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a9-2008-k0806020
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+++ Mo.02.06.08, 06:30 Nachrichten-Archiv Aktuelle Nachrichten
Irak 1532 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Australische Soldaten verlassen den Irak. Frankreichs
Außerminister Kouchner zu Besuch in südostirakischer Stadt
Nasirija. Zwei Tote bei Bombenexplosion in Bagdad
Mo.02.06.08 - Australien hat rund 500 Soldaten aus dem Irak abgezogen. Die Truppe
habe am Sonntag ihren Stützpunkt im Süden des Landes
verlassen, teilte ein Sprecher des britischen Militärs mit.
Damit erfüllt der seit November amtierende australische
Ministerpräsident Kevin Rudd sein Wahlversprechen, die Soldaten bis
zum Jahresende nach Hause zu holen. Umfragen zufolge sind 80 Prozent
der Australier gegen den Krieg im Irak.
Seit der Übergabe der Provinz Dhi Kar an die irakischen
Behörden waren die australischen Soldaten zuletzt als Ausbilder der
Sicherheitskräfte des Irak tätig. Britischen Angaben zufolge
sollen zivile australische Ausbilder im Land bleiben. Australien war
eines der ersten Länder, die den USA militärische
Unterstützung zu Beginn des Irak-Kriegs zusagten. Irakischen
Angaben zufolge sollen US-Soldaten ihre australischen Kollegen ersetzen.
In Bagdad explodierte am Sonntag eine Autobombe in der Nähe der
iranischen Botschaft. Mindestens zwei Zivilpersonen wurden
getötet, fünf weitere Menschen erlitten Verletzungen, wie die
Polizei erklärte. Unter den Verletzten seien drei
Sicherheitsbeamte der Botschaft. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine
Kontrollstelle der Polizei wurden am Samstag mindestens zehn Menschen
getötet. Zwölf weitere wurden teils schwer verletzt, wie die
Behörden in der Stadt Hit rund 140 Kilometer westlich von Bagdad
mitteilten. Sechs der Toten waren Polizisten.
Der französische Außerminister Bernard Kouchner traf am
Samstag zu einem nicht angekündigten Besuch in der
südostirakischen Stadt Nasirija ein. Er wurde nach der Landung auf
der US-Basis der Stadt vom schiitischen Vizepräsidenten Adel Abdul
Mahdi und Provinzgouverneur Asis Kadhim Alwan begrüßt.
Kouchner kam aus Amman, wo er tags zuvor ein Abkommen zur friedlichen
Nutzung der Kernenergie in Jordanien unterzeichnet hatte. Kouchner
bezeichnete seinen Besuch als «Zeichen des Friedens und der
Kooperation». Er sei gekommen, um über den
französischen Beitrag zum Wiederaufbau des Iraks zu sprechen.
boa (Quellen: rtr, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 02.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendachtundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Sa.02.06.07 - Allein im Mai 2000 Zivilisten im Irak getötet. Zahl der im Irak
seit Kriegsbeginn getöteten US-Soldaten auf knapp 3500 gestiegen +++
US-Präsident Bush schickt Top-Beraterin zur Unterstützung nach
Bagdad +++ US-Verteidigungsminister Gates will langfristige amerikanische
Truppen-Präsenz im Irak...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0706020.htm#news
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Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Mehr als 100 Taliban bei Kämpfen in West-Afghanistan getötet
Mo.02.06.08 - Im Westen Afghanistans haben einheimische und ausländische Truppen
nach offiziellen Angaben mehr als 100 Taliban-Kämpfer getötet.
Der Einsatz nahe der Grenze zu Iran in der Provinz Farah habe drei Tage
gedauert, teilte das afghanische Innenministerium am Sonntag mit. Unter
den afghanischen und US-geführten Soldaten habe es keine Opfer
gegeben. Über zivile Opfer lägen keine Informationen vor. Die
Taliban konnten für eine Stellungnahme zunächst nicht
erreicht werden.
