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+++ Mi.04.06.08, 06:30        zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

Irak 1534 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

USA wollen vom Irak Recht zum Angriff auf Nachbarstaaten

Mi.04.06.08 - Die US-Regierung soll in ihren Verhandlungen über ein langfristiges Militärabkommen mit der irakischen Regierung angeblich das Recht gefordert haben, vom Irak aus jedes Land anzugreifen, «das eine Gefahr für die internationale Stabilität darstellt». Das wurde als indirekte Drohung gegen den Iran verstanden. Zahlreiche irakische Politiker und führende Geistliche hatten in den vergangenen Tagen vehement gegen das geplante Abkommen agitiert haben.

(Quelle: dpa)


 

 

Blick ins Archiv:

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 04.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mo.04.06.07 - Dutzende Opfer bei Anschlägen am Wochenende im Irak +++ 14 US-Soldaten innerhalb von drei Tagen getötet +++ Demokratische US-Präsidentschaftsbewerber uneins über Terror und Irak... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0706040.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

Deutsche Friedensforscher warnen vor gefährlicher Hochrüstung

Mi.04.06.08 - Angesichts einer massiven Aufrüstung der USA, Russlands, Chinas und Indiens haben die fünf führenden deutschen Friedensforschungsinstitute neue europäische Abrüstungsinitiativen gefordert. "Die neue Hochrüstung kann bedrohlicher werden als der Kalte Krieg", heißt es in dem in Berlin vorgestellten Friedensgutachten 2008. "Die Rüstungskontrolle ist ein Scherbenhaufen", kritisierte Andreas Heinemann-Grüder vom Bonn International Center for Conversion (BICC). Bundesregierung und EU sollten sich zudem stärker dem geplanten US-Raketenschild in Osteuropa widersetzen.

Auch die nukleare Abrüstung müsse wiederbelebt werden, da Atombomben die "nach wie vor größte Bedrohung der Menschheit" seien. Die Gefahr einer iranischen Atombombe bestehe nach wie vor, betonte Heinemann-Grüder bei der Vorstellung des Gutachtens. "Die Europäer sollten die USA in dieser Hinsicht zu einem Politikwechsel zwingen", forderte er mit Blick auf die fehlenden diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Teheran.

Der Nachfolger von US-Präsident George W. Bush werde "versuchen müssen, mit neuen Ideen und attraktiver Politik Partner zu gewinnen", heißt es in dem Gutachten. Die Europäer sollten diese Chance nutzen. Die Bundesregierung solle alles tun, um die künftige US-Regierung für eine Rückkehr zur nuklearen Rüstungskontrolle zu gewinnen.

Auf dem Gebiet der Abrüstung solle die EU das so genannte Avantgarde-Modell erproben, bei dem ein Kern von Staaten die Initiative ergreifen könne, ohne zu warten, bis sich alle einig seien. Dies sei umso notwendiger, als Europa bei der Verhinderung der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen uneins sei. Während Frankreich und Großbritannien ihre Nuklearwaffen modernisierten, engagierten sich Schweden, Norwegen, Deutschland und andere für Abrüstung.

Das Friedensgutachten enthält acht Empfehlungen für die Bundesregierung und die EU. So soll der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) zügig ratifiziert und in Kraft gesetzt werden. Auch wenn Russland den Vertrag außer Kraft gesetzt habe, solle die NATO das Inspektionsregime einseitig aufrechterhalten. Ferner appellieren die Friedensforscher an Bundesregierung und EU, sich dem geplanten US-Raketenschild in Osteuropa stärker zu widersetzen. Die Abwehrwaffen destabilisierten die Abschreckungsbalance zwischen den Atommächten, verschärften die Spannungen zwischen den USA und Russland und zögen die europäische Sicherheitspolitik in Mitleidenschaft.

(Quelle: afp)
 


 

Menschenrechtler: USA halten Terrorverdächtige auf Schiffen fest

Mi.04.06.08 - Die USA halten einer Menschenrechtsorganisation zufolge Terrorverdächtige auch auf geheimen Gefangenenschiffen fest.

Es gebe 17 solcher schwimmenden Gefängnisse, vor allem im Indischen Ozean, erklärte die britische Gruppe "Reprieve" am Montag unter Berufung auf Vertreter des US-Militärs, Parlamentsgremien und ehemalige Inhaftierte. Dort seien Gefangene unter qualvollen Bedingungen befragt worden, ehe sie dann an andere Orte überstellt worden seien. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums nannte den Bericht "fehlerhaft und irreführend". Es gebe keine Gefängnisse auf Marineschiffen.

Die USA haben eingeräumt, den US-Bürger und Terrorverdächtigen John Walker Lindh nach seiner Gefangennahme Ende 2001 in Afghanistan auf Schiffen festgehalten zu haben. Nach Angaben der Regierung wurde er ärztlich versorgt und nicht gefoltert.

