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Irak 1541 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Mutmaßliche ranghohe Mitglieder von Al Kaida im Irak
festgenommen. Führer von Saddam-Hussein-Stamm bei Anschlag
getötet. Kirchenvertreter: Hoffnung für Christen im Nordirak
Mi.11.06.08 - Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in Bagdad fünf
Verdächtige festgenommen, darunter zwei mutmaßliche
Anführer von Al Kaida im Irak. Die Männer gehörten einer
Gruppierung an, die aus der westirakischen Provinz Anbar stamme,
gegenwärtig aber im nördlichen Großraum Bagdad agiere.
Während der Festnahmeaktion am Montag hätten US-Soldaten einen
weiteren Mann erschossen, der sich einem Sicherheitsbereich
genähert und auf Warnschüsse nicht reagiert habe.
Das Oberhaupt des Saddam-Hussein-Stamms im Irak ist bei einem
Bombenanschlag getötet worden. Der 65-jährige sunnitische
Scheich Ali al Nida hatte nach der Hinrichtung des langjährigen
Machthabers Ende 2006 dessen Begräbnis organisiert. Seit 2007
unterstützte der Stamm die US-Streitkräfte im Kampf gegen
Aufständische. Zu dem sunnitischen Stamm Al Bu Nasir gehören
rund 20.000 Menschen, darunter auch die Familie von Saddam Hussein.
Al Nida wurde bei der Explosion einer an seinem Auto befestigten Bombe
in Tikrit, rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad, zusammen mit
einem Leibwächter getötet, wie die Polizei mitteilte. Drei
weitere seiner Bewacher wurden bei dem Anschlag schwer verletzt.
Mitglieder des Stamms waren bereits in der Vergangenheit immer wieder
Ziel von Anschlägen.
Die Regierung in Bagdad kündigte unterdessen an, dass es im
Oktober nächsten Jahres erstmals seit 1997 eine Volkszählung
geben soll. Der Erhebung kommt im Irak große Bedeutung zu, da sie
die genauen Mehrheitsverhältnisse zwischen Schiiten und Sunniten
klären könnte. Die Kurden erhoffen sich von der
Volkszählung eine größere Beteiligung an den Einnahmen
des Zentralstaats. Bei der letzten Zählung wurden sie nicht
berücksichtigt, da Saddam Hussein keine Kontrolle mehr über
ihre Gebiete hatte. 1997 ergab sich eine Einwohnerzahl von mehr als 26
Millionen Menschen.
Für Christen im Nordirak sind nach Einschätzung von
Kirchenvertretern die Chancen gestiegen, wieder in ihren
Heimatdörfern zu leben. "Es gibt mehr Hoffnung für christliche
Minderheiten in der Region als in den 90er Jahren", sagte der
Ökumene-Beauftragte der bayerischen Landeskirche, Michael Martin,
am Montag in München. Er hatte mit einer Kirchendelegation den
Nordirak und die Südosttürkei besucht und sich über
kirchliche Hilfsprojekte informiert.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
soll nun mit Politikern über Hilfe zum Wiederaufbau beraten werden,
um Christen zum Bleiben im Nordirak zu ermutigen. Bislang fehlten
Arbeitsplätze, Investoren und eine funktionierende Infrastruktur,
so die Kirchenvertreter.
Es gebe deutliche Anzeichen dafür, dass die kurdischen Politiker
es ernst meinten mit der Unterstützung der christlichen
Minderheiten, so Martin. So würden etwa mit staatlichen Mitteln
neue Kirchen gebaut. "Für die wirtschaftliche Situation tun die
kurdischen Politiker viel, aber es muss innerhalb von rund fünf
Jahren auch Arbeit für die Menschen geben", sagte Kirchenrat Thomas
Prieto-Peral. Den Angaben zufolge ist seit 2004 etwa die Hälfte
der 1,5 Millionen Christen aus dem Irak geflohen.
boa (Quellen: ap, epd)
mehr Nachrichten vom Tage
Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 11.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendsiebenundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Mo.11.06.07 - USA wollen laut Zeitungsbericht 100.000 Soldaten aus Irak abziehen +++
US-Präsidentschaftsbewerber Richardson für kompletten
Irak-Abzug +++ Selbstmordattentäter zerstört
Polizeigebäude mit Lastwagenbombe...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0706110.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Menschenrechtler besorgt um Gefangene in Guantanamo - Psychische
Gefährdung wegen extremer Isolierung
Mi.11.06.08 - Die Gefangenen in Guantanamo sind nach Einschätzung der
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wegen extremer Isolierung
zunehmend in ihrer psychischen Gesundheit gefährdet. Ihre
Haftbedingungen seien härter als in den
Hochsicherheitsgefängnissen der USA, heißt es in einem am
Dienstag veröffentlichten Bericht. Den Gefangenen werde der Besuch
von Angehörigen ebenso verwehrt wie der Empfang von Radio oder
Fernsehen. Auch gebe es keinerlei Programm, das den Gefangenen dabei
helfe, die Zeit zu vertreiben. 185 der 270 Gefangenen in Guantanamo
sind nach Angaben von Human Rights Watch bis zu 22 Stunden am Tag in
Einzelzellen untergebracht. Der 56seitige Bericht mit dem Titel
«Locked Up Alone: Detention Conditions and Mental Health at
Guantanamo» ruft die Streitkräfte auf, den Gefangenen
Sprachunterricht, Möglichkeiten zur Erholung und
Telefongespräche mit Angehörigen zu gewähren.
(Quelle: ap)
EU gibt Bushs Raketenabwehr-Plänen einen Korb
Mi.11.06.08 - Die Europäische Union versagt US-Präsident George W. Bush bei
seinem letzten EU-USA-Gipfel offenbar die Unterstützung für
den geplanten Raketenschild in Osteuropa. Nach Informationen der
"Financial Times Deutschland" hatten die USA versucht, für den
gestrigen Gipfel in Slowenien die Unterstützung der Europäer
für das Raketenabwehrsystem zu gewinnen. Diese Unterstützung
habe die EU-Seite jedoch verweigert. An dem Treffen nahm gesten in Brdo
auch Bush teil.