In der Hauptstadt Kabul kam nach Angaben des Verteidigungsministeriums
am Sonntag bei einem Bombenanschlag auf einen Armee-Bus eine Zivilistin
ums Leben. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, darunter
drei Soldaten. Die Hochburgen der Taliban liegen im Süden und
Osten des Landes. Der Westen Afghanistans gilt - wie auch der Norden,
in dem die Bundeswehr stationiert ist - als vergleichsweise ruhig.
(Quelle: rtr)
Hisbollah übergibt Überreste israelischer Soldaten
Mo.02.06.08 - Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel am Sonntag die sterblichen
Überreste israelischer Soldaten übergeben. Das erklärte
Hisbollah-Sprecher Wafik Safa in der Grenzstadt Nakura nur wenige
Minuten, nachdem Israel einen verurteilten Spion freigelassen hatte. Der
Verurteilte mit libanesischer und israelischer Staatsbürgerschaft,
Nasim Nisr, wurde dem Roten Kreuz übergeben. Er
verbüßte eine sechsjährige Haftstrafe, weil er für
die Hisbollah spioniert haben soll. Die israelischen Soldaten wurden
während des Krieges gegen die Hisbollah 2006 getötet. Das
Rote Kreuz bestätigte den Erhalt einer Kiste mit sterblichen
Überresten von der Hisbollah. Sie werde sie an die israelischen
Behörden weiterleiten.
(Quelle: ap)
Behörden errichten Lager für Flüchtlinge in
Südafrika
Mo.02.06.08 - Rund drei Wochen nach Beginn der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in
Südafrika haben die Behörden in Johannesburg mit der
Errichtung von Flüchtlingslagern begonnen. In Zusammenarbeit mit
dem UN-Flüchtlingswerk (UNHCR) wurden am Wochenende
Zeltstädte für die vor der Gewalt geflohenen Ausländer -
meist Simbabwer und Mosambikaner - errichtet. Insgesamt sollen derzeit
im ganzen Land noch etwa 40.000 Ausländer vertrieben sein. Sie
leben zumeist in Polizeirevieren, Kirchen oder Gemeindezentren.
Die Opferzahl stieg unterdessen weiter an: Nach Angaben vom Samstag
kamen mindesten 62 Menschen ums Leben. Rund 670 weitere seien verletzt
worden, teilte die Polizei mit. Bislang war von 56 Todesopfern die
Rede. Den Behörden zufolge erlagen jedoch weitere Menschen im
Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.
Die fremdenfeindlichen Übergriffe auf Ausländer begannen in
den Armenvierteln von Johannesburg und breiteten sich dann schnell auf
andere Landesteile aus. Sie richteten sich vor allem gegen illegal
Eingewanderte, denen vorgeworfen wurde, Südafrikanern die
Arbeitsplätze wegzunehmen. Zwei Jahre vor der
Fußball-Weltmeisterschaft hat die beispiellose Gewaltwelle den
Ruf des Landes als Bastion wirtschaftlicher und politischer
Stabilität in Afrika nachhaltig beschädigt.
In und um Kapstadt reagierten die Behörden rasch und errichteten
für die Ausländer «sichere Orte», die von
Menschenrechtsorganisationen jedoch als Internierungslager kritisiert
wurden. Die Zusammenarbeit mit dem UNHCR in Johannesburg, der
Wirtschaftsmetropole des Landes, ließ darauf schließen,
dass die Regierung nicht mit einer schnellen Lösung des Problems
rechnete. Südafrika als wirtschaftlich erfolgreichstes Land der
Region zieht Flüchtlinge aus vielen Staaten an. Allein drei
Millionen Menschen aus dem zerrütteten Simbabwe sollen in
Südafrika Zuflucht gesucht haben.