(Quelle: rtr)
 


 

USA: Obama wird Präsidentschaftskandidat der Demokraten - Sieg in Montana - Clinton gewinnt in South Dakota - Frühere First Lady lässt ihr politisches Schicksal offen

Mi.04.06.08 - Barack Obama wird als erster schwarzer Kandidat der Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Bei den letzten beiden Vorwahlen siegte er am Dienstag in Montana und hatte in South Dakota das Nachsehen gegen seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton. Allerdings hatte bereits vor Ende der Abstimmungen festgestanden, dass Obama über die für die Nominierung notwendigen insgesamt 2.118 Delegiertenstimmen verfügte.

Noch in der Nacht wollte sich Obama selbst zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten erklären. Im vorab bekannt gewordenen Manuskript einer Rede, die er nach den letzten Vorwahlen sollte, warb er zugleich um eine Zusammenarbeit mit seiner bisherigen Rivalin. Clinton sei eine Führungspersönlichkeit, die Millionen Amerikaner anspreche, erklärte er. Obwohl es zwischen ihr und ihm in den vergangenen Monaten Differenzen gegeben habe, sei ihm deutlich geworden, wie sehr Clinton daran arbeite, das Leben der einfachen Menschen zu verbessern.

In New York erklärte Clinton nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses aus South Dakota, sie werde ihr politisches Schicksal nicht in dieser Nacht entscheiden. Aus ihrem Wahlkampfteam war zuvor verlautet, die ehemalige First Lady werde noch am Dienstag (Ortszeit) den Sieg Obamas anerkennen, aus taktischen Gründen offiziell aber noch nicht das Handtuch werfen.

Obama hatte nach Berechnung der Nachrichtenagentur AP die notwendige Zahl der Delegierten und damit die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur bereits wenige Stunden vor dem Ende der letzten Vorwahlen sicher. Zuletzt hatte auch Ex-Präsident Jimmy Carter, ein hoch angesehener Demokrat und einer der sogenannten Superdelegierten, seine Unterstützung für Obama bekundet.

Clinton ist nach eigenen Angaben zu einer Kandidatur als Vizepräsidentin neben Obama bereit. Die Abgeordnete Lydia Velazquez hatte in der Telefonkonferenz erklärt, Obama habe ihrer Meinung nach die besten Chancen mit der ehemaligen First Lady als Vizekandidatin. Einer solchen Kandidatur an Obamas Seite stehe sie offen gegenüber, antwortete Clinton.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hieß Obama im eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf willkommen. Zugleich griff er seinen demokratischen Rivalen scharf an. Obama und seine Versprechen von einer Wende seien schlecht für das Land, erklärte McCain bei einer Veranstaltung in New Orleans. «Das ist in der Tat eine Wahl der Veränderung», erklärte McCain. Allerdings bestehe die Wahl «zwischen einer Wende zum Guten und einer Wende zum Schlechten, zwischen Voranschreiten und Zurückgehen».

(Quelle: ap)
 


 

US-Reisende müssen sich online registrieren

Mi.04.06.08 - Aus Sicherheitsgründen wollen die USA von Mitte Januar an die Einreisebedingungen für Deutsche und andere Europäer verschärfen. Besucher müssen sich dann spätestens drei Tage vor Reiseantritt beim Heimatschutzministerium online registrieren, wie Heimatschutz-Minister Michael Chertoff mitteilte.

Die Registrierung, die vom 12. Januar an verpflichtend sein soll, berechtigt den Angaben zufolge zu mehreren Einreisen innerhalb von zwei Jahren. Die Maßnahme sei ein «relativ einfacher und effektiver Weg, unsere Sicherheit zu verbessern», sagte Chertoff. Auf Basis der vorab gegebenen Daten könnten Beamte der Einreisebehörde «erkennen, ob ein Reisender ohne Visum eine Bedrohung darstellt, bevor er in ein Flugzeug steigt oder anderweitig an unseren Grenzen eintrifft», erklärte der Minister weiter. Kritiker fürchten unterdessen vor allem Probleme bei kurzfristigen Geschäftsreisen.

Deutsche und viele andere europäische Touristen brauchen nach dem «Visa Waiver»-Abkommen kein Visum für US-Reisen. Sie müssen bislang bei der Einreise im Flugzeug ein Formular mit Fragen über ihre Identität ausfüllen. Bei der neuen Onlineregistrierung werden dem «Wall Street Journal» zufolge dieselben Fragen gestellt. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums soll das neue Electronic System for Travel Authorization (ESTA) «in vielen Fällen fast augenblicklich» bestimmen, ob ein Reisender in die USA kommen darf.

