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Irak 1534 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
USA wollen vom Irak Recht zum Angriff auf Nachbarstaaten
Mi.04.06.08 - Die US-Regierung soll in ihren Verhandlungen über ein
langfristiges Militärabkommen mit der irakischen Regierung
angeblich das Recht gefordert haben, vom Irak aus jedes Land
anzugreifen, «das eine Gefahr für die internationale
Stabilität darstellt». Das wurde als indirekte Drohung gegen
den Iran verstanden. Zahlreiche irakische Politiker und führende
Geistliche hatten in den vergangenen Tagen vehement gegen das geplante
Abkommen agitiert haben.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 04.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Deutsche Friedensforscher warnen vor gefährlicher Hochrüstung
Mi.04.06.08 - Angesichts einer massiven Aufrüstung der USA, Russlands, Chinas
und Indiens haben die fünf führenden deutschen
Friedensforschungsinstitute neue europäische
Abrüstungsinitiativen gefordert. "Die neue Hochrüstung kann
bedrohlicher werden als der Kalte Krieg", heißt es in dem in
Berlin vorgestellten Friedensgutachten 2008. "Die
Rüstungskontrolle ist ein Scherbenhaufen", kritisierte Andreas
Heinemann-Grüder vom Bonn International Center for Conversion
(BICC). Bundesregierung und EU sollten sich zudem stärker dem
geplanten US-Raketenschild in Osteuropa widersetzen.
Auch die nukleare Abrüstung müsse wiederbelebt werden, da
Atombomben die "nach wie vor größte Bedrohung der
Menschheit" seien. Die Gefahr einer iranischen Atombombe bestehe nach
wie vor, betonte Heinemann-Grüder bei der Vorstellung des
Gutachtens. "Die Europäer sollten die USA in dieser Hinsicht zu
einem Politikwechsel zwingen", forderte er mit Blick auf die fehlenden
diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Teheran.
Der Nachfolger von US-Präsident George W. Bush werde "versuchen
müssen, mit neuen Ideen und attraktiver Politik Partner zu
gewinnen", heißt es in dem Gutachten. Die Europäer sollten
diese Chance nutzen. Die Bundesregierung solle alles tun, um die
künftige US-Regierung für eine Rückkehr zur nuklearen
Rüstungskontrolle zu gewinnen.
Auf dem Gebiet der Abrüstung solle die EU das so genannte
Avantgarde-Modell erproben, bei dem ein Kern von Staaten die Initiative
ergreifen könne, ohne zu warten, bis sich alle einig seien. Dies
sei umso notwendiger, als Europa bei der Verhinderung der
Weiterverbreitung von Nuklearwaffen uneins sei. Während Frankreich
und Großbritannien ihre Nuklearwaffen modernisierten, engagierten
sich Schweden, Norwegen, Deutschland und andere für Abrüstung.
Das Friedensgutachten enthält acht Empfehlungen für die
Bundesregierung und die EU. So soll der Vertrag über
Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) zügig ratifiziert
und in Kraft gesetzt werden. Auch wenn Russland den Vertrag außer
Kraft gesetzt habe, solle die NATO das Inspektionsregime einseitig
aufrechterhalten. Ferner appellieren die Friedensforscher an
Bundesregierung und EU, sich dem geplanten US-Raketenschild in
Osteuropa stärker zu widersetzen. Die Abwehrwaffen
destabilisierten die Abschreckungsbalance zwischen den
Atommächten, verschärften die Spannungen zwischen den USA und
Russland und zögen die europäische Sicherheitspolitik in
Mitleidenschaft.
(Quelle: afp)
Menschenrechtler: USA halten Terrorverdächtige auf Schiffen fest
Mi.04.06.08 - Die USA halten einer Menschenrechtsorganisation zufolge
Terrorverdächtige auch auf geheimen Gefangenenschiffen fest.
Es gebe 17 solcher schwimmenden Gefängnisse, vor allem im
Indischen Ozean, erklärte die britische Gruppe "Reprieve" am Montag
unter Berufung auf Vertreter des US-Militärs, Parlamentsgremien
und ehemalige Inhaftierte. Dort seien Gefangene unter qualvollen
Bedingungen befragt worden, ehe sie dann an andere Orte überstellt
worden seien. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums nannte den
Bericht "fehlerhaft und irreführend". Es gebe keine
Gefängnisse auf Marineschiffen.
Die USA haben eingeräumt, den US-Bürger und
Terrorverdächtigen John Walker Lindh nach seiner Gefangennahme Ende
2001 in Afghanistan auf Schiffen festgehalten zu haben. Nach Angaben
der Regierung wurde er ärztlich versorgt und nicht gefoltert.
(Quelle: rtr)
USA: Obama wird Präsidentschaftskandidat der Demokraten - Sieg in
Montana - Clinton gewinnt in South Dakota - Frühere First Lady
lässt ihr politisches Schicksal offen
Mi.04.06.08 - Barack Obama wird als erster schwarzer Kandidat der Demokraten in den
Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Bei den letzten beiden Vorwahlen
siegte er am Dienstag in Montana und hatte in South Dakota das
Nachsehen gegen seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton.
