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Irak 1533 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Mindestens neun Tote bei Selbstmordanschlag in Mossul. Australischer Ex-Premier soll wegen Irak-Einsatz vor Gericht

Di.03.06.08 - Ein Selbstmordattentäter hat am Montag in der nordirakischen Stadt Mossul mindestens neun Menschen mit in den Tod gerissen. Fast 50 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt, als der Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor der Kontrollstelle einer Polizeiwache in die Luft sprengte. Unter den Toten waren fünf Polizisten und vier Zivilpersonen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Mossul ist nach Einschätzung der US-Streitkräfte die letzte Stadt, die als Hochburg von Al Kaida im Irak genutzt wird.

Der frühere australische Premierminister John Howard soll sich wegen der Beteiligung seines Landes am Irak-Krieg vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStG) verantworten. Wie der australische Rundfunk berichtete, bezichtigt ein Zusammenschluss von Rechtsanwälten, Akademikern und Politikern Howard als Kriegsverbrecher, weil er australische Soldaten in einen nicht von der UNO gut geheißenen Krieg geschickt habe. "Wir haben auf 52 Seiten Beweise zusammengstellt", sagte der Sprecher der Initiative, Glen Floyd. Der Antrag wurde demnach dem IStG in Den Haag zugestellt.

Howards Nachfolger Kevin Rudd, der inzwischen einen Rückzug aus dem Irak ankündigte, warf der Vorgängerregierung bei einer Parlamentssitzung vor, den Irak-Einsatz ohne stichhaltige Begründung angeordnet zu haben. Weder sei es gelungen, Terroranschläge zu verhindern, noch seien im Irak Massenvernichtungswaffen gefunden worden, sagte Rudd. Die humanitäre Lage sei nicht verbessert worden, die terroristische Bedrohung habe sich im Grunde noch verstärkt.

Eine 500 Mann starke Kampfeinheit hatte am Sonntag ihren Abzug aus dem Süden Iraks eingeleitet. Die Australier räumten die Provinzen Dhi Kar und Muthanna, wie der irakische Gouverneur Asis Kadum Alwan mitteilte. Auch nach dem Abzug der Kampftruppen werden sich im Irak und den benachbarten Ländern noch rund tausend australische Sicherheitskräfte aufhalten, darunter eine 110 Mann starke Einheit in Bagdad.

boa (Quellen: ap, afp)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 03.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendneunundsechszigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

So.03.06.07 - Britisches Militär dringt offenbar auf Abzug aus dem Irak +++ Ministerpräsident Al-Maliki warnt Türkei vor Einmarsch in den Nordirak +++ Acht Tote bei Beschuss eines sunnitischen Viertels in Bagdad +++ Besserer Schutz für Journalisten im Irak gefordert... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0706030.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

China warnt vor Rüstungswettlauf im All - Sieht Schuld bei USA

Di.03.06.08 - Chinesische Militärexperten haben vor einem Rüstungswettlauf im Weltraum gewarnt.

"Strategische Konfrontationen im Weltall können nur schwer vermieden werden", hieß es in einem am Montag vorliegenden Buch von Wu Tianfu und Xu Nengwu. Es gebe Anzeichen dafür, dass ein Rüstungswettlauf im Entstehen sei. "Wir können sagen, dass die Militarisierung des Weltraums jetzt schon nicht aufzuhalten ist." Die Autoren machten die USA verantwortlich. "Eine Großmacht, beherrscht von der Vorstellung einer absoluten Vorherrschaft im Weltraum, macht einen großen Lärm über die Dominanz im All, erschafft so Rivalen und provoziert Konfrontationen", erklärte Wu.

Die USA haben ihrerseits Chinas Militär eine Expansion in den Weltraum vorgeworfen. Vor dem Kongress in Washington erklärte Jeffrey Horne vom Strategischen Kommando im vergangenen Monat, das kommunistische Land bau "aggressiv" seine Fähigkeit aus, Satelliten abzuschießen. Die USA müssten "proaktiv unsere Fähigkeiten im Weltall verteidigen".