(Quelle: ap)
Laut UNO erst 40 Prozent der Wirbelsturmopfer in Birma versorgt
Mo.02.06.08 - Einen Monat nach der Wirbelsturmkatastrophe in Birma hat der
Großteil der Betroffenen nach Angaben der Vereinten Nationen noch
keine Hilfe erhalten. Nur 41 Prozent der Opfer hätten bisher in
irgendeiner Form Unterstützung bekommen, sagte der UN-Sprecher in
Birma, Aye Win, in Rangun. US-Verteidigungsminister Robert Gates warf
Birmas Militärjunta angesichts der zögerlichen Zulassung
ausländischer Helfer "kriminelle Unterlassung" vor. Gates
kündigte zudem den Abzug von vier Marineschiffen von der
Küste Birmas an, weil die Regierung die Entladung der
Hilfsgüter blockiere.
Rund eine Millionen Menschen in den betroffenen Gebieten seien bislang
von den Helfern erreicht worden, sagte Win. Auch nach Angaben der
Hilfsorganisation Mediziner ohne Grenzen sind viele der 2,4 Millionen
Betroffenen noch auf Hilfe angewiesen. Bislang seien viele abgelegene
Dörfer noch nicht von Helfern erreicht worden, da sie nur
Einheimischen bekannt seien und allein durch Boote erreicht werden
könnten, sagte der Vorsitzender der Organisation in Japan, Satoru
Ida.
Wenn die Regierung in Birma ihre Haltung nicht ändere, kämen
noch mehr Menschen ums Leben, warnte US-Außenminister Gates nach
seiner Abreise von der Konferenz über regionale Sicherheit in
Singapur auf dem Weg nach Bangkok. Das Verhalten Birmas sei "kriminelle
Unterlassung". Wenn die Junta weiter die Entladung der Hilfsgüter
von vier US-Marineschiffen blockiere, würden die Schiffe von der
Küste Birmas zurückgerufen, der Abzug sei eine Frage von
Tagen, sagte Gates zuvor auf der Konferenz in Singapur. Die USA
hätten die birmanische Regierung insgesamt 15 Mal gebeten, die
Hilfslieferungen vornehmen zu dürfen, sagte Gates.
Nach dem Wirbelsturm "Nargis" am 2. und 3. Mai gelten in dem
südostasiatischen Land rund 133.000 Menschen als tot oder
vermisst. Zehntausende leben in Behelfsunterkünften. Birma hatte
weltweit für Empörung gesorgt, da es wochenlang die Einreise
internationale Helfer ablehnte.
Die Militärjunta wies Bedingungen für humanitäre Hilfe
zurück. "Wir würden Hilfe und Unterstützung von jedem
Land und jeder Organisation herzlich begrüßen, wenn sie mit
echtem guten Willen geleistet werden, und wenn es keine Bedingungen
oder Politisierung gibt", sagte Vizeaußenminister Aye Myint auf
der Regionalkonferenz in Singapur.
(Quelle: afp)
US-Demokraten finden Kompromiss zu Florida und Michigan
Mo.02.06.08 - Die Demokratische Partei in den USA hat im erbitterten Kampf um die
Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten einen Kompromiss
für die Vorwahlen in Michigan und Florida erzielt. Die
ursprünglich ausgeschlossenen Bundesstaaten dürfen nun doch am
Nominierungsparteitag im August teilnehmen, ihr Stimmrecht wurde jedoch
halbiert. Hillary Clinton, die die volle Zulassung der Delegierten
gefordert hatte, behielt sich einen Einspruch gegen die Entscheidung
vor. Diese bringt ihr im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur
zwar mehr Delegierte als ihrem Rivalen Barack Obama, kann aber dessen
Vorsprung nicht wettmachen.
Ein interner Ausschuss der Partei hatte sich in einem Hotel in
Washington getroffen, um über die umstrittenen Wahlergebnisse aus
Florida und Michigan zu beraten. Da diese ihre Vorwahlen entgegen den
Vorschriften schon im Januar organisiert hatten, wurden die Delegierten
von der Parteiführung vom Nominierungsparteitag ausgeschlossen.