(Quelle: dpa)
 


 

Nahost-Konflikt

Washington kritisiert Israels Siedlungspläne

Mi.04.06.08 - Trotz offener Kritik der US-Regierung hat der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert grünes Licht für den Bau von fast 900 Wohnungen im Osten Jerusalems gegeben, bevor er am einen dreitägigen Besuch in den USA begann. Olmert habe die Maßnahmen für den Bau von 884 Wohnungen in Ost-Jerusalem vor seiner Abreise in die USA genehmigt, sagte Wohnungsbauminister Seev Boim im israelischen Hörfunk. Olmert kämpft wegen Korruptionsvorwürfen um seine politische Zukunft und sieht sich mit Rücktrittsforderungen auch aus der eigenen Partei konfrontiert.

In Washington will Olmert mit Präsident George W. Bush über den Nahost-Konflikt sprechen sowie über die unter türkischer Vermittlung stattfindenden Verhandlungen zwischen Israel und Syrien. Die US-Regierung hatte die Siedlungspläne im Ostteil Jerusalems am Montagabend kritisiert. "Wir denken nicht, dass neue Kolonien gebaut werden sollen", sagte Regierungssprecherin Dana Perino. Dies verschärfe die Spannungen hinsichtlich der Verhandlungen mit den Palästinensern.

Auf die US-Kritik angesprochen sagte der Wohnungsbauminister, an Israels Haltung habe sich nichts geändert. "In der Jerusalem-Frage sind wir seit 41 Jahren uneins mit den USA, den Vereinten Nationen und den Palästinensern", fügte Boim hinzu. Israel hatte den Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und später annektiert. Die UNO hat dies nie anerkannt. Seit 1967 haben sich mehr als 200.000 Israelis in Ost-Jerusalem niedergelassen. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen.

Israel hatte am Sonntag ungeachtet internationaler Appelle zur Einstellung der Siedlungsaktivitäten in den Palästinensergebieten eine Ausschreibung zum Bau von 884 Wohnungen in den zwei östlichen Stadtteilen Har Homa und Pisgat Seev veröffentlicht.

Nach israelischen Armeeangaben wurde unterdessen ein Soldat am Kontrollposten Kissufim im südlichen Gazastreifen verletzt, als ein Palästinenser auf ihn schoss. Palästinensische Augenzeugen berichteten, israelische Panzer und Planierraupen seien bei Kissufim auf palästinensisches Gebiet vorgerückt. Die Hamas erklärte, ihre Kämpfer hätten das Feuer auf die Israelis eröffnet. Die radikalislamische Bewegung kontrolliert den Gazastreifen seit fast einem Jahr.

(Quelle: afp)
 


 

Irans Präsident Ahmadinedschad rechnet mit Verschwinden Israels

Mi.04.06.08 - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erneut mit drastischen Aussagen zu Israel auf sich aufmerksam gemacht. Israel sei «dazu verdammt zu gehen», sagte er am Rande des FAO-Gipfels in Rom am Dienstag. Die Regierung in Jerusalem sei ein «fabriziertes Regime», das mit oder ohne der Beteiligung Teherans verschwinden werde. Der Hardliner hat in der Vergangenheit bereits mehrfach mit der Vernichtung Israels gedroht und auch den Holocaust wiederholt infrage gestellt.

(Quelle: ap)
 


 

Israels Außenministerin Livni sieht Angriff auf Iran weiter als Option

Mi.04.06.08 - Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, den Druck auf den Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms aufrechtzuerhalten. Auch ein militärischer Angriff müsse eine Option bleiben, forderte Livni am Dienstag vor dem Außen- und Verteidigungsausschuss des Parlaments in Jerusalem, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Zögern erwecke den Eindruck von Schwäche, sagte Livni demnach. Der Iran müsse sehen, dass ein Angriff grundsätzlich infrage komme.

Eine solche Drohung sei aber vermutlich genug, wurde die Außenministerin zitiert. Je deutlicher ein möglicher Militäreinsatz auf dem Tisch liege, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit, dass diese Möglichkeit genutzt werden müsse. Israel vermutet, dass der Iran Atomwaffen entwickeln will. Die Regierung in Teheran betont, ihr Nuklearprogramm diene allein der Energiegewinnung.

(Quelle: ap)
 


 

Iran: Werden Atomprogramm trotz Druck des Westens fortsetzen

Mi.04.06.08 - Der Iran hat einen Stopp seines umstrittenen Atomprogramms erneut abgelehnt.

Der Iran setze auf die friedliche Nutzung der Nuklearenergie, sagte der geistliche Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, im Staatsfernsehen am Dienstag. Zugleich wies er den Vorwurf des Westens zurück, sein Land arbeite unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte zuletzt kritisiert, der Iran verschweige wichtige Informationen über sein Atomprogramm. Der Westen forderte daraufhin eine Verstärkung des internationalen Drucks auf die Regierung in Teheran. Die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland wollen dem Iran auch frische Anreize zur Aufgabe seiner Urananreicherung anbieten. Es wird erwartet, dass EU-Chefdiplomat Javier Solana bald in den Iran reisen wird, um der Regierung ein neues Paket vorzulegen.