(Quelle: rtr)
 


 

Deutschlands Außenminister besorgt über Friedensprozess in Nahost

Di.03.06.08 - Nach seinem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) besorgt über den Stand des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses geäußert. "Die Zeit wird eng", sagte Steinmeier in Ramallah mit Blick auf das ursprüngliche Vorhaben, bis November eine Rahmenvereinbarung für eine Zweistaatenlösung zu erreichen. Er rief beide Seiten dazu auf, "alles zu unterlassen, was dagegen steht". Zuvor hatte Israels Außenministerin Zipi Livni Steinmeier Unterstützung bei der Vorbereitung der Sicherheitskonferenz für die palästinensischen Gebiete am 24. Juni in Berlin zugesichert.

Steinmeier sagte, die Gespräche seien in einem "schwierigen Status". Als Hindernisse auf dem Weg zum Frieden nannte er zum einen die Gewalt, die von radikalen Palästinensern aus dem Gazastreifen ausgeht. "Dazu gehört aber auch der Siedlungsbau", sagte er an die Adresse Israels gerichtet. Dieser mache die Gespräche von Abbas mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert "alles andere als einfach". Abbas und Olmert wollten sich am Nachmittag in Jerusalem treffen. Ungeachtet internationaler Appelle zur Einstellung der Siedlungsaktivitäten in den Palästinensergebieten hatte Israel am Sonntag eine Ausschreibung zum Bau von 884 Wohnungen in zwei östlichen Stadtteilen Jerusalems veröffentlicht.

Abbas sagte, falls der Siedlungsbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem fortgeführt werde, "wird es nicht möglich sein, dass wir eine Friedensregel erreichen". Der Palästinenserpräsident dankte zugleich der Bundesregierung für ihr Engagement beim Aufbau von palästinensischen Sicherheitsstrukturen und des Justizwesens.

Die Gespräche Steinmeiers, der am Vormittag Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und Livni getroffen hatte, dienten auch der Vorbereitung der Sicherheitskonferenz für die palästinensischen Gebiete.

(Quelle: afp)
 


 

Dutzende Oppositionsanhänger in Simbabwe festgenommen

Di.03.06.08 - Die Polizei in Simbabwe hat nach Berichten staatlicher Medien mindestens 70 Anhänger der Opposition festgenommen. Auch ein neu gewählter Abgeordneter wurde abgeführt, wie sein Anwalt am Montag mitteilte. Die Bundesregierung äußerte sich besorgt über die Entwicklung und erklärte, damit gebe es weitere Belege für eine Schwächung der Opposition vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in knapp vier Wochen.

Die Oppositionsanhänger wurden im Distrikt Buhera rund 240 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare festgenommen, wie die staatliche Zeitung «Herald» berichtete. Ihnen wird vorgeworfen, in der vergangenen Woche Anhänger der Regierungspartei angegriffen und verletzt zu haben. Der Abgeordnete Eric Matinenga von der oppositionellen Demokratischen Wandel (MDC) wurde seinem Anwalt zufolge in Gewahrsam genommen, als er die Verdächtigen am Samstag besuchen wollte.

Seit der ersten Runde der Präsidentenwahl am 29. März wurden bereits mindestens sechs weitere Abgeordnete der Opposition festgenommen. Zuletzt wurde am Sonntag der Politiker Arthur Mutambara inhaftiert, dessen Partei mit der MDC zusammenarbeitet. Der MDC zufolge wurden bereits mehr als 50 ihrer Anhänger getötet und tausende aus ihren Häusern vertrieben.

Bei der Stichwahl am 27. Juni tritt Amtsinhaber Robert Mugabe gegen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai an. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin appellierte am Montag an die Regierung, einen transparenten und störungsfreien Ablauf des Wahlgangs sicherzustellen.

(Quelle: ap)
 


 

Kritik an Umsiedlung von Gewaltopfern in Südafrika

Di.03.06.08 - In Südafrika hat die Umsiedlung von Opfern fremdenfeindlicher Übergriffe in Flüchtlingslager heftige Kritik provoziert. Hilfsorganisationen wie Oxfam und Ärzte ohne Grenzen kritisierten sie als unsicher und ungeeignet für eine menschenwürdige Unterbringung.