EU und USA sollten gemeinsam erklären, sie begrüßten
die "transatlantischen Anstrengungen zur Raketenabwehr, die dazu dienen
sollen, den Sicherheitsfragen (...) besser gerecht zu werden, und die
Möglichkeiten bieten, die Zusammenarbeit mit Russland zu
vertiefen", heißt es in einem US-Entwurf für die
Gipfelerklärung, der der "FTD" vorliegt. In der
Gipfel-Erklärung, die von Bush, EU-Kommissionschef José
Manuel Barroso und dem slowenischen Premierminister Janez Jansa
verabschiedet werden sollte, fehlt das Thema demnach komplett. Als
Kompromiss hatte die EU eine Formulierung angeregt, die den "Willen der
EU, aktiver und kohärenter zur internationalen Sicherheit
beizutragen" begrüßt.
Die USA und die EU wollen China zu "konstruktiven" Gesprächen mit
den Vertretern des Dalai Lama drängen. "Wir begrüßen
Chinas Entscheidung, Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama zu
führen", heißt es in dem Entwurf der Gipfel-Erklärung,
der der Nachrichtenagentur AFP in Ljubljana vorliegt. Darin
äußern sich die USA und die EU "besorgt über die
jüngsten Unruhen in Tibet" und drängen alle Seiten dazu,
künftig von der Anwendung von Gewalt abzusehen.
Im März waren Proteste gegen die chinesische Regierung in der
tibetischen Hauptstadt Lhasa in Gewalt umgeschlagen. Chinesische
Regierungsvertreter hatten Anfang Mai Repräsentanten des Dalai Lama
getroffen. Beide Seiten vereinbarten, die im vergangenen Jahr
abgebrochenen formellen Gespräche wieder aufzunehmen.
(Quelle: afp)
US-Rüstungslabor hat den schnellsten Computer der Welt
Mi.11.06.08 - Wissenschaftler im US-Rüstungslabor haben den schnellsten Computer
der Welt entwickelt. Wie das Washingtoner Energieministerium und der
IBM-Konzern am Monmtag mitteilten, kann der Rechner mit dem Namen
«Roadrunner» eine Billion Berechnungen pro Sekunde
ausführen. Dies gilt als Durchbruch. Der Computer soll zur Wartung
des amerikanischen Atomwaffenarsenals eingesetzt werden. Energieminister
Samuel Bodman sagte, «Roadrunner» solle auch helfen,
globale Energieprobleme zu lösen und «neue
Wissensfenster» in der Grundlagenforschung zu öffnen. Das Los
Alamos National Laboratory arbeitete sechs Jahre lang an der
Entwicklung des superschnellen Rechners.
(Quelle: ap)
Afghanistan: Weltbank ruft Kabul zur Bekämpfung von Korruption auf
Mi.11.06.08 - Die afghanische Regierung muss die Korruption in den eigenen Reihen
ausmerzen und die Kontrolle für den Wiederaufbau übernehmen.
Nur dann könne die internationale Hilfe Früchte tragen,
erklärte die Weltbank am Dienstag in einem kritischen Bericht
über die Lage des Landes. Am Donnerstag kommt die
Staatengemeinschaft in Paris zu einer Konferenz zusammen, um ihr
Engagement für Afghanistan zu überprüfen und neue
Hilfszusagen zu machen.
Ein «effektiver Staat» sei unerlässlich, damit der
Wiederaufbau gelingen könne, heißt es in dem
Weltbankbericht. Er kritisiert, es sei ein «zweiter
öffentlicher Dienst» entstanden. Unbeaufsichtigte Berater
würden über einen Großteil der Mittel verfügen und
die Autorität der Regierung von Präsident Hamid Karsai
untergraben. Die Weltbankexperten weisen auch auf die Verschlechterung
der Sicherheitslage und die weit verbreitete Korruption in den
Behörden hin.
Die afghanische Regierung braucht nach eigenen Angaben 50 Milliarden
Euro ausländische Hilfe in den kommenden fünf Jahren. Es wird
nicht damit gerechnet, das Zusagen in dieser Höhe am Donnerstag in
Paris zusammenkommen.
(Quelle: ap)
Energie-Proteste in Südkorea - Kabinett vor Rücktritt
Mi.11.06.08 - Die rasant steigenden Energie- und Lebensmittelpreise haben in
Südkorea eine schwere innenpolitische Krise ausgelöst.
Angesichts massiver Straßenproteste und zahlreicher
Streikandrohungen bot das gesamte Kabinett am Dienstag seinen
Rücktritt an. Verschärft wird die Krise in Seoul durch ein
neues Handelsabkommen, das mehr Rindfleischimporte aus den USA
ermöglichen soll und in der koreanischen Bevölkerung
Ängste vor einer Einschleppung von Rinderwahn ausgelöst hat.
Aus Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen riegelten
Sondereinsatzkräfte am Dienstag zahlreiche Straßen rund um
den Präsidentenpalast in Seoul ab. Nach Angaben der Veranstalter
gingen am Abend etwa 700.000 Menschen in Seoul auf die Straßen,
um gegen Präsident Lee Myung Bak und seine Politik zu
demonstrieren. In Medien war von bis zu 400.000 Teilnehmern die Rede,
während die Polizei von lediglich 80.000 Demonstranten sprach. Die
Kundgebung verlief weitgehend friedlich.
Neben dem Rindfleisch-Abkommen mit den USA sorgen die rasant steigenden
Energie- und Lebensmittelpreise für erheblichen Unmut in der
Bevölkerung. Aus Protest gegen die hohen Ölpreise beschlossen
die Mitglieder der Transportarbeitergewerkschaft einen Streik. Auch in
anderen Branchen wie der Autoindustrie sollten Gewerkschaftsmitglieder
abstimmen, ob sie sich an dem für nächste Woche geplanten
Generalstreik beteiligen wollen.
Präsident Lee warnte, dass die südkoreanische Wirtschaft auf
die schwierigste Phase seit einem Jahrzehnt zusteuere. "Wir sehen einer
Ressourcenkrise entgegen, die in ihrer Dimension der Ölkrise der
1970er Jahre und der Finanzkrise der 1990er Jahre gleichkommt", sagte
Lee. Binnen eines Jahres hätten sich die Ölpreise verdoppelt,
auch die Preise für Getreide und Rohstoffe seien drastisch
gestiegen. Südkorea ist besonders anfällig für
Preissteigerungen, da es nahezu seinen gesamten Bedarf an Energie,
Nahrungsmitteln und Rohstoffen aus den Ausland importiert.