Allerdings hatte bereits vor Ende der Abstimmungen festgestanden, dass
Obama über die für die Nominierung notwendigen insgesamt
2.118 Delegiertenstimmen verfügte.
Noch in der Nacht wollte sich Obama selbst zum
Präsidentschaftskandidaten der Demokraten erklären. Im vorab
bekannt gewordenen Manuskript einer Rede, die er nach den letzten
Vorwahlen sollte, warb er zugleich um eine Zusammenarbeit mit seiner
bisherigen Rivalin. Clinton sei eine Führungspersönlichkeit,
die Millionen Amerikaner anspreche, erklärte er. Obwohl es
zwischen ihr und ihm in den vergangenen Monaten Differenzen gegeben
habe, sei ihm deutlich geworden, wie sehr Clinton daran arbeite, das
Leben der einfachen Menschen zu verbessern.
In New York erklärte Clinton nach Bekanntwerden des
Wahlergebnisses aus South Dakota, sie werde ihr politisches Schicksal
nicht in dieser Nacht entscheiden. Aus ihrem Wahlkampfteam war zuvor
verlautet, die ehemalige First Lady werde noch am Dienstag (Ortszeit)
den Sieg Obamas anerkennen, aus taktischen Gründen offiziell aber
noch nicht das Handtuch werfen.
Obama hatte nach Berechnung der Nachrichtenagentur AP die notwendige
Zahl der Delegierten und damit die Nominierung für die
Präsidentschaftskandidatur bereits wenige Stunden vor dem Ende der
letzten Vorwahlen sicher. Zuletzt hatte auch Ex-Präsident Jimmy
Carter, ein hoch angesehener Demokrat und einer der sogenannten
Superdelegierten, seine Unterstützung für Obama bekundet.
Clinton ist nach eigenen Angaben zu einer Kandidatur als
Vizepräsidentin neben Obama bereit. Die Abgeordnete Lydia
Velazquez hatte in der Telefonkonferenz erklärt, Obama habe ihrer
Meinung nach die besten Chancen mit der ehemaligen First Lady als
Vizekandidatin. Einer solchen Kandidatur an Obamas Seite stehe sie
offen gegenüber, antwortete Clinton.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain
hieß Obama im eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf
willkommen. Zugleich griff er seinen demokratischen Rivalen scharf an.
Obama und seine Versprechen von einer Wende seien schlecht für das
Land, erklärte McCain bei einer Veranstaltung in New Orleans.
«Das ist in der Tat eine Wahl der Veränderung»,
erklärte McCain. Allerdings bestehe die Wahl «zwischen einer
Wende zum Guten und einer Wende zum Schlechten, zwischen Voranschreiten
und Zurückgehen».
(Quelle: ap)
US-Reisende müssen sich online registrieren
Mi.04.06.08 - Aus Sicherheitsgründen wollen die USA von Mitte Januar an die
Einreisebedingungen für Deutsche und andere Europäer
verschärfen. Besucher müssen sich dann spätestens drei
Tage vor Reiseantritt beim Heimatschutzministerium online registrieren,
wie Heimatschutz-Minister Michael Chertoff mitteilte.
Die Registrierung, die vom 12. Januar an verpflichtend sein soll,
berechtigt den Angaben zufolge zu mehreren Einreisen innerhalb von zwei
Jahren. Die Maßnahme sei ein «relativ einfacher und
effektiver Weg, unsere Sicherheit zu verbessern», sagte Chertoff.
Auf Basis der vorab gegebenen Daten könnten Beamte der
Einreisebehörde «erkennen, ob ein Reisender ohne Visum eine
Bedrohung darstellt, bevor er in ein Flugzeug steigt oder anderweitig
an unseren Grenzen eintrifft», erklärte der Minister weiter.
Kritiker fürchten unterdessen vor allem Probleme bei kurzfristigen
Geschäftsreisen.
Deutsche und viele andere europäische Touristen brauchen nach dem
«Visa Waiver»-Abkommen kein Visum für US-Reisen. Sie
müssen bislang bei der Einreise im Flugzeug ein Formular mit
Fragen über ihre Identität ausfüllen. Bei der neuen
Onlineregistrierung werden dem «Wall Street Journal»
zufolge dieselben Fragen gestellt. Nach Angaben des
Heimatschutzministeriums soll das neue Electronic System for Travel
Authorization (ESTA) «in vielen Fällen fast
augenblicklich» bestimmen, ob ein Reisender in die USA kommen
darf.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Washington kritisiert Israels Siedlungspläne
Mi.04.06.08 - Trotz offener Kritik der US-Regierung hat der israelische
Ministerpräsident Ehud Olmert grünes Licht für den Bau
von fast 900 Wohnungen im Osten Jerusalems gegeben, bevor er am einen
dreitägigen Besuch in den USA begann. Olmert habe die
Maßnahmen für den Bau von 884 Wohnungen in Ost-Jerusalem vor
seiner Abreise in die USA genehmigt, sagte Wohnungsbauminister Seev
Boim im israelischen Hörfunk. Olmert kämpft wegen
Korruptionsvorwürfen um seine politische Zukunft und sieht sich
mit Rücktrittsforderungen auch aus der eigenen Partei konfrontiert.