Weder seien die Flüchtlinge über ihre Rechte noch ihre Optionen aufgeklärt worden. Außerdem lehnten Anwohner die Lager ab, weil sie fürchten, die Camps könnten Gewalt und Kriminalität anziehen. Regierungszusagen, dass die Lager nur zwei Monate existieren, wurden als illusorisch abgetan.

In Kapstadt marschierten mehrere hundert Flüchtlinge zum Parlament und forderten ein Einschreiten der Vereinten Nationen. Ein Sprecher verlangte zudem Entschädigungen für die Opfer. Drei Wochen nach Ausbruch der Gewalt gegen afrikanische Zuwanderer wurden bis Montag knapp 3000 Vertriebene aus Polizeiwachen im Großraum Johannesburg in die Flüchtlingslager gebracht. Die Aktion war am Wochenende schleppend angelaufen. Die Regierung will 19 000 Menschen umsiedeln, die aus Furcht um ihr Leben in Kirchen, Polizeiwachen oder Rathäuser geflohen waren.

Rachel Cohen von Ärzte ohne Grenzen (MSF) kritisierte, eines der Lager befinde sich neben einer staubigen Bergwerkshalde. Sie berichtete, dass Flüchtlinge eingeschüchtert und Familien auseinandergerissen worden seien. «Die Leute erzählen uns, dass sie sich wie in einer Falle fühlen und nicht wissen, an wen sie sich in ihrer Not wenden sollen - jedermann versagt dabei, ihnen Schutz zu geben, das UNHCR eingeschlossen.» Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hatte der Regierung beratende Hilfe zugesagt. Viele geflohene Ausländer würden sich zudem aus Furcht vor einer Abschiebung weiter versteckt halten, hieß es in einer Erklärung von MSF.

Seit dem Gewaltausbruch sind nach Polizeiangaben 62 Menschen getötet und 670 verletzt worden. Die Attacken auf Mosambikaner, Simbabwer, Somalier, Äthiopier, Nigerianer, Pakistani oder Chinesen hatten in Johannesburgs Armenviertel Alexandra begonnen und sich landesweit ausgebreitet. Das UNHCR schätzt die Zahl der Vertriebenen auf 100 000, die Regierung dagegen auf 35 000 Menschen.

Ein Mosambikaner, den der Mob bei der Fremdenhatz angezündet hatte, wurde am Montag in seiner Heimat beigesetzt. Fotos des brennenden Ernesto Nhamuave hatten weltweit für Erschütterung gesorgt. Wütende Bewohner hatten ihn und seinen Schwager durch Johannesburgs Armenviertel Ramaphosa gejagt. Nhamuaves Schwager überlebte, weil er sich tot stellte.

(Quelle: dpa)
 


 

Pakistan: Acht Tote bei Anschlag vor dänischer Botschaft in Islamabad

Di.03.06.08 - Bei einem Selbstmordanschlag vor der dänischen Botschaft in Pakistans Hauptstadt Islamabad sind mindestens acht Menschen getötet worden. Fast 30 weitere Menschen seien verletzt worden, berichteten das pakistanische Fernsehen und die Behörden. Der Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto in die Luft gesprengt, der Anschlag habe offenbar der dänischen Botschaft gegolten, sagte ein ranghoher Vertreter der Sicherheitskräfte. Die Explosion hinterließ einen tiefen Krater vor der Botschaft, das Gebäude selbst sowie das Büro einer benachbarten Hilfsorganisation wurden beschädigt.

Nach Diplomatenangaben hatte die Botschaft in den vergangenen Monaten die meisten ausländischen Mitarbeiter ausgelagert. Hintergrund waren Drohungen in Zusammenhang mit dem erneuten Abdruck umstrittener Karikaturen des Propheten Mohammed in dänischen Zeitungen. Der dänische Außenminister Per Stig Moeller berief in Kopenhagen eine Dringlichkeitssitzung ein.

(Quelle: afp)
 


 

Regierungsbildung in Nepal vorerst gescheitert

Di.03.06.08 - Nur wenige Tage nach der Ausrufung der Republik ist die Regierungsbildung in Nepal vorerst gescheitert. Die Parteien konnten sich am Montag nicht auf die Besetzung der Ämter des Regierungschefs und des Präsidenten einigen. Die bei der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung siegreichen ehemaligen maoistischen Rebellen um ihren Führer Prachanda beanspruchten beide Posten. Die nepalesische Kongresspartei und die Kommunistische Partei forderten jedoch mindestens eines der Ämter für sich.