Weder Clinton noch Obama machten dort Wahlkampf, in Michigan stand
Obamas Name nicht einmal auf den Wahlzetteln. Clinton ging aus beiden
Abstimmungen als Siegerin hervor. Als sich in den vergangenen Wochen ein
immer deutlicherer Vorsprung Obamas im Rennen um die Kandidatur
abzeichnete, forderte die New Yorker Senatorin, dass Florida und
Michigan doch mitstimmen dürfen.
Die Zulassung Floridas beschloss der Ausschuss einstimmig, die
Einladung Michigans wurde mit 19 zu acht Stimmen entschieden.
Clinton-Berater Harold Ickes sagte nach der Entscheidung, die Senatorin
behalte sich das Recht vor, einen weiteren Parteiausschuss in der Sache
anzurufen, der im Juli die letzten Vorbereitungen für die
Kandidatenkür trifft.
Obama trat unterdessen aus seiner langjährigen Kirchengemeinde in
Chicago aus, nachdem diese wegen radikaler Predigten in die Kritik
geraten war. Die Kirche Trinity United Church of Christ war in den
vergangenen Wochen und Monaten mehrfach in die Kritik geraten. In der
vergangenen Woche hatte ein Gastprediger dort rassistisch geprägte
Bemerkungen über Obamas Rivalin Hillary Clinton gemacht.
Zuvor hatte bereits Obamas Pastor Jeremiah Wright den Wahlkampf des
Senators von Illinois in Schwierigkeiten gebracht, weil er die USA in
Predigten als rassistisches und ungerechtes Land bezeichnet hatte. Obama
hatte sich kurz darauf von Wright losgesagt, der früher die
Gemeinde Trinity United Church of Christ geleitet hatte.
(Quelle: afp)
Wahlsieg für Gruevski in Mazedonien - Regierungspartei erreicht
fast 50 Prozent der Stimmen - Ausschreitungen und
Unregelmäßigkeiten überschatten Wahl
Mo.02.06.08 - Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Nikola Gruevski hat
die mazedonischen Parlamentswahl gewonnen. Nach Auszählung von
mehr als 80 Prozent der Stimmen lag die konservative Partei VMRO-DPMNE
mit über 48 Prozent uneinholbar vorn, wie die staatliche
Wahlkommission mitteilte. Die Wahl wurde allerdings überschattet
von schweren Ausschreitungen und Unregelmäßigkeiten.
Gruevski hatte am Sonntagabend bereits vor der Wahlkommission unter dem
Jubel von hunderten seiner Anhänger im Zentrum der Hauptstadt
Skopje erklärt, seine Partei habe genug Stimmen erhalten, um die
Mehrheit im Parlament zu stellen. Später gratulierte ihm auch die
unterlegene Radmilia Sekerinska von den oppositionellen
Sozialdemokraten.
Die größte Partei der albanischen Minderheit, die
Demokratische Union für die Integration (DUI), erklärte, sie
werde die Ergebnisse der Wahl wegen der Zwischenfälle in sieben
Gemeinden nicht anerkennen, darunter auch in der Stadt Tetovo.
Bei Schießereien am Wahltag wurden nach Regierungsangaben
mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt. Die
Polizei nahm 13 Verdächtige fest. Wie die Regierung nach
Schließung der Wahllokale mitteilte, gab es in rund einem Prozent
der Wahllokale Unregelmäßigkeiten. Dort muss neu
gewählt werden. Die Wahllokale befinden sich zumeist in den von
der albanischen Minderheit bewohnten Gegenden.
Die Wahl gilt als Test für den von der Regierung angestrebten
Beitritt Mazedoniens zur NATO und zur EU. Die Annäherung wird
zurzeit noch vom Namensstreit mit Griechenland blockiert. Der Leiter
der EU-Vertretung in Mazedonien, Erwan Fouere, zeigte sich angesichts
der Gewalt «tief besorgt». Die EU und die USA hatten an den
Balkanstaat zuvor appelliert, «null Toleranz»
gegenüber Gewalt und Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zu
zeigen.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl waren 1,7 Millionen Wahlberechtigte
zur Stimmabgabe aufgerufen. Angetreten waren 1.540 Kandidaten von 18
Parteien; das Parlament in Skopje hat 120 Sitze.