In Washington will Olmert mit Präsident George W. Bush über
den Nahost-Konflikt sprechen sowie über die unter türkischer
Vermittlung stattfindenden Verhandlungen zwischen Israel und Syrien.
Die US-Regierung hatte die Siedlungspläne im Ostteil Jerusalems am
Montagabend kritisiert. "Wir denken nicht, dass neue Kolonien gebaut
werden sollen", sagte Regierungssprecherin Dana Perino. Dies
verschärfe die Spannungen hinsichtlich der Verhandlungen mit den
Palästinensern.
Auf die US-Kritik angesprochen sagte der Wohnungsbauminister, an
Israels Haltung habe sich nichts geändert. "In der Jerusalem-Frage
sind wir seit 41 Jahren uneins mit den USA, den Vereinten Nationen und
den Palästinensern", fügte Boim hinzu. Israel hatte den
Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und später annektiert. Die UNO hat
dies nie anerkannt. Seit 1967 haben sich mehr als 200.000 Israelis in
Ost-Jerusalem niedergelassen. Die Palästinenser wollen
Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen.
Israel hatte am Sonntag ungeachtet internationaler Appelle zur
Einstellung der Siedlungsaktivitäten in den
Palästinensergebieten eine Ausschreibung zum Bau von 884 Wohnungen
in den zwei östlichen Stadtteilen Har Homa und Pisgat Seev
veröffentlicht.
Nach israelischen Armeeangaben wurde unterdessen ein Soldat am
Kontrollposten Kissufim im südlichen Gazastreifen verletzt, als
ein Palästinenser auf ihn schoss. Palästinensische
Augenzeugen berichteten, israelische Panzer und Planierraupen seien bei
Kissufim auf palästinensisches Gebiet vorgerückt. Die Hamas
erklärte, ihre Kämpfer hätten das Feuer auf die Israelis
eröffnet. Die radikalislamische Bewegung kontrolliert den
Gazastreifen seit fast einem Jahr.
(Quelle: afp)
Irans Präsident Ahmadinedschad rechnet mit Verschwinden Israels
Mi.04.06.08 - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erneut mit
drastischen Aussagen zu Israel auf sich aufmerksam gemacht. Israel sei
«dazu verdammt zu gehen», sagte er am Rande des FAO-Gipfels
in Rom am Dienstag. Die Regierung in Jerusalem sei ein
«fabriziertes Regime», das mit oder ohne der Beteiligung
Teherans verschwinden werde. Der Hardliner hat in der Vergangenheit
bereits mehrfach mit der Vernichtung Israels gedroht und auch den
Holocaust wiederholt infrage gestellt.
(Quelle: ap)
Israels Außenministerin Livni sieht Angriff auf Iran weiter als
Option
Mi.04.06.08 - Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat an die
internationale Gemeinschaft appelliert, den Druck auf den Iran wegen
seines umstrittenen Atomprogramms aufrechtzuerhalten. Auch ein
militärischer Angriff müsse eine Option bleiben, forderte
Livni am Dienstag vor dem Außen- und Verteidigungsausschuss des
Parlaments in Jerusalem, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete.
Zögern erwecke den Eindruck von Schwäche, sagte Livni
demnach. Der Iran müsse sehen, dass ein Angriff grundsätzlich
infrage komme.
Eine solche Drohung sei aber vermutlich genug, wurde die
Außenministerin zitiert. Je deutlicher ein möglicher
Militäreinsatz auf dem Tisch liege, desto geringer sei die
Wahrscheinlichkeit, dass diese Möglichkeit genutzt werden
müsse. Israel vermutet, dass der Iran Atomwaffen entwickeln will.
Die Regierung in Teheran betont, ihr Nuklearprogramm diene allein der
Energiegewinnung.
(Quelle: ap)
Iran: Werden Atomprogramm trotz Druck des Westens fortsetzen
Mi.04.06.08 - Der Iran hat einen Stopp seines umstrittenen Atomprogramms erneut
abgelehnt.
Der Iran setze auf die friedliche Nutzung der Nuklearenergie, sagte der
geistliche Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei,
im Staatsfernsehen am Dienstag. Zugleich wies er den Vorwurf des
Westens zurück, sein Land arbeite unter dem Deckmantel der
Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte zuletzt
kritisiert, der Iran verschweige wichtige Informationen über sein
Atomprogramm. Der Westen forderte daraufhin eine Verstärkung des
internationalen Drucks auf die Regierung in Teheran. Die fünf
Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland wollen dem Iran
auch frische Anreize zur Aufgabe seiner Urananreicherung anbieten. Es
wird erwartet, dass EU-Chefdiplomat Javier Solana bald in den Iran
reisen wird, um der Regierung ein neues Paket vorzulegen.