Prachanda, dessen Partei keine absolute Mehrheit hat, braucht die Unterstützung mindestens eines Koalitionspartners. Die Maoisten drohten, notfalls zu Straßenprotesten aufzurufen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

König Gyanendra willigte unterdessen ein, den Palast in der Hauptstadt Kathmandu in der nächsten Woche zu räumen. Dies habe Gyanendra am Montag in einem Gespräch im Narayanhiti-Palast erstmals zugesichert, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. Vor der Ausrufung der Republik am vergangenen Mittwoch hatte die verfassungsgebende Versammlung die Abschaffung der Monarchie beschlossen.

(Quelle: ap)
 


 

Zwei weitere bolivianische Regionen stimmen für Autonomie

Di.03.06.08 - Bei Volksabstimmungen in zwei weiteren Regionen Boliviens haben die Bürger mit klarer Mehrheit für eine Verwaltungsautonomie gestimmt. Die Referenden in Beni und Pando waren von der Zentralregierung unter Präsident Evo Morales für illegal erklärt worden. Erste Prognosen sahen den Anteil der Ja-Stimmen für die Autonomie zwischen 75 und 80 Prozent, mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten blieben aber den Urnen fern.
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Vor zwei Wochen hatten sich bereits die Wähler in der rohstoffreichen Region Santa Cruz mit gut 80 Prozent der Befragten für mehr Eigenständigkeit ausgesprochen und damit der Politik des indianischstämmigen Präsidenten Evo Morales und seiner sozialistischen Regierung eine Absage erteilt. Die Volksbegehren sind eine Reaktion auf einen gescheiterten Verfassungsentwurf von Morales, der den Ureinwohnern mehr Autonomie und dem Präsidenten mehr Vollmachten verleihen sollte. Morales willigte inzwischen in ein Referendum über seine Amtsenthebung ein, das für den 10. August geplant ist.

(Quelle: afp)
 


 

Entwurf - USA wollen Klimaschutzziele bei G-8-Gipfel blockieren

Di.03.06.08 - Die USA wollen den G-8-Ländern die Initiative beim Klimaschutz entziehen.

Dies geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Verhandlungsentwurf für den nächsten G-8-Gipfel Anfang Juli im japanischen Hokkaido hervor. Einem Kommentar auf dem vom 5. Mai datierten P-apier zufolge soll die Umsetzung der Reduktionsziele bei Treibhausgasen dem von US-Präsident George W. Bush favorisierten "Treffen der größten Volkswirtschaften" (Major Economies Meeting) übertragen werden.

Nur wenn aus diesen 17 Staaten keine eigenen Vorschläge zum Klimaschutz kommen, sind die USA demnach bereit, im Rahmen des G-8-Treffens über den Klimawandel zu beraten. Voraussetzung sei aber, dass die formulierten mittelfristigen Klimaziele nicht zu Lasten der 17 größten Volkswirtschaften ausfielen. Die 17 Staaten mit den weltweit höchsten Treibhausgas-Emissionen werden am Rande des G-8-Gipfels vom 7. bis 9. Juli zu eigenen Beratungen zusammentreffen. Der Zusammenschluss geht auf eine Initiative von US-Präsident Bush aus dem vergangenen Jahr zurück. Die Mitglieder haben schon mehrmals über den Klimawandel beraten.

(Quelle: rtr)
 


 

Deutsche Welthungerhilfe: Agrarsektor in Entwicklungsländern fördern

Di.03.06.08 - Angesichts der steigenden Preise für Lebensmittel fordert die Deutsche Welthungerhilfe eine stärkere Förderung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Die Hungerkrise sei Folge einer jahrzehntelangen Vernachlässigung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern, sagte der Generalsekretär der Organisation, Hans-Joachim Preuß, bei der Vorstellung des Welthungerhilfe-Jahresberichts in Berlin. Um die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer zu verringern, müssten Fördermittel erhöht und langfristig eingesetzt werden, forderte Preuß im Vorfeld der am Dienstag beginnenden Konferenz der Welternährungsorganisation FAO in Rom.