(Quelle: rtr)
 


 

UN-Sicherheitsrat erlaubt Piraten-Jagd vor Somalia

Mi.04.06.08 - Der UN-Sicherheitsrat hat den Kampf gegen Piratenbanden vor der somalischen Küste auf eine internationale Rechtsgrundlage gestellt. Eine Resolution ermächtigt Staaten, künftig mit Kriegsschiffen in somalische Hoheitsgewässer einzudringen, um "Piraterie und bewaffnete Überfälle auf See" zu unterdrücken. Allerdings muss die somalische Übergangsregierung dem Einsatz zustimmen. Die von den USA und Frankreich eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Regelung gilt für sechs Monate, kann allerdings im Anschluss verlängert werden.

Vor der Küste Somalias verüben Piraten immer wieder Überfälle. Anfang April war die französische Luxus-Yacht "Le Ponant" entführt worden. Die Seeräuber ließen ihre Geiseln eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von rund 1,3 Millionen Euro frei. Ende April wurde ein spanisches Fischerboot gekapert, das sechs Tage später nach der Zahlung eines Lösegeldes von 770.000 Euro freigegeben wurde. Vergangene Woche überfielen Piraten ein Schiff einer deutschen Reederei.

(Quelle: afp)
 


 

Viereinhalb Millionen Äthiopier brauchen Lebensmittelhilfe

Mi.04.06.08 - Rund viereinhalb Millionen Menschen sind in Äthiopien vom Hunger bedroht und brauchen Lebensmittelhilfe. Wegen einer anhaltenden Trockenheit und der explodierenden Lebensmittelpreisen sei die Nothilfe nötig, sagte der Leiter des äthiopischen Katastrophenschutzes, Simon Mechale, am Dienstag. Dies hätten jüngste Erhebungen der Regierung ergeben. Die Vereinten Nationen (UN) waren zuletzt von 3,4 Millionen Hilfsbedürftigen im Land ausgegangen.

Die Regierung habe die Lage unter Kontrolle, sagte Mechale. Auch litten nicht wie von den UN angenommen 126.000 Kinder an akuter Mangelernährung, sondern höchstens 75.000, sagte er. UNICEF bezeichnete die diesjährige Lebensmittelknappheit unterdessen als die schlimmste seit dem Katastrophenjahr 2003. Damals litten nach einer vernichtenden Dürre über 13 Millionen Menschen Hunger. Dürren sind für Äthiopien besonders verheerend: Vier von fünf Menschen leben von der Landwirtschaft, die auch der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes ist.

(Quelle: ap)
 


 

UN-Ernährungsgipfel in Rom eröffnet - Kontroverse Diskussionen über Agrarhandel und Biosprit

Mi.04.06.08 - Mit einem Appell zur Steigerung der Agrarproduktion hat am Dienstag in Rom ein dreitägiger Welternährungsgipfel der Vereinten Nationen begonnen. «Die Welt muss mehr Nahrung produzieren», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. «Um die wachsende Nachfrage zu decken, muss die Nahrungsproduktion bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen.»

Ban kritisierte die von mehreren Staaten eingeführten Preiskontrollen und Exportbeschränkungen bei Nahrungsmitteln: «Das verzerrt nur die Märkte und treibt die Preise noch höher.» Außerdem forderte er eine schnelle Einigung bei den Welthandelsgesprächen der WTO - diese sind wegen des Streits um die Agrarsubventionen der EU und der USA seit Jahren blockiert. Der UN-Generalsekretär kündigte an, dass sich eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen darum kümmern werde, die Auswirkungen der bedrohlich steigenden Preise für Nahrungsmittel in armen Ländern zu begrenzen.

Papst Benedikt XVI. sagte in einem vor der Konferenz verlesenen Grußwort, dass Hunger und Unterernährung in einer Welt mit ausreichend Ressourcen inakzeptabel seien. Millionen von Menschen schauten voller Hoffnung nach Rom, da ihr eigenes Überleben auf dem Spiel stehe. Benedikt forderte die Teilnehmer des Gipfels zu grundlegenden Reformen im System der Nahrungsmittelhilfen auf.

Deutschlands Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte zu Beginn der Konferenz: «Es ist ein Skandal der Menschheitsgeschichte, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch 850 Millionen Menschen unter Hunger und Unterernährung leiden.» Die Erde könne die wachsende Weltbevölkerung ernähren, doch müssten dafür auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zur Linderung der Not aufgrund der akuten Nahrungsmittelkrise hat das Entwicklungsministerium zusätzlich 23 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, zumeist für das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen.