(Quelle: rtr)
UN-Sicherheitsrat erlaubt Piraten-Jagd vor Somalia
Mi.04.06.08 - Der UN-Sicherheitsrat hat den Kampf gegen Piratenbanden vor der
somalischen Küste auf eine internationale Rechtsgrundlage gestellt.
Eine Resolution ermächtigt Staaten, künftig mit
Kriegsschiffen in somalische Hoheitsgewässer einzudringen, um
"Piraterie und bewaffnete Überfälle auf See" zu
unterdrücken. Allerdings muss die somalische
Übergangsregierung dem Einsatz zustimmen. Die von den USA und
Frankreich eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen. Die
Regelung gilt für sechs Monate, kann allerdings im Anschluss
verlängert werden.
Vor der Küste Somalias verüben Piraten immer wieder
Überfälle. Anfang April war die französische Luxus-Yacht
"Le Ponant" entführt worden. Die Seeräuber ließen ihre
Geiseln eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von
rund 1,3 Millionen Euro frei. Ende April wurde ein spanisches
Fischerboot gekapert, das sechs Tage später nach der Zahlung eines
Lösegeldes von 770.000 Euro freigegeben wurde. Vergangene Woche
überfielen Piraten ein Schiff einer deutschen Reederei.
(Quelle: afp)
Viereinhalb Millionen Äthiopier brauchen Lebensmittelhilfe
Mi.04.06.08 - Rund viereinhalb Millionen Menschen sind in Äthiopien vom Hunger
bedroht und brauchen Lebensmittelhilfe. Wegen einer anhaltenden
Trockenheit und der explodierenden Lebensmittelpreisen sei die Nothilfe
nötig, sagte der Leiter des äthiopischen
Katastrophenschutzes, Simon Mechale, am Dienstag. Dies hätten
jüngste Erhebungen der Regierung ergeben. Die Vereinten Nationen
(UN) waren zuletzt von 3,4 Millionen Hilfsbedürftigen im Land
ausgegangen.
Die Regierung habe die Lage unter Kontrolle, sagte Mechale. Auch litten
nicht wie von den UN angenommen 126.000 Kinder an akuter
Mangelernährung, sondern höchstens 75.000, sagte er. UNICEF
bezeichnete die diesjährige Lebensmittelknappheit unterdessen als
die schlimmste seit dem Katastrophenjahr 2003. Damals litten nach einer
vernichtenden Dürre über 13 Millionen Menschen Hunger.
Dürren sind für Äthiopien besonders verheerend: Vier von
fünf Menschen leben von der Landwirtschaft, die auch der
wichtigste Wirtschaftszweig des Landes ist.
(Quelle: ap)
UN-Ernährungsgipfel in Rom eröffnet - Kontroverse
Diskussionen über Agrarhandel und Biosprit
Mi.04.06.08 - Mit einem Appell zur Steigerung der Agrarproduktion hat am Dienstag in
Rom ein dreitägiger Welternährungsgipfel der Vereinten
Nationen begonnen. «Die Welt muss mehr Nahrung produzieren»,
sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. «Um die wachsende
Nachfrage zu decken, muss die Nahrungsproduktion bis zum Jahr 2030 um
50 Prozent steigen.»
Ban kritisierte die von mehreren Staaten eingeführten
Preiskontrollen und Exportbeschränkungen bei Nahrungsmitteln:
«Das verzerrt nur die Märkte und treibt die Preise noch
höher.» Außerdem forderte er eine schnelle Einigung bei
den Welthandelsgesprächen der WTO - diese sind wegen des Streits
um die Agrarsubventionen der EU und der USA seit Jahren blockiert. Der
UN-Generalsekretär kündigte an, dass sich eine Arbeitsgruppe
der Vereinten Nationen darum kümmern werde, die Auswirkungen der
bedrohlich steigenden Preise für Nahrungsmittel in armen
Ländern zu begrenzen.
Papst Benedikt XVI. sagte in einem vor der Konferenz verlesenen
Grußwort, dass Hunger und Unterernährung in einer Welt mit
ausreichend Ressourcen inakzeptabel seien. Millionen von Menschen
schauten voller Hoffnung nach Rom, da ihr eigenes Überleben auf dem
Spiel stehe. Benedikt forderte die Teilnehmer des Gipfels zu
grundlegenden Reformen im System der Nahrungsmittelhilfen auf.
Deutschlands Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul
erklärte zu Beginn der Konferenz: «Es ist ein Skandal der
Menschheitsgeschichte, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch
850 Millionen Menschen unter Hunger und Unterernährung
leiden.» Die Erde könne die wachsende Weltbevölkerung
ernähren, doch müssten dafür auch die notwendigen
Voraussetzungen geschaffen werden. Zur Linderung der Not aufgrund der
akuten Nahrungsmittelkrise hat das Entwicklungsministerium
zusätzlich 23 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, zumeist
für das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen.