Lee war erst im Dezember mit einem Erdrutschsieg ins Amt gelangt und
hat seitdem in Umfragen deutlich an Popularität verloren. Die
Verbraucherpreise in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens
sind im Mai mit 4,9 Prozent auf ein Sieben-Jahreshoch gestiegen. Die
Erzeugerpreise schnellten sogar fast auf ein Zehn-Jahreshoch. Die
Regierung hat vor kurzem ein Hilfsprogramm im Wert von zehn Milliarden
Dollar angekündigt, um die gravierenden Folgen der steigenden
Energiepreise für Industrie und Verbraucher abzufedern. Die
Ankündigung verpuffte bislang aber weitgehend.
(Quelle: rtr)
Venezuela: Chávez ruft zum Ende des Guerillakampfes in Kolumbien
auf
Mi.11.06.08 - Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die kolumbianische
FARC-Guerilla zur Freilassung sämtlicher Geiseln und zum Start in
einen Friedensprozess aufgefordert. Eine bewaffnete Guerillabewegung in
Lateinamerika sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Chávez
am Sonntag (Ortszeit) in seiner Fernsehdendung "Aló, Presidente".
Mit ihrer Politik lieferten die FARC (Revolutionäre
Streitkräfte Kolumbiens) den USA einen Vorwand, gegen Venezuela
vorzugehen.
"Wir sehnen uns danach, dass der interne Krieg in Kolumbien zu Ende
geht", sagte Chávez. Wenn die Geiseln frei seien, könne ein
Friedensprozess in Gang kommen, wobei ähnlich wie im Zentralamerika
der 80er Jahre die internationale Gemeinschaft zu einem Gelingen
beitragen werde.
Den Aufständischen hielt Chávez vor, den USA in die
Hände zu spielen. "Ihr seid der perfekte Vorwand für das
Imperium, um uns alle (in Lateinamerika) zu bedrohen", sagte
Chávez. Sobald in Kolumbien Frieden geschlossen werde, sei es
damit vorbei.
Kolumbiens Justiz- und Innenminister Carlos Holguin begrüßte
die Worte des venezolanischen Präsidenten, den er als
"Verbündeten" der FARC bezeichnete. Die Guerillagruppe hat mehr als
700 Menschen in ihrer Gewalt. Bislang wollte sie im Austausch gegen 500
inhaftierte Rebellen Soldaten, Polizisten und Politiker freilassen,
darunter die ehemaligen Senatorin Ingrid Betancourt.
Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte im
vergangenen November einen Vermittlungsauftrag an Chávez
zurückgezogen. Dennoch hatten die FARC zu Jahresbeginn sechs
Geiseln freigelassen. Nachdem Kolumbien im März ein Guerilla-Camp
in Ecuador angegriffen hatte, will Chávez den direkten Kontakt zu
den Rebellen verloren haben.
Nach Angaben der kolumbianischen Regierung verfügen die FARC nur
noch über etwa 8.000 Kämpfer, etwa die Hälfte ihrer
früheren Stärke. In Kolumbien dauert der Bürgerkrieg
zwischen Armee, rechtsextremen Milizen und linksgerichteten
Guerillagruppen seit mehr als 40 Jahren an.
(Quelle: epd)
Gemeinsame Regierung in Simbabwe im Gespräch
Mi.11.06.08 - In Simbabwe rückt eine mögliche Teilung der Macht zwischen
Regierung und Opposition in den Blickpunkt. Die Aufnahme von
Vorgesprächen wurde zwar von den Beteiligten zunächst nicht
bestätigt. Ein Regierungssprecher sagte jedoch, die Bildung einer
Koalitionsregierung wäre nur gut für das Land.
Vertreter der ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe und der
oppositionellen Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC)
hätten erste Sondierungsgespräche aufgenommen, sagte am
Dienstag der ehemalige ZANU-PF-Politiker Simba Makoni, der bei der
Präsidentenwahl im März Dritter geworden war. Der
stellvertretende simbabwische Informationsminister Bright Matonga
sagte, er könne dies nicht bestätigen.
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bezeichnete die Diskussion
über eine Einheitsregierung als verfrüht. Er wolle sich
zunächst ganz auf seinen Wahlkampf für die Stichwahl am 27.
Juni konzentrieren, sagte Tsvangirai vor Journalisten in Harare.
Die ZANU-PF hat bei den Wahlen am 29. März erstmals seit der
Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 die absolute
Mehrheit im Parlament verloren. Bei der gleichzeitigen
Präsidentenwahl erhielt MDC-Kandidat Tsvangirai nach offiziellen
Angaben die meisten Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit, so
dass eine Stichwahl erforderlich wurde.
Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki vermittelt seit
längerem zwischen den beiden Konfliktparteien. Seine Regierung hat
eine Nachrichtensperre zu den Vermittlungsbemühungen verhängt.
Auch in Kenia gab es im Anschluss an die Präsidentenwahl
wochenlangen Streit. Bei Unruhen wurden dort mehr als 1.000 Menschen
getötet. Am 28. Februar einigten sich die Parteien auf die Bildung
einer gemeinsamen Regierung.
(Quelle: ap)
Libyen lehnt Mittelmeerunion ab - Gaddafi sieht Arabische Liga und AU
untergraben
Mi.11.06.08 - Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi hat den französischen
Vorschlag für eine Mittelmeerunion abgelehnt. Eine solche Union
würde die Arabische Liga und die Afrikanische Union untergraben,
sagte Gaddafi am Dienstag vor arabischen Politikern in Tripolis.
«Wenn Brüssel die Hauptstadt ist, die dieser Union vorsteht,
dann können wir Brüssel nicht folgen», sagte Gaddafi in
seiner Rede. «Und wir dürfen nicht erlauben, dass unsere
Organisationen zerrissen werden.» Allerdings sei eine
arabisch-europäische und eine afrikanisch-europäische
Zusammenarbeit möglich.