(Quelle: ap)
Schweizer lehnen umstrittenes Einbürgerungsverfahren klar ab
Mo.02.06.08 - Die Schweizer haben einen umstrittenen Vorschlag zur Verschärfung
des Einbürgerungsverfahrens bei einer Volksabstimmung am Sonntag
klar abgelehnt. 63,8 Prozent der Wähler sprachen sich gegen die
Initiative der rechtspopulistischen Volkspartei (SVP) von
Exjustizminister Christoph Blocher aus. Auch zwei weiteren Initiativen
zum Gesundheitssystem und über einen «Maulkorb»
für Regierungsvertreter, die ebenfalls von der SVP
unterstützt wurden, erteilten die Schweizer eine Abfuhr.
Das von Blocher vorgeschlagene Verfahren für Einbürgerungen
hätte künftig wieder die Gemeinden über die Gesuche
bestimmen lassen. Einspruchmöglichkeiten bei einem Gericht
hätte es dann nicht mehr geben sollen. Die Initiative war eine
Reaktion auf Urteile des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 2003.
Darin wurden die Gemeinden verpflichtet, für Einbürgerungen
ein rechtsstaatliches Verfahren mit einer Widerspruchmöglichkeit
einzuführen. Davor gab es kommunale Urnenabstimmungen über
Einbürgerungsgesuche, die bei Immigranten vom Balkan fast immer
scheiterten.
Die Kampagne der SVP wurde vielfach als ausländerfeindlich
kritisiert. Die Gewerkschaften Unia und Travail.Suisse bezeichneten die
deutliche Ablehnung der Einbürgerungsinitiative am Sonntag als
klares Signal gegen einen Missbrauch des Themas Migration zur
politischen Profilierung.
SVP-Präsident Toni Brunner bedauerte dagegen den Ausgang.
Künftig werde es massiv mehr Einbürgerungen geben. Grüne
und Sozialdemokraten kündigten an, einen Anlauf zur Vereinfachung
der Einbürgerungsverfahren zu starten.
Keine Chance hatte vor dem Volk die Initiative
«Volkssouveränität statt
Behördenpropaganda», die die Informationstätigkeit des
Bundes vor Abstimmungen einschränken wollte. 75,2 Prozent der
Stimmberechtigten und alle Kantone lehnten sie ab. Eine Abfuhr erhielt
auch der Verfassungsartikel «Für Qualität und
Wirtschaftlichkeit in der Krankenversicherung»: 69,5 Prozent der
Stimmberechtigten sowie alle Kantone lehnten den Artikel ab.
(Quelle: ap)
Deutschland
Umweltminister Gabriel erhebt in der Klimapolitik Vorwürfe gegen
Kanzlerin
Mo.02.06.08 - In einem persönlichen Vermerk zur CO2-Steuer erhebt Umweltminister
Sigmar Gabriel (SPD) schwere Vorwürfe gegen Kanzlerin Angela
Merkel (CDU) und die Union. Gabriel schrieb laut «Welt am
Sonntag» den Vermerk für SPD-Chef Kurt Beck.
«CDU/CSU machen es sich derzeit bequem und lehnen jeden Vorschlag
ab, ohne eigene Vorschläge zu machen», zitiert die Zeitung
aus dem Schreiben. Der Umweltminister sehe das Motiv dieser Strategie
darin, dass die Union der SPD schaden wolle. «Die SPD soll sich
die Kritik der Umweltverbände, des ADAC und der Automobilindustrie
für ihr Versagen in der Kfz-Steuerregelung zuziehen», sagte
Gabriel. Auf diese Weise wolle sich die Union «das Image der
Schützer der Autofahrer aneignen».