An den Beratungen der Welternährungsorganisation (FAO) nehmen etwa
40 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen der französische
Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der ägyptische
Präsident Husni Mubarak. Während der Konferenz werden
kontroverse Debatten über die Sicherung der
Nahrungsmittelversorgung erwartet. Dabei geht es zum einen um den
Einfluss von Subventionen und Zöllen im internationalen
Agrarhandel, zum anderen um die Rolle der Anbauflächen für die
Produktion von Biosprit.
Die USA und andere Staaten fördern den Trend zu Biokraftstoffen,
um die Abhängigkeit vom Rohöl zu verringern.
US-Landwirtschaftsminister Ed Schafer sagte auf dem Flug nach Rom, die
Produktion von Biokraftstoffen trage nur mit zwei bis drei Prozent zu
dem für dieses Jahr erwarteten Preisanstieg von 43 Prozent bei. Die
Hilfsorganisation Oxfam beziffert diesen Anteil unter Berufung auf
Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) jedoch auf 15 bis 30
Prozent.
Nach Berechnungen der Weltbank sind die Preise für Nahrungsmittel
in den vergangenen drei Jahren um 83 Prozent gestiegen. Noch höher
war die Teuerung bei einzelnen Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Reis.
Auf der Konferenz wird auch diskutiert, inwieweit Spekulationen an den
internationalen Agrarmärkten zu dem Preisauftrieb beigetragen
haben.
Für diplomatischen Zündstoff sorgte in Rom die Teilnahme der
Präsidenten des Irans und von Simbabwe, Mahmud Ahmadinedschad und
Robert Mugabe. Die australische Regierung kritisierte die Teilnahme
Mugabes als «obszön» - dem simbabwischen
Präsidenten wird vorgeworfen, mit der Vertreibung weißer
Landbesitzer eine schwere Agrarkrise in seinem Land verursacht zu haben.
(Quelle: ap)
Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien erreicht neuen
Höhepunkt
Mi.04.06.08 - Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes hat im April einen
neuen Höhepunkt erreicht. Das geht aus Satellitenfotos hervor, die
von einem Regierungsinstitut ausgewertet wurden. Rund 1.140
Quadratkilometer Regenwald sind im April verschwunden, etwa acht Mal so
viel wie im März, teilte das Brasilianische Raumforschungsinstitut
mit.
Allerdings ist ein großer Teil des Regenwaldes jeden Monat von
Wolken verdeckt. Im März waren es 78 Prozent, im April 53 Prozent.
Unter den Wolken könnte bereits weiterer Regenwald abgeholzt worden
sein. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, wird Brasilien in diesem
Jahr mehr Regenwald vernichtet werden als im vergangenen Jahr. Das
Umweltministerium kündigte an, gegen illegale Rodungen vorzugehen.
So solle unter anderem Vieh beschlagnahmt werden, wenn Regenwald
für Weiden ohne Erlaubnis abgeholzt wurde.
Am meisten Regenwald verschwand im April im Staat Mato Grosso, wo
Gouverneur Blairo Maggi das Sagen hat, ein prominenter Sojabauer, der
sich sich immer wieder gegen staatliche Bemühungen für den
Schutz des Waldes gewandt hat.
(Quelle: ap)
Eurogruppe erwägt Abfederung des Ölpreis-Anstiegs für
Arme - Juncker: EU soll bis Gipfel Vorschläge ausarbeiten
Mi.04.06.08 - Angesichts des unaufhaltsamen Anstiegs der Ölpreise erwägen
die Finanzminister der Euro-Staaten Erleichterungen für sozial
Schwache. EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssten
«über Schritte nachdenken, um die Lasten für die
verletzlichsten Schichten unserer Gesellschaft zu vermindern»,
erklärte der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude
Juncker am Montag in Frankfurt als Vorsitzender der Eurogruppe.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück lehnte solche Schritte bislang
stets ab.
«Wir werden bis zum EU-Gipfel darüber nachdenken, welche
sozialen Maßnahmen einzelne Mitgliedstaaten ergreifen
könnten», sagte Juncker, der Regierungschef und
Finanzminister zugleich ist, nach Beratungen mit seinen Finanz-Kollegen
aus den übrigen Euro-Ländern. Das nächste Gipfeltreffen
der EU-Staats- und Regierungschefs findet bereits am 19. und 20. Juni in
Brüssel statt.
Sollten mehrere EU-Staaten einen sozialen Ausgleich der hohen Benzin-
und Dieselpreise beschließen, so würde dies auch den Druck
auf Steinbrück erhöhen. Bislang hat der Bundesfinanzminister
alle Forderungen nach einer Abfederung des Ölpreisanstiegs, etwa in
Form einer Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem 1.
Kilometer, abgelehnt.