An den Beratungen der Welternährungsorganisation (FAO) nehmen etwa 40 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der ägyptische Präsident Husni Mubarak. Während der Konferenz werden kontroverse Debatten über die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung erwartet. Dabei geht es zum einen um den Einfluss von Subventionen und Zöllen im internationalen Agrarhandel, zum anderen um die Rolle der Anbauflächen für die Produktion von Biosprit.

Die USA und andere Staaten fördern den Trend zu Biokraftstoffen, um die Abhängigkeit vom Rohöl zu verringern. US-Landwirtschaftsminister Ed Schafer sagte auf dem Flug nach Rom, die Produktion von Biokraftstoffen trage nur mit zwei bis drei Prozent zu dem für dieses Jahr erwarteten Preisanstieg von 43 Prozent bei. Die Hilfsorganisation Oxfam beziffert diesen Anteil unter Berufung auf Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) jedoch auf 15 bis 30 Prozent.

Nach Berechnungen der Weltbank sind die Preise für Nahrungsmittel in den vergangenen drei Jahren um 83 Prozent gestiegen. Noch höher war die Teuerung bei einzelnen Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Reis. Auf der Konferenz wird auch diskutiert, inwieweit Spekulationen an den internationalen Agrarmärkten zu dem Preisauftrieb beigetragen haben.

Für diplomatischen Zündstoff sorgte in Rom die Teilnahme der Präsidenten des Irans und von Simbabwe, Mahmud Ahmadinedschad und Robert Mugabe. Die australische Regierung kritisierte die Teilnahme Mugabes als «obszön» - dem simbabwischen Präsidenten wird vorgeworfen, mit der Vertreibung weißer Landbesitzer eine schwere Agrarkrise in seinem Land verursacht zu haben.

(Quelle: ap)
 


 

Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien erreicht neuen Höhepunkt

Mi.04.06.08 - Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes hat im April einen neuen Höhepunkt erreicht. Das geht aus Satellitenfotos hervor, die von einem Regierungsinstitut ausgewertet wurden. Rund 1.140 Quadratkilometer Regenwald sind im April verschwunden, etwa acht Mal so viel wie im März, teilte das Brasilianische Raumforschungsinstitut mit.

Allerdings ist ein großer Teil des Regenwaldes jeden Monat von Wolken verdeckt. Im März waren es 78 Prozent, im April 53 Prozent. Unter den Wolken könnte bereits weiterer Regenwald abgeholzt worden sein. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, wird Brasilien in diesem Jahr mehr Regenwald vernichtet werden als im vergangenen Jahr. Das Umweltministerium kündigte an, gegen illegale Rodungen vorzugehen. So solle unter anderem Vieh beschlagnahmt werden, wenn Regenwald für Weiden ohne Erlaubnis abgeholzt wurde.

Am meisten Regenwald verschwand im April im Staat Mato Grosso, wo Gouverneur Blairo Maggi das Sagen hat, ein prominenter Sojabauer, der sich sich immer wieder gegen staatliche Bemühungen für den Schutz des Waldes gewandt hat.

(Quelle: ap)
 


 

Eurogruppe erwägt Abfederung des Ölpreis-Anstiegs für Arme  - Juncker: EU soll bis Gipfel Vorschläge ausarbeiten

Mi.04.06.08 - Angesichts des unaufhaltsamen Anstiegs der Ölpreise erwägen die Finanzminister der Euro-Staaten Erleichterungen für sozial Schwache. EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssten «über Schritte nachdenken, um die Lasten für die verletzlichsten Schichten unserer Gesellschaft zu vermindern», erklärte der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker am Montag in Frankfurt als Vorsitzender der Eurogruppe. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück lehnte solche Schritte bislang stets ab.

«Wir werden bis zum EU-Gipfel darüber nachdenken, welche sozialen Maßnahmen einzelne Mitgliedstaaten ergreifen könnten», sagte Juncker, der Regierungschef und Finanzminister zugleich ist, nach Beratungen mit seinen Finanz-Kollegen aus den übrigen Euro-Ländern. Das nächste Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs findet bereits am 19. und 20. Juni in Brüssel statt.

Sollten mehrere EU-Staaten einen sozialen Ausgleich der hohen Benzin- und Dieselpreise beschließen, so würde dies auch den Druck auf Steinbrück erhöhen. Bislang hat der Bundesfinanzminister alle Forderungen nach einer Abfederung des Ölpreisanstiegs, etwa in Form einer Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem 1. Kilometer, abgelehnt.

