworld-Chef Frank Asbeck nannte die neuen Fördersätze erträglich. "Damit kann die Branche leben", sagte er Reuters. Auch sei es nun weiterhin möglich, wie angestrebt, 2015 die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom zu schaffen. Analysten werteten die Einigung positiv für die Geschäftsaussichten des Unternehmens. Die WestLB stufte Solarword auf "Buy" von "hold" hoch.

Ökostrom wird zu gesetzlich festgelegten Fördersätzen ins Netz eingespeist. Die Preisdifferenz zu konventionellem Strom wird durch eine Umlage auf alle Verbraucher verteilt. Einige Unionspolitiker hatten einen Abbau der Förderung um bis zu 30 Prozent gefordert. Diese Überlegungen waren allerdings auch bei den Umweltexperten der Union auf Widerstand gestoßen, die die vor allem in Ostdeutschland stark vertretene Solarbranche gefährdet sahen.

(Quelle: rtr)
 


 

Teilprivatisierung - Bundestag schickt Bahn auf die Fahrt zur Börse

Sa.31.05.08 - Der Bundestag hat den Weg für den Börsengang der Deutschen Bahn frei gemacht.

Die Fraktionen der großen Koalition sprachen sich trotz mehr als zwei Dutzend Gegenstimmen aus der SPD mit großer Mehrheit für die Teilprivatisierung des letzten großen Staatskonzerns in Deutschland aus. Linke und Grüne lehnten das Vorhaben ab, die FDP stimmte trotz grundsätzlicher Zustimmung gegen den Kompromiss.

Über die Privatisierung war jahrelang gestritten worden, immer wieder stand sie insgesamt in Frage. Das nun beschlossene Konzept sieht vor, dass nicht die Bahn als Ganzes für private Kapitalanleger geöffnet wird. Lediglich der Personen- und Güterverkehr in der neuen Transporttochter DB Mobility Logistics soll mit 24,9 Prozent im Herbst an die Börse gebracht werden. Die Infrastruktur und insbesondere das mehr als 30.000 Kilometer lange Schienenetz bleiben vollständig im Besitz der weiterhin bundeseigenen Bahn-Holding.

Der für den 5. November erwartete Börsengang dürfte nach Schätzungen von Investmentbankern fünf bis sechs Milliarden Euro erlösen und wäre damit das größte Initial Public Offering (IPO), seit dem der Deutschen Post Ende 2000. Der Bund erhofft sich sogar bis zu acht Milliarden Euro. Aufgrund der weltweiten Krise an den Finanzmärkten gilt der Erfolg des Börsengangs bei Finanzexperten allerdings als unsicher.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn erreicht mit dem Beschluss nach vielen Rückschlägen doch noch sein großes Ziel. "Der heutige Beschluss sichert die Zukunft des Unternehmens und seinen 237.000 Beschäftigten", sagte der Konzernchef, über dessen Zukunft allerdings bereits wieder spekuliert wird.

Umgehend dementiert wurde ein Bericht, wonach Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller den ehemaligen EnBWManager Utz Claassen ab 2010 als Chef der geplanten Verkehrssparte des Konzerns berufen will. Mehdorn säße dann lediglich der Holding vor. "Es ist ganz klar. Mehdorn bleibt unverändert Chef der Bahn", sagte eine mit den Regierungsplänen vertraute Person. Das gelte auch für die Transporttochter nach dem Börsengang. Mehdorns Vertrag läuft bis 2011.

Der Großteil - rund 20 Prozent - der Anteile an der DB Mobility Logistics soll an große Investoren mit langfristigen Interessen gehen, der Rest an Kleinanleger. Interesse kommt unter anderem aus Russland. Finanzinvestoren könnte allerdings abschrecken, dass durch den weiterhin hohen Staatsanteil ihr Einfluss von vorneherein begrenzt wird.

In diesem Jahr hat sich noch kein größeres deutsches Unternehmen an den Kapitalmarkt getraut. Manche Experten hoffen, die Bahn könnte der "Eisbrecher" für neue Börsengänge sein. Die Debatte über die Privatisierung der Bahn dürfte auch bei der Bundestagswahl eine Rolle spielen. Denn die Union hätte gerne 49,9 Prozent privatisiert und sieht die jetzigen Pläne nur als Einstieg. Die Sozialdemokraten wollen dagegen auf keinen Fall weiter gehen.