Die Mittelmeerunion ist ein Prestigeprojekt des französischen
Präsidenten Nicholas Sarkozy und soll die Zusammenarbeit zwischen
der EU und ihren Nachbarstaaten in Nordafrika und Nahost verbessern.
Ihr sollen bis zu 39 Partner angehören: die 27 EU-Mitglieder plus
ein Dutzend südliche Mittelmeeranrainer von Marokko bis Israel.
(Quelle: ap)
US-Präsident Bush auf Abschiedsbesuch bei Kanzlerin Merkel
Mi.11.06.08 - US-Präsident George W. Bush will die Gangart gegen das
Atomprogramm des Iran verschärfen und sieht sich dabei von den
Verbündeten in Europa unterstützt.
Nach dem Gipfel mit der politischen Spitze der Europäischen Union
am Dienstag im slowenischen Brdo sagte Bush: «Wir sind auf der
selben Seite. Jetzt ist die Zeit für entschlossene
Diplomatie.» Gebe die Führung in Teheran nicht die
Anreicherung von Uran auf, sei das «unglaublich gefährlich
für den Weltfrieden».
Das Weiße Haus würdigte das EU/US-Gipfeltreffen in Brdo als
«wahrscheinlich beste» Begegnung des US-Präsidenten mit
der EU-Spitze seit 2001. Bei keinen der vorangegangenen Gipfel in der
Amtszeit von Präsident Bush sei über so viele Themen
Übereinstimmung erzielt worden wie diesmal, sagte
US-Sicherheitsberater Stephen Hadley auf dem Flug von Brdo nach Berlin.
Nach dem Treffen flog Bush weiter nach Deutschland, wo er am Abend von
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gästehaus der Regierung im
brandenburgischen Meseberg empfangen wurde. Die Bundesregierung hatte am
Vortag erneut klar gemacht, dass sie ausschließlich nach einer
diplomatischen Lösung des Konflikts mit Teheran suche. Bushs
Abschiedstour durch Europa, die ihn auch nach Deutschland führte,
wurde begleitet von zum Teil heftiger Kritik aus der großen
Koalition an seiner in sieben Monaten zu Ende gehenden
Amtsführung. Der außenpolitische Sprecher der
Unions-Fraktion, Eckart von Klaeden (CDU), sagte Radioeins: «Ich
werde George W. Bush nicht vermissen.»
Merkel sagte unmittelbar vor der Begegnung mit Bush, man werde nicht zu
viel über Abschied reden. Es gebe genügend Themen. «Es
wird aber eine neue Zeit beginnen», fügte sie mit Blick auf
die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen hinzu. Im Mittelpunkt
der Gespräche der beiden dürften neben dem Atomprogramm des
Iran der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und damit die Lage
im Irak und in Afghanistan sowie der Fortgang des Nahost-
Friedensprozesses stehen.
Auch der Berlin-Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew
in der vergangenen Woche dürfte eine Rolle spielen. Medwedew hatte
vor Isolation Russlands in der europäischen Sicherheitspolitik
gewarnt. FDP-Chef Guido Westerwelle forderte Merkel auf, bei Bush auf
Abrüstung zu dringen.
Bush sagte in Brdo: «Wir werden - wenn nötig - neue
Strafmaßnahmen finden, wenn sie (die Führung in Teheran)
sich weiter der gerechtfertigten Forderung der freien Welt verweigern:
geben sie das Anreicherungsprogramm auf.» Bush
begrüßte ausdrücklich, dass EU- Chefdiplomat Javier
Solana, der auch am Konferenztisch in Brdo saß, vermutlich am
Wochenende zu neuen Verhandlungen nach Teheran reisen wird.
Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses,
Hans-Ulrich Klose (SPD), sagte im Deutschlandradio Kultur, die
außenpolitischen Entscheidungen des Präsidenten seien im
wesentlichen «konfrontativ» gewesen. Klose lobte die
Politik der Bundeskanzlerin gegenüber Washington. Das
deutsch-amerikanische Verhältnis sei heute
«freundlich» und habe sich seit Ende der Kanzlerschaft
Gerhard Schröders (SPD) deutlich verbessert.
Am schärfsten argumentierte der frühere Außenminister
Hans- Dietrich Genscher (FDP). Er sieht den scheidenden
Präsidenten als maßgeblich verantwortlich für einen
weltweiten «Einfluss- und Ansehensverlust» der USA. Im
Südwestrundfunk sagte Genscher, Bush habe «alles getan, um
den Abstand zwischen den USA und Europa zu verbreitern». Das sei
auch ein Grund dafür, weshalb dessen Europa- Reise in der
Öffentlichkeit so zurückhaltend aufgenommen werde. Bush, der
im Januar 2009 nach zwei Regierungsperioden aus dem Amt scheidet, reist
am Mittwochmittag nach Rom, Paris und London weiter.
Der US-Präsident und die EU-Spitze suchten beim Treffen in
Slowenien bei einigen weiteren außenpolitischen Problemen den
Schulterschluss. Einen eindringlichen Appell richtete der Gipfel, der
jährlich abwechselnd in Europa und Amerika zusammenkommt, an
Russland im Streit mit Georgien. Die Führung in Moskau müsse
die Grenzen der Kaukasusrepublik respektieren.
Zum Kampf gegen den Klimawandel, der auch Thema in Meseberg sein
dürfte, machte Bush nur Absichtserklärungen. Ohne China und
Indien sei es unmöglich, wirkungsvolle globale Abkommen zu
bekommen. Alle großen Volkswirtschaften müssten sich auf
verbindliche Ziele einigen, forderte Bush. «Wir müssen
realistisch bleiben.»
(Quelle: dpa)
Friedensbewegung straft US-Präsidenten mit Missachtung
Mi.11.06.08 - Die deutsche Friedensbewegung straft US-Präsident George W. Bush
bei seinem Deutschland-Besuch mit Missachtung. "Wegen einer 'lahmen
Ente' muss niemand mehr den Weg nach Meseburg suchen, obwohl es eine
schöne Gegend ist", eklärte ein Sprecher des
Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel. Dass keine Proteste
geplant seien, bedeute aber nicht, dass die Kritik der Friedensbewegung
an der US-Regierung erlahmt sei. "Mit dem Namen George W. Bush Jr.
verbindet sich eine der finstersten Perioden US-amerikanischer
Außenpolitik", erklärte der Sprecher.