Mit der Debatte über mögliche Ausgleichsmaßnahmen reagiert die Eurogruppe auf einen Vorstoß Frankreichs. Zwar wandte sich Juncker gegen den Vorschlag des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, die Mehrwertsteuer auf Benzin, Diesel und andere Ölprodukte einzufrieren. «Kurzfristige Steuermaßnahmen sollten nicht genutzt werden, um die Last zu verringern», erklärte Juncker unter Verweis auf eine entsprechende Selbstverpflichtung der EU-Finanzminister vom Herbst 2005.

Der Eurogruppen-Vorsitzende und EU-Währungskommissar Joaquín Almunia wiesen jedoch darauf hin, dass diese Vereinbarung die Möglichkeit von «Hilfsprogrammen für eine begrenzte Zeit» offen lasse. Diese dürften allerdings nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen, betonte Almunia.

In Frankreich protestieren schon seit zwei Wochen die Hochseefischer gegen die galoppierenden Dieselpreise. Zuletzt schlossen sich auch Bauern und Fischer aus anderen Mittelmeerstaaten der Bewegung an.

Noch zu Beginn des Treffens in Frankfurt hatte der niederländische Finanzminister Wouter Bos Frankreich gemahnt, der Haushaltskonsolidierung den Vorrang vor Maßnahmen zum Ausgleich des hohen Ölpreises zu geben: «Frankreich hat so schon ziemliche Probleme, seinen Haushalt in Ordnung zu bringen», sagte Bos.

Dass sich neben Frankreich auch andere Staaten nicht mehr an die Sparziele der Eurogruppe gebunden fühlen, wurde jedoch am Nachmittag deutlich. Juncker räumte ein, einige Staaten der Währungsunion würden einen ausgeglichenen Haushalt statt 2010 wohl erst 2012 vorlegen können. Dies sei wegen der Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage hinzunehmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte bei einer Feier zum Gründungsjubiläum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, alle EU-Staaten hätten die Verantwortung, «mit einer soliden Haushaltspolitik zu Stabilität in Europa beizutragen». Die vor zehn Jahren gegründete EZB werde alles daran setzen, «den Euro auch in Zukunft als Stabilitätsanker zu festigen», zeigte sich die Bundeskanzlerin zuversichtlich. «Wir in Deutschland sind stolz, die Heimat der Europäischen Zentralbank zu sein.»

(Quelle: ap)
 


 

EU-Finanzchefs billigen Euro-Beitritt der Slowakei

Mi.04.06.08 - Die Finanzminister der Europäischen Union haben den geplanten Euro-Beitritt der Slowakei gebilligt. Sie folgten damit einer Empfehlung von EU-Währungskommissar Joaquín Almunia, berichteten Diplomaten in Luxemburg. Nun müssen die EU-Staats- und Regierungschefs noch bei ihrem Brüsseler Gipfeltreffen am 19. und 20. Juni zustimmen. Das frühere Ostblockland hat die Maastrichter Beitrittskriterien erfüllt und will zum Jahreswechsel seine Krone gegen den Euro tauschen.

(Quelle: dpa)
 


 

Deutschland

Fachkräftemangel gefährdet laut Gewerkschaft Atomaufsicht

Mi.04.06.08 - Der Mangel an Ingenieuren in Deutschland bedroht nach Gewerkschaftsangaben nun sogar die staatliche Atomaufsicht. «Es fehlen bald in ausreichendem Umfang Kontrolleure», sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im öffentlichen Dienst (BTB), Bernd Niesen, den «Stuttgarter Nachrichten». Es sei an der Zeit, Alarm zu schlagen.

Der geplante Atomausstieg hat laut Niesen zu einem sinkenden Interesse an entsprechenden Studiengängen geführt. Zudem gebe es in Deutschland eine «Einstellung gegenüber Technik, die ausgesprochen kritisch, ja mitunter feindlich ist». Beim Kampf um die wenigen Fachkräfte am Markt könne der öffentliche Dienst nicht mit der freien Wirtschaft mithalten: Gerade bei den Einstiegsgehältern gebe es «gewaltige Differenzen».

«Das ist schon ein Thema, mit dem sich die Behörden auseinandersetzen müssen», räumte Frauke Staner, Sprecherin des Bundesumweltministeriums auf AP-Anfrage ein. «Es ist ja bekannt, dass die Nachfrage an Ingenieuren insgesamt größer als das Angebot ist», sagte Staner. Sie wies darauf hin, dass die Personalausstattung der Aufsichtsbehörden «ausschließlich Sache der Länder» sei. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) werde im Herbst auf Einladung des Bundesumweltministeriums die deutsche Atomaufsicht überprüfen. Dabei werden der Sprecherin zufolge auch Personalfragen eine Rolle spielen.

Dem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» zufolge fehlen dem öffentlichen Dienst auch beim Straßenbau, der Gewerbeaufsicht und dem Weinbau Fachkräfte. Dadurch sei der Staat «immer weniger in der Lage, mit eigenen Kräften Genehmigungsverfahren angemessen durchzuführen», sagte Niesen.

Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner berichtete von einem massiven Einbruch der Bewerberzahlen. Die Privatwirtschaft reagiere darauf im Gegensatz zum öffentlichen Dienst mit höheren Einstiegsgehältern und verbesserten Konditionen, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung.

In Bayern sind laut der Sprecherin der Obersten Baubehörde, Ursula Willschek, Maschinenbauer und Elektrotechniker aus den Fachbereichen Anlagen- und Gebäudetechnik gesucht. «Da ist es schwierig, entsprechende Leute zu bekommen», räumte die Sprecherin auf AP-Anfrage ein. «In der freien Wirtschaft reagieren die Einstiegsgehälter unmittelbar auf den Bedarf», sagte Willschek.

Zudem müssten junge Ingenieure, die verbeamtet werden wollen, eine zweijährige Referendarszeit absolvieren und ein Staatsexamen ablegen. Während dieser Ausbildung erhielten die Nachwuchskräfte «bei weitem nicht das Einkommen, das man als junger Ingenieur in der freien Wirtschaft bekommt». Für viele sei das ein Grund, sich gegen eine Laufbahn im öffentlichen Dienst zu entscheiden.

(Quelle: ap)
 


 

Computer-Experten fordern Schutz vor Datenverbrechen

Mi.04.06.08 - Einen wirksamen Schutz vor Datenverbrechen fordern jetzt die Experten des Chaos Computer Club (CCC). Anlass hierfür ist die jüngst publik gewordene Überwachungsaffäre bei der Telekom. Deutsche Unternehmen sollten so wenige Daten wie möglich speichern und den Umgang damit strenger kontrollieren. Der CCC kritisiert ferner, dass die derzeitige Behandlung von Datenverbrechen oft als Kavaliersdelikt abgetan werden und damit den Folgen für den Einzelnen nicht entsprechen.

Sollte die vom Staat vorgesehene Vorratsdatenspeicherung nicht gestoppt werden, hält der CCC den Telekom-Skandal für der Anfang einer langen Reihe von Datenverbrechen. Deshalb sollten nicht benötigte Verbindungsdaten von Internet- und Telefon-Nutzern nicht mehr aufgezeichnet werden. Derzeit müssen die Telekommunikationsanbieter die Daten ein halbes Jahr lang speichern. Sogar die Daten von Flatrate-Kunden werden aufbewahrt, was laut dem CCC technisch in keiner Weise notwendig ist. Diese Praxis ermögliche eine noch weitergehende missbräuchliche Ausschnüffelung von Kommunikationsprofilen als im aktuellen Telekom-Fall.

Opfer von Datenverbrechen sollten zudem einen Schadenersatzanspruch erhalten. Darüber hinaus wünschen sich die Computer-Experten, dass bei allen Datenverbrechen die Täter klar benannt werden müssen und die Taten strikt geahndet werden. Außerdem sollten Arbeitnehmer, die Datenverbrechen in ihrer Firma aufdecken, einen umfangreichen Schutz vor Kündigung und anderen Nachteilen erhalten. Wer seiner Bürgerpflicht zur Wachsamkeit nachkomme, dürfe nicht mit dem Verlust seiner beruflichen Existenz bedroht werden.

(Quelle: gp)
 


 

Verbraucherzentrale informiert über alternative Kraftstoffe

Mi.04.06.08 - Die Verbraucherzentrale NRW informiert ab sofort mit einem neuen Internetangebot über den Markt der alternativen Kraftstoffe und Antriebe. Wie die Verbraucherzentrale mitteilte, wurde die Homepage http:// vz-nrw.de/klimafreundlich-automobil am Dienstag in Dortmund gemeinsam mit NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) freigeschaltet. Entwickelt wurde das Internet-Angebot im Rahmen eines vom Umweltministerium geförderten Projekts.

Den Angaben zufolge nimmt angesichts der steigenden Benzin- und Dieselpreise, der angekündigten Kfz-Steuerreform und der Sorge um das Klima die Nachfrage nach Alternativen für den klassischen Autoantrieb zu. Derzeit konkurrierten auf dem Markt der alternativen Kraftstoffe Erdgas, Flüssiggas, Agro-Diesel, Agro-Ethanol und Pflanzenöl. Auch Elektro-Autos und Fahrzeuge mit Hybridmotoren würden immer interessanter.

Die neue Homepage klärt unter anderem über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kraftstoffe auf. Auch die Kosten für einen Neukauf oder eine Umrüstung eines Fahrzeugs werden aufgelistet.