Bei der SPD votierten 27 Abgeordnete aus der Parteilinken gegen das Vorhaben, das ihnen bereits jetzt zu weit geht. Die Bundesländer fühlen sich übergangen, weil der Bundesrat nicht beteiligt wurde. Die Flächenländer befürchten, dass unter dem Druck von Finanzinvestoren der Schienenverkehr ausgedünnt wird, wie Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) kritisierte.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee verwies auf den internationalen Konkurrenzdruck für die Bahn als Logistikkonzern. "Die Teilprivatisierung wird dazu führen, dass wir mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen", sagte Tiefensee. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen für Investitionen, die Sanierung des Schienennetzes, aber auch zu einem Drittel für den Schuldenabbau des Bundes genutzt werden.

FDP, Grüne und Linke warfen der Koalition vor, die Bahn-Privatisierung "im Schweinsgalopp" durchzupeitschen. Es sei nicht geklärt, in welchem Umfang die Konzernmutter für Fehlinvestitionen der börsennotierten Tochter geradestehen müsse, sagte Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn.

(Quelle: rtr)
 


 

Jeder fünfte Berufstätige nimmt weite Wege in Kauf

Sa.31.05.08 - Jeder fünfte Berufstätige nimmt in Deutschland als Fernpendler, Wochenendpendler oder Dienstreisender weite Wege zu seiner Arbeit in Kauf. Dies ist das Ergebnis der ersten repräsentativen Studie zur berufsbedingten Mobilität in Europa, deren deutsche Ergebnisse am Freitag in Mainz vorgestellt wurden. Die größte Gruppe innerhalb dieses hoch mobilen Teils der Bevölkerung sind die Fernpendler, die täglich mindestens zwei Stunden für den Weg zur Arbeit und zurück aufwenden.

Nach den Ergebnissen der Studie, die für Deutschland vom Institut für Soziologie der Universität Mainz koordiniert wurde, ziehen die Deutschen weite Wege zum Arbeitsplatz einem Umzug vor. Nur 20 Prozent der «Mobilen» seien im Laufe ihres Berufslebens umgezogen. Dagegen legen 80 Prozent täglich weite Wege zurück oder übernachten auswärts.

Nur ein Drittel der betroffenen Berufstätigen sieht die eigene Mobilität als etwas Positives an. Wie die Studie ergab, bezeichnen dagegen 55 Prozent der «Mobilen» die regelmäßig zurückgelegten weiten Wege als «notwendige Erfordernis», zwölf Prozent sogar als «Zwang». Viele Betroffene litten unter Erschöpfung, Zeitmangel und deutlich erhöhten Belastungen im Privatleben. Für die Studie wurden europaweit 7.150 Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren befragt, davon 1.663 in Deutschland.

(Quelle: ap)
 


 

Polizeigewerkschaft fordert Stärkung des Datenschutzes - GdP-Chef Freiberg: Wirtschaftliche Interessen gefährden informationelles Selbstbestimmungsrecht

Sa.31.05.08 - Angesichts der Häufung der Lausch- und Spähangriffe von Wirtschaftsunternehmen auf Mitarbeiter und Kunden hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine rasche Stärkung des Datenschutzes durch den Gesetzgeber gefordert. Der GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg sagte am Donnerstag in Berlin: «Das informationelle Selbstbestimmungsrecht und der Datenschutz geraten zunehmend durch wirtschaftliche Interessen in Gefahr.»

Die jüngste Affäre bei der Telekom zeige, wie tief die Hemmschwelle bereits gesunken sei, mit vertraulichen Daten zum eigenen Nutzen umzugehen, meinte Freiberg. Immer wieder werde das Gespenst des gläsernen Bürgers an die Wand gemalt, wenn Sicherheitsbehörden neue gesetzliche Grundlagen für die Bekämpfung von Terrorismus und schwerster Kriminalität einforderten, meinte der GDP-Vorsitzende. «Dass der gläserne Kunde, der gläserne Arbeitnehmer oder der gläserne Konkurrent schon längst Realität sind, wird dabei übersehen.»

Freiberg betonte: «Was sich mittlerweile die Privatwirtschaft erlaubt, käme den staatlichen Sicherheitsbehörden nie in den Sinn.» Er forderte deshalb rasches Handeln des Gesetzgebers. «Die strafrechtliche Relevanz der Verletzung des Datenschutzes und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung muss verstärkt werden. Das sind keine Bagatellen.»