(Quelle: afp)
Europarat: Regierungen sollen Staatenlose einbürgern
Mi.11.06.08 - Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, hat die
europäischen Staaten aufgefordert, sich aktiv um die
Einbürgerung staatenloser Menschen zu bemühen. "Jeder Mensch
hat das Recht auf eine Nationalität", erklärte Hammarberg am
Montag in einem offenen Brief an die Regierungen. Seinen Angaben nach
leben in Europa schätzungsweise 640.000 Staatenlose. Viele von
ihnen haben ihre Staatsbürgerschaft in Folge politischer
Umwälzungen verloren, etwa durch den Zerfall der Sowjetunion oder
Jugoslawiens.
Auch Tausende Angehörige der Roma-Volksgruppe, etwa in Slowenien
oder in Italien, besitzen Hammarberg zufolge keine gültigen
Dokumente. Staatenlose Menschen erlitten im Alltag oft massive
Nachteile, betonte der Kommissar. Sie hätten Probleme bei der
Arbeits- und Wohnungssuche und fänden nur schwer Zugang zum Schul-
und Gesundheitswesen. Auch ihr Recht auf Reisefreiheit und auf
politische Teilhabe könnten sie nicht ausschöpfen.
Hammarberg erklärte, die Bekämpfung und Beendigung der
Staatenlosigkeit könne dazu beitragen, Konflikte zu lösen und
den sozialen Zusammenhalt zu
(Quelle: epd)
Neue EU-Richtlinien zu Arbeitszeit und Leiharbeit - Arbeitsminister
wollen 48-Stunden-Woche aufweichen
Mi.11.06.08 - Nach jahrelangem Ringen haben sich die EU-Arbeitsminister auf eine
Neufassung der EU-Richtlinien für Arbeitzeit und Leiharbeit
geeinigt, die zum Teil weit hinter den in Deutschland gültigen
Rechten zurückbleiben. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz lobte die
Einigung gleichwohl als «wichtige Bausteine für ein soziales
Europa». Gewerkschaften und Bundesärztekammer kritisierten
sie scharf und riefen die Mitglieder des EU-Parlaments auf, ihre
für ein Inkrafttreten nötige Zustimmung zu verweigern.
Wesentlicher Bestandteil der Einigung zur Arbeitszeit ist, dass sie
unter bestimmten Voraussetzungen mehr als 48 Wochenstunden betragen
darf. Beschäftigte können demnach bis zu 60 Stunden, unter
Einbeziehung von Bereitschaftsdiensten sogar bis zu 65 Stunden pro
Woche arbeiten - vorausgesetzt, es gibt keine entsprechenden
tarifrechtlichen oder anderweitigen Vereinbarungen.
Weiterhin einigten sich die Arbeitsminister darauf, bei den
Bereitschaftsdiensten aktive von nicht-aktiver Zeit zu unterscheiden
und die nicht-aktive Zeit auch nicht mehr zur Arbeitszeit zu rechnen.
Diese Regelung widerspricht nach Auffassung des Deutschen
Gewerkschaftsbundes der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs
(EuGH), wonach Bereitschaftsdienste beispielsweise von Ärzten voll
als Arbeitszeit zu bewerten sind.
Die Entscheidung des EuGH war bereits 2004 in deutsches Arbeitsrecht
umgesetzt worden und gilt auch bei einer Verabschiedung der neue
Richtlinie durch das EU-Parlament weiter, wie Scholz betonte. Es sei
gelungen, dass die auf Basis dieses Rechts abgeschlossenen
Tarifverträge unverändert oder nur mit geringen Anpassungen
bestehen bleiben könnten.
Die Richtlinie für Leiharbeit macht nach Angaben von Scholz den in
Deutschland bereits seit 2004 geltenden Grundsatz «Gleiches Geld
für gleiche Arbeit» europaweit zum Maßstab. Ausnahmen
von diesem Grundsatz seien in Deutschland auch weiterhin nur über
Tarifverträge möglich. DGB-Chef Michael Sommer sagte zur
Leiharbeit: «Ein kleiner Fortschritt für ein soziales
Europa, kein Fortschritt für Deutschland.»
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) reagierte empört
darauf, dass die Bereitschaftsdienste nicht mehr voll als Arbeitszeit
gewertet werden müssten. Zugleich kündigte sie ebenso wie die
Bundesärztekammer an, die neue Richtlinie im Europaparlament
stoppen zu wollen. Trotz der Zusicherung von Scholz, dass das deutsche
Arbeitszeitrecht nicht geändert werde, sei zu befürchten,
dass manche Krankenhäuser nun dies nun doch versuchten.
Erstmalig werde der hohe Standard des Schutzes in Europa gesenkt, um
den Klinikarbeitgebern wieder längere Dienstzeiten und mehr
Bereitschaftsdienste zuzugestehen, kritisierte
Ärztekammer-Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery.
DGB-Chef Sommer sagte: «Diese Regelung bedeutet eine
Verschlechterung des Schutzniveaus auf europäischer Ebene, die
durch nichts gerechtfertigt ist.» Der Europäische
Gewerkschaftsbund (EGB) kündigte an, sich bei den
EU-Parlamentariern für Änderungen einzusetzen. Die Einigung
zur Arbeitszeit sei «unbefriedigend und inakzeptabel»,
sagte EGB-Generalsekretär John Monks.
(Quelle: ap)
Klimaschutz-Auflagen: Umweltschützer kritisieren
deutsch-französischen Auto-Kompromiss
Mi.11.06.08 - Die deutsch-französische Einigung über Klimaschutz-Auflagen
für die Autoindustrie ist vom Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) kritisiert worden. Es sei ein klimapolitischer
Irrweg, wenn deutsche Autohersteller bei den CO2-Einsparvorgaben
bevorzugt werden sollten.
Gerade Volkswagen, Mercedes, Porsche und BMW seien
regelmäßig als Verhinderer ambitionierter Umwelt- und
Klimaschutzziele aufgefallen, teilte der BUND am Dienstag in Berlin mit.