"Untersuchungen haben gezeigt, dass Investitionen in die ländliche Infrastruktur, die Verbreitung von Produktinnovationen wie besseres Saatgut und die nationale Agrarforschung große Auswirkungen haben - allerdings nicht über Nacht", sagte Preuß. Die Welthungerhilfe habe im vergangenen Jahr knapp 50 Millionen Euro des 135,5 Millionen Euro umfassenden Jahresbudgets für langfristige Maßnahmen wie die Verbesserung von Infrastruktur oder die Beratung von Kleinbauern ausgeben, sagte die Vorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble.

Wichtig sei zudem eine Abkehr von jeglicher Politik, "die den Wettbewerb zwischen Teller und Tank" zusätzlich verschärfe, sagte Preuß. "Dazu gehört insbesondere die Beendigung der Subventionierung von Biokraftstoffen." Zudem müssten EU-Agrarsubventionen früher als bisher geplant im Jahr 2013 auslaufen. Es sei bereits absehbar, dass eine Halbierung der weltweit Hungernden auf 400 Millionen gemäß der sogenannten UN-Milleniumsziele nicht mehr gelinge, warnte Preuß. "Vielmehr steuern wir auf die Zahl von einer Milliarde Hungernden zu."

Nach Angaben der Welthungerhilfe trugen im vergangenen Jahr fast 250.000 Spender mit 31,7 Millionen Euro zu dem Gesamtbudget der Organsiation bei. Die restlichen fast 94 Millionen stammten von öffentlichen Institutionen wie der Europäischen Union, dem UN-Welternährungsprogramm oder der Bundesregierung, sagte Schäuble. Nach dem Skandal um die Verwendung von Spendengeldern bei der deutschen UNICEF-Sektion Ende des vergangenen Jahres habe es einen Spendeneinbruch von rund zwei Millionen Euro gegeben. Die Spendenbereitschaft sei inzwischen aber wieder auf dem vorherigen Niveau, sagte Schäuble.

(Quelle: afp)
 


 

IWF erhöht Wachstumsprognose für die Eurozone - Ärgste Folgen der Finanzmarktkrise stehen noch bevor

Di.03.06.08 - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die 15 Staaten der Eurozone erhöht. Die Volkswirtschaften der Währungsunion würden im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,75 Prozent zulegen, heißt es in einem Papier, das der IWF für die Eurozone am Montag in Frankfurt am Main veröffentlichte. Noch im April hatte der Währungsfonds der Eurozone für 2008 lediglich ein Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert.

Die neue Vorhersage sei noch vorläufig, erklärte der stellvertretende Leiter der Europa-Abteilung des IWF, Alessandro Leipold, am Rande von Beratungen der Finanzminister der Euro-Staaten in Frankfurt. Endgültig werde sich der Währungsfonds in seiner Juli-Prognose zur weltweiten Wirtschaftslage festlegen. Klar sei aber: «Die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone hat sich als widerstandsfähiger erwiesen, als wir zunächst angenommen haben.»

An ihrer pessimistischen Prognose von nur 1,25 Prozent Wachstum für das Jahr 2009 halten die IWF-Experten aber fest. Nach ihrer Einschätzung werden sich die Folgen «globaler Schocks» wie der Finanzmarktkrise und der steigenden Inflation in den kommenden Monaten intensivieren.

«Die steigenden Rohstoff- und Lebensmittelpreise werden die Verbrauchernachfrage beeinträchtigen», schreibt der IWF. Die Inflationsrate werde «in der näheren Zukunft» wahrscheinlich oberhalb der Marke von drei Prozent bleiben.

Zudem drohe die US-Immobilienkrise auch in anderen Staaten die Bautätigkeit zu vermindern und das Vermögen der Privathaushalte zu schmälern. Auch die Verschärfung der Kreditbedingungen infolge der Finanzmarktkrise, die sich bislang noch nicht überall bemerkbar machten, «wird mit der Zeit erheblichen Druck ausüben». Überdies schade der starke Euro der europäischen Exportwirtschaft.