Mit der Debatte über mögliche Ausgleichsmaßnahmen
reagiert die Eurogruppe auf einen Vorstoß Frankreichs. Zwar wandte
sich Juncker gegen den Vorschlag des französischen
Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, die Mehrwertsteuer auf Benzin,
Diesel und andere Ölprodukte einzufrieren. «Kurzfristige
Steuermaßnahmen sollten nicht genutzt werden, um die Last zu
verringern», erklärte Juncker unter Verweis auf eine
entsprechende Selbstverpflichtung der EU-Finanzminister vom Herbst 2005.
Der Eurogruppen-Vorsitzende und EU-Währungskommissar
Joaquín Almunia wiesen jedoch darauf hin, dass diese Vereinbarung
die Möglichkeit von «Hilfsprogrammen für eine begrenzte
Zeit» offen lasse. Diese dürften allerdings nicht zu
Wettbewerbsverzerrungen führen, betonte Almunia.
In Frankreich protestieren schon seit zwei Wochen die Hochseefischer
gegen die galoppierenden Dieselpreise. Zuletzt schlossen sich auch
Bauern und Fischer aus anderen Mittelmeerstaaten der Bewegung an.
Noch zu Beginn des Treffens in Frankfurt hatte der niederländische
Finanzminister Wouter Bos Frankreich gemahnt, der
Haushaltskonsolidierung den Vorrang vor Maßnahmen zum Ausgleich
des hohen Ölpreises zu geben: «Frankreich hat so schon
ziemliche Probleme, seinen Haushalt in Ordnung zu bringen», sagte
Bos.
Dass sich neben Frankreich auch andere Staaten nicht mehr an die
Sparziele der Eurogruppe gebunden fühlen, wurde jedoch am
Nachmittag deutlich. Juncker räumte ein, einige Staaten der
Währungsunion würden einen ausgeglichenen Haushalt statt 2010
wohl erst 2012 vorlegen können. Dies sei wegen der Verschlechterung
der allgemeinen Wirtschaftslage hinzunehmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte bei einer Feier zum
Gründungsjubiläum der Europäischen Zentralbank (EZB) in
Frankfurt, alle EU-Staaten hätten die Verantwortung, «mit
einer soliden Haushaltspolitik zu Stabilität in Europa
beizutragen». Die vor zehn Jahren gegründete EZB werde alles
daran setzen, «den Euro auch in Zukunft als Stabilitätsanker
zu festigen», zeigte sich die Bundeskanzlerin zuversichtlich.
«Wir in Deutschland sind stolz, die Heimat der Europäischen
Zentralbank zu sein.»
(Quelle: ap)
EU-Finanzchefs billigen Euro-Beitritt der Slowakei
Mi.04.06.08 - Die Finanzminister der Europäischen Union haben den geplanten
Euro-Beitritt der Slowakei gebilligt. Sie folgten damit einer Empfehlung
von EU-Währungskommissar Joaquín Almunia, berichteten
Diplomaten in Luxemburg. Nun müssen die EU-Staats- und
Regierungschefs noch bei ihrem Brüsseler Gipfeltreffen am 19. und
20. Juni zustimmen. Das frühere Ostblockland hat die Maastrichter
Beitrittskriterien erfüllt und will zum Jahreswechsel seine Krone
gegen den Euro tauschen.
(Quelle: dpa)
Deutschland
Fachkräftemangel gefährdet laut Gewerkschaft Atomaufsicht
Mi.04.06.08 - Der Mangel an Ingenieuren in Deutschland bedroht nach
Gewerkschaftsangaben nun sogar die staatliche Atomaufsicht. «Es
fehlen bald in ausreichendem Umfang Kontrolleure», sagte der
Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im
öffentlichen Dienst (BTB), Bernd Niesen, den «Stuttgarter
Nachrichten». Es sei an der Zeit, Alarm zu schlagen.
Der geplante Atomausstieg hat laut Niesen zu einem sinkenden Interesse
an entsprechenden Studiengängen geführt. Zudem gebe es in
Deutschland eine «Einstellung gegenüber Technik, die
ausgesprochen kritisch, ja mitunter feindlich ist». Beim Kampf um
die wenigen Fachkräfte am Markt könne der öffentliche
Dienst nicht mit der freien Wirtschaft mithalten: Gerade bei den
Einstiegsgehältern gebe es «gewaltige Differenzen».
«Das ist schon ein Thema, mit dem sich die Behörden
auseinandersetzen müssen», räumte Frauke Staner,
Sprecherin des Bundesumweltministeriums auf AP-Anfrage ein. «Es
ist ja bekannt, dass die Nachfrage an Ingenieuren insgesamt
größer als das Angebot ist», sagte Staner. Sie wies
darauf hin, dass die Personalausstattung der Aufsichtsbehörden
«ausschließlich Sache der Länder» sei. Die
Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) werde im Herbst auf
Einladung des Bundesumweltministeriums die deutsche Atomaufsicht
überprüfen. Dabei werden der Sprecherin zufolge auch
Personalfragen eine Rolle spielen.
Dem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» zufolge fehlen
dem öffentlichen Dienst auch beim Straßenbau, der
Gewerbeaufsicht und dem Weinbau Fachkräfte. Dadurch sei der Staat
«immer weniger in der Lage, mit eigenen Kräften
Genehmigungsverfahren angemessen durchzuführen», sagte Niesen.
Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner
berichtete von einem massiven Einbruch der Bewerberzahlen. Die
Privatwirtschaft reagiere darauf im Gegensatz zum öffentlichen
Dienst mit höheren Einstiegsgehältern und verbesserten
Konditionen, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung.
In Bayern sind laut der Sprecherin der Obersten Baubehörde, Ursula
Willschek, Maschinenbauer und Elektrotechniker aus den Fachbereichen
Anlagen- und Gebäudetechnik gesucht. «Da ist es schwierig,
entsprechende Leute zu bekommen», räumte die Sprecherin auf
AP-Anfrage ein. «In der freien Wirtschaft reagieren die
Einstiegsgehälter unmittelbar auf den Bedarf», sagte
Willschek.
Zudem müssten junge Ingenieure, die verbeamtet werden wollen, eine
zweijährige Referendarszeit absolvieren und ein Staatsexamen
ablegen. Während dieser Ausbildung erhielten die
Nachwuchskräfte «bei weitem nicht das Einkommen, das man als
junger Ingenieur in der freien Wirtschaft bekommt». Für viele
sei das ein Grund, sich gegen eine Laufbahn im öffentlichen Dienst
zu entscheiden.
(Quelle: ap)
Computer-Experten fordern Schutz vor Datenverbrechen
Mi.04.06.08 - Einen wirksamen Schutz vor Datenverbrechen fordern jetzt die Experten
des Chaos Computer Club (CCC). Anlass hierfür ist die jüngst
publik gewordene Überwachungsaffäre bei der Telekom. Deutsche
Unternehmen sollten so wenige Daten wie möglich speichern und den
Umgang damit strenger kontrollieren. Der CCC kritisiert ferner, dass die
derzeitige Behandlung von Datenverbrechen oft als Kavaliersdelikt
abgetan werden und damit den Folgen für den Einzelnen nicht
entsprechen.
Sollte die vom Staat vorgesehene Vorratsdatenspeicherung nicht gestoppt
werden, hält der CCC den Telekom-Skandal für der Anfang einer
langen Reihe von Datenverbrechen. Deshalb sollten nicht benötigte
Verbindungsdaten von Internet- und Telefon-Nutzern nicht mehr
aufgezeichnet werden. Derzeit müssen die Telekommunikationsanbieter
die Daten ein halbes Jahr lang speichern. Sogar die Daten von
Flatrate-Kunden werden aufbewahrt, was laut dem CCC technisch in keiner
Weise notwendig ist. Diese Praxis ermögliche eine noch
weitergehende missbräuchliche Ausschnüffelung von
Kommunikationsprofilen als im aktuellen Telekom-Fall.
Opfer von Datenverbrechen sollten zudem einen Schadenersatzanspruch
erhalten. Darüber hinaus wünschen sich die Computer-Experten,
dass bei allen Datenverbrechen die Täter klar benannt werden
müssen und die Taten strikt geahndet werden. Außerdem sollten
Arbeitnehmer, die Datenverbrechen in ihrer Firma aufdecken, einen
umfangreichen Schutz vor Kündigung und anderen Nachteilen
erhalten. Wer seiner Bürgerpflicht zur Wachsamkeit nachkomme,
dürfe nicht mit dem Verlust seiner beruflichen Existenz bedroht
werden.
(Quelle: gp)
Verbraucherzentrale informiert über alternative Kraftstoffe
Mi.04.06.08 - Die Verbraucherzentrale NRW informiert ab sofort mit einem neuen
Internetangebot über den Markt der alternativen Kraftstoffe und
Antriebe. Wie die Verbraucherzentrale mitteilte, wurde die Homepage
http:// vz-nrw.de/klimafreundlich-automobil am Dienstag in Dortmund
gemeinsam mit NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) freigeschaltet.
Entwickelt wurde das Internet-Angebot im Rahmen eines vom
Umweltministerium geförderten Projekts.
Den Angaben zufolge nimmt angesichts der steigenden Benzin- und
Dieselpreise, der angekündigten Kfz-Steuerreform und der Sorge um
das Klima die Nachfrage nach Alternativen für den klassischen
Autoantrieb zu. Derzeit konkurrierten auf dem Markt der alternativen
Kraftstoffe Erdgas, Flüssiggas, Agro-Diesel, Agro-Ethanol und
Pflanzenöl. Auch Elektro-Autos und Fahrzeuge mit Hybridmotoren
würden immer interessanter.
Die neue Homepage klärt unter anderem über die Vor- und
Nachteile der verschiedenen Kraftstoffe auf. Auch die Kosten für
einen Neukauf oder eine Umrüstung eines Fahrzeugs werden
aufgelistet.