Unverständlich sei auch, dass der Zeitplan zur Einhaltung der
Verbrauchslimits gestreckt werden solle. Damit werde der ab 2012 von der
EU-Kommission geforderte Kohlendioxid-Grenzwert für Neuwagen von
durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer endgültig ad acta gelegt.
Der Übergangszeitraum bis 2015 sei nichts anderes als eine
Schonfrist für Produzenten von Spritfressern. Auch das Anrechnen
angeblicher Öko-Innovationen bei Neuwagen verwässere die
Vorgaben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische
Präsident Nicolas Sarkozy hätten sich dem Druck der
Autoindustrie gebeugt. «Das beschädigt die
Glaubwürdigkeit beider Länder beim Klimaschutz», sagte
BUND-Verkehrsexperte Richard Mergner. Nach monatelangem Streit hatten
sich Merkel und Sarkozy am Montag im Grundsatz verständigt. Details
müssen aber noch verhandelt werden.
(Quelle: dpa)
Wissenschaftler richten Klima-Appell an G-8-Gipfel - Bemühungen um
Verringerung der Treibhausgase seien nur schleppend vorangekommen
Mi.11.06.08 - Mit Blick auf den Gipfel der sieben führenden Industrienationen
und Russlands (G8) in Japan haben Wissenschaftler der G-8-Staaten und
der fünf größten Schwellenländer verbindliche
Klimaschutzziele gefordert. Nachdem sich die G-8-Staaten bei ihrem
Gipfel in Heiligendamm im vergangenen Jahr nur darauf einigten, die
Halbierung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase bis
2050 ernsthaft in Betracht zu ziehen, müsse dieses Ziel beim
nächsten Gipfel Anfang Juli verbindlich festgelegt werden,
forderten Wissenschaftsakademien aus 13 Ländern in einer
Erklärung.
Obwohl der weltweite Klimawandel "ein drängendes Thema" sei, seien
die Bemühungen um eine Verringerung der Treibhausgase nur
schleppend vorangekommen, heißt es in der Erklärung. Die
G-8-Staaten müssten schnell Maßnahmen zur Verbesserung der
Energieeffizienz ergreifen, die Produktion erneuerbarer Energien
ausdehnen und bis zum kommenden Jahr einen Zeitplan für den Bau von
Speicherkapazitäten für Kohlendioxid aufstellen, hieß
es in dem Appell weiter. Schließlich gefährde der
Klimawandel die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Besonders
betroffen von den Veränderungen sind demnach Afrika, die Arktis
sowie kleine Inseln und die dicht bevölkerten Flussdeltas in Asien.
An dem Appell beteiligten sich Wissenschaftsakademien aus den
G-8-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, USA,
Kanada, Japan und Russland sowie aus den Schwellenländern China,
Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Seit 2005 starten sie
jährlich mit Blick auf den G-8-Gipfel einen Aufruf. Der G-8-Gipfel
findet vom 7. bis 9. Juli im nordjapanischen Toyako statt.
(Quelle: afp)
Kritik an Preisbindung von Erdgas
Mi.11.06.08 - Angesichts der drohenden Gaspreisexplosion ist eine heftige Diskussion
um ein Ende der traditionellen Koppelung der Gas- und Ölpreise
entbrannt.
Einige Experten halten dies jedoch für bedenklich: Die Trennung
könne auch den gegenteiligen Effekt haben - teureres Gas. CDU und
CSU forderten erneut ein Ende des Atomausstieges. Deutschland sei das
einzige Land, das sichere Atommeiler vom Netz nehmen wolle, sagte die
CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel (SPD) sprach sich für Sozialtarife für
Ärmere aus - die Grünen schlugen eine Neustaffelung des
Stromtarifs vor.
Aus Sicht des Mittelstandes stellen die hohen Preise für Öl
und Gas inzwischen das größte Risiko für die Konjunktur
dar. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Energiepreise das Wachstum
in Deutschland in diesem Jahr um 0,5 Prozent drücken werden.
Angeheizt hatte die Diskussion am Wochenende Umwelt-Staatssekretär
Michael Müller (SPD), der einen weiteren Anstieg der Gaspreise um
bis zu 40 Prozent im Herbst für möglich hält.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nannte
dieses Horrorszenario für Verbraucher «spekulativ und
unrealistisch». Wie sich die Preise konkret entwickelten,
hänge von der Entwicklung des Ölpreises und weiteren Faktoren
ab. Bei weltweit steigenden Weltmarktpreisen könne sich Deutschland
allerdings nicht von dieser Entwicklung abkoppeln. Der Essener
Energieexperte Christoph Weber von rechnete damit, dass die Gaspreise
maximal 20 Prozent steigen werden. Mittelfristig könnten die
Energiepreise etwa mit einem Ausbau der Förderkapazitäten
oder durch zurückgehenden Verbrauch sogar wieder sinken.
Kritiker machen die Koppelung von Gas- und Ölpreis für
steigende Gaspreise mit verantwortlich. Der Branchenverband BDEW
bezeichnete sie dagegen als ein «marktgerechtes Instrument».
Sie sei Bestandteil langfristiger Lieferverträge, die nicht
einfach einseitig gekündigt werden könnten. Zudem seien sie
keine Einbahnstraße sondern schützten auch umgekehrt vor
überraschenden Preissteigerungen. Die Mehrheit der
Gas-Großabnehmer ist nach Angaben des Energieversorgers Wingas
für die Beibehaltung der Ölpreisbindung.
Der Präsident des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters,
nannte die Kopplung «nicht mehr zeitgemäß».
Hierbei handele es sich «um eine kartellrechtswidrige
Preisabsprache, die im Grunde gar nicht stattfinden darf, wenn man es
streng nimmt», sagte er dem Sender N24. Auch das Deutsche Institut
für Wirtschaftsforschung DIW spricht sich für ein Ende der
Ölpreisbindung aus. Da es aber langfristige Verträge gebe,
könne dies nur durch mehr Wettbewerb gelingen, sagte DIW- Expertin
Claudia Kemfert im Deutschlandfunk.