Umweltminister Uhlenberg unterstrich, dass Kraftstoffe vom Acker nur dann sinnvoll seien, wenn sie umweltverträglich erzeugt wurden und nachweislich einen Beitrag zum Umweltschutz leisteten. So wandte sich der Minister gegen Sprit aus Pflanzen, für die der Regenwald vernichtet wurde. Überdies müsse ausgeschlossen werden, dass es zu einer Konkurrenz um die Ackerflächen für Kraftstoffe und Nahrungsmittel kommt. «Die Lebensmittelpreise könnten dadurch für viele Haushalte in unerschwingliche Höhen klettern», betonte er.

(Quelle: ddp)
 


 

Hessen schafft als erstes Bundesland Studiengebühren ab

Mi.04.06.08 - Gegen den Willen der geschäftsführend noch amtierenden CDU-Regierung schafft Hessen als erstes Bundesland zum nächsten Semester die Studiengebühren wieder ab. Ein entsprechender Gesetzentwurf von SPD und Grünen erhielt im Wiesbadener Landtag auch Stimmen der Linken und damit die Mehrheit von 57 gegenüber 53 Stimmen, wie ein Landtagssprecher mitteilte. CDU- und FDP-Fraktion scheiterten mit ihrem Antrag, zumindest die Gebühren für Langzeitstudierende zu erhalten. Die Regierung von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte die Studiengebühren zum Wintersemester 2007/2008 eingeführt.

Nach dem Willen des Landtags soll das Studieren im Land nun wieder gebührenfrei werden, und zwar ab dem bevorstehenden Wintersemester 2008/2009. Das rot-grüne Gesetz kippt auch die Gebühren für das Zweitstudium. Die wegfallenden Einnahmen für die Hochschulen in Höhe von jährlich gut hundert Millionen Euro sollen demnach aus Mitteln des Landes ersetzt werden. Die Linke forderte vergeblich, zudem im laufenden und vergangenen Semester erhobene Studiengebühren zurückzuzahlen.

CDU und FDP hatten gefordert, wer die Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschreite, solle sich auch weiter "mit einem angemessenen Beitrag an den Studienkosten beteiligen". Ziel sei es, die Studienzeiten zu verringern und die missbräuchliche Nutzung des Studierendenstatus einzudämmen. SPD und Grüne wollen dieses mittels Zielvereinbarungen zwischen Studenten und Hochschulen über den jeweiligen Studienverlauf erreichen.

Gegen den Beschluss des Parlaments kann die Landesregierung allerdings theoretisch noch Einspruch einlegen und damit eine erneute Lesung des Gesetzes erzwingen. Gemäß der Hessischen Landesverfassung müsste der Einspruch binnen fünf Tagen eingelegt und innerhalb von zwei Wochen begründet werden. Käme dann bei einer weiteren Lesung im Landtag dennoch eine erneute Mehrheit zustande, würde das Gesetz als beschlossen gelten.

(Quelle: afp)
 


 

Wissenschaft

US-Behörde wirft NASA Verharmlosung des Klimawandels vor

Mi.04.06.08 - Die US-Weltraumbehörde NASA hat offenbar über Jahre hinweg Studie zur Erderwärmung herabgespielt und falsch ausgelegt. Zu diesem Schluss kam der Bericht des NASA-Generalinspekteurs, der am Montag veröffentlich wurde. Die «unangemessene politische Einflussnahme» habe sich in den Jahren 2004 bis 2006 allerdings auf die Pressestelle der NASA beschränkt. Führungskräfte seien nicht betroffen, hieß es.

(Quelle: ap)
 


 

Besiedlung Neuseelands begann später als gedacht

Mi.04.06.08 - Die ersten Menschen sind in Neuseeland weit später angekommen als bislang angenommen. Die polynesischen Ureinwohner, die Maoris, besiedelten die Inseln wahrscheinlich erst im späten 13. Jahrhundert, und nicht 1500 Jahre früher.

Das berichteten Forscher am Dienstag, die vier Jahre lang alte Knochen der Pazifischen Ratte und Samen untersucht hatten. Die Wissenschaftler datierten die Knochen mit der Radiokarbonmethode auf 1280 bis 1300. Ein anderes Forscherteam hatte dieselben Knochen vor zwölf Jahren auf 200 vor Christus datiert. Das sei falsch gewesen, sagte Forschungsleiterin Janet Wilmshurst. Archäologische Ausgrabungen und die Veränderung des Tierbestands wiesen auch auf eine Erstbesiedlung im späten 13. Jahrhundert hin. Als erster Europäer erreichte wahrscheinlich der Niederländer Abel Janszoon Tasman Neuseeland 1642.

«Die Pazifische Ratte kann nicht sehr weit schwimmen. Sie kann also nur an Bord von Booten nach Neuseeland gekommen sein», sagte Wilmshurst. «Die früheste Ankunft der pazifischen Ratten ist damit auch ein Hinweis auf die Ankunft der Menschen.» Die Ergebnisse wurden in der US-Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlicht.

(Quelle: dpa)
 
 
 
 

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