Umweltminister Uhlenberg unterstrich, dass Kraftstoffe vom Acker nur
dann sinnvoll seien, wenn sie umweltverträglich erzeugt wurden und
nachweislich einen Beitrag zum Umweltschutz leisteten. So wandte sich
der Minister gegen Sprit aus Pflanzen, für die der Regenwald
vernichtet wurde. Überdies müsse ausgeschlossen werden, dass
es zu einer Konkurrenz um die Ackerflächen für Kraftstoffe und
Nahrungsmittel kommt. «Die Lebensmittelpreise könnten
dadurch für viele Haushalte in unerschwingliche Höhen
klettern», betonte er.
(Quelle: ddp)
Hessen schafft als erstes Bundesland Studiengebühren ab
Mi.04.06.08 - Gegen den Willen der geschäftsführend noch amtierenden
CDU-Regierung schafft Hessen als erstes Bundesland zum nächsten
Semester die Studiengebühren wieder ab. Ein entsprechender
Gesetzentwurf von SPD und Grünen erhielt im Wiesbadener Landtag
auch Stimmen der Linken und damit die Mehrheit von 57 gegenüber 53
Stimmen, wie ein Landtagssprecher mitteilte. CDU- und FDP-Fraktion
scheiterten mit ihrem Antrag, zumindest die Gebühren für
Langzeitstudierende zu erhalten. Die Regierung von
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte die Studiengebühren
zum Wintersemester 2007/2008 eingeführt.
Nach dem Willen des Landtags soll das Studieren im Land nun wieder
gebührenfrei werden, und zwar ab dem bevorstehenden Wintersemester
2008/2009. Das rot-grüne Gesetz kippt auch die Gebühren
für das Zweitstudium. Die wegfallenden Einnahmen für die
Hochschulen in Höhe von jährlich gut hundert Millionen Euro
sollen demnach aus Mitteln des Landes ersetzt werden. Die Linke
forderte vergeblich, zudem im laufenden und vergangenen Semester
erhobene Studiengebühren zurückzuzahlen.
CDU und FDP hatten gefordert, wer die Regelstudienzeit um mehr als vier
Semester überschreite, solle sich auch weiter "mit einem
angemessenen Beitrag an den Studienkosten beteiligen". Ziel sei es, die
Studienzeiten zu verringern und die missbräuchliche Nutzung des
Studierendenstatus einzudämmen. SPD und Grüne wollen dieses
mittels Zielvereinbarungen zwischen Studenten und Hochschulen über
den jeweiligen Studienverlauf erreichen.
Gegen den Beschluss des Parlaments kann die Landesregierung allerdings
theoretisch noch Einspruch einlegen und damit eine erneute Lesung des
Gesetzes erzwingen. Gemäß der Hessischen Landesverfassung
müsste der Einspruch binnen fünf Tagen eingelegt und
innerhalb von zwei Wochen begründet werden. Käme dann bei
einer weiteren Lesung im Landtag dennoch eine erneute Mehrheit
zustande, würde das Gesetz als beschlossen gelten.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
US-Behörde wirft NASA Verharmlosung des Klimawandels vor
Mi.04.06.08 - Die US-Weltraumbehörde NASA hat offenbar über Jahre hinweg
Studie zur Erderwärmung herabgespielt und falsch ausgelegt. Zu
diesem Schluss kam der Bericht des NASA-Generalinspekteurs, der am
Montag veröffentlich wurde. Die «unangemessene politische
Einflussnahme» habe sich in den Jahren 2004 bis 2006 allerdings
auf die Pressestelle der NASA beschränkt. Führungskräfte
seien nicht betroffen, hieß es.
(Quelle: ap)
Besiedlung Neuseelands begann später als gedacht
Mi.04.06.08 - Die ersten Menschen sind in Neuseeland weit später angekommen als
bislang angenommen. Die polynesischen Ureinwohner, die Maoris,
besiedelten die Inseln wahrscheinlich erst im späten 13.
Jahrhundert, und nicht 1500 Jahre früher.
Das berichteten Forscher am Dienstag, die vier Jahre lang alte Knochen
der Pazifischen Ratte und Samen untersucht hatten. Die Wissenschaftler
datierten die Knochen mit der Radiokarbonmethode auf 1280 bis 1300. Ein
anderes Forscherteam hatte dieselben Knochen vor zwölf Jahren auf
200 vor Christus datiert. Das sei falsch gewesen, sagte
Forschungsleiterin Janet Wilmshurst. Archäologische Ausgrabungen
und die Veränderung des Tierbestands wiesen auch auf eine
Erstbesiedlung im späten 13. Jahrhundert hin. Als erster
Europäer erreichte wahrscheinlich der Niederländer Abel
Janszoon Tasman Neuseeland 1642.
«Die Pazifische Ratte kann nicht sehr weit schwimmen. Sie kann
also nur an Bord von Booten nach Neuseeland gekommen sein», sagte
Wilmshurst. «Die früheste Ankunft der pazifischen Ratten ist
damit auch ein Hinweis auf die Ankunft der Menschen.» Die
Ergebnisse wurden in der US-Fachzeitschrift «Proceedings of the
National Academy of Sciences» veröffentlicht.
(Quelle: dpa)