(Quelle: ap)
 


 

Bildungsausgaben in Deutschland stagnieren

Sa.31.05.08 - Die Rufe nach höheren Bildungsinvestitionen finden keinen Niederschlag in einer tatsächlichen Ausgabensteigerung. Die Gesamtausgaben stiegen im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig von 141,6 Milliarden Euro auf 142,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank sogar von 6,3 auf nun 6,2 Prozent.

Etwa drei Viertel der Gelder stammen aus den öffentlichen Haushalten: Nach der erst für das Jahr 2005 vorliegenden Finanzierungsstruktur wurden acht Prozent vom Bund, 51 Prozent von den Ländern und 17 Prozent von den Kommunen finanziert. Die übrigen 24 Prozent stammen aus dem privaten Bereich.

(Quelle: afp)
 


 

Studie - Artenschutz wirtschaftliche Notwendigkeit

Sa.31.05.08 - Der Schutz der Arten ist einer Untersuchung zufolge ökonomisch sinnvoller als die rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Der Schwund der biologischen Vielfalt bedeute einen enormen wirtschaftlichen Verlust, sagte der indische Ökonom Pavan Sukhdev am Donnerstag auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Der Deutsche- Bank-Manager stellte vor Vertretern aus rund 190 Staaten erste Ergebnisse der Studie vor, die den Wert der Artenvielfalt beziffert. Umweltorganisationen begrüßten die Untersuchung, die auf eine Initiative der Bundesregierung zurückgeht. Der UN-Gipfel ging am Freitag zu Ende.

Ökosysteme lieferten beispielsweise Nahrung, Wasser und pflanzliche Wirkstoffe für Medikamente, heißt es im Zwischenbericht der Untersuchung. Sie schützten zudem vor Bodenerosion und seien ein bedeutender Kohlenstoffspeicher. Ein globales Netz von Schutzgebieten, das etwa 30 Milliarden Dollar im Jahr kosten würde, könnte einen jährlichen ökonomischen Wert von 4,5 bis 5,2 Billionen Dollar erbringen.

Es müsse klar werden, dass mit dem Erhalt der Natur mehr zu verdienen sei als mit ihrer Zerstörung, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). EU-Umweltkommissar Stavros Dimas warnte davor, "unser natürliches Kapital zu verspielen". Artenschutz sei mehr als der Einsatz für bedrohte Pumas oder Rhinozerosse, sondern eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte, es sei sinnvoll, den ökonomischen Wert der Biodiversität zu beziffern. Dadurch werde deutlich, dass der Einsatz für Artenschutz keine "Spinnerei" sei, so BUND-Chef Hubert Weiger. Die Natur habe aber nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern darüber hinausgehende Werte. Auch die Umweltorganisation WWF begrüßte die Untersuchung. Die Ökonomisierung der Natur sein aber "kein Königsweg". "Wir haben auch eine moralische Pflicht", so die Umweltorganisation.

Unterdessen kündigte Brasilien die Ausweisung eines neuen Urwald- Schutzgebietes von 100.000 Quadratkilometern an. Geplant sei, bis 2012 insgesamt rund 600.000 Quadratkilometer Amazonas-Urwald vor der Rodung zu bewahren, hieß es auf der Konferenz. Die Umweltorganisation WWF wird sich nach eigenen Angaben mit 30 Millionen Euro an dem Projekt zu beteiligen. Auch die deutsche KfW- Entwicklungsbank steuert Geld bei.

Insgesamt haben etwa 30 Entwicklungsländer in Bonn erklärt, zusätzliche Gebiete unter Schutz stellen zu wollen. Die meisten Staaten wollen dafür Finanzmittel aus der kürzlich gestarteten "LifeWeb"-Initiative der Bundesregierung beantragen. Dabei handelt es sich um ein Finanzierungsmodell, bei dem ärmere Länder ihren Geldbedarf für Schutzgebiete anmelden können. Geberländer und Unternehmen sollen dann Mittel für konkrete Projekte auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen.

Am vorletzten Tag der Konferenz trugen Kinder und Jugendliche vor Ministern aus aller Welt einen Katalog mit Forderungen vor. Sie appellierten an die Gipfelteilnehmer, den Artenschutz voranzubringen und das Klima zu schützen.

(Quelle: epd)
 
 
 
 

mehr Nachrichten...


[ vorherige ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   



 

WebSite-Search

PicoSearch

| Nachrichtenticker | Nachrichten der vergangen Tage |

 | kunst&kult | philosophie | wissenschaft | gesellschaft | diverses | öko | medien | links

| home | home(no frame) |

B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax : 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de