An einer Stelle greife der Umweltminister Merkel direkt an: «Es
kann nicht sein, dass sich die Kanzlerin als Klimaschützerin
profiliert und CDU/CSU in der Realität alles blockieren»,
zitiert die Zeitung weiter. Damit meine er auch das Erneuerbare
Energiengesetz, die Kraft-Wärme-Kopplung, den Ausbau der
Stromnetze «und vieles mehr». «Ich plädiere
deshalb für eine absolut harte Linie gegenüber
CDU/CSU», erklärte Gabriel.
(Quelle: ddp)
Mehrheit der SPD-Wähler gegen rot-rot-grünes Bündnis im
Bund
Mo.02.06.08 - Die Mehrheit der SPD-Anhänger sieht eine mögliche
rot-rot-grüne Bundesregierung nach der Bundestagswahl 2009 mit
Sorge. 53 Prozent erwarten, eine solche Links-Koalition sei «eher
schlecht» für die Zukunft des Landes. Nur 37 Prozent
fänden ein solches Links-Bündnis «eher gut». Das
ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für
«Bild am Sonntag». Auch bei allen Befragten sind die Gegner
einer rot-rot-grünen Regierung mit 63 Prozent («eher
schlecht») gegenüber 23 Prozent («eher gut») in
der Mehrheit.
72 Prozent der Deutschen glauben SPD-Chef Kurt Beck nicht, wenn er
sagt, er schließe eine Zusammenarbeit mit der Linken nach der
Bundestagswahl 2009 aus. Nur 21 Prozent glauben Beck. Selbst von den
SPD-Anhängern sagt eine Mehrheit (55 Prozent), sie vertraue Becks
Aussagen nicht. Nur 43 Prozent glauben dem eigenen Vorsitzenden. Emnid
befragte am 28. und 29. Mai 1001 Bundesbürger.
(Quelle: ddp)
Siegfried Lenz will nicht mehr für die SPD Wahlkampf machen
Mo.02.06.08 - Der Schriftsteller Siegfried Lenz will keinen Wahlkampf mehr für
die SPD machen. «Der Zustand dieser Partei lässt mir wenig
Möglichkeiten, mir vorzustellen, dass ich mich noch einmal vom
Schreibtisch verabschiede, um für diese Partei zu
plädieren», sagte der Schriftsteller laut einer am Sonntag
verbreiteten Vorabmeldung in der ARD-Talksendung «Beckmann»,
die am Montagabend ausgestrahlt werden sollte.
Er sei fassungslos, wie mühelos Oskar Lafontaine derzeit die SPD
und Kurt Beck vor sich her treibe, fügte Lenz an: «Das
hätte ich mir nie vorstellen können! Das wäre nicht unter
Helmut Schmidt geschehen, und nicht unter Willy Brandt. Unter Herrn
Beck ist es geschehen, und das bezeichnet natürlich auch seinen
Führungsstil.»
Der 82-jährige Lenz ist einer der bekanntesten deutschen
Schriftsteller der Nachkriegsliteratur. Sein berühmtestes Werk,
«Deutschstunde» (1968) beschreibt «die Freuden der
Pflicht» - so ein Schulaufsatz-Thema - im nationalsozialistischen
Deutschland. Lenz, der sich in den 60er und 70er Jahren öffentlich
für Brandt und Schmidt stark machte, vermisst heute bei den
Sozialdemokraten «einen Menschen, der mir Hoffnung gewährt
und Vertrauen gibt, das ich mir wünsche. Ich bringe es auf den
Punkt Helmut Schmidt.»