Andere Experten zeigten sich skeptisch, ob eine Trennung von Gas- und
Ölpreis Besserung bringen würde. Das Ende der Kopplung
könnte sogar zu steigenden Preisen führen, mahnte
Rohstoffexperte Klaus Matthies vom Hamburgischen WeltWirtschafts
Institut HWWI. Dann hätten Anbieter einen Hebel in der Hand, Preise
für Erdgas selbst vorzugeben - auch willkürlich. Seine
Hoffung ruht auf dem Ölpreis, der seiner Ansicht nach 2009 auf bis
zu 110 Dollar je Barrel (159 Liter) zurückgehen könnte. Das
würde auch den Gaspreis senken.
So lange bleibe dem Verbraucher nur das Energiesparen, um einen Schock
bei der nächsten Nebenkosten-Abrechnung zu vermeiden, sagte
Matthies. Umweltminister Gabriel forderte unterdessen die
Einführung von Sozialtarifen für Ärmere. Dabei könne
es einen niedrigen, zum Teil kostenlosen Tarif bis zu einem bestimmten
Energieverbrauch geben. «Wir haben ja andere Beispiele in Europa,
wo das der Fall ist.» Langfristig müsse man aber «weg
von der Droge Öl und der Droge Gas.»
Verbraucherschützer halten mehr staatliche Förderung bei der
Gebäudesanierung langfristig für sinnvoller als Sozialtarife.
Die Bundesregierung müsse dringend mehr Geld in die Hand nehmen, um
Haus- und Wohnungsbesitzer zur besseren Dämmung ihrer
Gebäude, zur Anschaffung effizienter Heizungen oder neuer Fenster
zu ermutigen.
Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn bezeichnete
Sozialtarife als einen Tropfen auf den heißen Stein: «Wir
müssen den Menschen und gerade hier den Haushalten mit niedrigem
Einkommen beim Energiesparen helfen.» Ihre Partei schlug eine
Neustaffelung des Stromtarifs vor. Damit könne die Stromrechnung
beispielsweise bei den ersten 1000 Kilowattstunden je Person bezahlbar
bleiben, sagte Parteivorsitzender Reinhard Bütikofer.
Kostensteigerungen würden von denen getragen, die mehr verbrauchen.
Die Linke unterstützte dagegen Sozialtarife.
FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte, für Energie entweder
die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent zu senken oder die
Ökosteuer entsprechend zu reduzieren. Der Wettbewerb auf dem Strom-
und Gasmarkt müsse angekurbelt werden. Zudem solle auf den
Atomausstieg verzichtet werden. «Wir brauchen einen
vernünftigen Energiemix», sagte Niebel.
(Quelle: dpa)
Positive Entwicklung bei den Steuereinnahmen hält an
Mi.11.06.08 - Trotz der Unsicherheiten über die Konjunktur und die Folgen der
Finanzkrise hält die positive Entwicklung bei den Steuereinnahmen
bisher an.
Bund und Länder verbuchten im Mai 40,52 Milliarden Euro in den
Kassen und damit 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die
Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus dem Bundesfinanzministerium
erfuhr. Die Einnahmen in den ersten fünf Monaten des Jahres liegen
damit um 6,1 Prozent über dem gleichen Vorjahreszeitraum. Experten
rechnen für das Gesamtjahr nur mit einem Plus von 3,8 Prozent.
Der Bund alleine steigerte sein Steueraufkommen nur um 2,1 Prozent auf
19,353 Milliarden Euro. Die Länder kamen auf einen Zuwachs von 3,5
Prozent auf 17,62 Milliarden Euro. Insgesamt flachte sich der Trend
hoher Mehreinnahmen seit dem Jahresbeginn weiter ab. Im April hatte der
Zuwachs noch 5,2 Prozent betragen.
Im Ministerium sorgte das jedoch nicht für Besorgnis. "Wir freuen
uns, dass wir mit den Zahlen weiterhin voll im Rahmen der Erwartungen
der Steuerschätzung liegen", sagte ein Beamter. Allerdings gebe es
auch keine Anzeichen für Mehreinnahmen in diesem Jahr. Das
Institut für Weltwirtschaft hatte zuletzt davon gesprochen, wegen
der guten Konjunktur würden die Einnahmen um vier Milliarden Euro
über der Steuerschätzung vom Mai liegen.
Dank der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt stiegen die Einnahmen
aus der Lohnsteuer zum Vorjahresmonat um 7,1 Prozent. Zu dem
kräftigen Zuwachs trug allerdings auch bei, dass die aus dem
Lohnsteueraufkommen zu leistenden Kindergeldzahlungen das
Vorjahresniveau um 2,3 Prozent unterschritten. Die ertragreichen
Steuern vom Umsatz spülten mit 0,8 Prozent nur wenig mehr in die
Kassen. Dabei legte die Einfuhrumsatzsteuer kräftig um 15,2
Prozent zu, die inländische Umsatzsteuer fiel um 3,5 Prozent.
Experten sehen darin ein Anzeichen für einen noch immer
schwächelnden Konsum. Im Ministerium hieß es, die
vereinbarten Lohnzuwächse und die steigende Beschäftigung
hätten sich noch nicht durchgreifend positiv ausgewirkt. Für
den starken Anstieg der Einfuhrumsatzsteuer ist der hohe Ölpreis
mitverantwortlich.
Die Einnahmen aus der von großen Unternehmen gezahlten
Körperschaftsteuer gingen um 213 Millionen Euro zurück.
Hintergrund ist die Unternehmenssteuerreform mit einer Absenkung des
Steuersatzes von 25 auf 15 Prozent zum Jahresbeginn 2008. Allerdings
ist der Mai ein wenig aussagekräftiger Steuermonat, weil die
Unternehmen nur viermal im Jahr Vorauszahlungen leisten, das
nächste Mal im Juni. Im Ministerium hieß es, auch zu den
Auswirkungen der Finanzkrise auf die Steuereinnahmen lasse sich deshalb
auf Basis der Mai-Daten nichts sagen.
Die Einnahmen aus der nicht veranlagten Steuer vom Ertrag lagen um 0,8
Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das heißt, die
Dividendenausschüttungen erreichten im Mai in etwa das gleiche
Volumen wie im Vorjahr. Der Zinsabschlag wies mit einem Plus von 16,9
Prozent dagegen einen starken Zuwachs auf, obwohl sich die Kürzung
des Sparer-Freibetrages zum Vorjahr nicht mehr auswirkt.