Der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Montag in Frankfurt ihre Gründung vor zehn Jahren feierte, bescheinigte der IWF gute Arbeit. Insbesondere habe sie «zeitig und proaktiv» auf die Finanzmarktturbulenzen reagiert und sich damit als «stabilisierender Faktor» erwiesen.

Allerdings fehle der Währungsunion weiter eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. «Die Wirtschaftsunion bleibt eine Baustelle», was unter anderem an den starken Wachstumsunterschieden zwischen den 15 Euro-Staaten deutlich werde, kritisierte der IWF. Ähnlich verhalte es sich mit der Haushaltspolitik.

Hinsichtlich der Finanzmarktaufsicht sei zwar die im April von den EU-Finanzministern vereinbarte Zusammenarbeit ein Fortschritt. Gefordert sei nun aber eine «starke politische Führung», erklärte IWF-Experte Leipold mit Blick auf die Finanzminister der Euro-Staaten, die anlässlich des EZB-Jubiläums in Frankfurt tagten.

(Quelle: ap)
 


 

Auftragseingang im deutschen Maschinenbau um 35 Prozent gestiegen

Di.03.06.08 -Die deutschen Maschinenbauer haben im April die Delle beim Auftragseingang des Vormonates mehr als wett gemacht. Die Bestellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um satte 35 Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Das Inlandsgeschäft legte dabei um 19 Prozent zu. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau.

«Im April haben die Aufträge erwartungsgemäß wieder zugelegt. Dabei wurde der kleine Rückgang im März mit minus fünf Prozent mit jetzt plus 35 Prozent sogar deutlich überkompensiert. Die Auslandsbestellungen wurden zusätzlich gepuscht durch Großanlagenorders», erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

(Quelle: ap)
 


 

Zahl der Minijobs weiter gestiegen

Di.03.06.08 - Immer mehr Bundesbürger haben einen Nebenjob: In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Zahl der Minijobber gegenüber dem ersten Quartal 2007 um 353.000 oder 5,7 Prozent auf 6,7 Millionen. Im Vergleich zum letzten Quartal 2007 blieb die Zahl der 400-Euro-Jobber nahezu konstant, wie die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See am Montag in Bochum mitteilte. Seit März 2005 gebe es aber einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent.

Ein solcher Job kann neben dem Hauptberuf, aber auch bei Arbeitslosigkeit, im Studium oder auch als alleinige Tätigkeit ausgeübt werden und ist für den Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei. Der Arbeitgeber muss einen Minijobber offiziell anmelden und zahlt dann einen Pauschalbetrag für Renten- und Krankenversicherung.

Die meisten Minijobber (6,5 Millionen) sind im gewerblichen Bereich beschäftigt, deren Zahl erhöhte sich im Vergleich zum Vorquartal nur leicht um 0,1 Prozent. Deutliche Zunahmen gab es bei den Nebenjobs in Privathaushalten. Im ersten Quartal 2008 stieg die Zahl um 10,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten 2007 und liegt nun bei 152.000. Seit 2005 verzeichnete die Minijob-Zentrale hier sogar ein Plus von mehr als 48 Prozent.

Immer mehr Minijobber stocken mit einer freiwilliger Eigenleistung den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung auf, um höhere Ansprüche zu erwerben. Ihr Anteil ist innerhalb eines Jahres von rund 200.000 auf 260.000 (plus vier Prozent) gestiegen.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind mit 98 je 1.000 Einwohner die meisten Minijobber in Bremen beschäftigt. An zweiter und dritter Stelle folgen Baden-Württemberg mit 94 und Nordrhein-Westfalen mit 90 Minijobbern je 1.000 Einwohner. Der Frauenanteil beträgt derzeit 64 Prozent, bei Beschäftigungen in Privathaushalten sogar 93 Prozent.

(Quelle: ap)
 


 

Fast 19.000 Euro öffentliche Schulden je Bürger

Di.03.06.08 - Auf jedem Einwohner Deutschlands lasten im Schnitt 18 880 Euro öffentliche Schulden. Das ergibt sich rechnerisch aus der Summe von 1,553 Billionen Euro, mit der Bund, Länder und Gemeinden Ende vergangenen Jahres in der Kreide standen.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte, lag die öffentliche Verschuldung um 0,5 Prozent höher als am Ende des Vorjahres. Den größten Anteil hatte der Bund mit 11 637 Euro Schulden je Einwohner, gefolgt von den Ländern mit 5898 Euro und den Gemeinden mit 1447 Euro.