(Quelle: ap)
FDP beschließt Steuerkonzept
Mo.02.06.08 - Gut ein Jahr vor der Bundestagswahl hat die FDP bei ihrem Parteitag in
München ihren unabhängigen Kurs bekräftigt und ein
eigenes Steuerkonzept verabschiedet. Die mehr als 600 Delegierten des
Bundesparteitags in München stimmten zum Abschluss der
zweitägigen Veranstaltung am Sonntag mehrheitlich für ein
Konzept, mit dem die Bürger um gut 32 Milliarden Euro entlastet
werden sollen. FDP-Chef Guido Westerwelle griff die Steuerpolitik der
schwarz-roten Regierung scharf an und hob die Selbstständigkeit
der FDP hervor.
Das unter Federführung des Finanzexperten Hermann Otto Solms
erarbeitete Konzept sieht einen Drei-Stufen-Tarif von 10 Prozent, 25
Prozent und 35 Prozent bei einem Grundfreibetrag von 8000 Euro vor. Die
Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hatten
zuvor ihre eigenen Steuer-Anträge zurückgezogen. Der
Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen sah Steuersätze von 10, 20 und
30 Prozent und einen Grundfreibetrag von 10 000 Euro vor. Ein
Kompromiss wurde bei der Bemessungsgrenze von Eingangs- und
Spitzensteuersatz erreicht.
Westerwelle zeigte sich im Anschluss an die Debatte am Sonntag
«hochzufrieden». Die FDP zeige mit dem Beschluss, dass sie
«mutig und zugleich auch seriös» sei.
FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, die FDP sei «klar in
ihren Positionen» und gehe mit einem «einheitlichen
Signal» in den Bundestagswahlkampf. Der
nordrhein-westfälische Landeschef Andreas Pinkwart bedauerte
dagegen, dass die Liberalen sich nicht für «ein noch
mutigeres Konzept» mit niedrigeren Steuersätzen entschieden
hätten.
In seiner Rede hatte Westerwelle am Samstag den unabhängigen Kurs
seiner Partei hervorgehoben und die Steuerpolitik der Regierung scharf
attackiert. Die FDP befinde sich nicht in einem «Lager mit einer
anderen Partei«. »Wir sind nicht zuerst Koalitionspartner
von irgendjemandem, sondern wir sind zuerst die einzige liberale Partei
in Deutschland.« Gleichzeitig warf er der schwarz-roten Regierung
Wortbruch in der Steuerpolitik vor. Die Koalition habe eine
«rabiate Steuer- und Abgabenerhöhungspolitik«
umgesetzt. Alle, die arbeiten, seien damit die »Deppen der
Nation«. Der Mittelstand werde durch die »roten und die
schwarzen Sozis« abkassiert.
Westerwelle erteilte in seiner 90-minütigen Rede außerdem
Koalitionssignalen von SPD-Chef Kurt Beck eine Absage. »Wenn SPD,
Linkspartei und Grüne bereit sind, das höchste Staatsamt
gemeinsam zu besetzen, dann werden sie auch bereit sein, eine Regierung
gemeinsam zu bilden«, wenn es der Wähler zuließe. Die
SPD habe dadurch ihre Glaubwürdigkeit verloren.
Desweiteren verabschiedete die FDP einen Leitantrag zur Verbesserung
der Forschung in Deutschland, mit dem etwa die Autonomie der
Hochschulen im Grundgesetz verankert werden soll.
Auch beschlossen die Delegierten einstimmig einen Dringlichkeitsantrag
zur Stärkung des Schutzes personenbezogener Daten im
nicht-öffentlichen Bereich. Ebenfalls beschlossen wurde eine
Reduzierung der Energiekosten durch die Absenkung der Mehrwertsteuer
für Energie von 19 auf 7 Prozent oder »alternativ einer
entsprechenden Senkung der sogenannten Ökosteuer".
(Quelle: ddp)
Arbeitgeber wollen niedrige Sozialbeiträge erzwingen -
Verfassungsklage gegen Regierung geplant - Steinbrück-Sprecher:
Keine Aussicht auf Erfolg
Mo.02.06.08 - Die Arbeitgeber wollen mit einer Klage gegen die Bundesregierung eine
Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erzwingen.