(Quelle: rtr)
Deutsche Bank will Markt und Moral enger verzahnen
Mi.11.06.08 - Die Deutsche Bank will Markt und Moral enger verzahnen. Das
gesellschaftliche Engagement des Instituts solle noch stärker in
geschäftliche Entscheidungen integriert werden, machte
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Dienstag in Frankfurt deutlich.
Unternehmen müssten klarmachen, dass «Moral und Markt keine
Gegensätze» seien. «Kein Geschäft ist es wert,
den guten Ruf und die Glaubwürdigkeit der Deutschen Bank aufs
Spiel zu setzen.» Die Bank wolle ihr Geld «auf sozial und
ökologisch möglichst verantwortungsbewusste Weise»
verdienen, sagte Ackermann.
Im vergangenen Jahr gab Deutschlands größte Bank 82,2
Millionen Euro für soziale und kulturelle Zwecke aus. Das waren
drei Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor, wie aus dem Bericht zur
«Gesellschaftlichen Verantwortung» («Corporate Social
Responsibility/CSR») hervorgeht. Mit dem Geld machte sich die
Deutsche Bank etwa für Mikrokredite in armen Ländern stark
und förderte Bildungsprojekte in Deutschland.
Dass die Summe seit 2005 kontinuierlich kleiner geworden ist,
erklärte der Konzern damit, dass damals zehn Millionen Euro
Katastrophenhilfe für die Tsunami-Opfer in Südostasien
einflossen. In diesem Jahr will die Bank 70 Millionen bis 80 Millionen
Euro für soziale und kulturelle Zwecke bereitstellen.
Zum Vergleich: Die Fördergelder von Deutschlands Sparkassen und
Landesbanken summierten sich im vergangenen nach Angaben des Deutschen
Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) auf 465 Millionen Euro - das waren
nochmals 50 Millionen Euro mehr als im Jahr 2006. Dieses Geld
fließt zu einem Großteil (140 Mio Euro) in
Kulturveranstaltungen und in den Breitensport (78 Mio Euro).
Ackermann betonte, gesellschaftliches Engagement sei für
Deutschlands größte Bank «weder Opfer noch Alibi,
weder Ablasshandel noch Reparaturauftrag». Der Konzernchef machte
das soziale und kulturelle Engagement der Bank zur Chefsache nachdem
Tessen von Heydebreck Ende Mai 2007 aus dem Vorstand ausgeschieden war.
(Quelle: dpa)
Hessens SPD-Chefin Ypsilanti verzichtet vorerst auf Kandidatur für
Linksbündnis
Mi.11.06.08 - Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti will vorerst keinen erneuten
Versuch wagen, sich im Wiesbadener Landtag zur Ministerpräsidentin
eines Linksbündnisses wählen zu lassen. «Im Moment steht
das nicht zur Debatte», sagte Ypsilanti der «Rheinischen
Post». Sie gehöre «zu den Mutigen, aber nicht zu den
Leichtsinnigen», sagte die SPD-Politikerin.
Gleichzeitig schloss Ypsilanti einen erneuten Anlauf aber auch nicht
aus, sich von SPD, Grünen und Linkspartei wählen zu lassen.
Sie wolle sich nun erst einmal bis Jahresende anschauen, wie
verlässlich sich die drei Fraktionen zueinander verhielten. Ein
besonders Augenmerk werde sie dabei auf die Linkspartei richten, sagte
Ypsilanti.
(Quelle: ap)
Unicef fordert verstärkten Kampf gegen Kinderpornografie
Mi.11.06.08 - Unicef und die Kinderschutzorganisation Ecpat rufen zu einem
verstärkten Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von
Minderjährigen auf.
"Kinderpornografie und Kinderhandel haben sich zu riesigen Märkten
mit enormen Gewinnspannen entwickelt", sagte die Vize-Direktorin des
Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef, Hilde Johnson, am
Dienstag in Berlin. Daher sei es von zentraler Bedeutung, dass die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit gegen kriminelle
internationale Netzwerke verstärkt werde.
Nach UN-Schätzungen werden weltweit 1,8 Millionen Kinder zu
Prostitution und Pornografie gezwungen. Jährlich fielen 1,2
Millionen Jungen und Mädchen Menschenhändlern zum Opfer.
Anlass der Appelle ist der dritte Weltkongress gegen sexuelle
Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im November in Rio de Janeiro.
Unicef und Ecpat - eine weltweite Arbeitsgemeinschaft zum Schutz von
Kindern gegen sexuelle Ausbeutung - forderten die Bundesregierung auf,
eine hochrangige Delegation zu dem Treffen zu schicken, die von einem
Minister angeführt werden sollte. Außerdem sollte
Deutschland das Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu
Kinderhandel und Kinderprostitution ratifizieren. Bislang gibt es nach
Unicef-Angaben unter anderem Vorbehalte wegen des Alters der zu
schützenden Jugendlichen.
"Das Internet ist eine zunehmende Gefahr auch für Kinder in
Deutschland", sagte die Ecpat-Geschäftsführerin in
Deutschland, Mechtild Maurer. Zehntausende Konsumenten von
Kinderpornografie heizten die Nachfrage an. Nach Ecpat-Schätzungen
wird allein in den USA mit Kinderprostitution und Kinderpornografie ein
Umsatz von zwölf Milliarden Dollar pro Jahr gemacht.
Der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus, forderte
Internet-Provider auf, von sich aus Seiten mit Kinderpornografie zu
sperren. Die Unicef-Vertreter verteilten eine Studie, nach der 38
Prozent der deutschen Jugendlichen in Chatrooms im Internet gegen ihren
Willen nach sexuelle Dingen gefragt worden sind. Mehr als jeder zehnte
habe unaufgefordert Nacktfotos zugesandt bekommen, acht Prozent seien
zu sexuellen Handlungen vor einer Webcam aufgefordert worden. Besonders
gefährlich sei, dass ein Drittel der Jugendlichen ihre Chatpartner
auch tatsächlich treffe.
(Quelle: rtr)