Bei den Ländern gab es erhebliche Unterschiede: Mit einer öffentlichen Schuldenlast von 3012 Euro pro Einwohner - aus Landes- und Gemeindehaushalten - wies Bayern die geringste Pro-Kopf- Verschuldung auf, gefolgt von Sachsen mit 3648 Euro pro Einwohner. Dreimal so hohe öffentliche Schulden lasteten auf den Saarländern (10 907 Euro) und den Menschen in Sachsen-Anhalt (9920 Euro). Die Werte der Stadtstaaten liegen deutlich über denen der Flächenländer: In Bremen betrug die öffentliche Schuldenlast pro Kopf 21 894 Euro, in Berlin 16 783 Euro und in Hamburg 12 300 Euro.

In den meisten Bundesländern hat die öffentliche Verschuldung 2007 nur gering zugenommen, in sechs Bundesländern sank sie sogar. Am stärksten war der Rückgang mit 4,9 Prozent in Sachsen, an zweiter Stelle steht Mecklenburg-Vorpommern mit einem Rückgang um 4,5 Prozent. Eine Zunahme der öffentlichen Schulden wurde dagegen in Bremen, dem Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen verzeichnet.

(Quelle: dpa)
 


 

Grüne: Abstimmung bei Bundespräsidentenwahl freigeben

Di.03.06.08 - Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Uschi Eid lehnt einen Fraktionszwang bei der Wahl des Bundespräsidenten in einem Jahr ab. «Es geht um eine Personenwahl. Beide Kandidaten, Amtsinhaber Horst Köhler wie Gesine Schwan, haben ihre Qualitäten. Ich bin dafür, dass wir die Abstimmung bei der Präsidentenwahl freigeben«, sagte Eid der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe). Die Entwicklungspolitikerin, die sich dem Bundespräsidenten durch das gemeinsame Verständnis internationaler Politik verbunden fühlt, hatte vor vier Jahren entgegen der Empfehlung der Grünen-Führung in der Bundesversammlung für Köhler votiert.

(Quelle: ddp)
 


 

Özdemir will neuer Grünen-Chef werden

Di.03.06.08 - Auf dem Grünen-Parteitag im November kommt es möglicherweise zu einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz. So kündigte am Montag der Grünen-Europaabgeordnete Cem Özdemir seine Bewerbung um die Nachfolge des scheidenden Parteichef Reinhard Bütikofer an. Sein möglicher Gegenkandidat, der Grünen-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, hielt sich eine Kandidatur noch offen.

Özdemir sagte, er traue sich zu, «gemeinsam mit der Partei Ideen zu entwickeln und das Land zu gestalten». Er betonte: «Wenn die Partei das möchte, stehe ich zur Verfügung». Im großen Wahljahr 2009 wolle er seine Erfahrungen einbringen und seinen «Beitrag dafür leisten, dass die Grünen ein eigenständiges Profil bekommen». Das habe auch mit Verantwortung zu tun, fügte der 42-Jährige hinzu. «Es war ja öfter zu hören, dass die Jüngeren in der Partei angeblich nicht bereit seien, Verantwortung zu übernehmen - ich bin es», fügte Özdemir hinzu.

Ratzmann sagte, es bleibe dabei, dass er sich «vor der Sommerpause erklären» werde. Schon vor einem Monat habe er gesagt, dass es sich um eine «große Herausforderung und ein honoriges Amt» handele und er «großes Interesse» an der damit verbundenen Aufgabe habe. Er habe aber auch immer betont, nun «in der Partei mit entsprechenden Kreisen» Gespräche zu führen und zu sondieren. Danach werde er eine «abschließende Bewertung vornehmen». Seine Entscheidung werde er «auf jeden Fall vor der Sommerpause» bekannt geben.