«Der rechtswidrige Griff der Bundesregierung in die Taschen der
Beitragszahler muss gestoppt werden», sagte
Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt der «Bild am
Sonntag». Das Finanzministerium gab dem Plan keine
Erfolgsaussichten.
Mit dem Eingliederungsbeitrag leite Finanzminister Peer Steinbrück
(SPD) Jahr für Jahr Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in
Höhe von fünf Milliarden Euro in den Bundeshaushalt und
bezahle damit Verwaltungskosten und Fördermaßnahmen für
Arbeitslosengeld-II-Empfänger. «Dies ist nicht
zulässig», zitierte das Blatt Hundt. Mit dem Geld müsse
vielmehr der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um weitere 0,6
Prozentpunkte gesenkt werden.
Hundt: «Unsere Anwälte bereiten gerade eine
Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe vor. Die entsprechende Klage der
deutschen Arbeitgeber gegen das Vorgehen der Regierung wird erhoben,
wenn die Große Koalition nicht bis spätestens Ende August
dieses Jahres einlenkt und die Beiträge entsprechend senkt.»
Steinbrücks Sprecher Torsten Albig widersprach der Auffassung
Hundts. Auf Anfrage der AP sagte er am Sonntag, das Verfahren sei
zulässig. «Die Klage hat keine Aussicht auf Erfolg»,
gab er sich sicher.
(Quelle: ap)
Bundesbürger sehen laut Umfrage düster in die Zukunft -
Historiker: Erinnerung an die Weimarer Republik
Mo.02.06.08 - Die Bundesbürger haben kein Vertrauen in eine gute Zukunft. Nur
neun Prozent der Befragten glauben laut einer Umfrage im Auftrag der
«Stuttgarter Zeitung» (Montagausgabe), dass es ihren
Kindern einmal besser gehen wird als ihnen. 62 Prozent fürchten,
dass es ihren Kindern schlechter gehen wird. Obwohl die Wirtschaft
wächst und die Arbeitslosigkeit zurück geht, bezweifeln die
Bundesbürger, dass es bei ihnen persönlich aufwärtsgeht.
Die Ergebnisse der Befragung belegen die Verunsicherung der
Mittelschicht, wie die Zeitung schreibt. Rund ein Viertel der Befragten
erwartet keine Veränderung der Lebensunterschiede für ihre
Kinder, drei Prozent machten keine Angabe.
Die von der CSU angestoßene Debatte um Steuersenkungen zur
Entlastung der Mittelschicht findet bei den Befragten großen
Anklang: 78 Prozent gaben an, die Politik müsse die Steuern
senken, damit sich Leistung wieder lohne, nur 19 Prozent sprachen sich
dagegen aus. Unentschieden bewertet wurde die Frage, ob die
Sozialbeiträge gesenkt werden sollten: Mit jeweils 48 Prozent
halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage.
Neun von zehn Befragten sprachen sich in diesem Zusammenhang dafür
aus, das Bildungswesen zu verbessern. 59 Prozent meinten, der
Sozialstaat müsse ausgebaut werden, damit sich Leistung wieder
lohne, wie die Zeitung berichtete.
Der große Pessimismus, mit dem die Bundesbürger in die
Zukunft blicken, steht in starkem Gegensatz zum Optimismus der
Mittelschicht in den 50er und 60er Jahren. Der Heidelberger Historiker
Edgar Wolfrum sagte der Zeitung, «die mentale Situation eines
Teils der deutschen Mittelschicht heute ist am ehesten vergleichbar mit
der Untergangsstimmung der Weimarer Republik».
Es gebe eine Zukunftsangst, die von Abstiegs- und Bedrohungsszenarien
geprägt sei. «Das hängt mit der unzulänglichen,
hilflosen Art und Weise zusammen, wie die Volksparteien auf die Sorgen
der Bevölkerung und die populistische Linkspartei
reagieren», sagte Wolfrum.
Infratest dimap hatte 1.000 zufällig ausgewählte
Wahlberechtigte befragt.
(Quelle: ap)
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