Erst am Wochenende hatte sich die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, für Ratzmann an der Parteispitze ausgesprochen. Zugleich hatte sie Befürchtungen von Grünen-Realpolitikern widersprochen, wonach Ratzmann wegen seiner linken Vergangenheit ihren Parteiflügel im Vorstand der Grünen nicht gut vertreten werde.

Özdemir, der dem Realo- oder Reformer-Flügel der Partei angehört, sagte, Ratzmann sei ein «mehr als respektabler Kandidat». Er und Ratzmann hätten «ein unterschiedliches Profil und unterschiedliche Inhalte», für die sie stünden. Dabei sehe er seine Kandidatur «nicht als Gegnerschaft». Es sei vielmehr «ein Angebot an die Partei».

Bütikofer hatte im März angekündigt, dass er im Herbst nicht wieder für das Amt kandidieren werde. Seine Ko-Vorsitzende Claudia Roth will sich dagegen auf dem Parteitag für eine weitere Amtszeit bestätigen lassen.

Bütikofer sagte am Montag zur Nachfolger-Debatte, sollten sich mehrere Bewerber für diese «schwierige Aufgabe in die Pflicht nehmen» lassen, sei eine demokratische Wahl gerade für eine Partei wie die Grünen nicht nachteilig. Er nehme zur Kenntnis, dass die Partei gute jüngere Kräfte haben, «die so was auch können». Man tue gut daran, sie einzubinden.

Bütikofer betonte zugleich, der neue Bundesvorstand müsse alle Parteiflügel einbeziehen, wenn man die nächste Bundestagswahl erfolgreich bestehen wolle. Die Delegierten würden die Kandidaten daraufhin prüfen, ob sie ihnen «eine solche konstruktive Rolle» zutrauten.

Der baden-württembergische Grünen-Vorsitzende Daniel Mouratidis unterstützte Özdemirs Kandidatur. Özdemir sei der richtige Mann zur richtigen Zeit, sagte Mouratidis. Er bringe nicht nur große Erfahrung in der Integrations- und Innenpolitik mit, sondern habe auch Durchsetzungskraft und Charisma: «Cem Özdemir kann Säle begeistern.»

(Quelle: ddp)
 


 

Oppositionspolitiker machen gegen Vorratsdatenspeicherung mobil

Di.03.06.08 - Angesichts der Telekom-Affäre machen Politiker der Oppositionsparteien gegen die Vorratsdatenspeicherung mobil. Der ehemalige Bundesinnenminister, Gerhart Baum (FDP), sagte am Montag im Hörfunksender HR-info: «Wir schützen die Telekom-Daten gegen den Staat - und müssen uns fragen, wer schützt uns eigentlich vor den Providern, also unter anderem vor der Telekom.» Die Schutzrechte der Bürger müssten durch eine Reform des Datenschutzrechtes verstärkt werden, forderte Baum.

Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), sagte im Südwestrundfunk, der Gesetzgeber müsse verhindern, das Riesendatensammlungen mit persönlichen Daten überhaupt entstehen. Der Fall Telekom beweise, wie gefährlich und verfassungsrechtlich bedenklich die Vorratsdatenspeicherung sei. Das Gesetz schreibt den Telekommunikationsunternehmen vor, Telefon-Verbindungsdaten ein halbes Jahr zu speichern, um sie Behörden bei der Strafverfolgung unter Umständen geben zu können.

Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele bekräftigte derweil seine Forderung, den Datenschutz ins Grundgesetz aufnehmen. Er betonte im HR-Info: «Es muss klar sein, dass es einen Kernbereich privater Lebensführung für alle Bürgerinnen und Bürger gibt, an die weder der Staat ran darf, noch die Unternehmen.»

Die Linke-Innenexpertin Petra Pau kritisierte: «Man sieht jetzt, wozu die Vorratsdatenspeicherung führt und welche Begehrlichkeiten offensichtlich auch in der Wirtschaft geweckt werden.»

Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy wies die Forderungen nach neuen Gesetzen zurück. Im Kern sei diese Debatte überflüssig, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag auf NDR Info und fügte hinzu: «Wo es kriminelle Energie gibt, können Sie die besten Gesetze machen - wenn der Wille vorhanden ist, dagegen zu verstoßen, dann wird das weiterhin passieren.»

(Quelle: ddp)
 
 
 
 

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